„Stadt- und Verkehrsplanung müssen für lebenswerte Städte Hand in Hand gehen.“

Reinhard Fitz ist Head of International Business Development der Doppelmayr Seilbahnen GmbH und leitet die Entwicklung von multimodalen Mobilitätskonzepten mit Seilbahnen als integriertem Verkehrsmodus. Foto: Doppelmayr
Reinhard Fitz ist Head of International Business Development der Doppelmayr Seilbahnen GmbH und leitet die Entwicklung von multimodalen Mobilitätskonzepten mit Seilbahnen als integriertem Verkehrsmodus. Foto: Doppelmayr

Das österreichische Unternehmen Doppelmayr setzt sich weltweit für nachhaltige Mobilität ein. Doch von der tatsächlichen Mobilitätswende sind wir laut Reinhard Fitz, Head of International Business Development der Doppelmayr Seilbahnen GmbH, noch meilenweit entfernt. Wir sprachen mit ihm über die lebenswerte Stadt von Morgen und darüber, warum es für diese jetzt so dringend Führungspersönlichkeiten braucht, die vorangehen.

wenig Kapazität und viel Überzeugungsarbeit

Reinhard Fitz, wie kaum ein anderes Unternehmen steht Doppelmayr für alternative Mobilität in einer vom Kraftfahrzeug geprägten Welt. Wo stehen wir international in puncto Mobilitätswende?

International gibt es noch viel Handlungsbedarf, um die angestrebte Mobilitätswende zu ermöglichen. Viele Megastädte haben keine Zeit, eine entsprechende ÖPNV-Infrastruktur aufzubauen. Durch den täglichen Zuzug in die Städte gibt es große Herausforderungen, hier eine Mobilitätswende und einen qualitativ hochwertigen ÖPNV zu erreichen. Der Druck auf die Verkehrsinfrastruktur, insbesondere auf das Straßennetz, ist enorm. Die jährlich steigenden Verkehrszahlen stellen eine echte Herausforderung für die Infrastruktur dar. Hinzu kommt, dass die Infrastruktur oft sanierungsbedürftig ist. Daraus ergibt sich ein Dilemma. Einerseits soll der Verkehr fließen, andererseits ist der Verkehrsfluss gestört. Wir haben zu wenig Kapazität auf den Straßen. Und der öffentliche Verkehr ist nicht immer optimal ausgebaut. Wir haben also viel aufzuholen. Gerade in unserer westlichen Welt gibt es viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Insbesondere Entscheidungsträger sollten sich mit den Themen und Anforderungen der Menschen, die beispielsweise täglich pendeln, auseinandersetzen. Es fehlt eine neue, multimodale, vernetzte Mobilitätswelt. Diese zu entwickeln und voranzutreiben, aber auch zu nutzen, sollte das Ziel aller sein. Die Gewöhnung an das Auto muss reduziert und der Umstieg auf den ÖPNV attraktiver gemacht werden.

Verkehrsfluss optimieren

Was sind Ihrer Meinung nach die größten Potenziale, um den Treibhausgasausstoß im Bereich der Mobilität signifikant zu reduzieren? Wo müssen wir ran?

Rund ein Fünftel der Emissionen sind mobilitätsbedingt. Hier gilt es, den Ausbau des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs schneller und intelligenter voranzutreiben. Der Individualverkehr, der rund 60 Prozent der Emissionen im europäischen Verkehrssektor verursacht, muss deutlich reduziert werden. Gleichzeitig sollten effiziente und gut vernetzte Verkehrsmittel wie Bahn, Straßenbahn, Bus und neue Verkehrslösungen besser aufeinander abgestimmt werden. Es lohnt sich immer, in zusätzliche Infrastruktur zu investieren und deren Attraktivität zu steigern. Natürlich muss man sich fragen: Womit bin ich unterwegs? Nehme ich den Dieselbus oder fahre ich elektrisch? Die Treibhausgase fangen nicht erst in der Betriebsphase an, sondern schon vorher. Um es kurz zu machen: Jeder Beitrag zählt. Damit meine ich auch den bei Fußgänger*innen und Radfahrer*innen, und deren kleinstmöglichen Fußabdruck. Die Fahrten mit dem Fahrrad oder Roller und die damit verbundenen letzten Meilen sind durch deren Mitnahme im öffentlichen Verkehr sicherzustellen. Eine Konzentration auf den öffentlichen Verkehr würde die Straßen entlasten.

Damit können wir den Lebensraum Stadt aufwerten. Es würde die Lebensqualität deutlich erhöhen, wenn in der Stadt attraktive Angebote vorhanden wären. Ein weiterer Steuerungshebel hängt direkt mit dem Energiepreis und mit der CO2-Bepreisung zusammen. Wenn der Energiepreis steigt, ändert sich das ein oder andere Mobilitätsverhalten. Nicht mehr jede Fahrt würde mit dem Auto gemacht werden. Gleichzeitig hätte man bei strengeren Emissionsvorschriften auch die Möglichkeit, nicht jedes Fahrzeug in die Innenstädte fahren zu lassen. Der Einsatz von intelligenten Verkehrssteuerungssystemen, die den Verkehrsfluss optimieren, hilft dabei, Staus zu reduzieren und dadurch den CO2-Ausstoß minimieren. Es ist diese Kombination aus regulatorischen, technologischen und infrastrukturellen Verbesserungen, die mit Sicherheit Veränderungen in der öffentlichen Wahrnehmung auslösen und das Verhalten der Menschen beeinflussen wird.

Die Öffentlichkeit muss Interesse haben

Wie mutig sind politische Entscheidungsträger*innen Ihrer Meinung nach im Bereich Mobilität?

Viel zu wenig. Wir reden alle von der Mobilitätswende, vom Klimawandel und von Maßnahmen gegen den Klimawandel. Wie lange wollen wir noch zuwarten? Oder trauen wir uns endlich, erste Schritte in Angriff zu nehmen? Wir müssen jetzt handeln und Fakten schaffen, um loslegen zu können. In Europa sind die politischen Entscheidungswege aufgrund der demokratischen Verhältnisse länger. Das ist auch gut so. Aber es braucht Führungspersönlichkeiten, die vorangehen und sagen: „Wir verändern etwas zum Positiven“. Durch eine transparente und offene Kommunikation mit der Bevölkerung sollte das möglich sein. Ich bin überzeugt, wenn das öffentliche Interesse überwiegt, dann muss die Durchsetzbarkeit schneller da sein.

Artenvielfalt und hochwertige Ökologie

Wer sich für die Mobilitätswende einsetzt, engagiert sich zugleich für Klimaanpassungsmaßnahmen. Hier leistet Doppelmayr in den Metropolen dieser Welt einen wertvollen Beitrag. Gleichzeitig setzt das Unternehmen eine große Zahl an Projekte in Skigebieten – und damit schützenswerten Naturgebieten im hochalpinen Raum – um. Hakt hier nicht die Corporate Social Responsibility?

Auf den ersten Blick mag das so erscheinen. Wir bei Doppelmayr sind uns bewusst, dass jede neue Infrastruktur, die man in die Natur setzt, ein Eingriff ist. Die Sehnsuchtsregionen sind da und sie ziehen viele Menschen an. Meistens haben wir dort bereits gut entwickelte Tourismusdestinationen. Das heißt, es sind prosperierende Wirtschaftsregionen. Die lokale Bevölkerung würde sicherlich vor einer Herausforderung stehen, wenn der Tourismus wegbrechen würde. Ich sehe die Seilbahn als Infrastruktureinrichtung. Und die Funktion der Seilbahn als Erschließer dieser alpinen Räume für die Nutzung dieser alpinen Räume. Wir sind uns der Verantwortung bewusst, dass man in diesem sensiblen Bereich einen sehr kleinen Fußabdruck hinterlassen sollte. Und genau darauf konzentrieren wir uns gemeinsam mit unseren Kunden. Ziel ist es, so wenig Eingriffe wie möglich in die Natur zu tätigen. Wird ein Projekt gebaut, ist es naturschutzrechtlich vorgeschrieben, den Ist-Zustand nicht zu verschlechtern, bzw. durch eingriffsreduzierende Ersatzmaßnahmen die Flächeninanspruchnahme zu kompensieren und vorab vereinbarte Schutzziele einzuhalten. Das bedeutet, dass sich die Landschaft nach dem Eingriff sehr schnell erholen kann. Eine hochwertige Ökologie und die Artenvielfalt müssen vorhanden sein und im Interesse aller liegen.

Flächen für die Mobilität

Doppelmayr baut aber auch Automated People Mover wie den Cable Liner®. Die Eröffnung eines entsprechenden AirTrains in Newark New Jersey, USA, ist für 2029 geplant. Blicken wir nochmal gesondert auf die USA. In puncto alternative Mobilitätslösungen scheint das Land nur sehr langsam voranzukommen, stößt aber mit China und der EU die meisten Treibhausgase aus. Wie schätzen Sie die Verkehrswende in den USA ein? Insbesondere im Vergleich zu China?

Die USA sind kein Vorreiter in Sachen ÖPNV, aber das ist historisch bedingt. In den Großstädten wie New York, Los Angeles oder San Francisco gibt es sicherlich Bestrebungen. Und da werden auch relativ schnell Veränderungen herbeigeführt. Das kommt auch von dem Druck, dass sie die benötigten Transportkapazitäten nicht mehr haben. Aber das föderale System und zum Teil auch politische Differenzen in den USA behindern dies.

China hat sehr schnell durchsetzbare Regulierungen und das ist der differenzierende Unterschied. Die USA setzt auf technologische Innovationen und neue Mobilitätsdienstleistungen. Die Straßen sind jetzt schon überlastet. Da wird es keine wesentliche Entlastung geben. Die Attraktivität wird nicht steigen, die Stauzeiten werden nicht sinken. Pendler*innen werden immer das Verkehrsmittel wählen, das sie am schnellsten von A nach B bringt. Und das hat China mit seiner Verkehrs- und Stadtplanung schon einiges gut gemacht, mit dem weltweit am schnellsten wachsenden städtischen Hochgeschwindigkeitsbahnnetz sehr schnell Überlandverbindungen zu realisieren und Flächen für Mobilität zu reservieren – ohne Wenn und Aber.

Ziele vereinen

Zwischen 2030 und 2050 sollen jährlich an die 250 000 Menschen weltweit in Folgen des Klimawandels – unter anderem extreme Hitze – sterben. Sie sind mit Doppelmayr extrem viel in den Metropolen dieser Welt unterwegs. Welche Systeme, Innovationen, Strategien würden Sie gerne mehr in internationalen Städten sehen?

Ich bin für mehr Grün und Wasser als betonierte Flächen. Grünflächen und Windschneisen sind in der Stadt unbedingt erforderlich. Windschneisen, dass der Wind die Stadt durchlüften kann. Die Hitze raus und die Kälte aus dem Umland rein. Vor allem das Ausblasen des Smogs ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt, um eine bessere Luftqualität zu erreichen. Dazu braucht es aber auch das Wissen in den Städten. Wo sind die Hitze-Hotspots? Da muss man die versiegelten Flächen auflockern, Dach- und Fassadenbegrünung reinbringen, um den Wärmestau und die Luftqualität zu verbessern. Dann sehe ich Chancen in der strategischen Ausrichtung einer Stadt. Stadt- und Verkehrsplanung gehen Hand in Hand. Bisher wurden die beiden Disziplinen getrennt betrachtet. Das kann in Zukunft nicht mehr so sein. Wir brauchen ein gemeinsames Vorgehen, um gerade hier eine kohärente und nachhaltige Entwicklung zu beschleunigen. Die Widmung von Flächen für unterschiedliche, auch gemischte Nutzungen wird immer wichtiger. Wie gehe ich mit den Ressourcen, mit den Flächenressourcen richtig um? Wem gebe ich welchen Anteil? Mobilität ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Da kann die Seilbahn mit einem kleinen Fußabdruck am Boden helfen. Unterhalb der Seilbahn können wir die Grünflächen bestehen lassen und haben somit keine Bodenversiegelung. Die Seilbahntrasse und -strecke kann gleichzeitig auch als Wind- und Kühlkorridor mitgedacht und -geplant werden. So werden mehrere Ziele miteinander vereint.

Kurzvita

Reinhard Fitz ist Head of International Business Development der Doppelmayr Seilbahnen GmbH und leitet die Entwicklung von multimodalen Mobilitätskonzepten mit Seilbahnen als integriertem Verkehrsmodus. Er verfügt über 25 Jahre Erfahrung in der Doppelmayr Gruppe, angefangen vom Projektingenieur bis hin zum Key-Accounter, und ist spezialisiert in Projektentwicklung, Projekt- und Kommunikationsmanagement bei urbanen Infrastrukturprojekten und Projekten mit komplexen Projektanforderungen.

Doppelmayr Gruppe

Die Doppelmayr Gruppe repräsentiert insbesondere Qualitäts-, Technologie- und Marktführerschaft im Bau von Seilbahnsystemen für den Personen- und Materialtransport sowie hochtechnologischer Intralogistik-Lösungen. Das Unternehmen blickt auf eine 130-jährige Geschichte und auf ein Jahrhundert an Erfahrung in der Planung, Entwicklung, Konstruktion, Produktion und Bau von Seilbahnen zurück. Diese bewährte Technologie und die damit erzielte Zuverlässigkeit trägt dazu bei, dass die Seilbahn eine beliebte und leistungsstarke Mobilitätslösung geworden ist – in Ski- und Ausflugsgebieten sowie in Städten weltweit.

 

www.doppelmayr.com

 

Dieses Interview ist Teil der Beat the Heat Initiative, die Doppelmayr supportet. Mehr zu Beat the Heat erfahren Sie hier.

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Digital-first Genehmigungsverfahren – vom Antrag zum Algorithmus

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Eine belebte Zürcher Stadtstraße mit zahlreichen Autos und Hochhäusern, fotografiert von Bin White

Städte, die Genehmigungen noch auf Papier stempeln, könnten bald so aus der Zeit fallen wie Telefonzellen im Smartphone-Zeitalter. Denn digitale Genehmigungsverfahren krempeln den urbanen Alltag um: Vom Bauantrag bis zur Baugenehmigung, von der Bürgerbeteiligung bis zur Algorithmus-getriebenen Entscheidung – alles läuft digital, schnell und (theoretisch) transparent ab. Aber wie nahe sind Deutschland, Österreich und die Schweiz wirklich an diesem Paradigmenwechsel? Und warum ist das Thema nicht nur eine Frage von Effizienz, sondern von Macht, Kultur und nachhaltiger Stadtentwicklung?

  • Erklärung des Begriffs „Digital-first Genehmigungsverfahren“ und warum er die Planungswelt herausfordert.
  • Analyse der technischen Grundlagen: Datenplattformen, Schnittstellen, Künstliche Intelligenz und Automatisierung.
  • Einblick in Best-Practice-Beispiele aus Europa und internationalen Metropolen.
  • Relevanz für nachhaltige Stadtentwicklung, Klimaresilienz und Partizipation.
  • Herausforderungen: Rechtliche Rahmenbedingungen, Datenschutz, Schnittstellenprobleme, Akzeptanz.
  • Rolle von Planern, Verwaltung und Softwareanbietern im digitalen Wandel.
  • Chancen durch mehr Transparenz, schnellere Verfahren und neue Beteiligungsmodelle.
  • Risiken durch Kommerzialisierung, algorithmische Verzerrung und den Verlust planerischer Kontrolle.
  • Strategien für die erfolgreiche Implementierung im deutschsprachigen Raum.
  • Abschließende Bewertung, Ausblick und Handlungsimpulse für Fachleute.

Digital-first Genehmigungsverfahren: Von der Papierakte zum Algorithmus

Genehmigungsverfahren waren jahrzehntelang der Inbegriff für bürokratische Langsamkeit und analoge Beharrlichkeit. Wer je einen Bauantrag in fünffacher Ausfertigung, mit handschriftlichen Unterschriften und Siegelstempeln auf den Weg gebracht hat, kennt das berühmte Gefühl: Warten auf den Eingangsstempel, bangen um die Lesbarkeit der Pläne, hoffen auf den wohlwollenden Sachbearbeiter. Doch die Zeiten ändern sich – und mit ihnen die Erwartungen an Verwaltung, Effizienz und Transparenz. Das Schlagwort „Digital-first“ ist längst kein Buzzword mehr, sondern politische Zielvorgabe. Im Zentrum steht die Digitalisierung sämtlicher Genehmigungsprozesse, von der Antragstellung über die Prüfung bis zur Bescheidzustellung.

Doch was bedeutet das konkret? Im Kern beschreibt ein Digital-first-Genehmigungsverfahren die konsequente Digitalisierung aller Schritte, die zur Erteilung einer Genehmigung nötig sind. Das beginnt bei der Online-Einreichung von Anträgen und reicht bis zur algorithmisch unterstützten Bewertung und automatischen Bescheid-Erstellung. Die Vision: Eine vernetzte Datenplattform, die alle relevanten Informationen bündelt, Schnittstellen zu anderen Behörden öffnet und sowohl Planern als auch Bürgern Echtzeit-Einblick ermöglicht. Dabei geht es nicht nur um Geschwindigkeit, sondern auch um Qualität und Nachvollziehbarkeit der Entscheidungen.

Die Grundlagen dafür sind anspruchsvoll. Neben leistungsfähigen IT-Infrastrukturen braucht es standardisierte Datenformate, sichere Authentifizierung, digitale Signaturen und – nicht zuletzt – klare gesetzliche Rahmenbedingungen. In der Praxis kommt es häufig auf die Schnittstellen an: Nur wenn Bauämter, Umweltbehörden, Feuerwehren, Versorger und externe Gutachter über digitale Workflows verbunden sind, kann der Traum vom durchgängig digitalen Verfahren Wirklichkeit werden. Und hier wird es spannend – denn die Realität in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist noch bunt gemischt.

Während in Estland oder Singapur digitale Genehmigungen längst in wenigen Tagen erteilt werden, kämpfen deutschsprachige Kommunen oft noch mit Insellösungen, Medienbrüchen und Papierarchiven. Dabei wäre das Potenzial riesig: Schnellere Verfahren könnten die Wohnungsbaukrise entschärfen, digitale Beteiligung die Akzeptanz von Projekten erhöhen und algorithmische Analysen die Stadtentwicklung nachhaltig verbessern. Doch zwischen Vision und Wirklichkeit klafft noch eine Lücke, die mit Technik allein nicht zu schließen ist.

Im Zentrum des Wandels stehen nicht nur neue Tools, sondern ein verändertes Verständnis von Planung und Verwaltung. Der Übergang zum Digital-first-Prinzip fordert tradierte Rollen heraus, verlangt neue Kompetenzen und stellt die Frage: Wer kontrolliert künftig die Entscheidungsprozesse – menschliche Fachleute oder automatisierte Systeme?

Technische Grundlagen: Datenplattformen, Schnittstellen und KI im Genehmigungsprozess

Der technische Unterbau digitaler Genehmigungsverfahren ist komplex – und zugleich faszinierend. Im Zentrum steht meist eine zentrale Datenplattform, die als „Single Source of Truth“ für alle am Verfahren Beteiligten dient. Hier laufen sämtliche Informationen, Dokumente, Pläne und Stellungnahmen zusammen. Moderne Systeme setzen auf offene Schnittstellen (APIs), die den Datenaustausch zwischen verschiedenen Fachanwendungen ermöglichen – von der Bauleitplanung über Umweltverträglichkeitsprüfungen bis zum Katasteramt. Ziel ist es, Medienbrüche zu vermeiden und einen kontinuierlichen digitalen Workflow zu schaffen.

Ein entscheidender Baustein sind standardisierte Datenformate. Building Information Modeling (BIM) etwa ermöglicht es, Bauprojekte als digitale Zwillinge abzubilden – mit allen relevanten Attributen, von der Statik über die Energieeffizienz bis zur Barrierefreiheit. Wenn diese Modelle in die Genehmigungsplattform integriert werden, lassen sich Prüfungen automatisieren: Der Algorithmus erkennt Abweichungen, prüft Mindestabstände, berechnet Verschattungen und kontrolliert Brandschutzauflagen. Das Resultat: Fehler werden früh erkannt, Nachfragen reduziert und der gesamte Prozess beschleunigt.

Künstliche Intelligenz (KI) spielt in neuesten Systemen eine immer größere Rolle. Sie kann Anträge kategorisieren, Risiken bewerten, Prognosen erstellen und sogar Beteiligungsverfahren moderieren. In einigen Pilotprojekten kommen intelligente Chatbots zum Einsatz, die Antragsteller durch den Dschungel der Anforderungen lotsen. Andere nutzen Natural Language Processing (NLP), um Freitext-Eingaben zu analysieren und mit Regelwerken abzugleichen. Die Zukunft könnte darin liegen, dass KI-basierte Systeme nicht nur prüfen, sondern auch Vorschläge für Optimierungen machen – etwa zur Flächennutzung, Klimaanpassung oder Begrünung.

Datensicherheit und Datenschutz sind dabei zentrale Herausforderungen. Genehmigungsverfahren betreffen sensible Informationen, von Grundstücksdaten über persönliche Angaben bis zu kritischen Infrastrukturen. Die Systeme müssen höchsten Anforderungen an IT-Sicherheit genügen, rollenbasierte Zugriffsrechte implementieren und transparente Protokollierungen gewährleisten. Hier zeigt sich, dass Technik und Recht Hand in Hand gehen müssen – denn die Digitalisierung darf nicht zum Risiko für Privatsphäre oder Gemeinwohl werden.

Schließlich ist auch die Nutzerfreundlichkeit entscheidend. Komplexe Plattformen schrecken Antragsteller und fachfremde Beteiligte schnell ab. Erfolgreiche Systeme setzen daher auf intuitive Oberflächen, klare Anleitungen und Echtzeit-Feedback. Die besten Lösungen entstehen dort, wo Softwareentwickler, Planer und Verwaltungspraktiker von Beginn an zusammenarbeiten und iterative Verbesserungen zulassen.

Best Practices und internationale Vorbilder: Was wir lernen können

Ein Blick über den deutschen Tellerrand zeigt: Digitale Genehmigungsverfahren sind keine Utopie, sondern vielerorts bereits gelebter Alltag. Estland gilt als Pionier – hier werden Bauanträge zu über neunzig Prozent digital eingereicht und bearbeitet. Das System basiert auf einer landesweiten E-Government-Plattform mit offenen Schnittstellen zu Kataster, Umweltbehörden und Versorgern. Der Clou: Alle Beteiligten greifen auf denselben Datenstand zu, Medienbrüche gibt es praktisch nicht mehr. Die Bearbeitungszeit ist drastisch gesunken, Fehlerquoten ebenso.

Singapur setzt mit seiner Plattform CORENET X Maßstäbe. Anträge werden vollständig digital abgewickelt, BIM-Modelle sind Pflicht, Prüfprozesse laufen algorithmisch unterstützt ab. Besonders interessant: Das System priorisiert kritische Projekte, erkennt Engpässe und schlägt Lösungen vor. Zudem ist die Plattform für Bürger offen – Transparenz ist ausdrücklich gewollt. Helsinki wiederum nutzt digitale Verfahren, um Beteiligungsprozesse zu stärken. Bürger können sich an Planungsverfahren online beteiligen, Simulationen ansehen und Feedback geben. Auch hier sind offene Daten und Schnittstellen der Schlüssel zum Erfolg.

Im deutschsprachigen Raum gibt es erste vielversprechende Ansätze. Hamburg testet im Rahmen des „Digitalen Bauantrags“ eine vollständige Prozesskette – von der Einreichung über die Fachprüfung bis zum digitalen Bescheid. Die Verknüpfung mit BIM-Daten ist in Vorbereitung, Schnittstellen zu Fachbehörden werden sukzessive erweitert. München und Köln setzen auf Urban Data Platforms, um verschiedene Fachverfahren zu integrieren. Zürich nutzt digitale Workflows, um Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und Transparenz zu erhöhen.

Wichtig ist: Erfolgreiche Systeme basieren meist auf offenen, modularen Architekturen. Proprietäre Insellösungen stoßen schnell an Grenzen – sowohl technisch als auch organisatorisch. Interoperabilität, Skalierbarkeit und die Möglichkeit, neue Funktionen problemlos zu integrieren, machen den Unterschied. Zudem zeigt sich, dass die Einbindung von Nutzern – Planern, Antragstellern, Bürgern – von Anfang an entscheidend ist. Nur wer die Bedürfnisse aller Akteure versteht, kann Prozesse wirklich verbessern.

Die besten Beispiele zeigen außerdem, dass Transparenz kein Luxus, sondern Erfolgsfaktor ist. Offene Daten, nachvollziehbare Prozesse und verständliche Kommunikation schaffen Vertrauen – und erhöhen die Akzeptanz neuer Verfahren. Hier liegt für deutsche, österreichische und schweizerische Städte noch viel Potenzial, aber auch eine Herausforderung: Der Kulturwandel muss aktiv begleitet werden, sonst bleibt die Technik wirkungslos.

Chancen, Risiken und die neue Rolle der Planer

Digitale Genehmigungsverfahren versprechen viel – und tatsächlich sind die Chancen enorm. Schnellere Prozesse können die Planungs- und Bauwirtschaft entlasten, den Wohnungsbau beschleunigen und Investitionen fördern. Mehr Transparenz macht Entscheidungen nachvollziehbar, reduziert Konflikte und stärkt die Legitimität. Intelligente Analysen eröffnen neue Möglichkeiten für nachhaltige Stadtentwicklung: Klimaaspekte, Mobilität, soziale Infrastruktur können frühzeitig integriert und optimiert werden. Beteiligung wird leichter zugänglich, da Simulationen und Visualisierungen komplexe Sachverhalte anschaulich machen.

Doch es gibt auch Risiken, die nicht unterschätzt werden dürfen. Wer die Verfahren ausschließlich auf Effizienz trimmt, läuft Gefahr, Qualität und Sorgfalt zu verlieren. Algorithmische Entscheidungen sind nur so gut wie die Daten und Regeln, auf denen sie basieren. Kommerzialisierung droht, wenn proprietäre Softwareanbieter zu viel Einfluss auf Standards und Prozesse bekommen. Und nicht zuletzt besteht die Gefahr einer Entfremdung: Wenn Planer, Bürger und Verwaltung die Kontrolle über die digitalen Systeme verlieren, droht das Verfahren zur Black Box zu werden – mit allen Risiken für Demokratie und Gemeinwohl.

Die Rolle der Planer wandelt sich grundlegend. Sie werden zu Datenkuratoren, Moderatoren digitaler Verfahren und Übersetzern zwischen Technik, Recht und Gesellschaft. Neue Kompetenzen sind gefragt: Datenkompetenz, technisches Verständnis, kommunikative Fähigkeiten. Wer sich auf die neuen Prozesse einlässt, kann Planung aktiv mitgestalten – und verhindern, dass Algorithmen zum alleinigen Entscheidungsträger werden. Gleichzeitig bleibt der Mensch unverzichtbar: Digitalisierung kann Routineaufgaben automatisieren, aber nicht die Kreativität, Erfahrung und das Fingerspitzengefühl ersetzen, das gute Planung ausmacht.

Für Verwaltungen bedeutet der Wandel eine enorme Herausforderung. Fachkräfte müssen geschult, Prozesse neu gedacht, rechtliche Rahmenbedingungen angepasst werden. Datenschutz, IT-Sicherheit und Zugänglichkeit sind Dauerbaustellen. Wichtig ist, dass Digitalisierung nicht als reines IT-Projekt betrachtet wird, sondern als umfassender Transformationsprozess: Kultur, Organisation und Technik müssen zusammenspielen. Hier zahlt sich Partizipation aus – nicht nur bei der Bürgerbeteiligung, sondern auch intern. Wer die Mitarbeiter frühzeitig einbindet, Ängste adressiert und Erfolgserlebnisse sichtbar macht, erhöht die Erfolgschancen erheblich.

Abschließend gilt: Digitale Genehmigungsverfahren sind nicht das Allheilmittel für alle Probleme der Stadtentwicklung. Sie sind ein Werkzeug – und wie jedes Werkzeug müssen sie klug eingesetzt werden. Die Zukunft gehört denen, die Technik, Recht und Gestaltungskraft verbinden, offen für Neues bleiben und den Mut haben, Prozesse radikal neu zu denken.

Strategien für die erfolgreiche Implementierung: Was Städte jetzt tun müssen

Die Einführung digital-first Genehmigungsverfahren ist kein Spaziergang, sondern ein anspruchsvolles Großprojekt, das Strategie, Durchhaltevermögen und Offenheit für Veränderung erfordert. Der erste und vielleicht wichtigste Schritt ist die Bestandsaufnahme: Wo stehen wir technisch, organisatorisch und rechtlich? Welche Verfahren lassen sich kurzfristig digitalisieren, welche benötigen grundlegende Prozessanpassungen? Häufig empfiehlt sich ein gestuftes Vorgehen: Pilotprojekte für klar umrissene Antragsarten, enge Einbindung aller Beteiligten und regelmäßige Evaluationen.

Standardisierung ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Einheitliche Datenformate, klare Schnittstellenstandards und offene Architektur sind die Basis für Skalierbarkeit und Interoperabilität. Dabei sollten Städte und Kommunen nicht im Alleingang agieren, sondern sich zu Netzwerken zusammenschließen – national wie international. Erfahrungsaustausch, gemeinsame Entwicklung von Lösungen und offene Plattformen beschleunigen den Fortschritt und verhindern teure Insellösungen. Bund und Länder sind gefordert, rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die Innovationen ermöglichen und Sicherheit bieten.

Ein weiterer Schlüssel liegt in der Qualifizierung der Mitarbeiter. Digitalkompetenz muss zur Selbstverständlichkeit werden – nicht nur in der IT-Abteilung, sondern in allen Fachbereichen. Schulungen, Lernplattformen und der Austausch mit anderen Kommunen helfen, Unsicherheiten abzubauen und Motivation zu schaffen. Gleichzeitig sollten digitale Verfahren nicht über die Köpfe der Nutzer hinweg entwickelt werden. Nutzerzentrierte Gestaltung, regelmäßiges Feedback und die Bereitschaft, auf Kritik einzugehen, sind unverzichtbar.

Partizipation ist auch auf der Ebene der Bürger wichtig. Digitale Beteiligungstools, offene Daten und verständliche Visualisierungen machen komplexe Verfahren zugänglich und fördern das Vertrauen in digitale Prozesse. Städte sollten bewusst Transparenz schaffen, Erklärungen anbieten und Beteiligungsmöglichkeiten niedrigschwellig gestalten. Hier können internationale Vorbilder als Inspiration dienen – aber jede Stadt muss ihren eigenen Weg finden, der zur lokalen Kultur und den Bedürfnissen der Menschen passt.

Abschließend sollten Städte und Kommunen Mut zur Innovation zeigen. Fehler gehören zum Lernprozess, Perfektion ist selten von Anfang an erreichbar. Wer offen experimentiert, Erfahrungen teilt und Erfolge sichtbar macht, wird langfristig von besseren, schnelleren und gerechteren Genehmigungsverfahren profitieren. Die digitale Transformation ist kein Ziel, sondern ein fortlaufender Prozess – und sie beginnt jetzt.

Fazit: Vom Antrag zum Algorithmus – das neue Selbstverständnis der Planung

Digitale Genehmigungsverfahren sind weit mehr als eine technische Spielerei oder ein Mittel zur Effizienzsteigerung. Sie markieren einen grundlegenden Wandel im Selbstverständnis von Stadtplanung, Verwaltung und Beteiligung. Vom Bauantrag, der noch handschriftlich im Amtszimmer gestempelt wurde, bis zum algorithmisch unterstützten Bescheid – der Weg ist weit, aber lohnend. Denn im Idealfall steht am Ende ein System, das Planung schneller, transparenter und nachhaltiger macht, ohne die Qualität zu opfern oder die Kontrolle aus der Hand zu geben.

Die größten Herausforderungen liegen nicht in der Technik, sondern in der Kultur, der Organisation und dem rechtlichen Rahmen. Wer hier mutig vorangeht, Standards setzt und offen für Zusammenarbeit bleibt, wird sich einen entscheidenden Vorsprung verschaffen. Die Rolle der Planer wandelt sich: Sie werden zu Gestaltern digitaler Prozesse, zu Vermittlern zwischen Mensch und Maschine, zu Treibern einer neuen Planungskultur.

Die Risiken sind real: Kommerzialisierung, algorithmische Verzerrung, Verlust der Kontrolle. Doch wer diese Herausforderungen aktiv angeht, kann sie meistern und die Chancen nutzen. Es geht nicht darum, den Menschen durch Technik zu ersetzen, sondern das Beste aus beiden Welten zu verbinden. Planung wird dadurch nicht einfacher, aber vielfältiger, schneller und – mit etwas Glück – auch gerechter.

Die Zukunft der Stadt ist digital – aber sie bleibt gestaltbar. Wer jetzt klug investiert, partizipativ arbeitet und die Technik als Werkzeug begreift, wird erleben, dass Genehmigungsverfahren nicht länger das Nadelöhr der Stadtentwicklung sind. Sondern der Beschleuniger für Innovation, Nachhaltigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Willkommen im Zeitalter der Echtzeitplanung – vom Antrag zum Algorithmus.

Wettbewerbsergebnisse im Januar 2021

Advertorial Artikel Parallax Article

Interessiert an aktuellen Wettbewerbsergebnissen der Landschaftsarchitektur, aber kaum Zeit sich diese richtig anzuschauen? In der Wettbewerbsübersicht der G+L informiert Heike Vossen regelmässig über die spannendsten Wettbewerbe. Hier die ersten Wettbewerbsergebnisse im Januar 2021.

Stadtplatz Schlüchtern; 1. Preis foundation 5+ landschaftsarchitekten und planer, Kassel

 

Alle Bilder: foundation 5+ landschaftsarchitekten

Der Siegerentwurf bietet mit großzügiger Grundgestalt, klaren Raumfolgen und flexibler Möblierung einen Stadtplatz der vielfältigen Möglichkeiten für den hessischen Luftkurort Schlüchtern. Zwei Pole umfassen die zentrale freie Mitte: im Westen das niveaugleich Wasserspiel, im Osten ein dichter zweireihiger Baumhain aus Amberbäumen mit vorgelagertem Podest. Im Süden trennt sich der Verkehrsraum räumlich signifikant ab vom zentralen Platzbereich, durch eine Wasserrinne mitsamt begleitender lockeren Reihe aus Blauglockenbäumen. Um die Platzfläche vielfältig nutzen zu können, entwickelten die Planer*innen ein flexibles Möblierungskonzept aus einzelnen Podestelementen. Die Elemente entwickeln sich aus dem Hauptpodest heraus, lassen sich zu einer zusammenhängenden Bühne im Format 5 x 10 Meter zusammenfügen oder unterschiedlich kombinieren zu Tribüne, Sitzskulptur, Freiform oder mehreren Kleinbühnen. Die Platzfläche erstreckt sich barrierefrei zwischen den umstehenden Gebäuden und ist durchgängig mit einem großformatigen Betonsteinpflaster belegt.

Touristischen Infrastruktur in Simmerath-Rurberg; 1. Preis SOWATORINI Landschaft, Bochum

 

Alle Bilder: SOWATORINI Landschaft

Die Wettbewerbsergebnisse von Dezember 2020 finden Sie hier.

Mit einfachen Mitteln schafft es der Siegerentwurf, die Qualitäten vor Ort herauszuarbeiten, und zu „außergewöhnlichen Bildern zu verdichten“, so die Jury. Aufgabe war es, das touristische Potential des Eifelortes als Tor zum Nationalpark kenntlich zu machen, und dabei die Erlebnis- und Aufenthaltsqualität am Ufer des Rursees zu steigern. Basis des Entwurfs bildet ein niedriger Wasserstand des Hauptsees samt eingestautem Badesee; Leitidee ist die trennende Horizontale von Wasserstand und Dammkörper in eine Wasser-Welt und Wiesen-Welt, ein Spiel mit Horizont und Kulisse. Entsprechend dominieren Bäume und Waldatmosphäre oberhalb der Dammkrone und die Verfasser schaffen vielfältige Naturerlebnisräume, um dem Ort gerecht zu werden. Die Erschließung erfolgt in U-Form und sieht eine gleichberechtigte Nutzung des Uferdammes von PKWs, Radfahrer*innen und Fußgänger*innen im Sinne von shared space vor. Wichtige Orte befreien die Verfasser gänzlich vom ruhenden Verkehr und stärken damit Radfahrer*innen und Fußgänger*innen, die Dammkrone kennzeichnen sie als metallglänzende Landmarke.

Rheinpromenade Königswinter; 1. Preis Lohaus Carl Köhlmos, Hannover

 

Pläne: Lohaus Carl Köhlmos; Visualisierungen: David Willner

Die Wettbewerbsergebnisse von Dezember 2020 finden Sie hier.

Eine Panoramapromenade vor der imposanten Kulisse des Siegengebirges: Eine schlichte, kraftvolle Gestaltsprache kennzeichnet den Siegentwurf für die Umgestaltung der Rheinpromenade in Königswinter. Er greift die aus der Altstadt kommenden Achsen auf und entwickelt daraus ein solides Raumgerüst. Herzstück der Promenade bildet der Panoramaplatz auf der Südseite. Die Fläche weitet sich zur Altstadt und verknüpft sich mit dieser über einen einheitlichen Belag. Im Norden markieren Rheinbalkon und Café den Stadteingang und Zugang zur Rheinpromenade. Die Rheinallee wird zur Fahrradstraße umgewidmet, gesäumt von einem dreireihigen Lindenbaumdach. Einmündende Gassen unterbrechen und rhythmisieren die Allee. Sie lenken die Blicke, ermöglichen Einblicke in die Altstadt und bilden Fenster zum Rhein. Ein sogenanntes Rheinsofa begleitet rheinseitig die Allee – als Sitz- und Liegeelement überbrückt es den Höhenunterschied zum tiefer gelegenen Uferweg.

Die Wettbewerbsergebnisse von Dezember 2020 finden Sie hier.

Hier finden Sie weitere Wettbewerbsergebnisse im Januar 2021.