26.12.2021

Projekt

Bad Bevensen bewirbt sich für Landesgartenschau 2026

von Juliane von Hagen
Wasserfontänen im Vordergrund

Im Zentrum von Bad Bevensen mit Blick auf die Dreikönigskirche (Foto: Wiki Commons)


Kurort Bad Bevensen

Die Stadt Bad Bevensen möchte die niedersächsische Landesgartenschau 2026 ausrichten. Die Bewerbung erarbeitet die Stadt gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekturbüro A24. Im Juli 2021 präsentierte das Team seine Machbarkeitsstudie. Auf dieser Basis entsteht nun die Bewerbung.

Die Kurstadt Bad Bevensen bewirbt sich um die Ausrichtung der Landesgartenschau 2026 in Niedersachsen. Derzeit arbeitet die Gemeinde zusammen mit dem Landschaftsarchitekturbüro A24 aus Berlin an einem Konzept. Zunächst waren die Landschaftsarchitekt*innen mit einer Machbarkeitsstudie für die Landesgartenschau 2026 beauftragt. Deren Ergebnisse wurden im Juli 2021 in einer Online-Informationsveranstaltung präsentiert und diskutiert. Nun geht es in die nächste Phase. Der Bewerbungsschluss für die Landesgartenschau 2026 in Niedersachsen ist Ende September 2021. Andere Länder sind schon weiter. In Bayern ist sogar schon der Wettbewerb für die Gestaltung der  Landesgartenschau 2026 in Schweinfurt entschieden.

Die kleine Kurstadt Bevensen liegt zwischen Uelzen und Lüneburg. Mitten im ländlichen Raum ist Bad Bevensen seit den 1970er Jahren Kurstadt. Damals wurde bei Erdölbohrungen heißes Quellwasser gefunden. Nach der  staatlichen Anerkennung als Mineralheilbad entwickelte sich der Kurbetrieb. Zahlreiche Kliniken und Gesundheitseinrichtungen siedelten sich an. Sie bieten in der ländlichen Umgebung ein durchaus spezialisiertes Angebot. Wie in vielen anderen Kurorten haben sich die Strukturen des Kurbetriebs verändert. Sie haben zahlreiche Lücken zurückgelassen. Auf dem Weg diesen Strukturwandel zu bewältigen, kann die Landesgartenschau 2026 helfen. Mit einem  großen Kurpark entlang des Flusses Ilmenau bietet Bad Bevensen gute Voraussetzungen dafür.

Wasserfontänen im Vordergrund
Im Zentrum von Bad Bevensen mit Blick auf die Dreikönigskirche (Foto: Grafik-Sektor Immobilien & Werbung, Copyrighted free use, via Wikimedia Commons)

Landesgartenschauen in Niedersachsen

Bereits in den 1980er Jahren gab es erste Ausstellungen im Freiraum in Niedersachsen. Die Vorgänger der heutigen Gartenschauen wurden umgangssprachlich bereits als Landesgartenschauen bezeichnet. Die erste reguläre Niedersächsische Landesgartenschau fand im Jahr 2002 in Bad Zwischenahn statt. Danach veranstaltete Niedersachsen alle zwei Jahre eine Gartenschau. Seit 2006 laden sie nur noch alle vier Jahre Besucher*innen ein. Vor drei Jahren fand die Landesgartenschau Bad Iburg statt. Der Plan für diese Landesgartenschau stammte auch aus der Feder von A24 Landschaft. Und derzeit laufen die Vorbereitungen für die nächste Landesgartenschau. Die lockt Interessierte nächstes Jahr nach Bad Gandersheim.

Ziele der Landesgartenschau Bad Bevensen

Die Landesgartenschau 2026 soll helfen, die touristische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung von Bad Bevensen anzukurbeln. Der Kurort soll attraktiver werden. Bad Bevensen soll zu einem modernen Gesundheitsstandort werden, der neue Zielgruppen anzieht. Dafür werden nicht nur vorhandene Infrastrukturen aufgewertet und besser vernetzt. Es sollen auch neue gesundheitsorientierte Angebote für Familien und junge Menschen entstehen. Vor dem Hintergrund betrachten die Landschaftsarchitekt*innen in ihrer Studie das gesamte Stadtgebiet. Entsprechend entwickeln sie auch Ideen für die gesamte Stadt. Denn auch in Bad Bevensen soll die Landesgartenschau nicht einseitig auf Blumen ausgerichtet sein. Vielmehr spielen naturnahe Gestaltung und Überlegungen zu Klimaanpassung und -schutz eine große Rolle. Die Landesgartenschau birgt die Chance, vielfältige Vorhaben und Projekte im Sinne einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Stadt‐ und Landschaftsentwicklung anzustoßen.

Machbarkeitsstudie von A24

Das Team vom Büro A24 sieht den Raum um den Fluss Ilmenau als das prägendste Landschaftselement in Bad Bevensen an. Entsprechend rücken sie die Ilmenau in das Zentrum der Landesgartenschau. Entlang des Flusses werden drei individuelle Ausstellungsbereiche entwickelt und miteinander vernetzt. Nah am Zentrum von Bad Bevensen verwandeln sich der Kurpark und die Benecke‐Wiese zu einem wichtigen Ort. Im Ortsteil Medingen wird die Mühleninsel mit der Mühle, dem Kloster und dem Stresemann‐Institut zu einem zweiten Schwerpunkt der Gartenschau. Außerdem wird das Gelände des ehemaligen Hamburgischen Krankenhauses in die Aufwertung eingebunden. Darüber hinaus soll eine durchgängige Fuß‐ und Fahrradwegeverbindung entlang der Ilmenau entstehen.

Kein Risiko in Bad Bevensen

Wenn Bad Bevensen das Rennen für sich entscheiden kann, gibt das Land Niedersachsen eine Million Euro für den Durchführungshaushalt. Weitere fünf Millionen Euro stehen für Investitionen in Aussicht. Vor dem Hintergrund knapper Kassen, ist die Sorge um die Finanzen groß. Schon das Investment „Machbarkeitsstudie“ löste Sorgen aus. Doch auch wenn Bad Bevensen den Zuschlag für die Landesgartenschau nicht erhält, bleibt die Studie hilfreich. Das Konzept kann zusammen mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept und der Fortschreibung des Landschaftsplanes die Weiterentwicklung der Stadt lenken. Aus allen drei Konzepten kann ein Paket für eine zukunftsfähige und nachhaltige Entwicklung entstehen. Deshalb sieht der Stadtdirektor die Landesgartenschau als große Chance. Und das, trotz Corona-Krise und angeschlagener Stadtfinanzen. Er will antizyklisch investieren.

In diesem Zusammenhang auch interessant: Kommendes Jahr findet die Landesgartenschau Neuenburg 2022 im baden-württembergischen Neuenburg am Rhein statt.

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