03. September 2012 / Peter Zöch

Architekturbiennale Venedig: erste Impressionen

Alle zwei Jahre trifft sich die internationale Architektenwelt in Venedig zur Nabelschau. Dieses Jahr startete das Spektakel am 29. August, am 25. November geht die 13. Architekturbiennale zu Ende. Der Kurator David Chipperfield wählte „Common Ground“ als Thema – ein Motto, das gemeinsame Ideen, Einflüsse und Visionen genauso thematisiert wie die Schauplätze des täglichen Lebens und ihre Nutzer. Ein breites und lohnendes Feld für Landschaftsarchitekten könnte man erwarten. Und es beginnt tatsächlich vielversprechend. Norman Foster präsentiert in seiner audio-visuellen Installation „Gateway“ Plätze, Parks, öffentliche Räume – Orte, wo sich Menschen treffen, austauschen und erholen. Auf den Boden projiziert er die Namen von Architekten, Kritikern, Landschaftsarchitekten, Designer und Planern, die die jeweiligen Professionen beeinflusst und Visionen entwickelt haben. Hier geht es zum Video, in dem Norman Foster die Installation erläutert.

Norman Fosters audio-visuelle Installation "Gateway" auf der Architekturbiennale in Venedig thematisiert öffentliche Räume. Foto: Wolfgang Bachmann

Nach diesem Auftakt könnte man (als Landschaftsarchitekt) erwarten, dass der „Common Ground“ unserer Städte neu vermessen wird. Dass Potenzial und Zukunft des öffentlichen Raums verhandelt und dass innovative Freiraumgestaltungen vorgestellt werden. Wer mit dieser Erwartungshaltung durch die Ausstellung spaziert, wird allerdings enttäuscht. Es findet sich natürlich Interessantes, Spannendes und Inspirierendes. Kein Wunder bei der Fülle an Material. In loser Folge stellen wir in den kommenden Tagen Interpretationen zum Thema „Common Ground“ und interessante Länderbeiträge vor, die für Landschaftsarchitekten interessante Aspekte beleuchten.

Der Niederländer Piet Oudolf setzte den Garten am Arsenale-Ausgang mit neuen Pflanzenarrangements in Szene. Foto: Piet Oudolf

Einen Schlusspunkt der Ausstellung im Arsenale setzt übrigens Piet Oudolf im Giardino delle Vergini. Im Garten vor dem Arsenale-Ausgang komponierte und inszenierte der Pflanzenvirtuose bereits für die Biennale 2010 einen Ort der Ruhe. Für die diesjährige Biennale frischte er die Bepflanzung auf. Wenn man seine wohlkomponierten Pflanzenarrangements sieht, wird man den Verdacht nicht los, dass sich die – wohlgemerkt meisterhaften – Pflanzungen mit der Vorstellung der Architekten deckt, was Landschaftsarchitekten den ganzen Tag so tun: nämlich Pflanzen arrangieren.

 
 
 
 
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