Die Stadt Moskau mit Blick auf Straßen und Parkplätze – Beispiel für datengetriebene Parkplatzumverteilung im urbanen Raum.
Algorithmusgesteuerte Flächengerechtigkeit und Mobilität. Foto von Ilia Bronskiy auf Unsplash.

 

Parkplätze sind das Gold jeder Großstadt – und Moskau hebt es mit Big Data. Mit Algorithmen, Sensoren und Echtzeitdaten krempelt die russische Metropole nicht nur ihr Parkmanagement um, sondern stellt Grundfragen an urbane Mobilität und Flächengerechtigkeit. Was steckt hinter Moskaus datengetriebener Parkplatzumverteilung? Und was lernen Städte im deutschsprachigen Raum daraus? Willkommen in der Zukunft zwischen Algorithmus und Asphalt.

  • Einführung in Moskaus datenbasiertes Parkraummanagement: Warum und wie Big Data zum Einsatz kommt.
  • Technologische Infrastruktur: Sensorik, Kameras, Mobilitätsdaten und die Rolle intelligenter Plattformen.
  • Algorithmische Umverteilung und flexible Parkraumnutzung: Wie Datenanalysen konkrete Flächenentscheidungen beeinflussen.
  • Stadtentwicklung und Mobilitätswende: Chancen für nachhaltige Stadtgestaltung und Flächenentsiegelung.
  • Governance, Datenschutz und gesellschaftliche Akzeptanz: Herausforderungen und Kritikpunkte.
  • Vergleich zu deutschen, österreichischen und Schweizer Städten: Was hemmt, was inspiriert?
  • Langfristige Perspektiven: Von der Parkplatzstatistik zur integrierten Mobilitätsstrategie.
  • Risiken von Kommerzialisierung, Überwachung und algorithmischer Verzerrung.
  • Lessons Learned: Impulse und Empfehlungen für den DACH-Raum.

Moskau im Datenrausch: Warum Parkplätze zum Experimentierfeld wurden

Kaum eine Stadt hat sich in den letzten zehn Jahren so radikal neu erfunden wie Moskau. Die russische Hauptstadt, einst berüchtigt für chaotische Staus und ein wildes Parkregime, hat sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit zu einem Vorreiter der datenbasierten Stadtentwicklung gewandelt. Im Zentrum dieser Transformation steht ein Thema, das Planer in Berlin, Wien oder Zürich ebenso umtreibt: die gerechte, effiziente und nachhaltige Nutzung von Parkflächen. Doch während im deutschsprachigen Raum oft noch über Parkraumbewirtschaftung und Quartiersgaragen gestritten wird, hat Moskau längst das nächste Level gezündet – mit Big Data als Taktgeber.

Der Auslöser für diesen Innovationsschub war ein urbanes Paradoxon: Trotz massiver Investitionen in den öffentlichen Verkehr explodierte die Zahl der privaten Pkw. Straßen verwandelten sich zu Parkplatzwüsten, Gehwege wurden blockiert, die Lebensqualität sank. Die Moskauer Stadtverwaltung stand vor der Wahl: weiterhin Flächen zupflastern oder das Parkproblem intelligent lösen. Die Antwort kam aus der Welt der Datenanalytik. Mit Sensoren, Kameras, Mobilfunkdaten und digitalen Plattformen begann Moskau, das Parkgeschehen systematisch zu vermessen – und damit Planung neu zu denken.

Im Zentrum dieses datengetriebenen Ansatzes steht nicht nur die klassische Überwachung von Parkbuchten. Vielmehr geht es um ein feinmaschiges, dynamisches System, das Angebot und Nachfrage in Echtzeit abgleicht, Nutzungsmuster erkennt und daraus konkrete Handlungsoptionen ableitet. Die Vision: Parkplätze sind nicht mehr statisch verteilt, sondern werden flexibel und gerecht zugewiesen – je nach Tageszeit, Quartiersstruktur, Mobilitätsbedarf und sogar Wetterlage. Klingt nach Science-Fiction? In Moskau ist es längst urbaner Alltag.

Die politische Rückendeckung für dieses Programm war enorm. Stadtverwaltung und Verkehrsministerium zogen an einem Strang, unterstützten Pilotprojekte, förderten Kooperationen mit Tech-Unternehmen und öffneten die Verwaltung für den Dialog mit Wissenschaft und Zivilgesellschaft. So entstand eine Innovationsdynamik, die Fachleute in Westeuropa staunen lässt – und manche auch nervös macht.

Für Planer, Verkehrsingenieure und Stadtgestalter im deutschsprachigen Raum lohnt sich der Blick nach Moskau nicht nur wegen der schieren Größenordnung. Die russische Hauptstadt zeigt, wie digitale Infrastruktur, politische Vision und pragmatische Umsetzung ineinandergreifen können – und welche Konflikte und Chancen damit verbunden sind.

Sensorik, Algorithmen und Plattformen: Wie Moskaus System funktioniert

Das Herzstück der Moskauer Parkplatzumverteilung ist eine technische Infrastruktur, die ihresgleichen sucht. Über zehntausend Sensoren und Kameras erfassen kontinuierlich die Belegung von Straßenparkplätzen und Parkhäusern. Mobilfunkdaten und Bewegungsprofile liefern zusätzliche Informationen über Verkehrsströme, Pendlerrouten und Stoßzeiten. All diese Daten fließen in eine zentrale Plattform, die von der Moskauer Verkehrsbehörde in Zusammenarbeit mit Technologiepartnern betrieben wird. Hier werden sie in Echtzeit ausgewertet, visualisiert und in operative Entscheidungen übersetzt.

Die eingesetzten Algorithmen sind dabei weit mehr als bloße Zählautomaten. Sie analysieren nicht nur, wo Parkplätze frei sind, sondern prognostizieren, wie sich Nachfrage und Angebot in den kommenden Stunden und Tagen entwickeln werden. Dazu werden historische Daten, Wettervorhersagen, Eventpläne und sogar Baustelleninformationen herangezogen. Künstliche Intelligenz erkennt Muster, identifiziert Engpässe und schlägt dynamische Anpassungen vor. Wer etwa einen Parkplatz im Zentrum sucht, kann über eine App in Sekundenschnelle erfahren, wo die Chancen am besten stehen – und wie sich die Preise im Tagesverlauf ändern.

Doch die eigentliche Revolution steckt im System der Parkplatzumverteilung. Statt dass Flächen dauerhaft einer bestimmten Nutzung (Anwohner, Kurzparker, Lieferdienste) zugeordnet werden, erfolgt die Zuteilung flexibel und datenbasiert. Morgens werden Parkplätze in Bürovierteln bevorzugt für Pendler geöffnet, während abends und am Wochenende die Nutzung für Bewohner und Gäste priorisiert wird. In Wohnquartieren können Flächen temporär für Events, Sharing-Fahrzeuge oder Lieferverkehr reserviert werden. Sogar saisonale Anpassungen – etwa mehr Ladezonen im Winter oder zusätzliche Radabstellplätze im Sommer – sind möglich.

Diese Flexibilität basiert auf einer permanenten Rückkopplung zwischen realer Nutzung und digitalen Steuerungsmechanismen. Die Plattform meldet, wenn bestimmte Flächen dauerhaft unter- oder überbelegt sind, und schlägt Alternativen vor: von der Umwandlung in Grünflächen bis zur temporären Sperrung für Straßenfeste. Die Stadtverwaltung kann diese Vorschläge annehmen, anpassen oder zurückweisen – in jedem Fall aber werden Entscheidungen datenbasiert vorbereitet und dokumentiert.

Für Planer ergibt sich daraus eine neue Rolle: Sie werden zu Moderatoren eines Prozesses, in dem Technik, Politik und Nutzerinteressen kontinuierlich austariert werden müssen. Gleichzeitig ermöglicht die Plattform eine bisher unerreichte Transparenz über die Nutzung öffentlicher Räume – und eröffnet neue Wege für Bürgerbeteiligung und Feedback.

Stadtentwicklung im Zeichen der Daten: Chancen und Zielkonflikte

Die datengetriebene Umverteilung von Parkplätzen bleibt nicht ohne Folgen für die Stadtentwicklung. Ein zentrales Ziel der Moskauer Strategie ist die nachhaltige Reduktion des motorisierten Individualverkehrs – nicht durch Verzicht, sondern durch intelligente Steuerung. Wer Parkraum effizient verwaltet, kann Flächen entsiegeln, Grünachsen schaffen und die Aufenthaltsqualität in Quartieren steigern. Die Moskauer Innenstadt hat bereits erlebt, wie vormals zugeparkte Straßen zu attraktiven Promenaden, Spielplätzen oder temporären Märkten wurden. Die Umwidmung von Parkplätzen ist dabei kein Selbstzweck, sondern Teil einer umfassenden Mobilitätsstrategie, die ÖPNV, Sharing-Angebote und aktive Mobilität gleichberechtigt berücksichtigt.

Gleichzeitig bringt das System neue Zielkonflikte mit sich. Das Versprechen, Parkplätze flexibel und gerecht zu verteilen, stößt auf die Realität divergierender Interessen: Anwohner fordern Schutz vor Verdrängung, Gewerbetreibende verlangen Kundenparkplätze, Logistiker brauchen Ladezonen. Die datenbasierte Plattform kann diese Konflikte sichtbar machen, aber nicht automatisch lösen. Hier bleibt weiterhin politisches Feingefühl und Moderation gefragt.

Ein weiteres Spannungsfeld ergibt sich aus dem Spannungsbogen zwischen Effizienz und sozialer Gerechtigkeit. Algorithmen optimieren nach mathematischen Vorgaben – doch was ist mit den Bedürfnissen von mobilitätseingeschränkten Menschen, von Familien oder kleinen Gewerbetreibenden? Wer entscheidet letztlich, welche Kriterien in die Optimierung einfließen? Moskau versucht, diese Fragen durch transparente Entscheidungsregeln und regelmäßige Evaluation zu adressieren. Dennoch bleibt der Vorwurf algorithmischer Verzerrung im Raum, insbesondere wenn kommerzielle Interessen oder politische Ziele ins Spiel kommen.

Auch das Thema Datenschutz ist in Moskau – trotz weniger restriktiver Gesetzgebung als in der EU – ein ständiger Begleiter der Debatte. Die Erfassung von Bewegungsprofilen und Kfz-Daten erfordert technische und organisatorische Schutzmechanismen. Die Stadt setzt auf Pseudonymisierung und Zugangsbeschränkungen, doch kritische Stimmen fordern unabhängige Kontrolle und mehr Mitsprache bei der Datenverarbeitung.

Am Ende steht die Erkenntnis: Big Data ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, das richtig eingesetzt enorme Potenziale für lebenswerte Städte eröffnet. Die Frage ist nicht, ob wir diese Technologien nutzen, sondern wie wir sie so gestalten, dass sie gesellschaftlichen Mehrwert schaffen – und nicht nur Parkgebühren maximieren.

Governance, Akzeptanz und Lehren für den deutschsprachigen Raum

Was können Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz von Moskau lernen – und wo liegen die Grenzen des Transfers? Zunächst einmal zeigt Moskau, dass datenbasierte Parkraumbewirtschaftung kein technisches Gadget, sondern ein zentrales Steuerungsinstrument der Stadtentwicklung sein kann. Voraussetzung dafür ist jedoch eine starke Governance-Struktur: klare Zuständigkeiten, transparente Verfahren und eine enge Verzahnung zwischen Verwaltung, Technik und Zivilgesellschaft.

Im deutschsprachigen Raum bremsen oft rechtliche Unsicherheiten, Datenschutzauflagen und eine fragmentierte Zuständigkeitslandschaft den Fortschritt. Während einzelne Städte wie Wien, Zürich oder Hamburg Pilotprojekte lancieren, bleibt die breite Umsetzung aus – zu groß sind die Bedenken hinsichtlich Kontrolle, Akzeptanz und Kosten. Besonders die Sorge vor „gläsernen Bürgern“ und algorithmisch gesteuerten Entscheidungen hemmt die Debatte. Hier braucht es Aufklärung, Diskurs und neue Formen der Bürgerbeteiligung, damit datengetriebene Systeme als Chance und nicht als Bedrohung wahrgenommen werden.

Ein weiteres Hemmnis ist der fehlende Mut, etablierte Routinen zu hinterfragen. Moskau hat gezeigt, dass politische Vision und technisches Know-how Hand in Hand gehen müssen. Datenbasierte Steuerung funktioniert nur, wenn sie mit klaren gesellschaftlichen Zielen verknüpft ist – etwa einer Verkehrswende, der Förderung aktiver Mobilität oder der Stärkung des öffentlichen Raums. Städte im DACH-Raum sollten datenbasierte Parkraumlenkung nicht als Selbstzweck begreifen, sondern als Hebel für eine nachhaltige Transformation.

Gleichzeitig mahnt das Moskauer Beispiel zur Vorsicht. Die Kommerzialisierung von Parkraumdaten, die wachsende Macht privater Plattformbetreiber und die Gefahr algorithmischer Diskriminierung sind reale Risiken. Ohne unabhängige Kontrolle, offene Schnittstellen und gesellschaftliche Mitsprache droht die Gefahr, dass aus datengetriebener Stadtentwicklung ein undurchschaubares technokratisches System wird. Hier sind Planer gefragt, aktiv an der Gestaltung der Regeln und Standards mitzuwirken – und nicht nur Nutzer, sondern auch Wächter der digitalen Stadt zu sein.

Schließlich eröffnet der Blick nach Moskau eine Perspektive, die im deutschsprachigen Diskurs oft zu kurz kommt: Parkraummanagement ist mehr als Kontrolle und Gebühreneintreibung. Es ist ein Schlüsselinstrument für die gerechte, nachhaltige und resiliente Stadt. Wer den Mut hat, Daten als Gestaltungsressource zu begreifen, der kann urbane Räume neu denken – und vielleicht auch die ewige Parkplatzdebatte endlich hinter sich lassen.

Fazit: Zwischen Datenmacht und Gestaltungsmut – was bleibt von Moskaus Big-Data-Offensive?

Moskau hat mit der datenbasierten Umverteilung von Parkplätzen nicht nur ein technisches, sondern ein gesellschaftliches Experiment gewagt. Die intelligente Verknüpfung von Sensorik, Algorithmen und urbaner Governance zeigt, wie Städte die Herausforderungen moderner Mobilität, Flächenkonkurrenz und Nachhaltigkeit neu denken können. Der Weg von der Parkplatzstatistik zum flexiblen, gerechten und transparenten Parkraummanagement ist kein Selbstläufer – er verlangt politischen Willen, technische Exzellenz und gesellschaftliche Aushandlung.

Für Planer und Stadtgestalter im deutschsprachigen Raum liegt die große Lektion darin, Big Data nicht als Allheilmittel, sondern als Werkzeug für bessere, inklusivere und lebenswertere Städte zu nutzen. Die Herausforderungen sind beträchtlich: Datenschutz, Akzeptanz und Governance müssen mitgedacht, Zielkonflikte offen verhandelt werden. Doch wer sich traut, den Schritt zu wagen, kann Parkraum nicht nur effizienter verwalten, sondern als Ausgangspunkt für eine neue urbane Qualität begreifen.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Die Verteilung von Parkplätzen ist keine banale Verwaltungsaufgabe mehr, sondern ein zentrales Feld der Stadtentwicklung – und ein Lackmustest für den Umgang mit Datenmacht und Gestaltungsmut. Moskaus Beispiel lädt dazu ein, die Debatte neu zu führen, Routinen zu hinterfragen und die Zukunft des urbanen Raums nicht dem Zufall, sondern dem Diskurs zu überlassen. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet Parkplätze zum Labor der Stadt von morgen werden? Die Zeit ist reif, dass auch der DACH-Raum diese Herausforderung annimmt – mit Neugier, Kompetenz und einer Prise Selbstbewusstsein.

 

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Bewerbungen sind noch bis zum 31. Januar 2023 möglich. Copyright: © European Union, 2022
Bewerbungen sind noch bis zum 31. Januar 2023 möglich. Copyright: © European Union, 2022

2023 vergibt die Initiative New European Bauhaus zum dritten Mal Preise an nachhaltige und inklusive Projekte sowie Konzepte. Noch bis zum 31. Januar 2023 können online Bewerbungen eingereicht werden. Mehr zu der Auslobung und den vorherigen Gewinnerprojekten hier.

Der Wettbewerb New European Bauhaus 2023

Die New European Bauhaus-Preise 2023 sind offen für Bewerbungen aus den EU-Mitgliedstaaten sowie den westlichen Balkanländern. Bewerber können bis zum 31. Januar, 19:00 Uhr MEZ, ein Projekt oder eine Idee einreichen. Die Preise im Wert von bis zu 30 000 Euro gehen dabei an beispielhafte Initiativen, die Nachhaltigkeit, Ästhetik und Inklusion miteinander verbinden. Dies sind die drei komplementären Werte des New European Bauhauses.

Das Ziel der Preise ist es, schöne, nachhaltige und integrative Projekte zu würdigen und auszuzeichnen. Gleichzeitig möchte das New European Bauhaus die jüngere Generation dabei unterstützen, neue Konzepte und Ideen weiterzuentwickeln. Bislang gab es Ausgaben des Wettbewerbs in den Jahren 2021 und 2022, für die mehr als 3 000 Bewerbungen aus allen EU-Mitgliedstaaten eingingen.

Im Jahr 2023 werden erneut inspirierende Beispiele für die Umgestaltung unseres täglichen Lebens, unserer Lebensräume und unserer Erfahrungen prämiert. Dies sind die wenigen Kategorien des Neuen Europäischen Bauhauses:

  • Wiederherstellung der Verbindung zur Natur
  • Wiedererlangung eines Gefühls der Zugehörigkeit
  • Vorrang für die Orte und Menschen, die es am meisten brauchen
  • Gestaltung eines zirkulären industriellen Ökosystems und Unterstützung des Lebenszyklusdenkens

Details zur Bewerbung

Jede Kategorie umfasst drei parallele Wettbewerbsbereiche: New European Bauhaus Champions für bestehende und abgeschlossene Projekte; New European Bauhaus Rising Stars für Konzepte von Bewerbern, die nicht älter als 30 Jahre sind; und außerdem New European Bauhaus Education Champions für Bildungs- und Lerninitiativen. Die Champions der Aktionsbereiche 1 und 3 erhalten 30.000 Euro und ein Kommunikationspaket, während die Rising Stars 15.000 Euro und ein Kommunikationspaket erhalten.

Insgesamt wird es schließlich 15 Preise geben. Die Jury wählt dafür zwölf Gewinner*innen aus, einen für jede Kategorie in jedem Aktionsbereich. Ein Gewinner pro Bereich wird durch eine offene öffentliche Abstimmung ermittelt. Alle Finalist*innen erhalten eine Einladung nach Brüssel zur Teilnahme an der Preisverleihung. Außerdem erhalten sie ein von der Europäischen Kommission bereitgestelltes Kommunikationspaket, um die Öffentlichkeitsarbeit für ihr Projekt zu unterstützen.

Das New European Bauhaus bietet eine spezielle Plattform für die Registrierung und Einreichung von Bewerbungen. Die Plattform bietet überdies auch weitere Informationen zu den Kategorien, einen Bewerbungsleitfaden und eine offizielle Kontaktstelle für alle Fragen im Zusammenhang mit den Preisen. Bis zum 31. Januar 2023 können Expert*innen in den vier Kategorien ihre Interessenbekundung einreichen, um die Bewerbung für die Preisverleihung 2023 zu bewerten.

Bisherige Gewinnerprojekte

In den Jahren 2021 sowie 2022 wurden bereits zahlreiche Siegerprojekte mit dem New European Bauhaus-Preis ausgezeichnet. Im Jahr 2022 fand die Preisverleihung am 11. Juni während des New European Bauhaus Festival in Brüssel statt. Projekte aus 15 verschiedenen EU-Mitgliedstaaten wurden ausgezeichnet, insgesamt gab es 18 Gewinner.

Der Gewinner der öffentlichen Abstimmung in der Ausrichtung A war das Projekt „Gärten der Zukunft“ in Zypern. Diese Basisorganisation verwandelt ein verlassenes Gelände in Zyperns Hauptstadt Nikosia in einen Gemeinschaftsgarten. Ziel ist es, ein neues Gefühl der Zugehörigkeit und Verbundenheit zu schaffen, um ein Netzwerk für einen nachhaltigeren Wandel in anderen Teilen Zyperns aufzubauen.

Im Bereich „Wiedererlangung eines Zugehörigkeitsgefühls“ war einer der Gewinner das Gleis 21 in Wien, ein Gebäude mit einer Holzfassade im neuen Sonnwendviertel der Stadt. Die Hybridkonstruktion wurde mit einer innovativen Montagemethode auf der Grundlage von Vorfertigung unter Einbeziehung der künftigen Bewohner*innen und der Gemeinde errichtet. Das Haus befindet sich nun im Besitz einer Genossenschaft und wird von dieser verwaltet, wobei der Schwerpunkt auf Erschwinglichkeit, Integration, Gemeinschaft und Solidarität liegt.

Die Verbindung zum Europäischen Green Deal

Das New European Bauhaus ist eine kreative, interdisziplinäre Initiative mit dem Ziel, den Europäischen Green Deal mit unseren Lebensräumen und Erfahrungen zu verbinden. Projekte, die die durch den Europäischen Green Deal geförderten nachhaltigen Lösungen demonstrieren, haben daher die besten Chancen zu gewinnen.

Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, beschrieb die Bedeutung des Neuen Europäischen Bauhauses wie folgt: „Wenn der Europäische Green Deal eine Seele hat, dann ist es das New European Bauhaus, das zu einer Explosion der Kreativität in unserer Union geführt hat.“

Die Initiative beschreibt sich selbst als „eine kreative und transdisziplinäre Bewegung im Entstehen“. Sie will eine Brücke zwischen Wissenschaft, Technologie, Kunst sowie Kultur sein. Mit Blick auf grüne und digitale Herausforderungen sucht das Neue Europäische Bauhaus nach Möglichkeiten, unser Leben auf kokreative Weise zum Besseren zu verändern. Gleichzeitig will die Bewegung Brücken zwischen verschiedenen Hintergründen und Disziplinen bauen und dabei alle Ebenen einbeziehen.

Neben den Neuen Europäischen Bauhaus-Preisen bietet die Initiative zudem Zugang zu EU-Fördermitteln durch offene Ausschreibungen für innovative Projekte in Städten. Sie hilft den Städten auch bei der Teilnahme an CrAFt, einem vom Neuen Europäischen Bauhaus inspirierten Horizont-Europa-Projekt, das Transformationsmodelle testen will und Unterstützung bei der Umsetzung bietet.

Auch interessant: Bis zum 26. Januar 2023 ist die Bewerbung beim Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2023 möglich.

In der Septemberausgabe 2021 der G+L stellen Studierende der Landschaftsarchitektur und Stadtplanung ihre Abschluss- und Projektarbeiten der vergangenen Semester vor. Die studentische Arbeiten kommen mitunter von Studierenden aus den Häusern TH Ostwestfalen-Lippe, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, FH Erfurt und BTU Cottbus-Senftenberg. Weitere Projekte möchten wir außerdem noch hier auf unserer Website veröffentlichen. Hier finden Sie die studentischen Arbeiten im Überblick – die erste veröffentlichen wir am Donnerstag 9. September, danach jeweils montags eine weitere.

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In ihrer Masterarbeit fragt Johanna Moraweg von der Hochschule Rhein-Main ob Heizkraftwerke mit dem Kohleausstieg ihre Daseinsberechtigung verlieren. Als Antwort entwickelte sie anhand des Geländes der Energieversorgung Offenbach (EVO) ein neues Quartier. Alles zum Quartier EVO Offenbach finden Sie hier.

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Raphaela Roming von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen entwickelte in ihrer Abschlussarbeit Strategien, wie Planer*innen Freiräume klimaoptimiert gestalten können. Alles zu klimagerechter Landschaftsarchitektur lesen Sie hier.

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Fanny Brandauer zeigt mit ihrem Projekt „Atlas of Landscapes in a Room“ Möglichkeiten auf, Landschaft in begrenzten Räumlichkeiten auszustellen. Welche das sind, erfahren Sie hier.

Die Septemberausgabe 2021 der Garten + Landschaft können Sie hier bestellen.

Interessiert an weiteren Hochschulthemen? Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf feierte 2021 ihren 50. Geburtstag und pflanzte hierfür ein begehbares Arboretum mit 50 Bäumen. Alles dazu hier.