Ort und Erinnerung
Erinnerungsorte sind nicht nur Orte, die uns etwas bewusst machen. An ihnen überlagern sich auch Ereignisse. Landschaft entsteht immer im Kontext der vergangenen Ereignisse. Deshalb ist es die Aufgabe der Landschaftsarchitekten, wesentliche Aspekte des Erinnerns herauszuarbeiten. Von Marcus Cordes
Trennung überwinden
Von 1961 bis 1989 war die Berliner Mauer das Symbol der Trennung von Ost und West. 2010 und 2011 wurden der „Platz des 9. November 1989“ an der Bornholmer Straße sowie die Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße eröffnet. Gesa Loschwitz befragte AW Faust, Partner im Berliner Landschaftsarchitekturbüro sinai Faust. Schroll. Schwarz., zu Parallelen und Unterschieden der beiden Gedenkorte.
Tod und Gesellschaft
Die individuelle Freiheit währt bis zum Tode. Wir können selbst entscheiden, wo und wie wir bestattet werden wollen. Wir sollten aber auch nachdenken, wie wir die zeitgemäßen Orte der Erinnerung gestalten können. Von Robert Schäfer
Gefangen im Moor
66 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde 2011 eine Gedenkstätte auf dem Gelände des früheren Konzentrations- und Strafgefangenenlagers im niedersächsischen Esterwegen eröffnet. „Baumpakete“ und die Lagerstraße vermitteln zusammen mit neu interpretierten Begrenzungen aus Cortenstahl einen räumlichen Eindruck des ehemaligen Lagers. Von Thomas Armonat
Erinnerung entwerfen
Ausstellungen im öffentlichen Raum, die an bestimamte Ereignisse erinnern, beziehen sich meistauf authentische Orte. Diese Orte werden für eine bestimmte Zeit räumlich markiert mit Hilfe von Texten und Bildern angereichert. Beispiele für solche Ausstellungen im öffentlichen Raum gibt es unter anderem aus Dresden, Potsdam und Berlin. Von Stefanie Wahl
Fußabdruck einer Kirche
Bis 1953 stand auf dem Wettiner Platz in Dresden die im Zweiten Weltkrieg stark beschädigte Jakobikirche. Dann wurden die Reste gesprengt. Seit 21. September 2011 erinnert eine Grünfläche an das Gotteshaus. Die Grundriss der Kirche ist mit einer erhöhten Plattform nachempfunden, Betonbänke stehen dort, wo einst die Menschen beteten. Von Thomas Jakob
Islamische Bestattung – ein Weg zur Integration
Die 4,5 Millionen Muslime in Deutschland gehen anders mit dem Tod um als die christlich geprägten Deutschen. Ihre Toten müssen schon einen Tag nach dem Ableben beerdigt sein, nicht in einem Sarg, sondern in einem Tuch. Einige Gemeinden haben deshalb begonnen, Teile ihrer Friedhöfe für islamische Bestattungsriten zu öffnen. Partner sind meist lokale islamische Vereine. Von Andreas Morgenroth
Spuren lesen in Wien
Ein neuer Gedenkort im 15. Wiener Gemeindebezirk erinnert seit November 2011 an den Turnertempel. In der Pogromnacht 1938 hatten die Nationalsozialisten die damals drittgrößte Synagoge der Stadt bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Von Peter Zöch
Dunkle Räume in Norwegens Norden
Louise Bourgeois und Peter Zumthor schufen mit dem Steilneset Memorial eine Gedenkstätte für die Opfer der Hexenverfolgung in der norwegischen Provinz Finnmark. Es besticht durch die Architektur zweier sehr unterschiedlicher Gebäude und vor allem durch die Innenräume als spezielle Orte der Erinnerung. Von Robert Schäfer
Das 9/11-Memorial am Ground Zero
Das Denkmal für die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 am Ground Zero in New York ist eine Kombination aus Gedenkstätte und Freiraum. Der Memorial Park bildet mit sorgfältig gearbeiteten Details einen klaren Rahmen um zwei schlicht gestaltete Wasserbecken. Von Jennifer E. Cooper
Gartenkunst zwischen Ästhetik und Städtebau
Die Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL) gibt die Zeitschrift Garten + Landschaft heraus, die im 122. Jahrgang erscheint. Anlässlich des 125-jährigen Bestehens der DGGL nutzen wir die Chance, nachzuschlagen in den Ausgaben vergangener Jahrzehnte. Robert Schäfer vertiefte sich in die Ausgaben der Gartenkunst von 1900 bis 1909, einer für die werdende Profession weichenstellenden Dekade.


