Carsharing: Eine nachhaltige Alternative zum privaten Autobesitz

Carsharing kann damit einen entscheidenden Beitrag zur Verkehrswende leisten – hin zu einer nachhaltigen, geteilten Mobilität, die individuelle Flexibilität mit ökologischer Verantwortung verbindet. Foto von LJ Parchaso auf Unsplash

Carsharing hat sich in den letzten Jahren als bedeutende Komponente nachhaltiger Verkehrskonzepte etabliert. Es bietet eine umweltfreundliche und wirtschaftliche Alternative zum privaten Autobesitz und trägt zur Reduzierung der Fahrzeuganzahl sowie der Umweltbelastung bei. Dieser Bericht beleuchtet die Funktionsweise des Carsharings, analysiert dessen Umweltvorteile und wirtschaftliche Aspekte und illustriert anhand aktueller Statistiken und Praxisbeispiele, wie Carsharing zu einer nachhaltigeren Mobilität beiträgt.

Funktionsweise des Carsharings

Carsharing ermöglicht es Nutzern, Fahrzeuge temporär zu mieten, ohne die Verpflichtungen eines eigenen Fahrzeugs einzugehen. In Deutschland existieren hauptsächlich zwei Carsharing-Modelle: stationsbasiertes und free-floating Carsharing.

Stationsbasiertes Carsharing: Fahrzeuge sind an festen Stationen platziert. Nutzer buchen ein Fahrzeug im Voraus, holen es an der entsprechenden Station ab und bringen es nach der Nutzung dorthin zurück. Dieses Modell eignet sich besonders für geplante Fahrten und längere Mietzeiten.

Free-floating Carsharing: Fahrzeuge sind innerhalb eines definierten Gebiets frei verteilt. Nutzer können ein verfügbares Fahrzeug spontan über eine App lokalisieren, buchen und nach der Nutzung innerhalb des Geschäftsgebiets auf einem beliebigen legalen Parkplatz abstellen. Dieses Modell bietet hohe Flexibilität und eignet sich für spontane, kürzere Fahrten.

Umweltvorteile des Carsharings

Carsharing trägt zur Reduzierung der Umweltbelastung bei, indem es den Bedarf an privaten Fahrzeugen verringert und somit den Gesamtfahrzeugbestand reduziert. Studien des Bundesverbands CarSharing e.V. (bcs) zeigen, dass ein Carsharing-Fahrzeug bis zu 20 private Pkw ersetzen kann. Dies führt nicht nur zu weniger Fahrzeugen auf den Straßen, sondern auch zu einer effizienteren Nutzung der vorhandenen Fahrzeuge.

Zudem fördert Carsharing die Nutzung anderer umweltfreundlicher Verkehrsmittel. Nutzer von Carsharing-Angeboten kombinieren häufig verschiedene Mobilitätsformen wie öffentliche Verkehrsmittel, Fahrradfahren oder zu Fuß gehen. Dies führt zu einer insgesamt geringeren Fahrleistung mit dem Pkw und somit zu einer Reduktion der CO₂-Emissionen.

Wirtschaftliche Aspekte des Carsharings

Für viele Nutzer ist Carsharing auch aus wirtschaftlicher Sicht attraktiv. Die Kosten für Anschaffung, Versicherung, Wartung und Unterhalt eines eigenen Fahrzeugs entfallen. Stattdessen zahlen Carsharing-Nutzer nur für die tatsächliche Nutzung des Fahrzeugs. Laut Umweltbundesamt lohnt sich Carsharing insbesondere für Personen, die weniger als 14.000 Kilometer pro Jahr fahren. Besonders der eigene Zweit- und Drittwagen kann aus Umwelt- und Kostengründen vielerorts durch die Teilnahme am Carsharing ersetzt werden.

Unternehmen profitieren ebenfalls von Carsharing-Angeboten. Durch die Nutzung von Carsharing-Fahrzeugen können sie die Anzahl der firmeneigenen Fahrzeuge reduzieren und somit Kosten für Anschaffung, Unterhalt und Verwaltung einsparen. Zudem ermöglicht Carsharing eine flexible Anpassung des Fahrzeugbedarfs an aktuelle Anforderungen.

Aktuelle Statistiken und Praxisbeispiele

Die Carsharing-Branche in Deutschland verzeichnet ein stetiges Wachstum. Zum Jahresbeginn 2022 stellten 243 Anbieter in 935 Orten in Deutschland 30.200 CarSharing-Fahrzeuge bereit. Zum Stichtag 1. Januar waren fast 3,4 Millionen Fahrberechtigte bei mindestens einem CarSharing-Angebot angemeldet – 18 Prozent mehr als im Vorjahr.

Ein bemerkenswertes Praxisbeispiel ist die Stadt Karlsruhe. Dort hat die enge Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung und dem Carsharing-Anbieter Stadtmobil zu einem flächendeckenden Angebot geführt. Mit über 1.000 Fahrzeugen und einer hohen Nutzerdichte gilt Karlsruhe als Vorreiter in Deutschland. Dieses erfolgreiche Modell zeigt, wie durch gezielte Förderung und Integration von Carsharing in das städtische Mobilitätskonzept eine nachhaltige Verkehrswende erreicht werden kann.

Carsharing als Bestandteil nachhaltiger Verkehrskonzepte

Carsharing integriert sich nahtlos in nachhaltige Verkehrskonzepte und fördert die sogenannte „geteilte Mobilität“. Durch die Kombination von Carsharing mit anderen umweltfreundlichen Verkehrsmitteln wie dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), Fahrrad- und Fußverkehr entsteht ein vielfältiges Mobilitätsangebot, das den individuellen Autobesitz überflüssig machen kann. Dieses integrierte Mobilitätskonzept reduziert nicht nur den Verkehr, sondern auch die damit verbundenen Emissionen und trägt somit zur Erreichung der Klimaziele bei.

Ein Beispiel für die erfolgreiche Integration von Carsharing in ein nachhaltiges Verkehrskonzept ist die Stadt Bremen. Dort wurde Carsharing als fester Bestandteil in die städtische Mobilitätsstrategie aufgenommen. Durch die Bereitstellung von Carsharing-Fahrzeugen an zentralen Knotenpunkten des ÖPNV und die Schaffung von Anreizen für Carsharing-Nutzer konnte der private Autobesitz signifikant reduziert werden. Dieses Modell dient vielen anderen Städten als Vorbild.

Herausforderungen und Zukunftsperspektiven

Trotz der positiven Entwicklungen steht Carsharing vor Herausforderungen. In ländlichen Gebieten ist die Nachfrage oft geringer, was die Wirtschaftlichkeit von Carsharing-Angeboten erschwert. Zudem konkurriert Carsharing in urbanen Gebieten mit dem weiterhin hohen Statuswert des privaten Autobesitzes.

Dennoch bieten technologische Entwicklungen und politische Maßnahmen vielversprechende Zukunftsperspektiven. Die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung ermöglichen eine bessere Integration von Carsharing in multimodale Mobilitätsplattformen. So können Nutzer in einer einzigen App verschiedene Verkehrsmittel – vom ÖPNV über E-Scooter bis hin zu Carsharing-Fahrzeugen – buchen und kombinieren.

Zudem setzen viele Anbieter verstärkt auf Elektrofahrzeuge, um die ökologische Bilanz weiter zu verbessern. Städte wie Hamburg und München fördern bereits gezielt elektrische Carsharing-Flotten durch die Bereitstellung von Ladeinfrastruktur und speziellen Parkzonen.

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Unterstützung durch die Kommunen. Städte, die Carsharing in ihre Mobilitätsstrategien integrieren, profitieren von einer Entlastung des Verkehrs, reduzierten Emissionen und einem effizienteren Flächennutzungsmanagement. Kommunale Förderprogramme und Kooperationen mit privaten Anbietern könnten die Verbreitung weiter steigern.

Fazit: Carsharing als Wegbereiter der Verkehrswende

Carsharing stellt eine nachhaltige und wirtschaftlich attraktive Alternative zum privaten Autobesitz dar. Es reduziert die Anzahl der Fahrzeuge, verringert Emissionen und unterstützt die Entwicklung lebenswerter Städte mit weniger Verkehr und mehr Raum für alternative Mobilitätsformen.

Um das volle Potenzial von Carsharing auszuschöpfen, sind jedoch weitere Maßnahmen erforderlich. Dazu gehören der Ausbau der Infrastruktur, die Förderung von Elektromobilität sowie eine stärkere Einbindung in übergreifende Mobilitätskonzepte. Städte, Unternehmen und die Politik sind gefordert, Anreize für die Nutzung zu schaffen und die Akzeptanz in der Bevölkerung weiter zu steigern.

Carsharing kann damit einen entscheidenden Beitrag zur Verkehrswende leisten – hin zu einer nachhaltigen, geteilten Mobilität, die individuelle Flexibilität mit ökologischer Verantwortung verbindet.

Mehr zur Kampagne Move to Improve hier. 

Das könnte Sie auch interessieren
Jürgen Pietsch erläuterte in Hamburg, wie städtische Böden CO2 dauerhaft speichern könnten. Kleingartenanlagen würden so einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Klimaschutz dank Kleingartenanlagen
Shanghai ist mit fast 30 Millionen Einwohner*innen vermutlich die drittgrößte Stadt der Welt. Bildquelle: Unsplash
Was ist die größte Stadt der Welt?
Naturnahe, artenreiche Stadtnatur zum Thema Heimische Insektenfreundliche Sträucher
Heimische Insektenfreundliche Sträucher: Grundlagen, Nutzen und Umsetzung
eine-luftaufnahme-einer-stadt-durch-die-ein-fluss-fliesst-mZSAEYCEFa8
Fehlbelegung von Spielplätzen erkennen – maschinelles Lernen in der Analyse
Mehr Raum zum Lernen
Landschaftsarchitektur-Preis 2022: die Nominierten
Eine lebendige städtebauliche Szene zum Thema Wie Sieht Ein Bebauungsplan aus
Wie Sieht Ein Bebauungsplan aus?
eine-gruppe-von-personen-ausserhalb-eines-gebaudes-o18qa3wFuys
Wie Kigali Bauprozesse digitalisiert und informelle Strukturen integriert
eine-stadtstrasse-voller-verkehr-neben-hohen-gebauden-L7RbsRIG7DQ
Hitzefaktor Asphalt – Alternativen zu schwarzem Straßenbau
Städtebaupreis 2020: Sieger*innen stehen fest

Studentische Arbeiten II: Die G+L im September 2021

Aurelia Ibach
Aurelia Ibach

Das Heft als Teaser: weitere studentische Arbeiten online

Im September 2019 veröffentlichten wir die erste G+L mit dem Titel „Studentische Arbeiten“. Hier stellten wir außergewöhnliche Projekte vor, die im Jahr zuvor in den Landschaftsarchitektur­studiengängen deutscher Universitäten entstanden sind. Nun, zwei Jahre später und unter ganz anderen Studienbedingungen (die Corona-Pandemie lässt grüßen), setzen wir die Ausgabe zur Reihe fort (und denken im Übrigen bereits jetzt schon wieder voller Begeisterung über das Folgeheft „Studentische Arbeiten III“ nach).

Damit alles fair bleibt, konzentrieren wir uns im vorliegenden Heft auf Abschluss- und Projektarbeiten, die an Hochschulen und ­Uni­versities of Applied Sciences entstanden sind. Unser Ziel: heraus­ragenden studentischen Arbeiten und den Nachwuchs­talenten, die dahinter stehen, eine Plattform zu geben und Sicht­barkeit für ­Ausnahmetalente zu schaffen.

Bei unseren Vorgesprächen mit Professor*innen und Studierenden mussten wir in der G+L-Redaktion schnell akzeptieren: Ein Heft mit 66 Seiten reicht in keinem Fall aus, die vielen, wirklich guten und spannenden Projekte angemessen vorzustellen, die aktuell an unseren Hochschulen gemacht werden. In diesem Sinne: Sehen Sie das vorliegende Heft bitte als Teaser. Denn: Noch mehr studentische Projekte veröffentlichen wir in den kommenden September-Tagen – Projekt für Projekt – hier, bei uns auf der Webseite.

Was sollten Berufsanfänger*innen anders machen?

Abgesehen von den Projekten aus den Häusern TH Ostwestfalen-Lippe, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, FH Erfurt und BTU Cottbus-Senftenberg bietet das Heft zudem ein paar sehr persön­liche Insights in das Hochschulleben: Eine Absolventin fasst für uns zusammen, was sie gerne vor ihrem Landschaftsarchitekturstudium gewusst hätte, fünf HSWT-Professor*innen sagen frei heraus, was Studierende aus ihrer Sicht nicht wissen (bzw. nicht checken), eine Landschaftsarchitektin blickt zurück auf ihre ersten Monate im Berufsleben und René Rheims von KRAFT.RAUM erörtert, was Berufsanfänger*innen anders machen sollten.

In diesem Sinne: Viel Freude beim Lesen und Stöbern sowie schon mal einen guten Start ins neue Semester (vielleicht diesen Herbst doch tatsächlich wieder ein bisschen in Präsenz?!).

Die G+L 09/21 ist bei uns im Shop erhältlich.

Buga 2029: Wettbewerb für Bacharach entschieden

Blick auf den Münzbach. Quelle: Buga2029/urbanegestalt Köln
Blick auf den Münzbach. Quelle: Buga2029/urbanegestalt Köln

Die Bundesgartenschau 2029 findet im Welterbe Oberes Mittelrheintal statt. Dies verläuft auf 67 Rheinkilometern und circa 620 Quadratkilometern von Bingen/Rüdesheim bis nach Koblenz. Mit dem Arbeitstitel „Willkommen am Wasser“ will man dort Menschen, Welterbe-Tal und BUGA verbinden. Die BUGA 2029 findet dabei an mehreren Orten gleichzeitig statt. Für einen der drei Schwerpunktbereiche, Bacharach im Kreis Mainz-Bingen, steht nun der Wettbewerbssieger fest. Aus zehn Entwürfen überzeugte das Landschaftsarchitekturbüro urbanegestalt (Köln) zusammen mit Hille und Tesch Architekten (Ingelheim). Lesen Sie hier mehr zum freiraumplanerischen Gestaltungswettbewerb.

Buga 2029 - Projektteam und Motto. Quelle: Buga2029/urbanegestalt Köln
Buga 2029 – Projektteam und Motto. Quelle: Buga2029/urbanegestalt Köln

Vom Kleinod zum Versprechen für die Zukunft

Bacharach ist eine historische Stadt mit Burg, Kloster und Fachwerkhäusern. Sie hat sich bereits einen Namen als poetischen, weltoffenen Treffpunkt gemacht. Doch nicht nur die Architektur und Kulturgeschichte des Ortes ist einen Besuch wert, sondern auch die Natur. So setzt sich die Stadt und die Buga 2029 das gemeinsame Ziel, die Verbindung zwischen Rheinanlagen und Altstadt stärker zu verknüpfen. Den Einheimischen und Besuchenden soll ein entschleunigtes Erlebnis geboten werden. Das 10 Hektar große Planungsgebiet verläuft dabei vom Werth bis zum Strand beim Campingplatz. Hier kommt also vieles zusammen: Altstadtcharme, Landschaftspark, Sport- und Freizeitmöglichkeiten, Strandbad sowie Camping. 

Die Landesbeauftragte für die Buga 2029, Staatssekretärin Simone Schneider, ist begeistert: „Ich freue mich, dass die Buga in Bacharach weiter Gestalt annimmt. Der Siegerentwurf verkörpert das erklärte Ziel der Buga, den Fluss erlebbar zu machen und kombiniert dies mit der einzigartigen mittelalterlichen Innenstadt und vielen kreativen Ideen aus der Stadt selbst“. Und laut Stadtbürgermeister Philipp Rahn beinhaltet der Siegerentwurf genau die eingebrachten Ideen der Bürger*innen Bacharachs. Insofern sagt er: „So können wir das Kleinod Bacharach bis zur Buga 2029 nicht nur im Hinblick auf unsere Geschichte, sondern auch für künftige Generation weiterentwickeln“.

So idyllisch ist Bacharach. Quelle: Buga2029/urbanegestalt Köln
So idyllisch ist Bacharach. Quelle: Buga2029/urbanegestalt Köln

Robuster Rahmen für Poesie

Der Siegerentwurf bietet für die Ausstellungen und Veranstaltungen der Buga 2029 einen robusten Rahmen. So sagt der Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft, Jochen Sandner: „Die Buga-Konzeption baut auf den Grundlagen der dauerhaften Neugestaltung des Geländes auf. Künftige Buga-Besucher werden sich sicherlich auf viele farbenfrohe und fantasievolle Überraschungen freuen können, die von der Grünen Branche für die Besuchserlebnisse beim Sommerfestival Bundesgartenschau 2029 geschaffen werden“.

Der Arbeitstitel des Entwurfs zur Buga 2029 lautet dabei „Inseln der Poesie“. Auf den Inseln sollen besondere Orte mit verschiedenen, inspirierenden Funktionen geschaffen werden. Unter dem Überbegriff Poesie führt man verschiedene Themen zusammen: Kreativität mit Malerei und Ästhetik sowie Naturerlebnis mit Reise und Aufbruch. Das Gewinnerteam unterteilt die „Inseln der Poesie“ dabei in „Auenufer“, „Park“ und „B(e)acharach“.

Drei Freiraumtypologien für das Areal

Urbanegestalt und ihr Team gliedern den Bearbeitungsbereich der Buga 2029 in drei Freiraumtypologien: Auenpark, Landschaftspark sowie Sport- und Freizeitpark mit Strandbad. Jede dieser Typologien verspricht dabei eine andere Atmosphäre. Währenddessen verknüpft die am Rhein verlaufende Uferpromenade die Freiräume miteinander. 

Auenufer

Im Norden ist das „Auenufer“ zu finden. Hier wandelt man einen Teil der Landschaft in eine Auenlandschaft um. Der Weg schlängelt sich durch eine naturnahe Bepflanzung und kreiert so Nischen und Rückzugsorte. Die entspannte Atmosphäre ergänzt der Tonnenhof als gastronomisches Angebot.

Klimagarten samt Gewächshaus

Der Weg führt weiter zum sogenannten Klimagarten samt Gewächshaus. Der Bereich besteht aus Rasenflächen und trockenheitsresistenten Pflanzungen. Die Uferpromenade läuft entlang eines Fähranlegers. Hier kann man zum Bacharacher Werth übersetzen. Die Münzbachlagune verbindet dabei das „Auenufer“ mit dem Holzdeck am Fähranleger. Auf großen Steinen kann man hier über den Rhein laufen. Allgemein plant man einen aneignungsbaren Uferbereich entlang der Promenade — zum Beispiel mit Sitzstufen.

Landschaftsgarten

Der nächste Abschnitt führt in den sogenannten Landschaftsgarten. Hier, im historischen Teil des Parks, werden die ursprünglichen Wegeverbindungen der Rheinanlagen übernommen. Außerdem entsiegelt man den bisherigen Parkplatz, um den Landschaftspark fortzuführen. Dabei bieten Sitzgelegenheiten entlang der Wege idyllische Aussichten auf den Rhein beziehungsweise die Stadt.

Planausschnitt Nord. Quelle: Buga2029/urbanegestalt Köln
Planausschnitt Nord. Quelle: Buga2029/urbanegestalt Köln

Camping mit Gruppenzeltplätzen oder Tiny Houses

Die zentrale Wiese im Planunsggebiet dient Sport und Veranstaltungen. Zusätzlich könnten Beachvolleyball Felder und eine Calisthenics Anlage den Bereich ergänzen. Und am Ufer gibt es einen mobilen Weinpavillon.

Im südlichen Planabschnitt entsteht ein großzügiger Bereich mit Aktivitäten für alle Altersgruppen. Die Fläche grenzt an das Standbad und den Campingplatz an. Sie hat demnach das Potential, Besuchende und insbesondere die jüngeren Generationen von Bacharach auch nach der Buga 2029 anzusprechen. Hier könnte der Campingplatz auf innovative Elemente setzen. Gruppenzeltplätze oder Tiny Houses würden eine vielfältige und nachhaltige Campingerfahrung ermöglichen.

Planausschnitt Mitte. Quelle: Buga2029/urbanegestalt Köln
Planausschnitt Mitte. Quelle: Buga2029/urbanegestalt Köln
Planausschnitt Süd. Quelle: Buga2029/urbanegestalt Köln
Planausschnitt Süd. Quelle: Buga2029/urbanegestalt Köln

Wie es weiter geht

Der Realisierungsteil des freiraumplanerischen Wettbewerbs umfasst nur die Rheinanlagen. Der Übergang zur Altstadt und der B9 gehört zum Ideenteil. Dieser dient lediglich als stadtplanerischer Vorschlag. Hier berücksichtigt das Siegerteam weitestgehend die Vorgaben gemäß der Planung des Landesbetriebs Mobilität. Sie schlagen beispielsweise vor, beim künftigen Edeka-Markt mittels eines Mobilitäts-Hubs die Parkmöglichkeiten zu optimieren.

Die eigentliche Arbeit beginnt aber erst jetzt. Buga-Geschäftsführer Sven Stimac sagte hierzu: „Gemeinsam mit der Stadt Bacharach und den Preisträgern werden wir intensiv beraten, welche Vorschläge aus dem Entwurf finanziert, umgesetzt und nachhaltig betrieben werden können. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit“. Auch lobte man bereits zwei weitere Wettbewerbe für Abschnitte der Buga 2029 aus.

Schon gewusst? Die BUGA 2031 findet in Wuppertal statt. Mehr dazu hier.