05.12.2025

Aktuelles Gesellschaft

Hinterhöfe – Die neue G+L im Dezember 2025!

Coverfoto: Pexels, Fotograf: Mart LMJ

Mehr als ungenutzte Zwischenräume

In den dicht bebauten Städten von heute scheint es kaum noch Orte zu geben, die zum Durchatmen und Innehalten einladen – Orte, die Raum für das Kleine, das Zufällige und das Verborgene bieten. Während Parks und Plätze längst zu den prominentesten Elementen urbaner Freiräume zählen, bleiben die Hinterhöfe noch oft im Schatten der öffentlichen Aufmerksamkeit. Dabei sind sie wahre Schätze in einer Stadtlandschaft, die von Dichte und Hektik geprägt ist. Die stillen Hinterhöfe können mehr sein als ungenutzte Zwischenräume – sie bieten die Möglichkeit, das Leben in der Stadt zu erneuern, zu begrünen und eine intime Form der Gemeinschaft zu fördern.


Kostbare urbane Freiräume

Unsere Dezemberausgabe widmet sich diesen stillen Ecken, die zunehmend als Orte des Rückzugs und des sozialen Miteinanders an Bedeutung gewinnen. Wir präsentieren Hinterhofprojekte, die innovative Antworten auf drängende Fragen des städtischen Lebens bieten. Von neu geschaffenen Gemeinschaftsgärten über kinderfreundliche Spielecken bis hin zu ökologisch wertvollen Räumen: Diese Beispiele zeigen, wie man Flächen, die oft brachliegen, in kostbare urbane Freiräume verwandeln kann. Hier können Nachbarn ins Gespräch kommen, Kinder spielen, Pflanzen wachsen – kurz: Es entstehen Räume, die das soziale Gefüge und die Umwelt gleichermaßen bereichern.


Im Konflikt zwischen Nachverdichtung und Begrünung

Doch die Umsetzung solcher Projekte ist nicht immer leicht. Investoren und Immobilienentwickler*innen betrachten Hinterhöfe aufgrund des größer werdenden Wohnraummangels immer öfter als Raum für potentielle und notwendige Nachverdichtung. So würde man zwar dem Wohnraummangel Schritt für Schritt Herr werden, allerdings werden Städte auf die Weise auch immer stärker versiegelt. Ein Konflikt also zwischen sozialen und ökologischen Themen, der in den verborgenen Räumen der Stadt ausgetragen wird. Die Herausforderung für uns als Planer*innen ist es, Hinterhöfe als wertvolle Ressourcen zu verstehen, die ebenso Schutz und Vielfalt bieten kann – und die ihrerseits an manchen Stellen geschützt werden sollten.


Hinterhöfe in der Planung

Die Heftthemen spannen den Bogen von gestalterischen Konzepten bis hin zu Partizipationsmodellen, die es Anwohner*innen ermöglichen, aktiv an der Gestaltung „ihrer“ Hinterhöfe mitzuwirken. Zudem beleuchten wir, wie die Thematik aus architekturpsychologischer Sicht angegangen werden sollte – worauf ist zu achten, wenn man Hinterhöfe gestaltet? Was bietet den meisten Mehrwert für die Bewohner*innen?


Stille Orte als Bereicherung des Stadtlebens

Mit Blick auf 2026 stellt sich die Frage, wie wir den zunehmend knappen Raum in Städten bewusster und gerechter verteilen können. Hinterhöfe bieten die Chance, dabei nicht nur an großen Entwürfen festzuhalten, sondern auch die kleinen, nahbaren Freiräume ins Zentrum unserer Überlegungen zu rücken. Denn am Ende sind es oft die stillen Orte, die das Stadtleben wirklich lebenswert machen.

 

Das Heft gibt es hier im Shop.

In unserer November-Ausgabe drehte sich alles um das Thema Stadtbäume. Lesen Sie hier mehr davon.

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