Digitales Monitoring urbaner Strahlungsemissionen

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Stimmungsvolle Luftaufnahme einer urbanen Stadtlandschaft in Deutschland, fotografiert von Markus Spiske.

Stadtklima unter der Lupe, Emissionen sichtbar machen und gezielt steuern – digitales Monitoring urbaner Strahlungsemissionen ist mehr als nur ein Trend. Es ist der Schlüssel zu zukunftsfähigen, resilienten Städten, in denen Licht, Wärme und elektromagnetische Wellen nicht mehr bloß Nebenprodukte des urbanen Lebens sind, sondern präzise gemessen, bewertet und gestaltet werden. Wer Stadtentwicklung ernst meint, muss wissen, was in seiner Atmosphäre wirklich vor sich geht. Willkommen im Zeitalter der digitalen Strahlungswächter!

  • Definition und Bedeutung urbaner Strahlungsemissionen im städtischen Kontext
  • Technologische Grundlagen und Sensorik für digitales Strahlungsmonitoring
  • Schnittstellen zu Stadtklima, Gesundheit, Lichtverschmutzung und nachhaltiger Planung
  • Praxisbeispiele aus deutschsprachigen Städten und internationalen Vorreitern
  • Chancen für Stadtplanung, Landschaftsarchitektur und Klimaanpassung
  • Herausforderungen: Datenschutz, technische Integration und Governance
  • Potenziale für Partizipation, Transparenz und urbane Resilienz
  • Risiken wie Überwachung, Datenhoheit und technokratische Verzerrung
  • Ausblick: Wie digitales Monitoring die Planungskultur und urbane Gestaltung transformiert

Strahlung in der Stadt: Unsichtbare Kräfte, sichtbare Wirkung

Städte sind Hotspots der Strahlung. Dabei geht es keineswegs nur um das Licht der Großstadt, das als Lichtverschmutzung längst in den Fokus geraten ist. Urbaner Raum ist von einer Vielzahl an Strahlungsquellen durchdrungen – von der natürlichen Solarstrahlung über die Abwärme von Gebäuden bis zu elektromagnetischen Feldern aus Mobilfunk, WLAN und Co. Jede dieser Strahlungsarten wirkt sich unmittelbar auf das mikroklimatische Gefüge, die Gesundheit der Stadtbewohner und letztlich auf die Qualität der urbanen Lebensräume aus. Wer mit Stadtentwicklung, Landschaftsarchitektur oder Klimaanpassung zu tun hat, wird feststellen: Strahlung ist ein entscheidender, bislang oft unterschätzter Faktor urbaner Resilienz und Nachhaltigkeit.

Doch was verbirgt sich genau hinter dem Begriff „urbane Strahlungsemissionen“? Im Fachjargon umfasst er sämtliche im Stadtraum freigesetzten Strahlungsarten – von kurzwelliger, sichtbarer und ultravioletter Strahlung bis hin zu langwelliger Infrarotabstrahlung oder niederfrequenten elektromagnetischen Feldern. Diese Emissionen entstehen sowohl aus natürlichen als auch aus anthropogenen Quellen. Sonneneinstrahlung, Reflexionen an Fassaden, Abwärme durch Klimaanlagen, Straßenbeleuchtung, digitale Infrastruktur – jede dieser Quellen verändert das urbane Strahlungsbudget. Die Folge: Hitzeinseln, Lichtverschmutzung, Störungen von Flora und Fauna, Belastungen für den Schlaf der Stadtbevölkerung und nicht zuletzt Auswirkungen auf das Stadtklima insgesamt.

Gerade in dicht bebauten Quartieren werden die Wechselwirkungen komplex. Dunkle Oberflächen absorbieren mehr Sonnenstrahlung, speichern Wärme und geben diese nachts als Infrarotstrahlung ab – der klassische Urban-Heat-Island-Effekt. Gleichzeitig führen helle Fassaden, Glasfronten oder LED-Leuchten zu erhöhten Reflexionswerten, die nicht selten zu Blendung oder nächtlicher Lichtverschmutzung beitragen. Hinzu kommen elektromagnetische Emissionen, die nicht nur technologische, sondern auch gesundheitliche Debatten anheizen.

Das Problem: Bisher fehlte es in der Planung an verlässlichen, flächendeckenden und vor allem dynamischen Daten zu diesen Strahlungsflüssen. Traditionelle Messungen sind punktuell, statisch und oft teuer. Stadtklimamodelle arbeiten mit Annahmen, die der urbanen Komplexität selten gerecht werden. Die Folge: Fehlplanungen, ineffiziente Maßnahmen und ein blindes Vertrauen auf überholte Standards. Wer die urbane Strahlungslandschaft wirklich gestalten will, braucht neue Werkzeuge – und diese liefert das digitale Monitoring.

Der Paradigmenwechsel ist längst eingeleitet. Statt sich mit Schätzungen oder Einzelfallstudien zu begnügen, setzen immer mehr Städte auf kontinuierliche, digitale Erfassung und Analyse urbaner Strahlungsemissionen. Was bislang im Verborgenen lag, wird sichtbar, quantifizierbar und damit gestaltbar. Für die Stadtplanung eröffnet das ungeahnte Möglichkeiten – und stellt sie vor neue Herausforderungen.

Technologischer Werkzeugkasten: Sensorik, digitale Plattformen und KI im Einsatz

Die technologische Basis des digitalen Strahlungsmonitorings ist ebenso vielfältig wie faszinierend. Im Zentrum stehen hochsensible Sensoren, die verschiedene Strahlungsarten in Echtzeit erfassen können. Radiometer, Pyranometer und Spektralsensoren kommen zum Einsatz, um Solarstrahlung, Reflexion und Wärmeabstrahlung zu messen. Lichtmessgeräte, oft ergänzt durch Spektrometer, erfassen Intensität, Farbspektrum und sogar die biologische Wirksamkeit von Stadtbeleuchtung. Für elektromagnetische Emissionen werden Feldstärkemessgeräte und spezielle Antennen eingesetzt, die selbst schwache Signale aus dem urbanen Grundrauschen herausfiltern können.

Doch Sensorik allein macht noch kein digitales Monitoring. Erst die intelligente Vernetzung und Datenintegration entfalten das volle Potenzial. Moderne Systeme binden die Sensoren in urbane IoT-Plattformen ein, die Messdaten in Echtzeit aggregieren, analysieren und visualisieren. Über LoRaWAN, 5G oder klassische Funknetze werden die Messergebnisse an zentrale Datenbanken übermittelt, wo sie mit Geodaten, Wetterinformationen, Gebäudedaten und sogar Verkehrsflüssen kombiniert werden. Das Ergebnis ist ein digitales, multilayerfähiges Strahlungsmodell der Stadt, das sowohl aktuelle Zustände als auch Trends und Prognosen abbilden kann.

Ein zentraler Baustein ist dabei die Künstliche Intelligenz. Algorithmen erkennen Muster, identifizieren Hotspots, simulieren Auswirkungen von baulichen Veränderungen oder neuen Beleuchtungskonzepten. Sie lernen, welche Faktoren das Strahlungsbudget besonders beeinflussen, und können Empfehlungen für die Stadtplanung aussprechen. Dabei wird nicht nur die technische, sondern auch die soziale Dimension der Strahlung berücksichtigt – etwa, wie sich Lichtverschmutzung auf die Schlafqualität auswirkt oder wie sich elektromagnetische Felder entlang von Schulwegen verteilen.

Die Visualisierung der Daten ist ein weiteres Schlüsselelement. Interaktive Karten, 3D-Modelle und Heatmaps machen Strahlungsflüsse nicht nur für Experten, sondern auch für Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit verständlich. Wer je erlebt hat, wie eine nächtliche Lichtkarte die Blendwirkung einer neuen Straßenbeleuchtung sichtbar macht, weiß: Hier wird Planung plötzlich nachvollziehbar, greifbar und diskussionsfähig. Das schafft Akzeptanz – und ist ein Quantensprung gegenüber klassischen Gutachten und Tabellenwerken.

Technische Herausforderungen bleiben dennoch. Sensoren müssen robust, kalibriert und wartungsarm sein. Die Datenintegration erfordert offene Standards, Interoperabilität und einen sorgfältigen Umgang mit Datenschutz. Vor allem aber braucht es Know-how – nicht nur im Umgang mit Technik, sondern auch bei der Übersetzung der Daten in handlungsrelevante Erkenntnisse für die Stadtplanung. Wer diesen Spagat schafft, hat einen klaren Standortvorteil im Wettlauf um die smarte, resiliente Stadt.

Stadtklima, Gesundheit, Licht – Mehrwert für Planung und Gestaltung

Das digitale Monitoring urbaner Strahlungsemissionen ist kein Selbstzweck. Es liefert die Grundlage für eine zukunftsfähige, klimaresiliente und lebenswerte Stadt. Ganz vorne steht dabei der Beitrag zum urbanen Klima- und Hitzeschutz. Durch die kontinuierliche Erfassung von Solarstrahlung, Reflexion und Infrarotabstrahlung können Hitzeinseln frühzeitig erkannt und gezielt entschärft werden. Planer können etwa simulieren, wie sich Begrünungsmaßnahmen, helle Fassadenfarben oder neue Verschattungsmodule auf das lokale Mikroklima auswirken – und so bereits im Entwurf gegensteuern, bevor es zu gesundheitlichen Belastungen kommt.

Auch in der Lichtplanung eröffnet das Monitoring neue Horizonte. Lichtverschmutzung, Blendung und Störungen des natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus stehen längst auf der Agenda vieler Städte. Digitale Messungen machen erstmals sichtbar, wo Lichtquellen über das Ziel hinausschießen, wie sich Lichtkegel ausbreiten und wie die biologische Wirksamkeit von Beleuchtung optimiert werden kann – etwa zum Schutz nachtaktiver Tiere oder zur Verbesserung der Wohnqualität. Die Ergebnisse fließen in Lichtmasterpläne, Beleuchtungssatzungen oder innovative Smart-Lighting-Konzepte ein, die weit über reine Energieeinsparung hinausgehen.

Ein weiteres Feld ist die Bewertung elektromagnetischer Emissionen. Mit dem Ausbau von Mobilfunk und digitaler Infrastruktur wachsen auch die Sorgen um gesundheitliche Auswirkungen. Digitales Monitoring schafft hier Transparenz: Es zeigt, wo Grenzwerte eingehalten werden, wo Belastungsspitzen auftreten und wie sich neue Technologien wie 5G oder smarte Gebäudeautomation ins Strahlungsbudget einfügen. Für Planer ergeben sich daraus wertvolle Hinweise für Standortwahl, Zonierung und technische Ausstattung urbaner Räume.

Doch der Mehrwert reicht noch weiter. Digitale Strahlungsdaten lassen sich mit anderen urbanen Indikatoren verknüpfen – etwa mit Energieverbrauch, Verkehrsaufkommen oder Biodiversität. So entstehen neue Steuerungsansätze: Wo beispielsweise die Kombination aus hoher Strahlung und dichter Bebauung das Stadtklima belastet, können gezielte Entsiegelung, Dachbegrünung oder bauliche Verschattung besonders effizient wirken. Stadtplanung wird so nicht nur reaktiver, sondern proaktiv, datenbasiert und dynamisch. Wer die Wechselwirkungen versteht, kann Flächen multifunktional entwickeln und Synergien zwischen Klimaschutz, Lebensqualität und Energieeffizienz heben.

Gerade für die Landschaftsarchitektur eröffnen sich hier neue Spielräume. Freiräume, Parks oder Wasserflächen werden gezielt so gestaltet, dass sie als Strahlungspuffer und Hitzeventile dienen. Pflanzenauswahl, Topographie und Materialität werden nach ihrer strahlungsphysikalischen Wirkung bewertet. Das Ergebnis sind Freiräume, die nicht nur schön, sondern auch funktional klimaresilient sind. Der Paradigmenwechsel ist unverkennbar: Stadtgestaltung wird zur Wissenschaft – und bleibt trotzdem Kunst.

Praxis, Governance und Risiken: Wer steuert die urbane Strahlungsdatenflut?

Die Pionierarbeit beim digitalen Monitoring urbaner Strahlungsemissionen findet sich bisher vor allem in Städten, die den Mut zur Innovation haben. Wien etwa setzt seit einigen Jahren auf ein flächendeckendes Lichtmonitoring, bei dem Straßenbeleuchtung, Fassadenstrahler und Werbetafeln digital erfasst und bewertet werden. So werden Lichtverschmutzungszonen systematisch eingedämmt und Anwohner geschützt. Zürich und Basel kombinieren Strahlungssensorik mit urbanen Klimamodellen, um die Wirkung von Begrünungsmaßnahmen und neuen Baumarten auf das Mikroklima zu quantifizieren. In München laufen Pilotprojekte, bei denen elektromagnetische Emissionen in Echtzeit kartiert und mit Mobilitätsdaten verknüpft werden – ein wichtiger Schritt für die Akzeptanz neuer Funksysteme.

Doch der Weg in die Fläche ist steinig. Viele Kommunen kämpfen mit technischen, organisatorischen und rechtlichen Hürden. Wer betreibt die Sensorik? Wer besitzt die Daten? Wie werden Datenschutz und Transparenz gewährleistet? Und wie lassen sich die Ergebnisse in die klassische Planung – vom Bebauungsplan bis zur Flächennutzungsplanung – integrieren? Hier zeigt sich: Digitales Monitoring ist nicht nur eine technische, sondern vor allem eine Governance-Frage. Es braucht klare Zuständigkeiten, offene Datenstrukturen und eine breite Beteiligung aller relevanten Akteure – von Verwaltung über Forschung bis zu Bürgerschaft und Wirtschaft.

Ein weiteres Risiko liegt in der möglichen Kommerzialisierung der Strahlungsdaten. Wenn Datenmonopole entstehen oder Algorithmen und Plattformen von wenigen Anbietern kontrolliert werden, droht eine technokratische Verzerrung der Planung. Entscheidungen könnten intransparenter werden, während die eigentlichen Betroffenen – die Stadtbewohner – außen vor bleiben. Deshalb ist es unerlässlich, auf offene Standards, öffentliche Datenplattformen und nachvollziehbare Algorithmen zu setzen. Nur so bleibt die Kontrolle über die urbane Strahlungslandschaft in öffentlicher Hand – und das Monitoring wird zur Chance für mehr Demokratie, nicht für mehr Überwachung.

Die Integration in den Planungsalltag erfordert zudem eine neue Planungskultur. Fachplaner müssen lernen, mit großen, oft komplexen Datenmengen umzugehen, Unsicherheiten zu kommunizieren und Maßnahmen iterativ zu überprüfen. Die klassische Trennung zwischen Stadtplanung, Umwelt, Gesundheit und Technik löst sich auf. Wer erfolgreich sein will, muss interdisziplinär denken, handeln und kommunizieren. Hier entsteht ein neues Berufsbild: der urbane Strahlungsmanager, der Technik, Planung und Kommunikation souverän verbindet.

Die gute Nachricht: Mit jedem erfolgreichen Pilotprojekt wächst die Akzeptanz – und mit ihr die Bereitschaft zur Skalierung. Förderprogramme, Leitfäden und Netzwerke auf Bundes-, Landes- und EU-Ebene unterstützen den Roll-out. Doch am Ende entscheidet der lokale Mut zur Innovation. Wer sich auf die Datenflut einlässt, bekommt die Chance, Stadtentwicklung neu zu denken – intelligenter, nachhaltiger und näher am Menschen als je zuvor.

Ausblick: Strahlende Zukunft – wie digitales Monitoring die Stadtplanung transformiert

Digitales Monitoring urbaner Strahlungsemissionen ist weit mehr als ein weiteres Buzzword im Werkzeugkasten der Smart City. Es ist der Schlüssel zu einer dateninformierten, adaptiven und partizipativen Stadtentwicklung. Die Potenziale sind enorm: von der gezielten Steuerung des Stadtklimas über die Reduzierung von Lichtverschmutzung bis zur transparenten Bewertung elektromagnetischer Emissionen. Für Planer, Landschaftsarchitekten und Stadtverwaltungen eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten, urbane Räume nicht nur zu gestalten, sondern kontinuierlich zu beobachten, zu bewerten und zu optimieren.

Die Risiken sind real, aber beherrschbar – vorausgesetzt, Städte behalten die Hoheit über ihre Daten, setzen auf offene Systeme und gestalten die Governance aktiv. Nur so wird das Monitoring zum Hebel für mehr Transparenz, Teilhabe und Resilienz. Die nächsten Jahre werden zeigen, wie schnell sich diese neue Planungskultur durchsetzt. Klar ist aber schon jetzt: Wer in der urbanen Strahlungslandschaft den Überblick behält, wird zum Taktgeber der nachhaltigen Stadtentwicklung.

Die Technik ist bereit, die Werkzeuge sind da – jetzt braucht es den Mut, sie einzusetzen. Die Zeit des Blindflugs ist vorbei. Wer heute die Strahlung der Stadt versteht, kann morgen gezielt für Abkühlung, Dunkelheit oder digitale Balance sorgen. Willkommen im Zeitalter der digitalen Strahlungswächter – und in einer Stadt, die sich ihrer unsichtbaren Kräfte endlich bewusst wird.

Zusammenfassend zeigt sich: Digitales Monitoring urbaner Strahlungsemissionen ist eine der spannendsten, aber auch herausforderndsten Innovationen für zeitgemäße Stadtplanung und Landschaftsarchitektur. Es macht das Unsichtbare sichtbar, schafft neue Steuerungsoptionen und fordert die Branche heraus, alte Routinen zu hinterfragen. Wer sich darauf einlässt, gestaltet nicht nur urbanen Raum, sondern auch die Zukunft des städtischen Lebens aktiv mit. Garten und Landschaft bleibt dran – und liefert auch künftig die Expertise, die anderswo schlicht fehlt.

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Digitale Friedhöfe – Wie Stadtgrün archiviert wird

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Luftaufnahme eines Friedhofs mit zahlreichen Grabsteinen. Foto von Arushdeep Singh.

Was passiert eigentlich mit unseren Friedhöfen, wenn die Stadt wächst, die Gesellschaft altert – und digitale Technologien plötzlich selbst die letzte Ruhe aufmischen? Willkommen im Zeitalter der digitalen Friedhöfe: Hier wird nicht nur Erinnerung bewahrt, sondern Stadtgrün archiviert, analysiert und in neue Planungshorizonte überführt. Ein Blick auf die Schnittstelle von Trauerkultur, Datenmanagement und urbaner Transformation, der zeigt: Totgesagte leben länger – und werden digital unsterblich.

  • Definition und Entwicklung digitaler Friedhöfe als Werkzeuge der Stadt- und Grünflächenplanung
  • Wie digitale Archive zum Erhalt historischer Grabstätten und Biodiversität beitragen
  • Technologien: GIS, 3D-Scanning, Datenbanken und ihre Rolle im Friedhofsmanagement
  • Die Bedeutung digitaler Friedhöfe für nachhaltige Stadtentwicklung und Flächenkonkurrenz
  • Rechtliche, ethische und kulturelle Herausforderungen bei der Digitalisierung von Grab- und Grünanlagen
  • Innovative Beispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – zwischen Experiment und Exzellenz
  • Partizipation, Zugänglichkeit und Transparenz im digitalen Archivwesen
  • Risiken: Kommerzialisierung, Datenschutz, Verlust von Authentizität
  • Perspektiven: Wie digitale Friedhöfe die Trauerkultur und das urbane Gedächtnis verändern

Digitale Friedhöfe: Vom Grabstein zur Datenbank

Friedhöfe sind seit Jahrhunderten mehr als bloße Begräbnisstätten. Sie sind stille Zeugen der Stadtgeschichte, Archive der Erinnerung, Oasen der Biodiversität – und, nicht zu vergessen, hochkomplexe Flächen inmitten eines immer knapper werdenden urbanen Raums. Doch während Städte wachsen und sich verändern, geraten viele Friedhöfe unter Druck: Platzmangel, veränderte Bestattungsgewohnheiten, Kostendruck und der demografische Wandel fordern neue Antworten. Genau hier setzen digitale Friedhöfe an – als Werkzeuge, um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Stadtgrün intelligent miteinander zu verknüpfen.

Doch was ist ein digitaler Friedhof eigentlich? Hierbei handelt es sich keineswegs um bloße Online-Gedenkseiten oder virtuelle Friedhofsrundgänge für Daheimgebliebene. Vielmehr werden reale Friedhöfe mit digitalen Technologien kartiert, dokumentiert und in mehrschichtigen Datenbanken erfasst. Jeder Grabstein, jede Baumallee, jede denkmalgeschützte Kapelle wird digital vermessen, fotografiert, mit Geokoordinaten versehen und mit historischen Informationen angereichert. Das Ergebnis: ein präzises, updatefähiges Abbild des Friedhofs, das sowohl für Verwaltung als auch Planung neue Horizonte eröffnet.

Dieser digitale Zwilling ermöglicht es, Informationen zentral zu speichern und miteinander zu verknüpfen. Plötzlich lassen sich Grabnutzungsrechte, Baumgutachten, Pflegeintervalle und sogar Biodiversitätsdaten auf einen Klick abrufen. Die Verwaltung wird effizienter, die Pflege gezielter, die Planung transparenter. Vor allem aber entsteht ein digitales Archiv, das über Generationen hinweg erhalten bleibt – und damit das kulturelle Gedächtnis der Stadt sichert, auch wenn die reale Grabstätte längst verschwunden ist.

Die Idee, Friedhöfe zu digitalisieren, ist dabei keine Spielerei, sondern längst Teil des professionellen Stadtgrüns. Immer mehr Kommunen investieren in Geoinformationssysteme (GIS), 3D-Scans und digitale Kataster, um ihre historischen und aktuellen Friedhöfe zu erfassen. Das Ziel: Den Überblick behalten, Entwicklungspotenziale erkennen und den Spagat zwischen Denkmalschutz, Trauerkultur und Flächendruck meistern. Digitales Friedhofsmanagement wird so zum Schlüssel für nachhaltige Stadtentwicklung – und zur Antwort auf die Frage, wie Erinnerung in einer beschleunigten Gesellschaft bewahrt werden kann.

Natürlich ist die Digitalisierung kein Allheilmittel. Sie bringt neue Herausforderungen mit sich: Datenschutz, ethische Fragen zur digitalen Totenruhe, die Gefahr der Entfremdung von realen Trauerräumen. Doch sie eröffnet eben auch neue Chancen: für die Forschung, für die Bürgerbeteiligung, für die kreative Transformation von Stadtgrün. Der digitale Friedhof ist damit nicht das Ende, sondern der Anfang einer neuen Ära des urbanen Gedenkens.

Technologien zwischen Archiv, Analyse und Planung

Wer denkt, die Digitalisierung von Friedhöfen beschränke sich auf ein paar schöne Luftbilder und eine Excel-Tabelle, der irrt gewaltig. Vielmehr handelt es sich um ein technologisches Ökosystem, in dem unterschiedlichste Datenquellen und Tools zusammenarbeiten. Die Basis bildet in der Regel ein leistungsfähiges Geoinformationssystem (GIS), das Flächen, Wege, Parzellen, Bäume und bauliche Anlagen kartiert und in einem digitalen Stadtplan verortet. Mithilfe mobiler Endgeräte dokumentieren Mitarbeiter Veränderungen direkt vor Ort, während 3D-Laserscans und Drohnen hochpräzise digitale Modelle erstellen, die weit über klassische Lagepläne hinausgehen.

Diese digitalen Zwillinge sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern dienen als Planungsgrundlage für unterschiedlichste Fragestellungen. Wo gibt es Leerstände? Welche Grabflächen laufen demnächst aus? Wie entwickelt sich die Biodiversität auf dem Areal? Kann ein Teil des Friedhofs temporär für urbane Landwirtschaft oder als Park genutzt werden, ohne das kulturelle Erbe zu gefährden? Datenbanken verknüpfen dabei historische Quellen, Grabnutzungsfristen, Vegetationsdaten und rechtliche Rahmenbedingungen zu einem intelligenten Archiv, das auf Knopfdruck Auswertungen ermöglicht.

Ein besonders spannendes Feld ist die Verknüpfung von Friedhofsdaten mit anderen städtischen Informationssystemen. So lassen sich etwa Baumkataster, Klimadaten oder Katasterinformationen aus dem Denkmalschutz in die Planung einbeziehen. Plötzlich wird sichtbar, welche Friedhöfe als Kaltluftschneisen dienen, wo seltene Arten siedeln oder welche Gräber denkmalgeschützt sind. Diese Daten helfen nicht nur der Verwaltung, sondern sind auch für Landschaftsarchitekten, Planer und Umweltämter von unschätzbarem Wert. Sie erlauben es, Friedhöfe als multifunktionale Grünräume zu denken, die weit über ihre primäre Funktion hinausgehen.

Mit der Digitalisierung entstehen zudem völlig neue Wege der Partizipation und Vermittlung. Digitale Friedhofsarchive können für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden – als Online-Plattformen, Apps oder sogar in Form von Augmented Reality-Führungen vor Ort. So wird aus dem Friedhof ein Erlebnisraum für Bildung, Erinnerung und Stadtgeschichte. Gleichzeitig erleichtern digitale Werkzeuge die Bürgerbeteiligung, etwa bei der Umgestaltung von Anlagen oder der Pflege historischer Grabstätten. Die Grenze zwischen Verwaltung und Öffentlichkeit wird durchlässiger, der Friedhof rückt ins Zentrum des urbanen Gedächtnisses.

Natürlich geht damit auch eine Verantwortung einher: Die Qualität der Daten, die Pflege der Systeme und der Schutz sensibler Informationen müssen gewährleistet sein. Nicht zuletzt fordert die technische Komplexität eine kontinuierliche Weiterbildung aller Beteiligten – von der Friedhofsverwaltung über Planungsbüros bis hin zu IT-Dienstleistern. Doch wer sich dieser Herausforderung stellt, gewinnt einen entscheidenden Vorsprung: Die Fähigkeit, Friedhöfe als lebendige Teile der Stadt zu managen, zu entwickeln – und zu bewahren.

Stadtgrün unter Druck: Chancen und Konflikte des digitalen Archivierens

Friedhöfe genießen in Deutschland, Österreich und der Schweiz einen besonderen Status. Sie sind nicht nur religiöse oder kulturelle Orte, sondern auch Teil der grünen Infrastruktur – oft mit einer beeindruckenden Vielfalt an Flora und Fauna, seltenen Biotopen und wertvollen Altbaumbeständen. Gleichzeitig werden sie immer häufiger als Flächenreserve für Wohnungsbau, neue Parks oder Verkehrsprojekte betrachtet. Der digitale Friedhof ist hier nicht bloß ein Werkzeug zur Bestandserfassung, sondern ein strategischer Hebel im Wettbewerb um den urbanen Raum.

Die systematische Digitalisierung von Friedhöfen ermöglicht es erstmals, deren ökologische, historische und stadtklimatische Bedeutung präzise zu analysieren. Welche Flächen sind ökologisch besonders wertvoll? Wo bestehen Nutzungskonflikte zwischen Bewahrung und Entwicklung? Wie kann man den Spagat zwischen Trauerkultur und öffentlichem Parkinteresse meistern? Digitale Archive machen diese Fragen transparent und bieten eine solide Grundlage für politische Entscheidungen. Gleichzeitig helfen sie, die Flächenkonkurrenz zu entschärfen: Statt pauschal zu verdichten oder zu entsiegeln, können gezielt Bereiche identifiziert werden, die für neue Nutzungen geeignet sind – ohne das kulturelle Erbe zu gefährden.

Besonders relevant wird das digitale Friedhofsmanagement, wenn es um die Integration in die Gesamtentwicklung der Stadt geht. Im Kontext von Klimaanpassung, Schwammstadt-Strategien oder der Förderung von Biodiversität sind Friedhöfe als grüne Lungen unverzichtbar. Mit präzisen Daten lässt sich ihr Beitrag zum Stadtklima, zur Artenvielfalt oder als sozialer Begegnungsraum belegen – und gegenüber anderen Flächennutzungen argumentativ verteidigen. Gleichzeitig eröffnen sich neue Möglichkeiten für innovative Zwischennutzungen: temporäre Gemeinschaftsgärten, Bildungsprojekte oder Kunstaktionen, die das Bewusstsein für den Wert des Stadtgrüns stärken.

Doch der digitale Friedhof ist nicht frei von Risiken. Die Gefahr der Kommerzialisierung liegt auf der Hand: Wenn Datenbanken als Geschäftsmodelle vermarktet werden, droht ein Verlust an öffentlicher Kontrolle und Authentizität. Auch Datenschutz und Persönlichkeitsrechte spielen eine zentrale Rolle – schließlich handelt es sich oft um hochsensible Informationen, die mit größtem Respekt behandelt werden müssen. Die Balance zwischen Transparenz und Schutz der Privatsphäre ist eine ständige Herausforderung, die rechtlich und ethisch sauber gelöst werden muss.

Hinzu kommt die Gefahr der Entfremdung: Wenn Erinnerung nur noch digital verwaltet wird, droht der reale Ort in den Hintergrund zu treten. Die Herausforderung besteht darin, digitale Werkzeuge so einzusetzen, dass sie den Friedhof als physischen und sozialen Raum stärken – und nicht ersetzen. Nur so bleibt der Friedhof ein lebendiger Teil der Stadt, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbunden sind.

Rechtliche, ethische und kulturelle Dimensionen des digitalen Friedhofs

Die Digitalisierung von Friedhöfen wirft eine Vielzahl von juristischen und ethischen Fragen auf, die weit über technische Aspekte hinausgehen. Wer darf auf die Daten zugreifen? Wie lange dürfen personenbezogene Informationen gespeichert werden? Was passiert mit digitalen Archiven, wenn Grabnutzungsrechte auslaufen oder Friedhöfe umgewidmet werden? Diese Fragen sind keineswegs trivial und erfordern eine enge Abstimmung zwischen Verwaltung, Datenschutzbeauftragten und gesellschaftlichen Akteuren.

Ein zentrales Thema ist die Wahrung der Totenruhe im digitalen Raum. Während das Grab als physischer Ort durch Gesetze geschützt ist, fehlt es für digitale Abbilder oft an klaren Regelungen. Wie geht man mit sensiblen Informationen um, die Rückschlüsse auf Familienstrukturen, Religion oder soziale Herkunft zulassen? Wie verhindert man Missbrauch, etwa durch kommerzielle Ahnenforschung oder Datenhandel? Hier sind Standards und Leitlinien gefragt, die sowohl die Rechte der Verstorbenen als auch die Interessen der Gesellschaft wahren.

Auch kulturell ist der digitale Friedhof ein sensibles Terrain. Er verändert die Art und Weise, wie wir trauern, erinnern und uns mit der Geschichte unserer Städte auseinandersetzen. Während digitale Archive einen niederschwelligen Zugang zu Informationen ermöglichen, bergen sie die Gefahr, die emotionale und soziale Dimension von Trauer zu entwerten. Die Herausforderung liegt darin, digitale Angebote als Ergänzung – nicht als Ersatz – für reale Rituale und Begegnungen zu begreifen. Nur so kann die Digitalisierung zur Bereicherung der Trauerkultur beitragen, anstatt sie zu entleeren.

Ein weiteres Spannungsfeld ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen öffentlicher Zugänglichkeit und individueller Privatsphäre. Während offene Datenbanken Transparenz und Beteiligung fördern, muss der Schutz personenbezogener Daten jederzeit gewährleistet sein. Insbesondere bei historischen Grabstätten, die auch für Forschung und Bildung von Interesse sind, ist eine sorgfältige Abwägung erforderlich. Innovative Ansätze wie differenzierte Zugriffsrechte, Pseudonymisierung oder die Einbindung von Angehörigen können hier helfen, einen fairen Ausgleich zu schaffen.

Schließlich spielt auch die Frage der Nachhaltigkeit eine Rolle. Digitale Friedhöfe sind nur dann dauerhaft wertvoll, wenn ihre Daten aktuell, gepflegt und zugänglich gehalten werden. Das erfordert nicht nur technische Ressourcen, sondern auch ein langfristiges Engagement von Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft. Nur so kann der digitale Friedhof zu einem lebendigen Archiv werden, das die Vergangenheit bewahrt, die Gegenwart gestaltet – und die Zukunft inspiriert.

Perspektiven: Friedhöfe als urbane Gedächtnislandschaften der Zukunft

Was bleibt also vom digitalen Friedhof, wenn der erste Hype verklungen ist und die Systeme ihren Weg aus den Pilotprojekten in den Alltag gefunden haben? Vor allem eines: das Potenzial, Friedhöfe als urbane Gedächtnislandschaften neu zu denken – und sie als dynamische Bausteine einer nachhaltigen Stadtentwicklung zu etablieren. Digitale Archive machen es möglich, Erinnerung, Biodiversität und gesellschaftlichen Wandel intelligent zu verknüpfen. Sie eröffnen neue Perspektiven für Forschung, Bildung und Bürgerbeteiligung – und helfen, das kulturelle Erbe unserer Städte lebendig zu halten.

Gleichzeitig fordern sie uns heraus, über den Tellerrand klassischer Verwaltung hinauszuschauen. Die digitale Transformation macht den Friedhof zum Experimentierfeld für innovative Formen der Partizipation, des Wissensaustauschs und der kreativen Nutzung. Sie zwingt uns, den Wert von Stadtgrün nicht nur als Erholungsfläche, sondern als identitätsstiftenden und verbindenden Raum zu begreifen. Und sie erinnert uns daran, dass nachhaltige Stadtentwicklung immer auch eine Frage der Erinnerungskultur ist.

Natürlich bleibt die Digitalisierung ein Balanceakt zwischen Effizienz, Authentizität und Respekt. Es gilt, die Chancen zu nutzen, ohne die Risiken aus dem Blick zu verlieren. Erfolgreich ist der digitale Friedhof nur dann, wenn er als Werkzeug für mehr Transparenz, Teilhabe und Nachhaltigkeit verstanden wird – und nicht als Selbstzweck oder technokratische Spielerei. Die besten Beispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigen, dass dies möglich ist, wenn Verwaltung, Zivilgesellschaft und Fachleute an einem Strang ziehen.

Für Planer, Landschaftsarchitekten und Stadtverwaltungen eröffnet sich damit ein neues Spielfeld: Wer die Potenziale digitaler Friedhöfe erkennt und aktiv gestaltet, kann das Stadtgrün von morgen sichern und die Erinnerungskultur der Stadtgesellschaft neu definieren. Die Herausforderung liegt darin, digitale Innovationen mit fachlicher Expertise, kultureller Sensibilität und gesellschaftlicher Verantwortung zu verbinden. Nur so werden aus Daten echte Geschichten – und aus Friedhöfen lebendige Gedächtnislandschaften.

Der digitale Friedhof ist also weit mehr als ein Archiv vergangener Leben. Er ist ein Spiegel unserer Zeit, ein Labor für urbane Zukunftsfragen – und ein Beweis dafür, dass die Verbindung von Tradition und Innovation das Stadtgrün nicht nur erhält, sondern neu erfindet. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet die letzte Ruhe zum Motor für nachhaltige Stadtentwicklung werden könnte?

Zusammenfassung: Die Digitalisierung der Friedhöfe eröffnet völlig neue Horizonte für das Management und die Entwicklung von Stadtgrün im deutschsprachigen Raum. Durch präzise Erfassung, intelligente Vernetzung und innovative Nutzung der Daten wird der Friedhof zum multifunktionalen Archiv urbaner Erinnerung, Biodiversität und Identität. Die damit verbundenen Chancen – von effizienter Verwaltung bis zu neuer Bürgerbeteiligung – sind enorm, verlangen aber nach klaren Regeln, ethischer Sensibilität und technischer Exzellenz. Nur wenn digitale Friedhöfe als Werkzeuge für Nachhaltigkeit, Transparenz und gesellschaftlichen Dialog verstanden werden, können sie ihr volles Potenzial entfalten. Garten und Landschaft bleibt am Puls dieser Entwicklungen – und fragt weiter: Wie viel Zukunft steckt in unserem Stadtgrün? Und wie viel Stadt steckt in der Erinnerung?

Die Neuigkeiten im Januar

Feministische Mobilität à la Lisa Badum

Was passiert in der Welt der Planung? Worüber sprechen Ihren Kolleg*innen morgens an der Kaffeemaschine? In unserer Presseschau fassen wir wöchentlich die wichtigsten Neuigkeiten aus der Landschaftsarchitektur und Stadtplanung für Sie zusammen. Diese Woche: Feministische Mobilität à la Lisa Badum, Stadtplanung auf Clubhouse und #NeverAgain #WeRemember.

Bernie Sanders und der Freiraum. Viral betrachtet war die wichtigste Person bei Joe Bidens Amtseinführung vergangene Woche Bernie Sanders. Das Bild des Demokraten in Strickhandschuhen während der Zeremonie ging und geht noch immer in unzähligen Variationen um die Welt. G+L-Redakteurin Vera Baeriswyl fasst die besten Bernie-Sanders-Memes zusammen – mal mit mehr, mal mit weniger Planungsbezug, aber definitiv mit viel Augenzwinkern.

Stadtplanung auf Clubhouse. Die Audio-Chat-App „Clubhouse“ erobert seit knapp zwei Wochen die deutsche Social-Media-Welt. Bei dem sozialen Netzwerk kann man sich zwar nur mit persönlicher Einladung anmelden, die neue Hype-App bleibt aber dennoch nicht alleine pseudo-hippen Medienmacher*innen oder aus dem Nähkästchen plaudernden Politiker*innen wie Bodo Ramelow vorbehalten. Auch die Planerschaft diskutiert inzwischen fleißig auf Clubhouse mit. Mehr dazu hier.

Leo DiCaprio und der Fiat 500e. Er ist wohl einer der prominentesten Umweltaktivist*innen unserer Zeit – Leonardo di Caprio. In der europaweiten Kampagne „Welcome back, future“ wirbt der US-amerikanische Schauspieler nun für den neuen, vollelektrisch angetriebenen Fiat 500e und aktiv für den Klimawandel. Unserer Meinung nach sollte die Kampagne eher „Hollywood for Future“ heißen und bestätigt mal wieder: Reichweite ist gut, Relevanz besser. Aber machen Sie sich bei den Kolleg*innen von W&V selbst ein Bild.

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Feministische Mobilität à la Lisa Badum. Im Interview mit Tagesspiegel Background spricht sich die Grünen-Bundestagsabgeordnete Lisa Badum für eine feministische und klimafreundliche Mobilitätspolitik aus. Sie kritisiert den politischen Fokus auf das männliche Mobilitätsverhalten und das Dienstwagenprivileg, von dem vor allem Männer profitieren würden. Macht sie es sich zu einfach?

Münchner Stadtplanungs-Ausstellung in digital

Weltwirtschaftsforum im Ticker. Beim digitalen Weltwirtschaftsforum (WEF) 2021 – dieses Mal eben nicht in Davos – rückten Angela Merkel, Ursula von der Leyen und Greta Thunberg den Klimaschutz in den Mittelpunkt. Klimaaktivistin Thunberg machte mit den Worten „Ihr hattet jetzt drei Jahrzehnte voller bla, bla, bla“ auf sich aufmerksam, gestern sprach Wladimir Putin, und Angela Merkel räumte am Dienstag mangelnde Schnelligkeit im Kampf gegen Corona ein. Die Kolleg*innen vom Münchner Merkur haben einen Live-Ticker eingerichtet, informieren Sie sich hier tagesaktuell zum Geschehen.

Ausstellung „Einfach Grün. Greening The City“ im DAM. Selten waren Grünräume derart gefragt wie seit der Konfrontation mit Corona. Die seit dieser Woche digital eröffnete Ausstellung „Einfach Grün. Greening The City“ im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt widmet sich den Vorteilen und Herausforderungen urbanen städtischen Grüns – insbesondere der Haus- und Dachbegrünung im Bestand und Neubau. Alles dazu bei den Kolleg*innen von NXT A.

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Münchner Stadtplanungs-Ausstellung in digital. Auch die Jahresausstellung des Münchner Referat für Stadtplanung und Bauordnung „Die nachhaltige Stadt – Stadtentwicklung, Freiraum, Klimaschutz“ sowie deren Abendveranstaltungen wurden im Zuge der Corona-Pandemie in den digitalen Raum verlegt. Heute um 18 Uhr findet das erste digitale Event „Stadt der Zukunft – Zukunft der Stadt“ statt. Mit dabei Stadtbaurätin Elisabeth Merk und Andrea Gebhard.

Deutscher Städtetag unterstützt Lockdown-Verlängerung

Planung ist wertvoll #HOAI. Seit 1. Januar ist die reformierte HOAI in Kraft. Auf dabonline.de beantwortet die Bundesarchitektenkammer die wichtigsten Fragen dazu.

#NeverAgain #WeRemember. Anlässlich des Holocaust-Gedenktags erinnerte sich unsere Gesellschaft gestern vor allem auf digitalen Kanälen an den nationalsozialistischen Völkermord von 5,6 bis 6,3 Millionen europäischen Juden und Jüdinnen sowie an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Allen Twitter-Hashtags wie #NeverAgain #WeRemember zum Trotz finden aber weiterhin immer wieder antisemitische Übergriffe statt – sowohl im öffentlichen als auch privaten Raum, in Groß- wie in Kleinstädten. Die Kolleg*innen von tagesschau.de stellen sich der Frage, wie und ob Juden und Jüdinnen heute in Deutschland „normal“ leben können.

Deutscher Städtetag unterstützt Lockdown-Verlängerung. Im Gespräch mit der dpa spricht sich Burkhard Jung, Präsident des Deutschen Städtetags und Leipziger Oberbürgermeister, für die Beschlüsse von Bund und Ländern von diesem Dienstag sowie für Homeoffice und flächendeckende Impfungen aus. Hier der Bericht auf staedtetag.de.

Hallo Flächenversiegelung

Difu-Studie zu Bodenpolitik. In Kooperation mit 14 Städten hat das Deutsche Institut für Urbanistik eine Studie zur kommunalen Bodenpolitik durchgeführt. Demnach können Städte und Gemeinden mittels konkreter Handlungsstrategien in der Bodenpolitik verloren gegangene Handlungsfähigkeiten sowie Gestaltungsoptionen für die Stadtentwicklung zurückgewinnen.

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Stadtentwicklung à la Joe Biden. Gestern fand die Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden statt. Was die neue Administration für die US-amerikanische Stadtentwicklung plant – unter anderem einen 100-Milliarden-Dollar-Fonds für bezahlbaren Wohnraum – haben die  Kolleg*innen von CNU zusammengefasst.

Hallo Flächenversiegelung. Wie die Thüringer Allgemeine vergangene Woche berichtete, setzt Erfurts Stadtplanungsleiter Paul Börsch künftig verstärkt auf Eigenheime. Demnach soll der Anteil von Einfamilienhäusern von aktuell 20 auf 50 Prozent wachsen. Grund hierfür wären die mangelnden Wohnangebote für junge Familien und deren Abwanderung aus der thüringischen Landeshauptstadt.

Neues Zeitalter für Schönberger Gasometer

Toyota City à la BIG. Der Autohersteller Toyota will am Fuße des Mount Fuji in Japan auf 200 Hektar eine Smart-City-Modellmetropole mit dem schwungvollen Namen „Woven City“ bauen. Für die Planung und Entwicklung der smarten „Toyota City“ wurde niemand anderes als Bjarke Ingels beauftragt. Baubeginn soll noch Anfang dieses Jahres sein. Alles zum Projekt hier bei den Kolleg*innen von wohnnet.at.

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Trotz Pandemie Bock auf Paris, Kopenhagen oder Rotterdam? Guiding Architects bietet diesen Januar und Februar kostenlose Online-Führungen durch die drei Metropolen an.

Neues Zeitalter für Schönberger Gasometer. Die berühmte Kuppel in Berlin-Schöneberg wird abgebaut. Bis 2023 sollen im Inneren des denkmalgeschützten rund 80 Meter hohen Stahlzylinders ein Konferenzzentrum und ein Bürohaus entstehen. Kostenfaktor: 200 Millionen Euro. Alles dazu bei den Kolleg*innen von monopol.de.

Internationaler Innovationswettbewerb gegen die Coronakrise

Pinguine zählen für den Artenschutz. Mittels eines Online-Tools der University of Oxford kann man auf penguinwatch.org für den Artenschutz von Pinguinen die watschelnden Zeitgenossen auf Fotos suchen und entsprechend markieren. Die Bilder stammen von rund 140 Kameras, die ein Forschungsteam in der Antarktis aufgestellt hat. Alles hierzu bei den Kolleg*innen von Deutschlandfunk Nova.

Internationaler Innovationswettbewerb gegen die Coronakrise. Mit der „Global Mayors Challenge 2021“ sucht das Bloomberg Cities Network 50 innovative städtische Lösungen, die auf die Corona-Pandemie reagieren. Bewerben können sich bis zum 21. März 2021 Städte mit über 100 000 Einwohner*innen. Es werden 15 Hauptpreisträger*innen mit jeweils einer Million US-Dollar ausgezeichnet. Unterstützt wird der Wettbewerb von der Johns Hopkins University.

Interdisziplinäres Forschungsprojekt zur „urbanen Walkability“

BAK-Präsidium pro „Europäisches Bauhaus“. In einem Kommentar zum Jahreswechsel spricht sich das BAK-Präsidium deutlich für das Europäische Bauhaus aus. Dieses stehe demnach als „Synonym für die Notwendigkeit aller Fachdisziplinen, die notwendige Um- und Neugestaltung der gebauten Umwelt in Material, Form, Funktion, Struktur und Kultur zu beschleunigen“.

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Interdisziplinäres Forschungsprojekt zur „urbanen Walkability“. Mit der HAW Hamburg untersucht das Institut für Stadtforschung, Planung und Kommunikation (ISP) an der FH Erfurt in den kommenden drei Jahren, wie bewegungsfreundlich Städte und Quartiere sind. Das Projekt mit dem Titel „Gesundheitsfolgenabschätzung in der Stadtentwicklung“ wird vom BMBF mit mehr als 400 000 Euro gefördert.

Klimaschutz nach Faltplan

ARTE Journal zu Kunsthaus Zürich. David Chipperfield Architekten haben nach zwölf Jahren Bearbeitung den Anbau des Kunsthauses Zürich fertiggestellt. Das ARTE Journal gewährt einen ersten Blick.

Jacques Herzog zum Tod von Luigi Snozzi. Ende Dezember ist der Schweizer Architekt Luigi Snozzi im Alter von 88 Jahren an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Bei den Kolleg*innen von SRF erinnert sich Jacques Herzog an ihn als außergewöhnliche, auratische Persönlichkeit. Gerhard Matzig bezeichnet den Tessiner in seinem Nachruf auf SZ.de als „Meister einer geschichtsbewussten Baukultur“.

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Klimaschutz nach Faltplan. Die Initiative „Klima Konkret“ hat Ende November einen Faltplan an insgesamt 2 095 österreichische Gemeinden verschickt, der 46 Klimaschutzideen in den Bereichen Grünraum, nachhaltige Mobilität, Umgang mit Wasser und klimagerechtes Planen und Bauen auf einem intelligent illustrierten DIN-A1-Plakat skizziert. Auf Der Standard stellt Wojciech Czaja das Projekt vor.

Vatikan aus 67 000 Legosteinen

Bauwende JETZT! Architects for Future hat die Petition „Bauwende JETZT!“ ins Leben gerufen. Die Initiative fordert ein grundlegendes Umdenken in der Baubranche, um die Pariser Klimaziele zu erreichen. Mehr dazu bei den Kolleg*innen von NXT A.

Vatikan aus 67 000 Legosteinen. Der US-Architekt und Legobauer Rocco Buttliere hat mit Legosteinen auf 1,30 x 1,70 Meter im Maßstab 1:650 die Vatikanstadt im Kleinformat nachgebaut. Hier können Sie sich das Modell im Video ansehen.

Hier geht es zu den Neuigkeiten im Dezember.

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