Gärten des Jahres 2026 – Gewinner*innen

Der Garten als ideale Fortsetzung einer Landschaft, Foto: Ferdinand Graf Luckner

Zum elften Mal hat der Callwey Verlag den Wettbewerb „Gärten des Jahres“ ausgelobt – eine der wichtigsten Auszeichnungen für private Gartengestaltung im deutschsprachigen Raum. Auch 2026 zeigt sich eindrucksvoll, wie vielfältig, innovativ und gestalterisch anspruchsvoll private Gärten heute sein können. Von naturnahen Rückzugsorten bis hin zu architektonisch geprägten Außenräumen reicht die Bandbreite der prämierten Projekte.

Eine renommierte Jury wählte aus zahlreichen Einreichungen die besten realisierten Privatgärten aus, die von Landschaftsarchitekt*innen, Gartendesigner*innen sowie Garten- und Landschaftsbäuer*innen umgesetzt wurden. Neben dem Hauptpreis wurden vier Anerkennungen, ein Newcomer-Award sowie ein Fotografiepreis vergeben. Ergänzt wird der Wettbewerb durch die Kategorie „Architects’ Choice“, die herausragende Produktinnovationen würdigt.

Garten und Landschaft im Einklang

Der erste Preis geht an die Daniel Berg GmbH für ihr Projekt „Der Garten als ideale Fortsetzung einer Landschaft“ in Weggis im Schweizer Kanton Luzern.

Das Konzept überzeugt durch seine sensible Einbettung in die bestehende Topografie: Der Garten scheint förmlich aus der Landschaft herauszuwachsen. Materialien, Pflanzenwahl und Raumkomposition greifen die Umgebung auf und entwickeln daraus einen harmonischen, fließenden Übergang zwischen gebautem Raum und Natur.

Die Jury würdigte insbesondere die Klarheit der gestalterischen Idee sowie die konsequente Umsetzung bis ins Detail.

Der Garten als ideale Fortsetzung einer Landschaft, Foto: Ferdinand Graf Luckner
Der Garten als ideale Fortsetzung einer Landschaft, Foto: Ferdinand Graf Luckner

Vier Projekte mit starker Handschrift

Vier weitere Projekte wurden mit Anerkennungen ausgezeichnet – jedes mit einer eigenen, unverwechselbaren gestalterischen Haltung:

  • LSLA GmbH („Zuhause angekommen“, Schweiz)
    Ein Garten, der Geborgenheit und Identität schafft – geprägt von ruhigen Strukturen und einer fein abgestimmten Pflanzplanung.
  • CvB Gartendesign Christiane von Burkersroda („Gartenpanorama in Szene gesetzt“, München)
    Hier wird der Garten zur Bühne: Blickachsen, Wasser- und Feuerstellen inszenieren die Landschaft als Erlebnisraum.
  • Stephan Maria Lang Architektengesellschaft („Am Anfang steht der Ort“, München)
    Ein architektonisch geprägter Garten, der aus der Analyse des Ortes heraus entwickelt wurde und Innen- und Außenraum eng miteinander verzahnt.
  • WKM Landschaftsarchitekten GmbH („Stiller Garten mit Waldcharakter“, Niederrhein)
    Ein atmosphärisch dichter Rückzugsort, der mit waldartigen Strukturen und zurückhaltender Gestaltung Ruhe und Natürlichkeit vermittelt.

Frische Ideen aus Weimar

Mit dem Titel „Newcomer des Jahres“ wurde erneut ein junges Büro ausgezeichnet: die Draußen Daheim GmbH für ihr Projekt „Oase der Lebensfreude“ in Weimar.

Der Entwurf besticht durch seine Leichtigkeit und den spielerischen Umgang mit Raum und Bepflanzung. Gleichzeitig zeigt er, wie zeitgemäße Gartengestaltung Lebensqualität schaffen kann – ein Ansatz, den die Jury gezielt fördern möchte.

"Oase der Lebensfreunde" in Weimar von Draußen Daheim GmbH, Foto: Sylvia Knittel
"Oase der Lebensfreunde" in Weimar von Draußen Daheim GmbH, Foto: Sylvia Knittel

Wenn Licht zur Sprache wird

Nicht nur die Gärten selbst, sondern auch ihe Inszenierung wurde prämiert. Der Fotografiepreis geht in diesem Jahr an Ferdinand Graf Luckner. Seine Arbeiten prägen seit Jahren die visuelle Wahrnehmung zeitgenössischer Gartengestaltung.

In der Laudatio wurde besonders hervorgehoben, wie es ihm gelingt, Atmosphäre, Lichtstimmungen und räumliche Qualitäten einzufangen – und damit Gärten nicht nur zu dokumentieren, sondern erzählerisch zu interpretieren.

Wenn Licht zur Sprache wird, Foto: Ferdinand Graf Luckner
Wenn Licht zur Sprache wird, Foto: Ferdinand Graf Luckner

Innovative Produkte für den Garten

Gartengestaltung endet nicht beim Entwurf – sie lebt von Materialien, Produkten und technischen Innovationen. In der Kategorie „Architects’ Choice“ wurden daher erneut herausragende Lösungen prämiert, die per Online-Voting von Fachplanern gewählt wurden.

Der erste Preis geht an CUBIC OUTDOOR LIVING für die Floating Bar – ein innovatives Konzept im Bereich Outdoor-Küchen und Grillplätze.

Weitere Auszeichnungen erhielten:

  • TANTAN – Josef Hain GmbH & Co. KG für den Pool FARAH
  • KANN GmbH für den Betonpflasterstein ProKlima Zero
  • Schellevis für die Grasbetonplatte Matrix
  • ADEZZ für die Pflanzgefäß-Kollektion Stonecore
  • Garpa für den Armlehnstuhl Fontenay
  • SunSquare für das Dreiecksegel SQK-I
  • Knirps für die Apoll Shell Edition

Diese Produkte zeigen eindrucksvoll, wie stark Innovation und Gestaltung im Gartenbereich miteinander verzahnt sind.

Grüne Publikation

Passend zum Wettbewerb erscheint die begleitende Publikation „Gärten des Jahres 2026“. Auf 336 Seiten präsentiert das Buch die 50 ausgewählten Gärten, ergänzt durch über 400 Farbabbildungen und Gartenpläne. Das Autorinnen-Duo Konstanze Neubauer und Susanne Wiborg stellt die prämierten Projekte detailliert vor und gewährt Einblicke in die moderne Gartengestaltung. Ausführliche Infos zu den 50 schönsten Privatgärten des Jahres 2026 finden Sie hier in der begleitenden Publikation.

Der Garten als erweiterter Lebensraum

Der Wettbewerb 2026 macht deutlich: Der private Garten ist längst mehr als nur Grünfläche. Er wird zum individuell gestalteten Lebensraum, der Architektur, Natur und persönliche Bedürfnisse miteinander verbindet.

Die ausgezeichneten Projekte zeigen, wie wichtig eine klare Idee, ein sensibler Umgang mit dem Ort und die Qualität der Umsetzung sind. Sie liefern Inspiration – nicht nur für Fachleute, sondern für alle, die ihren eigenen Garten neu denken möchten.

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Über 40 Bürgermeister*innen unterzeichneten die Brussels Declaration of European Mayors 2024 im Januar in Brüssel. Credit: flickr
Über 40 Bürgermeister*innen unterzeichneten die Brussels Declaration of European Mayors 2024 im Januar in Brüssel. Credit: flickr

Belgien hat derzeit die Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union inne. Mit einem Treffen von rund 40 Bürgermeister*innen aus europäischen Städten und Metropolregionen begann seine Präsidentschaft. Die Teilnehmenden unterzeichneten dabei die Brussels Declaration of European Mayors 2024, die zur Stärkung der europäischen Städtepolitik beitragen soll.

2024 ist ein großes Jahr für die Europäische Union, denn es steht die Neuwahl des Europäischen Parlaments an. Damit wird auch ein neues Kollegium gebildet. Zu diesem Anlass organisierte Brüssel am 24. Januar 2024 eine hochrangige Veranstaltung unter dem Titel „A European Urban Policy for the Future“. Gemeinsam mit 40 Bürgermeister*innen aus europäischen Städten und Metropolen erarbeitete der belgische Vorsitz des EU-Rates die gemeinsame Erklärung Brussels Declaration of European Mayors 2024. Dieses Dokument soll die wichtige Rolle von Städten und Metropolregionen in der europäischen Politik verdeutlichen. Zugleich formuliert es Erwartungen für eine zukunftsfähige europäische Politik. Dazu gehören sechs konkrete Empfehlungen für die europäische Städtepolitik.

Eine ehrgeizige und wirksame europäische Stadtpolitik

Zahlreiche Akteur*innen, die für die europäische Städtepolitik relevant sind, nahmen an dem Treffen teil und unterzeichneten die Erklärung. Dazu gehörten zum Beispiel Rudi Vervoort, Ministerpräsident der Brüssel-region; Burkhard Jung, Präsident des Städtenetzwerk Eurocities und Oberbürgermeister von Leipzig; und Wolfram Leibe, Oberbürgermeister der Stadt Trier und Stellvertreter des Deutschen Städtetags.

Die Brussels Declaration of European Mayors 2024 beginnt damit, das gemeinsame Ziel zu bekräftigen: „Wir, die Bürgermeister*innen der Städte, die Präsident*innen der Metropolregionen und die Vertreter*innen der Städteverbände in ganz Europa, fordern mit dieser Erklärung alle europäischen Institutionen auf, in dem künftigen europäischen politischen Mandat 2024-2029 eine ehrgeizige und wirksame europäische Stadtpolitik zu verfolgen.“

Die ehrgeizige und wirksame europäische Stadtpolitik beruht laut der Erklärung darauf, die Stadtpolitik zu bewahren und umzusetzen. Dokumente wie die Neue Leipzig-Charta, die Städteagenda für die EU, die Territoriale Agenda 2030, der Europäische Green Deal sowie das Neue Europäische Bauhaus geben dafür den Rahmen vor. Zudem fordert die Erklärung einen „strukturierten, verbindlichen Dialog zwischen den europäischen Institutionen und Städten“ und einen Paradigmenwechsel hin zu einem nachhaltigen Modell unter stärkerer Einbeziehung von Städten. Es bekräftigt die Verpflichtung, die Grundwerte der EU zu achten und zu fördern.

Vier politische Prioritäten bis 2029

Als Nächstes geht die Erklärung auf die Herausforderungen für eine ehrgeizige europäische Stadtpolitik ein. Dazu gehört die Verstädterung, denn bis 2050 könnten rund 80 Prozent der europäischen Bevölkerung in städtischen Gebieten leben. Entsprechend tragen Städte und Ballungszentren eine wichtige Rolle bei der Verwirklichung von EU-Zielen wie Klimaneutralität bis 2050 und Schutz der Biodiversität. Auch betont die Brussels Declaration of European Mayors 2024, dass die Stadtpolitik wesentlich dazu beiträgt, soziale, wirtschaftliche und territoriale Ungleichheiten zu verringern, sowie die Kluft zwischen Stadt und Land zu überwinden.

Die Brüsseler Erklärung legt vier politische Prioritäten für das EU-Mandat 2024 bis 2029 fest. Diese unterstützen die Ziele der Neuen Leipzig-Charta für gerechte, produktive und grüne Städte. Laut der Brussels Declaration of European Mayors sind diese Prioritäten anzustreben:

  • Förderung des Rechts auf bezahlbaren, qualitativen und nachhaltigen Wohnraum;
  • Bekämpfung sozialer und geschlechtsspezifischer Ungleichheiten und Förderung der Inklusion;
  • Bekämpfung des Klimawandels, Gewährleistung einer gesunden Umwelt und Wiederherstellung der Artenvielfalt;
  • Entwicklung einer sicheren, integrativen und nachhaltigen Mobilität

Belgien hat bis Juni 2024 die Präsidentschaft des Europäischen Rates inne und möchte die Zeit nutzen, um die Städtepolitik der EU zu stärken. Credit: flickr
Belgien hat bis Juni 2024 die Präsidentschaft des Europäischen Rates inne und möchte die Zeit nutzen, um die Städtepolitik der EU zu stärken. Credit: flickr

Bereits über 40 Unterschriften

Neben diesen Prioritäten formuliert die Brüsseler Erklärung außerdem sechs Empfehlungen für das EU-Mandat 2024 bis 2029. Sie richten sich an europäische Institutionen und sollen erreichen, städtische Belange in Zukunft effektiver in Politikbereiche und Institutionen zu integrieren. So soll die Beteiligung lokaler Regierungen in EU-Politik- und Entscheidungsprozessen optimiert werden.

Systematischer und stärker strukturierter, verbindlicher Dialog und Einbeziehung der lokalen Regierungen auf europäischer Ebene

  • Bessere Integration und Koordinierung der städtischen Angelegenheiten auf europäischer Ebene
  • Städtefreundlichere EU-Regulierungen
  • Besser zugängliche und städtefreundliche EU-Fördermittel
  • Förderung der metropolitanen Governance
  • Paradigmenwechsel: Anstreben eines neuen nachhaltigen Modells, das geeignete Indikatoren enthält und den Übergang zu gerechten, produktiven und grünen Städten ermöglicht

Am 24. Januar 2024 wurde die Brussels Declaration of European Mayors unterschrieben, nachdem sie bereits einen ko-kreativen Prozess durchlaufen hatte. Zahlreiche europäische Städte und Akteur*innen beteiligten sich daran. Während der Präsidentschaft hat die Brüssel-Hauptstadtregion das Ziel, diese Empfehlungen zu verteidigen und zu unterstützen.

Städte sind dazu aufgerufen, die Erklärung online zu unterzeichnen. Derzeit haben bereits über 40 Bürgermeister*innen aus 19 Mitgliedsstaaten der EU ihre Unterschrift abgegeben.

Schwerpunkt auf bezahlbarem Wohnraum in europäischen Städten

Unter der belgischen Präsidentschaft von Januar bis Juni 2024 sollen Städte eine größere Rolle in der EU spielen. In den kommenden Wochen und Monaten wird Brüssel mehr und mehr Städte dazu aufrufen, die Brussels Declaration of European Mayors zu unterzeichnen. Die Prioritäten und Empfehlungen sollen in anderen Veranstaltungen wie beim Summit of Cities and Region im März oder beim European Forum for Urban Safety in Brüssel. Außerdem hat die Präsidentschaft erklärt, die europäische Städtepolitik auch technisch zu unterstützen, etwa bei Treffen mit Planungsagenturen.

Die Unterzeichnung der Brüsseler Erklärung ist ein klares Zeichen für die Zukunft: Städte werden genau darauf achten, wie die Europäische Kommission und das Parlament ihre Empfehlungen umsetzen. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf bezahlbarem, hochwertigem und nachhaltigem Wohnraum liegen, einer großen Herausforderung für europäische Städte.

Weiterlesen: Der Europan-Preis zeichnet junge europäische Architekt*innen für nachhaltige Projekte aus.