Crowdflow-Analysen zur Nahmobilität – Fußverkehr wird sichtbar

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Eine geschäftige Straßenansicht mit viel Verkehr und hohen Gebäuden in der Großstadt, aufgenommen von Bin White

Wo Menschen sich bewegen, entstehen Muster, Konflikte – und riesige Chancen für die Stadt von morgen. Dank Crowdflow-Analysen werden die unsichtbaren Wege des Fußverkehrs endlich sichtbar. Wer verstehen will, wie Nahmobilität wirklich funktioniert, darf sich nicht auf Annahmen verlassen, sondern muss den urbanen Puls in Echtzeit lesen. Willkommen in der Ära der datenbasierten Stadtplanung, in der jeder Schritt zählt und aus Gehwegen echte Lebensadern werden.

  • Einführung in die Bedeutung von Crowdflow-Analysen für die Nahmobilität und den Fußverkehr
  • Technische Grundlagen: Datenerhebung, Analyseverfahren und Visualisierungsmöglichkeiten
  • Praktische Anwendungsbeispiele aus dem deutschsprachigen Raum und internationale Benchmarks
  • Chancen für eine zukunftsfähige, nachhaltige und resiliente Stadtgestaltung
  • Herausforderungen: Datenschutz, Akzeptanz, Governance und algorithmische Verzerrungen
  • Relevanz für Planer, Städte, Verwaltung und Politik
  • Integration von Crowdflow-Analysen in klassische Planungsprozesse
  • Kritische Reflexion: Von der Datenflut zum Mehrwert für die Stadtgesellschaft

Crowdflow-Analysen: Der neue Blick auf die Nahmobilität der Stadt

Stadtplanung ist seit jeher eine Disziplin der Beobachtung und Interpretation. Doch wer heute wissen will, wie sich Menschen durch urbane Räume bewegen, muss mehr bieten als bloße Zählungen an neuralgischen Punkten oder Umfragen im Quartier. Crowdflow-Analysen sind der Schlüssel, um die Dynamik der Nahmobilität im Detail zu verstehen: Sie machen sichtbar, wie Fußgängerströme durch die Stadt pulsieren, wo sich Engpässe bilden, welche Wege bevorzugt oder gemieden werden und wie sich das Verhalten in Echtzeit ändert. Das ist mehr als nur ein nettes Gimmick für datenverliebte Nerds – es ist das Fundament für eine neue, bedarfsgerechte Gestaltung von Straßen, Plätzen und Parks.

Das Prinzip ist ebenso einfach wie revolutionär: Mithilfe von Sensoren, Kameras, anonymisierten Mobilfunkdaten oder Bluetooth-Tracking werden Bewegungsmuster großflächig und kontinuierlich erfasst. Aus Millionen Einzeldaten entstehen präzise Analysen und Visualisierungen, die Stadtplanern helfen, das tatsächliche Verhalten der Menschen zu entschlüsseln. Wo entstehen Rückstaus an Fußgängerampeln? Welche Abkürzungen werden jenseits der geplanten Wege genutzt? Wie beeinflussen Wetter, Tageszeit oder Veranstaltungen die Frequenzen auf Gehwegen und Promenaden? Solche Fragen lassen sich heute nicht mehr nur spekulativ beantworten, sondern mit belastbaren, hochaufgelösten Daten.

Die Auswirkungen auf die Nahmobilität sind enorm: Während sich früher die Planung auf Kennwerte wie die „Fußgängerfreundlichkeit“ eines Quartiers oder die Breite von Gehwegen stützte, liefern Crowdflow-Analysen eine neue Qualität der Evidenz. Sie zeigen nicht nur, wo Menschen gehen, sondern auch, warum sie bestimmte Routen wählen oder meiden. Damit eröffnen sich neue Perspektiven für die Verteilung von Verkehrsflächen, die Gestaltung von Kreuzungen, die Platzierung von Sitzgelegenheiten oder die Integration von Grünstrukturen. Kurz: Die Stadt wird vom Reißbrett in die Wirklichkeit geholt – und umgekehrt.

Doch bevor der große Hype ausbricht, lohnt sich ein kritischer Blick auf die Voraussetzungen. Die Erhebung und Auswertung von Bewegungsdaten ist hochkomplex und erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen technischen Dienstleistern, Verwaltung, Datenschutzbeauftragten und nicht zuletzt den Bürgern selbst. Denn nur wenn die Akzeptanz in der Bevölkerung gegeben ist und die Daten transparent sowie verantwortungsvoll genutzt werden, kann aus der Analyse ein echter Mehrwert für alle entstehen.

Crowdflow-Analysen markieren deshalb einen Paradigmenwechsel in der Stadtplanung: Sie ersetzen nicht das klassische Fachwissen, sondern ergänzen es um eine neue, empirisch gestützte Dimension. Wer sie nutzt, plant nicht mehr „auf Verdacht“, sondern mit messbaren Fakten – und das macht den Unterschied zwischen gut gemeint und wirklich gut gemacht.

Technik, Methoden und Visualisierung: Wie Crowdflow-Analysen funktionieren

Die technische Basis von Crowdflow-Analysen ist so vielfältig wie die Städte selbst. Im Zentrum steht die Erhebung von Bewegungsdaten, die je nach Anwendungsfall und regulatorischem Rahmen auf ganz unterschiedliche Weise erfolgen kann. Am bekanntesten sind Kamerasysteme mit automatischer Bildauswertung, die an Knotenpunkten oder entlang wichtiger Achsen installiert werden. Sie erkennen und zählen Fußgänger, analysieren Bewegungsrichtungen und können – bei entsprechender Kalibrierung – sogar Geschwindigkeiten und Aufenthaltsdauern erfassen. Moderne Systeme arbeiten dabei mit Künstlicher Intelligenz, die es ermöglicht, einzelne Bewegungen im Datenstrom zu identifizieren und zu anonymisieren, um den Datenschutz zu gewährleisten.

Eine weitere wichtige Datenquelle sind Mobilfunk- und WLAN-Daten, die durch die Auswertung von anonymisierten Verbindungsdaten von Smartphones Aufschluss über Bewegungsmuster geben. Hierbei werden keine individuellen Bewegungsprofile erstellt, sondern aggregierte Ströme, die Rückschlüsse auf die Nutzung von Wegen und Plätzen zulassen. Besonders in großen Events oder Bahnhofsvierteln haben sich diese Methoden als wertvoll erwiesen, um Spitzenlasten zu erkennen und gezielt zu steuern. Ergänzend kommen Bluetooth- oder RFID-Tracking zum Einsatz, etwa bei Pilotprojekten in Innenstädten, wo gezielt die Wege bestimmter Nutzergruppen – beispielsweise Pendler oder Touristen – analysiert werden sollen.

Ein entscheidender Schritt ist die Datenaufbereitung und Analyse. Rohdaten allein helfen wenig, wenn sie nicht in räumliche und zeitliche Zusammenhänge gebracht werden. Moderne Crowdflow-Tools bieten deshalb intelligente Filter, Heatmaps und Flow-Visualisierungen, die komplexe Bewegungsmuster sichtbar machen. Besonders spannend wird es, wenn diese Daten mit anderen städtischen Informationen verknüpft werden: Wetterdaten, Veranstaltungspläne, Baustellen oder veränderte Ampelphasen. Daraus entstehen digitale Zwillinge des Fußverkehrs, die es ermöglichen, verschiedene Szenarien durchzuspielen und die Wirkung von Maßnahmen präzise zu prognostizieren.

Die Visualisierung ist dabei mehr als nur ein netter Nebeneffekt. Erst durch ansprechende, leicht verständliche Darstellungen werden die Ergebnisse auch für Fachfremde, Politik und Öffentlichkeit nachvollziehbar. Interaktive Karten, animierte Strömungsbilder oder Virtual-Reality-Modelle machen die abstrakten Zahlen greifbar und fördern so die Akzeptanz geplanter Veränderungen. Gerade in Beteiligungsprozessen ist das ein unschätzbarer Vorteil: Wer sieht, wie der eigene Schulweg im Kontext des Gesamtverkehrs funktioniert, entwickelt ein anderes Verständnis für geplante Maßnahmen – und bringt sich eher konstruktiv ein.

Abschließend muss betont werden: Trotz aller Technik ist die Qualität der Crowdflow-Analyse immer nur so gut wie die Datengrundlage und die Interpretation. Ohne sorgfältige Plausibilitätsprüfungen, die Einbeziehung lokaler Kenntnisse und einen kritischen Blick auf die Algorithmen bleibt das Bild unvollständig. Wer aber die richtigen Fragen stellt und die Vielfalt der Methoden klug kombiniert, kann aus dem Datendschungel wertvolle Erkenntnisse für die urbane Zukunft gewinnen.

Praxisbeispiele: Wie Crowdflow-Analysen die Stadtplanung verändern

Im deutschsprachigen Raum zeigen erste Städte eindrucksvoll, wie Crowdflow-Analysen die Nahmobilität und Stadtgestaltung auf ein neues Niveau heben. München etwa hat im Rahmen der Umgestaltung des Hauptbahnhofs und seines Umfelds umfangreiche Fußgängerzählungen mittels Wärmebildkameras durchgeführt. Die daraus gewonnenen Daten machten deutlich, dass bestimmte Querungen deutlich stärker frequentiert wurden als bisher angenommen. Als Konsequenz wurden neue Überwege geschaffen, Ampelschaltungen angepasst und temporäre Leitsysteme installiert, um den Menschenstrom effizienter zu lenken. Das Ergebnis: weniger Gedränge, mehr Aufenthaltsqualität und eine spürbar entspanntere Atmosphäre im sonst so hektischen Bahnhofsviertel.

Auch in Zürich wird intensiv mit Crowdflow-Daten gearbeitet. Ein besonders spannendes Projekt ist die Analyse der Bewegungsmuster im Seefeldquartier, einem beliebten Wohn- und Freizeitareal. Hier zeigte sich, dass viele Fußgänger abseits der geplanten Wege durch Grünflächen und über inoffizielle Trampelpfade liefen. Statt diese „Desire Lines“ zu verbieten, wurden sie als Impuls für die Planung genutzt: Neue Wege wurden angelegt, bestehende Verbindungen ausgebaut und die Aufenthaltsqualität an den beliebtesten Punkten gezielt verbessert. Das Quartier wurde dadurch nicht nur fußgängerfreundlicher, sondern auch sozial durchmischter und sicherer.

Ein weiteres Beispiel kommt aus Wien, wo Crowdflow-Analysen im Zuge der temporären Umwidmung von Straßenflächen während der Corona-Pandemie eingesetzt wurden. Hier zeigte sich, dass flexible Maßnahmen wie Pop-up-Gehwege oder temporäre Fahrradspuren zu einer signifikanten Entlastung der Hauptverkehrsachsen führten. Die Stadt konnte auf Basis der Echtzeitdaten sofort reagieren und Flächen dort erweitern, wo es wirklich nötig war – ein Paradebeispiel für adaptive, nutzerzentrierte Stadtplanung.

International lohnt sich der Blick nach London oder Kopenhagen, wo Crowdflow-Analysen längst fester Bestandteil der Verkehrssteuerung sind. In London werden die Daten genutzt, um die Kapazitäten von U-Bahnstationen in Spitzenzeiten zu optimieren, in Kopenhagen helfen sie, die Belastung der berühmten Fahrradbrücken und Fußwege im Griff zu behalten. Bemerkenswert ist dabei, dass in beiden Städten die Ergebnisse nicht nur intern genutzt, sondern auch öffentlich zugänglich gemacht werden – als Open Data für Entwickler, Wissenschaft und engagierte Bürger.

Die Lehre aus all diesen Beispielen: Crowdflow-Analysen entfalten ihren größten Nutzen, wenn sie nicht als Selbstzweck betrieben, sondern als integrativer Bestandteil der Stadtentwicklung verstanden werden. Sie ermöglichen es, flexibel auf neue Herausforderungen zu reagieren, Maßnahmen zu evaluieren und die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Damit wächst die Chance, dass Nahmobilität nicht nur technisch effizient, sondern auch lebensnah und inklusiv gestaltet wird.

Chancen, Herausforderungen und die Zukunft der datenbasierten Nahmobilität

Die Potenziale von Crowdflow-Analysen für die Nahmobilität sind immens. Sie reichen von der Optimierung des Wegenetzes über die Erhöhung der Sicherheit bis hin zur Förderung von Gesundheit und Lebensqualität. Besonders im Kontext der Klimaanpassung und nachhaltigen Stadtentwicklung gewinnen sie an Bedeutung: Wer weiß, wo Menschen tatsächlich gehen, kann gezielt Schattenplätze schaffen, Trinkwasserstationen platzieren oder Grünachsen so gestalten, dass sie angenommen werden. Auch bei der Integration neuer Mobilitätsformen wie E-Scootern, Lastenrädern oder Mikro-ÖPNV liefern die Analysen wertvolle Hinweise, wie Flächen effizient und konfliktfrei genutzt werden können.

Doch mit den Chancen wachsen auch die Herausforderungen. Datenschutz ist und bleibt ein zentrales Thema: Die Erhebung und Verarbeitung von Bewegungsdaten muss transparent, anonymisiert und im Einklang mit der Datenschutzgrundverordnung erfolgen. Nur so kann das Vertrauen der Bevölkerung erhalten und weiter ausgebaut werden. Gleichzeitig müssen die Verantwortlichen sicherstellen, dass die Algorithmen fair und diskriminierungsfrei arbeiten. Verzerrungen in den Daten – etwa durch unterschiedliche Smartphone-Nutzungsraten in verschiedenen Bevölkerungsgruppen – können zu Fehlinterpretationen und damit zu ungerechten Entscheidungen führen. Hier ist ein hohes Maß an technischer und ethischer Kompetenz gefragt.

Eine weitere Hürde ist die Integration von Crowdflow-Analysen in bestehende Planungs- und Entscheidungsprozesse. Noch immer dominiert in vielen Kommunen ein eher traditionelles Verständnis von Stadtplanung, das auf statischen Modellen und Erfahrungswerten basiert. Die Einführung datenbasierter Methoden erfordert deshalb nicht nur technisches Know-how, sondern auch einen kulturellen Wandel: Planer müssen lernen, mit Unsicherheiten und dynamischen Szenarien umzugehen, Politik und Verwaltung müssen bereit sein, neue Wege zu gehen und sich auf Evidenz statt auf Bauchgefühl zu verlassen.

Auch die Governance-Frage ist nicht trivial: Wem gehören die erhobenen Daten? Wer entscheidet über deren Nutzung? Und wie können sie so aufbereitet werden, dass sie allen Beteiligten – von der Verwaltung über die Wissenschaft bis zur Zivilgesellschaft – zugutekommen? Hier sind offene Plattformen, klare Regeln und eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit gefragt. Nur so kann verhindert werden, dass wertvolle Erkenntnisse in proprietären Silos verschwinden oder zum Spielball kommerzieller Interessen werden.

Trotz aller Herausforderungen ist die Richtung klar: Die Zukunft der Nahmobilität liegt in der intelligenten, datenbasierten Gestaltung des öffentlichen Raums. Crowdflow-Analysen sind dabei kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, das – richtig eingesetzt – dazu beitragen kann, die Stadt der Zukunft lebenswerter, gerechter und widerstandsfähiger zu machen. Es liegt an Planern, Verwaltung und Gesellschaft, dieses Potenzial zu heben – mit Mut, Kompetenz und einer Prise Experimentierfreude.

Fazit: Fußverkehr wird sichtbar – und die Stadtplanung smarter

Die Zeit der Spekulationen ist vorbei: Dank Crowdflow-Analysen ist der Fußverkehr in der Stadt endlich messbar, sichtbar und gestaltbar geworden. Die neuen digitalen Werkzeuge eröffnen Planern, Verwaltungen und Politikern eine bislang ungeahnte Präzision bei der Analyse und Steuerung von Nahmobilität. Sie machen aus abstrakten Strömen konkrete Handlungsempfehlungen, aus subjektiven Eindrücken belastbare Entscheidungsgrundlagen.

Doch so faszinierend die Technik ist, so wichtig bleibt der menschliche Faktor. Nur wenn Daten verantwortungsvoll erhoben, transparent kommuniziert und partizipativ genutzt werden, entsteht ein echter Mehrwert für die Stadtgesellschaft. Crowdflow-Analysen sind kein Ersatz für Erfahrung, Intuition und Dialog – aber sie sind eine mächtige Ergänzung, die es ermöglicht, das komplexe Zusammenspiel von Raum, Bewegung und Verhalten besser zu verstehen und zu gestalten.

Die Beispiele aus München, Zürich, Wien und internationalen Metropolen zeigen, wie groß der Gewinn sein kann: Mehr Aufenthaltsqualität, sichere Wege, gerechtere Flächenverteilung und eine Nahmobilität, die wirklich an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet ist. Gleichzeitig wird deutlich: Die Integration in bestehende Planungsstrukturen ist eine Herausforderung, die nicht nur technisches, sondern auch kulturelles Umdenken erfordert.

Wer sich darauf einlässt, bekommt ein mächtiges Werkzeug an die Hand – und die Chance, die Stadt nicht nur zu verwalten, sondern aktiv und evidenzbasiert zu gestalten. Die Zukunft der Nahmobilität ist datenbasiert, offen und dynamisch. Und sie beginnt genau jetzt – mit jedem Schritt, den wir sichtbar machen.

Garten und Landschaft bleibt dabei Ihr verlässlicher Kompass für fundierte Analysen, kluge Einordnung und inspirierende Best Practices. Denn nirgendwo sonst finden Sie so viel Expertise, Tiefgang und Leidenschaft für die smarte Stadt von morgen.

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„Viele sagen, der Landschaftspark Wiese sei der schönste Ort in der Region.“

die Vermittlung und die Sensibilisierung im Landschaftspark Wiese. © Saskia Scherer

Die meisten Bewohnerinnen und Bewohner kennen ihn unter dem Namen „Lange Erlen“, andere bezeichnen ihn als das ehemalige Landesgartenschaugelände. Dabei hat dieser Park, der im Basler Rheinknie Deutschland mit der Schweiz verbindet, einen so viel schöneren Namen: Landschaftspark Wiese, nach dem gleichnamigen Fluss, der ihn durchfließt. Das Besondere an dem Park: Er liegt sowohl auf deutschem als auch auf Schweizer Grund. Und er ist Schauplatz der IBA Basel, die sich seit mehr als zehn Jahren erfolgreich für grenzüberschreitende Projekte im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz engagiert. Wir wollten mehr über diesen Landschaftspark erfahren und haben uns deshalb mit dem Hauptranger Yannick Bucher unterhalten.

Yannick Bucher, gemeinsam mit zwei deutschen Kollegen, arbeiten Sie seit Februar 2019 als Ranger im Landschaftspark Wiese. Wie dürfen wir uns Ihren Job vorstellen?
Die Hauptaufgabe von unserem Rangerdienst ist die Information, die Vermittlung und die Sensibilisierung im Landschaftspark Wiese. Letzteres bedeutet insbesondere, dass wir dafür Sorge tragen, dass die Besucherinnen und Besucher sich im Großen und Ganzen an die Regeln halten. Wir sorgen für ein positives miteinander zwischen Besuchern und Akteurinnen, im Gebiet wird das Trinkwasser der Region gewonnen und Landwirtschaft betrieben. Rangerdienste sind typisch für Nationalparks und auch einigermaßen typisch für Naturschutzgebiete. Eher speziell ist es, dass wir mit dem Landschaftspark Wiese in einem Gebiet tätig sind, das nicht nur reines Naturschutzgebiet ist. Denn hier gibt es auch andere Nutzungen wie Sportanlagen, Tierheime und Schrebergärten.

„Der Rangerdienst ist eine der zentralen Maßnahmen vom IBA Projekt Landschaftspark Wiese.“

Besonders am Rangerdienst im Landschaftspark Wiese ist aber auch, dass er binational aufgestellt ist.
Absolut richtig. Der Landschaftspark an sich ist binational. Da liegt es natürlich nahe, dass auch der dortige Rangerdienst binational aufgestellt ist, dass dieser im ganzen Park unterwegs ist und sich nicht an die Grenzen halten muss. Die Agglomeration Basel ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und die Freizeitaktivitäten haben sich aufgrund flexiblerer Arbeitszeiten ziemlich verändert. Damit stieg auch der Druck auf die lokalen Naherholungsgebiete. Den Rangerdienst hat man dann vor gut einem Jahr eingeführt, um dem zunehmenden Nutzungsdruck etwas entgegenzusetzen. Deswegen sind wir nicht nur Aufsichtsorgan, sondern haben ebenso auch Vermittlungsaufgaben inne. Und diese sind auch nötig.
Die Corona Pandemie hat den Effekt noch verstärkt: Wir hatten bereits vorher viele Besucherinnen und Besucher im Park. Die Besucherzahlen während des Lockdowns lagen weit über den normalen. Das zeigt, wie wichtig der stadtnahe grüne Erholungsraum für die Region ist.

Das kann ich mir vorstellen. Wie sieht diese Vermittlung, von der Sie gesprochen haben, konkret aus?
Wir bieten Führungen und organisieren auch Infotische. Wir versuchen dafür zu sensibilisieren, was in dem Raum passiert, wie die Trinkwassergewinnung und wie die Landwirtschaft im Park funktionieren. Wir bringen die Themen auf den Tisch, die man als Stadtbewohner wenig erleben kann, und vermitteln diese.

Wie ist der Rangerdienst organisiert?
Insgesamt haben wir drei Auftraggeber: die Stadt Weil am Rhein, die Gemeinde Riehen und den Kanton Basel-Stadt. Ich bin bei der Umweltberatungsfirma „Hintermann & Weber AG“ angestellt, die den Auftrag von der Stadt Basel erhalten hat und meine beiden deutschen Partner sind beim Trinationalen Umweltzentrum (TRUZ) beschäftigt.

Welche Maßnahmen hat man in den vergangenen Jahren im Rahmen der IBA Basel umgesetzt und welche sind noch geplant?
Wir selber, also der Rangerdienst, sind eine der zentralen Maßnahmen vom IBA Projekt Landschaftspark Wiese. Uns gibt es wie gesagt seit einem Jahr. Zudem ist für den Park eine einheitliche Beschilderung geplant, die an den Eingängen über den Park informiert, welche Möglichkeiten zur Erholung bestehen, aber auch, welche Auflagen daran gekoppelt sind: dass man Feuer nur in den Grillstellen machen darf und dass man seinen Müll mitnimmt etc. Die Basic-Regeln eben. Außerdem wird es im Park künftig einen Themenpfad geben, der die Themen Trinkwassergewinnung, Tiere und Pflanzen, aber auch die historische Entwicklung aufzeigt.

Die größte Maßnahme ist aber „Wiese vital“, richtig?
Genau, im Zuge einer Volksinitiative in der Schweiz hat das baselstädtische Stimmvolk beschlossen, auf dem ganzen Abschnitt auf Schweizer Boden den Fluss Wiese zu revitalisieren und zu renaturieren. Der untere Teil ist bereits revitalisiert, für den anderen Teil arbeitet man aktuell ein Bauprojekt aus. Das Ziel: Der Fluss soll wieder natürlicher fließen und mehr Platz haben.

Sie sind jetzt knapp 1,5 Jahre dabei. Was denken Sie, reichen die Bemühungen vor Ort aus, um den Landschaftspark Wiese langfristig vor dem Nutzungsdruck zu schützen?
Den wichtigsten Schritt hat man meiner Meinung nach mit dem Landschaftsrichtplan gemacht. Die Fläche kann nun nicht mehr überbaut werden und darüber bin ich froh. Mit sanften Mitteln ist man nun dran, den Erholungsraum des Parks zu schützen. Mit Beschilderungen, gezielter Information oder auch durch uns, dem Rangerdienst. Ich denke, da sind wir auf einem guten Weg. Das gleiche Feedback erhalten wir auch aus der Bevölkerung. Das Interesse am Gebiet wächst und das, was wir machen, wird geschätzt. Viele Besucher sagen, der Landschaftspark sei der schönste Ort in der Region. Und es kommen auch immer wieder Besucher, die fragen, wie sie helfen können, die etwas für das Gebiet tun wollen. Das alles zusammen stimmt mich sehr optimistisch.

Warum wir eine IBA-Basel-Serie gestartet haben? Das lesen Sie hier.

Sämtliche Beiträge zur IBA Basel 2020 finden Sie hier.

Eine Seilbahn schwebt über die Gärten der Welt in Berlin. (Foto: Thomas Rosenthal)

Eine Seilbahn schwebt über die Gärten der Welt in Berlin. (Foto: Thomas Rosenthal)

Auf kleinstem Raum lassen sich in Berlin-Marzahn die unterschiedlichsten Ansätze der Landschafts- und Gartenarchitektur studieren. Denn die Anlage Gärten der Welt vereint neben klassischen Tourist*innenattraktionen wie eine Seilbahn, Aussichtspunkte und einer Arena für Veranstaltungen noch mehr – nämlich Gartenkunst. Und zwar aus allen Herren Ländern und Kulturen. In verschiedenen Themengärten und Gartenkabinetten können Besucher*innen entsprechend Ansätze und Gestaltungen aus aller Welt betrachten. Hier erfahren Sie, welche Gärten der Welt Ihnen geboten werden.

Gärten der Welt präsentieren internationale Gartenkunst

Früher noch als “Erholungspark Marzahn” bekannt, wurde das Areal an der Ecke Eisenacher Straße und Blumberger Damm anlässlich der IGA 2017 erweitert und umgebaut. Insgesamt 43 Hektar Fläche belegt das Gelände, das heute den Namen “Gärten der Welt” trägt, seitdem.

Die Gärten der Welt bestechen mit vielen Attraktionen für Groß und Klein. Dabei kommen Gartenkunstenthusiast*innen genauso auf ihre Kosten wie Familien mit Kindern und Tourist*innen. So bietet der Park seit dem Umbau zur IGA 2017 inzwischen neun internationale Gartenkabinette, die traditionelle Techniken der Gartengestaltung präsentieren, elf Themengärten, und eine Arena für Veranstaltungen. Dazu kommen Spielplätze, ein Irrgarten und eine Seilbahn, die die Bezirke Marzahn und Hellersdorf miteinander verbinden.

Der Fokus  des Parks liegt aber – wie der Name schon verrät – auf den “Gärten der Welt”. Die Gartenkabinette und Themengärten erlauben es den Besucher*innen dementsprechend, Einblicke in die Gartenkunst verschiedener Kontinente, Epochen und Kulturkreisen zu erhalten. Welche internationalen Gärten im Park zu besichtigen sind, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Die Gärten der Welt – Übersicht

Chinesischer Garten

Als erster Garten der Welt entstand in den 1990er-Jahren der Chinesische Garten. Mit dem “Garten des wiedergewonnenen Mondes” wurde 1994 der größte Chinesische Garten Europas in Berlin erschaffen. Seine Planung begann 1994 im Rahmen einer Städtepartnerschaft zwischen Peking und Berlin als klassischer chinesischer Gelehrtengarten. Die Idee dahinter war auch, die Jahrtausende alte chinesische Gartenkunst in die Gegenwart zu übersetzen. 

Im Zentrum des Gartens sitzt der “Spiegel des Himmels”, ein 4 500 Quadratmeter großer See, an dessen Ufer sich ein Teehaus chinesischer Architektur mit der typisch geschwungenen und spektakulär auskragenden Dachkonstruktion befindet. Als charakteristische Bepflanzung kommen im Garten des wiedergewonnenen Mondes beispielsweise Magnolien, Chrysanthemen oder Bambus zum Einsatz. Übrigens: Der Mond im Namen steht sinnbildlich für die Wiedervereinigung des einst geteilten Berlins.

Größe: 27 000 Quadratmeter, inklusive 5 000 Quadratmetern Teichfläche
Eröffnung: 15. Oktober 2000
Planung: Klassisches Institut für Gartenarchitektur, Peking

Japanischer Garten

Der “Garten des zusammenfließenden Wassers” entsprang der Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Tokio. Basierend darauf soll der Garten die Idee eines harmonischen Miteinanders verkörpern. Darum bestimmt diesen Bereich der Gärten der Welt das Leitmotiv Wasser – es symbolisiert das Zusammenfließen von Kulturen und den Verlauf der Geschichte. 

Im Japanischen Garten findet sich demzufolge ein Wassergarten, aber auch ein Zengarten und ein Garten aus Rasenflächen, in denen insgesamt 300 Augengneissteine verteilt sind. Dazu kommt ein Pavillon – der Chaya – in seiner Mitte. 

Entsprechend der Japanischen Kultur, in der Stille eine besondere Bedeutung zukommt, ist auch der Japanische Garten im Park Die Gärten der Welt ein Ort, an dem Besucher*innen zur Ruhe kommen können. Fun Fact: Die Baustelle für den Japanischen Garten gilt als eine der leisesten in der Geschichte der Gärten der Welt.

Größe: 2 700 Quadratmeter
Eröffnung: 30. April 2003
Planung: Prof. Shunmyo Masuno

Balinesischer Garten

Der “Garten der drei Harmonien” entstand im Rahmen einer Städtepartnerschaft zwischen Jakarta und Berlin. Sein Name bezieht sich auf das balinesische Streben, im Einklang mit sich selbst, dem Umfeld und dem Universum zu leben. Auf diese dreifaltige Harmonie ist der Balinesische Garten ausgerichtet.

Dabei handelt es sich auch um den einzigen Garten in den Gärten der Welt, der gänzlich in einer Tropenhalle untergebracht ist. Eine Wohn- und Tempelanlage, in der auch die Berliner Bali-Gemeinde ihre Religion aktiv ausübt, bildet das zentrale Element des Gartens. Dahinter erstreckt sich zudem ein an einen balinesischen Tropenwald angelehnter Garten mit Reisterrassen und Pflanzen wie Schraubenbäumen, Hibiskus, Gardenien, Farnen, Orchideen und den duftgewaltigen Frangipani.

Größe: 2000 Quadratmeter in Leichtbauhalle
Eröffnung: 18. Dezember 2003
Planung: Putu Edy Semara

Orientalischer Garten

Der “Garten der vier Ströme” wurde nach den Gestaltungsprinzipien der traditionellen orientalisch-islamischen Gartenkultur entworfen. Daher verbirgt er sich einer vier Meter hohen Mauer. Damit spielt er mit dem Mythos des Gartens als verborgene Oase. Außerdem hilft die Abgrenzung dabei, das spezielle Klima im Garten aufrecht erhalten zu können.

In der Gartenanlage finden sich typisch orientalische Arkadengänge mit Ornamenten und Mosaiken. Dazu kommt ein viergeteilter Gartenhof mit einem Brunnen in der Mitte. Im Garten befinden sich Zier- und Nutzpflanzen: Granatäpfel, Oliven und Palmen, aber auch Flieder, Oleander und Magnolien.

Größe: 6 100 Quadratmeter
Eröffnung: 7. Juli 2005
Planung: Kamel Louafi, Prof. Mohammed El Faiz

Hier finden Sie weitere Projekte des Garten- und Landschaftsarchitekten Kamel Louafi.

Koreanischer Garten

Der “Seouler Garten” war ein Geschenk der Südkoreanischen Hauptstadt an Berlin. Er entstand nach einem Berlin-Besuch des Oberbürgermeisters von Seoul und war dafür gedacht, die Beziehungen zwischen den Städten zu vertiefen. 

Die Gestaltung des Koreanischen Gartens ist geprägt von Buddhismus, den Lehren von Konfuzius und dem volkstümlichen schamanischen Glauben. Dazu gehört auch das Gleichgewicht zwischen männlichen und weiblichen Kräften in der Natur. Beide werden im Garten mehrfach repräsentiert.

Im Koreanischen Garten finden sich zahlreiche Totempfähle und abstrakte Holzfiguren, die der schamanischen Kulturgeschichte Koreas entspringen. Geplant wurde er von koreanischen Gartenarchitek*innen, die eine koreanische Felslandschaft mit den typischen Kiefern, Fächerahornen, Eichen und Bambussen erschufen. Zentrales Bauwerk ist der “Kye Zeong” (Pavillon am Wasser), in dem sich typisch koreanische Wohnräume besichtigen lassen.

Größe: 4 000 Quadratmeter
Eröffnung: 31. März 2006
Planung: Samsung Everland Inc., Seoul

Irrgarten und Pflasterlabyrinth

Zur Gartenkultur gehören selbstverständlich auch Irrgärten, die ihren Ursprung in der Renaissance haben. Die Irrgartenanlage des britischen Königsschlosses Hampton Court war Vorbild für die Anlage in den Gärten der Welt. Diese wurde mit einer zwei Meter hohen Eibenhecke, bestehend aus über 1 200 Pflanzen, angelegt. Der Weg in das Zentrum des Pflasterlabyrinths dauert etwa zehn Minuten. Dort findet sich auch ein Aussichtsturm, der einen Überblick über das Labyrinth erlaubt.

Zusätzlich zum 3D-Irrgarten gibt es in den Gärten der Welt auch ein zweidimensionales Labyrinth aus Pflastersteinen. Hellgraue Steine markieren den Weg zur Mitte. Insgesamt 11 Umgänge, 28 Kehre und ebenfalls zehn Minuten führen zu dessen Mitte.

Größe: Heckenirrgarten: 2 000 Quadratmeter, Pflasterlabyrinth: 340 Quadratmeter
Eröffnung: 22. Juni 2007
Planung: gruppe F Landschaftsarchitekten, Berlin

Karl-Foerster-Staudengarten

Das 1957 erschienene Buch “Einzug der Gräser und Farne in die Gärten” von Karl Foerster war Inspirationsquelle für diesen Teil der Gärten der Welt.  Der Gärtner, Züchter und Gartenphilosoph prägte die deutsche und die internationale Gartenkultur nachhaltig – einerseits mit seinen Schriften, aber andererseits auch mit der Einführung von Wild- und Kulturstauden.

Stauden sind es deshalb auch, die den Karl-Foerster-Staudengarten dominieren. Zwischen streng geschnittenen Buchsbaumhecken finden sich geometrisch formal angelegte Beete mit Prachtstauden, die von landschaftlich geprägten Teilen des Gartens kontrastiert werden. So spielen anspruchsvolle Pflanzungen und frei gestaltete Naturgärten zusammen.

Abgesehen von einer Pergola befindet sich im Karl-Foerster-Staudengarten im Gegensatz zu den anderen Bereichen in den Gärten der Welt keinen architektonischen Strukturen. Die Farbe der Pergola – blau – geht übrigens auf eine Erwähnung in einem von Foersters Büchern zurück. Dort beschreibt er einen Blauton, den die Gartengestalter*innen in mühseliger Arbeit zu reproduzieren versuchten.

Größe: 3 600 Quadratmeter
Eröffnung: 9. Mai 1987, Neueröffnung am 9. März 2008
Planung: Dr. Johannes Schwarzkopf, Christian Meyer

Italienischer Renaissancegarten

Der “Giardino della Bobolina” ist ein Renaissancegarten, der sich stilistisch an der toskanischen Villengärten des 16. Jahrhunderts orientiert. Er ist der einzige Garten im Ensemble, der eine Epoche widerspiegelt und keine Stilrichtung.

Er basiert auf einer Vierteilung, die sich durch die gesamte Gestaltung zieht. Eine Loggia im ersten, in sich geschlossenen Gartenraum, ist Konzertveranstaltungsort. Von der Loggia aus, gelangen Besucher*innen in den viertgeteilten Hauptgarten mit einem Brunnen in der Mitte.

Eine originale Bobolina-Statue aus dem 16. Jahrhundert befindet sich ebenfalls, eingebettet in Hecken aus Buchs und Eibe, im Zentrum des Gartens. Gestalterische Elemente des Gartens, wie Säulen oder Treppen sind aus hellgrauem Sandstein. Eine Besonderheit ist zudem der “Giardino segreto”, der geheime Garten, den man über eine schmale Natursteintreppe betritt.

Größe: 3 000 Quadratmeter
Eröffnung: 31. Mai 2008
Planung: Levin Monsigny Landschaftsarchitekten, Berlin

Christlicher Garten

Der Christliche Garten ergänzt die Gärten der Welt seit 2011. Er ist dem Kreuzgang eines typischen mittelalterlichen Klostergartens nachempfunden. Den Namen “Raum der Sprache und des Wortes” ist aber vor allem maßgeblich geprägt von einer speziellen Installation. Sie zeigt modern gestaltete Texte aus der Bibel sowie Zitate aus Philosophie und Kultur. Die Texte reflektieren die Beziehung zwischen Mensch und Natur. Außerdem unterstreichen sie den Garten als Sinnbild des christlichen Lebens.

Die Installation besteht aus goldlackierte Metallbuchstaben, die Passagen aus dem Alten und Neuen Testament zitieren. Die daraus entstehenden transparenten Wände bilden den Wandelgang eines Klosters nach. In der Mitte des quadratischen Gartens befindet sich zudem ein Wasserspiel. Dieses steht einerseits für die Quelle des Lebens und andererseits für die verschiedenen Bedeutungen von Wasser im Christentum.

Größe: 1 000 Quadratmeter
Eröffnung: 29. April 2011
Planung: relais Landschaftsarchitekten, Berlin

Englischer Landschaftsgarten

Der Englische Landschaftsgarten darf in den Gärten der Welt natürlich nicht fehlen. Die ersten Parks, die diese Stilrichtung prägten, entstanden schließlich bereits im 18. Jahrhundert. Sie basierten auf der idyllischen Wildnis der Landschaftsmalerei und wichen von den bis anhin verbreiterten strengen Geometrischen Formen ab.

Gärten der Welt – weitere Attraktionen

Im Englischen Garten befindet sich ein typisches englisches Landhaus mit Reeteindeckung, dass von einem Gemüsegarten, Wiesen, Staudenbeeten, einem Rosengarten und Obstbäumen umgeben ist. Er entstand im Rahmen einer Stadtpartnerschaft mit dem englischen Halton und wurde im Rahmen der IGA Berlin 20217 eröffnet.

Das Englische Cottage in der Mitte der Anlage serviert übrigens selbstverständlich eine klassisch Englische Tea Time mit Earl Grey Tee, Gurkensandwiches und Scones.

Größe: 6 000 Quadratmeter
Eröffnung: 19. April 2017
Planung: Austin-Smith:Lord, Manchester

Jüdischer Garten

Der neuste Zugang zu den Gärten der Welt ist der Jüdische Garten, der erst 2021 Eröffnung feierte. In Blickweite zum christlichen Garten entstand seit Ende 2019 ein Themengarten rund um die jüdische Interpretation von Landschaftsarchitektur. Obwohl er als landschaftsarchitektonischer und künstlerischer Beitrag die Darstellung einer Weltreligion bezweckt, verzichtet er bewusst auf die Zurschaustellung von religiösen Schriften und Symbolen.

Stattdessen fokussiert der Jüdische Garten auf Pflanzen und Gewächse mit engem Bezug zur jüdischen Kultur, wie etwa Feigen, Mandeln, Kastanien oder Ulmen. Diese sind bekannt aus Schriften jüdischer und dem Judentum nahestehenden Autor*innen. Das Wegenetz, das durch die Anlage führt, gliedert den Garten, symbolisiert aber auch die Jüdische Diaspora, die über die Welt verstreut ist. Im Garten finden sich zudem gleich zwei skulpturale Pavillons, die einerseits Ruhe, andererseits aber auch Austausch fördern wollen. Darin sind etwa auch Veranstaltungen zur jüdischen Kultur geplant.

Die Allianz Umweltsstiftung, die bereits den Orientalischen Garten und den Christlichen Garten unterstützte, hatte den Jüdischen Garten initiiert. Mehr zu diesem Garten in den Gärten der Welt lesen Sie außerdem hier: Jüdischer Garten.

Fläche: etwa 2 000 Quadratmeter
Eröffnung: 2021
Planung: Manfred Pernice (Bildhauer), Wilfried Kuehn (Architekt) und atelier le balto Landschaftsarchitekten, Berlin

Zusätzlich zu den elf Themengärten gibt es in den Gärten der Welt zahlreiche weitere Attraktionen. Dazu gehört etwa ein Tagungszentrum mit biodiversem Gründach (mehr zum Thema Dachbegrünung finden Sie hier). Außerdem eine Arena, die insgesamt 5 000 Besucher*innen Platz bietet und einem Amphitheater nachempfunden ist. Mit der Seilbahn kann man zudem vom Kienberg über das Wuhletal direkt in die Gärten der Welt schweben und einen spektakulären Ausblick geniessen. Des Weiteren entstand im Rahmen der IGA 2017 im Übrigen auch der Wolkenhain, ein Aussichtsturm, der wie organisch gewachsen aussieht – selbstverständlich barrierefrei zugänglich.

Mehr Informationen zu den Gärten der Welt finden Sie hier.

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