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Emotionale Raumerfahrung durch radikale Begrünung

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Luftbild des Projekts „Mehr Gefühl“ von SOWATORINI Landschaft: Emotionale Raumerfahrung durch radikale Begrünung und artenreiche Vegetationsstrukturen im Hofraum. Foto: Sowatorini
Luftbild des Projekts „Mehr Gefühl“ von SOWATORINI Landschaft: Emotionale Raumerfahrung durch radikale Begrünung und artenreiche Vegetationsstrukturen im Hofraum. Foto: Sowatorini
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In einer Zeit, in der Architektur und Städtebau zunehmend auf Funktionalität und Effizienz reduziert werden, setzt SOWATORINI Landschaft mit seinem Projekt „Mehr Gefühl“ ein starkes, bewusst emotionales Gegenmodell. Der Entwurf macht erlebbar, wie konsequente Begrünung Räume nicht nur atmosphärisch transformieren kann, sondern den Menschen in seiner Wahrnehmung, seinem Körpergefühl und seiner Stimmung unmittelbar beeinflusst. Zwei völlig unterschiedliche Raumatmosphären treffen aufeinander und eröffnen eine neue, vielschichtige Dimension der emotionalen Raumerfahrung.

Durch eine radikale, vielfältige Vegetationsgestaltung wird Natur hier nicht als schmückendes Beiwerk, sondern als zentrales Medium des Entwurfs verstanden – und prägt das Erleben des Ortes auf unmittelbare Weise.

Zwei Atmosphären, ein Ziel: Mehr Gefühl!

Der Entwurf „Mehr Gefühl“ inszeniert bewusst das Aufeinandertreffen zweier gegensätzlicher Raumatmosphären. Oben: sonnig, luftig, offen. Unten: dicht, feucht, geheimnisvoll. Dieses räumliche Spannungsfeld ist nicht dekorativ, sondern erzählerisch. Es macht sichtbar und spürbar, wie unterschiedlich Räume auf den Menschen wirken können – und wie sehr Natur diesen Effekt nicht nur verstärken, sondern überhaupt erst ermöglichen kann.

Im Zentrum steht dabei nicht die klassische Frage nach Nutzbarkeit oder Ästhetik, sondern die unmittelbare Wirkung auf das Erleben des Körpers im Raum: Wie verändert sich unsere Wahrnehmung, wenn wir von der lichten Höhe in ein schattiges Dickicht hinabsteigen? Was macht es mit uns, wenn wir durch Pflanzen hindurchgehen, statt sie nur zu betrachten? Dieses Projekt fordert uns auf, Räume wieder mit allen Sinnen zu bewohnen.

Der obere Hof: Leichtigkeit, Duft und Transparenz

Die obere Ebene des Hofes ist architektonisch geprägt von der Tatsache, dass sie auf dem Dach eines Museumsdepots liegt. Hier herrschen trockene, karge Bedingungen, die durch eine gezielte, artenreiche Begrünung in ein Gefühl von Leichtigkeit und Weite transformiert werden. Auf 650 Quadratmetern begegnen Besucher Staudenflächen, die mit ihrem Zusammenspiel aus Farben, Düften und filigranen Strukturen nicht nur eine ästhetische Qualität, sondern eine emotionale Resonanz erzeugen.

Pflanzen wie Tautropfengras und Herbstkopfschwingel, ergänzt durch Zwiebelpflanzen, bilden ein vegetatives Gewebe, das Leichtigkeit, Bewegung und Duft vereint. Diese Fläche ist ein Gegenpol zum urbanen Alltag, ein Raum der Entschleunigung, der über das Wechselspiel von Licht und Vegetation fast poetisch das Thema der emotionalen Raumerfahrung weiterträgt.

Der untere Hof: Das Dickicht als Experimentierraum für Körper und Sinne

Radikal anders zeigt sich die untere Ebene. Hier wird die Natur nicht gezähmt, sondern inszeniert als dichtes, fast wildes Dickicht. Ein Ort, der sich nicht sofort erschließt, der sich dem schnellen Blick entzieht und erst durch körperliche Aneignung seine Wirkung entfaltet. Über barrierefreie Wege und schmale Trampelpfade führt der Raum hinein in eine dichte Vegetation aus über 850 Gehölzen, flankiert von Schattenstauden, die eine fast archaische Atmosphäre schaffen.

Diese Zone fordert heraus: zum Spazieren, zum Verweilen, zum Verirren. Die Skulptur „Pfadfinder“ dient dabei als künstlerisches Moment, das zur Interaktion provoziert. Hier wird Natur nicht museal gezeigt, sondern lebendig und widerspenstig inszeniert. Die emotionale Raumerfahrung entsteht nicht durch Betrachtung, sondern durch Bewegung, durch das Eintauchen in eine andere Welt.

Vegetation als emotionaler Resonanzkörper

Die Bepflanzung folgt keinem dekorativen Zweck, sondern ist integraler Bestandteil des Gesamtkonzepts. Sie macht den Raum zum Erlebnisraum. 10.000 Stauden, 10.000 Blumenzwiebeln, 850 Gehölze: Diese Zahlen sprechen von einer pflanzlichen Dichte, die in ihrer Vielfalt Biodiversität nicht nur fördert, sondern auch atmosphärisch auflädt.

Die Pflanzenwahl folgt dabei einer klaren Linie: Oben Trockenheitsliebende mit ästhetischer Leichtigkeit, unten robuste Gehölze, wie man sie an naturnahen Waldrändern findet – Kornelkirsche, Feldahorn, Hartriegel, Mehlbeere. Klassische Gartengehölze wie die Samthortensie durchbrechen das Bild und verweisen auf den künstlichen Charakter des Ortes. Diese Mischung von Wildem und Gestaltetem erzeugt eine Spannung, die den Raum lebendig hält.

Nachhaltigkeit trifft Sinnlichkeit

Doch das Projekt „Mehr Gefühl“ ist nicht nur ästhetisch und atmosphärisch bemerkenswert. Es erfüllt höchste Ansprüche an Nachhaltigkeit. Die Entsiegelung des unteren Hofes auf über 1.500 Quadratmetern reduziert nicht nur die Oberflächenabflüsse signifikant, sondern ermöglicht eine gesunde, dauerhafte Vegetationsentwicklung. Die Bewässerung erfolgt über eine innovative Nutzung der Dachflächen des Museums: Zisternen, Pumpen, Sonden und Nebeldüsen sorgen für eine ressourcenschonende Wasserversorgung.

Diese ökologischen Maßnahmen sind kein technischer Selbstzweck, sondern tragen unmittelbar zur atmosphärischen Wirkung bei: Verdunstungskühle, Schattenwirkung, ein Mikroklima, das spürbar angenehmer ist und die emotionale Raumerfahrung intensiviert.

Raum als emotionales Angebot

Der Entwurf versteht Raum nicht funktional, sondern als Angebot an den Menschen. Die neuen Sitzgelegenheiten auf der Rampe, die kleine Bühne vor der Vegetation, die Einladung, sich durch das Dickicht zu bewegen – all das sind räumliche Setzungen, die den Körper einbinden, die zur Interaktion auffordern und den Aufenthalt aktiv gestalten.

Es ist bemerkenswert, dass sich dieses Projekt gestalterisch wie wirtschaftlich konsequent zur Vegetation bekennt: Der Anteil der Pflanzung an den Gesamtbaukosten ist außergewöhnlich hoch. Hier wird Raum durch Natur geschaffen, nicht als Beiwerk, sondern als zentrales Medium der Gestaltung.

Mehr Gefühl – mehr Zukunft

Das Projekt „Mehr Gefühl“ zeigt eindrucksvoll, welches Potential in einer konsequent vegetationsbasierten Gestaltung für den Stadtraum liegt. Es verbindet ökologische, soziale und ästhetische Aspekte auf beispielhafte Weise und rückt dabei etwas in den Mittelpunkt, das in der gegenwärtigen Debatte um Nachhaltigkeit oft übersehen wird: die emotionale Raumerfahrung.

Wo Räume uns körperlich und sinnlich berühren, entsteht Bindung. Wo Natur nicht nur Kulisse, sondern Erlebnisraum ist, wächst ein neues Verständnis für unsere Umwelt. Und genau das ist es, was Städte heute mehr denn je brauchen: Räume, die uns fühlen lassen.

Lesen Sie hier mehr zu den Grünen Oasen Nürnberg

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Wir sind Fachmedium des Jahres!

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Die Garten + Landschaft ist Fachmedium des Jahres 2017. Das verkündete die Jury auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse in Frankfurt am 17. Mai 2017.

Wissen vermitteln, den Horizont erweitern, Perspektiven bieten und Emotionen wecken – mit Tiefgang, einem modernen Layout und dem Anspruch auf Aktualität. Das muss eine gute Fachzeitschrift können. Und wir haben es jetzt schwarz auf weiß: so ein Medium ist die Garten + Landschaft. Gestern wurden wir auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse in Frankfurt als beste Fachzeitschrift des Jahres (bis 1 Mio. Umsatz) ausgezeichnet.

Für journalistische Qualität ausgezeichnet

Die Jury war sich einig: „Die Garten + Landschaft versteht es, den Fachzeitschriftenleser auf einer emotionalen Ebene anzusprechen. Der Titel besticht durch ein großzügiges und opulentes Layout, ohne an Sachlichkeit zu verlieren. Typo und Bilder werden vorbildlich eingesetzt“. Sehr gut gefallen haben der Jury auch die strukturierte Leserführung, die vielfältigen Stilformen und die Rubrik „Snapshots“.

Die Garten + Landschaft befindet sich in guter Gesellschaft. Auch die anderen Preisträger überzeugten die Jury von ihrer journalistischen Qualität: Ausgezeichnet wurden unter anderem die Deutsche Apotheker Zeitung, Miss & Mister Handwerk, DeviceMed, Si und die Website Hofheld vom Deutschen Landwirtschaftsverlag.

Zur Hauptjury gehörten Bernd Adam, Geschäftsführer der Deutschen Fachpresse, Wolfgang Beisler, stellvertretender Sprecher der Deutschen Fachpresse und Geschäftsführer des Carl Hanser Verlags, Jörg Dambacher, geschäftsführender Gesellschafter der RTS Rieger Team Werbeagentur, Prof. Dr. Lutz Frühbrodt, Leiter des Studiengangs „Fachjournalismus mit Schwerpunkt Technik“ an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt, Stefan Rühling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vogel Business Media und Hans Scheider, Mitgesellschafter der diemedia GmbH.

Hier geht’s zum Probeabo der Garten + Landschaft.

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Disney Dorf – tausend Wohneinheiten mit Micky Maus

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das soll bald in den Disney Storyliving Communities möglich sein. (Foto: Capricorn song / Unsplash)
das soll bald in den Disney Storyliving Communities möglich sein. (Foto: Capricorn song / Unsplash)

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Disney für Erwachsene

Zwei Stunden von Los Angeles entfernt möchte der Disney-Konzern ein erstes Dorf mit tausend Wohneinheiten bauen. Das Micky-Maus Dorf soll dabei den typischen Disneycharme versprühen und junge Menschen, Tourist*innen, aber vor allem auch Senior*innen anziehen. Alles zu dem Projekt – das nur das erste von vielen sein soll – lesen Sie hier.

Im Februar 2022 kündigte Disney „Storyliving“ an: Nachbarschaften oder Communities, die es Fans ermöglichen sollen, „nach neuen Wegen zu suchen, um Disney zu einem größeren Teil ihres Lebens zu machen“. Bei diesen neuen Wohngebieten in ganz Amerika handelt es sich um per Masterplan entworfene Communities, die sich durch „einzigartig gestaltete Räume, einzigartige Annehmlichkeiten und Disneys weltberühmten Service“ auszeichnen werden. Der erste Standort des Disney Dorf wird in Rancho Mirage, Kalifornien, sein. Dies ist der Ort, an dem der Firmengründer Walt Disney einst lebte.

Josh D’Amaro, Leiter von Disneys Abteilung für Parks, Erlebnisse und Produkte, sagte, es sei nur logisch, Nachbarschaften im Stil eines Themenparks zu schaffen: „Seit fast hundert Jahren hat Disney mit seinen Geschichten und Figuren die Herzen der Menschen überall berührt“, sagte er. „Während wir uns auf das nächste Jahrhundert unseres Bestehens vorbereiten, wollen wir neue und aufregende Angebote entwickeln, um die Magie von Disney zu den Menschen zu bringen – indem wir Geschichten in echtes Leben verwandeln.“

Das erste Disney Dorf

Erste Renderings der Storyliving Communities zeigen Orte, die sehr idyllisch und urlaubsähnlich aussehen. Die deutsche Zeitung „Der Spiegel“ hat sie als „ewige Kreuzfahrten“ und „echte Märchenwelten“ beschrieben. Den Bewohner*innen werden zahlreiche Aktivitäten wie Yoga- und Kochkurse sowie ein vielfältiges Wellness-Angebot geboten.

Die Zielgruppe für die Storyliving Communities sind erwachsene Disney-Fans, die eine harmonische Disneyland-Atmosphäre suchen. Diejenigen, die 55 Jahre und älter sind, haben eine starke Bindung zu Disney und blicken auf ältere Filme und erste Besuche in den Disneyland-Parks zurück. Der erste Park eröffnete im Juli 1955 in Anaheim, Kalifornien. Im Oktober 1971 folgte Disney World in Bay Lake, Orlando.

Im Jahr 1996 gründete die Walt Disney Company die Stadt Celebration in Florida, eine Nachbarschaft im Osceola County. Celebration zeichnet sich durch begehbare Straßen, zahlreiche Parks in der Nachbarschaft, günstige Einkaufsmöglichkeiten und traditionelle Wohnformen aus. Sie ist ein Beispiel für den „New Urbanism“, der zeigt, wie die Häuser früher aussahen. Die Stadt befindet sich zwar nicht auf dem Disney-Resort selbst, liegt aber in der Nähe des Parks. Die ersten Häuser wurden von Disneyland-Fans bei einer Tombola gewonnen. Heute befinden sich die Grundstücke von Celebration jedoch alle in Privatbesitz.

Erster Spatenstich im April 2022

Disneys erste Storyliving Community in Rancho Mirage wird den Namen Cotino tragen. Der erste Spatenstich fürs Disney Dorf ist für den 26. April 2022 im Rahmen einer privaten Zeremonie geplant. Das Gelände wird derzeit planiert, was bis zu zwölf Monate dauern kann.

Cotino soll eine Wohnsiedlung, eine 24 Hektar große, schwimmfähige Lagune und ein Resort-Hotel umfassen. Die Wohnmöglichkeiten werden voraussichtlich aus Anwesen, Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern bestehen. Sie sind um eine große Oase mit künstlichen Stränden angeordnet. Die Storyliving Community wird als Gemeindeverband organisiert sein, der von Disney-Mitarbeiter*innen geleitet wird. In der Storyliving Community sollen das ganze Jahr über Veranstaltungen und Unterhaltungsprogramme zum Thema Disney stattfinden.

Gabe Codding, Stadtsprecher von Rancho Mirage, sagte, dass es noch keine Baugenehmigung für Cotino gibt. Dies bedeutet, dass der Bau lange dauern könnte. Der Bebauungsplan für das Grundstück ist zwar bereits genehmigt, doch muss die Gemeinde noch ein Antrags- und Genehmigungsverfahren durchlaufen. Dazu gehören Präsentationen vor dem Architectural Review Board der Stadt, der Planungskommission und dem Stadtrat. Dabei müssen sowohl die Meinungen der Öffentlichkeit als auch die von Fachleuten vorgebrachten Überlegungen und Fragen berücksichtigt werden.

Disney kündigt an, überall in den Vereinigten Staaten Storyliving Communities zu errichten. Es wird jedoch noch einige Jahre dauern, bis die ersten Märchendörfer, das erste Disney Dorf bewohnbar ist – Micky Maus muss sich also noch ein wenig gedulden.

Kritische Stimmen

In den Vereinigten Staaten von Amerika wird häufig beklagt, dass Disney „alles besitzt“, von Fernsehsendern über Filmproduktionsfirmen bis hin zu Zeitungen. Sogar GoPro ist teilweise im Besitz des Unternehmens. Mehr als 210 000 Menschen arbeiten bei dem Unternehmen, das sich nicht mehr im Besitz der Disney-Familie befindet. Stattdessen ist der größte Aktionär die Vanguard Group Inc.

Als Titan in der Welt der Vergnügungsparks, des Fernsehens und der Filme ist Disney nun dabei, sich in die Entwicklung von Wohnvierteln zu versuchen. Dies hat in den sozialen Medien viel Kritik hervorgerufen, die Storyliving als „Gated Community für Disney-Erwachsene“ bezeichnet. Die Idee, dass ein Unternehmen eine Stadt besitzt, ist selbst in den Vereinigten Staaten ungewöhnlich.

Gleichzeitig steht Disney in der Kritik, seine Mitarbeiter*innen unterbezahlt zu haben, was Twitter-Nutzer*innen dazu veranlasst hat, Dinge zu tweeten wie „Irgendwie krank, dass Disney Wohnungen für die Reichen baut, während ein guter Prozentsatz seiner Mitarbeiter obdachlos ist und in ihren Autos lebt, aber das ist eben der Maus-Kapitalismus“. Gleichzeitig hat Disney Pläne für den Bau von 1 300 bezahlbaren Wohnungen in der Nähe des Themenparks in Orlando angekündigt.

Zu einem etwas anderen Park in der kalifornischen Großstadt, können Sie hier etwas lesen.

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