Eine Hitzewarnung schützt vor gesundheitlichen Gefahren durch extreme Temperaturen – rechtzeitige Information kann Leben retten. Foto: by Kevin Ellis via Pixabay
Eine Hitzewarnung schützt vor gesundheitlichen Gefahren durch extreme Temperaturen – rechtzeitige Information kann Leben retten. Foto: by Kevin Ellis via Pixabay

Hitzewarnungen sind in Zeiten des Klimawandels und zunehmender Extremwetterereignisse ein zentrales Instrument des Bevölkerungsschutzes. Immer häufiger erreichen uns Nachrichten über Hitzewellen, die nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die Gesundheit vieler Menschen bedrohen. Doch was genau ist eine Hitzewarnung, wie funktioniert das Warnsystem in Deutschland und wie kann man sich effektiv schützen?

Was ist eine Hitzewarnung?

Eine Hitzewarnung ist eine amtliche Mitteilung, die vor außergewöhnlich hohen Temperaturen und deren gesundheitlichen Risiken warnt. In Deutschland ist der Deutsche Wetterdienst (DWD) für die Ausgabe von Hitzewarnungen zuständig. Das Ziel: Die Bevölkerung rechtzeitig zu informieren, damit Schutzmaßnahmen ergriffen werden können.

Wie entsteht eine Hitzewarnung?

Der DWD berechnet die sogenannte „gefühlte Temperatur“, die nicht nur die Lufttemperatur, sondern auch Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und Sonneneinstrahlung berücksichtigt. Eine Hitzewarnung wird ausgesprochen, wenn die gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag für mindestens zwei Tage in Folge über einem bestimmten Schwellenwert liegt und eine ausreichende nächtliche Abkühlung ausbleibt

Warnstufen bei Hitzewarnungen

Hitzewarnungen werden in zwei Stufen unterteilt, um die Bevölkerung über das Ausmaß der Wärmebelastung zu informieren:

Warnstufe Ereignis Schwellenwert
1 Starke Wärmebelastung Gefühlte Temperatur ab 32 °C, geringe nächtliche Abkühlung
2 Extreme Wärmebelastung Gefühlte Temperatur ab 38 °C

Die Berechnung erfolgt mithilfe des sogenannten Klima-Michel-Modells, das standardisierte körperliche und klimatische Faktoren einbezieht. Diese Standardisierung bedeutet, dass die Warnung nicht für alle Menschen gleichermaßen zutrifft – insbesondere für vulnerable Gruppen ist die Belastung oft noch höher.

Warum sind Hitzewarnungen so wichtig?

Hitzewellen sind kein harmloses Sommerphänomen. Sie können zu einer erheblichen gesundheitlichen Belastung führen. Statistiken zeigen, dass während Hitzewellen die Sterberate deutlich ansteigt: Im Sommer 2003 wurden in Deutschland rund 10.000 zusätzliche Todesfälle registriert, in den Jahren 2018 und 2019 waren es jeweils mehrere Tausend. Besonders betroffen sind ältere Menschen, chronisch Kranke, Säuglinge und Kleinkinder.

Gesundheitsrisiken bei großer Hitze

Extreme Hitze kann zu einer Vielzahl von Beschwerden führen:

  • Kreislaufprobleme

  • Kopfschmerzen und Schwindel

  • Dehydration (Austrocknung)

  • Hitzschlag und Sonnenstich

  • Verwirrtheit bis hin zu Bewusstlosigkeit

Besonders gefährdet sind Menschen, deren Körper die Temperaturregulation nicht mehr ausreichend steuern kann – etwa Senioren, kleine Kinder oder Menschen mit Vorerkrankungen.

Verhaltenstipps bei Hitzewarnung

Um die gesundheitlichen Risiken während einer Hitzewarnung zu minimieren, empfiehlt der DWD folgende Maßnahmen:

1. Meiden Sie die Hitze

  • Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung, besonders am Nachmittag.

  • Bleiben Sie möglichst in kühlen, schattigen oder klimatisierten Räumen.

2. Körperliche Anstrengung reduzieren

  • Verschieben Sie körperliche Aktivitäten auf die frühen Morgenstunden.

  • Unterlassen Sie große Anstrengungen während der heißen Tageszeit.

3. Den Körper kühlen

  • Tragen Sie leichte, helle Kleidung und eine Kopfbedeckung.

  • Duschen Sie kühl oder nehmen Sie ein kühles Bad.

  • Nutzen Sie kalte Arm- und Fußbäder zur Erfrischung.

  • 4. Ausreichend trinken

    • Trinken Sie regelmäßig Wasser oder ungesüßte Tees.

    • Vermeiden Sie Alkohol und koffeinhaltige Getränke.

    • Achten Sie auf eine ausreichende Zufuhr von Elektrolyten.

    5. Ernährung anpassen

    • Bevorzugen Sie leichte, wasserreiche Speisen wie Obst, Gemüse und Salate.

    6. Wohnung kühl halten

    • Lüften Sie früh morgens oder nachts, wenn es draußen kühler ist.

    • Verdunkeln Sie tagsüber die Fenster mit Rollläden oder Vorhängen.

    • Schalten Sie unnötige elektrische Geräte aus, um zusätzliche Wärmequellen zu vermeiden.

    7. Auf gefährdete Personen achten

    • Kontrollieren Sie regelmäßig ältere oder pflegebedürftige Menschen in Ihrem Umfeld.

    • Achten Sie darauf, dass auch Kinder und Haustiere ausreichend geschützt sind.

Was tun bei gesundheitlichen Problemen während einer Hitzewarnung?

Sollten bei Ihnen oder anderen Symptome wie starke Kopfschmerzen, Schwindel, Verwirrtheit oder Kreislaufprobleme auftreten, suchen Sie sofort einen kühlen Ort auf, trinken Sie Wasser und legen Sie ein feuchtes Tuch auf die Stirn. Im Notfall zögern Sie nicht, den Notruf 112 zu wählen.

Hitzewarnung und Klimawandel

Die Häufigkeit und Intensität von Hitzewellen nimmt durch den Klimawandel kontinuierlich zu. Prognosen gehen davon aus, dass Hitzewarnungen in Zukunft noch häufiger ausgesprochen werden müssen. Daher ist es wichtig, die Bevölkerung regelmäßig zu sensibilisieren und das Warnsystem weiterzuentwickeln.

Hitzewarnung: Informationen und aktuelle Meldungen

Aktuelle Hitzewarnungen können Sie jederzeit auf der Website des Deutschen Wetterdienstes (DWD) abrufen. Dort finden Sie auch regionale Karten, die den aktuellen Stand der Hitzewarnungen anzeigen. Die Warnungen werden zudem über Radio, Fernsehen und verschiedene Apps verbreitet.

Hitzewarnung: Tipps für den Alltag

  • Planen Sie Erledigungen früh am Morgen oder am späten Abend.

  • Nutzen Sie öffentliche, klimatisierte Gebäude wie Bibliotheken oder Einkaufszentren als Rückzugsort.

  • Achten Sie auf Warnhinweise in den Medien und informieren Sie sich regelmäßig über die aktuelle Wetterlage.

Hitzewarnung: FAQ

Was ist der Unterschied zwischen einer Hitzewarnung und einer Wetterwarnung?
Eine Hitzewarnung ist eine spezielle Form der Wetterwarnung, die gezielt auf hohe Temperaturen und deren gesundheitliche Risiken hinweist.

Wer gibt die Hitzewarnung heraus?
In Deutschland ist der Deutsche Wetterdienst (DWD) für die Ausgabe von Hitzewarnungen zuständig.

Wie erfahre ich von einer Hitzewarnung?
Über die Website des DWD, Radio, Fernsehen, Warn-Apps und lokale Medien werden Hitzewarnungen verbreitet.

Was tun, wenn ich keine Möglichkeit habe, meine Wohnung zu kühlen?
Suchen Sie öffentliche, klimatisierte Gebäude auf oder halten Sie sich in schattigen Parks auf. Vermeiden Sie direkte Sonne und trinken Sie ausreichend Wasser.

Hitzewarnung ernst nehmen, Gesundheit schützen

Hitzewarnungen sind ein unverzichtbares Instrument, um die Bevölkerung vor den Gefahren extremer Hitze zu schützen. Durch rechtzeitige Information und gezielte Schutzmaßnahmen lassen sich gesundheitliche Risiken deutlich reduzieren. Besonders gefährdete Gruppen wie Senioren, Kinder und chronisch Kranke verdienen unsere besondere Aufmerksamkeit. Mit den richtigen Verhaltensregeln und einer guten Vorbereitung können Sie die heißen Tage sicher und gesund überstehen.

 

Mehr zu Beat the Heat erfahren Sie hier.

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Render of the Year: Church in Nomine Patris Tom Burkewitz
Render of the Year: Church in Nomine Patris Tom Burkewitz

Der Siegerentwurf

Zum zweiten Mal hat Arch Out Loud die Auszeichnung „Render of the Year“ vergeben. Lesen Sie hier mehr über den Gewinner-Render von Tom Burkewitz.

2015 wurde die Wettbewerbsplattform Arch Out Loud mit dem Ziel gegründet, aktuelle Entwicklungen in der Architektur zu entdecken und zu würdigen. Seitdem veranstaltet die Plattform jedes Jahr mehrere Wettbewerbe, die Architekt*innen und Architekturstudierenden die Möglichkeit bieten, sich mit aktuellen Themen auseinanderzusetzen.

Der Preis „Render of the Year“ geht nun in sein zweites Jahr. Gesucht werden überzeugende Bilder, die die Geschichte von Architektur, Innenräumen, Städten und Welten, wie sie sein könnten, erzählen. Der Preis wird in der allgemeinen Render-Kategorie sowie in den Kategorien Interior, Exterior und Young Designer vergeben. Zusätzlich gibt es in jeder Kategorie drei lobende Erwähnungen, die von den Direktoren Nick Graham und Kyle Zook ausgewählt werden.

Die Jury

Die Jury für den Wettbewerb Render of the Year besteht aus einer Gruppe internationaler Architekt*innen. Im Jahr 2021 gehören ihr Melike Altinisik (Istanbul), Katherine Chia und Arjun Desai (Desai Chia Architecture, New York) und Linna Choi (Oualalou+Choi, Paris) an.

Der Siegerentwurf des diesjährigen „Render of the Year“: „Church in Nomine Patris“ von Tom Burkewitz
Der Siegerentwurf des diesjährigen „Render of the Year“: „Church in Nomine Patris“ von Tom Burkewitz

Render of the Year: „Church in Nomine Patris“ von Tom Burkewitz

Tom Burkewitz gewann den Preis für den Render des Jahres 2021 mit seinem Entwurf der „Church in Nomine Patris“. Er ist ein österreichischer Konzeptkünstler und Architekt, der als Architekturillustrator arbeitet. Sein Rendering zeigt einen strengen Kirchenbau mit dunklen Fassaden inmitten einer Wiese, die in den wolkenverhangenen Himmel ragt. Dem Künstler gelingt es, eine traumartige, fast unheimliche Atmosphäre zu schaffen, die die Jury überzeugte. Mehr dazu hier.

Sein Rendering nutzt 3D-Modellierungstechniken, um einen sehr hohen Grad an Realismus zu erreichen. Die Kirche von Burkewitz wirkt hyperrealistisch und gleichzeitig fast surreal. Der Entwurf erinnert an die Prärie und hat sich gegen andere nostalgische, emotionsgeladene Renderings durchgesetzt.

Laut Arch Out Loud „müssen Designer*innen erkennen, wie die Menschen ihre Bilder interpretieren. Sie müssen mit den Gefühlen arbeiten, die ein Bild hervorruft. Sie müssen verstehen, wie sie ohne Worte zu ihrem Publikum sprechen können.“

Andere Gewinner*innen des Render of the Year 2021

Tom Burkewitz hatte es mit starker Konkurrenz zu tun. Witchaya Jingjits Bild eines Astronauten, der in einer dystopischen, posthumanen Welt neues Land entdeckt, und Zoe Russion Morenos Rendering „Remembrance“ rufen ähnliche Gefühle hervor wie das Siegerbild.

In der Hauptkategorie wurden von der Jury des Render of the Year Award 2021 drei lobende Erwähnungen bekannt gegeben: „Mass Laminated Timber“ von Eric Meyer, „7th Element“ von Okdraw Studio und „Sake brewery Museum“ von Henrique Driessen.

Der Preis in der Kategorie Junger Designer ging an Vincenzo Sardone für „The Day After Participants“. Lobende Erwähnungen gingen an Joseph Perry für „Work in Progress“, an Sanket Gunjal für „Bold and Brutal“ und an Vincenzo Sardone für „06:36 a.m.“. Die Jury-Mitglieder zeichneten außerdem Witchaya Jingjit für „Finding a New Land“, Dennis Grimm für „Fainted Hope“ und Rui Oliveira für „The Quarry Hotel“ aus.

Der Preis für das beste Innenrendering ging an Zoe Russian Moreno für „Remembrance“, und den Preis für das beste Außenrendering erhielt Eric Meyer mit „Mass Laminated Timber“.

Render of the Year: „Sake brewery Museum“ von Henrique Driessen
Render of the Year: „Sake brewery Museum“ von Henrique Driessen

Die Kunst des Renderns

Rendering war schon immer eine große Herausforderung. Designer*innen und Architekt*innen müssen sich auf der Grundlage einer groben Idee auf Papier oder in einer Software vorstellen, wie der endgültige Entwurf aussehen soll. Diese Visualisierung eines ganzen Gebäudes hilft zu verstehen, wie es sich in die umgebende Landschaft einfügt und wie es mit Grünflächen harmoniert. Viele Gebäude beeinflussen auch die Skyline einer Stadt oder das Aussehen eines Viertels, weshalb das Rendering von entscheidender Bedeutung ist.

Mit Software wie AutoCAD ist das Rendering in mancher Hinsicht einfacher, andererseits aber auch anspruchsvoller geworden: Die Software hilft bei der Erstellung eines realistischen Bildes, Aber die Künstler*innen müssen in der Lage sein, komplexe Faktoren zu verstehen, um ein überzeugendes Rendering zu erstellen.

Die nächste Runde des Render of the Year Award wird im Frühjahr 2022 starten. Junge Designer*innen und Architekt*innen, die noch studieren oder deren Abschluss nicht älter als fünf Jahre ist, können sich für die Teilnahme an dem Wettbewerb bewerben. Arch Out Loud erhebt eine Gebühr pro Bild während des Bewerbungsverfahrens.

Mehr Informationen zum Render of the Year finden Sie hier.

Im Mai wurden zwei Masterarbeiten von der Karl Foerster-Stiftung ausgezeichnet. Mehr zum Ulmer-Preis 2021.

Jana Leoni studierte Landschaftsarchitektur an der TU Dresden und Urban Design an der TU Berlin. Sie war unter anderem für Albert Speer + Partner tätig, bevor sie zur Stadt Frankfurt wechselte. Hier leitete sie zwei Jahre stellvertretend das Sachgebiet Stadtklima/Klimawandel im Umweltamt Frankfurt und wechselte mit Gründung in das Klimareferat Frankfurt.
Jana Leoni studierte Landschaftsarchitektur an der TU Dresden und Urban Design an der TU Berlin. Sie war unter anderem für Albert Speer + Partner tätig, bevor sie zur Stadt Frankfurt wechselte. Hier leitete sie zwei Jahre stellvertretend das Sachgebiet Stadtklima/Klimawandel im Umweltamt Frankfurt und wechselte mit Gründung in das Klimareferat Frankfurt.

Klimaneutral bis 2035 – die Stadt Frankfurt hat sich hohe Ziele gesetzt und um diese zu erreichen ein eigenes Klimareferat gegründet. Das startete im Januar 2023 mit seiner Arbeit. Jana Leoni ist Teil des 21-köpfigen Klimareferat-Teams. Wir sprachen mit der Stadtplanerin über Bürokratie in der Planung und fragten sie, wie gut Frankfurt ihrer Meinung nach in Sachen kommunale Instrumente aufgestellt ist.

 

Das Interview wurde im Juni 2023 geführt und veröffentlicht!

Klimaangepasstes bauen

Jana Leoni, Anfang des Jahres setzen die Frankfurter Stadtverordneten mit der Begrünungspflicht von Fassaden und Dächern bei Neu- und Umbauten national ein deutliches Zeichen. Auch den Schottergärten wurde dabei der Kampf angesagt. Ein Erfolg? Oder braucht es Ihrer Meinung nach noch mehr?

Mit der Gestaltungssatzung „Freiraum und Klima“ und der dazugehörigen Informationsbroschüre soll nicht nur Baurecht gestaltet werden, es soll vielmehr auch eine Hilfe zum klimaangepassten Bauen geschaffen werden. Denn genauso wie ein Schottergarten, stellt auch ein unbegrüntes Flachdach, eine unbepflanzte Fassade oder ein baumloses, in den Kanal entwässerndes Grundstück eine vertane Chance auf ein besseres Stadtklima dar. Und genau das muss kommuniziert und allen am Bauvorhaben Beteiligten bewusst werden. Natürlich bedarf es auch Veränderungen im Bestand. Hier hilft Frankfurt mit dem Förderprogramm „Frankfurt Frischt auf – 50 % Klimabonus“ den privaten Antragsteller:innen die klimaangepasste Gestaltung ihrer Grundstücke so einfach und attraktiv wie möglich zu gestalten.

unkompliziertes verfahren

In Augen vieler erschweren komplexe bürokratische Abläufe in Deutschlands Kommunen oftmals die schnelle Umsetzung innovativer Projekte. Wie sehen Sie das? Brauchen wir weniger Bürokratie, um Klimawandel und Hitze die Stirn zu bieten?

Bei der Kritik wird oft die Komplexität der Anforderungen übersehen. In Frankfurt laufen die Prozesse aber nichtsdestotrotz schleunig ab. Die Bauaufsicht ist bei der Vorhabengenehmigung schnell und effizient. Bei Interesse findet sich auch die Möglichkeit zur Klimaberatung mit unserem Team, kurzfristig und unbürokratisch. Die Abwicklung der Beratungen und Mittelzuwendungen in unserem Förderprogramm unterliegt ebenfalls einem schlanken, unkomplizierten Verfahren. Der Prozess wird stets optimiert und, so der Plan, digitalisiert.

Die Themenkomplexität trifft noch mehr auf den öffentlichen Raum zu. Dennoch, wenn sich eine Maßnahme oder ein Programm einmal bewähren, läuft es i.d.R. sehr gut. Zum Beispiel das Trinkbrunnenprogramm, das nach längerer Anlaufphase Fahrt aufgenommen hat und nun Brunnen um Brunnen realisiert werden. Im Straßenraum sind vermehrt Blühinseln auf ehemaligen Verkehrsflächen vorzufinden und das Thema Schwammstadt wird bei allen Neuplanungen berücksichtigt. Die Erfahrung sagt also, „dranbleiben“. Und für eine möglichst unbürokratische Umsetzung toller innovativer Ideen setzen wir im Klimareferat uns höchstpersönlich ein.

 

Leitfaden Grundlagen

Wie viele technische Möglichkeiten hat denn die Kommune Frankfurt, um dem Wärmeinseleffekt vorzubeugen? Heißt: Wie gut ist Frankfurt in Sachen kommunale Instrumente aufgestellt? Wo sehen Sie Verbesserungsbedarf?

Es gibt bereits eine Reihe von vorhandenen Instrumenten, wie die „Frankfurter Anpassungsstrategie 2.0“ oder der Leitfaden „Klimaangepasste Stadtplatzgestaltung“. Als Grundlage für den Leitfaden diente die Planung für die Umgestaltung des Paul-Arnsberg-Platzes, der nun der erste Platz in Frankfurt ist, der zur Zeit klimaangepasst umgebaut wird. Ein weiterer ist derzeit in Planung. Als Stadt und auch gemeinsam mit den Privaten können wir mit Instrumenten wie diesen viel bewegen.

Klimawandelaktionsplan

Das Land Hessen veröffentlichte diesen Februar den Hessischen Hitzeaktionsplan. Wie wichtig ist dieser für Ihre Arbeit?

Der Hessische Hitzeaktionsplan zeigt auf, dass die langfristige Vorbereitung für ein Hitzeereignis ebenso essenziell ist, wie konkrete Maßnahmen bei akuten Hitzeereignissen. In Frankfurt werden die langfristigen Maßnahmen in der Anpassungsstrategie geregelt. Den Akutmaßnahmen soll sich ein „Klimawandelaktionsplan“ (KWAP) widmen. Die Stadt will damit auf alle Extremwettersituationen – Hitze, Trockenheit, Sturm und Hochwasser – umfänglich vorbereitet sein, um so die Menschen, Tiere, Pflanzen und Infrastruktur in Frankfurt zu schützen.

Frankfurt am Main will bis 2035 klimaneutral sein. Ihr Referat wurde mitunter dafür eingerichtet das Ziel zu unterstützen. Wo steht Frankfurt Ihrer Meinung nach aktuell in puncto Klimaneutralität? Was sind die größten Herausforderungen?

Auch ohne die tagesaktuellen Zahlen zu nennen steht eines fest: Vor uns liegt noch ein langer Weg, der in einer kurzen, intensiven Zeit zurückgelegt werden soll. Eine große, aber dabei auch positive Herausforderung ist, die Potenziale zu erkennen und die wirksamsten Maßnahmen zu bestimmen und umzusetzen. Solaranlagen auf Gebäuden und Freiflächen, eine Mobilitätswende sowie eine Wende im Bau- und Immobiliensektor, die Nutzung von Erneuerbaren Energien und Abwärme sind der aktuellen Einschätzung nach die wirksamsten Strategien, die in den kommenden Jahren prioritär umgesetzt werden müssen. Zur „rechnerischen Klimaneutralität“ gehört auch das Ziel einer lebenswerten, klimawandelresilienten Stadt Frankfurt. Unser aktuell 21-köpfiges Team unter der Leitung von Hans-Georg Dannert freut sich auf diese Herausforderungen und steht voller Tatendrang bereit, gemeinsam mit der Verwaltung sowie der Stadtgesellschaft insgesamt diesen Weg zu gehen.

 

Mehr zu diesem Thema in G+L 06/23.

Veröffentlicht im Rahmen der internationalen Initiative Beat the Heat.