Verkehrssteuerung per Drohne – urbane Lufthoheit digital denken

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Ein Schloss mit traumhafter Aussicht inmitten einer malerischen Landschaft, fotografiert von Andreas Weilguny.

Fliegende Verkehrsmanager, die urbane Mobilität in Echtzeit ins Gleichgewicht bringen? Die digitale Lufthoheit ist keine Zukunftsmusik mehr: Drohnen übernehmen längst zentrale Aufgaben bei der Verkehrssteuerung. Sie liefern nicht nur Bilder, sondern orchestrieren den urbanen Verkehr – schneller, präziser und vielseitiger als jede herkömmliche Methode. Wie funktioniert diese Revolution am Himmel, welche Chancen und Risiken bringt sie mit sich, und was bedeutet das für Städte im deutschsprachigen Raum?

  • Das Potenzial von Drohnen als flexible Werkzeuge für die Verkehrssteuerung in urbanen Räumen
  • Technische Grundlagen: Sensorik, KI-basierte Auswertung und Integration in bestehende Verkehrsmanagementsysteme
  • Rechtliche und ethische Rahmenbedingungen im deutschen, österreichischen und schweizerischen Kontext
  • Praxisbeispiele aus europäischen Metropolen und Pilotprojekten im DACH-Raum
  • Herausforderungen: Datenschutz, Akzeptanz, Luftraumregulierung und Interoperabilität
  • Wechselwirkungen mit nachhaltiger Stadtentwicklung und Mobilitätswende
  • Perspektiven für Planer, Verwaltungen und die Landschaftsarchitektur
  • Kritische Reflexion: Kommerzialisierung des urbanen Luftraums, gesellschaftliche Kontrolle und algorithmische Verzerrungen
  • Fazit: Die Zukunft der urbanen Lufthoheit als digital gesteuertes, gemeinschaftliches Projekt

Drohnen in der Verkehrssteuerung: Von der Spielerei zur urbanen Schlüsseltechnologie

Die Vorstellung, dass Drohnen in Städten mehr sind als nur fliegende Fotoapparate, hat sich in den letzten Jahren leise, aber nachhaltig durchgesetzt. Was anfangs nach Hightech-Spielerei klang, ist mittlerweile zu einem ernstzunehmenden Werkzeug für die urbane Verkehrssteuerung avanciert. Drohnen agieren längst nicht mehr als isolierte Beobachter, sondern als integraler Bestandteil datengetriebener Steuerungssysteme. Sie liefern hochauflösende, aktuelle Informationen aus einer bislang unzugänglichen Perspektive – und machen damit nicht nur die Verkehrsüberwachung effizienter, sondern auch dynamischer. Die Kombination aus schneller Reaktionsfähigkeit, hoher Mobilität und der Fähigkeit, verschiedenste Sensoren zu tragen, hebt sie klar von stationären Kameras oder fest installierten Messsystemen ab.

Technologisch betrachtet, handelt es sich bei den meisten Verkehrssteuerungs-Drohnen um Multikopter, die mit unterschiedlichsten Sensoren ausgestattet werden können: klassische optische Kameras, Infrarotsensoren, LIDAR-Systeme und zunehmend auch Gas- oder Partikelsensoren. Gekoppelt mit Edge-Computing und KI-Algorithmen, analysieren sie Verkehrsflüsse, erfassen Staus, dokumentieren Unfälle und erkennen sogar ungewöhnliche Muster, die auf Gefahrensituationen hindeuten. Was früher mühsam aus verschiedenen Quellen zusammengesucht werden musste, steht heute binnen Sekunden zur Verfügung.

Auffällig ist, dass die Entwicklung dieser Systeme parallel zu den Anforderungen moderner Städte verläuft. Während Großstädte unter ständigem Verkehrsinfarkt leiden und neue Mobilitätsformen wie autonome Fahrzeuge oder Mikromobilität zusätzliche Herausforderungen schaffen, bieten Drohnen eine flexible, skalierbare Antwort. Sie können temporäre Verkehrslenkungen während Großveranstaltungen unterstützen, Baustellen überwachen oder auch kurzfristig auf Wetterereignisse reagieren, indem sie alternative Routen identifizieren und kommunizieren.

Ihr größter Vorteil liegt in der Echtzeitfähigkeit und der Möglichkeit zur Integration in bestehende Verkehrsmanagementsysteme. Über standardisierte Schnittstellen lassen sich Drohnendaten direkt mit urbanen digitalen Zwillingen, Verkehrsleitstellen oder Notfalldiensten verknüpfen. Das Resultat ist eine bislang unerreichte Agilität in der Reaktion auf Ereignisse – eine Art „Verkehrssteuerung 4.0“, bei der die Stadt nicht mehr nur auf Störungen reagiert, sondern proaktiv und vorausschauend eingreifen kann.

Allerdings sind Drohnen keine Alleskönner. Ihr Einsatz erfordert eine sorgfältige Einbettung in rechtliche, ethische und technologische Rahmenbedingungen. Die Herausforderung besteht darin, zwischen Innovation und gesellschaftlicher Akzeptanz zu balancieren. Städte, die sich auf den Weg machen, die digitale Lufthoheit aktiv zu gestalten, stehen damit vor der Aufgabe, nicht nur technische, sondern auch soziale und politische Fragen zu beantworten.

Technologische Grundlagen und Integration: Wie Drohnen urbane Verkehrsflüsse lenken

Drohnen für die Verkehrssteuerung sind weit mehr als fliegende Kameras. Im Zentrum steht die Fähigkeit, komplexe Sensordaten in Echtzeit zu erfassen, zu analysieren und an verschiedene Systeme zu übermitteln. Die technische Architektur umfasst dabei mehrere Ebenen: Zunächst die Hardware, also die Drohne selbst, die mit modularen Sensoren bestückt wird. Moderne Multikopter können binnen Minuten umgerüstet werden, um zwischen optischer Erfassung, thermischer Analyse oder LIDAR-basierten Messungen zu wechseln. Entscheidend ist die Fähigkeit, relevante Verkehrsdaten automatisiert zu generieren, zu klassifizieren und weiterzuleiten.

Auf der nächsten Ebene folgt die Datenverarbeitung. Hier kommt KI ins Spiel. Bild- und Sensordaten werden direkt an Bord oder in Edge-Cloud-Systemen vorverarbeitet. Mittels Deep Learning lassen sich Verkehrsdichten, Fahrzeugtypen, Geschwindigkeiten und sogar Verkehrsverstöße automatisch erkennen. Diese Daten werden in standardisierte Protokolle übersetzt und an die zentrale Verkehrsleitstelle oder an städtische Digital-Twin-Plattformen übergeben. So entsteht ein nahtloser Datenfluss, der den urbanen Raum quasi „durchsichtig“ macht – zumindest aus verkehrstechnischer Sicht.

Die Integration in bestehende Systeme ist dabei alles andere als trivial. Unterschiedliche Städte und Länder verfügen über verschiedene Standards und Schnittstellen. Während einige Kommunen bereits über offene Urban Data Platforms verfügen, müssen andere erst mühsam die Grundlagen für Datenintegration schaffen. Das Ziel bleibt jedoch gleich: Die nahtlose Verknüpfung von Drohnendaten mit Verkehrsmanagementsystemen, Stadtplanungssoftware und Rettungsdiensten. Nur so entfaltet sich das volle Potenzial – von der kurzfristigen Umleitung bis zur langfristigen Mobilitätsplanung.

Ein besonders spannender Aspekt ist die Möglichkeit, mithilfe von Drohnen neue Verkehrsmodelle zu simulieren und zu testen. In Kombination mit Urban Digital Twins können Planer verschiedene Szenarien durchspielen: Was passiert, wenn eine Hauptstraße gesperrt wird? Wie wirkt sich ein Pop-up-Radweg auf den Verkehrsfluss aus? Drohnen liefern die empirischen Daten, die Simulationen validieren und damit die Grundlage für evidenzbasierte Entscheidungen schaffen.

Nicht zuletzt eröffnen Drohnen eine neue Dimension der Bürgerbeteiligung. Über offene Dashboards können aktuelle Verkehrsdaten visualisiert und in Beteiligungsprozesse eingebunden werden. Das stärkt die Transparenz und ermöglicht es, Maßnahmen nicht nur zu erklären, sondern mit belastbaren Daten zu untermauern. Damit avanciert die Verkehrssteuerung per Drohne zum Motor einer digital-demokratischen Stadtentwicklung.

Rechtliche, ethische und gesellschaftliche Herausforderungen: Zwischen Datenschutz und Luftraumordnung

Die Einführung von Drohnen in der urbanen Verkehrssteuerung ist nicht allein eine technische Frage. Vielmehr geraten Städte schnell in den Sog rechtlicher, ethischer und gesellschaftlicher Herausforderungen. Im deutschsprachigen Raum ist der Luftraum streng reguliert. Drohnenflüge unterliegen der EU-Drohnenverordnung, nationalen Luftfahrtgesetzen und lokalen Sonderregelungen. Wer wann, wo und wie fliegen darf, ist detailliert geregelt – und mit hohen Auflagen verbunden. Gerade im städtischen Bereich sind Genehmigungsverfahren, Flugverbotszonen und maximale Flughöhen zentrale Herausforderungen, die einer flächendeckenden Nutzung oft im Weg stehen.

Ein weiteres zentrales Thema ist der Datenschutz. Drohnen erfassen zwangsläufig personenbezogene Daten, etwa Kfz-Kennzeichen oder Gesichter. Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) verlangt eine strikte Zweckbindung, Minimierung und Transparenz der Datenerhebung. Städte müssen daher technische und organisatorische Maßnahmen treffen, um Missbrauch zu verhindern. Dazu gehören etwa automatische Unkenntlichmachung sensibler Bildbereiche, kurze Speicherfristen oder der Einsatz von Drohnen ohne dauerhafte Aufzeichnung.

Ethisch betrachtet, wirft die neue Lufthoheit zahlreiche Fragen auf. Wer kontrolliert den Datenstrom? Wem gehören die Daten, und wer entscheidet über ihren Einsatz? Die Gefahr, dass Drohnen als Überwachungsinstrument missverstanden oder missbraucht werden, ist real. Hier sind Städte und Planer gefragt, klare Regeln für die Nutzung zu definieren und die Öffentlichkeit von Anfang an einzubeziehen. Nur durch Transparenz und Partizipation lässt sich Akzeptanz schaffen.

Hinzu kommen Herausforderungen durch die Interaktion mit anderen Luftraumnutzern. Rettungshubschrauber, Linienflugzeuge und private Drohnen teilen sich denselben Luftraum. Die Koordination erfordert moderne UTM-Systeme (Unmanned Traffic Management), die Flugrouten, Prioritäten und Sicherheitsabstände automatisch regeln. Gerade in dicht besiedelten Gebieten ist das eine Mammutaufgabe, die neue Standards und eine enge Zusammenarbeit mit der Luftfahrtaufsicht verlangt.

Schließlich ist auch die gesellschaftliche Dimension nicht zu unterschätzen. Viele Bürger stehen der flächendeckenden Drohnennutzung skeptisch gegenüber – aus Sorge vor Überwachung, Lärm oder Kontrollverlust. Städte müssen deshalb aktiv kommunizieren, Beteiligungsformate schaffen und die Vorteile klar herausstellen. Nur so wird die digitale Lufthoheit Teil einer lebendigen, demokratischen Stadtgesellschaft – und nicht zum Symbol technokratischer Entfremdung.

Praxisbeispiele, Pilotprojekte und Perspektiven im DACH-Raum

Europaweit gibt es inzwischen zahlreiche Beispiele für den erfolgreichen Einsatz von Drohnen in der Verkehrssteuerung. Besonders fortschrittlich zeigen sich Städte wie Barcelona, Paris und Kopenhagen, die Drohnen als Ergänzung zu stationären Sensoren nutzen, um Staus, Baustellen und Großveranstaltungen flexibel zu managen. Aber auch im deutschsprachigen Raum entstehen innovative Pilotprojekte. München testete etwa im Rahmen der Smart-City-Initiative den Einsatz von Drohnen zur Überwachung von Parkraum und Baustellen. Ziel war es, kurzfristige Engpässe zu erkennen und gezielt Steuerungsmaßnahmen einzuleiten. Die Ergebnisse zeigen: Mit Drohnen lassen sich Störungen schneller identifizieren und der Verkehrsfluss effizienter steuern.

In Hamburg werden Drohnen regelmäßig eingesetzt, um die Auswirkungen von Baustellen auf Verkehrsflüsse zu dokumentieren. Die gewonnenen Daten fließen direkt in die Verkehrsplanung ein und ermöglichen eine vorausschauende Anpassung von Ampelphasen oder Umleitungen. Besonders spannend ist die Verknüpfung mit dem Hamburger Urban Digital Twin, der es erlaubt, verschiedene Szenarien zu simulieren und die Auswirkungen geplanter Maßnahmen in Echtzeit zu evaluieren.

Auch Zürich verfolgt einen integrativen Ansatz: Hier werden Drohnen nicht nur für die Verkehrsüberwachung, sondern auch für die Erfassung von Umwelt- und Klimadaten genutzt. Die Kombination aus Verkehrs- und Umweltsensorik bietet Planern erstmals die Möglichkeit, Wechselwirkungen zwischen Mobilität, Luftqualität und städtebaulicher Entwicklung datenbasiert zu analysieren. So entstehen neue Ansätze für eine nachhaltige, resiliente Stadtplanung.

Die Schweiz gilt zudem als Vorreiter in der Entwicklung von UTM-Systemen. Das nationale Projekt Swiss U-Space demonstriert, wie sich Drohnenflüge in urbanen Lufträumen sicher, effizient und automatisiert koordinieren lassen. Damit wird der Grundstein für eine skalierbare, kontrollierte Lufthoheit gelegt, von der auch die Verkehrssteuerung profitiert.

In Österreich wiederum setzen Städte wie Wien und Graz auf einen partizipativen Ansatz. Bürger werden aktiv in die Planung und Bewertung von Drohneneinsätzen eingebunden. Das schafft nicht nur Akzeptanz, sondern sorgt auch dafür, dass die Systeme an die Bedürfnisse der Stadtbewohner angepasst werden. Die Erfahrungen zeigen: Je transparenter und dialogorientierter der Einsatz gestaltet wird, desto größer ist der gesellschaftliche Rückhalt.

Ausblick: Urbane Lufthoheit als Schlüssel zu smarter, nachhaltiger Mobilität

Mit der Etablierung von Drohnen als Werkzeug der Verkehrssteuerung beginnt ein neues Kapitel in der Geschichte der urbanen Mobilität. Die digitale Lufthoheit verspricht nicht weniger als eine Revolution: Städte erhalten die Möglichkeit, Verkehrsflüsse flexibel, datenbasiert und ressourcenschonend zu steuern. Doch diese Macht will klug eingesetzt sein. Damit die Chancen überwiegen, müssen technische Innovation, rechtliche Klarheit und gesellschaftliche Teilhabe Hand in Hand gehen.

Für Planer und Verwaltungen eröffnet sich ein breites Feld neuer Möglichkeiten. Drohnen liefern die Datenbasis, um Verkehrsplanung zum dynamischen, lernenden Prozess zu machen. Sie fördern die Integration von Mobilität, Klimaresilienz und Bürgerbeteiligung – und machen die Stadt als System sichtbar und steuerbar wie nie zuvor. Die Herausforderung besteht darin, diese Werkzeuge nicht nur als technisches Add-on zu betrachten, sondern als integralen Bestandteil einer nachhaltigen Stadtentwicklung zu begreifen.

Dabei ist die Gefahr der Kommerzialisierung des Luftraums real: Private Dienstleister drängen ebenso auf den Markt wie große Plattformanbieter. Städte müssen darauf achten, die Kontrolle über Infrastruktur und Daten nicht aus der Hand zu geben. Nur wenn Governance, Datensouveränität und offene Standards gewährleistet sind, bleibt die Lufthoheit ein öffentliches Gut.

Auch die Frage der algorithmischen Verzerrung verdient Aufmerksamkeit. KI-basierte Steuerungssysteme sind nur so gut wie die Daten, die sie füttern. Verzerrte Datensätze oder undurchsichtige Entscheidungslogiken können zu diskriminierenden Ergebnissen führen. Deshalb ist Transparenz in der Entwicklung und Anwendung der Systeme ebenso wichtig wie eine kontinuierliche Überprüfung und Anpassung.

Am Ende steht die Vision einer Stadt, in der Verkehrsmanagement nicht mehr nur auf dem Boden, sondern auch in der Luft entschieden wird – digital, kollaborativ und zum Wohle aller. Wer heute bereit ist, mutig neue Wege zu gehen und die digitale Lufthoheit aktiv zu gestalten, sichert sich einen entscheidenden Vorsprung auf dem Weg zur lebenswerten, nachhaltigen Stadt der Zukunft.

Fazit

Die Verkehrssteuerung per Drohne markiert einen Paradigmenwechsel in der urbanen Planung. Was gestern noch als Science-Fiction abgetan wurde, ist heute Realität in Pilotstädten Europas und zunehmend auch im deutschsprachigen Raum. Drohnen verschaffen Städten eine neue, digitale Lufthoheit, die weit über reine Beobachtung hinausgeht. Sie ermöglichen eine Echtzeitsteuerung von Verkehrsflüssen, liefern wertvolle Daten für Planung und Beteiligung, entlasten die Umwelt und machen Mobilität flexibler als je zuvor. Doch dieser technologische Fortschritt verlangt nach neuen Antworten: auf Fragen des Datenschutzes, der gesellschaftlichen Kontrolle, der fairen Verteilung von Daten und Ressourcen. Nur wenn Innovation, Recht und Teilhabe klug zusammengedacht werden, kann die digitale Lufthoheit zum Motor einer nachhaltigen, lebenswerten Stadt werden. Der Himmel über unseren Städten wird digital – wie wir ihn gestalten, liegt in unserer Hand. Nur Mut.

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Am 8. Oktober wird an der Universität EPFL in Lausanne im Rolex Education Centre der diesjährige Topos Landscape Award verliehen. Dies geschieht im Rahmen einer von Archizoom veranstalteten Konferenz zum Thema „The Narrative of Landscape“. Der Schwerpunkt wird auf der Bedeutung des Bodens für die Landschaft liegen, die Betrachtung wird interdisziplinär sein. Zu den eingeladenen Referenten zählen Richard Sennett, Saskia Sassen, Adriaan Geuze und David R. Montgomery. Näheres zum Programm und zur Anmeldung unter http://archizoom-nls.epfl.ch.

Der Topos Landscape Award 2014 geht an die Landschaftsarchitekten von LOLA aus Rotterdam/Niederlande. Das 2006 gegründete Büro beschäftigt sich konzeptionell mit großmaßstäblichen Ökosystemen und entwickelt Ideen zu Raum und Natur, realisiert aber auch Projekte im urbanen und ländlichen Kontext. LOLA begibt sich, nach eigener Darstellung, auf die Suche nach innovativen und sublimen Landschaften (www.lolaweb.nl).
Der Topos Landscape Award wird seit 2002 von der Redaktion der Zeitschrift Topos verliehen. Geehrt wird mit dieser Auszeichnung ein Landschaftsarchitekturbüro, das mit seinen Projekten wesentlich zur qualitätvollen zeitgemäßen Gestaltung von Stadt und Landschaft beiträgt und durch innovative Ideen die Landschaftsarchitektur-Szene bereichert und dessen Werk stellvertretend für die Arbeit zeitgenössischer Landschaftsarchitekten steht. Der Topos Landscape Award will auf die Lebendigkeit und Dynamik sowie auf die Vielschichtigkeit der landschaftsarchitektonischen Aufgaben hinweisen.
Bisher ging die Auszeichnung an Stig L. Anderssons Tegnestue (Kopenhagen), Karres en Brands (Hilversum), Gross.Max. (Edinburgh), McGregor and Coxall (Sydney), Stoss LU (Boston), Antje Stokman (Hamburg), Taktyk (Brüssel/Paris).

2013 wurde, abweichend von den Kriterien, kein junges Büro geehrt, sondern ein erfolgreicher Landschaftsarchitekt mit internationaler Bedeutung: Peter Latz aus Kranzberg bei Freising in Bayern, Deutschland.
Konferenz und Würdigung von LOLA stehen im Kontext zu Lausanne Jardins, deren temporäre Landschaftsinterventionen noch bis 14. Oktober zu besichtigen sind.
http://lausannejardins.ch

Mit freundlicher Unterstützung der Baumschule Lorberg

Bundespreis Koop.Stadt: 5 Fragen

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Mit dem Bundespreis Koop.Stadt schaffen die Träger*innen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik, Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden, einen Preis, der herausragende kommunale Beispiele einer Kooperationskultur zwischen Kommune und Zivilgesellschaft ausgezeichnet. Alles was Sie dazu wissen müssen, erfahren Sie im Interview mit den Projektleiter*innen Lisa Schopp und Stephan Willinger.

200 000 Euro Preisgeld für den Bundespreis Koop.Stadt

 

An wen richtet sich der Preis?

Wir suchen Kommunen ab 10 000 Einwohner*innen, die durch ihre Zusammenarbeit mit Stadtmacher*innen zu einer Kooperativen Stadt werden. Planungsbüros, Bürger*innen, Initiativen oder Vereine können Kommunen bei der Bewerbung unterstützen. Die Einreichung der Bewerbung ist jedoch nur durch die Kommune selbst möglich.

Was kann eingereicht werden?

Bewerben können sich die Kommunen mit angestoßenen, laufenden sowie bereits umgesetzten Instrumenten oder Kooperationsprojekten der Stadtentwicklung. Die Auslober*innen suchen konkrete Maßnahmen zur Förderung der Zusammenarbeit und einer aktiven Mitgestaltung durch zivilgesellschaftliche Initiativen, Vereine oder soziokulturelle Akteur*innen. Dazu zählen allgemeine rechtliche, politische und strukturelle Maß­nahmen wie beispielsweise die Einrichtung von runden Tischen, Vermittlerstellen oder Zugang zu Raum für diese Akteur*innen. Aus der Bewerbung soll sich ein Gesamtbild über die Kooperationskultur der Kommune ergeben.

Was ist der Mehrwert der Teilnahme?

Der Preis zeichnet Kommunen für ihre erfolgreiche kooperative Stadtentwicklung aus und trägt auf diese Weise zu Imagegewinn, Motivation und Bindung neuer Kooperationspartner*innen bei. Neben der Auszeichnung selbst und der Einladung zur Preisverleihung im Rahmen des Bundes­kongresses der Nationalen Stadtentwicklungspolitik, der im Mai 2021 in Köln stattfindet, werden die die Preisträger*innen dabei unterstützt, mehr Menschen zu aktiv Handelnden in der Stadtentwicklung zu machen. Die zehn am höchsten bewerteten Bewerber*innen erhalten insgesamt eine Summe von 200 000 Euro Preisgeld zur Umsetzung weiterer Kooperationsprojekte. Die Auszeichnung ist für fünf Jahre gültig. Die eingereichten Best-Practice-Beispiele werden in einer Publikation gesammelt und aufbereitet.

Fachübergreifende Jury

Wie wird bewertet?

Die Jury prämiert Kommunen, die mit klugen Ideen kooperative Stadtentwicklungsprojekte angeschoben und dadurch etwas Neues geschaffen haben. Die Projekte können aus allen Handlungsfeldern kommen, vom Städtebau bis zur Freiraumgestaltung. Bei der Beurteilung werden rechtliche, politische und strukturelle Bausteine der Kooperation beleuchtet. In die Bewertung fließen angestoßene, laufende sowie bereits umgesetzte Instrumente, Leitbilder oder politisch beschlossene Maßnahmen mit ein. Grundsätzlich lässt sich sagen: Je mehr an Kooperation mit verschiedenen Akteurs­gruppen nachgewiesen werden kann und je mehr Handlungsfelder abgedeckt werden, desto besser die Bewertung.

Wie erfolgt die Jurierung?

Nach einer ersten Vorprüfung tritt eine fachübergreifend zusammengesetzte Jury zusammen, die die Beiträge bewertet und die Preisträger*innen auswählt. Die Jury des Bundespreises Kooperative Stadt setzt sich aus den Partner*innen der Nationalen Stadt­entwicklungspolitik zusammen: Ver­treter*innen des Deutschen Städtetags, des Deutschen Städte- und Gemeindebunds und der Länder sowie des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat.

Die Bewerbung ist noch bis zum 10. März 2021 unter www.koop-stadt.de möglich.

Lisa Schopp und Stephan Willinger sind Projektleiter*innen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Das Projekt Bundespreis Koop.Stadt wird durchgeführt durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt-, und Raumforschung.