03.06.2016

Projekt

Gartenschauen zwischen den Stühlen

von Susanne Isabel Yacoub

Landesgartenschau Eutin 2016

Drei Landesgartenschauen öffneten im April ihre Pforten: Eutin, Bayreuth und Öhringen. Für Städte und Gemeinden zählen die Besucherzahlen. Nur so lässt sich das sechsmonatige Event  finanzieren, das oft die einmalige Chance zur Stadtentwicklung in größerem Maßstab bietet. Aber: Ist das Konzept noch zeitgemäß?

von Susanne Isabel Yacoub

Foto: Landesgartenschau Öhringen 2016
Foto: Landesgartenschau Öhringen 2016
Foto: Landesgartenschau Öhringen 2016

Landesgartenschau Bayreuth 2016

Ihre fünfte Landesgartenschau führt A24 Landschaft, die Modernisten unter den Schauexperten, in den Norden, ins seenreiche Ostholstein. Vor sechs Jahren erweckten die Landschaftsarchitekten im bayerischen Rosenheim Flussauen für die Naherholung, garniert mit industriell groben, auffällig schönen Brückenkonstruktionen. In Schwäbisch Gmünd 2014 begeisterten sie durch Stadterneuerung, dafür soeben ausgezeichnet mit dem Staatspreis Baukultur Baden-Württemberg 2016. Im pfälzischen Landau letztes Jahr führten sie auf einem vergessenen Kasernengelände Wohnen der Zukunft vor. In Eutin handeln sie nun wie einst vor 175 Jahren der große Lenné in Potsdam: Sie werfen ein perfektes Netz aus Blickbeziehungen über den Eutiner See und streuen Sichtachsen in den verwilderten Park einer kleinen Halbinsel. Back to the roots? Dezenter als sonst?

 

von Juliane Schneegans

Foto: Landesgartenschau Öhringen 2016
Foto: Landesgartenschau Öhringen 2016
Foto: Landesgartenschau Öhringen 2016

Landesgartenschau Öhringen 2016

„Wir wollten einen Park schaffen, der spannungsvoll mit der landschaftlichen Großmaßstäblichkeit arbeitet.“ So fasst die Berliner Landschaftsarchitektin Inga Hahn ihren Entwurf für den neuen Landschaftspark Wilhelminenaue zusammen. Das Areal im Bayreuther Osten schützt die Stadt vor den Fluten des begradigten Roten Mains: Bei Hochwasser dient es als Einstaubecken. Den landwirtschaftlichen Korridor entlang der A9 für die Bayreuther zu erschließen, stand schon länger auf der Agenda der Stadt. Der Entschluss zur Gartenschau war schließlich der Impulsgeber für den Umbau eines Abschnitts zu einem 45 Hektar großen Landschaftspark. Sein Rückgrat ist der Rote Main, der heute wieder in zahlreichen Schleifen mäandert. Benannt ist der Park nach Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth, die barocke Grünanlagen wie die Eremitage schuf. Sie liegt jenseits der Autobahn. Der Park ist grüner Trittstein zwischen Eremitage und Innenstadt.

 

von Heike Vossen

Foto: Landesgartenschau Öhringen 2016
Foto: Landesgartenschau Öhringen 2016
Foto: Landesgartenschau Öhringen 2016

„Eine Gartenschau ist wie eine Hochzeit“, sagt Stephan Lenzen, Inhaber von RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten aus Bonn. Sie bilde den festlichen Auftakt, entscheide aber nicht über das Gelingen der Ehe – respektive über die Qualität des Freiraums. Die Schau mit ihren kleinteiligen Elementen, die Architekten unter gestalterischen Aspekten meist wenig goutierten, beeinflusse schließlich nicht die grundlegende Planung. „Wir planen immer erst die Daueranlagen, als würde keine Gartenschau stattfinden. Erst wenn dieser Entwurf steht, folgt ein Konzept, wie die Gartenschau umgesetzt werden kann.“ Eine Gartenschau sei ein einmaliges Instrument, um Freiflächen zu schaffen, meint Lenzen. Das zeigt sich bei den Highlights der Gartenschau in Öhringen. Diese sind allesamt wichtiger Bestandteil der Daueranlagen und unabhängig von der temporären Schau – ohne sie aber wären sie kaum realisierbar. Neben der Neuanlage von Cappelrain und Cappelaue entlang der renaturierten Ohrn setzten die Planer den zentralen Innenstadtpark neu in Szene.

 

Lesen Sie den vollständigen Artikel in der Garten+Landschaft 06/2016 – Stadt und Spektakel.

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