Stadtbäume bewässern: Düsseldorf und Viersen setzen auf Baumpatenschaften gegen Hitzestress
Anhaltende Hitze und Trockenheit bringen Stadtbäume an ihre Belastungsgrenze. Während Feuerwehr und Kommunen zusätzliche Bewässerungsmaßnahmen organisieren, setzen Düsseldorf und Viersen verstärkt auf die Unterstützung der Bevölkerung. Baumpatenschaften und Regenwasser-Container sollen helfen, die grüne Infrastruktur der Städte zu erhalten.
Im Überblick
- Thema: Bewässerung und Pflege von Stadtbäumen während anhaltender Hitze- und Trockenperioden
- Ort: Düsseldorf und Viersen, Nordrhein-Westfalen
- Beteiligte: Stadt Düsseldorf, Freiwillige Feuerwehr Viersen, städtische Betriebe, BUND NRW, Bürgerinnen und Bürger
- Maßnahmen: Zusätzliche Bewässerung von Straßenbäumen, Baumpatenschaften, Bereitstellung von Regenwasser-Containern
- Ziel: Erhalt geschwächter Stadtbäume und langfristige Sicherung der städtischen grünen Infrastruktur
- Besonderheit: In Viersen unterstützt die Feuerwehr täglich die Bewässerung von rund 40 bis 50 Stadtbäumen. Düsseldorf baut gleichzeitig sein Netzwerk aus Baumpatenschaften weiter aus und fördert die Nutzung von gesammeltem Regenwasser zur Bewässerung öffentlicher Grünflächen.
Hitze setzt Stadtbäumen zunehmend zu
Anhaltende Hitze- und Trockenphasen belasten Stadtbäume zunehmend. Nach Einschätzung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben die wiederkehrenden Dürrejahre der vergangenen Jahre viele Bäume bereits geschwächt. Die aktuelle Hitzewelle verschärft die Situation zusätzlich: Blätter verfärben sich, Äste sterben ab und die Wasserversorgung der Bäume reicht vielerorts nicht mehr aus.
In Viersen unterstützen deshalb inzwischen auch Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr die städtischen Betriebe bei der Bewässerung. Täglich werden dort nach Angaben der Feuerwehr rund 40 bis 50 Bäume zusätzlich gegossen, um akute Trockenschäden zu vermeiden.
BUND empfiehlt durchdringendes Gießen
Der BUND NRW ruft Anwohnende dazu auf, Stadtbäume aktiv zu unterstützen. Entscheidend sei dabei nicht die Häufigkeit, sondern die Intensität der Bewässerung. Als Faustregel empfiehlt der Verband etwa 100 Liter Wasser pro Baum. Das Wasser sollte 20 bis 100 Zentimeter tief in den Boden eindringen, damit es die Wurzeln erreicht und den Bäumen auch während längerer Trockenperioden zur Verfügung steht.
Fachleute raten deshalb dazu, lieber seltener, dafür aber durchdringend zu gießen. Oberflächliches Wässern verdunstet schneller oder versickert lediglich in den oberen Bodenschichten und trägt kaum zur Versorgung der Wurzeln bei.
Baumpatenschaften und Regenwasser als kommunale Strategie
Neben kurzfristigen Bewässerungsmaßnahmen setzen Kommunen verstärkt auf das Engagement der Bevölkerung. In Düsseldorf bestehen derzeit rund 600 Baumpatenschaften. Patinnen und Paten übernehmen freiwillig die Pflege einzelner Straßenbäume und ihrer Baumscheiben, entfernen Müll, bepflanzen die Flächen fachgerecht und bewässern insbesondere junge Bäume während Trockenphasen.
Ergänzend fördert die Stadt seit 2023 die Nutzung von Regenwasser. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können Regenwasser-Container mit einem Fassungsvermögen von 1.000 Litern erhalten, um Niederschläge zu sammeln und das Wasser in Trockenzeiten für die Bewässerung von Bäumen und Grünflächen einzusetzen. Die Behälter können sowohl auf Privatgrundstücken als auch an ausgewählten öffentlichen Standorten genutzt werden.
Angesichts zunehmender Hitzeereignisse verdeutlichen die Initiativen in Düsseldorf und Viersen, dass der Erhalt städtischer Baumbestände immer stärker als gemeinsame Aufgabe von Kommunen, Einsatzkräften und Stadtgesellschaft verstanden wird.
















