Making Plans: How to Engage with Landscape, Design, and the Urban Environment – Buchrezension

Das Buch „Making Plans: How to Engage with Landscape, Design, and the Urban Environment” von Frederick R. Steiner nimmt die unterschiedlichen Prozesse und Planungsmethoden von Stadtplanung in Betracht. Diese werden anhand einer amerikanischen Fallstudie erläutert. In ihrer Rezension diskutiert die Studentin Esraa Elmashak, wie das Buch (für Fachleute, sowie für Planungsneulinge) einen umfassenden Einblick in die Landschafts- und Stadtplanung schafft.

Humans are plan-makers“, lautet die einleitende Aussage des Autors Frederick R. Steiner, Professor für Landschaftsarchitektur an der University of Pennsylvania in Philadelphia, USA. In diesem Werk versucht er, den Prozess der Stadtplanung zu erklären, indem er Planungsverfahren erläutert und sie in einer praktischen Fallstudie anwendet.

 

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Hintergrund und Inhalt

Die 196-seitige Publikation beginnt mit einer Einführung über berühmte Persönlichkeiten, die den Lauf der Geschichte verändert haben. Steiner verwendet das berühmte Zitat von Martin Luther King „I have a dream“, um seine Leser zu ermutigen, besser zu planen. Anhand der Fallstudie Austin (eine Stadt im amerikanischen Bundesstaat Texas) analysiert er verschiedene Schlüsselthemen der Planung auf zwei verschiedenen Ebenen. Erstens auf der Ebene der Stadtplanung (Stadt Austin) und zweitens auf der Ebene der Stadtgestaltung (Campus der UT Austin). Im ersten von insgesamt acht Kapiteln wird die Stadt Austin vorgestellt. Anhand dieser erläutert der Autor das Planungsrechtssystem der USA. In den folgenden Kapiteln wird der Ablauf von Bürgerbeteiligungssitzungen beschrieben, sowie deren Organisation und wichtige Zukunftsvisionen.

How to engage with landscape?

Frederick R. Steiners Lehre ist, dass erstens: die Planung ein komplizierter Prozess ist. Zweitens: die Planung nicht aus unumkehrbaren Entscheidungen besteht, sondern ein kontinuierlicher und sich entwickelnder Prozess ist. Drittens: Je aktiver die Bürger an der Planungsentwicklung teilnehmen, desto demokratischer und kreativer wird sie.

Durch die Verwendung zwei unterschiedlicher Maßstäben für die Planung von Städten untermauert der Autor nicht nur seine Argumentation, sondern liefert auch eine Erklärung für die verschiedenen Aspekte des Planungsprozesses. Der Titel des Buches ist zweideutig, denn „Pläne machen“ ist ein weit gefasster Begriff. Der Begriff beinhaltet nämlich viel mehr als nur die Erstellung von Plänen. Er bezieht sich außerdem auf die Beteiligung der Öffentlichkeit, sowie dessen Auswirkungen auf Politik und Umwelt. Dies sind ebenfalls wichtige Konzepte, die berücksichtigt werden müssen. In dem Buch geht es weder um Planung und Gesetzgebung und nicht darum, wie man Landschaftspläne entwirft oder zeichnet, noch ist dies das Ziel des Autors. Trotz der Mehrdeutigkeit des Titels ist durch die Verwendung einer einfachen Sprache der Text für Planungsneulinge angenehm zu lesen. So ist der praktische Rahmen des Planungsprozesses leicht zu verstehen und anzuwenden.

Des Weiteren enthält das Buch auch analytische Illustrationen wie Tabellen, farbige Karten, Diagramme und Bilder. Diese machen den Inhalt anschaulicher. Außerdem steht am Anfang jedes Kapitels ein inspirierendes, sorgfältig ausgewähltes Zitat. Dieses motiviert die Leser*innen, das ganze Kapitel zu lesen.

Empfehlung

Die Publikation ist nicht für Expert*innen auf diesem Gebiet geeignet. Es fehlen tiefere Einblicke, wie zum Beispiel in unerwartete Ereignisse, die während des Planungsprozesses auftreten können. Für Fachleute bietet das Buch eine umfassende Einführung in ein erfolgreiches Planungsbeispiel und ist vor allem nützlich, wenn sie das US-amerikanische Planungsrechtssystem noch nicht studiert oder angewendet haben.

Dieses Buch ist für diejenigen empfehlenswert, die sich für die Landschafts- und Stadtplanung interessieren. Wer auf der Suche nach einer Einführung in den Planungsprozess ist, wird sie in diesem Buch finden. Der schrittweise Aufbau und die Erläuterung der Planungsprozesse ist besonders für die Personen geeignet, die voraussichtlich als Planer tätig sind oder sein werden.

Hintergrund dieses Artikels: In einem Seminar von Professor Udo Weilacher, Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und Transformation (LAT) an der TU München konnten Studierende im Sommersemester 2021 in das Feld des Fachjournalismus hineinschnuppern. Masterstudent*innen der Landschaftsarchitektur der Technischen Universität München schrieben in einer „Schreibwerkstatt” Buchrezensionen zu selbst ausgewählter Fachliteratur. Wir stellen auf unserer Seite ausgewählte Rezensionen vor.

Eine Übersicht zu weiteren Buchrezensionen aus dem Seminar finden Sie hier.

Auch interessant: Hier geht es zu der Rezension von Zjing Deng zum Buch „Is Landscape…?“.