BIERBAUM.AICHELE.landschaftsarchitekten: Mainufer Frankfurt an der Ruhrorter Werft

Wiederverwendete Materialien, wie das Großsteinpflaster, tragen zur Reduktion von CO2-Emissionen bei und erhalten gleichzeitig historische Elemente der ehemaligen Werft. © BIERBAUM.AICHELE.landschaftsarchitekten

Oasen sind im allgemeinen Sprachverständnis kleine Vegetationsflächen an einer Quelle oder Wasserstelle umgeben von lebensfeindlicher Wüste. Übertragen auf unsere modernen Großstädte heben sich Grünoasen von den versiegelten Gebäude- und Infrastrukturflächen ab und lassen Stadtbewohner*innen aufatmen. Und das im doppelten Sinne: Einerseits als Orte des Rückzugs und der freien Aneignung im Grünen, andererseits auch durch die klimatischen Effekte der Abkühlung und Beschattung. In diesem Sinne ist der Mainuferabschnitt an der der ehemaligen Ruhrorter Werft eine Grünoase im besten Sinne. Im Folgenden stellt das Büro BIERBAUM.AICHELE.landschaftsarchitekten sein Projekt selbst vor. 

Vom Industrieareal zur Grünoase

Lange Zeit waren die industriell genutzten und dann brachgefallenen Flächen der Ruhrorter Werft kaum nutzbar und alles andere als ein einladender Ort. Mit der dynamischen Stadtentwicklung im Osten Frankfurts rückte das Areal aber verstärkt in den Fokus. Das übergeordnete Ziel der Stadt Frankfurt war es, den Bürger*innen und Bürgern diesen Teil des Mainufers als Park- bzw. Erholungsfläche zurückzugeben. Mit der Umgestaltung der Ruhrorter Werft zu einer öffentlichen Grünfläche konnten zudem die beiden übergeordneten Grünverbindungen, die Mainuferpromenade und der Frankfurter Grüngürtel miteinander verbunden werden.

Grünoase im heterogen Stadtraum

Das neuzugestaltende Areal brachte besondere Herausforderungen mit sich, denn hier begegnen, kreuzen und berühren sich die verschiedensten Anforderungen und Nutzungen. Die Deutschherrnbrücke überschirmt darüber hinaus große Teile der Flächen. In diesem heterogenen Umfeld galt es, mit der Planung eine Verbindung zu allen umliegenden Stadträumen und eine eigenständige Freianlage zu entwickeln.

Fließende Parkwege und bewegte Wiesenflächen

Der Entwurf reagierte auf diese städtebauliche Besonderheit, indem er die weitläufigen Wegenetze und Flächen des Grüngürtels zu einem Band aus fließenden Parkwegen und leicht bewegten Wiesenflächen verdichtet. Auf Höhe der Deutschherrnbrücke umspielt das faserartige Wegenetz eine Reihe von neu entstandenen Pflanzinseln mit kontrastreichen Stauden- und Gräserpflanzungen auf einer Fläche von über 1 000 Quadratmeter. Da sich die Pflanzflächen zum Teil im Schatten des Brückenbauwerks befinden, entstanden Pflanzflächen mit unterschiedlichen Standortansprüchen (Vollsonne, Halbschatten und Schatten). Als Grundlage dienten die erprobten Veitshöchheimer Staudenmischungen des Arbeitskreises Pflanzenverwendung im BdS. Im Verlauf des Jahres wechseln die Beete ihre Charakterfarben. Den bunten Blüten im Frühling folgt später eine von Blau und Weiß geprägte Phase, unter anderem durch Katzenminze, blauen und weißen Salbei oder Ehrenpreis. Anfang Juli gewinnt dann Gelb, vor allem durch die Blüten der Taglilien, Schafgarben und Mädchenaugen die Oberhand. Die in der Höhe gestaffelte Pflanzung, auch mit Lilien, Prärielilien Silberkerzen, Funkien oder Schaublatt wirkt dann unter der Bahnbrücke wie hintereinander aufgebaute Kulissen.

Kontrastreiche Begegnung: Grünzug und Frankfurter Skyline

Der durch die strukturreiche Vegetation geprägte Grünzug bildet einen starken Kontrast zur Frankfurter Skyline und wird bis an das Mainufer geführt, wo er sich mit der Mainuferpromenade verbindet. Die Promenade wird von einer Baumreihe aus Platanen begleitet, der Leitart der Frankfurter Mainufer.  Entsprechend des hohen Nutzungsdrucks wurde die Promenade mit robusten Holzpodesten und Sitzmöbeln ausgestattet. Diese bestehen aus einer Stahlunterkonstruktion sowie massiven Auflagen aus Lärchenleimholz und wurden eigens für den Standort entwickelt.

Vom Werftgelände zum klimafreundlichen Stadtpark

Die Ruhrorter Werft entstand 1910 als Teil des Osthafens. Hauptsächlich wurde hier Kohle für ganz Frankfurt umgeschlagen, die mit Schiffen gebracht und in der Ruhrorter Werft auf Halden verladen wurde. Bewusst wurden viele Elemente der industriegeschichtlichen Epoche erhalten. Die letzten beiden von einst dreizehn Verladekränen, wurden aufwendig saniert. Die Relikte der ehemaligen Werftnutzung wurden bewusst erhalten und in die Neugestaltung integriert und damit Teil der Transformation in eine postindustrielle Parklandschaft. So auch die die Gleisanlagen in Höhe der historischen Großmarkthalle, die in die Gedenkstätte für die deportierten Frankfurter Jüd*innen integriert wurden (Entwurf: KATZKAISER, 2011).

Klimaschutz und Nachhaltigkeit in der Planung

Aus stadtklimatischen Gründen war es durchaus relevant, trotz des hohen ökonomischen Verwertungsdrucks dieser innenstadtnahen Lage, eine möglichst große Fläche frei von Bebauung zu halten. Mit dieser Entscheidung erfüllt die „Ruhrorter Werft“ einen wichtigen Beitrag zum lokalen Klimaschutz bzw. zur Klimaanpassung.

Folgende Maßnahmen tragen zu einer positiven Bilanz bei: Die Einsparung von CO2 und Energie erfolgt durch die Wiederverwendung vorgefundener Elemente und Materialien, wie etwa die Säuberung und der Wiedereinbau des Großsteinpflasters. Darüber hinaus wurden neue Oberflächen größtenteils in hellen Farbtönen angelegt, was den sogenannten Albedo-Effekt fördert. Ein weiterer wichtiger Schritt war die Erhöhung des Anteils unbefestigter Flächen, was zur Verbesserung der natürlichen Wasseraufnahme und -versickerung beiträgt. Zudem wurde durch die Pflanzung zahlreicher Stadtbäume eine wirksame Schattenbildung erreicht, die zur Kühlung des Areals beiträgt. Für die Entwässerung des Oberflächenwassers wurden Kies-Rigolen an den Tiefpunkten der Pflanzinseln eingebaut. Diese Maßnahme sorgt dafür, dass das Wasser effektiv in die Rasen- und Pflanzflächen abgeführt wird und eine Vernässung der Flächen vermieden wird. Die Bewässerung des Geländes erfolgt mit Uferfiltrat aus dem Main, wodurch Trinkwasser eingespart wird. Zudem wurde eine artenreiche Wieseneinsaat statt der vorgesehenen Rasenflächen umgesetzt, um die Biodiversität zu fördern. Die Staudenbepflanzung in den Pflanzinseln trägt zur Erhöhung der Insektenvielfalt bei. Zur Förderung weiterer Artenvielfalt wurden Fledermaushabitaten durch Bohrungen in den Brückenpfeilern und neuen Nistkästen geschaffen. Abschließend wurden auf dem Gelände der EZB-Außenflächen Vernetzungsmaßnahmen für Eidechsenhabitate getroffen, etwa durch Sandlinsen in den Wiesenflächen, das Einbringen von Grobschotter in den Gleiskörpern oder das Anlegen von Tiertreppen in der Bahntroganlage.

Lieblingsort am Main

Gemessen am Nutzerdruck besteht auf dem Areal eine sehr hohe Aufenthaltsqualität. Für viele Frankfurterinnen und Frankfurter ist es mittlerweile ein Lieblingsort in der Stadt geworden. Liegt der Schwerpunkt des benachbarten Hafenparks eindeutig auf der sportlichen Nutzung ist das Mainufer an der Ruhrorter Werft ein nutzungsoffener, im besten Sinne urbaner Freiraum. Die meisten Menschen flanieren und schlendern auf den öffentlichen Wegen. Ein besonderer Anziehungspunkt ist das Restaurant „Oosten“ in einem der restaurierten Verladekräne, das mit seiner Außengastronomie zusätzlich zur Belebung beiträgt.

Erholung und Natur genießen

Neben den zahlreichen Bankelementen laden Wiesenflächen die zahlreichen Erholungssuchenden ein, sich zu Sonnen oder zu Picknicken. Mit zunehmender Kronenausbildung der neugepflanzten Bäume wird der Ort auch in den heißen Stadtsommern ein gut erträglicher Ort bleiben.  Da man beinahe vom gesamten Areal die Skyline der Stadt Frankfurt sehen kann und sich auch in Sichtweite des Mains bewegt, hat der Ort einen sehr besonderen und urbanen Charakter. Hohe Aufmerksamkeit bekommen die Pflanzinseln, mit ihren üppigen und stets wechselnden Pflanzbildern. Viele Besucher sind fasziniert der Staudenvielfalt und fotografieren die Blütenpracht.

Mainufer Frankfurt an der Ruhrorter Werft

Auftraggeberin: Stadt Frankfurt am Main, Grünflächenamt der Stadt Frankfurt
Entwurfsverfasser:innenLandschaftsarchitektur: BIERBAUM.AICHELE.landschaftsarchitekten Part.GmbB – Klaus-Dieter Aichele, Günter Schüller
weitere Planungsbeteiligte:
Dorsch International Consultants GmbH (Ingenieurbau, Bahnsperrwerk)
Twelbeck-Landschaftsökologie und Zoologie (ökologische Untersuchung)
Schubert und Seuss Architekten (Architekten Oosten)
KATZKAISER, Marcus Kaiser und Tobias Katz GbR (Architekten Erinnerungsstätte)
Am Bau beteiligte Firmen: Fichter Garten-und Landschaftsbau GmbH & Jean Bratengeier Bau-GmbH (Erinnerungsstätte-Platzbereich)
Bearbeitungszeitraum: 2008 –2020 in mehreren Bauabschnitten

Weiterlesen: In der G+L 09/24 stellen wir 54 Stadtoasen aus fünf Ländern vor. Das Heft ist im Shop erhältlich. Weiter grüne Oasen sind hier zu entdecken.

 Außerdem: Frankfurt verzeichnet deutschlandweit die höchsten Jahresmitteltemperaturen – wie reagiert die Stadt auf die Erhitzung als Folge des Klimawandels?

Das könnte Sie auch interessieren
Im mittelfränkischen Roth soll auf einem alten Leoni-Fabrikgelände ein neuer, moderner Öko-Stadtteil entstehen. Ulrike Lefherz
Rother Neuland: Innovativer Öko-Stadteil statt Leoni-Fabrik
Die Zukunft im Bestand
Schadensfälle bei Gründächern
Wettbewerbsübersicht November 2018 (1/2)
Foto: hh oldman via Wikimedia Commons
Neuer Geschäftsführer für IBA Hamburg
Baden im Kupfergraben
Bundesarchitektenkammer
Die HOAI erhalten
Erste Smart City-Staffel steht fest
Berlin-Brandenburg 2070: Sieger*innen des Ideenwettbewerbs
hochwinkelfotografie-der-stadt-RvCbIQ0S-Lc
Was ist ein Perzeptron? – der Ursprung der KI einfach erklärt

Das Quartett – Entwurfsstudio „Into the Wild“

Perspektiven: Lautes Plateau, Weite Wiese, Lichter Schatten und Waldgalerie, Grafik: Johanna König
Perspektiven: Lautes Plateau, Weite Wiese, Lichter Schatten und Waldgalerie, Grafik: Johanna König
Der Berliner Volkspark Prenzlauer Berg erscheint wild und robust – und bietet Platz für Aneignung. In ihrem Entwurf möchte Johanna König die vorhandenen Qualitäten des Parks weiterentwickeln. In ihrem Konzept beschreibt sie vier Bereiche für unterschiedliche Nutzungen. Wo neue Treffpunkte entstehen sollen und wo Besucher*innen mit Flora und Fauna in Kontakt kommen, erläutert Sie im Folgenden selbst in ihrer Projektvorstellung. Die Arbeit entstand im Rahmen des Entwurfsstudios „Into the Wild“ an der TU Berlin. Dabei bearbeitete Johanna König von den drei im Studio vorgegebenen, zugespitzten Szenarien die Variante „Human Nature“.

Nicht nur in unserer Septemberausgabe 2023 machen wir Raum für Projekte aus dem Studium. Auch auf unserer Webseite stellen Studierende ihre eigenen Arbeiten selbst vor – zum Beispiel in diesem Beitrag. Die Projekte finden Sie alle auf unserer Themenseite „Studium“ und die Septemberausgabe gibt’s in unserem Shop.

Annäherung

Der Volkspark Prenzlauer Berg überzeugt besonders durch seinen wilden, ungepflegten sowie robusten Charakter. Durch die freien, offenen und scheinbar ungeplanten Flächen bietet er seinen Besucher*innen ungestörte Räume und ausreichend Platz für Aneignung. Diese Qualitäten machen den Park in Berlin einzigartig.

Lageplan, Grafik: Johanna König
Lageplan, Grafik: Johanna König

Vier Intensitäten. Ein Park.

Ziel meines Konzeptes ist es, die vorhandenen Qualitäten des Parks aufzunehmen, weiter zu denken und aus dem Bestand heraus zu entwickeln. Die zukünftigen Nutzungen sollen den Park wieder stärker erlebbar und sichtbar machen. Zudem sollen sie es besonders Kindern und Jugendlichen ermöglichen, den verwilderten und naturnahen Charakter dieses Ortes zu entdecken.

Um im Park dauerhaft Erfahrungsräume für Kinder und Jugendliche zu gewährleisten, muss die bestehende Vegetation geschützt und schonend genutzt werden. Dazu werden aus der bestehenden Vegetation vier Bereiche entwickelt, die sich in ihrer Nutzungsintensität unterscheiden. Der schattige, ruhigere Wald wird ausschließlich extensiv genutzt, während die zwei Plateaus und die neue Wiesenbühne zu bunten und stark frequentierten Treffpunkten im Park werden.

Piktogramm und konzeptioneller Schnitt zu den vier Nutzungsintensitäten im Park, Grafik: Johanna König
Piktogramm und konzeptioneller Schnitt zu den vier Nutzungsintensitäten im Park, Grafik: Johanna König

Der Wald.

Beobachten und Lauschen von Flora und Fauna steht im dichten Waldbereich im Vordergrund. Die Nutzung erfolgt hier ausschließlich auf und entlang der Waldwege, sodass der naturnahe Charakter weiterhin geschützt bleibt. Durch Nischen und Balkone entlang der Wege entsteht eine Waldgalerie, die zu einer Pause zwischen dem Schlendern einlädt, zeitgleich bewusste Blicke in den Wald zulässt und den Besucher*innen die Möglichkeit zur Umweltbildung bietet.

Konzept für die Waldgalerie im schattigen und ruhigen Waldbereich des Parks. Grafik: Johanna König
Konzept für die Waldgalerie im schattigen und ruhigen Waldbereich des Parks. Grafik: Johanna König

Im lichten Schatten.

Hier sind vor allem Kinder und Jugendliche explizit eingeladen, den Wald mit seiner Topografie und seinem verwilderten Unterholz zu erkunden und zu erforschen. Naturnahe Spielelemente aus Holz, Hangrutschen und Baumhäuser zum Klettern machen hier den Charakter der locker baumbestandenen Fläche aus.

Auf der blühenden Wiese.

Die offene Spiel- und Liegewiese lädt zum Sporttreiben, Frisbee- oder Ballspielen sowie zu jeglicher Form der Aneignung ein. Dieser Bereich soll bewusst offen und frei bleiben. Die blühenden Wieseninseln und vereinzelte lockere Gruppen von Sitz- und Liegemöbeln sowie Wiesenschaukeln bieten Möglichkeit zum längeren Verweilen.

Piktogramm zur Raumbildung und Vegetation. Durch die unterschiedliche Intensität der Vegetation, von dichter Gehölzstruktur bis zu Solitärgehölzen, werden die vier Parkbereiche räumlich unterschiedlich ausformuliert. Grafik: Johanna König
Piktogramm zur Raumbildung und Vegetation. Durch die unterschiedliche Intensität der Vegetation, von dichter Gehölzstruktur bis zu Solitärgehölzen, werden die vier Parkbereiche räumlich unterschiedlich ausformuliert. Grafik: Johanna König

Die bunten Plateaus.

Hier entstehen neue Treffpunkte im Park. Das laute Plateau verfügt über eine großzügige Rundbank, die Kommunikation nach innen und Aussicht nach außen vereint. Gemeinsam am Lagerfeuer dürfen hier bis in die Abendstunden Geschichten erzählt werden. Die neue Wiesenbühne gestaltet sich als Tribüne und Bühne zugleich, die frei für Performance, Musik oder Tanz angeeignet werden soll. Das leise Plateau ist ein grünes Klassenzimmer und liegt verborgen auf der Bergspitze, sodass beispielsweise Schulklassen dort ungestört lernen können.

Der Entwurf entstand im Rahmen des Entwurfsstudios „Into the Wild“ an der TU Berlin. Mehr über die Hintergründe des Studios und den Volkspark Prenzlauer Berg lesen Sie hier, und weitere Entwürfe von Studierenden gibt’s hier zu entdecken.

Der Firmensitz der GEFÄSSERIE, umgeben von 6.171 heimischen Pflanzen, wurde mit dem BuGG-Award 2024 für die beste Fassadenbegrünung ausgezeichnet.Quelle: Mobilane
Der Firmensitz der GEFÄSSERIE, umgeben von 6.171 heimischen Pflanzen, wurde mit dem BuGG-Award 2024 für die beste Fassadenbegrünung ausgezeichnet.Quelle: Mobilane

Nachhaltige Architektur und Gebäudebegrünung stehen im Mittelpunkt des BuGG-Award 2024. Zwei herausragende Projekte, der Firmensitz der GEFÄSSERIE und die Innenraumbegrünung im Timberjacks Köln, wurden ausgezeichnet und setzen neue Maßstäbe in der grünen Bauweise.

Der BuGG-Award, verliehen vom Bundesverband GebäudeGrün e.V. (BuGG), zeichnet jährlich die besten Projekte in den Kategorien Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünung aus. 2024 wurden insgesamt 55 Projekte eingereicht, von denen die besten durch eine öffentliche Abstimmung gewählt wurden. Die diesjährigen Gewinner zeigen eindrucksvoll, wie Begrünung die Architektur nachhaltig transformieren kann.

Gewinnerprojekt: Firmensitz der GEFÄSSERIE

Die grünste Fassade 2024

Der neue Firmensitz der GEFÄSSERIE in Fuchsstadt hat die BuGG-Fassadenbegrünung des Jahres 2024 gewonnen. Mit einer beeindruckenden Fläche von 172 m² wandgebundener Begrünung, die 6.171 heimische Pflanzen umfasst, setzt das Projekt neue Maßstäbe. Die Pflanzen sind nicht nur ein ästhetisches Highlight, sondern sie leisten auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und verbessern das Stadtklima erheblich.

Technische Innovation

Das Unternehmen entschied sich für das modulare MobiPanel-System von Mobilane, das die Verwendung vorkultivierter Pflanzkassetten ermöglicht. Diese Kassetten vereinfachen die Installation und Pflege der Begrünung. Ein kapillares Bewässerungssystem sorgt für eine gleichmäßige Versorgung der Pflanzen, wodurch der Pflegeaufwand minimiert wird. Das System überzeugt nicht nur durch seine Funktionalität, sondern auch durch seine umweltfreundliche Struktur.

Dach- und Innenraumbegrünung als Ergänzung

Neben der Fassadenbegrünung wurde das Projekt durch ein 140 m² großes Gründach und 23,5 m² Innenraumbegrünung ergänzt. Diese Maßnahmen tragen zu einer besseren Isolierung des Gebäudes bei und schaffen gleichzeitig ein angenehmes Arbeitsumfeld. Die Kombination aus Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünung zeigt, wie ganzheitliche Nachhaltigkeit in der Architektur umgesetzt werden kann.

Freudige Übergabe des BuGG-Awards 2024 in der Kategorie „BuGG-Fassadenbegrünung des Jahres“: (v.l.n.r.) Kathrin Stein, Annelies Kieboom, Dr. Gunter Mann, Heike Schneider und Achim Eilingsfeld (GEFÄSSERIE).Quelle: Bundesverband GebäudeGrün
Freudige Übergabe des BuGG-Awards 2024 in der Kategorie „BuGG-Fassadenbegrünung des Jahres“: (v.l.n.r.) Kathrin Stein, Annelies Kieboom, Dr. Gunter Mann, Heike Schneider und Achim Eilingsfeld (GEFÄSSERIE).Quelle: Bundesverband GebäudeGrün
Gewinner 2024 in der Kategorie „BuGG-Fassadenbegrünung des Jahres“: Das Betriebsgebäude der GEFÄSSERIE in Fuchsstadt, ausgezeichnet für seine beeindruckende grüne Fassade. Quelle: Mobilane
Gewinner 2024 in der Kategorie „BuGG-Fassadenbegrünung des Jahres“: Das Betriebsgebäude der GEFÄSSERIE in Fuchsstadt, ausgezeichnet für seine beeindruckende grüne Fassade. Quelle: Mobilane

Gewinnerprojekt: Timberjacks Köln

Innenraumbegrünung als Wohlfühlfaktor

Das Timberjacks BBQ-Restaurant in Köln erhielt den Titel „BuGG-Innenraumbegrünung des Jahres 2024“. Die 41 m² große grüne Wand, realisiert durch das LivePanel Indoor System von Mobilane, verbessert das Raumklima und sorgt für ein angenehmes Ambiente.

Technische Herausforderungen gemeistert

Die Integration der Begrünung war komplex, da sie in eine bestehende Architektur mit Treppe und Wanddurchbruch integriert werden musste. Dank des modularen Systems konnten diese Herausforderungen gemeistert werden, ohne die Ästhetik oder Funktionalität der Begrünung zu beeinträchtigen.

Gewinner des BuGG-Award 2024 in der Kategorie „BuGG-Innenraumbegrünung des Jahres“: Die beeindruckende Innenbegrünung im Timberjacks Restaurant Köln. Quelle: Mobilane
Gewinner des BuGG-Award 2024 in der Kategorie „BuGG-Innenraumbegrünung des Jahres“: Die beeindruckende Innenbegrünung im Timberjacks Restaurant Köln. Quelle: Mobilane
Die beeindruckende Innenbegrünung im Timberjacks Restaurant Köln, ausgezeichnet mit dem BuGG-Award 2024, schafft eine grüne Wohlfühlatmosphäre für Gäste. Quelle: Mobilane
Die beeindruckende Innenbegrünung im Timberjacks Restaurant Köln, ausgezeichnet mit dem BuGG-Award 2024, schafft eine grüne Wohlfühlatmosphäre für Gäste. Quelle: Mobilane

Warum der BuGG-Award wichtig ist

Förderung von Nachhaltigkeit

Der BuGG-Award würdigt Projekte, die zeigen, wie Begrünung zur nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen kann. Gewinnerprojekte wie die GEFÄSSERIE und das Timberjacks inspirieren Architekten und Stadtplaner, innovative Lösungen umzusetzen.

Öffentliche Aufmerksamkeit für Gebäudebegrünung

Erstmals war die Abstimmung zum BuGG-Award 2024 für die Öffentlichkeit zugänglich. Diese Entscheidung sorgte für breitere Aufmerksamkeit und zeigte, wie wichtig Gebäudebegrünung in der öffentlichen Wahrnehmung geworden ist.

Die Vorteile von Begrünung: Was die Gewinnerprojekte beweisen

Klimaschutz und Energieeffizienz

Gebäudebegrünung reduziert den Energieverbrauch durch natürliche Isolation und senkt die Temperaturen in urbanen Räumen. Dies hilft, den Hitzeinseleffekt in Städten zu bekämpfen.

Ästhetik und Wohlbefinden

Grüne Fassaden und Innenräume steigern die Lebensqualität, indem sie eine beruhigende Atmosphäre schaffen und die Luftqualität verbessern. Projekte wie das Timberjacks zeigen, wie Begrünung das Wohlbefinden von Nutzern steigern kann.

Biodiversität fördern

Begrünte Gebäude schaffen Lebensräume für Insekten, Vögel und andere Tiere. Besonders in städtischen Gebieten fördern sie die Biodiversität und tragen zum ökologischen Gleichgewicht bei.

Der BuGG-Award 2024 als Inspiration für die Zukunf

Die Gewinner des BuGG-Award 2024, der Firmensitz der GEFÄSSERIE und das Timberjacks Köln, sind herausragende Beispiele für die transformative Kraft der Begrünung. Sie zeigen, wie innovative Begrünungslösungen nicht nur die Ästhetik, sondern auch die Funktionalität und Nachhaltigkeit von Gebäuden verbessern können.

Mit Projekten wie diesen setzt der BuGG-Award neue Maßstäbe und inspiriert Architekten, Städteplaner und Unternehmen, Begrünung als festen Bestandteil moderner Architektur zu betrachten. Die Zukunft der Bauweise ist grün – und der BuGG-Award 2024 ist ein Beweis dafür.

 

 

Gewinnen Sie hier einen Überblick über Dachbegrünung.