Gärten des Jahres 2027 – Jetzt mitmachen!

Preisträger 2026: Daniel Berg, Der Garten als ideale Fortsetzung einer Landschaft, Foto: Ferdinand Graf Luckner

Der Callwey Verlag ruft gemeinsam mit seinen namhaften Partnern erneut zur Teilnahme am Wettbewerb „Gärten des Jahres“ auf. Bereits zum zwölften Mal werden die herausragendsten privat gestalteten Gärten im deutschsprachigen Raum gesucht – entworfen von Landschaftsarchitekt*innen sowie Garten- und Landschaftsbauunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Landschaftsarchitekt*innen und Gartenbauprofis können bis zum 17. Juli 2026 ihre Projekte einreichen.

Hochkarätige Partner und Fachjury

Unterstützt wird der Wettbewerb von einer breiten Allianz aus Fachverbänden und Medien, darunter der bdla, BGL, DGGL, ÖGLA, BSLA, GALABAU Österreich, Jardin Suisse, sowie die Messe GaLaBau und Giardina. Die Zeitschriften Garten + Landschaft, Mein schöner Garten, Gartenpraxis, Gärten, zoll+, BSLA-Journal, G’plus und das GaLaBau Journal stellen die Siegerprojekte vor.

Die eingereichten Arbeiten werden von einer unabhängigen Jury bewertet, der unter anderem Thomas Banzhaf (BGL), Prof. Stephan Lenzen (BDLA), Dirk Ebben (Baumschule Ebben) und Daniel Berg, Gewinner der Gärten des Jahres 2026, angehören.

Einreichung und Preisverleihung

Teilnehmer*innen können bis zum 17. Juli 2025 ihre Projekte hier einreichen. Die Einreichgebühr beträgt 390 Euro für das erste Projekt und 195 Euro für jedes weitere. Die feierliche Preisverleihung findet am 25. Februar 2027 in der Baumschule Ebben statt.

50 beste Gärten im Bildband und in der Ausstellung

Die besten 50 Gärten werden im hochwertig gestalteten Callwey-Jahrbuch „Gärten des Jahres 2027“ veröffentlicht und in einer begleitenden Ausstellung präsentiert. Die prämierten Werke erhalten zusätzlich mediale Aufmerksamkeit durch Beiträge in führenden Garten- und Landschaftsmedien.

Zusätzliche Auszeichnungen: Newcomer, Architects’ Choice und Gartenfotografie

Neben dem Hauptpreis werden auch 2027 wieder drei Sonderauszeichnungen vergeben:

  • Newcomer des Jahres: Bereits zum dritten Mal wird ein Preis für junge Büros vergeben, die nicht vor 2023 gegründet wurden.

  • Gärten des Jahres – Architects‘ Choice: „Gärten des Jahres – Architects‘ Choice“ ist die Auszeichnung für Unternehmen, die mit ihren Produkten einen wichtigen Beitrag zu den schönsten Gartenprojekten leisten. Der Sieger unter den eingereichten Produkten wird durch ein Online-Voting auf www.gaerten-des-jahres.com durch die Top 100 Gärten des Jahres Planer*innen bestimmt. Zum Voting-Start wird eine Gebühr für das Medienpaket in Höhe von 3.900,- Euro (zzgl. MwSt.) pro eingereichtem Produkt fällig. Einsendeschluss ist der 5. Oktober 2026.

  • Gartenfotografie des Jahres: Zum achten Mal wird 2027 die Gartenfotografie des Jahres ausgezeichnet: Unter den 50 Gärten im Jahrbuch wird von der Jury eine Fotostrecke ausgewählt, welche sich besonders abhebt. Kriterien dabei sind: Perspektive auf den Garten, allgemeiner Eindruck, Bildsprache, gewählte Bildausschnitte, Repräsentation des Gartens.

Jetzt mitmachen!

Der Wettbewerb Gärten des Jahres ist nicht nur ein Schaufenster für exzellente Gartengestaltung, sondern auch eine einzigartige Plattform zur Vernetzung innerhalb der Branche. Weitere Informationen, Teilnahmebedingungen und Anmeldemöglichkeiten finden Interessierte auf der offiziellen Website hier.

Lesen Sie hier mehr zu den Gewinner*innen Gärten des Jahres 2026.

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Autonome Fähren in Flussstädten – Steuerung, Genehmigung, Governance

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Fotografie eines Zuges auf einer Brücke über den Fluss in Yverdon, Schweiz. Bild von Kingsley Mgbachi

Die Zukunft der urbanen Mobilität schippert heran – und sie kommt ganz ohne Kapitän aus: Autonome Fähren in Flussstädten versprechen nicht weniger als einen Paradigmenwechsel für Stadtentwicklung, Verkehrsplanung und Lebensqualität am Wasser. Doch wie steuert man ein schwimmendes Roboterfahrzeug sicher durch dichten Schiffsverkehr, welche regulatorischen Stromschnellen müssen überwunden werden, und wer hält am Ende das digitale Ruder? Willkommen auf einer Reise durch Technik, Genehmigung und Governance eines der spannendsten Mobilitätsexperimente unserer Zeit.

  • Überblick über den Stand autonomer Fähren in europäischen Flussstädten – von Oslo bis Hamburg
  • Technische Grundlagen: Sensorsysteme, Steuerungssoftware und KI-basierte Navigation auf dem Wasser
  • Genehmigungsprozesse und regulatorische Besonderheiten für autonome Schifffahrt in Deutschland, Österreich und der Schweiz
  • Governance-Fragen: Datenhoheit, Haftung und Verantwortlichkeiten zwischen Betreibern, Kommunen und Behörden
  • Chancen und Risiken für nachhaltige Mobilität, Stadtentwicklung und die Integration ins urbane Gefüge
  • Beteiligung der Öffentlichkeit und Wege zur transparenten Akzeptanzförderung
  • Fallstudien und Praxiserfahrungen aus Pilotprojekten in Skandinavien und im deutschsprachigen Raum
  • Perspektiven: Wie autonome Fähren smarte Flussstädte prägen könnten – und was noch zu tun bleibt

Technik unter Deck – Wie autonome Fähren Flüsse neu navigieren

Wer an autonome Mobilität denkt, hat meist Straßen, Drohnen oder Züge vor Augen. Doch die jüngsten Innovationen im Bereich der urbanen Schifffahrt setzen auf ein Terrain, das jahrhundertelang den Rhythmus urbaner Entwicklung bestimmte: den Fluss. Autonome Fähren sind keine Science-Fiction mehr, sondern bereits Realität auf Wasserläufen von Oslo bis Rotterdam und immer stärker auch im deutschsprachigen Raum. Was diese schwimmenden Roboter von ihren automobilen Verwandten unterscheidet, liegt nicht nur im Medium Wasser, sondern vor allem in der Vielschichtigkeit der technischen Herausforderungen.

Das Steuern einer Fähre über einen urbanen Fluss bedeutet, sich mit komplexen Umweltbedingungen auseinanderzusetzen. Strömungen, wechselnde Wasserstände, dichte Schifffahrtswege, Freizeitboote, Brücken und Uferbauwerke – all das verlangt nach hochentwickelten Sensoriksystemen. Moderne autonome Fähren verlassen sich auf ein Ensemble aus Radar, LIDAR, Kameras und Sonartechnik. Diese Sensoren liefern ein dreidimensionales, dynamisches Bild der Umgebung, das in Echtzeit von leistungsfähigen Algorithmen verarbeitet wird. Hinzu kommen GPS- und GNSS-Systeme zur präzisen Ortung, ergänzt durch Inertialsensoren, die auch bei kurzfristigem Signalverlust für Lagebestimmung sorgen.

Die Steuerungssoftware bildet das Herzstück der Autonomie. Sie kombiniert Sensordaten mit digitalen Karten, Wetterinformationen und Verkehrsprognosen. Dabei kommen zunehmend KI-basierte Navigationssysteme zum Einsatz, die nicht nur auf festgelegte Routen reagieren, sondern situativ Ausweichmanöver, Anlegemanöver und sogar Notfallprozeduren ausführen können. Eine besondere Rolle spielen dabei Machine-Learning-Modelle, die aus Millionen von Fahrstunden lernen, das Verhalten anderer Wasserfahrzeuge antizipieren und so Sicherheit wie Effizienz steigern.

Kommunikation ist auf dem Wasser eine eigene Disziplin. Autonome Fähren sind in ein Netzwerk aus Funk, Mobilfunk und – zunehmend – 5G-Kommunikation eingebettet. Sie tauschen Daten mit Landstationen, anderen Fahrzeugen und Verkehrsleitzentralen aus. Das ermöglicht nicht nur die Fernüberwachung und -steuerung, sondern auch die Integration in multimodale Verkehrsströme der Stadt.

Eine weitere Herausforderung ist die Energieversorgung. Viele Pilotprojekte setzen auf batterieelektrische Antriebe, um emissionsfreien Betrieb zu gewährleisten. Das bringt eigene Anforderungen an Ladeinfrastruktur und Energiemanagement mit sich. Hier zeigt sich: Autonome Fähren sind nicht nur ein Mobilitätsprojekt, sondern auch ein Baustein für nachhaltige Stadtentwicklung und urbane Klimapolitik.

Genehmigung auf hoher See – Regulatorische Hürden und Zulassungsprozesse

Die Technik mag reif sein, doch bevor autonome Fähren den Betrieb aufnehmen, müssen sie eine bürokratische Odyssee absolvieren. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Zulassung autonomer Wasserfahrzeuge noch Neuland – mit allen Unsicherheiten, die Pioniere kennen. Anders als bei autonomen Autos, für die zumindest experimentelle Rechtsrahmen existieren, fehlt es für die Schifffahrt oft an spezifischen Regelungen. Der Gesetzgeber sieht traditionell einen Kapitän an Bord vor, der im Zweifel Verantwortung trägt. Autonome Fähren sprengen diese Vorstellung fundamental.

Der zentrale regulatorische Rahmen für die Schifffahrt ist in Deutschland die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung (BinSchStrO), ergänzt durch internationale Regelwerke wie die ZKR-Rheinregeln oder die EU-Richtlinie zur technischen Harmonisierung. Für autonome Fähren sind hier massive Anpassungen nötig. Die zentrale Frage: Wer oder was gilt als verantwortlicher Schiffsführer, wenn kein Mensch an Bord ist? In der Praxis werden oft ferngesteuerte Betriebsmodi als Übergangslösung genehmigt – eine Art digitaler Kapitän im Kontrollzentrum.

Genehmigungsverfahren involvieren eine Vielzahl von Akteuren: Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter, Hafenbehörden, Umweltbehörden, kommunale Planungsstellen, manchmal sogar Denkmalschutz- und Naturschutzbehörden. Jeder trägt eigene Anforderungen an Sicherheit, Umweltschutz, Verkehrsfluss und Infrastruktur bei – und alle verlangen Nachweise, die für autonome Systeme neu entwickelt werden müssen. Sicherheitsnachweise umfassen nicht nur technische Redundanzen und Notfallsysteme, sondern auch Cybersecurity-Checks, um Manipulation und Fernzugriffe auszuschließen.

Ein weiteres Novum sind die Anforderungen an Fernüberwachung und Eingriffsmöglichkeiten. Viele Behörden verlangen, dass autonome Fähren jederzeit von Menschen überwacht und im Notfall fernbedient werden können. Das führt zu Hybridlösungen, bei denen ein Operator mehrere Schiffe gleichzeitig im Blick behält. Rechtlich ist aber ungeklärt, wie viele Fahrzeuge ein Operator verantworten darf – und wie sich Haftungsfragen im Schadensfall verteilen.

Das Genehmigungsverfahren ist daher oft ein iterativer Prozess. Pilotprojekte wie die autonome Fähre in Hamburg oder das „Zeabuz“-Projekt in Trondheim zeigen, wie Regulierung und Technik gemeinsam reifen müssen. Entscheidendes Hindernis bleibt die Trägheit der Gesetzgebung: Bis verbindliche Standards entwickelt sind, bleibt der Einsatz autonomer Fähren auf Einzelfallentscheidungen und Sondergenehmigungen angewiesen.

Governance in Bewegung – Wer steuert den Wandel?

Autonome Fähren sind mehr als ein technisches Upgrade. Sie stellen grundlegende Fragen an die Governance urbaner Mobilität. Wer kontrolliert den Betrieb? Wer besitzt die Daten, die beim Betrieb anfallen? Wie werden Sicherheit, Datenschutz und die Interessen der Stadtgesellschaft gewahrt? Antworten darauf sind so fließend wie der Fluss selbst – und sie bestimmen, ob autonome Fähren zum Erfolgsmodell oder zum Governance-GAU werden.

Im Zentrum steht die Frage der Verantwortungsteilung. Während klassische Fährbetriebe klar zwischen Betreiber, Behörde und Kapitän trennen, verschiebt sich bei autonomen Systemen die Verantwortung auf neue Akteure: Softwareentwickler, Betreiberfirmen, Infrastrukturbetreiber, Kontrollzentren und natürlich die Kommune selbst. Die Governance muss sicherstellen, dass Verantwortlichkeiten nicht verwässern. Das erfordert klare Verträge, technische und organisatorische Schnittstellen sowie Transparenz über Entscheidungsprozesse.

Datenhoheit ist ein weiteres heißes Eisen. Autonome Fähren generieren riesige Mengen an Betriebs-, Bewegungs- und Umweltinformationen. Wer darf diese Daten nutzen, speichern, auswerten? Kommunen stehen vor der Herausforderung, einerseits Innovation zu ermöglichen, andererseits aber Datenschutz, Wettbewerbsneutralität und öffentliche Kontrolle zu gewährleisten. Offene urbane Datenplattformen bieten einen Ausweg, indem sie Zugriffsrechte und Schnittstellen standardisieren. Doch auch hier braucht es verbindliche Governance-Regeln, damit die Daten nicht in privaten Silos verschwinden.

Haftung und Versicherung sind ein spannendes Feld für Juristen und Praktiker gleichermaßen. Wer haftet bei einem Unfall – der Betreiber, der Softwarelieferant, der Hersteller der Sensorik? Bisherige Modelle aus der Automobilindustrie lassen sich nur bedingt übertragen, da Wasserstraßen eigene Risiken und Schadensszenarien bergen. Innovative Versicherungslösungen und rechtliche Klarstellungen sind gefragt, um Investitionssicherheit zu schaffen.

Schließlich stellt sich die Frage nach der Einbindung der Öffentlichkeit. Governance endet nicht am Ufer der Technik, sondern muss die Stadtgesellschaft mitnehmen. Transparente Kommunikation, klare Regeln für Bürgerbeteiligung und die Möglichkeit, Anliegen oder Bedenken einzubringen, stärken das Vertrauen – und verhindern die Entwicklung autonomer Fähren zur Black Box im urbanen Raum.

Chancen, Risiken und die Zukunft autonomer Fähren in Flussstädten

Autonome Fähren sind nicht nur ein Showcase für smarte Mobilität, sondern potenziell ein Gamechanger für das urbane Gefüge. Sie können Lücken im ÖPNV schließen, neue Querverbindungen zwischen Flussufern schaffen, Verkehrsachsen entlasten und damit Lebensqualität und Erreichbarkeit in Wasserstädten grundlegend verbessern. Besonders spannend ist das Potenzial für nachhaltige Stadtentwicklung: Autonome Fähren können emissionsfrei betrieben werden, sind leise, flexibel skalierbar und benötigen minimalen Infrastrukturaufwand im Vergleich zu Brücken oder Tunneln.

Für Planer und Stadtentwickler eröffnen sich neue Möglichkeiten, Flussräume als attraktive Mobilitäts- und Aufenthaltsräume zurückzugewinnen. Wo bisherige Fährverbindungen an Personalkosten und Unwirtschaftlichkeit scheiterten, können autonome Systeme auf Abruf, rund um die Uhr und je nach Bedarf verkehren. Gleichzeitig verbinden sie verschiedene Verkehrsmittel zu einer nahtlosen Mobilitätskette – Stichwort multimodaler Knotenpunkt am Wasser.

Doch der Weg zur breiten Umsetzung ist steinig. Technische Risiken – von Cyberangriffen bis zu Systemausfällen – treffen auf gesellschaftliche Vorbehalte. Die Angst vor Kontrollverlust, Arbeitsplatzverlust und technokratischer Überformung ist real und muss ernst genommen werden. Nur durch partizipative Prozesse, Pilotversuche mit begleitender Evaluation und offene Kommunikation können diese Bedenken adressiert werden.

Ein nicht zu unterschätzendes Risiko ist die Kommerzialisierung urbaner Wasserwege. Wenn autonome Fährdienste von privaten Plattformanbietern dominiert werden, droht die öffentliche Steuerbarkeit verloren zu gehen. Daher ist es entscheidend, dass Kommunen frühzeitig Leitplanken setzen, die Gemeinwohlorientierung, Zugänglichkeit und nachhaltige Governance garantieren.

Die Zukunft autonomer Fähren hängt letztlich davon ab, ob es gelingt, Technik, Recht und Stadtgesellschaft in einen produktiven Dialog zu bringen. Pilotprojekte wie in Hamburg, Trondheim und Amsterdam zeigen, dass der Sprung ins Wasser gewagt werden kann – vorausgesetzt, alle Akteure rudern in dieselbe Richtung.

Ausblick: Autonome Fähren als Schlüssel zu urbaner Transformation

Wagen wir einen Blick in die Zukunft: Autonome Fähren könnten das Bild europäischer Flussstädte radikal verändern. Sie machen aus dem Wasserweg eine flexible, emissionsfreie und niedrigschwellige Mobilitätsachse, die nicht nur Pendler, sondern auch Touristen, Güter und sogar Logistikflüsse trägt. Städte, die frühzeitig investieren und regulatorische wie technische Herausforderungen kooperativ angehen, verschaffen sich einen echten Standortvorteil.

Der Weg dorthin ist kein Selbstläufer. Er erfordert Mut, Innovationsgeist und eine Governance, die weder Technikgläubigkeit noch Blockadehaltung verfällt. Stattdessen braucht es eine proaktive Verzahnung von Stadtplanung, Verkehrsmanagement, Infrastrukturentwicklung und Digitalisierung. Autonome Fähren bieten genau dafür die perfekte Projektionsfläche: Hier kann getestet werden, wie smarte Technologien im Zusammenspiel mit öffentlichem Interesse, rechtlichen Rahmenbedingungen und ökologischen Zielen funktionieren.

Für Planer, Verwaltungsprofis und Stadtentwickler ergibt sich eine doppelte Chance: Einerseits können sie mitgestalten, wie urbane Wasserwege in die Mobilitätslandschaft integriert werden. Andererseits eröffnet sich ein Labor für neue Governance-Modelle, die auch für andere Bereiche der Stadtentwicklung Maßstäbe setzen könnten. Die Lektionen, die hier gelernt werden – von Datenmanagement bis Bürgerbeteiligung – sind Gold wert für die gesamte smarte Stadt.

Der Fluss als Lebensader der Stadt erlebt eine Renaissance. Autonome Fähren sind das sichtbarste Zeichen dafür, dass Innovation nicht an Land enden muss. Sie fordern uns heraus, Stadtplanung nicht nur als Entwurfsdisziplin, sondern als dynamischen, lernenden Prozess zu verstehen. Wer sich dieser Herausforderung stellt, steuert die urbane Transformation mit sicherer Hand – und vielleicht schon bald mit einem digitalen Kapitän an Bord.

Die Zeit der Experimente ist vorbei. Nun entscheidet sich, ob Flussstädte im deutschsprachigen Raum den Sprung wagen – oder zusehen, wie andere das Steuer übernehmen.

Fazit: Zwischen Aufbruch und Ankerplatz – Autonome Fähren als Prüfstein für die smarte Flussstadt

Autonome Fähren stehen wie kaum ein anderes Projekt an der Schnittstelle von Technik, Recht und Stadtgesellschaft. Sie zeigen, welche Innovationskraft im urbanen Raum schlummert – aber auch, wie viel Mut, Kooperation und Governance-Intelligenz nötig sind, um sie zu entfalten. Der Weg vom Pilotprojekt zur flächendeckenden Einführung ist lang und voller Untiefen. Doch wer jetzt die Weichen stellt, legt das Fundament für eine Stadt, in der Mobilität nicht nur schneller, sondern auch smarter, nachhaltiger und lebenswerter wird. Der Fluss ist bereit – jetzt liegt es an uns, das Ruder zu übernehmen.

Visualisierung des Stadtgrabens als grüne Oase Nürnbergs – ein Beispiel für urbane Aufwertung und klimafreundliche Stadtentwicklung. Illustration: Sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH
Visualisierung des Stadtgrabens als grüne Oase Nürnbergs – ein Beispiel für urbane Aufwertung und klimafreundliche Stadtentwicklung. Illustration: Sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH

Die Stadt Nürnberg schreitet mutig in Richtung einer grüneren, lebenswerteren Zukunft. Mit dem wegweisenden Konzept des Berliner Landschaftsarchitekturbüros Sinai, das den renommierten Wettbewerb zur Bayerischen Landesgartenschau 2030 gewann, entstehen in der fränkischen Metropole sieben innovative grüne Oasen. Diese urbanen Rückzugsräume stehen sinnbildlich für den Wandel von einer versiegelten, hitzebelasteten Stadt zu einem klimaangepassten, biodiversen Lebensraum.

Warum grüne Oasen in Städten so wichtig sind

Der Klimawandel stellt Städte weltweit vor große Herausforderungen. Hitzewellen, Starkregen und mangelnde Biodiversität verschlechtern zunehmend die Lebensqualität in urbanen Räumen. Nürnberg reagiert darauf mit dem Konzept der Schwammstadt und dem Prinzip der Entsiegelung. Dabei geht es darum, versiegelte Flächen wieder aufzubrechen, Regenwasser lokal zu speichern und durch Begrünung Mikroklimata zu schaffen. Die grünen Oasen Nürnbergs dienen in diesem Zusammenhang nicht nur der Erholung, sondern leisten auch einen aktiven Beitrag zur ökologischen Stabilität, Artenvielfalt und Klimaanpassung.

Das Oasen-Konzept: Sanfte Transformation statt radikaler Umbau

Das Büro Sinai setzte sich gegen 21 andere internationale Landschaftsarchitekturbüros durch, indem es eine klare Vision entwickelte: Statt massive Eingriffe in den Stadtraum zu unternehmen, setzt das Konzept auf behutsame, ortsbezogene Maßnahmen. Jeder der sieben Orte wird als eigenständige Oase gedacht, mit spezifischem Charakter und Funktionen – doch alle gemeinsam bilden sie ein zusammenhängendes grünes Netzwerk, das die Stadt durchzieht. Diese Strategie schafft nicht nur neue Aufenthaltsqualitäten, sondern stärkt auch die Identität und Geschichte der Orte.

Die sieben grünen Oasen Nürnbergs im Überblick

1. Der Stadtgraben: Landschaftlicher Klimakorridor

Als ringförmiges Rückgrat der Altstadt dient der Stadtgraben künftig als kühler, naturnaher Rückzugsort. Unterschiedliche Vegetationstypen – von Dünenheiden über Wiesen bis zu kleinen Wäldern – passen sich an die jeweiligen mikroklimatischen Bedingungen an. Durch geschwungene Wege, Regenwassermulden und Aufenthaltsbereiche mit Blick auf die historischen Mauern entsteht ein Ort, der Ökologie und Erholung vereint. Der Stadtgraben wird damit zum Symbol für klimafreundlichen Stadtraum.

2. Der Zwinger: Gartenband für Stadt und Bürger

Parallel zum Graben verläuft der Zwinger, der als gestalteter Gartenraum interpretiert wird. Er bietet Raum für bürgernahe Nutzungen wie urbane Gärten, kleine Veranstaltungsflächen und Aufenthaltsbereiche. Während der Graben naturnah ist, stellt der Zwinger eine kulturelle Bühne dar – ein öko-kulturelles Band, das Erholung, Bildung und Begegnung ermöglicht.

3. Das Maxtor: Neue Wege in der Stadtmobilität

Das Maxtor-Areal erfährt eine umfassende Neuordnung. Durch die Bündelung des Verkehrs auf einer Seite entsteht ein verkehrsberuhigter Stadtraum, der die Verbindung zwischen den historischen Vierteln stärkt. Begrünte Inseln, Sitzgelegenheiten und schattenspendende Bäume schaffen einen lebenswerten Platz, der zum Verweilen und sozialen Austausch einlädt.

4. Grasersgasse: Die blühende Baumhalle

In der Grasersgasse wird ein einzigartiger Stadtraum geschaffen, in dem kleine Bäume und Naturstauden zu einer Art offener Baumhalle wachsen. Historische Elemente werden durch archäologische Fenster sichtbar gemacht, während die Reduktion des Verkehrs Platz für Begegnung, Spiel und Erholung schafft. Dieser Raum wird zur urbanen Oase mit starkem Bezug zur Geschichte des Ortes.

5. Theresienplatz: Entsiegelter Gartenplatz mit globalem Flair

Der Theresienplatz wird zur zentralen, grünen Achse mit einem vegetativen Kern aus Stauden, Sträuchern und Bäumen. Pflanzflächen aus verschiedenen Weltregionen symbolisieren Nürnbergs globale Geschichte und schaffen zugleich eine hohe Aufenthaltsqualität. Der Platz erhält damit eine neue Identität als grüne Mitte mit gastronomischen Angeboten und viel Raum für Begegnung.

6. Egidienplatz: Ideenraum mit historischem Bezug

Der Egidienplatz ist ein Ort voller Geschichte und Bedeutung. Das Konzept sieht vor, diesen Raum sensibel zu transformieren und sowohl der Vergangenheit als auch der Zukunft gerecht zu werden. Neue Grünstrukturen und Wasserinszenierungen sollen ihn beleben und gleichzeitig ein Bewusstsein für die historische Tiefe schaffen.

7. Insel Schütt: Stadtökologie trifft Freiraumqualität

Auch auf der Insel Schütt entstehen neue Grünräume, die sich besonders durch ihre Nähe zum Wasser auszeichnen. Aufenthaltsflächen, Spielangebote und schattenspendende Baumpflanzungen tragen zur Kühlung bei und machen die Insel zu einem beliebten Naherholungsort. Diese Oase verbindet urbanes

Umgestaltete Grassergasse in Nürnberg – moderne grüne Oase mit Aufenthaltsqualität und nachhaltiger Stadtgestaltung. Illustration: Sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH
Umgestaltete Grassergasse in Nürnberg – moderne grüne Oase mit Aufenthaltsqualität und nachhaltiger Stadtgestaltung. Illustration: Sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH

Nachhaltigkeit und Bürgerbeteiligung als Leitprinzip

Zentraler Bestandteil des Oasen-Konzepts ist die aktive Beteiligung der Nürnbergerinnen und Nürnberger. Viele Maßnahmen sind so konzipiert, dass sie in Zusammenarbeit mit Bürgergruppen und Initiativen gestaltet und weiterentwickelt werden können. Gleichzeitig setzt das gesamte Konzept auf ressourcenschonende Materialien, geringe Pflegeintensität und langfristige Nutzbarkeit – entscheidende Faktoren für echte Nachhaltigkeit im öffentlichen Raum.

Die Landesgartenschau 2030 als Katalysator

Die Bayerische Landesgartenschau 2030 ist nicht nur ein großes Event, sondern der Impulsgeber für den langfristigen Umbau der Stadt Nürnberg. Die geplanten Maßnahmen reichen weit über das Jahr 2030 hinaus und schaffen bleibende Werte für kommende Generationen. Neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen, klimatisch angenehme Rückzugsorte für die Stadtbevölkerung und gestärkte kulturelle Orte machen die grünen Oasen zu einem zentralen Element der Nürnberger Stadtentwicklung.

Nürnberg wird zur Modellstadt für urbane Transformation

Mit den sieben grünen Oasen geht Nürnberg einen zukunftsweisenden Weg, der andere Städte inspirieren könnte. Das gelungene Zusammenspiel aus Ökologie, Stadtgestaltung und Bürgerengagement zeigt, wie urbane Räume nachhaltig, klimaresilient und lebenswert gestaltet werden können. Die Stadt schafft damit nicht nur neue Parks, sondern ein neues Verständnis von Stadt als lebendigem, atmendem Organismus. Das Konzept der grünen Oasen Nürnberg macht deutlich: Die Städte der Zukunft entstehen nicht durch mehr Beton – sondern durch mehr Grün.

 

Lesen Sie hier mehr zur Landesgartenschau Ulm 2030.

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