Verkehrsinfrastruktur digital priorisieren – datenbasierte Investitionssteuerung

eine-luftaufnahme-einer-stadt-JSRekW1fRfY
Detaillierte Luftaufnahme einer Schweizer Stadt, aufgenommen von Ivan Louis.

Verkehrsinfrastruktur digital zu priorisieren klingt wie ein Buzzword aus dem Innovationslabor, doch in Wirklichkeit steht es für eine Revolution der Stadtplanung. Wer heute noch nach Bauchgefühl investiert, läuft Gefahr, von datenbasierten Prozessen überholt zu werden. Die Zukunft gehört Städten, die ihre Verkehrswege nicht nur verwalten, sondern intelligent steuern – und dabei jeden Euro dorthin lenken, wo er die größte Wirkung entfaltet. Willkommen in der Ära der datengetriebenen Investitionssteuerung.

  • Einführung in die datenbasierte Priorisierung von Verkehrsinfrastruktur und aktuelle Herausforderungen
  • Grundlagen und Potenziale digitaler Werkzeuge wie Urban Digital Twins und Big-Data-Analytik
  • Praxisbeispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie internationale Referenzen
  • Chancen und Stolpersteine: Von intelligenten Szenarien bis zur Gefahr des algorithmischen Tunnelblicks
  • Governance, Transparenz und neue Beteiligungsformate bei der digitalen Investitionssteuerung
  • Rechtliche, technische und kulturelle Hürden bei der Umsetzung in der DACH-Region
  • Ausblick: Wie datenbasierte Investitionssteuerung die Zukunft der Stadt- und Verkehrsplanung prägt

Warum Verkehrsinfrastruktur bisher falsch priorisiert wird – und was sich ändern muss

Die Priorisierung von Verkehrsinfrastruktur war lange ein Spiel mit vielen Unbekannten: Wo die nächste Brücke saniert, welches Straßenstück ausgebaut oder welcher Radweg neu angelegt wird, entschied sich meist anhand politischer Opportunität, subjektiver Dringlichkeit oder schlicht historischer Planungslogik. Das Ergebnis: Investitionsstaus, Fehlallokation öffentlicher Mittel, ein Flickenteppich von Einzelmaßnahmen ohne strategische Wirkung. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind diese Symptome omnipräsent – von bröckelnden Brücken über überlastete Verkehrsachsen bis hin zu Radwegen, die an Stadtgrenzen enden. Die Ursachen liegen auf der Hand: Daten fehlen, sind veraltet oder inkompatibel. Prozesse sind fragmentiert, Zuständigkeiten unklar, die Steuerung oft reaktiv statt vorausschauend. Hinzu kommt eine politische Kultur, die kurzfristigen Prestigeprojekten oft den Vorzug vor nachhaltigen, systemischen Lösungen gibt.

Doch damit ist jetzt Schluss – zumindest in den Städten und Regionen, die sich auf datenbasierte Investitionssteuerung einlassen. Sie setzen auf digitale Werkzeuge, um Verkehrsflüsse, Nutzungsmuster und infrastrukturelle Schwachstellen nicht nur besser zu verstehen, sondern auch gezielt und transparent zu adressieren. Im Zentrum steht die Frage: Wie kann die begrenzte Ressource „Investitionsbudget“ so eingesetzt werden, dass der gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Nutzen maximal ist? Wer Antworten darauf sucht, muss sich von tradierten Planungsansätzen verabschieden und bereit sein, den Sprung in die digitale Realität zu wagen.

Die Anforderungen an diese neue Form der Priorisierung sind hoch: Sie muss evidenzbasiert, dynamisch, interdisziplinär und nachvollziehbar sein. Es reicht nicht, lediglich ein digitales Abbild der Infrastruktur zu erstellen. Vielmehr müssen kontinuierlich Daten zu Zustand, Nutzung, Belastung und Zukunftstrends einfließen – und zwar aus unterschiedlichsten Quellen: von Sensoren in der Fahrbahn bis hin zu anonymisierten Mobilitätsdaten aus Smartphones. Diese Daten müssen aggregiert, analysiert und in Entscheidungsprozesse eingespeist werden – und das in einer Geschwindigkeit, die mit dem urbanen Wandel Schritt hält.

Gleichzeitig dürfen gesellschaftliche, ökologische und wirtschaftliche Zielkonflikte nicht unter den Tisch fallen. Effizienz allein ist kein Selbstzweck. Die Priorisierung muss den Anforderungen an Klimaschutz, Flächengerechtigkeit, soziale Teilhabe und wirtschaftliche Entwicklung gerecht werden. Hier sind neue Bewertungsmodelle gefragt, die unterschiedliche Ziele miteinander in Einklang bringen und in Szenarien abbilden können. Nur so kann eine wirklich nachhaltige Verkehrsinfrastruktur entstehen, die den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gewachsen ist.

Letztlich steht und fällt alles mit der Governance: Wer trifft auf Basis welcher Daten und mit welcher Transparenz die Priorisierungsentscheidungen? Wie werden Stakeholder und Bürger eingebunden? Und wie kann verhindert werden, dass aus datenbasierter Steuerung eine technokratische Blackbox wird? Es sind diese Fragen, die die Debatte um die Digitalisierung der Investitionssteuerung prägen – und die darüber entscheiden, ob sie zum Gamechanger oder zum Feigenblatt wird.

Digitalisierung als Gamechanger: Die Rolle von Urban Digital Twins und Big Data

Der wahre Quantensprung in der Priorisierung von Verkehrsinfrastruktur liegt in der Verknüpfung von digitalen Zwillingen, Big Data und künstlicher Intelligenz. Urban Digital Twins – also digitale Abbilder ganzer Städte und Infrastruktursysteme – sind weit mehr als schicke 3D-Visualisierungen. Sie sind dynamische, datengetriebene Werkzeuge, die Zustand, Nutzung, Belastung und Zukunftsszenarien von Verkehrsnetzen in Echtzeit abbilden und simulieren können. Sensoren im Straßenbelag, Verkehrsdetektoren, Wetterstationen, Energieverbrauchsdaten von Straßenbeleuchtung und Mobilitätsdaten aus Apps fließen zusammen und machen das Unsichtbare sichtbar.

Mit diesen digitalen Spiegelungen der Realität können Planer erstmals wirklich präzise Aussagen treffen: Welche Straße ist heute schon am Limit? Wo bricht die Infrastruktur in fünf Jahren zusammen, wenn der Trend anhält? Wie wirken sich Baustellen, Umleitungen oder Großereignisse auf den Verkehrsfluss und die Emissionen aus? Der Digital Twin liefert Antworten – und zwar nicht als Momentaufnahme, sondern als kontinuierlich lernendes System. Die Qualität der Analysen steigt mit jedem neuen Datenpunkt, die Prognosen werden robuster, die Steuerung effizienter.

Big Data und KI-gestützte Analytik sind dabei die Triebfedern dieser Entwicklung. Sie ermöglichen, aus den gigantischen Datenmengen Muster und Zusammenhänge zu extrahieren, die dem menschlichen Auge verborgen bleiben. Machine-Learning-Algorithmen erkennen, welche Infrastruktur am stärksten beansprucht wird, wo sich potenzielle Unfallhäufungen anbahnen oder welche Strecken von neuen Radwegen besonders profitieren würden. Die Priorisierung wird so zum datenbasierten, iterativen Prozess – stets offen für neue Erkenntnisse und veränderbare Rahmenbedingungen.

Doch all das funktioniert nur, wenn die Datenbasis stimmt. Hier sind Kommunen, Bundesländer und Plattformanbieter in der Pflicht, offene, interoperable Datenstrukturen zu schaffen und Schnittstellen zu harmonisieren. Die Digitalisierung der Verkehrs- und Stadtplanung darf nicht in Datensilos enden, sondern muss einen gemeinsamen Datenraum schaffen, der für alle relevanten Akteure zugänglich ist. Nur so kann die Investitionssteuerung vom reinen Verwaltungsvorgang zur lernenden, adaptiven Steuerzentrale werden.

Die Potenziale sind enorm: Smartere Flächennutzung, zielgerichtete Instandhaltung, vorausschauende Kapazitätsplanung, schnellere Reaktion auf Störungen, bessere Integration neuer Mobilitätsformen – all das ist möglich, wenn die digitale Infrastruktur stimmt. Doch der Weg dorthin ist steinig und voller Fallstricke, wie die Praxiserfahrungen aus europäischen Metropolen zeigen.

Praxisbeispiele: Wie datenbasierte Priorisierung in der DACH-Region und international funktioniert

Ein Blick über den Tellerrand zeigt: Die datenbasierte Priorisierung von Verkehrsinfrastruktur ist längst keine Zukunftsmusik mehr. In Wien etwa werden die Investitionsentscheidungen für Straßenbauprojekte seit einigen Jahren durch eine Kombination aus Digital Twin, Echtzeitdaten und Szenarioanalysen gestützt. Sensoren messen Verkehrsaufkommen, Witterungseinflüsse und Abnutzungsraten. Die Ergebnisse fließen in ein zentrales Dashboard, das Planern und Entscheidern eine objektive Grundlage für die Mittelvergabe liefert. Politische Einflussnahme wird damit nicht eliminiert, aber transparent gemacht – und die Debatte auf eine neue, faktenbasierte Ebene gehoben.

Auch in Zürich werden Infrastrukturvorhaben datenbasiert priorisiert. Hier kommt ein offener Urban Data Space zum Einsatz, in dem Verkehrsdaten, Nutzungsprofile, Zustandserhebungen und Prognosemodelle zusammengeführt werden. Die Stadt hat eigens ein Gremium aus Fachplanern, Datenanalysten und externen Experten eingerichtet, das regelmäßig die Dringlichkeit von Unterhalts- und Ausbauprojekten überprüft und Empfehlungen abgibt. Dabei werden nicht nur technische Defizite, sondern auch soziale und ökologische Kriterien berücksichtigt. Das Ergebnis: Eine nachvollziehbare, dynamische Investitionsagenda, die sich flexibel an neue Entwicklungen anpassen lässt.

Deutschland hinkt bei der flächendeckenden Umsetzung noch hinterher, experimentiert aber an vielen Orten mit Pilotprojekten. In Hamburg wird im Rahmen des Programms „Digitale Stadt“ ein digitaler Zwilling des gesamten Verkehrsnetzes aufgebaut, der sowohl den Zustand als auch die Nutzung von Straßen, Brücken und Tunneln abbildet. Ziel ist es, Investitionen in die Sanierung und den Ausbau nicht mehr nach dem Gießkannenprinzip, sondern gezielt nach objektiven Dringlichkeiten zu vergeben. In München werden für die Radinfrastruktur mithilfe von anonymisierten Bewegungsdaten aus Apps die wichtigsten Routen und Engpässe identifiziert und für die Priorisierung herangezogen. Auch kleinere Städte wie Ulm setzen auf digitale Plattformen, um den Zustand von Brücken, Straßen und Gehwegen systematisch zu erfassen und zu bewerten.

International sind Städte wie Singapur, Helsinki oder Rotterdam bereits einen Schritt weiter. In Singapur werden sämtliche Investitionsentscheidungen für die Verkehrsinfrastruktur auf der Grundlage eines umfassenden Digital Twin getroffen, der neben den klassischen Verkehrs- und Zustandsdaten auch Umwelt- und Sozialdaten integriert. Die Priorisierung erfolgt anhand von Nutzen-Kosten-Analysen, die in Echtzeit aktualisiert werden können. In Helsinki dient der digitale Zwilling als Plattform für Bürgerbeteiligung: Investitionsvorschläge werden offen diskutiert, Szenarien simuliert und gemeinsam bewertet. Das schafft Transparenz, Akzeptanz und eine hohe Planungsqualität.

Diese Beispiele zeigen: Die datenbasierte Priorisierung ist kein Selbstläufer, sondern ein komplexer Transformationsprozess. Sie erfordert neue Kompetenzen, interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine offene Fehlerkultur. Doch der Erfolg gibt den Vorreitern recht: Die Mittel werden effizienter eingesetzt, Infrastrukturprobleme schneller erkannt und gelöst, die Akzeptanz von Entscheidungen steigt – und die Städte gewinnen an Resilienz gegenüber den Herausforderungen von Klimawandel, Demografie und Digitalisierung.

Stolpersteine und Chancen: Governance, Transparenz und Partizipation

So verlockend die Vision der digitalen Investitionssteuerung auch ist – sie birgt erhebliche Risiken und Fallstricke. Der wohl größte Stolperstein liegt in der Governance: Wer kontrolliert die Daten, wer programmiert die Algorithmen, wer setzt die Priorisierungskriterien? Ohne klare Zuständigkeiten und Transparenz droht die Gefahr, dass die Steuerung zur Blackbox verkommt, in der technische Parameter mehr zählen als demokratische Legitimation. Gerade in Deutschland, wo Datenschutz und Beteiligung einen hohen Stellenwert haben, ist das ein zentraler Knackpunkt. Die Gefahr einer algorithmischen Verzerrung – also dass bestimmte Gruppen oder Quartiere systematisch benachteiligt werden – ist real und muss aktiv adressiert werden.

Transparenz ist dabei das A und O: Die Kriterien für die Priorisierung müssen nachvollziehbar und öffentlich sein. Die verwendeten Daten müssen offen einsehbar, die Algorithmen erklärbar und überprüfbar sein. Nur so kann das Vertrauen in die digitale Steuerung wachsen und Missbrauch verhindert werden. Städte wie Helsinki oder Wien machen vor, wie Open Urban Platforms und offene Datenräume genutzt werden können, um Beteiligung zu erleichtern und Kontrolle zu sichern. Die Einbindung von Bürgern, Verbänden, Unternehmen und Wissenschaft ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit für die Akzeptanz und Legitimität datenbasierter Entscheidungen.

Gleichzeitig bietet die Digitalisierung enorme Chancen für neue Beteiligungsformate. Digitale Zwillinge und interaktive Dashboards können komplexe Entscheidungsprozesse visualisieren, Szenarien verständlich machen und die Auswirkungen von Investitionen für alle greifbar darstellen. Bürger können mit eigenen Vorschlägen, Bewertungen und Erfahrungen in die Priorisierung einfließen – und damit einen Beitrag zur Qualität und Gerechtigkeit der Verkehrsplanung leisten. Die Digitalisierung eröffnet so die Möglichkeit, die Investitionssteuerung zu demokratisieren und an die Bedürfnisse der Stadtgesellschaft anzupassen.

Doch auch die besten Systeme sind nur so gut wie die Menschen, die sie gestalten. Es braucht eine neue Generation von Planern, die nicht nur mit Daten und Algorithmen umgehen können, sondern auch die gesellschaftlichen, politischen und ethischen Dimensionen der Digitalisierung verstehen. Interdisziplinäre Teams, lebenslanges Lernen und ein offener Umgang mit Fehlern sind unverzichtbar, wenn die digitale Priorisierung zum Erfolgsmodell werden soll.

Schließlich muss auch die rechtliche und organisatorische Basis stimmen. Einheitliche Standards, verbindliche Schnittstellen, Datensouveränität und ein klarer Ordnungsrahmen sind die Voraussetzung dafür, dass die digitale Steuerung nicht im Klein-Klein der Zuständigkeiten versandet. Bund, Länder und Kommunen sind gefordert, gemeinsam einen Rahmen zu schaffen, der Innovation ermöglicht, Risiken minimiert und die Souveränität der öffentlichen Hand sichert.

Ausblick: Die Zukunft der Investitionssteuerung – datenbasiert, adaptiv, resilient

Die datenbasierte Priorisierung von Verkehrsinfrastruktur ist kein vorübergehender Hype, sondern der nächste logische Schritt in der Evolution der Stadt- und Verkehrsplanung. Sie verbindet technologische Innovation, strategische Steuerung und gesellschaftliche Teilhabe zu einer neuen Qualität des Entscheidens. Die Städte und Regionen, die diesen Weg konsequent gehen, werden resilienter, effizienter und lebenswerter – und können die Herausforderungen von Klimawandel, Digitalisierung und demografischem Wandel proaktiv gestalten.

Doch der Weg zur datenbasierten Steuerung ist lang und voller Herausforderungen. Er erfordert Mut zur Veränderung, Investitionen in digitale Infrastrukturen, Offenheit für neue Kompetenzen und eine konsequente Ausrichtung auf Transparenz und Beteiligung. Wer früh beginnt, kann von internationalen Erfahrungen profitieren, Pilotprojekte skalieren und eine Vorreiterrolle einnehmen. Wer zaudert, riskiert, von der Dynamik der Digitalisierung überrollt zu werden – und verliert den Anschluss an eine Entwicklung, die den Takt der urbanen Transformation vorgibt.

Zugleich ist klar: Die digitale Investitionssteuerung ist kein Selbstzweck. Sie muss eingebettet sein in eine Gesamtstrategie für nachhaltige, gerechte und zukunftsfähige Städte. Der Mensch steht im Mittelpunkt – nicht der Algorithmus. Die besten Daten und Modelle nützen nichts, wenn sie nicht mit gesellschaftlichen Zielen, politischer Weitsicht und planerischer Verantwortung verbunden werden. Hier sind die Professionals der Stadt- und Verkehrsplanung gefragt, ihre Rolle neu zu definieren – als Gestalter, Vermittler und Brückenbauer zwischen Technik, Politik und Stadtgesellschaft.

Die aktuellen Entwicklungen zeigen: Die Digitalisierung eröffnet neue Horizonte für die Steuerung der Verkehrsinfrastruktur. Sie macht Prozesse transparenter, Entscheidungen nachvollziehbarer und Investitionen effizienter. Sie ermöglicht Planern und Entscheidern, Ressourcen gezielt und wirksam einzusetzen – und damit die Städte von morgen aktiv zu formen. Doch sie verlangt auch einen Kulturwandel: Weg von der Verwaltung des Status quo, hin zu einer lernenden, adaptiven Stadt, die auf Veränderungen reagieren und Chancen nutzen kann.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Die digitale Priorisierung von Verkehrsinfrastruktur ist nicht nur ein technisches Upgrade, sondern ein Paradigmenwechsel im Verständnis von Stadtplanung. Sie eröffnet die Chance, die Stadt als lebendiges, dynamisches System zu begreifen – und Investitionen so zu steuern, dass sie echten Mehrwert für alle schaffen. Wer das erkennt, kann mit Zuversicht in die Zukunft blicken – und die Mobilität von morgen schon heute gestalten.

Zusammengefasst lässt sich festhalten: Die datenbasierte Priorisierung und Steuerung von Verkehrsinfrastruktur markiert den Aufbruch in eine neue Ära der Stadtplanung. Digitale Werkzeuge wie Urban Digital Twins, Big Data und KI schaffen die Basis für faktenbasierte, transparente und nachhaltige Investitionsentscheidungen. Sie ermöglichen eine gezielte Mittelverwendung, verbessern die Resilienz der Städte und eröffnen neue Möglichkeiten für Beteiligung und Governance. Der Weg dorthin ist anspruchsvoll, doch der Nutzen ist enorm – für Planer, Städte und nicht zuletzt für die Menschen, die in ihnen leben. Garten und Landschaft bleibt an diesem Thema dran – und zeigt, wie die Zukunft der urbanen Mobilität wirklich aussieht.

Das könnte Sie auch interessieren
Beeindruckende Draufsicht auf den Opera Park. Quelle: Francisco Tirado
Neu in Kopenhagen: Der Opera Park
luftaufnahme-einer-stadt-durch-die-ein-fluss-fliesst-P2d8SKdbjEE
Data-Driven Design in Toronto – KI als Entscheidungsinstanz in der Planung
Prozess als Prinzip
Stadtmobiliar als Schlüssel zur Klimaanpassung
Beteiligungsinstrument: Ausstellung
Vestre und Note Design Studio präsentieren: PLINTH
roter-bus-tagsuber-unterwegs-21HKIGtU9Xk
Vergleich: Smart City Mobility Frameworks internationaler Metropolen
Ein Detail von Belag und Freiraummaterial zum Thema Cortenstahl Zaunelemente
Cortenstahl Zaunelemente: Material, Detail und Praxis
Das Gebäude zwischen Stachus und Hauptbahnhof soll zum "gläsernen Erlebnistempel" werden. © Filippo Bolognese Images
Stachus: Chipperfield gewinnt mit Atelier LOIDL in München
luftbild-des-stadtbildes-bei-nacht-C6l894Q7wpI
Resilienz durch Dezentralisierung – Stadt als Netzwerk statt Zentrum

Am 8. Oktober wird an der Universität EPFL in Lausanne im Rolex Education Centre der diesjährige Topos Landscape Award verliehen. Dies geschieht im Rahmen einer von Archizoom veranstalteten Konferenz zum Thema „The Narrative of Landscape“. Der Schwerpunkt wird auf der Bedeutung des Bodens für die Landschaft liegen, die Betrachtung wird interdisziplinär sein. Zu den eingeladenen Referenten zählen Richard Sennett, Saskia Sassen, Adriaan Geuze und David R. Montgomery. Näheres zum Programm und zur Anmeldung unter http://archizoom-nls.epfl.ch.

Der Topos Landscape Award 2014 geht an die Landschaftsarchitekten von LOLA aus Rotterdam/Niederlande. Das 2006 gegründete Büro beschäftigt sich konzeptionell mit großmaßstäblichen Ökosystemen und entwickelt Ideen zu Raum und Natur, realisiert aber auch Projekte im urbanen und ländlichen Kontext. LOLA begibt sich, nach eigener Darstellung, auf die Suche nach innovativen und sublimen Landschaften (www.lolaweb.nl).
Der Topos Landscape Award wird seit 2002 von der Redaktion der Zeitschrift Topos verliehen. Geehrt wird mit dieser Auszeichnung ein Landschaftsarchitekturbüro, das mit seinen Projekten wesentlich zur qualitätvollen zeitgemäßen Gestaltung von Stadt und Landschaft beiträgt und durch innovative Ideen die Landschaftsarchitektur-Szene bereichert und dessen Werk stellvertretend für die Arbeit zeitgenössischer Landschaftsarchitekten steht. Der Topos Landscape Award will auf die Lebendigkeit und Dynamik sowie auf die Vielschichtigkeit der landschaftsarchitektonischen Aufgaben hinweisen.
Bisher ging die Auszeichnung an Stig L. Anderssons Tegnestue (Kopenhagen), Karres en Brands (Hilversum), Gross.Max. (Edinburgh), McGregor and Coxall (Sydney), Stoss LU (Boston), Antje Stokman (Hamburg), Taktyk (Brüssel/Paris).

2013 wurde, abweichend von den Kriterien, kein junges Büro geehrt, sondern ein erfolgreicher Landschaftsarchitekt mit internationaler Bedeutung: Peter Latz aus Kranzberg bei Freising in Bayern, Deutschland.
Konferenz und Würdigung von LOLA stehen im Kontext zu Lausanne Jardins, deren temporäre Landschaftsinterventionen noch bis 14. Oktober zu besichtigen sind.
http://lausannejardins.ch

Mit freundlicher Unterstützung der Baumschule Lorberg

Bundespreis Koop.Stadt: 5 Fragen

Advertorial Artikel Parallax Article

Mit dem Bundespreis Koop.Stadt schaffen die Träger*innen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik, Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden, einen Preis, der herausragende kommunale Beispiele einer Kooperationskultur zwischen Kommune und Zivilgesellschaft ausgezeichnet. Alles was Sie dazu wissen müssen, erfahren Sie im Interview mit den Projektleiter*innen Lisa Schopp und Stephan Willinger.

200 000 Euro Preisgeld für den Bundespreis Koop.Stadt

 

An wen richtet sich der Preis?

Wir suchen Kommunen ab 10 000 Einwohner*innen, die durch ihre Zusammenarbeit mit Stadtmacher*innen zu einer Kooperativen Stadt werden. Planungsbüros, Bürger*innen, Initiativen oder Vereine können Kommunen bei der Bewerbung unterstützen. Die Einreichung der Bewerbung ist jedoch nur durch die Kommune selbst möglich.

Was kann eingereicht werden?

Bewerben können sich die Kommunen mit angestoßenen, laufenden sowie bereits umgesetzten Instrumenten oder Kooperationsprojekten der Stadtentwicklung. Die Auslober*innen suchen konkrete Maßnahmen zur Förderung der Zusammenarbeit und einer aktiven Mitgestaltung durch zivilgesellschaftliche Initiativen, Vereine oder soziokulturelle Akteur*innen. Dazu zählen allgemeine rechtliche, politische und strukturelle Maß­nahmen wie beispielsweise die Einrichtung von runden Tischen, Vermittlerstellen oder Zugang zu Raum für diese Akteur*innen. Aus der Bewerbung soll sich ein Gesamtbild über die Kooperationskultur der Kommune ergeben.

Was ist der Mehrwert der Teilnahme?

Der Preis zeichnet Kommunen für ihre erfolgreiche kooperative Stadtentwicklung aus und trägt auf diese Weise zu Imagegewinn, Motivation und Bindung neuer Kooperationspartner*innen bei. Neben der Auszeichnung selbst und der Einladung zur Preisverleihung im Rahmen des Bundes­kongresses der Nationalen Stadtentwicklungspolitik, der im Mai 2021 in Köln stattfindet, werden die die Preisträger*innen dabei unterstützt, mehr Menschen zu aktiv Handelnden in der Stadtentwicklung zu machen. Die zehn am höchsten bewerteten Bewerber*innen erhalten insgesamt eine Summe von 200 000 Euro Preisgeld zur Umsetzung weiterer Kooperationsprojekte. Die Auszeichnung ist für fünf Jahre gültig. Die eingereichten Best-Practice-Beispiele werden in einer Publikation gesammelt und aufbereitet.

Fachübergreifende Jury

Wie wird bewertet?

Die Jury prämiert Kommunen, die mit klugen Ideen kooperative Stadtentwicklungsprojekte angeschoben und dadurch etwas Neues geschaffen haben. Die Projekte können aus allen Handlungsfeldern kommen, vom Städtebau bis zur Freiraumgestaltung. Bei der Beurteilung werden rechtliche, politische und strukturelle Bausteine der Kooperation beleuchtet. In die Bewertung fließen angestoßene, laufende sowie bereits umgesetzte Instrumente, Leitbilder oder politisch beschlossene Maßnahmen mit ein. Grundsätzlich lässt sich sagen: Je mehr an Kooperation mit verschiedenen Akteurs­gruppen nachgewiesen werden kann und je mehr Handlungsfelder abgedeckt werden, desto besser die Bewertung.

Wie erfolgt die Jurierung?

Nach einer ersten Vorprüfung tritt eine fachübergreifend zusammengesetzte Jury zusammen, die die Beiträge bewertet und die Preisträger*innen auswählt. Die Jury des Bundespreises Kooperative Stadt setzt sich aus den Partner*innen der Nationalen Stadt­entwicklungspolitik zusammen: Ver­treter*innen des Deutschen Städtetags, des Deutschen Städte- und Gemeindebunds und der Länder sowie des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat.

Die Bewerbung ist noch bis zum 10. März 2021 unter www.koop-stadt.de möglich.

Lisa Schopp und Stephan Willinger sind Projektleiter*innen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Das Projekt Bundespreis Koop.Stadt wird durchgeführt durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt-, und Raumforschung.