Digitale Rückbauprognosen für Flächenumnutzung

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Eine beeindruckende Luftaufnahme einer Stadt mit Fluss, fotografiert von Emmanuel Appiah

Wer Flächen nachhaltig umnutzen will, darf nicht länger ins Blaue schätzen: Digitale Rückbauprognosen liefern heute schon exakte, datengetriebene Entscheidungsgrundlagen – und revolutionieren damit die urbane Transformation. Zwischen Sensorik, Simulation und Szenarien eröffnen sich Planern neue Horizonte: Wie viel steckt noch in alten Bauwerken? Wie lässt sich Flächenpotenzial intelligent heben? Die Zukunft des Rückbaus beginnt jetzt – digital, dynamisch, demokratisch.

  • Definition und Grundlagen digitaler Rückbauprognosen für die Flächenumnutzung
  • Technologische Innovationen: Sensorik, BIM, Künstliche Intelligenz und Datenplattformen
  • Praxisbeispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – von der Quartiersentwicklung bis zur Kreislaufwirtschaft
  • Chancen für nachhaltige Stadtentwicklung, Ressourceneffizienz und Klimaschutz
  • Herausforderungen: Datenqualität, Interoperabilität, rechtliche Rahmenbedingungen und Governance
  • Neue Rollenbilder in Planung, Verwaltung und Bauwirtschaft
  • Potenziale für Partizipation, Transparenz und Akzeptanz in Transformationsprozessen
  • Risiken: Abhängigkeit von Softwareanbietern, technokratische Verzerrungen, Datenschutz
  • Zukunftsausblick: Wie digitale Rückbauprognosen die urbane Resilienz stärken

Digitale Rückbauprognosen – was steckt wirklich dahinter?

Der Begriff der digitalen Rückbauprognose klingt zunächst nach Verwaltungssprech, ist aber in Wahrheit ein Gamechanger für die urbane Transformation. Anstatt Abriss und Umnutzung auf Bauchgefühl und Erfahrungswerten zu basieren, liefern moderne Prognosemodelle heute datenbasierte, belastbare Entscheidungsgrundlagen. Herzstück ist dabei die digitale Erfassung des Bestands: Gebäudestrukturen werden mit Building Information Modeling (BIM), Geoinformationssystemen (GIS) und Sensorik bis ins Detail erfasst. Doch nicht nur statische Informationen wie Baumaterial oder Baujahr zählen – auch dynamische Daten wie Schadstoffbelastungen, Energieverbräuche oder aktuelle Nutzungen fließen ein.

Der Reiz der digitalen Rückbauprognose liegt in ihrer Fähigkeit, Szenarien durchzuspielen – und zwar nicht als starre Studie, sondern fortlaufend aktualisiert. Sensoren in Gebäuden liefern Echtzeitdaten zu Feuchtigkeit, Bewegung oder Temperatur, während Künstliche Intelligenz Muster erkennt und Prognosen für Bausubstanz und Wiederverwertbarkeit erstellt. So lässt sich nicht nur präzise bestimmen, wann und wie ein Rückbau sinnvoll ist, sondern auch, wie viel der Bausubstanz als Wertstoff in neuen Projekten genutzt werden kann. Die klassische Planungsfrage „Abreißen oder sanieren?“ wird so zur datengetriebenen Simulation.

Besonders spannend wird es, wenn Rückbauprognosen mit Flächenumnutzung zusammengedacht werden: Welche Flächen werden frei, welches Entwicklungspotenzial entsteht? Die digitale Prognose kann verschiedene Nutzungsszenarien miteinander vergleichen – Wohnungsbau, Gewerbe, Freiraum oder soziale Infrastruktur – und simulieren, wie sich diese auf Verkehrsaufkommen, Klimaresilienz oder soziale Durchmischung auswirken. Dabei werden nicht nur technische, sondern auch soziale und ökologische Faktoren integriert, etwa die Auswirkungen von Entsiegelung auf urbane Hitzeinseln oder Biodiversität.

Anders als klassische Gutachten ermöglichen digitale Rückbauprognosen eine dynamische, partizipative Planung. Daten werden auf offenen Plattformen visualisiert, Bürger und Akteure können Szenarien nachvollziehen und eigene Präferenzen einbringen. Die Prognose wird damit zum Dialoginstrument zwischen Verwaltung, Bürgerschaft und Wirtschaft – und sorgt für mehr Akzeptanz und Transparenz im Prozess.

Schließlich sind digitale Rückbauprognosen ein Schlüssel zur Kreislaufwirtschaft im Bauwesen. Sie dokumentieren präzise, welche Materialien nach dem Rückbau zur Verfügung stehen, wie sie aufbereitet und wiederverwendet werden können. Das eröffnet nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische Chancen – und macht aus der Rückbauplanung einen zentralen Hebel für nachhaltige Stadtentwicklung.

Technologien und Methoden: Von BIM bis KI – der Werkzeugkasten des digitalen Rückbaus

Die technische Entwicklung hinter digitalen Rückbauprognosen ist rasant. Im Zentrum stehen Building Information Modeling (BIM) und Geoinformationssysteme (GIS), die Gebäude und Quartiere als digitale Modelle abbilden. Während BIM ursprünglich aus dem Neubau kommt, wird es immer mehr zur Plattform für Bestandsdaten. Jedes Bauteil, jedes Material, jede Leitung wird digital erfasst und verknüpft – ein Datenschatz, der für Rückbau und Flächenumnutzung Gold wert ist.

Dazu kommen Sensoren, die in Echtzeit Zustandsdaten liefern: Feuchtesensoren überwachen die Substanz von Mauerwerk, Temperatursensoren geben Hinweise auf energetisches Verhalten, Schadstoffsensoren erkennen Asbest oder andere Altlasten. In Kombination mit historischen Daten aus Bauakten, Luftbildarchiven oder Liegenschaftskataster entsteht ein umfassendes Bild der Bausubstanz.

Die eigentliche Magie entfaltet sich aber erst durch Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen. Algorithmen identifizieren Muster im Gebäudeverhalten, prognostizieren Abnutzungszyklen oder simulieren Schadensentwicklungen. Ein Beispiel: KI kann aus tausenden Rückbauprojekten ableiten, wie schnell bestimmte Gebäudetypen altern oder welche Bauteile besonders recyclingfähig sind. Dadurch lassen sich Abriss- und Sanierungszeitpunkte optimieren – und Investitionen präzise steuern.

Darüber hinaus ermöglichen offene Datenplattformen und Urban Data Hubs die Vernetzung verschiedener Akteure. Planer, Bauunternehmen, Kommunen und öffentliche Hand greifen auf dieselben, stets aktuellen Daten zu. Das fördert eine neue Form der Zusammenarbeit, in der Silodenken und Informationsasymmetrien der Vergangenheit angehören. Schnittstellen zu Stadtmodellen, Mobilitätsdaten oder Klimaplattformen machen Rückbauprognosen zum integralen Bestandteil der Stadtentwicklung.

Last but not least spielt die Visualisierung eine zentrale Rolle: Moderne Tools wie Augmented Reality, 3D-Webviewer oder Dashboards machen komplexe Prognosedaten anschaulich und zugänglich – auch für Laien. Das erhöht die Transparenz und senkt die Einstiegshürde für Beteiligungsprozesse. So wird aus der technischen Prognose ein gesellschaftliches Werkzeug für nachhaltige Transformation.

Praxis und Potenzial: Wie digitale Rückbauprognosen Flächenumnutzung transformieren

Der Schritt von der Theorie zur Praxis entscheidet, ob digitale Rückbauprognosen mehr sind als ein schönes Buzzword. In Deutschland, Österreich und der Schweiz entstehen derzeit spannende Pilotprojekte, die das Potenzial exemplarisch zeigen. In München etwa werden im Rahmen der Entwicklung ehemaliger Industriebrachen digitale Bestandsaufnahmen mit Sensorik und Drohnen durchgeführt. Die daraus gewonnenen Daten fließen in eine BIM-Plattform ein, auf der Rückbau- und Umnutzungsszenarien simuliert werden – von der Wohnbebauung bis zum urbanen Grün.

In Zürich setzt die Stadt auf eine Kombination aus digitalen Rückbauprognosen und Kreislaufwirtschaft: Abbruchmaterial wird präzise erfasst, sortiert und für Neubauten wiederverwendet. Die Prognose zeigt dabei nicht nur technisches Potenzial, sondern auch wirtschaftliche und ökologische Effekte – etwa die Einsparung von CO₂ oder die Reduzierung von Transportwegen. Das Ergebnis: weniger Ressourcenverbrauch, mehr lokale Wertschöpfung und eine Stadt, die zum Materiallager wird.

Ein weiteres Beispiel liefert Wien, wo Rückbauprognosen mit Partizipationsplattformen gekoppelt werden. Bürger können sich online über geplante Rückbaumaßnahmen informieren, Szenarien bewerten und eigene Vorschläge für die Flächennutzung einbringen. Die digitale Transparenz wirkt sich positiv auf die Akzeptanz aus – Konflikte werden früh erkannt und gelöst, bevor der erste Bagger anrollt.

Doch nicht nur Großstädte profitieren: Auch kleinere Kommunen nutzen digitale Prognosen, um bestehende Leerstände oder Brachflächen strategisch zu entwickeln. Im ländlichen Raum eröffnen sich neue Chancen, etwa für die Umnutzung von Hofstellen, Bahnhofsarealen oder Kasernen. Die Prognose macht sichtbar, wo Investitionen Sinn machen – und wo Rückbau die Voraussetzung für neue Nutzungen schafft.

Insgesamt zeigt die Praxis: Digitale Rückbauprognosen sind weit mehr als technische Spielerei. Sie bilden das Rückgrat einer nachhaltigen, ressourceneffizienten Stadtentwicklung, in der Flächenumnutzung nicht länger dem Zufall überlassen bleibt. Stattdessen entstehen datengetriebene, transparente und partizipative Transformationsprozesse – eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.

Zwischen Hype und Hürde: Herausforderungen auf dem Weg zur digitalisierten Rückbaupraxis

So verheißungsvoll digitale Rückbauprognosen auch klingen – die Umsetzung ist alles andere als banal. Ein zentrales Problem bleibt die Datenverfügbarkeit: Viele Bestandsgebäude sind nur lückenhaft erfasst, Bauakten fehlen oder sind nicht digitalisiert. Ohne verlässliche Datenbasis stoßen selbst die besten Algorithmen an ihre Grenzen. Hier ist nicht nur technischer, sondern auch politischer Wille gefragt: Die Digitalisierung der Bauämter, die Öffnung von Daten und die Standardisierung von Formaten sind entscheidende Hebel.

Ein zweites Thema ist die Interoperabilität: Verschiedene Softwarelösungen, Datenformate und Plattformen erschweren den Austausch zwischen Planung, Bauwirtschaft und Verwaltung. Deutschland ist hier, wie so oft, ein Flickenteppich. Während einzelne Städte und Regionen vorpreschen, fehlen bundesweite Standards und Leitlinien. Das Risiko: Insellösungen, die sich schlecht skalieren lassen und Synergien verschenken.

Auch rechtlich ist das Feld vermint: Wer haftet, wenn eine Prognose falsch ist? Wie werden Datenschutz und Eigentumsrechte gewahrt? Wer darf die Daten nutzen, wer kontrolliert die Algorithmen? Solche Fragen sind bisher oft ungeklärt – und bremsen den flächendeckenden Einsatz der Technologie. Es braucht klare Governance-Strukturen, Transparenz über Datenflüsse und ein Bewusstsein für digitale Souveränität.

Hinzu kommt das Risiko eines technokratischen Bias: Wer nur auf Daten und Algorithmen setzt, übersieht schnell soziale, kulturelle oder emotionale Aspekte der Flächenumnutzung. Stadtentwicklung ist mehr als die Summe von Materialströmen und Kosten-Nutzen-Rechnungen. Es braucht weiterhin Raum für kreative, partizipative und informelle Prozesse – die digitale Prognose darf kein Selbstzweck werden, sondern muss als Werkzeug für die gesellschaftliche Debatte dienen.

Schließlich droht die Gefahr zunehmender Abhängigkeit von kommerziellen Softwareanbietern. Proprietäre Modelle, geschlossene Schnittstellen oder Lizenzgebühren können die kommunale Planungshoheit schwächen. Umso wichtiger ist es, auf offene Standards, transparente Algorithmen und gemeinwohlorientierte Datenplattformen zu setzen. Nur so bleibt die digitale Rückbauprognose ein Instrument im Dienste der Stadt – und nicht umgekehrt.

Ausblick: Digitale Rückbauprognosen als Schlüssel für resiliente Stadtentwicklung

Der Blick in die Zukunft zeigt: Digitale Rückbauprognosen sind gekommen, um zu bleiben. Mit der zunehmenden Verdichtung, dem Flächen- und Ressourcenmangel sowie dem wachsenden Druck zur Klimaneutralität werden sie zum unverzichtbaren Werkzeug einer nachhaltigen Stadt- und Landschaftsplanung. Städte, die heute in Dateninfrastruktur, offene Plattformen und digitale Kompetenz investieren, verschaffen sich einen deutlichen Vorsprung – nicht nur technologisch, sondern auch gesellschaftlich.

Die Prognosemodelle werden dabei immer präziser, intelligenter und vernetzter. Künftig könnten Rückbauprognosen in Echtzeit mit Mobilitätsströmen, Klimadaten oder sozialen Indikatoren verknüpft werden – und so nicht nur technische, sondern auch soziale und ökologische Folgen der Flächenumnutzung vorhersagen. Das eröffnet völlig neue Möglichkeiten für die Steuerung urbaner Transformationsprozesse.

Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für die Bedeutung von Partizipation, Transparenz und Akzeptanz. Die digitale Rückbauprognose wird so zum Bindeglied zwischen Verwaltung, Bürgerschaft und Wirtschaft – und ermöglicht eine neue Form der kooperativen Stadtentwicklung. Wer die Chancen nutzt, kann Flächenumnutzungen schneller, effizienter und konfliktärmer gestalten – und dabei einen echten Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten.

Doch der Weg bleibt steinig: Es gilt, technologische Hürden zu überwinden, rechtliche Fragen zu klären und kulturelle Barrieren abzubauen. Vor allem aber braucht es Mut, die gewohnten Planungsprozesse zu hinterfragen – und die digitale Prognose als Chance für einen echten Paradigmenwechsel zu begreifen. Stadtentwicklung wird damit zum lernenden, dynamischen Prozess – in dem Rückbau und Umnutzung keine statischen Ereignisse mehr sind, sondern Teil einer kontinuierlichen, datenbasierten Transformation.

Am Ende steht ein Versprechen: Mit digitalen Rückbauprognosen werden Städte nicht nur effizienter, sondern auch nachhaltiger, resilienter und lebenswerter. Sie gewinnen neue Freiheitsgrade in der Flächenentwicklung, können Ressourcen intelligent steuern und gesellschaftliche Debatten besser moderieren. Die urbane Zukunft ist digital – und der Rückbau ihr Schlüssel zur Transformation.

Fazit: Digitale Rückbauprognosen sind ein mächtiges Instrument für die nachhaltige Flächenumnutzung in Stadt und Landschaft. Sie verbinden technologische Innovation mit gesellschaftlicher Teilhabe, ermöglichen präzise, transparente und partizipative Transformationsprozesse – und treiben die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen voran. Trotz aller Herausforderungen und Risiken ist ihr Potenzial enorm: Wer jetzt mutig investiert, schafft die Grundlage für resiliente, lebenswerte Städte von morgen. Die Zeit des Bauchgefühls ist vorbei – die Zukunft des Rückbaus ist digital.

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Die Ausstellung Nordic Urban Spaces in den Nordischen Botschaften Berlin zeigt nordische Architektur und Städtebau. Die Ausstellung ist noch bis zum 28. September zu sehen. 

Wie gutes skandinavisches Design fallen auch die Stadtgestaltungsprojekte der Ausstellung„Nordic Urban Spaces“ in Berlin durch zurückhaltende, markante Formen und pragmatische Ansätze auf. Es sind keine Zweckbauten. Ihre Planer haben die Herausforderung angenommen über den reinen Nutzwert hinaus Mehrwert zu schaffen, sei es gestalterisch, funktional, ökologisch, energetisch oder partizipativ. Ein simples Beispiel dafür ist die 2014 eröffnete „Cykelslangen”, eine 230 Meter lange und vier Meter breite Fahrradrampe. Die schlanke, stählerne Brücke schlängelt sich durch den Kopenhagener Hafen. Die Konstruktion des Kopenhagener Büros Dissing+Weitling architecture ermöglicht Radfahrern den Bereich am Fisketorvet-Einkaufszentrum zügig zu durchqueren, ohne dabei mit den Fußgängern in Konflikt zu geraten. Neben dem Erlebnis die Rampe komplett für sich zu haben, eröffnet sie Radfahrern dabei einen spektakulären Ausblick über den Hafen. Zwischen den modernen Gebäudefassaden und über der Wasserfläche liegt sie als ikonisches Gestaltungselement.

Best-Practice

Wesentlich eindrücklicher als die sparsam beschriebenen Fotos, Pläne und Schemata auf Tafeln vermitteln an eine Wand projizierte Videos die Projektinhalte. Sie erlauben, auch dank Kopfhörer, in die teils sehr atmosphärischen und gut erläuterten Imagevideos einzutauchen. Schade, mehr davon hätte der Ausstellung gutgetan, um die Essenz der Planungen schneller zu erfassen. Als aktuelle Sammlung skandinavischer Best-Practice-Beispiele ist die Projektschau aber unbedingt besuchenswert.

In Kooperation mit dem Institut für Stadt- und Regionalplanung der TU Berlin zeigen die Nordischen Botschaften in Berlin noch bis 28. September 41 Projekte unterschiedlichen Maßstabs: städtebauliche Planungen, Parks und Uferpromenaden, Brücken, öffentliche Gebäude, Wohnungsbau und U-Bahnstationen sind darunter. Aber auch Beispiele für Partizipation und ökologische Initiativen für Erwachsene und Kinder. Gemeinsam haben sie, dass die Konzepte in Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark oder Island großteils schon realisiert wurden oder manche noch umgesetzt werden sollen.

Wichtige Antworten

Wo: Nordische Botschaften, Rauchstraße 1, 10787 Berlin

Wann: 6. Juni bis 28. September 2018, Montag bis Freitag 10–19.00 Uhr, Samstag und Sonntag: 11-16.00 Uhr

 

Der Deutsche Städtebaupreis 2025 sucht nach innovativen, zukunftsweisenden Projekten. Die Bewerbung ist bis zum 30.09.2024 möglich.
Der Deutsche Städtebaupreis 2025 sucht nach innovativen, zukunftsweisenden Projekten. Die Bewerbung ist bis zum 30.09.2024 möglich.

Der mit 25.000 Euro dotierte Deutsche Städtebaupreis dient schon seit 40 Jahren der Förderung einer zukunftsweisenden Planungs- und Stadtbaukultur. Bis zum 30. September können sich Interessierte für den Deutschen Städtebaupreis 2025 bewerben. Das Thema des Sonderpreises 2025: „Umbaukultur in der zirkulären Stadt“.

Der Deutsche Städtebaupreis, ausgelobt von der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) und gefördert von der Wüstenrot Stiftung, prämiert städtebauliche Projekte, die sich durch nachhaltige, innovative Beiträge zur Stadtbaukultur auszeichnen. Die Projekte sollen den aktuellen Anforderungen an zeitgemäße Lebensformen Rechnung tragen. Zudem sollen sie Herausforderungen an die Gestaltung des öffentlichen Raums, dem sparsamen Ressourcenverbrauch sowie Verpflichtungen gegenüber der Orts- und Stadtbildpflege gerecht werden.

Als Ideengenerator gilt der begehrte Sonderpreis, der besonders dringliche Handlungsfelder im Städtebau und der Stadtplanung betont. Beim Deutschen Städtebaupreis 2025 lautet das Thema dieses Preises „Umbaukultur in der zirkulären Stadt“. Die Bewerbung ist vom 1. April bis 30. September 2024 möglich.

Das Gesamtkonzept zählt

Der Deutsche Städtebaupreis ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert. Er wird schon seit über 40 Jahren verliehen und soll so eine innovative Planungs- und Stadtbaukultur in Deutschland fördern. Bewerbungen sind ab jetzt bis Ende September unter www.staedtebaupreis.de möglich.

Die Auslobung des Städtebaupreises bietet eine gute Gelegenheit, Projekte einem breiten Publikum zu präsentieren und sich mit Expert*innen und Fachleuten auszutauschen. Die Bekanntgabe der prämierten Projekte erfolgt im Rahmen einer Oscar-inspirierten Preisverleihung im Mai 2025 in der Berliner Akademie der Künste.

Teilnehmende Projekte müssen nach dem 1. Januar 2019 an Orten in der Bundesrepublik Deutschland realisiert worden sein. Dabei dürfen Konzeption und Entwurf weiter zurückliegen. Auch teilrealisierte Projekte können am Deutschen Städtebaupreis 2025 teilnehmen, wobei es möglich sein muss, von den realisierten Abschnitten auf das Gesamtkonzept zu schließen.

Die Bewerbung muss bis zum 30. September 2024 (Datum des Poststempels) eingehen. Teilnehmen können freischaffende und angestellte Stadtplaner*innen, Architekt*innen, Landschaftsarchitekt*innen sowie öffentliche und private Planungsträger*innen. Bewerber*innen müssen ihr Projekt online registrieren und die erforderlichen Unterlagen für die jeweilige Preiskategorie einreichen.

Verkündung des Deutschen Städtebaupreises 2025 im Mai

Die Jury des Deutschen Städtebaupreises 2025 wird die eingereichten Projekte nach ihrer stadtfunktionalen, stadträumlichen, sozialen und architektonischen Qualität bewerten. Zudem blickt sie darauf, inwieweit Projekte ein Gebiet für die dort wohnenden und arbeitenden Menschen verbessern. Siegerprojekte basieren auf integrierten Konzepten und einer beispielhaften Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Akteuren. Auch der Prozess einer gelungenen Kooperation fließt in die Bewertung mit ein.

Die folgenden Preiskategorien gibt es beim Deutschen Städtebaupreis 2025:

  • Deutscher Städtebaupreis: 15.000 Euro
  • Sonderpreis„Umbaukultur in der zirkulären Stadt“: 5.000 Euro
  • Bis zu fünf Auszeichnungen à 1.000 Euro
  • Belobigungen

Die Preisträger*innen, Ausgezeichneten und Belobigten erhalten als Zeichen der besonderen Anerkennung eine Urkunde im Rahmen der Festveranstaltung im Mai 2025. Sowohl die Siegerarbeiten als auch die anderen eingereichten Arbeiten werden im Rahmen einer bundesweiten Wanderausstellung und einer Dokumentation der Öffentlichkeit präsentiert. Die Preise werden in der Regel ungeteilt vergeben.

Mutige Akteur*innen gesucht

Der Sonderpreis des Deutschen Städtebaupreises ist besonders beliebt und hat oft eine impulsgebende Wirkung. Er dient als Ideengenerator und akzentuiert dringliche Handlungsfelder im deutschen Städtebau. Unter dem Titel „Umbaukultur in der zirkulären Stadt“ zeichnet er im Jahr 2025 Stadtbausteine aus, die städtebauliche Wandlungsfähigkeit zeigen und neue Impulse für das Quartier setzen.

Zu oft werden Nutzungen und Infrastrukturen aufgegeben. Sie hinterlassen Stadtbausteine, die auf den ersten Blick „sperrig“ erscheinen. Zugleich beinhalten sie aber auch vielfältige, meist unentdeckte Potenziale für die Umbaukultur in der zirkulären Stadt. Das können zum Beispiel leerstehende Kaufhäuser und Bürokomplexe, ehemalige Parkhäuser, aufgelassene Stadtautobahnen oder Gasthäuser im Dorf sein.

Der Preis fragt, wie durch eine Umbaukultur städtebauliche Impulse entstehen und welchen Beitrag Konzepte leisten können, um Monofunktionalität zu durchbrechen und die Gestaltungsqualität von Quartieren zu verbessern. Besonders wichtig ist, dass das Siegerprojekt das Konzept der zirkulären Stadt konkret umsetzt.

Der Deutsche Städtebaupreis 2025 formuliert den Aufruf für Bewerbungen auf den Sonderpreis wie folgt: „Wir suchen neue Blicke auf die Begabungen von Gebäuden und der gebauten Umwelt, mutige Akteur:innen in den Prozessen des Städtebaus sowie innovative Planungs-, Finanzierungs- und Umsetzungsmodelle. Willkommen sind Projekte, die bereits fertiggestellt oder soweit fortgeschritten sind, dass die zu erwartenden Impulse für das Quartier erkennbar sind.“

Der Sonderpreis sucht nach Vorzeigebeispielen für die Umbaukultur in der zirkulären Stadt. Credit: Josh Power
Der Sonderpreis sucht nach Vorzeigebeispielen für die Umbaukultur in der zirkulären Stadt. Credit: Josh Power

Münchner Werksviertel gewann 2023

Die erste Jurysitzung für den Deutschen Städtebaupreis 2025 wird im November 2024 stattfinden, gefolgt von der Bereisung der Projekte durch die Jury im November und Dezember. Im Januar 2025 folgt eine zweite Jurysitzung und die Entscheidung wird Mitte Februar beim Berlin-Symposium getroffen.

Die Jury des Deutschen Städtebaupreises 2025 setzt sich wie folgt zusammen:

  • Juryvorsitzender: Dipl.-Ing. Tim von Winning, Bürgermeister für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt, Ulm
  • Dr. Thomas Drachenberg, Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum
  • Sabine Müller, SMAQ Architektur und Stadt, Berlin
  • Marie-Theres Okresek, bauchplan ).( landschaftsarchitekten und stadtplaner
  • -Ing. Jórunn Ragnarsdóttir, LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei, Stuttgart
  • PD Dr. Anja Reichert-Schick, Wüstenrot Stiftung, Ludwigsburg
  • -Ing. Monika Thomas, Präsidentin DASL, Hamburg und Ständiger Gast für den Wissenschaftlichen Beirat
  • Dr. Christina Simon-Philipp, Hochschule für Technik Stuttgart

Der Deutsche Städtebaupreis wird seit 1980 alle zwei Jahre vergeben. Er hat einen ganzheitlichen Anspruch und fordert die Teilnehmenden so heraus, wegweisende, interdisziplinäre und weitsichtige Projekte zu entwickeln, die den Ansprüchen der Gesellschaft entsprechen und diese zugleich formen.

Der letzte Deutsche Städtebaupreis ging im Jahr 2023 nach München und ehrte das Werksviertel, ein Projekt, das auf Grundlage des Bestands ein buntes Nebeneinander unterschiedlicher Nutzungen generiert. Der Ort soll zu allen Tages- und Nachtzeiten belebt werden und hat dabei einen experimentellen Charakter.

Mehr zum Münchner Werksviertel lesen Sie hier.