Digitalisierte Wegeketten für Lieferverkehrsoptimierung

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Eine beeindruckende Vogelperspektive auf eine nachhaltige Schweizer Stadt – Foto von Ivan Louis





Digitalisierte Wegeketten für Lieferverkehrsoptimierung: Wie smarte Datenströme urbane Logistik neu denken



Lieferverkehr ist der heimliche Dirigent des urbanen Alltags – und oft auch sein größter Störenfried. Doch was wäre, wenn digitale Wegeketten endlich Klarheit, Effizienz und Nachhaltigkeit in dieses komplexe Spiel bringen? Willkommen im Zeitalter der datengetriebenen Lieferoptimierung, wo urbane Logistik nicht mehr bloß rollt, sondern intelligent orchestriert wird. Sind deutsche Städte bereit für den Sprung?

  • Was digitale Wegeketten sind und wie sie den Lieferverkehr revolutionieren
  • Technologische Grundlagen: Sensorik, IoT, Urban Data und Schnittstellen
  • Relevante Anwendungsfelder: Echtzeit-Routen, Mikro-Depots, Last-Mile-Optimierung
  • Stadtplanung trifft Logistik: Chancen für nachhaltige Quartiersentwicklung
  • Best-Practice-Beispiele aus Deutschland, Österreich und international
  • Regulatorische, technische und kulturelle Hürden auf dem Weg zur Umsetzung
  • Governance, Datensouveränität und das Spannungsfeld von Privatwirtschaft und Kommune
  • Potenziale für Klima- und Lebensqualitätsverbesserung
  • Risiken: Datenschutz, Kommerzialisierung, algorithmische Verzerrung
  • Fazit: Warum Planer heute digitale Wegeketten verstehen müssen

Digitalisierte Wegeketten: Das Rückgrat der neuen urbanen Logistik

Die moderne Stadt ist ein Organismus, dessen Puls an vielen Stellen gemessen wird – kaum irgendwo pocht er so unregelmäßig und doch so lebensnotwendig wie im Lieferverkehr. Jene scheinbar banalen Wege von Paketen, Lebensmitteln und Ersatzteilen, die tagtäglich unsere Städte durchqueren, sind inzwischen zu einer der größten Herausforderungen für urbane Lebensqualität und Nachhaltigkeit geworden. Doch während die öffentliche Debatte oft beim Lieferwagen vor der Einfahrt oder der Paketflut im Treppenhaus verharrt, vollzieht sich im Hintergrund eine leise, aber fundamentale Revolution: die Digitalisierung der Wegeketten.

Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff „digitalisierte Wegeketten“? Gemeint ist die lückenlose, digitale Abbildung sämtlicher Transportwege, Zwischenstationen und Zustellvorgänge, die ein Liefergut vom Versender bis zum Empfänger durchläuft. Jeder Schritt – vom Zentrallager über Mikro-Depots, Übergabepunkte, Verkehrsknoten bis zur letzten Meile – wird digital erfasst, analysiert und gesteuert. Sensoren in Fahrzeugen, intelligente Verpackungen, urbane Datenplattformen, GPS-Tracking, KI-basierte Routenoptimierung: All diese Komponenten fügen sich zu einer digitalen Kette, die mehr ist als die Summe ihrer Teile.

Das Ziel? Eine urbane Logistik, die nicht länger nach dem Prinzip Hoffnung navigiert, sondern auf Echtzeitdaten, Simulationen und vorausschauenden Steuerungsmodellen basiert. Der Lieferverkehr wird dadurch nicht nur planbarer, sondern auch effizienter, leiser und um einiges grüner. Und für die Stadtplanung eröffnet sich ein neues Spielfeld: Mit digitalisierten Wegeketten werden die Zusammenhänge zwischen Raumstruktur, Infrastruktur und Mobilität endlich sichtbar und steuerbar.

Was früher monatelange Verkehrserhebungen und umständliche Modellierungen erforderte, lässt sich heute in Sekunden auswerten. Wie viele Transporter fahren tatsächlich durch das Quartier? Wo entstehen Staus, wo Lücken? Wie wirken sich neue Bebauungen, Baustellen oder temporäre Sperrungen auf Lieferzeiten aus? Digitale Wegeketten liefern die Antworten – und machen die Stadt planbar, bevor sie gebaut ist.

Doch der Weg dorthin ist alles andere als trivial. Denn die Integration dieser Datenströme erfordert nicht nur technisches Know-how, sondern auch neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Logistikunternehmen, Technologieanbietern und nicht zuletzt der Bevölkerung. Wer hier in Silos denkt, verpasst das eigentliche Potenzial dieser digitalen Revolution.

Technologische Grundlagen: Von der IoT-Schnittstelle bis zur urbanen Datenplattform

Die Digitalisierung der Wegeketten beginnt nicht erst beim Liefervan oder am Depot. Sie startet dort, wo Daten entstehen: an der Schnittstelle von Fahrzeug, Infrastruktur und urbanem Raum. Sensorik spielt hier eine Schlüsselrolle. Intelligente Fahrzeuge melden ihre Position, Geschwindigkeit, Auslastung und sogar Umweltparameter in Echtzeit an zentrale Plattformen. IoT-Geräte an Ampeln, Brücken, Ladepunkten und Mikro-Depots liefern Kontextdaten: Ist die Straße frei, ist das Depot ausgelastet, gibt es temporäre Sperrungen oder besondere Wetterbedingungen?

Diese Daten fließen in urbane Datenplattformen, die oft nach dem Prinzip der Urban Data Spaces arbeiten. Hier werden sie aggregiert, harmonisiert und für verschiedene Anwendungen bereitgestellt – sei es für die kurzfristige Routenoptimierung, die langfristige Verkehrsplanung oder die Simulation künftiger Szenarien. Die Standards reichen von europäischen Initiativen wie Mobility Data Space bis zu proprietären Lösungen einzelner Logistikanbieter. Entscheidend ist die Interoperabilität: Nur wenn Systeme miteinander sprechen, entsteht ein echter digitaler Mehrwert.

Ein weiteres zentrales Element ist die Künstliche Intelligenz. Moderne Algorithmen analysieren nicht nur historische Verkehrsdaten, sondern antizipieren auch künftige Engpässe, schlagen Umleitungen vor und optimieren die Reihenfolge von Zustellungen. Die berühmte „letzte Meile“ – traditionell das teuerste und ineffizienteste Glied der Lieferkette – wird so zur Spielwiese datengetriebener Innovation. Doch KI ist kein Selbstzweck: Sie muss nachvollziehbar, überprüfbar und anpassbar bleiben. Das erfordert nicht nur technisches Wissen, sondern auch regulatorische Weitsicht.

Ein weiteres Puzzlestück sind Schnittstellen zu anderen urbanen Systemen. Denn Lieferverkehr ist kein isoliertes Phänomen. Er interagiert mit ÖPNV, Individualverkehr, Radwegen, Fußgängern und nicht selten auch mit städtischen Baustellen oder Veranstaltungen. Digitale Wegeketten, die diese Interaktionen abbilden, können Synergien schaffen: zum Beispiel durch die Bündelung von Lieferungen, die Nutzung von Zeitfenstern außerhalb der Stoßzeiten oder sogar durch die Integration in multimodale Mobilitätsplattformen.

All das setzt ein neues Datenverständnis voraus: Kommunen müssen lernen, ihre Daten nicht nur zu sammeln, sondern auch aktiv zu teilen und gemeinsam mit Partnern zu nutzen. Datenschutz, Datensouveränität und Governance werden zu zentralen Themen – und zu echten Stolpersteinen, wenn sie nicht frühzeitig adressiert werden. Wer glaubt, mit einem schicken Dashboard oder einer neuen App sei es getan, unterschätzt die Komplexität urbaner Datenökosysteme.

Stadtplanung trifft Logistik: Neue Chancen für nachhaltige Quartiere

Die Integration digitalisierter Wegeketten in die Stadtplanung markiert einen Paradigmenwechsel. Während klassische Planungsmodelle lange Zeit auf starren Annahmen und linearen Prozessen basierten, eröffnet die Verfügbarkeit von Echtzeit-Logistikdaten völlig neue Perspektiven. Plötzlich ist es möglich, die Auswirkungen städtebaulicher Entscheidungen auf Lieferverkehre nicht nur zu prognostizieren, sondern live zu beobachten und zu steuern. Das verändert nicht nur die Verkehrsplanung, sondern auch die Gestaltung ganzer Quartiere.

Ein aktuelles Beispiel liefern die Mikro-Depots, die zunehmend in deutschen und österreichischen Städten entstehen. Hier fungieren sie als urbane Umschlagplätze, an denen Lieferungen von großen Fahrzeugen auf kleinere, emissionsarme Transportmittel – etwa Lastenräder oder E-Vans – umgeschlagen werden. Die Standortwahl, die Dimensionierung und die Anbindung dieser Depots lassen sich mit Hilfe digitalisierter Wegeketten präzise steuern. Welche Straßen werden wann wie stark frequentiert? Wo entstehen typische Engpässe, wo gibt es bislang ungenutzte Potenziale?

Auch temporäre Maßnahmen, wie etwa Pop-up-Lieferzonen oder smarte Zeitfensterregelungen, profitieren von digitalen Wegeketten. Die Daten zeigen in Echtzeit, ob Maßnahmen tatsächlich zu einer Entlastung führen, oder ob sie lediglich den Verkehr auf benachbarte Straßen verlagern. Für Planer ist das ein Quantensprung: Endlich können Maßnahmen evidenzbasiert, flexibel und iterativ gestaltet werden – und nicht mehr nur auf Basis von Erfahrungswerten oder politischem Bauchgefühl.

Doch die Potenziale gehen noch weiter. Digitale Wegeketten ermöglichen es, Lieferverkehre in die übergeordnete Stadtentwicklung zu integrieren. Sie liefern Argumente für autofreie Quartiere, für die Umwidmung von Flächen, für die gezielte Förderung emissionsarmer Transportformen. Wer weiß, wie und wann Warenströme tatsächlich fließen, kann Flächen effizienter nutzen, Konflikte entschärfen und die Lebensqualität im Quartier gezielt steigern. Nicht zuletzt entstehen neue Möglichkeiten für die Bürgerbeteiligung: Simulationen und Visualisierungen machen die komplexen Zusammenhänge greifbar und schaffen Transparenz.

Allerdings ist auch hier Augenmaß gefragt. Denn die Digitalisierung der Wegeketten darf nicht zum Selbstzweck werden. Sie muss in ein ganzheitliches Mobilitäts- und Stadtentwicklungskonzept eingebettet sein, das ökologische, soziale und ökonomische Ziele balanciert. Wer nur auf Effizienz und Kostensenkung setzt, riskiert eine technokratische Verengung des Blicks – und vergibt die Chance, urbane Logistik als integralen Bestandteil nachhaltiger Stadtentwicklung zu begreifen.

Best Practices, Stolpersteine und das große Governance-Fragezeichen

Wie sieht die Realität aus? Während Städte wie Hamburg, München, Wien oder Zürich inzwischen erste Pilotprojekte für digitalisierte Wegeketten vorweisen können, bleibt die flächendeckende Umsetzung eine Herausforderung. In Hamburg etwa werden Lieferverkehre in ausgewählten Quartieren mit Sensorik und Datenplattformen überwacht, um Stauzeiten zu reduzieren und Anlieferzonen gezielter zu managen. In Wien ist die Integration von Wegeketten-Analysen in die Smart City-Strategie bereits ein wichtiger Baustein – etwa bei der Steuerung von Baustellenlogistik oder der Optimierung innerstädtischer Warenströme. Zürich wiederum nutzt Echtzeitdaten, um die Auswirkungen von Großveranstaltungen oder Baustellen auf die urbane Logistik frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Doch der Weg ist steinig. Technisch hapert es oft an Schnittstellen, an der Kompatibilität verschiedener Datenformate und an der Leistungsfähigkeit der städtischen IT-Infrastruktur. Rechtlich stellen sich Fragen nach Datenschutz, Dateneigentum und Zugriffsrechten. Wer darf welche Daten wie lange speichern, wer ist für die Qualität und Aktualität verantwortlich? Die Antworten darauf variieren von Stadt zu Stadt und sind oft Gegenstand zäher Verhandlungen zwischen Verwaltung, Politik und Privatwirtschaft.

Ein weiterer Stolperstein ist die Governance: Wer steuert eigentlich die digitalisierten Wegeketten? Sind es die städtischen Verkehrs- oder Digitalisierungsämter, private Logistikdienstleister, Technologieanbieter – oder gar externe Plattformbetreiber? Hier droht eine neue Form der Abhängigkeit, wenn Städte ihre Datenhoheit aus der Hand geben und sich auf proprietäre Systeme verlassen. Viele Kommunen setzen daher auf offene Urban Data Platforms und klare Regeln für die Nutzung und Weitergabe von Daten. Das ist aufwendig, aber langfristig alternativlos, wenn die Stadt die Kontrolle über ihre urbane Infrastruktur behalten will.

Auch kulturell ist der Wandel nicht zu unterschätzen. Die Integration digitaler Wegeketten in die Stadtplanung erfordert neue Kompetenzen, neue Arbeitsweisen und eine offene Fehlerkultur. Viele Planer sind es gewohnt, in festen Zyklen und mit klaren Zuständigkeiten zu arbeiten. Die Arbeit mit Echtzeitdaten, iterativen Prozessen und datengetriebenen Simulationen erfordert hingegen Flexibilität, Neugier und eine gewisse Risikobereitschaft. Wer hier zu lange zögert, verliert den Anschluss – nicht nur gegenüber internationalen Vorreitern, sondern auch gegenüber den eigenen Bürgern, die immer mehr Transparenz und Beteiligung einfordern.

Schließlich bleibt die Frage nach den Risiken: Was passiert, wenn digitale Wegeketten fehlerhafte oder manipulierte Daten enthalten? Wie gehen Städte mit algorithmischer Verzerrung, Datensilos oder der Kommerzialisierung urbaner Logistikdaten um? Hier zeigt sich die Notwendigkeit robuster Governance-Strukturen, klarer Verantwortlichkeiten und einer kontinuierlichen Überprüfung der eingesetzten Systeme. Denn so groß die Potenziale sind – so groß sind auch die Fallstricke, wenn Technik, Recht und Politik nicht Hand in Hand gehen.

Fazit: Warum digitale Wegeketten der neue Schlüssel zur urbanen Lieferoptimierung sind

Die Digitalisierung der Wegeketten markiert einen tiefgreifenden Wandel in der urbanen Logistik – und damit auch in der Stadtplanung. Was gestern noch als technisches Add-on oder als Spielwiese für Start-ups galt, avanciert heute zum strategischen Instrument für lebenswerte, nachhaltige und wirtschaftlich erfolgreiche Städte. Digitale Wegeketten sind mehr als bloße Datensammlungen: Sie machen den urbanen Lieferverkehr erstmals sichtbar, steuerbar und optimierbar – und sie eröffnen Planern, Logistikern und Politikern neue Räume für Innovation.

Doch der Weg zum flächendeckenden Einsatz ist lang. Technologische, rechtliche und kulturelle Hürden müssen überwunden, neue Allianzen geschmiedet und Governance-Fragen geklärt werden. Städte, die jetzt mutig vorangehen, können nicht nur Stau, Lärm und Emissionen reduzieren, sondern auch den Wirtschaftsstandort stärken und die Lebensqualität ihrer Bewohner spürbar erhöhen. Wer sich hingegen auf alten Strukturen ausruht, droht vom Wandel überrollt zu werden – von neuen Playern, neuen Technologien und nicht zuletzt von den Erwartungen der Bürger.

Für Planer, die die Zukunft der Stadt aktiv mitgestalten wollen, führt an der Auseinandersetzung mit digitalisierten Wegeketten kein Weg mehr vorbei. Hier entscheidet sich, ob Stadtplanung zum passiven Verwalten oder zum aktiven Gestalten wird. Die urbane Logistik ist längst kein Randthema mehr – sie ist das Nervensystem der Stadt. Und wer es versteht, digital zu vernetzen, gestaltet nicht nur effizienter, sondern auch menschlicher und nachhaltiger.

In diesem Sinne: Die Stadt der Zukunft wird nicht einfach geliefert – sie wird intelligent bewegt. Wer jetzt die richtigen Weichen stellt, sorgt dafür, dass aus Daten echte Lebensqualität wird. Und das ist keine Science-Fiction mehr, sondern urbaner Alltag, der zum Greifen nah ist.


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„Viele sagen, der Landschaftspark Wiese sei der schönste Ort in der Region.“

die Vermittlung und die Sensibilisierung im Landschaftspark Wiese. © Saskia Scherer

Die meisten Bewohnerinnen und Bewohner kennen ihn unter dem Namen „Lange Erlen“, andere bezeichnen ihn als das ehemalige Landesgartenschaugelände. Dabei hat dieser Park, der im Basler Rheinknie Deutschland mit der Schweiz verbindet, einen so viel schöneren Namen: Landschaftspark Wiese, nach dem gleichnamigen Fluss, der ihn durchfließt. Das Besondere an dem Park: Er liegt sowohl auf deutschem als auch auf Schweizer Grund. Und er ist Schauplatz der IBA Basel, die sich seit mehr als zehn Jahren erfolgreich für grenzüberschreitende Projekte im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz engagiert. Wir wollten mehr über diesen Landschaftspark erfahren und haben uns deshalb mit dem Hauptranger Yannick Bucher unterhalten.

Yannick Bucher, gemeinsam mit zwei deutschen Kollegen, arbeiten Sie seit Februar 2019 als Ranger im Landschaftspark Wiese. Wie dürfen wir uns Ihren Job vorstellen?
Die Hauptaufgabe von unserem Rangerdienst ist die Information, die Vermittlung und die Sensibilisierung im Landschaftspark Wiese. Letzteres bedeutet insbesondere, dass wir dafür Sorge tragen, dass die Besucherinnen und Besucher sich im Großen und Ganzen an die Regeln halten. Wir sorgen für ein positives miteinander zwischen Besuchern und Akteurinnen, im Gebiet wird das Trinkwasser der Region gewonnen und Landwirtschaft betrieben. Rangerdienste sind typisch für Nationalparks und auch einigermaßen typisch für Naturschutzgebiete. Eher speziell ist es, dass wir mit dem Landschaftspark Wiese in einem Gebiet tätig sind, das nicht nur reines Naturschutzgebiet ist. Denn hier gibt es auch andere Nutzungen wie Sportanlagen, Tierheime und Schrebergärten.

„Der Rangerdienst ist eine der zentralen Maßnahmen vom IBA Projekt Landschaftspark Wiese.“

Besonders am Rangerdienst im Landschaftspark Wiese ist aber auch, dass er binational aufgestellt ist.
Absolut richtig. Der Landschaftspark an sich ist binational. Da liegt es natürlich nahe, dass auch der dortige Rangerdienst binational aufgestellt ist, dass dieser im ganzen Park unterwegs ist und sich nicht an die Grenzen halten muss. Die Agglomeration Basel ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und die Freizeitaktivitäten haben sich aufgrund flexiblerer Arbeitszeiten ziemlich verändert. Damit stieg auch der Druck auf die lokalen Naherholungsgebiete. Den Rangerdienst hat man dann vor gut einem Jahr eingeführt, um dem zunehmenden Nutzungsdruck etwas entgegenzusetzen. Deswegen sind wir nicht nur Aufsichtsorgan, sondern haben ebenso auch Vermittlungsaufgaben inne. Und diese sind auch nötig.
Die Corona Pandemie hat den Effekt noch verstärkt: Wir hatten bereits vorher viele Besucherinnen und Besucher im Park. Die Besucherzahlen während des Lockdowns lagen weit über den normalen. Das zeigt, wie wichtig der stadtnahe grüne Erholungsraum für die Region ist.

Das kann ich mir vorstellen. Wie sieht diese Vermittlung, von der Sie gesprochen haben, konkret aus?
Wir bieten Führungen und organisieren auch Infotische. Wir versuchen dafür zu sensibilisieren, was in dem Raum passiert, wie die Trinkwassergewinnung und wie die Landwirtschaft im Park funktionieren. Wir bringen die Themen auf den Tisch, die man als Stadtbewohner wenig erleben kann, und vermitteln diese.

Wie ist der Rangerdienst organisiert?
Insgesamt haben wir drei Auftraggeber: die Stadt Weil am Rhein, die Gemeinde Riehen und den Kanton Basel-Stadt. Ich bin bei der Umweltberatungsfirma „Hintermann & Weber AG“ angestellt, die den Auftrag von der Stadt Basel erhalten hat und meine beiden deutschen Partner sind beim Trinationalen Umweltzentrum (TRUZ) beschäftigt.

Welche Maßnahmen hat man in den vergangenen Jahren im Rahmen der IBA Basel umgesetzt und welche sind noch geplant?
Wir selber, also der Rangerdienst, sind eine der zentralen Maßnahmen vom IBA Projekt Landschaftspark Wiese. Uns gibt es wie gesagt seit einem Jahr. Zudem ist für den Park eine einheitliche Beschilderung geplant, die an den Eingängen über den Park informiert, welche Möglichkeiten zur Erholung bestehen, aber auch, welche Auflagen daran gekoppelt sind: dass man Feuer nur in den Grillstellen machen darf und dass man seinen Müll mitnimmt etc. Die Basic-Regeln eben. Außerdem wird es im Park künftig einen Themenpfad geben, der die Themen Trinkwassergewinnung, Tiere und Pflanzen, aber auch die historische Entwicklung aufzeigt.

Die größte Maßnahme ist aber „Wiese vital“, richtig?
Genau, im Zuge einer Volksinitiative in der Schweiz hat das baselstädtische Stimmvolk beschlossen, auf dem ganzen Abschnitt auf Schweizer Boden den Fluss Wiese zu revitalisieren und zu renaturieren. Der untere Teil ist bereits revitalisiert, für den anderen Teil arbeitet man aktuell ein Bauprojekt aus. Das Ziel: Der Fluss soll wieder natürlicher fließen und mehr Platz haben.

Sie sind jetzt knapp 1,5 Jahre dabei. Was denken Sie, reichen die Bemühungen vor Ort aus, um den Landschaftspark Wiese langfristig vor dem Nutzungsdruck zu schützen?
Den wichtigsten Schritt hat man meiner Meinung nach mit dem Landschaftsrichtplan gemacht. Die Fläche kann nun nicht mehr überbaut werden und darüber bin ich froh. Mit sanften Mitteln ist man nun dran, den Erholungsraum des Parks zu schützen. Mit Beschilderungen, gezielter Information oder auch durch uns, dem Rangerdienst. Ich denke, da sind wir auf einem guten Weg. Das gleiche Feedback erhalten wir auch aus der Bevölkerung. Das Interesse am Gebiet wächst und das, was wir machen, wird geschätzt. Viele Besucher sagen, der Landschaftspark sei der schönste Ort in der Region. Und es kommen auch immer wieder Besucher, die fragen, wie sie helfen können, die etwas für das Gebiet tun wollen. Das alles zusammen stimmt mich sehr optimistisch.

Warum wir eine IBA-Basel-Serie gestartet haben? Das lesen Sie hier.

Sämtliche Beiträge zur IBA Basel 2020 finden Sie hier.

Eine Seilbahn schwebt über die Gärten der Welt in Berlin. (Foto: Thomas Rosenthal)

Eine Seilbahn schwebt über die Gärten der Welt in Berlin. (Foto: Thomas Rosenthal)

Auf kleinstem Raum lassen sich in Berlin-Marzahn die unterschiedlichsten Ansätze der Landschafts- und Gartenarchitektur studieren. Denn die Anlage Gärten der Welt vereint neben klassischen Tourist*innenattraktionen wie eine Seilbahn, Aussichtspunkte und einer Arena für Veranstaltungen noch mehr – nämlich Gartenkunst. Und zwar aus allen Herren Ländern und Kulturen. In verschiedenen Themengärten und Gartenkabinetten können Besucher*innen entsprechend Ansätze und Gestaltungen aus aller Welt betrachten. Hier erfahren Sie, welche Gärten der Welt Ihnen geboten werden.

Gärten der Welt präsentieren internationale Gartenkunst

Früher noch als “Erholungspark Marzahn” bekannt, wurde das Areal an der Ecke Eisenacher Straße und Blumberger Damm anlässlich der IGA 2017 erweitert und umgebaut. Insgesamt 43 Hektar Fläche belegt das Gelände, das heute den Namen “Gärten der Welt” trägt, seitdem.

Die Gärten der Welt bestechen mit vielen Attraktionen für Groß und Klein. Dabei kommen Gartenkunstenthusiast*innen genauso auf ihre Kosten wie Familien mit Kindern und Tourist*innen. So bietet der Park seit dem Umbau zur IGA 2017 inzwischen neun internationale Gartenkabinette, die traditionelle Techniken der Gartengestaltung präsentieren, elf Themengärten, und eine Arena für Veranstaltungen. Dazu kommen Spielplätze, ein Irrgarten und eine Seilbahn, die die Bezirke Marzahn und Hellersdorf miteinander verbinden.

Der Fokus  des Parks liegt aber – wie der Name schon verrät – auf den “Gärten der Welt”. Die Gartenkabinette und Themengärten erlauben es den Besucher*innen dementsprechend, Einblicke in die Gartenkunst verschiedener Kontinente, Epochen und Kulturkreisen zu erhalten. Welche internationalen Gärten im Park zu besichtigen sind, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Die Gärten der Welt – Übersicht

Chinesischer Garten

Als erster Garten der Welt entstand in den 1990er-Jahren der Chinesische Garten. Mit dem “Garten des wiedergewonnenen Mondes” wurde 1994 der größte Chinesische Garten Europas in Berlin erschaffen. Seine Planung begann 1994 im Rahmen einer Städtepartnerschaft zwischen Peking und Berlin als klassischer chinesischer Gelehrtengarten. Die Idee dahinter war auch, die Jahrtausende alte chinesische Gartenkunst in die Gegenwart zu übersetzen. 

Im Zentrum des Gartens sitzt der “Spiegel des Himmels”, ein 4 500 Quadratmeter großer See, an dessen Ufer sich ein Teehaus chinesischer Architektur mit der typisch geschwungenen und spektakulär auskragenden Dachkonstruktion befindet. Als charakteristische Bepflanzung kommen im Garten des wiedergewonnenen Mondes beispielsweise Magnolien, Chrysanthemen oder Bambus zum Einsatz. Übrigens: Der Mond im Namen steht sinnbildlich für die Wiedervereinigung des einst geteilten Berlins.

Größe: 27 000 Quadratmeter, inklusive 5 000 Quadratmetern Teichfläche
Eröffnung: 15. Oktober 2000
Planung: Klassisches Institut für Gartenarchitektur, Peking

Japanischer Garten

Der “Garten des zusammenfließenden Wassers” entsprang der Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Tokio. Basierend darauf soll der Garten die Idee eines harmonischen Miteinanders verkörpern. Darum bestimmt diesen Bereich der Gärten der Welt das Leitmotiv Wasser – es symbolisiert das Zusammenfließen von Kulturen und den Verlauf der Geschichte. 

Im Japanischen Garten findet sich demzufolge ein Wassergarten, aber auch ein Zengarten und ein Garten aus Rasenflächen, in denen insgesamt 300 Augengneissteine verteilt sind. Dazu kommt ein Pavillon – der Chaya – in seiner Mitte. 

Entsprechend der Japanischen Kultur, in der Stille eine besondere Bedeutung zukommt, ist auch der Japanische Garten im Park Die Gärten der Welt ein Ort, an dem Besucher*innen zur Ruhe kommen können. Fun Fact: Die Baustelle für den Japanischen Garten gilt als eine der leisesten in der Geschichte der Gärten der Welt.

Größe: 2 700 Quadratmeter
Eröffnung: 30. April 2003
Planung: Prof. Shunmyo Masuno

Balinesischer Garten

Der “Garten der drei Harmonien” entstand im Rahmen einer Städtepartnerschaft zwischen Jakarta und Berlin. Sein Name bezieht sich auf das balinesische Streben, im Einklang mit sich selbst, dem Umfeld und dem Universum zu leben. Auf diese dreifaltige Harmonie ist der Balinesische Garten ausgerichtet.

Dabei handelt es sich auch um den einzigen Garten in den Gärten der Welt, der gänzlich in einer Tropenhalle untergebracht ist. Eine Wohn- und Tempelanlage, in der auch die Berliner Bali-Gemeinde ihre Religion aktiv ausübt, bildet das zentrale Element des Gartens. Dahinter erstreckt sich zudem ein an einen balinesischen Tropenwald angelehnter Garten mit Reisterrassen und Pflanzen wie Schraubenbäumen, Hibiskus, Gardenien, Farnen, Orchideen und den duftgewaltigen Frangipani.

Größe: 2000 Quadratmeter in Leichtbauhalle
Eröffnung: 18. Dezember 2003
Planung: Putu Edy Semara

Orientalischer Garten

Der “Garten der vier Ströme” wurde nach den Gestaltungsprinzipien der traditionellen orientalisch-islamischen Gartenkultur entworfen. Daher verbirgt er sich einer vier Meter hohen Mauer. Damit spielt er mit dem Mythos des Gartens als verborgene Oase. Außerdem hilft die Abgrenzung dabei, das spezielle Klima im Garten aufrecht erhalten zu können.

In der Gartenanlage finden sich typisch orientalische Arkadengänge mit Ornamenten und Mosaiken. Dazu kommt ein viergeteilter Gartenhof mit einem Brunnen in der Mitte. Im Garten befinden sich Zier- und Nutzpflanzen: Granatäpfel, Oliven und Palmen, aber auch Flieder, Oleander und Magnolien.

Größe: 6 100 Quadratmeter
Eröffnung: 7. Juli 2005
Planung: Kamel Louafi, Prof. Mohammed El Faiz

Hier finden Sie weitere Projekte des Garten- und Landschaftsarchitekten Kamel Louafi.

Koreanischer Garten

Der “Seouler Garten” war ein Geschenk der Südkoreanischen Hauptstadt an Berlin. Er entstand nach einem Berlin-Besuch des Oberbürgermeisters von Seoul und war dafür gedacht, die Beziehungen zwischen den Städten zu vertiefen. 

Die Gestaltung des Koreanischen Gartens ist geprägt von Buddhismus, den Lehren von Konfuzius und dem volkstümlichen schamanischen Glauben. Dazu gehört auch das Gleichgewicht zwischen männlichen und weiblichen Kräften in der Natur. Beide werden im Garten mehrfach repräsentiert.

Im Koreanischen Garten finden sich zahlreiche Totempfähle und abstrakte Holzfiguren, die der schamanischen Kulturgeschichte Koreas entspringen. Geplant wurde er von koreanischen Gartenarchitek*innen, die eine koreanische Felslandschaft mit den typischen Kiefern, Fächerahornen, Eichen und Bambussen erschufen. Zentrales Bauwerk ist der “Kye Zeong” (Pavillon am Wasser), in dem sich typisch koreanische Wohnräume besichtigen lassen.

Größe: 4 000 Quadratmeter
Eröffnung: 31. März 2006
Planung: Samsung Everland Inc., Seoul

Irrgarten und Pflasterlabyrinth

Zur Gartenkultur gehören selbstverständlich auch Irrgärten, die ihren Ursprung in der Renaissance haben. Die Irrgartenanlage des britischen Königsschlosses Hampton Court war Vorbild für die Anlage in den Gärten der Welt. Diese wurde mit einer zwei Meter hohen Eibenhecke, bestehend aus über 1 200 Pflanzen, angelegt. Der Weg in das Zentrum des Pflasterlabyrinths dauert etwa zehn Minuten. Dort findet sich auch ein Aussichtsturm, der einen Überblick über das Labyrinth erlaubt.

Zusätzlich zum 3D-Irrgarten gibt es in den Gärten der Welt auch ein zweidimensionales Labyrinth aus Pflastersteinen. Hellgraue Steine markieren den Weg zur Mitte. Insgesamt 11 Umgänge, 28 Kehre und ebenfalls zehn Minuten führen zu dessen Mitte.

Größe: Heckenirrgarten: 2 000 Quadratmeter, Pflasterlabyrinth: 340 Quadratmeter
Eröffnung: 22. Juni 2007
Planung: gruppe F Landschaftsarchitekten, Berlin

Karl-Foerster-Staudengarten

Das 1957 erschienene Buch “Einzug der Gräser und Farne in die Gärten” von Karl Foerster war Inspirationsquelle für diesen Teil der Gärten der Welt.  Der Gärtner, Züchter und Gartenphilosoph prägte die deutsche und die internationale Gartenkultur nachhaltig – einerseits mit seinen Schriften, aber andererseits auch mit der Einführung von Wild- und Kulturstauden.

Stauden sind es deshalb auch, die den Karl-Foerster-Staudengarten dominieren. Zwischen streng geschnittenen Buchsbaumhecken finden sich geometrisch formal angelegte Beete mit Prachtstauden, die von landschaftlich geprägten Teilen des Gartens kontrastiert werden. So spielen anspruchsvolle Pflanzungen und frei gestaltete Naturgärten zusammen.

Abgesehen von einer Pergola befindet sich im Karl-Foerster-Staudengarten im Gegensatz zu den anderen Bereichen in den Gärten der Welt keinen architektonischen Strukturen. Die Farbe der Pergola – blau – geht übrigens auf eine Erwähnung in einem von Foersters Büchern zurück. Dort beschreibt er einen Blauton, den die Gartengestalter*innen in mühseliger Arbeit zu reproduzieren versuchten.

Größe: 3 600 Quadratmeter
Eröffnung: 9. Mai 1987, Neueröffnung am 9. März 2008
Planung: Dr. Johannes Schwarzkopf, Christian Meyer

Italienischer Renaissancegarten

Der “Giardino della Bobolina” ist ein Renaissancegarten, der sich stilistisch an der toskanischen Villengärten des 16. Jahrhunderts orientiert. Er ist der einzige Garten im Ensemble, der eine Epoche widerspiegelt und keine Stilrichtung.

Er basiert auf einer Vierteilung, die sich durch die gesamte Gestaltung zieht. Eine Loggia im ersten, in sich geschlossenen Gartenraum, ist Konzertveranstaltungsort. Von der Loggia aus, gelangen Besucher*innen in den viertgeteilten Hauptgarten mit einem Brunnen in der Mitte.

Eine originale Bobolina-Statue aus dem 16. Jahrhundert befindet sich ebenfalls, eingebettet in Hecken aus Buchs und Eibe, im Zentrum des Gartens. Gestalterische Elemente des Gartens, wie Säulen oder Treppen sind aus hellgrauem Sandstein. Eine Besonderheit ist zudem der “Giardino segreto”, der geheime Garten, den man über eine schmale Natursteintreppe betritt.

Größe: 3 000 Quadratmeter
Eröffnung: 31. Mai 2008
Planung: Levin Monsigny Landschaftsarchitekten, Berlin

Christlicher Garten

Der Christliche Garten ergänzt die Gärten der Welt seit 2011. Er ist dem Kreuzgang eines typischen mittelalterlichen Klostergartens nachempfunden. Den Namen “Raum der Sprache und des Wortes” ist aber vor allem maßgeblich geprägt von einer speziellen Installation. Sie zeigt modern gestaltete Texte aus der Bibel sowie Zitate aus Philosophie und Kultur. Die Texte reflektieren die Beziehung zwischen Mensch und Natur. Außerdem unterstreichen sie den Garten als Sinnbild des christlichen Lebens.

Die Installation besteht aus goldlackierte Metallbuchstaben, die Passagen aus dem Alten und Neuen Testament zitieren. Die daraus entstehenden transparenten Wände bilden den Wandelgang eines Klosters nach. In der Mitte des quadratischen Gartens befindet sich zudem ein Wasserspiel. Dieses steht einerseits für die Quelle des Lebens und andererseits für die verschiedenen Bedeutungen von Wasser im Christentum.

Größe: 1 000 Quadratmeter
Eröffnung: 29. April 2011
Planung: relais Landschaftsarchitekten, Berlin

Englischer Landschaftsgarten

Der Englische Landschaftsgarten darf in den Gärten der Welt natürlich nicht fehlen. Die ersten Parks, die diese Stilrichtung prägten, entstanden schließlich bereits im 18. Jahrhundert. Sie basierten auf der idyllischen Wildnis der Landschaftsmalerei und wichen von den bis anhin verbreiterten strengen Geometrischen Formen ab.

Gärten der Welt – weitere Attraktionen

Im Englischen Garten befindet sich ein typisches englisches Landhaus mit Reeteindeckung, dass von einem Gemüsegarten, Wiesen, Staudenbeeten, einem Rosengarten und Obstbäumen umgeben ist. Er entstand im Rahmen einer Stadtpartnerschaft mit dem englischen Halton und wurde im Rahmen der IGA Berlin 20217 eröffnet.

Das Englische Cottage in der Mitte der Anlage serviert übrigens selbstverständlich eine klassisch Englische Tea Time mit Earl Grey Tee, Gurkensandwiches und Scones.

Größe: 6 000 Quadratmeter
Eröffnung: 19. April 2017
Planung: Austin-Smith:Lord, Manchester

Jüdischer Garten

Der neuste Zugang zu den Gärten der Welt ist der Jüdische Garten, der erst 2021 Eröffnung feierte. In Blickweite zum christlichen Garten entstand seit Ende 2019 ein Themengarten rund um die jüdische Interpretation von Landschaftsarchitektur. Obwohl er als landschaftsarchitektonischer und künstlerischer Beitrag die Darstellung einer Weltreligion bezweckt, verzichtet er bewusst auf die Zurschaustellung von religiösen Schriften und Symbolen.

Stattdessen fokussiert der Jüdische Garten auf Pflanzen und Gewächse mit engem Bezug zur jüdischen Kultur, wie etwa Feigen, Mandeln, Kastanien oder Ulmen. Diese sind bekannt aus Schriften jüdischer und dem Judentum nahestehenden Autor*innen. Das Wegenetz, das durch die Anlage führt, gliedert den Garten, symbolisiert aber auch die Jüdische Diaspora, die über die Welt verstreut ist. Im Garten finden sich zudem gleich zwei skulpturale Pavillons, die einerseits Ruhe, andererseits aber auch Austausch fördern wollen. Darin sind etwa auch Veranstaltungen zur jüdischen Kultur geplant.

Die Allianz Umweltsstiftung, die bereits den Orientalischen Garten und den Christlichen Garten unterstützte, hatte den Jüdischen Garten initiiert. Mehr zu diesem Garten in den Gärten der Welt lesen Sie außerdem hier: Jüdischer Garten.

Fläche: etwa 2 000 Quadratmeter
Eröffnung: 2021
Planung: Manfred Pernice (Bildhauer), Wilfried Kuehn (Architekt) und atelier le balto Landschaftsarchitekten, Berlin

Zusätzlich zu den elf Themengärten gibt es in den Gärten der Welt zahlreiche weitere Attraktionen. Dazu gehört etwa ein Tagungszentrum mit biodiversem Gründach (mehr zum Thema Dachbegrünung finden Sie hier). Außerdem eine Arena, die insgesamt 5 000 Besucher*innen Platz bietet und einem Amphitheater nachempfunden ist. Mit der Seilbahn kann man zudem vom Kienberg über das Wuhletal direkt in die Gärten der Welt schweben und einen spektakulären Ausblick geniessen. Des Weiteren entstand im Rahmen der IGA 2017 im Übrigen auch der Wolkenhain, ein Aussichtsturm, der wie organisch gewachsen aussieht – selbstverständlich barrierefrei zugänglich.

Mehr Informationen zu den Gärten der Welt finden Sie hier.

Für Sie vielleicht auch interessant: Welche Bedeutung hat der Garten im 21. Jahrhundert?