Die Lösungen von Grijsen stehen für einen grüneren Stadtraum. Foto: Grijsen

In Zeiten zunehmender Klimaveränderungen und extremer Wetterereignisse rückt ein Thema immer stärker in den Fokus urbaner Planungen: die Flächenentsiegelung. Die Auswirkungen des Klimawandels sind längst nicht mehr zu übersehen und stellen unsere urbanen Räume vor enorme Herausforderungen. Unsere Städte sind vielerorts vollständig versiegelt, wodurch natürliche Regulierungsmechanismen außer Kraft gesetzt werden. Hier setzt das niederländische Unternehmen Grijsen an und bietet innovative Lösungen für mehr Grün im urbanen Raum – selbst dort, wo klassische Begrünungskonzepte an ihre Grenzen stoßen.

Die Problematik versiegelter Stadtflächen

Versiegelte Flächen in Städten verursachen eine Reihe von Problemen:

  • Überhitzung der Innenstädte durch Wärmespeicherung
  • Überlastung der Kanalisation bei Starkregen
  • Reduzierte Grundwasserneubildung
  • Verlust von Lebensräumen für Pflanzen und Tiere
  • Verminderte Luftqualität

Die Umwandlung versiegelter Flächen in grüne, durchlässige Zonen kann Regenwasser besser versickern lassen, die Artenvielfalt fördern und das Stadtklima signifikant verbessern. Doch gerade in dicht bebauten Innenstadtbereichen stößt die klassische Flächenentsiegelung oft auf Hindernisse wie unterirdische Infrastruktur oder begrenzte Platzverhältnisse.

Innovative Ansätze für urbanes Grün von Grijsen

Als führendes Unternehmen im Bereich Stadtmobiliar für den öffentlichen Raum hat Grijsen mehrere innovative Konzepte entwickelt, die selbst bei begrenzten Möglichkeiten für mehr Grün in der Stadt sorgen können. Die folgenden Beispiele zeigen, wie mit durchdachtem Stadtmobiliar nicht nur funktionale, sondern auch ökologisch wertvolle Elemente in den urbanen Raum integriert werden können.

Parklets: Mobile Grünoasen für eng bebaute Straßen

Ein besonders flexibler Ansatz sind die von Grijsen entwickelten Parklets, wie sie beispielsweise in Geldern zum Einsatz kommen. Das Konzept ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Mobile Stadtmöbel schaffen Aufenthaltsorte mit integrierter Begrünung und bieten den Stadtbewohnern kleine, aber wertvolle Oasen im Alltag.

Gerade in engen, stark befahrenen Straßen wie der Hartstraße in Geldern, wo für klassische Baumpflanzungen oft kein Platz ist, bieten Parklets mit integrierten Pflanzenbehältern eine ausgezeichnete Alternative für mehr Grün und verbesserte Aufenthaltsqualität. Mit einladenden Sitzgelegenheiten und zusätzlichen Fahrradständern schaffen diese Installationen Orte der Begegnung und Erholung mitten im urbanen Raum.

Pflanz-Sitzkombinationen: Multifunktionale Elemente für Stadtplätze

Ein weiteres beeindruckendes Beispiel für Grijsens innovative Ansätze findet sich auf dem renovierten Markt- und Rathausplatz in Waalwijk. Hier wurden dreizehn besondere Objekte installiert: Sitzbänke, die jeweils Platz für einen Baum oder eine Bepflanzung in der Mitte des Elements bieten.

Diese multifunktionalen Elemente bestehen aus:

  • 4 mm starkem, feuerverzinktem und doppelt pulverbeschichtetem Stahl für maximale Witterungsbeständigkeit
  • Sorgfältig verarbeiteten Hartholzsitzen mit abgerundeten Ecken für erhöhten Sitzkomfort
  • Die Rückenlehne ist in einer speziellen Verleimung in Form einer Keilzinkung mit der Sitzfläche verbunden

Das verwendete Holz stammt ausschließlich aus 100% FSC-zertifizierten tropischen Hartholzwäldern und ist in die höchstmögliche Dauerhaftigkeitsklasse eingestuft, was eine theoretische Mindesthaltbarkeit von 25 Jahren selbst ohne zusätzliche Behandlung gewährleistet. Der Platz ist nicht nur tagsüber einladend, auch abends wird durch ein Beleuchtungsplan ein stimmungsvolles Bild abgegeben. Die Pflanzgefäße sind mit Steckdosen versehen, sowie die Außenbänke mit LED-Beleuchtung ausgestattet.

Winterswijk: Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung

Das Projekt in Winterswijk zeigt eindrucksvoll, wie auch unter erschwerten Bedingungen – etwa bei beengten Platzverhältnissen oder umfangreicher unterirdischer Infrastruktur – effektive Entsiegelungsmaßnahmen umgesetzt werden können:

  • Rankgerüste als unkomplizierte, schnell zu installierende Begrünungselemente für Kletterpflanzen
  • Gezielte Aufbrechung versiegelter Flächen und deren Umwandlung in lebendige Grünflächen
  • Integration von Insektenhotels zur Förderung der urbanen Biodiversität
  • Moderne Regenwassermanagement-Systeme wie „Tin Bins“, die bei Starkregen unterstützen
  • Ergänzende Stadtmöbel wie (Baum)bänke und Abfallbehälter zur funktionalen Aufwertung des öffentlichen Raums

Vorteile der Grijsen-Lösungen

Die von Grijsen entwickelten Konzepte zur Flächenentsiegelung und urbanen Begrünung bieten zahlreiche Vorteile für Stadtplaner, Landschaftsarchitekten und kommunale Entscheidungsträger:

  1. Flexibilität: Die modularen Elemente können an unterschiedlichste städtebauliche Gegebenheiten angepasst werden.
  2. Schnelle Implementierung: Im Vergleich zu umfangreichen Umgestaltungsmaßnahmen lassen sich die Grijsen-Lösungen relativ zeitnah umsetzen.
  3. Kosteneffizienz: Die punktuellen Interventionen erfordern geringere Investitionen als großflächige Entsiegelungsprojekte.
  4. Multifunktionalität: Die Elemente verbinden ökologischen Nutzen mit praktischen Funktionen für die Stadtbewohner.
  5. Hohe Akzeptanz: Durch die Kombination von Grün mit attraktiven Aufenthaltsmöglichkeiten werden die Maßnahmen von der Bevölkerung positiv angenommen.
  6. Langlebigkeit: Die hochwertige Materialauswahl und Verarbeitung gewährleistet eine lange Nutzungsdauer bei minimalen Wartungsanforderungen.

Nachhaltige Stadtentwicklung mit System

Die von Grijsen vorgestellten Projekte in Geldern, Waalwijk und Winterswijk demonstrieren eindrucksvoll, wie mit durchdachtem Stadtmobiliar effektive Beiträge zur Flächenentsiegelung geleistet werden können. Auch wenn die Unternehmenslösung nicht die vollständige Entsiegelung ganzer Stadtgebiete ersetzen kann, bietet sie wertvolle Ergänzungen und Alternativen für Bereiche, in denen umfassendere Maßnahmen nicht möglich sind.

Grijsen setzt mit seinem klaren Fokus auf Innovation, Qualität und soziale sowie nachhaltige Verantwortung Maßstäbe für eine zukunftsorientierte Gestaltung urbaner Umgebungen. Das international tätige Unternehmen mit Hauptsitz im niederländischen Winterswijk und einer deutschen Dependance in Hambühren unterstützt Kommunen dabei, selbst mit kleinen Mitteln große Wirkung für mehr Grün in unseren Städten zu erzielen – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu klimaresilienten urbanen Räumen.

Für weitere Informationen zu den vorgestellten Projekten und Möglichkeiten der Zusammenarbeit besuchen Sie www.grijsen.de

Und schauen Sie sich hier an, wie Grijsen arbeitet.

Das könnte Sie auch interessieren
Das finale Poster zum Smart City Konzept in Münster. Grafik: © M. Jakobi
Smart City Münster mit 9,5 Millionen Euro
Innenstadt mit Demonstrationszug als Symbol für räumliche Gerechtigkeit und systematische Verankerung in der Stadtentwicklung.
Räumliche Gerechtigkeit systematisch verankern – ein Handlungsrahmen
Aus Alt wird Neu
Skyline von Jakarta mit Hochhäusern, Symbol für Stadtstress, Überflutung und politische Transformation.
Jakarta’s Exodus – wie eine Megastadt ihren Regierungssitz klimaangepasst verlegt
Jan Gehl: Der Anti-Architekt
Wettbewerbsübersicht Mai 2019 (2/2)
eine-stadtstrasse-voller-verkehr-neben-hohen-gebauden-L7RbsRIG7DQ
Wie globale Krisen lokale Planung beeinflussen – ein systemischer Blick
:terra nova: Sichtbare Bezüge in der Braunkohlelandschaft
Das Buchcover zeigt den Titel "Schwarzer Rolli, Hornbrille" in großen Lettern auf rosa Grund ©JOVIS
Schwarzer Rolli, Hornbrille – Buchrezension
München Olympiapark Jubiläum
München Olympiapark Jubiläum – 50 Jahre
darüber drei bunte Blumen
Bundesgartenschau Welterbe Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal

BUGA 2029: Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal

Schon jetzt wird über die BUGA 2029 am Mittelrhein nachgedacht. Zur Vorbereitung der Schau haben die Hochschulen der Region nun einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Denn der Entwicklungsprozess auf dem Weg zur BUGA stellt auch für die Hochschulen eine besondere Chance dar.

Es sind noch sieben Jahre Zeit. Erst 2029 lädt das Welterbe Oberes Mittelrheintal zu einer Bundesgartenschau ein. Dennoch startet schon heute die Vorbereitung. Denn mit der BUGA 2029 stehen Entwicklungen im Mittelrheintal an, die auch für die Hochschulen vor Ort relevant sind. Vor dem Hintergrund haben die Technische Hochschule Bingen, die Hochschule Koblenz, die Universität Koblenz-Landau und die Hochschule Geisenheim einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. In diesem vereinbaren die vier Institutionen den Weg bis zur BUGA gemeinsam zu gestalten.

Die Bundesgartenschau 2029 wird in die Kulturlandschaft des Oberen Mittelrheintals eingebettet sein. Da sie auf einer Strecke von 67 Kilometern den Rhein begleitet, lebt die Schau von dezentralen Schwerpunkten. Diese liegen zwischen Koblenz im Norden und Bingen sowie Rüdesheim im Süden. Bereits die Machbarkeitsstudie für die BUGA 2029 sah in der Erneuerung der touristisch nutzbaren Infrastruktur eine große Chance. Neben Erneuerungen und Sanierungen zum Beispiel am Loreley-Plateau sollen auch Burggärten zu attraktiven Touristenzielen werden. Aber auch technische Infrastrukturen, wie Breitband-Anschlüsse und mobiles Internet müssen in der Region gestärkt werden. Und da Digitales und BUGA im Jahr 2029 garantiert zusammen hängen werden, soll die Bundesgartenschau auch die erste komplett digital erlebbare Schau werden.

Gemeinsam vorbereiten

Der Vertrag der vier Hochschulen sieht vor, dass sich die Bildungseinrichtungen gemeinsam an der Vorbereitung der BUGA 2029 beteiligen. Darüber hinaus haben sie entschieden, auf der BUGA selber zusammen aufzutreten. Ein gemeinsamer Auftritt ist dabei mehr als nur ein Stand. Eine gemeinsame Präsenz zeigt sich auch in vielfältigen Kooperationen in Lehre und Forschung. Die wird schon seit Jahren in verschiedenen, kooperativen Studiengängen gelebt. Darüber hinaus denken die Hochschulen der Region über gemeinsame Veranstaltungen wie Tagungen, Vortragsreihen und Workshops nach. Aber auch Ausstellungsbeiträge und Beteiligungsprojekte stehen an. Für den Vizepräsidenten der Hochschule Koblenz und der Universität Koblenz-Landau ist auch eine gemeinsame Dachmarke mit Logo, Internetauftritt und breit aufgestellter Öffentlichkeitsarbeit auf der BUGA 2029 von Belang. Aus seiner Sicht ist es nicht nur die fachlich-inhaltliche Ebene, die Synergien bietet. In allen Bereichen ist Kooperation von Vorteil und hilft Ressourcen zu bündeln und Wirksamkeiten zu erhöhen.

BUGA 2029 als Chance für die Hochschulen

Da eine Bundesgartenschau immer erhöhte Sichtbarkeit mit sich bringt, beschert sie auch den Hochschulen vor Ort besondere Chancen. Vor diesem Hintergrund sehen auch die vier Institutionen im Mittelrheintal die BUGA 2029 als gute Gelegenheit auf sich und ihre Arbeit, ihre Forschung und Lehre aufmerksam zu machen. Dabei haben die vier Einrichtungen mit einer Vielfalt an inhaltlichen Ausrichtungen und Studiengängen vieles Interessantes zu bieten, wovon die Öffentlichkeit nicht immer weiß. Und dabei richtet sich der Blick nicht nur in die Region. Die BUGA 2029 wird auch ein internationales Publikum ansprechen, wovon auch die Technische Hochschule Bingen, die Hochschule Koblenz, die Universität Koblenz-Landau und die Hochschule Geisenheim profitieren werden. Wenn sie gemeinsam auftreten und die Potenziale der BUGA 2029 wirkungsvoll ausschöpfen, helfen sie das Profil der Hochschullandschaft im Oberen Mittelrheintal zu stärken. Sie helfen auch, sie über die Grenzen der Region hinaus bekannt zu machen.

Zusammenarbeit hat Tradition

Ganz neu ist die Zusammenarbeit der Technische Hochschule Bingen, die Hochschule Koblenz, die Universität Koblenz-Landau und die Hochschule Geisenheim nicht. Bereits in den vergangenen drei Jahren haben die Bildungseinrichtungen einen regelmäßigen Austausch miteinander gepflegt. Darüber hinaus haben sie mit der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz schon zusammen gearbeitet. Aus dieser Agentur ist mittlerweile die BUGA Koblenz 2029 GmbH hervorgegangen. Und als solche wird sie die Entwicklungen rund um die BUGA 2029 auch weiterhin intensiv begleiten. Bisher lag die Basis in gemeinsamen Lehr- und Forschungsprojekten im Oberen Mittelrheintal. So wurde beispielsweise die Studie „Kommunale Klimaanpassung im Welterbe Oberes Mittelrheintal“ zusammen erarbeitet. Sie wurde bereits 2020 von der Hochschule Koblenz, der Technischen Hochschule Bingen und der Hochschule Geisenheim veröffentlicht.

Sieben kurze Jahre

Obwohl eine Vorbereitungszeit von sieben Jahren bis zur BUGA 2029 derzeit sehr lang klingt, stehen bereits jetzt Weichenstellungen an. Schon jetzt sind die Wettbewerbe in Vorbereitung, die im Jahr 2023 ausgeschrieben werden. Parallel dazu arbeiten die kooperierenden Hochschulen an einer eigenen Vision für die Region Mittelrheintal. Nur wenn alle Konzept zeitgleich entwickelt werden, haben sie die Chance in den zügig ablaufenden Prozess einzufließen. Vor dem Hintergrund ist es den Hochschulen wichtig, die Chancen auf Mitgestaltung schon in dieser frühen Phase zu nutzen. Nur wenn sie handlungsfähig sind, können sie sich als Kooperationspartner etablieren. Nur dann kann der Austausch untereinander noch intensivier werden und ein gemeinsames Leitbild wachsen. Für diesen nächsten Schritt, steht im Frühjahr ein Workshop an der Hochschule Koblenz an. Dieser wird die fachlich-inhaltliche Ausrichtung der wissenschaftlichen Beiträge und den Beitrag der Hochschulen zur BUGA 2029 weiter konkretisieren.

Ebenfalls interessant: 2023 steht die nächste BUGA an. Und zwar in Mannheim. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, so nachhaltig wie möglich zu werden. Mehr über die BUGA 2023 in Mannheim erfahren Sie hier.

Landesgartenschau Bad Windsheim – Wettbewerb entschieden

„Gesund, urban, traditionell“ – so lautet das Motto der Landesgartenschau Bad Windsheim
„Gesund, urban, traditionell“ – so lautet das Motto der Landesgartenschau Bad Windsheim, Abbildung: Büro RMP Stephan Lenzen, Köln

Wettbewerb zur Landesgartenschau in Bad Windsheim: 2027 wird die bayerische Landesgartenschau in Bad Windsheim stattfinden. Im Juli konnte RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten die Jury überzeugen. Diese lobte die Verbindung zwischen historischer Altstadt und freier Landschaft.

RMP Stephan Lenzen gewinnt

Bad Windsheim ist eine kleine Stadt im Westen Nürnbergs. Unter anderem wegen seiner Mineralquellen wird der fränkische Kurort gerne besucht. Und er hat große Pläne. Denn im Jahre 2027 wird die Landesgartenschau Bad Windsheim ausgetragen. Die Planungen dazu laufen bereits seit vielen Monaten. Um allen Ansprüchen gerecht zu werden, lobte Bad Windsheim einen freiraumplanerischen Wettbewerb aus. Das Münchner Büro mahl.gebhardt begleitete diesen über den gesamten Prozess hinweg. Landschaftsarchitekt*innen aus ganz Deutschland reichten ihre Vision der Landesgartenschau Bad Windsheim ein. Zuletzt tagte die Jury aus Fach- und Sachpreisrichter*innen. Nun stehen die erstplatzierten Projekte fest. Auf Platz eins überzeugte das Büro RMP Stephan Lenzen aus Köln. Ihm nach folgten die Planer*innen von lohrer.hochrhein auf Platz zwei und Greenbox auf Platz drei. Die 17 stimmberechtigten Mitglieder des Preisgerichts hatten sich letztlich jedoch einstimmig für den Entwurf von RMP Stephan Lenzen entschieden. 

(v.l.) LGS-Geschäftsführer Robert Sitzmann, Jiachen Li und Sabelo Jeebe von RMP Stephan Lenzen, Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Heckel, Prokurist Jürgen Boier, LGS-Geschäftsführerin Jennifer Münch und Prokuristin Melanie Greifenstein.
(v.l.) LGS-Geschäftsführer Robert Sitzmann, Jiachen Li und Sabelo Jeebe von RMP Stephan Lenzen, Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Heckel, Prokurist Jürgen Boier, LGS-Geschäftsführerin Jennifer Münch und Prokuristin Melanie Greifenstein.

Herausforderungen vor Ort

Der Bürgermeister der Stadt, Jürgen Heckel, zeigte sich nach der Entscheidung sehr zufrieden: „Die Wettbewerbsarbeit hat einfach eine hohe Qualität und die Planer haben erkannt, dass Bad Windsheim etwas Besonderes ist.“ Die Aufgabe war keine einfache. Gesund, urban, traditionell. So lautete das Motto für die Landesgartenschau Bad Windsheim. Bad Windsheim will die Tradition als Ort der Gesundheit wahren. Gleichzeitig möchte die Stadt Flächen im Einklang mit dem Naturschutz neu inszenieren. Bisher erscheint der Norden der Stadt als zusammenhangloses Gewerbegebiet. Eine mehrreihige Kurpark-Allee verläuft zwar von Norden nach Süden. Doch ein durchgehender Grünraum ist nicht erkennbar. Durch die Landesgartenschau 2027 erhoffen sich alle Beteiligten vor Ort eine Verbesserung.

Im Wettbewerb galt es zum einen die Daueranlagen um den Kurpark, das Kurviertel und die östliche Fläche bis Külsheim zu beplanen. Zum anderen sollten die städtebauliche Entwicklung um den Bahnhof, die Erkenbrechtallee und den Neubau eines Parkhauses bedacht werden.

Ein Kulturboulevard als Zentrum der Landesgartenschau Bad Windsheim

Das Büro RMP Stephan Lenzen fand in seinem Entwurf Antworten auf die Bestandssituation. Als bestimmendes Element plant RMP zunächst auf der West-Ost-Achse einen dauerhaften Kulturboulevard. Er knüpft an bestehende Sportflächen im Westen an und zieht sich zukünftig bis nach Külsheim. Entlang des Boulevards werden anschließend unterschiedliche Raumcharaktere ausgebildet. So dominiert im Westen beispielsweise der ruhige, historische Kurpark. Während demgegenüber im Westen der neu gestaltete Aktiv-Landschaftspark entsteht. Dazwischen wird der Boulevard zum Zentrum der Landesgartenschau Bad Windsheim. Hier etablieren sich Aufenthalts- und Nutzungsangebote. So wird zum Beispiel der See um das Gradierwerk vergrößert. Er bietet das Potential zum identitätsstiftenden Element im Kurviertel zu werden. Den auf der Hand liegenden Vorteilen dieses Planungsschritts  stehen einige Herausforderungen in der Realisierung gegenüber. So kritisierte die Jury, dass natürliche Frischwasserzuläufe fehlten und das Gewässer im Heilwasserschutzbereich liege. Nichtsdestotrotz überzeugte die Vision einer großzügigen Seeterrasse zum Verweilen und Flanieren.

Zukunftsaussichten für die Landesgartenschau Bad Windsheim

Dem Team von RMP Stephan Lenzen gelingt es, eine klare Grundstruktur aufzubauen. Innerhalb dieser finden sich detailliert ausgearbeitet Teilbereiche mit unterschiedlichen Qualitäten. Bürgermeister Jürgen Heckel ist sich in der Wahl des ersten Platzes deshalb ganz sicher: „Ich bin happy, dass wir so ein gutes Landschaftsarchitekturbüro an der Seite haben.“
Bis zum Herbst soll nun das Ausschreibungsverfahren des Realisierungswettbewerbes abgeschlossen sein. Anschließend stehen die nächsten Planungsschritte an. Es wird voraussichtlich noch mindestens zwei Jahre dauern, bis erste Baumaßnahmen begonnen werden. Der lange Zeitraum bis zur Realisierung trübt die Vorfreude jedoch kaum. Denn die Landesgartenschau Bad Windsheim ist nicht nur ein publikumswirksames Event. Vielmehr bietet sie der Region und damit auch den Anwohner*innen langfristige Entwicklungsperspektiven ökologischer und sozialer Art.

Die weiteren Austragungsorte für Landesgartenschauen in Bayern finden Sie hier.