Was ist ein GAN? – von zufälligen Daten zur synthetischen Stadt

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Starker Stadtverkehr auf einer von Hochhäusern gesäumten Straße, aufgenommen von Bin White

Stellen Sie sich eine Stadt vor, die nicht nur geplant, sondern erschaffen, getestet, verworfen und neu gedacht wird – und das alles, bevor der erste Stein gesetzt ist. Willkommen in der Welt der Generative Adversarial Networks, kurz GANs, die als digitale Architekten synthetische Städte aus dem Nichts generieren. Was nach Science-Fiction klingt, wird zunehmend zum Werkzeug der progressiven Stadtplanung und Landschaftsarchitektur – mit Chancen, Risiken und einer gehörigen Portion algorithmischem Charme.

  • Definition und Funktionsweise von Generative Adversarial Networks (GANs) im Kontext der urbanen Planung
  • Technologische Grundlagen: Von Zufallsdaten zu realitätsnahen synthetischen Stadtmodellen
  • Potenziale von GANs für die Stadtentwicklung, Landschaftsarchitektur und nachhaltige Quartiersplanung
  • Praktische Anwendungsbeispiele aus internationalen und deutschsprachigen Projekten
  • Chancen und Herausforderungen: Von algorithmischer Kreativität zu gesellschaftlicher Verantwortung
  • Risiken synthetischer Städte: Bias, Transparenz, Eigentumsfragen und ethische Implikationen
  • Wechselwirkungen mit Urban Digital Twins und Simulationstechnologien
  • Ausblick: Wie GANs das klassische Planungsverständnis auf den Kopf stellen

Von Null auf Stadt: Was ist ein GAN – und warum interessiert das die Stadtplanung?

Wer sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigt, kommt an Generative Adversarial Networks, kurz GANs, nicht vorbei. Ursprünglich als Methode zur Erzeugung fotorealistischer Bilder entwickelt, haben sie sich zu einem der spannendsten Werkzeuge der digitalen Stadtplanung gemausert. Aber was steckt hinter diesem hochtrabenden Begriff? Im Kern sind GANs ein algorithmisches Wettrennen: Zwei künstliche neuronale Netze treten gegeneinander an, das eine erzeugt Daten – in unserem Fall Stadtbilder oder Grundrisse – das andere versucht, echte von künstlichen zu unterscheiden. Durch diesen iterativen Konkurrenzkampf schaukeln sich beide Netze gegenseitig zu Höchstleistungen auf. Das Resultat: synthetische Städte, die von realen kaum zu unterscheiden sind.

Die Anwendungsmöglichkeiten für Stadtplaner, Landschaftsarchitekten und Urbanisten sind dabei ebenso vielfältig wie faszinierend. GANs können genutzt werden, um neue Bebauungsmuster zu generieren, räumliche Szenarien zu simulieren oder bislang unbekannte Quartierstypen zu entwerfen – und das auf Basis von riesigen Datenmengen realer Städte. Wo früher der Zufall oder die Intuition die Grundrissvarianten prägte, liefert heute das Netz millionenfach getestete, datenbasierte Alternativen. Wer wissen will, wie ein Quartier mit anderen Blockrandstrukturen, mehr Grünflächen oder alternativen Erschließungsmustern aussehen könnte, lässt einfach das GAN sprechen. Die Maschine generiert Vorschläge, der Mensch wählt aus – oder lässt sich inspirieren.

Doch die Technik geht noch weiter. Mit sogenannten Conditional GANs lassen sich sogar gezielt Parameter vorgeben, etwa die gewünschte Dichte, Anzahl der Stockwerke oder der Grünanteil. Das GAN generiert daraus passende Vorschläge – und eröffnet so einen vollkommen neuen Zugang zur Szenarienentwicklung. Stadtplanung wird damit zur dialogischen Disziplin zwischen Mensch und Maschine. Der Planer gibt die Leitplanken vor, das Netzwerk füllt sie mit überraschenden, manchmal irritierenden, aber stets datengetriebenen Mustern.

Diese algorithmische Kreativität ist nicht nur ein netter Zeitvertreib für Digitalpioniere, sondern hochrelevant für reale Herausforderungen: Wie lässt sich Nachverdichtung sozial verträglich gestalten? Welche Bebauungsmuster fördern Mikroklima und Biodiversität? Wie können alternative Mobilitätskonzepte räumlich verankert werden? GANs machen es möglich, mit wenigen Klicks eine Vielzahl von Lösungsansätzen zu generieren, zu vergleichen und zu bewerten.

Natürlich ist das alles kein Selbstzweck. GANs sind Werkzeuge – und ihre Wirksamkeit hängt davon ab, wie sie in die Praxis integriert werden. Entscheidend ist deshalb die Schnittstelle zwischen algorithmischer Produktion und planerischer Reflexion. Wer GANs nur als Generator für hübsche Renderings nutzt, verschenkt ihr Potenzial. Wer sie hingegen klug einbettet, kann neue Räume für Innovation, Beteiligung und nachhaltige Stadtentwicklung erschließen.

Von Zufallsdaten zu urbanen Meisterwerken: So funktionieren GANs in der Praxis

Die technische Magie von GANs liegt in ihrer Fähigkeit, aus Rauschen – also reinem Zufall – komplexe, strukturell sinnvolle Stadtmuster zu schaffen. Doch wie funktioniert das konkret? Das Grundprinzip ist ein Zweikampf zwischen Generator und Diskriminator. Der Generator produziert, anfangs noch völlig absurde, Stadtbilder. Der Diskriminator prüft, ob es sich um echte Stadtmuster aus Trainingsdaten oder um Fakes handelt. Mit jeder Runde wird der Generator ein bisschen besser, der Diskriminator ein bisschen schärfer – bis das Ergebnis so überzeugend ist, dass selbst erfahrene Planer zweimal hinschauen müssen.

Die Trainingsdaten stammen aus real existierenden Städten, oft aus Open-Data-Quellen, Luftbildern, Katasterplänen oder GIS-Datenbanken. Je vielfältiger und sauberer diese Daten, desto kreativer und realitätsnäher das, was das GAN ausspuckt. Ein gut trainiertes Netzwerk kann so beispielsweise typische Blockstrukturen Berlins, die gründerzeitlichen Raster Wiens oder die organische Dichte Altstadträume von Zürich nachahmen – oder völlig neue Kombinationen daraus generieren.

In der Praxis kommen dabei verschiedene Varianten zum Einsatz. Unüberwachte GANs lernen ohne direkte Vorgaben, überwachte Netzwerke erhalten gezielte Labels, um bestimmte Typologien zu erzeugen. Besonders spannend sind Conditional GANs, die spezifische Anforderungen – etwa städtebauliche Dichte, Anzahl der Grüninseln oder Nutzungsmischung – in den Generierungsprozess einspeisen. Damit wird das System zum flexiblen Werkzeug für unterschiedlichste planerische Fragestellungen.

Das Resultat sind nicht nur hübsche Visualisierungen, sondern belastbare Datensätze, die direkt in Simulationen, Analysen oder partizipative Planungsprozesse eingespeist werden können. Kombiniert mit Urban Digital Twins, lassen sich GAN-generierte Szenarien in Echtzeit simulieren, auf Klima- oder Mobilitätswirkungen prüfen und mit Bürgern oder Verwaltung diskutieren. Das ist nicht weniger als ein Paradigmenwechsel im planerischen Workflow: Von der Einzelfallstudie zur permanenten Szenarienfabrik.

Doch auch die Grenzen sind offensichtlich. Ein GAN kennt nur das, was es gesehen hat. Es reproduziert Muster, entdeckt statistische Zusammenhänge – aber es hat kein Wertebewusstsein, keine lokale Expertise, keine soziale Intelligenz. Die Kunst besteht deshalb darin, die algorithmische Kreativität mit menschlicher Urteilskraft, partizipativen Prozessen und planerischer Verantwortung zu verbinden. Wer das schafft, bekommt ein Werkzeug, das nicht nur schneller und günstiger, sondern vor allem vielfältiger und inklusiver arbeitet als jede konventionelle Methode.

Synthetische Städte, echte Chancen: Potenziale von GANs für Planung und Landschaftsarchitektur

Die Anwendungsmöglichkeiten von GANs in der Stadt- und Landschaftsplanung sind vielfältig – und reichen weit über das bloße Entwerfen hinaus. Ein zentrales Potenzial liegt in der schnellen, datenbasierten Entwicklung alternativer Szenarien. Wo früher monatelang Variantenstudien gezeichnet wurden, können GANs tausende städtebauliche Layouts in Minuten generieren. Das beschleunigt nicht nur Projekte, sondern eröffnet auch ganz neue Möglichkeiten für die partizipative Planung: Bürger können im Dialog mit dem System eigene Präferenzen formulieren, Varianten anpassen und die Auswirkungen direkt erleben.

Im Bereich der Landschaftsarchitektur erlauben GANs die Erzeugung neuartiger Freiraumtypologien, die sich an den besten Vorbildern realer Parks, Gärten und urbaner Grünflächen orientieren – oder diese spielerisch kombinieren. Damit werden nicht nur gestalterische Trends erfahrbar gemacht, sondern auch ökologische und klimatische Anforderungen direkt in die Entwurfsphase integriert. Wer wissen will, wie sich verschiedene Grünstrukturen auf das Mikroklima eines Quartiers auswirken, kann mit synthetischen Modellen experimentieren, bevor der erste Spatenstich erfolgt.

Ein weiteres Potenzial liegt in der nachhaltigen Stadtentwicklung. Durch die Analyse großer Datenmengen und die Simulation alternativer Entwicklungswege lassen sich Flächennutzung, Mobilitätskonzepte und Ressourceneffizienz gezielt optimieren. Insbesondere bei der Nachverdichtung, der Transformation von Bestandsquartieren oder der Entwicklung neuer Stadtteile bieten GANs die Möglichkeit, eine Vielzahl von Lösungswegen systematisch durchzuspielen – und so robustere, resilientere und sozialverträglichere Städte zu entwerfen.

Auch im Bereich der Bestandsanalyse und Sanierung spielen GANs eine zunehmend wichtige Rolle. Sie können bestehende Strukturen analysieren, Lücken im Stadtraum identifizieren und Vorschläge für die Reaktivierung von Brachflächen generieren. Gerade in Städten mit hohem Flächendruck und komplexen Eigentumsverhältnissen eröffnet das neue Perspektiven für die Innenentwicklung und den klugen Umgang mit begrenzten Ressourcen.

Schließlich sind GANs ein Türöffner für die Integration weiterer KI-Technologien in die Planung. Sie bilden die Grundlage für automatisierte Simulationen, für die Verknüpfung mit Urban Digital Twins und für die Entwicklung interaktiver Beteiligungsplattformen. Wer GANs intelligent mit klassischen Planungsmethoden verknüpft, kann nicht nur effizienter, sondern auch kreativer, inklusiver und nachhaltiger planen. Die synthetische Stadt ist damit keine Bedrohung, sondern eine Einladung zum Neudenken urbaner Räume.

Risiken, Fallstricke und ethische Fragen: Wie viel Algorithmus verträgt die Stadt?

Wo Licht ist, ist auch Schatten – das gilt besonders für den Einsatz von GANs in der Stadtplanung. Ein zentrales Risiko liegt in der algorithmischen Verzerrung, dem sogenannten Bias. Wenn das Trainingsmaterial einseitig ist, etwa weil bestimmte Stadtformen, soziale Gruppen oder Milieus überrepräsentiert sind, reproduziert das GAN diese Muster – und verstärkt sie im Zweifel sogar. Das kann zu einer Homogenisierung urbaner Räume führen, zu einer unsichtbaren Diskriminierung oder zur Verfestigung von Stereotypen. Verantwortungsvolle Planung muss deshalb die Herkunft und Qualität der Trainingsdaten kritisch hinterfragen und regelmäßig überprüfen.

Ein weiteres Problem ist die Transparenz. GANs sind hochkomplexe Black Boxes, deren Entscheidungswege selbst für Experten oft schwer nachvollziehbar sind. Wer auf synthetische Städte setzt, muss deshalb für Offenheit, Nachvollziehbarkeit und Kontrolle sorgen – sonst droht die Entkopplung von Planung, Politik und Gesellschaft. Entscheidungsprozesse dürfen nicht im Maschinenraum der Algorithmen verschwinden, sondern müssen öffentlich diskutiert, erklärt und legitimiert werden.

Auch das Thema Eigentum ist nicht trivial. Wem gehört eigentlich eine synthetische Stadt? Dem Entwickler des GANs? Dem Anbieter der Trainingsdaten? Der Stadtverwaltung? Oder der Allgemeinheit? Rechtliche und ethische Fragen rund um Urheberrecht, Datenschutz und Gemeinwohlorientierung werden die Debatten der nächsten Jahre prägen – und fordern die Planungsdisziplin zu klaren Positionierungen heraus.

Hinzu kommen kulturelle und soziale Herausforderungen. Städte sind mehr als die Summe ihrer Gebäude, Straßen und Plätze. Sie sind Ausdruck von Geschichte, Identität und Gemeinschaft. GANs können nur das generieren, was sie gelernt haben – sie kennen keine lokale Bedeutung, keine Tradition, keine sozialen Praktiken. Wer KI-gesteuerte Planung ernst nimmt, muss deshalb Wege finden, die algorithmische Produktion mit lokalem Wissen, partizipativer Reflexion und gesellschaftlicher Verantwortung zu verbinden. Die Maschine darf nicht zum Selbstzweck werden, sondern muss als Werkzeug für bessere, gerechtere und nachhaltigere Städte eingesetzt werden.

Schließlich ist auch die Frage der Akzeptanz nicht zu unterschätzen. Wenn synthetische Städte als Bedrohung, als Entfremdung oder als technokratische Spielerei wahrgenommen werden, scheitern die besten Konzepte an der gesellschaftlichen Realität. Es braucht Aufklärung, Dialog und Transparenz – und den Mut, neue Wege zu gehen, ohne Bewährtes über Bord zu werfen. GANs sind kein Allheilmittel, aber sie sind ein mächtiges Werkzeug – wenn man sie mit Augenmaß, Expertise und Verantwortungsbewusstsein einsetzt.

Fazit: GANs als Katalysator einer neuen urbanen Planungskultur

Generative Adversarial Networks haben das Potenzial, die Stadtplanung, Landschaftsarchitektur und urbane Entwicklung grundlegend zu transformieren. Sie bringen Geschwindigkeit, Vielfalt und algorithmische Kreativität in einen Bereich, der lange von Tradition, Erfahrung und Handskizzen geprägt war. Doch sie sind kein Ersatz für menschliche Urteilskraft, lokale Expertise und gesellschaftlichen Diskurs. Im Gegenteil: Erst im Zusammenspiel von KI und Planer entstehen Städte, die nicht nur effizient, sondern auch lebenswert, resilient und inklusiv sind.

Die synthetische Stadt ist kein Selbstzweck, sondern ein Laboratorium für Innovation, Reflexion und Beteiligung. Wer GANs klug einsetzt, kann neue Horizonte erschließen, Prozesse beschleunigen und Lösungen finden, die sonst im Dickicht der Routinen verloren gehen. Doch das erfordert Mut, Neugier und ein klares Bekenntnis zu Transparenz, Gemeinwohl und sozialer Verantwortung.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Die Stadt von morgen entsteht nicht im Maschinenraum, sondern im offenen Dialog zwischen Mensch, Algorithmus und Gesellschaft. Wer diesen Dialog gestaltet, prägt nicht nur die urbane Landschaft, sondern auch das Selbstverständnis einer zukunftsfähigen Planung. GANs sind dabei Katalysator und Werkzeug zugleich – und sie geben uns die Chance, aus Zufall und Daten Wirklichkeit und Vision zu formen. Die Zukunft der Stadt ist synthetisch, aber sie bleibt menschlich. Und das ist vielleicht die beste Nachricht für alle, die Stadt nicht nur planen, sondern gestalten wollen.

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Die Ausstellung Nordic Urban Spaces in den Nordischen Botschaften Berlin zeigt nordische Architektur und Städtebau. Die Ausstellung ist noch bis zum 28. September zu sehen. 

Wie gutes skandinavisches Design fallen auch die Stadtgestaltungsprojekte der Ausstellung„Nordic Urban Spaces“ in Berlin durch zurückhaltende, markante Formen und pragmatische Ansätze auf. Es sind keine Zweckbauten. Ihre Planer haben die Herausforderung angenommen über den reinen Nutzwert hinaus Mehrwert zu schaffen, sei es gestalterisch, funktional, ökologisch, energetisch oder partizipativ. Ein simples Beispiel dafür ist die 2014 eröffnete „Cykelslangen”, eine 230 Meter lange und vier Meter breite Fahrradrampe. Die schlanke, stählerne Brücke schlängelt sich durch den Kopenhagener Hafen. Die Konstruktion des Kopenhagener Büros Dissing+Weitling architecture ermöglicht Radfahrern den Bereich am Fisketorvet-Einkaufszentrum zügig zu durchqueren, ohne dabei mit den Fußgängern in Konflikt zu geraten. Neben dem Erlebnis die Rampe komplett für sich zu haben, eröffnet sie Radfahrern dabei einen spektakulären Ausblick über den Hafen. Zwischen den modernen Gebäudefassaden und über der Wasserfläche liegt sie als ikonisches Gestaltungselement.

Best-Practice

Wesentlich eindrücklicher als die sparsam beschriebenen Fotos, Pläne und Schemata auf Tafeln vermitteln an eine Wand projizierte Videos die Projektinhalte. Sie erlauben, auch dank Kopfhörer, in die teils sehr atmosphärischen und gut erläuterten Imagevideos einzutauchen. Schade, mehr davon hätte der Ausstellung gutgetan, um die Essenz der Planungen schneller zu erfassen. Als aktuelle Sammlung skandinavischer Best-Practice-Beispiele ist die Projektschau aber unbedingt besuchenswert.

In Kooperation mit dem Institut für Stadt- und Regionalplanung der TU Berlin zeigen die Nordischen Botschaften in Berlin noch bis 28. September 41 Projekte unterschiedlichen Maßstabs: städtebauliche Planungen, Parks und Uferpromenaden, Brücken, öffentliche Gebäude, Wohnungsbau und U-Bahnstationen sind darunter. Aber auch Beispiele für Partizipation und ökologische Initiativen für Erwachsene und Kinder. Gemeinsam haben sie, dass die Konzepte in Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark oder Island großteils schon realisiert wurden oder manche noch umgesetzt werden sollen.

Wichtige Antworten

Wo: Nordische Botschaften, Rauchstraße 1, 10787 Berlin

Wann: 6. Juni bis 28. September 2018, Montag bis Freitag 10–19.00 Uhr, Samstag und Sonntag: 11-16.00 Uhr

 

Der Deutsche Städtebaupreis 2025 sucht nach innovativen, zukunftsweisenden Projekten. Die Bewerbung ist bis zum 30.09.2024 möglich.
Der Deutsche Städtebaupreis 2025 sucht nach innovativen, zukunftsweisenden Projekten. Die Bewerbung ist bis zum 30.09.2024 möglich.

Der mit 25.000 Euro dotierte Deutsche Städtebaupreis dient schon seit 40 Jahren der Förderung einer zukunftsweisenden Planungs- und Stadtbaukultur. Bis zum 30. September können sich Interessierte für den Deutschen Städtebaupreis 2025 bewerben. Das Thema des Sonderpreises 2025: „Umbaukultur in der zirkulären Stadt“.

Der Deutsche Städtebaupreis, ausgelobt von der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) und gefördert von der Wüstenrot Stiftung, prämiert städtebauliche Projekte, die sich durch nachhaltige, innovative Beiträge zur Stadtbaukultur auszeichnen. Die Projekte sollen den aktuellen Anforderungen an zeitgemäße Lebensformen Rechnung tragen. Zudem sollen sie Herausforderungen an die Gestaltung des öffentlichen Raums, dem sparsamen Ressourcenverbrauch sowie Verpflichtungen gegenüber der Orts- und Stadtbildpflege gerecht werden.

Als Ideengenerator gilt der begehrte Sonderpreis, der besonders dringliche Handlungsfelder im Städtebau und der Stadtplanung betont. Beim Deutschen Städtebaupreis 2025 lautet das Thema dieses Preises „Umbaukultur in der zirkulären Stadt“. Die Bewerbung ist vom 1. April bis 30. September 2024 möglich.

Das Gesamtkonzept zählt

Der Deutsche Städtebaupreis ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert. Er wird schon seit über 40 Jahren verliehen und soll so eine innovative Planungs- und Stadtbaukultur in Deutschland fördern. Bewerbungen sind ab jetzt bis Ende September unter www.staedtebaupreis.de möglich.

Die Auslobung des Städtebaupreises bietet eine gute Gelegenheit, Projekte einem breiten Publikum zu präsentieren und sich mit Expert*innen und Fachleuten auszutauschen. Die Bekanntgabe der prämierten Projekte erfolgt im Rahmen einer Oscar-inspirierten Preisverleihung im Mai 2025 in der Berliner Akademie der Künste.

Teilnehmende Projekte müssen nach dem 1. Januar 2019 an Orten in der Bundesrepublik Deutschland realisiert worden sein. Dabei dürfen Konzeption und Entwurf weiter zurückliegen. Auch teilrealisierte Projekte können am Deutschen Städtebaupreis 2025 teilnehmen, wobei es möglich sein muss, von den realisierten Abschnitten auf das Gesamtkonzept zu schließen.

Die Bewerbung muss bis zum 30. September 2024 (Datum des Poststempels) eingehen. Teilnehmen können freischaffende und angestellte Stadtplaner*innen, Architekt*innen, Landschaftsarchitekt*innen sowie öffentliche und private Planungsträger*innen. Bewerber*innen müssen ihr Projekt online registrieren und die erforderlichen Unterlagen für die jeweilige Preiskategorie einreichen.

Verkündung des Deutschen Städtebaupreises 2025 im Mai

Die Jury des Deutschen Städtebaupreises 2025 wird die eingereichten Projekte nach ihrer stadtfunktionalen, stadträumlichen, sozialen und architektonischen Qualität bewerten. Zudem blickt sie darauf, inwieweit Projekte ein Gebiet für die dort wohnenden und arbeitenden Menschen verbessern. Siegerprojekte basieren auf integrierten Konzepten und einer beispielhaften Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Akteuren. Auch der Prozess einer gelungenen Kooperation fließt in die Bewertung mit ein.

Die folgenden Preiskategorien gibt es beim Deutschen Städtebaupreis 2025:

  • Deutscher Städtebaupreis: 15.000 Euro
  • Sonderpreis„Umbaukultur in der zirkulären Stadt“: 5.000 Euro
  • Bis zu fünf Auszeichnungen à 1.000 Euro
  • Belobigungen

Die Preisträger*innen, Ausgezeichneten und Belobigten erhalten als Zeichen der besonderen Anerkennung eine Urkunde im Rahmen der Festveranstaltung im Mai 2025. Sowohl die Siegerarbeiten als auch die anderen eingereichten Arbeiten werden im Rahmen einer bundesweiten Wanderausstellung und einer Dokumentation der Öffentlichkeit präsentiert. Die Preise werden in der Regel ungeteilt vergeben.

Mutige Akteur*innen gesucht

Der Sonderpreis des Deutschen Städtebaupreises ist besonders beliebt und hat oft eine impulsgebende Wirkung. Er dient als Ideengenerator und akzentuiert dringliche Handlungsfelder im deutschen Städtebau. Unter dem Titel „Umbaukultur in der zirkulären Stadt“ zeichnet er im Jahr 2025 Stadtbausteine aus, die städtebauliche Wandlungsfähigkeit zeigen und neue Impulse für das Quartier setzen.

Zu oft werden Nutzungen und Infrastrukturen aufgegeben. Sie hinterlassen Stadtbausteine, die auf den ersten Blick „sperrig“ erscheinen. Zugleich beinhalten sie aber auch vielfältige, meist unentdeckte Potenziale für die Umbaukultur in der zirkulären Stadt. Das können zum Beispiel leerstehende Kaufhäuser und Bürokomplexe, ehemalige Parkhäuser, aufgelassene Stadtautobahnen oder Gasthäuser im Dorf sein.

Der Preis fragt, wie durch eine Umbaukultur städtebauliche Impulse entstehen und welchen Beitrag Konzepte leisten können, um Monofunktionalität zu durchbrechen und die Gestaltungsqualität von Quartieren zu verbessern. Besonders wichtig ist, dass das Siegerprojekt das Konzept der zirkulären Stadt konkret umsetzt.

Der Deutsche Städtebaupreis 2025 formuliert den Aufruf für Bewerbungen auf den Sonderpreis wie folgt: „Wir suchen neue Blicke auf die Begabungen von Gebäuden und der gebauten Umwelt, mutige Akteur:innen in den Prozessen des Städtebaus sowie innovative Planungs-, Finanzierungs- und Umsetzungsmodelle. Willkommen sind Projekte, die bereits fertiggestellt oder soweit fortgeschritten sind, dass die zu erwartenden Impulse für das Quartier erkennbar sind.“

Der Sonderpreis sucht nach Vorzeigebeispielen für die Umbaukultur in der zirkulären Stadt. Credit: Josh Power
Der Sonderpreis sucht nach Vorzeigebeispielen für die Umbaukultur in der zirkulären Stadt. Credit: Josh Power

Münchner Werksviertel gewann 2023

Die erste Jurysitzung für den Deutschen Städtebaupreis 2025 wird im November 2024 stattfinden, gefolgt von der Bereisung der Projekte durch die Jury im November und Dezember. Im Januar 2025 folgt eine zweite Jurysitzung und die Entscheidung wird Mitte Februar beim Berlin-Symposium getroffen.

Die Jury des Deutschen Städtebaupreises 2025 setzt sich wie folgt zusammen:

  • Juryvorsitzender: Dipl.-Ing. Tim von Winning, Bürgermeister für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt, Ulm
  • Dr. Thomas Drachenberg, Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum
  • Sabine Müller, SMAQ Architektur und Stadt, Berlin
  • Marie-Theres Okresek, bauchplan ).( landschaftsarchitekten und stadtplaner
  • -Ing. Jórunn Ragnarsdóttir, LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei, Stuttgart
  • PD Dr. Anja Reichert-Schick, Wüstenrot Stiftung, Ludwigsburg
  • -Ing. Monika Thomas, Präsidentin DASL, Hamburg und Ständiger Gast für den Wissenschaftlichen Beirat
  • Dr. Christina Simon-Philipp, Hochschule für Technik Stuttgart

Der Deutsche Städtebaupreis wird seit 1980 alle zwei Jahre vergeben. Er hat einen ganzheitlichen Anspruch und fordert die Teilnehmenden so heraus, wegweisende, interdisziplinäre und weitsichtige Projekte zu entwickeln, die den Ansprüchen der Gesellschaft entsprechen und diese zugleich formen.

Der letzte Deutsche Städtebaupreis ging im Jahr 2023 nach München und ehrte das Werksviertel, ein Projekt, das auf Grundlage des Bestands ein buntes Nebeneinander unterschiedlicher Nutzungen generiert. Der Ort soll zu allen Tages- und Nachtzeiten belebt werden und hat dabei einen experimentellen Charakter.

Mehr zum Münchner Werksviertel lesen Sie hier.