Automatisiertes Monitoring von Uferbereichen mit Drohnen-KI

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Wunderschöne Burg inmitten beeindruckender Natur – aufgenommen von Andreas Weilguny in Doren, Österreich

Ufer überwachen mit Klemmbrett und Gummistiefeln? Das war gestern. Heute übernehmen autonome Drohnen mit Künstlicher Intelligenz das Monitoring von Flussufern, Seegrenzen und Kanalanlagen – und liefern detailgenaue Daten, die Stadtplaner, Landschaftsarchitekten und Kommunen in Echtzeit nutzen können. Was steckt hinter dem Hype um automatisiertes Monitoring von Uferbereichen mit Drohnen-KI? Und wie verändert diese Technologie den Umgang mit unseren sensibelsten urbanen Schnittstellen?

  • Definition und Potenziale des automatisierten Ufer-Monitorings mit Drohnen und KI
  • Technologische Grundlagen: Drohnensysteme, Sensorik, Algorithmen und Datenintegration
  • Praxisbeispiele: Anwendungen in deutschen, österreichischen und Schweizer Städten
  • Chancen und Herausforderungen für Planung, Naturschutz und Wasserwirtschaft
  • Rechtliche, ethische und betriebliche Implikationen
  • Transformation klassischer Monitoring-Prozesse
  • Bedeutung für klimaresiliente Stadtentwicklung
  • Ausblick: Perspektiven für die urbane Landschaftsarchitektur und das Smart City-Konzept

Automatisiertes Monitoring von Uferbereichen: Definition, Potenziale und Paradigmenwechsel

Das Monitoring von Uferbereichen zählt zu den traditionsreichsten, aber auch aufwendigsten Aufgaben in der Stadt- und Landschaftsplanung. Ob Erosionskontrolle, Vegetationsmanagement, Gewässerschutz oder Hochwasservorsorge – die Erhebung belastbarer Daten ist aufwendig, zeitintensiv und mitunter gefährlich. In den letzten Jahren jedoch hat sich ein radikaler Wandel vollzogen. Drohnen, ausgestattet mit modernster Sensorik und gesteuert durch ausgefeilte KI-Algorithmen, revolutionieren die Art und Weise, wie Flussufer, Seenrandzonen oder urbane Wasserlandschaften überwacht und gepflegt werden. Aber was bedeutet „automatisiertes Monitoring“ in diesem Kontext eigentlich?

Automatisiertes Monitoring von Uferbereichen beschreibt einen Prozess, bei dem unbemannte Luftfahrtsysteme – umgangssprachlich Drohnen genannt – regelmäßig und selbstständig definierte Uferabschnitte abfliegen, dabei Multispektral-, RGB- oder LiDAR-Daten erfassen und diese direkt an KI-basierte Auswertungsplattformen übermitteln. Der Clou: Die Künstliche Intelligenz erkennt Veränderungen, Muster oder Anomalien in Echtzeit und kann eigenständig Handlungsempfehlungen generieren. Das reicht von der frühzeitigen Erkennung von Uferabbrüchen über das Monitoring invasiver Pflanzenarten bis hin zur Kontrolle von illegalen Eingriffen in Schutzgebiete.

Im Kern steht ein Paradigmenwechsel: Statt punktueller, oft subjektiver Vor-Ort-Begehungen werden Uferlandschaften kontinuierlich, objektiv und mit enormer Präzision überwacht. Die Datenlage verbessert sich dramatisch, räumliche und zeitliche Lücken in der Beobachtung schließen sich. Und das mit einer Geschwindigkeit und Effizienz, die konventionelle Methoden schlichtweg alt aussehen lässt. Während früher vielleicht einmal pro Jahr eine Bestandsaufnahme erfolgte, kann heute ein nahezu lückenloses Echtzeit-Monitoring gewährleistet werden.

Die Potenziale sind enorm – nicht nur für die klassische Gewässerpflege, sondern auch für Hochwasserschutz, Stadtentwicklung, Biodiversitätsmanagement und Klimaanpassung. Uferbereiche sind sensible Schnittstellen zwischen Stadt und Natur, zwischen Infrastruktur und Ökosystem. Sie reagieren besonders empfindlich auf klimatische Veränderungen, Erosionsprozesse oder bauliche Eingriffe. Genau deshalb ist ein präzises, regelmäßiges Monitoring für die nachhaltige Entwicklung urbaner Landschaften unerlässlich. Automatisierte Drohnen-KI-Systeme können hier als Frühwarnsysteme, Dokumentationswerkzeuge und Entscheidungsgrundlage für Planer und Verwaltungen gleichermaßen dienen.

Doch die Technologie ist kein Allheilmittel. Der Erfolg hängt von kluger Integration in bestehende Prozesse, von Akzeptanz bei den Akteuren und nicht zuletzt von rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen ab. Wie lassen sich Datenschutz, Naturschutz und innovative Technik sinnvoll vereinen? Welche Standards braucht es, damit die gewonnenen Daten tatsächlich als Entscheidungsgrundlage taugen? Diese Fragen sind zentral für die Akzeptanz und den nachhaltigen Einsatz dieser neuen Monitoring-Generation.

Fest steht: Das automatisierte Monitoring von Uferbereichen mit Drohnen-KI markiert einen Wendepunkt in der Landschaftsbeobachtung. Es eröffnet neue Spielräume für präventives Handeln, effiziente Ressourcennutzung und evidenzbasierte Stadtentwicklung. Wer in der Planung und Verwaltung zukunftsfähige Lösungen sucht, kommt an dieser Technologie nicht mehr vorbei.

Technologische Grundlagen: Drohnen, Sensorik und Künstliche Intelligenz im Ufer-Monitoring

Für viele klingt Drohnen-Monitoring zunächst nach Science-Fiction. Tatsächlich steckt dahinter ein hochentwickeltes Zusammenspiel aus Robotik, Sensorik und Datenverarbeitung. Moderne Drohnensysteme sind längst keine Hobbyspielzeuge mehr, sondern komplexe, industrielle Werkzeuge, die speziell für den Einsatz im Umweltmonitoring konzipiert wurden. Zentral sind dabei drei technologische Säulen: Flughardware, Sensorsysteme und intelligente Auswertung.

Im Bereich der Flughardware kommen meist Multicopter oder Starrflügler mit hoher Reichweite und automatisierter Flugplanung zum Einsatz. Dank GPS, RTK (Real Time Kinematic) und Obstacle Avoidance können die Flugrouten präzise gesteuert und an Geländegegebenheiten angepasst werden. Die Systeme sind für den Betrieb in komplexem Gelände optimiert – auch bei wechselnden Wetterbedingungen oder schwierigen Uferstrukturen. Autonomes Starten, Landen und Wiederaufladen gehören mittlerweile zum Standard, ebenso wie die Integration von Sicherheitsmechanismen für den Notfall.

Das Herzstück des Monitorings sind die Sensoren. Neben klassischen RGB-Kameras, die hochauflösende Luftbilder liefern, kommen zunehmend Multispektralsensoren, Wärmebildkameras und LiDAR-Systeme zum Einsatz. Multispektralsensoren ermöglichen die Erfassung von Vegetationsindizes wie dem NDVI (Normalized Difference Vegetation Index), was die Analyse von Pflanzenzustand, Trockenstress oder invasiven Arten ermöglicht. LiDAR-Systeme liefern hochpräzise Geländemodelle, die Veränderungen in der Topografie wie Uferabbrüche, Sedimentverschiebungen oder Erosion punktgenau dokumentieren können. In Kombination mit Thermalsensoren lassen sich Temperaturunterschiede erfassen, die Hinweise auf Wasserlecks, Austrocknung oder andere Störungen geben.

Die wahre Revolution aber geschieht in der Datenverarbeitung. KI-gestützte Auswertungsplattformen analysieren die riesigen Datenmengen, die bei jedem Drohnenflug entstehen, fast in Echtzeit. Mithilfe von Deep Learning und Computer Vision werden Veränderungen gegenüber Referenzdaten erkannt, Objekte klassifiziert und Muster identifiziert. Eine KI kann etwa automatisiert erkennen, ob sich an einer Uferböschung ein Erosionsprozess beschleunigt, ob neue Vegetationsinseln entstehen oder ob unerwünschte Nutzungen aufgetreten sind. Diese Erkenntnisse werden auf digitalen Karten visualisiert und können direkt in Planungsprozesse einfließen – sei es als Frühwarnsystem für Hochwasser, als Grundlage für Pflegekonzepte oder als Beweisführung für behördliche Maßnahmen.

Nicht zu unterschätzen ist die Integration der Drohnen-KI-Lösungen in bestehende Geoinformationssysteme (GIS), Urban Data Platforms oder digitale Zwillinge. Nur wenn die gesammelten Daten nahtlos mit anderen urbanen Informationen verknüpft werden, entfaltet das Monitoring seine volle Wirkung. Hier entscheidet sich, ob die Technologie zur bloßen Spielerei oder zum strategischen Planungsinstrument wird. Schnittstellen, Datenformate und Standardisierung sind deshalb keine Nebensachen, sondern zentrale Herausforderungen für alle Akteure.

Natürlich gibt es auch Grenzen. Sensoren können bei dichtem Bewuchs an ihre Leistungsgrenzen stoßen, Flugzeiten sind wetterabhängig, und nicht jede Drohne darf überall fliegen. Auch die KI ist nur so gut wie die Trainingsdaten, die ihr zur Verfügung stehen. Falsche Klassifikationen oder blinde Flecken sind nicht auszuschließen. Dennoch überwiegen die Vorteile: Die Technologie ermöglicht eine neue Qualität an Objektivität, Geschwindigkeit und räumlicher Detailtreue, die mit klassischen Methoden schlichtweg unerreichbar war.

Praxisbeispiele: Wie Städte und Regionen von Drohnen-KI-Monitoring profitieren

Die Theorie klingt vielversprechend, doch wie sieht der Einsatz in der Praxis aus? In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Städte, Gemeinden und Wasserverbände im deutschsprachigen Raum Pilotprojekte gestartet, um das Potenzial des automatisierten Ufer-Monitorings mit Drohnen-KI auszuloten. Einige Beispiele zeigen, wie vielfältig und wirksam die Technologie eingesetzt werden kann – und welche Herausforderungen dabei auftauchen.

In Hamburg etwa setzt die Umweltbehörde seit 2022 Drohnensysteme zur Überwachung der Elbufer ein. Ziel ist es, erosionsgefährdete Abschnitte frühzeitig zu erkennen, den Zustand der Vegetation zu dokumentieren und Schutzmaßnahmen gezielter zu steuern. Die Drohnen liefern hochauflösende Multispektralbilder, die von einer KI auf Veränderungen im Pflanzenbestand, auf Uferabbrüche und illegale Eingriffe untersucht werden. Die Ergebnisse fließen direkt in die Pflege- und Entwicklungsplanung ein. Das spart nicht nur Zeit und Kosten, sondern ermöglicht eine bislang unerreichte Präzision bei der Entscheidungsfindung.

Ein weiteres Vorzeigeprojekt läuft in Zürich, wo die Stadt zusammen mit der ETH eine automatisierte Drohnenflotte zur Überwachung der Limmat-Ufer betreibt. Hier stehen vor allem Biodiversität und invasive Arten im Fokus. Die Künstliche Intelligenz erkennt zum Beispiel das Vordringen von Neophytenarten oder den Rückgang seltener Uferpflanzen und schlägt gezielte Interventionsmaßnahmen vor. So kann die Stadtplanung nicht nur reaktiv, sondern proaktiv agieren – ein echter Paradigmenwechsel im Umgang mit urbanen Ökosystemen.

Auch in kleineren Gemeinden, wie etwa an der Donau in Oberösterreich, wird das System getestet. Hier geht es um den Schutz vor Hochwasser und die Dokumentation von Sedimentverschiebungen nach Starkregenereignissen. Die Drohnen liefern binnen weniger Stunden detaillierte Geländemodelle, die in der Hochwasservorsorge und bei der Nachbereitung von Schadensereignissen eine zentrale Rolle spielen. Besonders geschätzt wird die Möglichkeit, Veränderungen über längere Zeiträume hinweg zu dokumentieren und so die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen objektiv zu bewerten.

Die Beispiele zeigen: Die Einsatzmöglichkeiten sind so vielfältig wie die Uferlandschaften selbst. Ob Großstadt oder ländliche Kommune, ob Gewässerpflege, Naturschutz oder Wasserwirtschaft – überall wächst die Bedeutung von präzisem, automatisiertem Monitoring. Dabei profitieren nicht nur Behörden und Planungsbüros, sondern auch Forschungseinrichtungen, Naturschutzverbände und sogar ehrenamtliche Initiativen. Die Technologie öffnet neue Wege der Kooperation und Datenintegration – vorausgesetzt, die Akteure sind bereit, diese Chancen zu nutzen und die erforderlichen Kompetenzen aufzubauen.

Natürlich läuft nicht alles reibungslos. Datenschutzfragen, Akzeptanzprobleme bei Anwohnern, technische Hürden und die Integration in bestehende Verwaltungsprozesse sind Stolpersteine, die nicht unterschätzt werden dürfen. Entscheidend ist deshalb, Pilotprojekte mit einer klaren Strategie, offener Kommunikation und transparenter Ergebnisdarstellung zu begleiten. So wird aus innovativer Technik ein echter Mehrwert für die Stadt- und Landschaftsentwicklung.

Chancen, Herausforderungen und rechtliche Rahmenbedingungen

Automatisiertes Drohnen-Monitoring eröffnet enorme Chancen – es ist aber kein Selbstläufer. Die Vorteile liegen auf der Hand: Objektivität, Effizienz, Präzision und Geschwindigkeit bei der Datenerhebung, die Möglichkeit zur lückenlosen zeitlichen und räumlichen Überwachung sowie die Integration in digitale Planungsprozesse. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten für den präventiven Hochwasserschutz, für zielgenaue Pflegekonzepte, für die Biodiversitätsförderung und für die nachhaltige Entwicklung urbaner Uferlandschaften.

Gleichzeitig stellen sich neue Herausforderungen. Zentral ist die Frage nach Datenschutz und Persönlichkeitsrechten. Drohnenflüge über dicht besiedelten Gebieten oder sensiblen Arealen werfen rechtliche Fragen auf, etwa in Bezug auf das Bundesdatenschutzgesetz, die Datenschutz-Grundverordnung und das Luftverkehrsrecht. Hier gilt es, klare Regeln für die Datenerhebung, -speicherung und -nutzung zu schaffen – am besten in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden und den betroffenen Anwohnern.

Auch der Naturschutz ist nicht automatisch ein Gewinner. Drohnen können Tiere stören, sensible Biotope beeinträchtigen oder in Schutzgebiete eindringen. Deshalb ist eine sorgfältige Flugplanung, der Einsatz lärmarmer Systeme und die Einbindung von Naturschutzexperten unverzichtbar. In Deutschland, Österreich und der Schweiz existieren bereits zahlreiche Leitfäden und Empfehlungen für den drohnengestützten Naturschutz, die bei der Planung und Durchführung von Monitoring-Flügen unbedingt beachtet werden sollten.

Ein weiteres Thema ist die Datenhoheit. Wem gehören die mit öffentlichen Mitteln erhobenen Daten? Wie werden sie gespeichert, wer erhält Zugriff, und wie werden sie vor Missbrauch geschützt? Gerade bei der Integration in Urban Data Platforms oder digitale Zwillinge sind klare Governance-Strukturen und offene Schnittstellen entscheidend. Nur so lassen sich die Daten als Grundlage für transparente, demokratische Planungsprozesse nutzen – und eine Kommerzialisierung oder Monopolisierung der Informationen verhindern.

Schließlich sind auch die betrieblichen und organisatorischen Rahmenbedingungen zu beachten. Drohnen-KI-Monitoring erfordert neues Know-how, Schulungen, Investitionen in Hardware und Software sowie die Anpassung bestehender Arbeitsabläufe. Die Technik muss zuverlässig, wartungsarm und skalierbar sein, um im Alltag zu bestehen. Gerade kleinere Kommunen oder Planungsbüros sollten deshalb auf Kooperationen, Dienstleister und offene Plattformen setzen, um von den Vorteilen zu profitieren, ohne sich in komplexen Eigenentwicklungen zu verlieren.

Summa summarum: Die Chancen des automatisierten Ufer-Monitorings sind riesig, aber sie lassen sich nur mit klarem Blick für die Herausforderungen und mit verantwortungsvoller Steuerung realisieren. Wer die Technik als Werkzeug und nicht als Selbstzweck versteht, kann sie zum echten Gamechanger in der Stadt- und Landschaftsplanung machen.

Perspektiven für die klimaresiliente Stadt und die urbane Landschaftsarchitektur

Automatisiertes Monitoring von Uferbereichen mit Drohnen-KI ist weit mehr als ein technischer Trend – es ist ein strategischer Hebel für die klimaresiliente Stadtentwicklung und die zukunftsfähige Landschaftsarchitektur. Uferzonen sind Hotspots der Klimaanpassung: Sie puffern Hochwasser, bieten Biodiversität, regulieren das Mikroklima und dienen als Erholungsräume. Gerade im Zuge des Klimawandels werden sie zu Schlüsselzonen urbaner Resilienz. Präzises, kontinuierliches Monitoring ist daher keine Spielerei, sondern eine Notwendigkeit.

Mit Drohnen und KI lassen sich nicht nur Schäden oder Veränderungen dokumentieren, sondern auch Szenarien für die Zukunft entwickeln. Wie verändert sich das Ufer bei steigendem Wasserstand? Welche Vegetationsstrukturen sind besonders resilient gegenüber Trockenperioden? Wo entstehen neue Konfliktzonen zwischen Erholung, Naturschutz und Stadtentwicklung? Die Antworten auf diese Fragen liefern die Grundlage für adaptive Planung und vorausschauendes Handeln.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Partizipation. Die visuelle Aufbereitung der Drohnendaten, die Integration in interaktive Karten und die Kopplung mit digitalen Bürgerbeteiligungsplattformen machen komplexe Sachverhalte verständlich und nachvollziehbar. Bürger, Planer und Entscheidungsträger können gemeinsam Entwicklungen bewerten, Maßnahmen diskutieren und Prioritäten setzen. Die Technik wird so zum Bindeglied zwischen Fachwissen und gesellschaftlichem Diskurs – vorausgesetzt, sie wird transparent und offen eingesetzt.

Auch für die Landschaftsarchitektur eröffnen sich neue Horizonte. Die präzise Dokumentation von Pflanzengesellschaften, Böschungsprofilen und Nutzungsmustern ermöglicht innovative Entwürfe, die sich an realen Gegebenheiten orientieren und gleichzeitig flexibel auf Veränderungen reagieren können. Pflege- und Entwicklungsziele lassen sich besser kontrollieren, Erfolgskontrollen werden objektivierbar, und die Schnittstelle zwischen Planung und Betrieb wird nahtloser.

Nicht zuletzt stärkt das automatisierte Monitoring die Rolle der Stadt- und Landschaftsplanung als datengetriebene, evidenzbasierte Disziplin. Entscheidungen werden transparenter, Maßnahmen lassen sich besser begründen und evaluieren. Das schafft Vertrauen – sowohl bei der Verwaltung als auch in der Öffentlichkeit. Die Stadt von morgen wird an ihren Ufern nicht nur gebaut, sondern auch digital beobachtet, verstanden und aktiv gestaltet.

Natürlich bleibt die Technik ein Werkzeug – kein Ersatz für planerische Kreativität, lokale Expertise und gesellschaftlichen Diskurs. Aber sie verschiebt die Grenzen des Möglichen und macht Prävention, Nachhaltigkeit und Innovation zur neuen Normalität. Wer als Planer, Stadt oder Gemeinde heute in automatisiertes Ufer-Monitoring investiert, gestaltet die resiliente, lebenswerte Stadt von morgen aktiv mit.

Fazit: Drohnen-KI am Ufer – von der Vision zum Alltag der Stadtplanung

Die Überwachung und Entwicklung urbaner Uferbereiche steht vor einer digitalen Revolution. Automatisiertes Monitoring mit Drohnen und Künstlicher Intelligenz ist längst mehr als ein technisches Experiment – es wird zum integralen Bestandteil einer modernen, klimaresilienten, nachhaltigen Stadt- und Landschaftsplanung. Die Technologie liefert nicht nur präzisere, objektivere und schnellere Daten, sondern schafft auch neue Möglichkeiten für Prävention, Partizipation und innovative Gestaltung.

Die Herausforderungen sind real: Datenschutz, Integration, Akzeptanz und rechtliche Rahmenbedingungen erfordern Aufmerksamkeit, Sorgfalt und Kommunikation. Aber der Nutzen ist unübersehbar: Wer seine Ufer kennt, kann sie schützen, entwickeln und zukunftsfest gestalten. Die Stadt von morgen beginnt am Wasser – und sie beginnt mit einem digitalen, automatisierten Blick auf ihre sensibelsten Schnittstellen.

Planer, Landschaftsarchitekten und Kommunen, die heute den Sprung in die Drohnen-KI-Welt wagen, investieren nicht nur in Technik, sondern in Wissen, Entscheidungsfähigkeit und nachhaltige Entwicklung. Das automatisierte Monitoring von Uferbereichen wird damit zum Schlüssel einer intelligenten, lebenswerten und resilienten Stadtlandschaft – und zur neuen Messlatte für Professionalität in der urbanen Planung.

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Die Sphäre „Wasser“

Die Sphäre „Wasser“ (Visualisierung: bloomimages Berlin GmbH)

In zwei Jahren lädt Kirchheim in Bayern zur Landesgartenschau ein. Dann ist der neue, zehn Hektar große Park fertig, der Raum für Erholung und Spiel im Grünen bieten soll. Darüber hinaus soll der neue Ortspark die bislang räumlich getrennten Gemeindeteile Kirchheim und Heimstetten miteinander verbinden.

Der neue Ortspark in Kirchheim wird Heimat für viele heimische Baumarten sein, die im Wechsel mit sogenannten Klimabäumen stehen. Letztere sind den Herausforderungen des Klimawandels besonders gut gewachsen und entsprechend resilient. Das ist wichtig. Denn der neue Park, der im Rahmen der Landesgartenschau Kirchheim derzeit wächst, wird ein dauerhaftes grünes Band bilden. Dieses wird die Gemeindeteile Kirchheim und Heimstetten miteinander verbinden. Zukünftig kommen hier also viele Generationen aus beiden Ortsteilen zusammen. Sie wachsen regelrecht zusammen.

Die Pflanzen auf der Landesgartenschau

Die Pflanzkonzept für den neuen Park in Kirchheim haben die Landschaftsarchitetkt*innen vom Büro SINAI erarbeitet. Dabei war ihnen wichtig, dass klimaresiliente und heimische Bäume in Balance stehen. Sie nennen ihr Konzept für die Landesgartenschau Kirchheim: Gemischtes Doppel. Damit verweist SINAI darauf, dass jede klassische, heimische Baumart ein Gegenüber aus dem Repertoire der Klimabaumarten bekommt. Insgesamt wachsen im neuen Ortspark demnächst mehr als 700 Bäume.

Neben den Bäumen werden in Kirchheim Rasenflächen für Spiel und Bewegung und Wiesen neu angelegt. Darüber hinaus kommen Sträucher, Stauden, Hecken, Schilf und Gräser dazu. Im Bereich der sogenannten Sphäre „Wildnis“ und in der Sphäre „Wald“ bleibt auch viel Bestandsgrün erhalten.

Die Sphäre „Garten

Den Auftakt der Landesgartenschau Kirchheim bildet die sogenannte Sphäre „Garten“. Sie beherbergt die Bürgergärten, eine Streuobstwiese und eine bestehende Fliederhecke. In diesem Areal steht die gemeinschaftliche Bewirtschaftung im Vordergrund. Deshalb werden hier vor allem Gehölze mit essbaren Früchten zu finden sein. Darüber hinaus entstehen im Garten drei neue Jahrgangswäldchen mit jeweils 100 Zierapfelbäumen. Dieser neue Apfelhain ist ein Geschenk der Gemeinde Kirchheim und der Landesgartenschau an den Kirchheimer Nachwuchs der Jahrgänge 2021, 2022 und 2023. Der Hain steht dabei symbolisch für das Motto der Landesgartenschau Kirchheim „Zusammen.Wachsen“.

Herzstück in der Sphäre „Wasser“

In der Sphäre „Wasser“ bildet ein neuer Parksee den Mittelpunkt. Mit knapp 7400 Quadratmetern bildet er eine große Wasserfläche. Darüber hinaus bildet sein naturnaher Ufersaum Tieren und Pflanzen neuen Lebensraum in Kirchheim. Die Liegewiese am Westufer des Sees wird mit Auenbäumen bepflanzt. Und für die Wasser- und Uferzonen werden, je nach Wassertiefe, passende Wasser- und Schwimmblattpflanzen ausgewählt. Sie allen bereichern das Areal der Landesgartenschau Kirchheim um vielfältige neue Lebensräume für Insekten und andere Kleintiere.

In der Sphäre „Wildnis“ in Kirchheim

Die Sphäre „Wildnis“ verdankt ihre Bezeichnung dem Bestand. Die bestehende Vegetation wird hier durch Lichtungen und neu angelegte Wege erlebbar. Sie werden aber nicht überall begehbar werden.

In der Vorbereitung für die Landesgartenschau Kirchheim wurden mehrere Bäume gefällt und bestehender Aufwuchs entfernt. Dafür werden an anderer Stelle in der Wildnis 73 Bäume neu gesetzt. In Vorbereitung der Landesgartenschau Kirchheim wurde im vergangenen Jahr bereits bestehender Bewuchs entfernt. Dafür wachsen in der Sphäre „Wald“ demnächst 67 neue Bäume.

Die Sphäre „Wiese“ auf der Landesgartenschau

Im südlichen Bereich der Landesgartenschau Kirchheim liegt der Schwerpunkt auf großen, autochthonen Blühwiesen. Diese bieten idealen Lebensraum für zahlreiche Insekten- und Schmetterlingsarten. Dieser besondere Wiesenbereich lebt außerdem von großen Solitärbäumen, von einzelnen Baumreihen, Fliederhecken und Stauden. Sie allen fassen den Wiesenbereich ein und geben ihm Struktur.

Bänke im Ortspark

Neben den vielen neuen Bäumen auf dem Areal der Landesgartenschau Kirchheim werden etwa 200 Bänke im Ortspark aufgestellt. Die bieten den Menschen die Möglichkeit sich auszuruhen und zu entspannen. Genauso wie für die neuen Bäume vergibt die Landesgartenschau Kirchheim 2024 GmbH auch Patenschaften für die Bänke. Auf einer eigenen Website können die ab Frühjahr 2022 erworben werden. Auf diese Weise können interessierte Bürger*innen und Unternehmen sich persönlich einbringen und die Entstehung der Landesgartenschau Kirchheim fördern.

Energieholz auf temporären Flächen

Während der Landesgartenschau in Kirchheim wächst das Veranstaltungsgelände um weitere vier Hektar Grünfläche. Diese ergänzen im Jahr 2024 also den neuen, zehn Hektar großen Ortspark. Hier werden temporäre Ausstellungsflächen eingerichtet, die Platz für etwa 50 Aussteller*innen bieten. Sie alle informieren die Besucher*innen der Landesgartenschau zu Themen wie Gartengestaltung, Umweltschutz, Klimaschutz, nachhaltige Energie und grüne Mobilität. Auf diesen Ausstellungsflächen sind die Baumpflanzungen von Anfang an als Energieholzplantage vorgesehen und dem Thema nachhaltige Energie verpflichtet. Die ersten Bäume sind schon im März 2022 gepflanzt worden. Nach Abschluss der Landesgartenschau Kirchheim werden sie dann zu Energieholz weiterverarbeitet.

Im Bereich der Gewinnung erneuerbarer Energie spielt Holz eine wichtige Rolle. Denn anders als bei Wind- und Sonnenenergie kann Holz zu jedem Zeitpunkt verfügbare Energie liefern. Auf diese Weise kann Energieholz dabei helfen, den Umstieg von fossilen auf alternative Energieträger zu beschleunigen. Es kann helfen, die Energieversorgung langfristig sicherzustellen. Das ist schon jetzt wichtiger denn je und ein guter Ausblick auf die bayrische Landesgartenschau in Kirchheim im Jahr 2024.

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BürosSINAI

COP15 in Montreal, Biodiversität im Fokus

Die COP15 findet vom 7. bis 19. Dezember in Montreal statt. Bildquelle: Unsplash
Die COP15 findet vom 7. bis 19. Dezember in Montreal statt. Bildquelle: Unsplash

COP27 ist gerade vorbei und schon startet die nächste COP am 7. Dezember: Bei der COP15 in Montreal geht es um Biodiversität. Das Ziel der UN-Konferenz besteht darin, ein neues Regelwerk zum verbesserten Schutz der Biodiversität weltweit zu entwickeln. Lesen Sie hier alles über die Konferenz.

Die Bedeutung der Biodiversitäts-COP

Laut dem Living Planet Report 2022 ist die Biodiversität unseres Planeten in den letzten Jahrzehnten drastisch gesunken. Die durchschnittliche Populationsgröße von Wildtieren ist weltweit seit 1970 um etwa 69% gefallen. Umso wichtiger ist es, sich mit dieser Krise zu beschäftigen. Bei der COP15, an der die gleichen Vertragsparteien teilnehmen wie an der Klimakonferenz (zuletzt COP27 im November 2022), geht es vom 7. bis 19. Dezember in Montreal, Kanada, um einen neuen globalen Vertrag zur Förderung der Biodiversität.

Der lang erwartete Gipfel, der ähnlich wie die Klimakonferenzen regelmäßig stattfindet, musste mehrfach verschoben werden. Ursprünglich war er für das Jahr 2020 in Kunming, China, geplant. Durch die Corona-Pandemie kam es stattdessen zu einer zweiteiligen Veranstaltung. Der erste Teil fand im Oktober 2021 statt, gefolgt von einem zweiten Teil im Frühjahr 2022. Jedoch kam es dabei zu keiner Einigung. Daher setzte die UN Interims-Besprechungen in Nairobi an. Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen in China findet das Treffen nun in Kanada statt.

Die Hoffnung besteht darin, eine globale Einigung zum Schutz und zur Verbesserung der Biodiversität zu treffen, die dem Pariser Klimaabkommen ähneln soll. Dabei stehen jedoch Habitats, Ökosysteme, Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen im Vordergrund. Der Verlust der Biodiversität bedroht auch Menschen, da er den Klimawandel beschleunigt und unter anderem Ernährungsgrundlagen zerstört.

Bei der COP15 geht es darum, den Verlust der Biodiversität aufzuhalten und die natürliche Vielfalt zu schützen. Bildquelle: Unsplash
Bei der COP15 geht es darum, den Verlust der Biodiversität aufzuhalten und die natürliche Vielfalt zu schützen. Bildquelle: Unsplash

Die Erwartungen für COP15

Derzeit ist die UN Convention on Biological Diversity (CBD) das wichtigste Regelwerk zur Biodiversität. 196 Länder – die COP-Vertragsparteien – haben es ratifiziert. Der erste Entwurf stammt aus dem Jahr 1992. Es folgte ein Beschluss im Jahr 2010 zu Biodiversitäts-Zielen, die in der Dekade der Biodiversität von 2010 bis 2020 umgesetzt werden sollten. Jedoch konnte keines dieser Ziele erfüllt werden. Noch dazu hat die Pandemie den Fortschritt aufgehalten.

Daher geht es bei der COP15 zur Biodiversität nun darum, die CBD auf den neuesten Stand zu bringen und neue Ziele für die aktuelle Dekade zu formulieren. Teilnehmende hoffen auf einen „Deal for Nature”, der ein Ende des Biodiversitätsverlusts vorschreibt und dazu beiträgt, Bemühungen zur Verbesserung von Ökosystemen und Habitats zu unterstützen, zu beschleunigen und auf politische Agenden zu setzen. Die Deadline für das Ende des Biodiversitätsverlusts ist dabei das Jahr 2030, wobei einige Umweltgruppen für ein früheres Datum plädieren.

Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität

Anders als die COP-Klimakonferenzen erhalten die Biodiversitätskonferenzen weniger mediale Aufmerksamkeit. Regierungschefs nehmen nicht an der Konferenz teil. Rufe danach, die COP15 mit der COP27 zu kombinieren, waren nicht erfolgreich, da beide Konferenzen ohnehin schon zahlreiche Themen in kurzer Zeit bearbeiten. Delegierte werden ab dieser Woche die folgenden Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität diskutieren:

  • Schutz- und Erhaltungsprogramme für 30% der Lebensräume an Land und im Wasser
  • Strengere Vorschriften zur Eindämmung von invasiven Arten
  • Verpflichtung von Unternehmen zur Berichterstattung über Auswirkungen auf die biologische Vielfalt
  • Verpflichtung zur Reduzierung des Pestizideinsatzes in der Landwirtschaft
  • Reformierung oder Streichung von Subventionen für Industrien, die die Natur ausbeuten
  • Kooperation mit privaten Geldgebern, um umweltschadende Finanzströme umzulenken
  • Bereitstellung von Internationalen Finanzmitteln für biologische Vielfalt sowie Aufstockung der Mittel für einkommensschwache Länder (jährliche Erhöhung um 200 Mrd. US-Dollar)

Bisher haben sich Länder wie China, Russland, die USA und Indien bei den Biodiversitäts-COPs zurückgehalten. Ein großer Gewinn für das Vorhaben der COP15 ist jedoch bereits jetzt die Wiederwahl des früheren brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva. Er spricht sich für den Schutz des brasilianischen Regenwalds aus.

Übrigens: Bei der Gartenschau in Lindau im Jahr 2021 gab es viele spannende Ausstellungen zum Thema Biodiversität.