Mit seinem einzigartigen Look verbindet der Experimenta-Platz in Heilbronn, gestaltet von uniola AG und von K GmbH, die prägnanten Bauten und die Parkflächen der Kraneninsel. Foto: von K GmbH
Mit seinem einzigartigen Look verbindet der Experimenta-Platz in Heilbronn, gestaltet von uniola AG und von K GmbH, die prägnanten Bauten und die Parkflächen der Kraneninsel. Foto: von K GmbH

Von der repräsentativen Freifläche zur grünen Stadtoase: Seit 2019 entwickelt sich der zentrale Platz auf der Kraneninsel in Heilbronn kontinuierlich weiter. Mit Nebelanlage und Klimawald ist er jetzt ein urbaner Ort zum Durchatmen. Die Büros von K GmbH und uniola AG berichten in ihrer Projektvorstellung über dessen Gestaltung.

Kontinuierliche Weiterentwicklung

Die experimenta im baden-württembergischen Heilbronn gilt mit rund 25 000 Quadratmeter Fläche als das größte Science Center Deutschlands. Menschen aller Alternsgruppen bekommen hier die Möglichkeit, Naturwissenschaft und Technik zu entdecken und zu begreifen. Verortet ist die Lern- und Erlebniswelt mitten im Stadtzentrum von Heilbronn auf der Kraneninsel im Neckaruferpark. Dabei wurde die ursprüngliche Wissensausstellung im historischen Hagenbucher-Speicher im Jahr 2019 zur Bundesgartenschau (BUGA) um einen Neubau – ebenfalls auf der Neckarinsel – erweitert.

Zwischen dem alten und neuen experimenta-Gebäude spannt sich jetzt ein rund 7 000 Quadratmeter großer Platz. Die repräsentative Fläche, die zur Eröffnung der Bundesgartenschau 2019 fertiggestellt wurde, stellt mit ihrer Gestaltung die visuelle Verbindung zwischen dem ursprünglichen Gebäude und dem futuristischen Neubau dar. Seither entwickelt sich der Platz optisch als auch in seiner Funktionalität kontinuierlich weiter, wie die folgende Beschreibung der gestalterischen Etappen zeigt – vom charakteristischen Look bis hin zur klimawirksamen Begrünung.

Architektonisches Bindeglied

Die erste gestalterische Planung des Experimenta-Platzes entwarfen die Landschaftsarchitekt*innen der uniola AG anhand des Wettbewerbskonzeptes, das durch das Büro von K GmbH baulich umgesetzt wurde. Seit der Fertigstellung 2019 hat das Team der von K GmbH die Freianlagen mehrfach auf Basis der ursprünglichen Gestaltung weiterentwickelt. Optisch präsentiert sich der Platz mit Wiedererkennungswert: Als homogener Teppich verbindet er die Parkflächen der Kraneninsel mit den beiden prägnanten Bauten und nimmt mit dem Neckar über terrassierte Sitzstufen Kontakt im Kontext der angrenzenden Wasseranlagen auf. Das Kleinsteinpflaster aus Basanitgestein wurde im wilden Verband (Passe) verlegt und erstreckt sich bis an die westlich angrenzende Kranenstraße, die in enger Abstimmung mit der Stadt umgewidmet wurde. In Anlehnung an die Gebäudeform sind fünfeckige Intarsien aus sandsteinartigem Betonwerkstein in die Pflasterfläche integriert, die der Außenfläche einen eigenständigen Charakter mit Wiedererkennungswert verschaffen. Über den Platz verteilt befinden sich mehrere Bauminseln mit lichten Bäumen. Die polygonalen Randeinfassungen, die gleichzeitig als Sitzgelegenheiten dienen, greifen den architektonischen roten Faden auf und führen ihn stimmig fort. Bei Nacht wird die Außenfläche stimmungsvoll in Szene gesetzt: Unterschiedlich hohe Mastleuchten illuminieren die Gebäude und den gesamten Platz.

Vom blühenden Park zur Dauervegetation

Auch nach der BUGA 2019 haben die Landschaftsarchitekt*innen der von K GmbH maßgeblich an der sukzessiven gestalterischen Weiterentwicklung des experimenta-Geländes und der Kraneninsel mitgewirkt. Das Büro wurde mit der Ausarbeitung der neuen Pflanz- und Pflegekonzepte beauftragt: Es galt, die rund 900 Quadratmeter große Wechselflorflächen auf dem stark frequentierten Platz in eine Daueranlage umzuwandeln und die Arbeiten zu koordinieren. Dazu haben die von-K-Planer*innen die Anordnung der Beete modifiziert und mit naturnahen Gehölzen, Stauden und frühblühenden Blumenzwiebeln bepflanzt. Auch die bestehenden Bauminseln haben sie überarbeitet und die Wege neu strukturiert. Die repräsentative, ökologisch hochwertige Anlage ist dank zentraler Lage auch nach der BUGA ein viel frequentierter Ort in Heilbronn mit hoher Aufenthaltsqualität.

Um den durchschnittlichen Pflegeaufwand zu optimieren, werden die Vegetationsflächen auf dem Experimenta-Platz jetzt mit einem intelligenten System bewässert: Die moderne Steuerung erfolgt nicht über eine gängige Zeitschaltuhr, sondern nutzt meteorologische Wetterdaten. Die Bewässerung der Pflanzen erfolgt somit nur dann, wenn sie wirklich gebraucht wird – also beispielsweise nicht, wenn starke Regenfälle erwartet werden. So wird auch der Wasserverbrauch minimiert.

Weichen neu stellen fürs städtische Klima

Städte und Gemeinden – besonders die dicht bebauten Innenstädte – stellen durch den Klimawandel-bedingten Temperaturanstieg zunehmend Hitzeinseln dar, vor allem in den Sommermonaten. Eine nachhaltige und dynamische Stadtentwicklung braucht deshalb zahlreiche durchdachte Maßnahmen, die den Klimaschutz und die Klimaresilienz im Blick haben: Mehr Grün, mehr Wasser, weniger Asphalt und Beton tragen zu einem besseren Mikroklima bei und sorgen damit für mehr Lebensqualität. Mit der Entscheidung der Bauherren, einen sogenannten AI-Pavillon am Experimanta-Platz zu errichten, konnte auch der gesamte Freiraum mit Fokus auf die klimaresilienten Bedingungen neu gedacht werden. In bewährter Zusammenarbeit zwischen der uniola AG und von K GmbH entstand in kürzester Zeit eine Platzaufwertung, die ihresgleichen sucht. Nach dem Motto „Der Experimenta-Platz soll grüner werden“ trägt die Umgestaltung den klimatischen und nachhaltigen Anforderungen Rechnung und leistet ebenfalls einen Beitrag dazu, das innerstädtische Klima in Heilbronn gesamthaft zu verbessern. Im neuen AI-Pavillon dreht sich jetzt alles rund um das Thema Künstliche Intelligenz (KI). Besucherinnen und Besucher erhalten dort einen spannenden Einblick in die Technologie und können vor Ort KI-Anwendungen testen.

Über den Experimenta-Platz verteilt befinden sich mehrere Inseln mit lichten Bäumen. Foto: von K GmbH
Über den Experimenta-Platz verteilt befinden sich mehrere Inseln mit lichten Bäumen. Foto: von K GmbH

Zukunftsbäume und Blühwiese für mehr Klimaschutz

Die dafür erforderliche Umgestaltung des Platzes basiert erneut auf einem Konzept der Landschaftsarchitekt*innen der uniola AG; die federführende Umsetzung aller Leistungsphasen oblag dem Büro von K in einer Arbeitsgemeinschaft. Um die Lebens- und Luftqualität in der Stadtmitte nachhaltig zu verbessern, wurden die bisherige Belagsfläche weitmöglichst entsiegelt, um Raum zu schaffen für grüne Inseln mit kühlendem Waldcharakter.

Für die bepflanzten Oasen bestand der Wunsch, dass sie mit abwechslungs- und möglichst blütenreicher Optik das ganze Jahr begeistern und eine große Artenvielfalt bieten. Bei der Auswahl der Gehölze galt es zudem zu berücksichtigen, dass sie den extremen Standortfaktoren gewachsen sein müssen: Teile des Experimenta-Platzes sind unterbaut und bieten damit wenig Wurzelraum. Die Versiegelung sowie rückstrahlende Fassadenwände sorgen zudem für eine hohe Hitzeentwicklung besonders in der heißen Jahreszeit. Die beiden Waldoasen wurden deswegen auf modelliertem Gelände erhöht angelegt (rund 1,20 Meter). Ein spezielles Leichtsubstrat versorgt das eingepflanzte Grün zuverlässig dank hoher Wasserhaltekapazität. Bei der Auswahl der Gehölze hatte das Büro von K sowohl die heimische Flora und Fauna als auch den Klimawandel im Blick: In den beiden Baum-Arealen des Platzes wurden sogenannte „Zukunftsgehölze“ gepflanzt – also solche, die sich den wandelnden Klimabedingungen anpassen können oder bekanntermaßen mit extremem Klima wie Trockenheit gut zurechtkommen. Wo es möglich war, fiel die Wahl auf heimische Pflanzen. Entstanden ist ein sogenannter „Klimawald“, in dem sich zum Teil die ursprünglichen Weiden wiederfinden, aber auch Waldkiefern, die Himalaja-Birke, die Mehlbeere oder der Rot-Ahorn für farbliche Akzente. Als Kleingehölze ergänzen beispielsweise die Kupferfelsbirne und die Winter-Heckenkirsche die Bepflanzung sowie trockenheitsresistente Gräser. Immergrüne Gehölze wie die Duftblüte sorgen zudem für Attraktivität im Winter.

Nebelanlage für Abkühlung

Neben der Gehölzpflanzungen wurde auch eine Blühwiese zum Erhalt der Biodiversität angelegt. Die bunten Weiden – teilweise mit Wildblumen sowie mit Kräutern und Gräsern aus heimischer Saat – bieten Insekten und anderen Kleinstlebewesen den dringend benötigten Nist- und Lebensraum sowie ein großes Nahrungsangebot; gleichzeitig sind sie eine Augenweide für Spaziergänger*innen und Passant*innen. Durch die teilweise Entsiegelung des Platzes entstanden zudem mehr offene Flächen, die eine bessere Regenwasserversickerung ermöglichen.

Ebenfalls mit Blick auf die Verbesserung der Klimaresilienz sorgt jetzt eine Nebelanlage für Abkühlung der Passant*innen an heißen Tagen. Auch die Umwelt wird durch die feuchte Luft positiv beeinflusst: Durch den zeitlich gesteuerten Wassernebel können die Außentemperaturen in der direkten Umgebung um mehrere Grade gesenkt werden – gerade in der Nähe von steinernen Oberflächen wie Böden und Fassaden ist der positive Effekt besonders spürbar und nützlich.

Intelligente Zufahrtssteuerung

Im Zuge der Neugestaltung des Experimenta-Platzes hat von K auch die Verkehrsanlagenplanung für die Kraneninsel (Belastungsklasse 3,2) übernommen: Dazu zählt die Planung einer Ampelanlage, die Optimierung der Fahrbahnbreite im Zuge der Entsiegelungsmaßnahmen und die Schaffung von Ausweichstellen für LKW. Die von-K-Landschaftsarchitekt*innen haben in ihrem Konzept zudem eine Stellplatzanlage für autonome Busse integriert und – in Abstimmung mit der Feuerwehr, der Stadt Heilbronn sowie den Betreibern der experimenta – eine sichere Zufahrtskontrolle entwickelt, welche nur den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der experimenta und der Stadtverwaltung die Zufahrt auf die Kraneninsel gestattet. Durch die Nutzung von Senkpollern wird die Zufahrt von Lieferfahrzeugen gesteuert und deren Zugang zur Platzfläche ermöglicht. Wer dorthin möchte, muss sich per Chip authentifizieren oder klingeln. Auch die automatische Erkennung des Fahrzeugkennzeichens ist möglich.

Seit der Einweihung des neugestalteten Experimenta-Platzes im Juni 2024 zeigen die Besucherinnen und Besucher, dass die lokalen Verbesserungen des Klimas gelungen sind und gut ankommen: An den heißen Tagen im Sommer haben sich die Passant*innen in den Sprühnebel gestellt, um die kühle Erfrischung zu genießen. Wer eine kurze Pause zum Ausruhen braucht, findet jetzt einen Sitzplatz im Schatten eines Baumes. Zudem ist eine Langzeitmessung der Temperatur- und Klimaentwicklung auf dem Platz geplant; diese wird neben den subjektiv fühlbaren Verbesserungen auch messbare Ergebnisse zur Abkühlung des Areals ergeben.

Unternehmensporträt

Außenräume nachhaltig gestalten, Grün- und Freiflächen zum Wohlfühlen schaffen sowie individuelle Gärten planen – das macht von K Landschaftsarchitektur mit Leidenschaft und Know-how. Gegründet 2017 im baden-württembergischen Ostfildern, ist das junge Unternehmen auf der Filderebene beheimatet. Von dort aus und remote arbeiten rund 20 Mitarbeitende für Projekte weit über den Ballungsraum Stuttgart hinaus; seit 2024 auch am zweiten Standort in Denkendorf, wo von K Platz geschaffen hat für ein dynamisch wachsendes Team.

Mit einem hohen Anspruch an Qualität, Kreativität und der Liebe zum Detail haben sich die von-K-Landschaftsarchitekt*innen einen Namen gemacht. Auch deren zentralen Werte und ihre Arbeitsweise kommen gut an: Von K punktet mit Zuverlässigkeit, Termintreue, Professionalität und Fairness. Private, gewerbliche und kommunale Bauherren schätzen das Büro als erfahrene Berater*innen und Planer*innen von wirtschaftlich durchdachten und authentischen Landschaftskonzepten. Große Vorzeigeprojekte belegen dies. Dazu gehören beispielsweise die Gestaltung des Bildungscampus und des Platzes rund um die Lern- und Erlebniswelt experimenta in Heilbronn für die Dieter-Schwarz-Gruppe.

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Visualisierung des geplanten Pocket-Parks am Wiener Donaukanal. Rendering: Merlin Bartholomäus
Visualisierung des geplanten Pocket-Parks am Wiener Donaukanal. Rendering: Merlin Bartholomäus

Der Donaukanal ist eine wichtige Lebensader im dicht bebauten innerstädtischen Bereich von Wien. Doch er könnte noch mehr dazu beitragen, die Stadt zukunfts- und klimafit zu machen. Daher hat die Stadt nun entschieden, Projekte zur verbesserten Aufenthaltsqualität am Donaukanal durchzuführen, beginnend mit einem Pocket-Park.

Der Wiener Donaukanal ist ein beliebter Freizeit-Hotspot in der österreichischen Hauptstadt. Viele Lokale sowie Sport- und Spaziermöglichkeiten sorgen vor allem im Sommer für viele Besuche. Das Areal ist stark genutzt, soll aber künftig noch mehr dazu beitragen, die Stadt zukunfts- und klimafit zu machen. Dafür hat die Stadt Wien gleich mehrere Projekte angekündigt, beginnend mit einem Pocket-Park. Diese grüne Mini-Oase ist für das linke Donaukanalufer geplant und soll das in die Jahre gekommene Glashaus ersetzen.

„Wir wollen den Donaukanal weiter attraktivieren und schaffen daher ganz nach unserem Motto ‚Raus aus dem Asphalt’ mit dem neuen Pocket-Park ein weiteres grünes Wohnzimmer mitten in der City! Und das ist erst der Anfang einer Reihe von weiteren Vorhaben am Donaukanal“, so die für die Wiener Gewässer zuständige Stadträtin Ulli Sima. Alexander Nikolai, Bezirksvorsteher der Leopoldstadt, betont, dass die grüne Mini-Oase die Initiative „Raus aus dem Asphalt“ erfolgreich fortsetzen wird.

Das Glashaus weicht dem Pocket-Park Wien

Der neue Pocket-Park in Wien ist als grünes Wohnzimmer am Donaukanal gedacht. Er wird sich direkt am linken Donaukanalufer an der Vilma-Steindling-Promenade zwischen Augartenbrücke und Salztorbrücke befinden. Mit einer Gesamtfläche von 140 m² soll er ab Sommer 2024 Raum am Wasser für ein Picknick oder eine Entspannungspause bieten. Dabei herrscht kein Konsumzwang, anders als in den vielen Restaurants entlang des Kanals.

Die Planung des Parks erfolgte durch Landschaftsarchitekten Gerhard Rennhofer aus Wien im Auftrag der Stadt. Seine Pläne zeigen, dass ein großzügiger Sitzstein die optische Abgrenzung zwischen der neuen Grünfläche und der Flaniermeile am Donaukanal darstellen wird. Ein großer Baum und zusätzliche Begrünung sorgen für Schatten und Kühlung. So wird ein besseres Mikroklima an diesem Abschnitt des Donaukanals erreicht. Zudem soll die Kaimauer mit Kletterpflanzen begrünt werden.

Um den Pocket-Park Wien zu bauen, muss das Glashaus weichen, das sich auf dem anvisierten Grundstück befindet. Es ist auch als „Aquarium“ bekannt und stammt aus dem Jahr 1998. Lange diente es als Ausstellungs- und Veranstaltungsraum der Wiener Umweltmeile. Zuletzt wurde es auch als Gastronomiefläche genutzt. Aber eine bautechnische Stellungnahme hat erhebliche Mängel und Alterserscheinungen an den Glaselementen und am Bodenaufbau gezeigt. Daher muss das Glashaus nun abgetragen werden.

Vor dem Glashaus, das dem Pocket-Park weichen soll: Gerald Loew, Abteilungsleiter der Stadt Wien – Wiener Gewässer, Stadträtin Ulli Sima, Bezirksvorsteher der Leopoldstadt Alexander Nikolai, Dominik Webel, Teamleiter Donaukanal bei der MA 45 und WGM Geschäftsführer Martin Jank, Copyright: Stadt Wien/Christian Fürthner
Vor dem Glashaus, das dem Pocket-Park weichen soll: Gerald Loew, Abteilungsleiter der Stadt Wien – Wiener Gewässer, Stadträtin Ulli Sima, Bezirksvorsteher der Leopoldstadt Alexander Nikolai, Dominik Webel, Teamleiter Donaukanal bei der MA 45 und WGM Geschäftsführer Martin Jank, Copyright: Stadt Wien/Christian Fürthner

Kühlere Grünflächen am Donaukanal

Pocket-Parks sind eine beliebte stadtplanerische Maßnahme. Der Name lässt sich als „Westentaschen-Park“ übersetzen. Er beschreibt kompakte, ehemals brachliegende oder versiegelte Flächen in der Stadt, die durch Bepflanzung wiederbelebt werden. Insbesondere in kompakten, verdichteten innerstädtischen Bereichen sind diese Mini-Oasen gut einsetzbar. Sie haben einen individuellen Charakter, bieten Vorteile für den Klimaschutz und die Klimaanpassung, und nutzen bestehende Strukturen. Somit sind sie auch recht kostengünstig.

Weitere Projekte am Donaukanal in Wien sind geplant. Die Begrünungs- und Aufwertungsmaßnahmen sollen dem Ufer ein neues Gesicht verleihen und die Stadt klimafit machen. Insbesondere auf Cooling-Maßnahmen und mehr Grün ist die Stadt erpicht, um dem Urban Heat Island Effect Einhalt zu gebieten.

Rechts und links vom geplanten Pocket-Park in Wien befinden sich gastronomische Angebote. Auch für Sport und Freizeit gibt es Flächen, die sich durch parkähnlich gestaltete Uferbereiche auszeichnen. Ein interessantes Projekt in diesem Rahmen sind die Schwimmenden Gärten: Dafür wurde die frühere Kaiserbadschleuse am Donaukanal begrünt und zu einer „Chill-Area“ ausgestaltet. Diese verstärkt die Kühlluftschneise am Kanal nach dem Vorbild der Schwimmenden Gärten auf der Seine in Paris.

Die Schwimmenden Gärten in Wien sind eine der bereits vorhandenen Lösungen für eine klimafreundlichere Stadt am Donaukanal, Credit: Wikicommons
Die Schwimmenden Gärten in Wien sind eine der bereits vorhandenen Lösungen für eine klimafreundlichere Stadt am Donaukanal, Credit: Wikicommons

Begrünung des Kanals

Der Wiener Donaukanal ist 17 Kilometer lang und 50 Meter breit. Er durchfließt sieben Gemeindebezirke der Stadt. Früher handelte es sich bei dem Kanal um den einzigen schiffbaren Arm der Donau-Altarme. Sein heutiges Aussehen erhielt er durch die Donauregulierung zwischen 1870 und 1875. Er mündet in der Nähe des Alberner Hafens zurück in die Donau. Der Kanal hat eine prominente Lage in Wiens Innenstadt und ist gut erreichbar, weshalb er ein wichtiges Bindeglied zwischen den Wiener Bezirken darstellt.

Weitere naturbelassene Uferbereiche am Donaukanal sind schattenspendende Bauzeilen sowie Wiesen- und Röhrichtzonen. An den naturbelassenen Böschungsabschnitten gibt es Raum für seltene Pflanzen und für geschützte Tierarten. Zudem soll der Donaukanal, der vorrangig der Schifffahrt dient, auch als Wanderkorridor für Fische optimiert werden. Im Mündungsbereich des Wienflusses in den Donaukanal wurden dafür künstliche Laichstrukturen für die Fische angebracht.

Der Pocket-Park soll im Sommer 2024 aufmachen und weiter zur Begrünung des Donaukanals beitragen. Weitere Projekte wird die Stadt Wien demnächst ankündigen.

 

Mehr lesen: Wien wird immer wieder zu einer der lebenswertesten Städte der Welt gekürt. Hier geht es zum Stadtporträt.

Der Social Media Manager

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Für jeden Unternehmer, egal aus welcher Branche, spielt es irgendwann eine Rolle: Social Media. Landschaftsarchitekten scheuen oft noch den Schritt in die Kanäle, dabei bieten sie Möglichkeiten, das eigene Image zu prägen und neue Kunden zu erreichen. Wir stellen Standardwerke vor, die beim Einstieg helfen können.

Der Social Media Manager – Handbuch für Ausbildung und Beruf. Vivian Pein

Der Aufbau

Drei Teile: Berufsbild Social Media Manager; Grundlagen Social Media Management; Social Media Management in Unternehmen

Der Inhalt

Einleitend wird erklärt, was Social Media überhaupt ist und welche Herausforderungen sie für Unternehmen bieten. Interessant ist besonders das Teilkapitel dazu, wie Social Media die Kommunikation zwischen Unternehmen und Menschen verändert und welche Auswirkungen das zum Beispiel auf Kundenservice und –stellenwert hat.

Der erste Teil ist für Landschaftsarchitekten eher uninteressant, hier richtet sich das Buch an Social Media Manager und solche, die es werden wollen und stellt Anforderungen und Aufgabengebiete vor. Auch wie man sich weiterbilden kann und was der persönliche Social Media Auftritt für einen Einfluss auf die Karriere haben kann wird erklärt. Teil eins bildet eine kurze Einführung in das Berufsfeld.

Spannend wird es ab dem zweiten Teil, hier werden die sozialen Medien und die Eckpfeiler des Managements vorgestellt, darunter etwa das Management der Zielgruppe und deren Reaktionen, die Steuerung der Inhalte und grundlegend das Erstellen einer Strategie. Einen Schwerpunkt legt das Kapitel auf die Zielgruppe und deren Analyse. Sie ist wichtig, um die Inhalte genau auf die Personen zuzuschneiden. Für die Strategie gibt das Buch einige Maßstäbe an die Hand: Was kann ich kurz-, was langfristig erreichen? Welche Ziele werde ich wie messen können? Was sind die richtigen Inhalte und welche Art von Inhalt eignet sich wo? Wie komme ich an gute Inhalte? Spannend ist auch, dass immer mehr Unternehmen über die verschiedenen Kanäle nach neuen Mitarbeitern suchen, „der Social Media Manager“ erklärt, wie es geht.

Nicht zu vernachlässigen sind rechtliche Fragen, denen das Buch ein eigenes Kapitel widmet. Welchen Namen wähle ich? Welche Fotos und Videos darf ich überhaupt nutzen? Wie schreibe ich ein Impressum und was hat es mit dem Datenschutz auf sich? Wo Ratgeber oft in juristischen Fachsprech abdriften bleibt „Der Social Media Manager“ verständlich und erklärt anhand vieler Beispiele.

Social Media Kanäle gibt es viele. Das Fachbuch beleuchtet vor allem Facebook, Google+, Twitter, Business-Netzwerke wie Xing und LinkedIn, Videoportale und Fotoplattformen ausführlich und stellt Vor- und Nachteile vor.

Im dritten Teil geht es speziell um die Unternehmensdarstellung über Facebook, Twitter und co. Wer gehört überhaupt in ein Social-Media-Team? Wie starte ich meinen Auftritt? Welche Richtlinien muss ich aufstellen? Einen spannenden Abschluss bildet das Kapitel „Praktisches Social Media Management“, das erklärt, woher Informationen bezogen werden können, wie der Arbeitsplatz ausgestattet werden sollte, wie verschiedene Werte in Beziehung gesetzt werden, und gibt sogar einen Exkurs darüber, wie die Daten anschaulich präsentiert werden können.

Fazit

„Der Social Media Manager“ kann zurecht als das Standardwerk unter den Social Media Fachbüchern gewertet werden. Auf über 570 Seiten werden verschiedenste Kanäle und die Strategien für diese erklärt, besonders auf die Bedeutung für Unternehmen wird intensiv eingegangen. Hervorzuheben ist die verständliche Sprache und die vielen anschaulichen Beispiele.

Vivian Pein. Der Social Media Manager: Das Handbuch für Ausbildung und Beruf. 2. Auflage. 2015. Rheinwerk Computing Verlag.

Mehr zum Thema Social Media lesen Sie in Garten+Landschaft 08/2016 – Oben grün: Über die Zukunft unserer Dächer.