Im Stadtwald: Konzept, Funktion und Praxis

Ein gestalteter öffentlicher Freiraum zum Thema Im Stadtwald
Ein Mann sitzt auf einer Betonbank im Freien – ein alltägliches Bild urbaner Raumnutzung. Foto: ling_gigi/Unsplash

Stadtwald ist nicht einfach Wald in der Stadt. Er ist eine eigenständige Freiraumkategorie mit spezifischen ökologischen, sozialen und planerischen Anforderungen, die sich von denen des Wirtschaftswaldes ebenso unterscheiden wie von denen des Stadtparks. Wer im Stadtwald plant, bewirtschaftet oder forscht, bewegt sich in einem Spannungsfeld aus Naturschutz, Erholungsnutzung, Klimaanpassung und kommunaler Daseinsvorsorge, das präzises Fachwissen und integrative Denkweise gleichermaßen verlangt.

  • Was Stadtwald als Planungskategorie definiert und wie er sich von anderen Waldtypen abgrenzt
  • Welche historischen Wurzeln kommunale Stadtwälder haben und wie sie sich entwickelt haben
  • Welche ökologischen Leistungen der Stadtwald für das Stadtklima, die Biodiversität und den Wasserhaushalt erbringt
  • Wie Erholungsnutzung und Naturschutz im Stadtwald planerisch in Einklang gebracht werden
  • Welche forstlichen und freiraumplanerischen Instrumente für die Bewirtschaftung relevant sind
  • Welche Baumarten und Waldgesellschaften im urbanen Kontext besonders geeignet sind
  • Wie Wegesysteme, Erschließung und Infrastruktur im Stadtwald konzipiert werden
  • Welche Fehler in Planung und Betrieb häufig auftreten und wie sie sich vermeiden lassen

Was ist Stadtwald? Definition, Abgrenzung und planerische Einordnung

Der Begriff Stadtwald bezeichnet Waldflächen, die sich im Eigentum einer Gemeinde oder Stadt befinden oder die aufgrund ihrer Lage im unmittelbaren Siedlungsumfeld primär für die städtische Bevölkerung zugänglich und nutzbar sind. Im Stadtwald überschneiden sich forstliches Recht, Naturschutzrecht und kommunale Freiraumplanung auf eine Weise, die keine andere Freiraumkategorie in vergleichbarer Dichte aufweist. Das Bundeswaldgesetz (BWaldG) und die Landeswaldgesetze gelten für Stadtwald ebenso wie für jeden anderen Wald; gleichzeitig unterliegt er kommunalen Planungsinteressen, die über reine Holzproduktion weit hinausgehen.

Fachlich lassen sich drei Typen unterscheiden: der kommunale Stadtwald im engeren Sinne, der sich im Eigentum der Gemeinde befindet und von ihr oder einem beauftragten Forstbetrieb bewirtschaftet wird; der stadtnahe Wald, der zwar in privatem oder staatlichem Eigentum liegt, aber durch seine Lage und Zugänglichkeit de facto städtische Erholungsfunktionen erfüllt; sowie der Waldpark, der gestalterisch stärker überformt ist und eher dem Grünflächenbereich als dem Forstbereich zugerechnet wird. Im Stadtwald im Stadtwald zu sein bedeutet für viele Stadtbewohner eine alltägliche Erfahrung, die von der Planungsebene her jedoch erhebliche fachliche Tiefe erfordert.

Die Abgrenzung zum Wirtschaftswald ist funktional, nicht immer rechtlich eindeutig. Ein kommunaler Stadtwald kann durchaus Holz produzieren; die Holznutzung ist aber in der Regel dem Schutz- und Erholungsziel nachgeordnet. Die Forsteinrichtung, also die mittelfristige Betriebsplanung des Waldes, muss diese Prioritätenverschiebung abbilden. Stadtwald ist damit ein Mehrzweckwald im eigentlichen Sinne, bei dem die Gewichtung der Waldfunktionen gegenüber dem reinen Wirtschaftswald verschoben ist.

Historische Entwicklung: Vom Gemeindewald zur kommunalen Grüninfrastruktur

Die Geschichte des kommunalen Stadtwaldes reicht weit in das Mittelalter zurück. Viele der heute noch bestehenden Stadtwälder gehen auf Allmendewälder zurück, also auf gemeinschaftlich genutzte Waldflächen, die der Bürgerschaft einer Stadt zur Brennholzgewinnung, Waldweide und Streunutzung dienten. Städte wie Frankfurt am Main, Nürnberg oder Freiburg im Breisgau besitzen Stadtwälder, deren kommunale Eigentumsgeschichte Jahrhunderte umspannt. Der Frankfurter Stadtwald mit einer Fläche von über fünftausend Hektar gilt als einer der größten kommunalen Stadtwälder Europas und ist ein Paradebeispiel für die historische Kontinuität dieser Freiraumkategorie.

Im 19. Jahrhundert veränderte sich die Funktion des Stadtwaldes grundlegend. Mit der Industrialisierung und dem rasanten Wachstum der Städte gewann der Wald als Erholungsraum für die städtische Bevölkerung an Bedeutung. Reformbewegungen der Stadtplanung, die sich um die Jahrhundertwende formierten, erkannten den Wald als hygienisches und soziales Gegengewicht zur dichten, lauten, verschmutzten Stadt. Stadtplaner und Gartenarchitekten der Gründerzeit und der frühen Moderne, darunter Vertreter der deutschen Stadtparkbewegung, setzten sich für die Sicherung und Erschließung stadtnaher Wälder ein.

Die Nachkriegszeit brachte eine weitere Akzentverschiebung. Massenhafte Motorisierung, Freizeitgesellschaft und gestiegenes Umweltbewusstsein führten zu einer intensiveren Inanspruchnahme des Stadtwaldes durch Spaziergänger, Jogger, Reiter und später auch Mountainbiker. Gleichzeitig wuchs das Wissen um die ökologischen Leistungen des Waldes, was Naturschutzbelange stärker in die Bewirtschaftungsplanung einbrachte. Heute ist der Stadtwald ein Ort, an dem gesellschaftliche Aushandlungsprozesse über Naturverständnis, Freizeitkultur und Ressourcennutzung sichtbar werden.

Ökologische Leistungen: Stadtklima, Biodiversität und Wasserhaushalt

Der Stadtwald erbringt eine Vielzahl ökologischer Leistungen, die in der Fachsprache als Ökosystemleistungen (ecosystem services) bezeichnet werden. Für die Stadtplanung besonders relevant sind die klimatischen Wirkungen: Wälder kühlen ihre Umgebung durch Evapotranspiration, also durch die kombinierte Verdunstung von Bodenfeuchte und Transpiration der Bäume. An heißen Sommertagen können die Temperaturen im Stadtwald mehrere Grad Celsius unter denen der versiegelten Innenstadt liegen. Diese Kühlfunktion ist für die Klimaanpassung von Städten ein zentrales Argument für den Erhalt und die Erweiterung von Stadtwaldflächen.

Die Biodiversität im Stadtwald ist vielschichtig und hängt stark von der Bewirtschaftungsgeschichte, der Baumartenzusammensetzung und dem Anteil an Totholz ab. Naturnahe Stadtwälder mit einem hohen Anteil heimischer Laubbaumarten, strukturreichen Waldrändern und belassenem Totholz bieten Lebensraum für eine Vielzahl von Tierarten, darunter Höhlenbrüter, xylobionte Käfer (also holzbewohnende Insekten) und Fledermäuse. Die Fragmentierung durch Wege, Straßen und Siedlungsränder stellt jedoch eine dauerhafte Belastung dar: Viele Tierarten benötigen ungestörte Kernzonen oder Wanderkorridore, die im Stadtwald schwer zu gewährleisten sind.

Der Wasserhaushalt des Stadtwaldes unterscheidet sich erheblich von dem versiegelter Stadtflächen. Waldböden mit ihrer organischen Auflage und dem dichten Wurzelwerk nehmen Niederschlagswasser langsam auf, speichern es und geben es verzögert an das Grundwasser ab. Diese Infiltrationsleistung ist für das urbane Regenwassermanagement bedeutsam, besonders in Zeiten zunehmender Starkregenereignisse. Gleichzeitig ist der Waldboden empfindlich gegenüber Verdichtung durch Trittbelastung und Befahrung: Stark frequentierte Wege und informelle Trampelpfade können die Bodenstruktur nachhaltig schädigen und die Infiltrationskapazität erheblich reduzieren.

Lufthygienisch filtern Wälder Feinstaub und andere Partikel aus der Luft, wobei die Filterwirkung von der Blattoberfläche, der Bestandsstruktur und der Windexposition abhängt. Nadelgehölze mit ihrer ganzjährig vorhandenen Benadelungsoberfläche filtern tendenziell effektiver als sommergrüne Laubbäume, sind aber in der Stadtumgebung oft weniger stressresistent. Für die Planung bedeutet dies, dass die Baumartenwahl im Stadtwald immer mehrere Funktionsziele gleichzeitig berücksichtigen muss.

Erholung und Nutzung: Planerische Steuerung im Stadtwald

Die Erholungsfunktion ist für die meisten kommunalen Stadtwälder die gesellschaftlich sichtbarste Aufgabe. Millionen von Stadtbewohnern nutzen den Stadtwald täglich zum Spazierengehen, Joggen, Radfahren, Spielen und zur naturnahen Erholung. Diese Nutzungsintensität erfordert eine durchdachte Erschließungsplanung, die Besucherströme lenkt, sensible Bereiche schützt und gleichzeitig ein qualitätsvolles Erlebnis ermöglicht.

Das Wegesystem ist das wichtigste planerische Instrument zur Steuerung der Erholungsnutzung im Stadtwald. Ein gut konzipiertes Wegenetz bietet ausreichend Kapazität für die erwarteten Besucherzahlen, vermeidet die Zerschneidung ökologisch wertvoller Bereiche und führt Nutzer durch abwechslungsreiche Waldbilder. Wege im Stadtwald sollten in ihrer Dimensionierung, Befestigung und Linienführung dem Nutzungsdruck angepasst sein: Hauptwege mit hoher Frequenz können eine wassergebundene Decke oder eine befestigte Oberfläche erhalten, während Nebenwege bewusst schmal und naturnah gehalten werden, um den Waldcharakter zu wahren.

Die Nutzungskonkurrenz zwischen verschiedenen Besuchergruppen ist ein dauerhaftes Planungsthema. Fußgänger, Jogger, Radfahrer, Reiter und Hundehalter haben unterschiedliche Raumansprüche und erzeugen unterschiedliche Konflikte. Mountainbiker stellen eine besondere Herausforderung dar, weil ihr Aktionsradius abseits befestigter Wege liegt und sie Bodenerosion sowie Störungen der Fauna verursachen können. Viele Kommunen haben in den vergangenen Jahren eigene Bikeparks oder ausgewiesene Trails im Stadtwald eingerichtet, um diese Nutzung zu kanalisieren, ohne sie zu verdrängen.

Ruhezonen und Kernbereiche ohne Wegeerschließung sind ein wichtiges Instrument des naturschutzorientierten Stadtwaldbaus. Sie dienen nicht nur dem Artenschutz, sondern auch der Erholungsqualität: Wer im Stadtwald echte Stille und Ungestörtheit sucht, braucht Bereiche, die nicht von Wegen durchzogen sind. Die Ausweisung solcher Ruhezonen erfordert eine sorgfältige Abwägung mit den Erholungsansprüchen der Bevölkerung und ist politisch nicht selten umstritten.

Forstliche Bewirtschaftung und naturnaher Waldbau im urbanen Kontext

Die forstliche Bewirtschaftung des Stadtwaldes folgt anderen Leitbildern als die des Wirtschaftswaldes. Naturnaher Waldbau, also eine Bewirtschaftungsphilosophie, die auf natürliche Waldentwicklungsprozesse setzt, standortheimische Baumarten bevorzugt und auf Kahlschläge verzichtet, ist im Stadtwald heute weitgehend Standard. Das Konzept des Dauerwaldes, bei dem kein einheitliches Bestandsalter angestrebt wird, sondern eine dauerhafte, strukturreiche Bestockung, entspricht sowohl ökologischen als auch ästhetischen Anforderungen des Stadtwaldes besonders gut.

Die Baumartenwahl ist im Stadtwald eine der folgenreichsten planerischen Entscheidungen. Angesichts des Klimawandels mit zunehmenden Trockenstress, Hitzeperioden und neuen Schaderregern geraten viele traditionell gepflanzte Baumarten unter Druck. Die Fichte (Picea abies), die in vielen Stadtwäldern der Mittelgebirgslagen noch vor wenigen Jahrzehnten dominant war, ist durch Borkenkäferbefall und Trockenschäden in weiten Teilen Mitteleuropas stark zurückgegangen. Forstliche Fachleute empfehlen heute eine Mischung aus klimaresilienten heimischen Arten wie Traubeneiche (Quercus petraea), Hainbuche (Carpinus betulus) und Elsbeere (Sorbus torminalis) sowie geprüften gebietsfremden Arten wie der Douglasie (Pseudotsuga menziesii) oder der Zerreiche (Quercus cerris), deren Eignung für trockenere Standorte gut belegt ist.

Totholz ist im naturnahen Stadtwald ein Qualitätsmerkmal, das bewusst gefördert wird. Stehendes und liegendes Totholz bietet Lebensraum für eine Vielzahl von Organismen, die auf zersetzende Holzmasse angewiesen sind. Gleichzeitig stellt Totholz im öffentlich zugänglichen Stadtwald eine Verkehrssicherungspflicht dar: Abgestorbene Bäume in der Nähe von Wegen, Spielplätzen oder Parkplätzen müssen regelmäßig auf ihre Standsicherheit geprüft werden. Die Verkehrssicherungspflicht ist eine der größten rechtlichen und praktischen Herausforderungen im Stadtwaldbetrieb und erfordert ein systematisches Baumkontrollmanagement.

Die Forsteinrichtung, also der Betriebsplan für den Stadtwald, wird in der Regel alle zehn Jahre neu aufgestellt. Sie legt Hiebsätze (die jährlich nutzbare Holzmenge), Verjüngungsziele, Pflegemaßnahmen und Schutzgebietsausweisungen fest. Im Stadtwald fließen in diesen Planungsprozess neben forstlichen auch freiraumplanerische, naturschutzfachliche und soziale Belange ein. Die Einbindung der Stadtgesellschaft in diesen Prozess, etwa durch Bürgerbeteiligung oder Stadtwaldbeiräte, ist in vielen Kommunen mittlerweile gängige Praxis.

Infrastruktur, Ausstattung und Gestaltung im Stadtwald

Neben dem Wegesystem umfasst die Infrastruktur des Stadtwaldes Parkplätze, Informationstafeln, Rastplätze, Spielbereiche, Schutzhütten, Toilettenanlagen und in manchen Fällen gastronomische Einrichtungen. Die Gestaltung dieser Elemente sollte dem Waldcharakter entsprechen: Materialien wie Holz, Naturstein und Cortenstahl fügen sich besser in das Waldbild ein als Beton oder grelles Kunststoff. Gleichzeitig müssen Ausstattungselemente robust, wartungsarm und vandalismusresistent sein, da der Stadtwald rund um die Uhr genutzt wird und eine intensive Betreuung oft nicht gewährleistet ist.

Beschilderung und Orientierungssysteme im Stadtwald sind ein unterschätztes Planungsthema. Ein kohärentes Leitsystem, das Wegelängen, Schwierigkeitsgrade, Naturschutzhinweise und Notfallpunkte kommuniziert, verbessert die Nutzungsqualität erheblich und reduziert das Verlaufen in sensiblen Bereichen. Digitale Ergänzungen wie QR-Codes an Informationstafeln oder offizielle Stadtwald-Apps können das analoge System sinnvoll ergänzen, ersetzen es aber nicht, weil nicht alle Nutzergruppen digital affin sind.

Spielbereiche im Stadtwald unterscheiden sich konzeptionell von Spielplätzen im Stadtpark. Naturnahe Waldspielplätze setzen auf Naturmaterialien, Bewegungsfreiheit und das Erleben von Naturprozessen, also auf Baumstämme zum Balancieren, Sandflächen, Wasserstellen und offene Bereiche für selbstorganisiertes Spiel. Solche Anlagen fördern die Naturerfahrung von Kindern und sind gleichzeitig pflegeleichter als technisch aufwendige Spielgeräte.

Häufige Planungsfehler und Missverständnisse im Umgang mit dem Stadtwald

Ein verbreiteter Fehler in der kommunalen Praxis ist die Unterfinanzierung des Stadtwaldes. Weil Stadtwald keine direkten Einnahmen aus Holzverkauf in nennenswerter Höhe generiert und seine ökologischen und sozialen Leistungen nicht direkt monetarisiert werden, gerät er in Haushaltsdebatten leicht unter Druck. Die Folge sind aufgeschobene Pflegemaßnahmen, veraltete Infrastruktur und ein Rückstand bei der Verkehrssicherungspflicht. Dabei sind die volkswirtschaftlichen Kosten eines vernachlässigten Stadtwaldes, gemessen an entgangenen Kühlleistungen, höheren Gesundheitskosten und Biodiversitätsverlusten, erheblich höher als die Kosten einer ordentlichen Bewirtschaftung.

Ein weiteres Missverständnis betrifft die Vorstellung, Stadtwald könne sich selbst überlassen werden. Naturnaher Waldbau bedeutet nicht Nichtstun. Gerade in der Aufbauphase nach Kalamitäten (also nach Schadereignissen wie Sturm, Dürre oder Borkenkäferbefall) ist aktive forstliche Begleitung notwendig, um die Waldverjüngung zu fördern und unerwünschte Entwicklungen wie die Ausbreitung invasiver Neophyten zu verhindern. Arten wie die Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina) oder der Japanische Staudenknöterich (Reynoutria japonica) können sich in gestörten Waldbereichen rasch ausbreiten und die Verjüngung heimischer Baumarten behindern.

Schließlich wird die Bedeutung des Waldbodens in der Planung häufig unterschätzt. Bodenverdichtung durch Baumaßnahmen, Befahrung und intensive Trittbelastung reduziert die Infiltrationskapazität, schädigt das Mykorrhizanetz (das Netzwerk aus Pilzfäden, das Baumwurzeln mit Nährstoffen versorgt) und schwächt die Vitalität der Bäume langfristig. Bodenschutzmaßnahmen, also das Freihalten von Bauwurzelbereichen, die Anlage von Bodenschutzmatten bei Baumaßnahmen und die Ausweisung sperriger Bereiche, sollten in jede Stadtwald-Planung integriert sein.

Stadtwald als Baustein der grünen Infrastruktur: Perspektiven und Fazit

Der Stadtwald ist kein Relikt einer vorindustriellen Nutzungsform, sondern ein zukunftsfähiger Baustein der grünen Infrastruktur von Städten. Grüne Infrastruktur bezeichnet das strategisch geplante Netzwerk natürlicher und naturnaher Flächen, das Ökosystemleistungen für die Stadtgesellschaft erbringt. Im Stadtwald verdichten sich diese Leistungen auf besondere Weise: Klimaregulation, Biodiversitätsförderung, Wasserrückhalt, Lufthygiene, Erholung und Naturbildung sind hier auf einer Fläche vereint, die in keiner anderen Freiraumkategorie in dieser Kombination zu finden ist.

Die planerische Herausforderung besteht darin, diese Leistungen dauerhaft zu sichern und weiterzuentwickeln, ohne den Stadtwald zu überfordern. Wachsende Städte, steigende Besucherzahlen, Klimawandel und neue Nutzungsansprüche erhöhen den Druck auf die Waldflächen. Gleichzeitig bietet der Stadtwald eine Chance, die Naturverbindung der Stadtbevölkerung zu stärken und ein Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge zu fördern, das in der politischen Auseinandersetzung um Umweltschutz und Klimaanpassung dringend gebraucht wird.

Für Landschaftsarchitekten, Stadtplaner und Forstfachleute bedeutet die Arbeit im Stadtwald eine dauerhafte Aufgabe, die fachliche Breite verlangt. Wer im Stadtwald plant und bewirtschaftet, muss forstliche Grundkenntnisse mit freiraumplanerischem Denken, naturschutzfachlichem Urteilsvermögen und kommunikativem Geschick verbinden. Die Qualität des Stadtwaldes von morgen hängt davon ab, ob diese Fachleute heute die richtigen Entscheidungen treffen, und ob die Kommunen bereit sind, diese Entscheidungen mit ausreichenden Mitteln zu unterstützen.

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Prof. Maren Brakebusch ist Gastdozentin für Garten- und Landschaftsarchitektur an der FH Potsdam. Foto: © Lidia Tirri
Prof. Maren Brakebusch ist Gastdozentin für Garten- und Landschaftsarchitektur an der FH Potsdam. Foto: © Lidia Tirri

Die Architektin, Büroleiterin und Präsidentin des Verwaltungsrates Maren Brakebusch ist seit 2022 nebenberuflich auch Professorin für Garten- und Landschaftsarchitektur an der FH Potsdam. Im Januar 2023 hielt sie ihre Antrittsvorlesung „Die Natur der Stadt“.

Prof. Maren Brakebusch stellt Fragen

Was ist die Stadt? Was macht Stadtlandschaft aus? Wie entsteht das soziale Gefüge in den Metropolen? Und welchen Beitrag leistet der Freiraum dazu? All das sind Fragen, denen Maren Brakebusch in ihrer Antrittsvorlesung an der FH Potsdam Anfang diesen Jahres nachging. Es sind Fragen, zu denen sie in ihrem bisherigen Werdegang eine Menge Antworten und vermutlich auch noch mehr Fragen sammeln konnte.

Werdegang zwischen Stadt und Landschaft

Geboren 1974, studierte Brakebusch zunächst an der Leibnitz Universität in Hannover Landschaftsarchitektur. Im Anschluss an das Studium war sie in diversen Büros und Städten praktisch tätig. So betreute sie beispielsweise als Projektleiterin im Berliner Büro Kamel Louafi unter anderem verschiedene Projekte im Rahmen der EXPO 2000. Im Anschluss zog es sie dann zum renommierten Büro VOGT. Dort war sie seit 2009 als Büroleiterin am Standort in Zürich im Einsatz.

Nur vier Jahre später schließlich übernahm Prof. Maren Brakebusch die Bürogesamtleitung aller Standorte und war damit fortan auch für die Studios in Berlin, London und Paris verantwortlich. Neben der Bürotätigkeit engagiert sie sich seit 2017 auch im Hochschulkontext. An der ETH Zürich betreut sie Studierende in ausgewählten Projekten. Bereits 2020 bot sie dort auch ein Lehrformat mit dem Titel „Neue Stadtlandschaften – Brennpunkte urbaner Verdichtung“ an. Die Landschaft und die Stadt sind Themen die in Brakebuschs Arbeit auf allen Ebenen eine Rolle spielen.

Berufung von Prof. Maren Brakebusch an die FH Potsdam

In Potsdam ist sie ebenfalls seit 2017 aktiv. Zunächst unterrichtete sie als Gastdozentin der Garten- und Landschaftsarchitektur an der FH Potsdam. In der öffentlichen Antrittsvorlesung zu ihrer Berufung als Professorin im Fachbereich STADT | BAU | KULTUR rückte sie nun die bedeutungsvolle Korrelation von Stadt und Natur ins Rampenlicht. Einerseits versuchte sie in ihrem Vortrag das Wesen der Stadt zu ergründen. Dieses vielschichtige Gebilde „Stadt“ zu beschreiben ist keine einfache Aufgabe. Sind es doch so viele Faktoren, die sie formen und Einfluss nehmen. Brakebusch widmete sich in ihrer Vorlesung deshalb der kulturellen und sozialen Dimension ebenso wie der baulichen Substanz. Und dem Dazwischen, womit sie beim wichtigen Begriff der „Landschaft in der Stadt“ angelangte. Eben deren Gestaltung ist es schließlich, welche die angehenden Architekt*innen der FH Potsdam verinnerlichen sollen.

Das Gefüge von Natur und Stadt

Prof. Maren Brakebusch machte deutlich, dass diese kein Restraum sein dürfe. Und dass sie nicht als bloße Dekoration des bereits Gebauten gelte. Sondern dass sie vielmehr bereits von Anfang an mit den Gebäuden gemeinsam gedacht werden müsse. Indem Brakebusch herauskehrte, dass der Raum im kulturellen Prozess entsteht, machte sie deutlich, dass auch die Bauaufgabe als solcher Akt verstanden werden muss. Was wiederum eine Auseinandersetzung mit den späteren Nutzer*innen und ihren Bedürfnissen voraussetzt. Nur durch ein radikales Umdenken im Entwerfen und Bauen können die großen globalen Herausforderungen unserer Zeit gelöst werden. Dazu rief Brakebusch in ihrem Einstandsplädoyer auf. Sie forderte einen Perspektivwechsel im Umgang mit dem urbanen Gewebe. Dabei gab sie auch Hoffnung. Wenn die Potentiale des unbebauten Raumes erkannt werden, kann dieses Wissen im Umgang mit dichter werdenden Stadtkörpern Einsatz finden. Um so die Stadt und die Landschaft nicht als Gegensätze, sondern als sinnhaftes Gefüge zu gestalten.

Die Antrittsrede dürfte Studierende und Kolleg*innen gleichermaßen inspirieren. Und darüber hinaus einen spannenden Ausblick auf Maren Brakebuschs weiteres Wirken als Professorin an der FH Potsdam geben.

Mehr zu ihrem Wirken im Büro VOGT finden Sie hier.

Stadtentwicklung neu denken: Wie klimaresilientes Stadtmobiliar urbane Räume transformiert

Podest Tuttlingen von L. Michow & Sohn als Beispiel für klimaresilientes Stadtmobiliar, das Aufenthaltsqualität und Begrünung verbindet
Podest Tuttlingen von L. Michow & Sohn als Beispiel für klimaresilientes Stadtmobiliar, das Aufenthaltsqualität und Begrünung verbindet

Der Klimawandel ist keine abstrakte Zukunftsvision mehr – er ist Realität. Langanhaltende Hitzeperioden, Starkregenereignisse und extreme Wetterlagen fordern die Städte heraus. Damit urbane Lebensräume auch künftig lebenswert bleiben, müssen sie resilienter werden. Ein Schlüsselelement: durchdachtes, funktionales und klimaresilientes Stadtmobiliar. Die L. Michow & Sohn GmbH zeigt, wie modernes Stadtmobiliar nicht nur gestalterische, sondern auch klimapolitische Verantwortung übernimmt – mit Lösungen, die wirken.

Klimawandel als urbane Herausforderung

Unsere Städte sind zunehmend geprägt von versiegelten Flächen, verdichteten Bebauungen und einem Mangel an natürlichen Rückzugsorten. Der Klimawandel verschärft diese Herausforderungen: steigende Temperaturen, überlastete Entwässerungssysteme und eine sinkende Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Die Antwort liegt nicht nur in groß angelegten Infrastrukturprojekten, sondern auch in scheinbar kleinen Elementen – im Stadtmobiliar, das heute mehr können muss als je zuvor.

L. Michow & Sohn GmbH setzt auf genau diese Hebel: klimaangepasstes Design, modulare Flexibilität und gesellschaftlichen Mehrwert. Die Möbel, Pavillons, Brunnen und Pflanzgefäße des Unternehmens ermöglichen eine aktive Anpassung urbaner Räume an neue klimatische Bedingungen.

Mehr Grün, wo eigentlich kein Platz ist: Mobile Begrünung neu gedacht

Klassische Stadtbegrünung stößt in vielen Kommunen an räumliche Grenzen. Hier setzen mobile Pflanzgefäße an. Modelle wie Priwall oder das begrünte Sitzelement Victoria Park zeigen, wie Begrünung auch dort möglich ist, wo dauerhafte Vegetation nicht realisierbar ist. Diese Gefäße verbessern die Luftqualität, fördern durch Verdunstung die Kühlung des Mikroklimas und schaffen Lebensraum für Insekten.

Zudem lassen sie sich flexibel an wechselnde Bedingungen anpassen – sei es auf versiegelten Plätzen, temporären Veranstaltungsorten oder engen Innenhöfen. Besonders in dicht bebauten Stadtquartieren bieten sie eine sofort wirksame Möglichkeit zur Begrünung, ohne tiefgreifende bauliche Veränderungen zu benötigen.

Multifunktional und klimawirksam: Sitzpodeste mit integrierter Begrünung

Sitzgelegenheiten sind zentrale Elemente jeder städtischen Infrastruktur – doch sie können weit mehr sein als bloße Rastpunkte. Die Modelle Landau und Levels der L. Michow & Sohn GmbH vereinen Aufenthaltsqualität mit ökologischer Wirkung. Integrierte Pflanzzonen oder Baumausschnitte ermöglichen Schattenwurf, reduzieren die Hitzebelastung und fördern die Biodiversität.

Sie bieten eine Symbiose aus Form, Funktion und Nachhaltigkeit – und lassen sich je nach Standort flexibel konfigurieren. Ob als Treffpunkt auf belebten Plätzen oder als Ruheinsel im Park: Diese Podeste bieten eine einfache Möglichkeit, versiegelte Flächen aufzubrechen und neuen Raum für Natur zu schaffen.

Der Urban Alcove: Stadtmöbel für ein neues Miteinander

Mit dem Urban Alcove präsentiert das Unternehmen ein Stadtmöbel der nächsten Generation. Die begrünte Rückwand filtert Feinstaub und verbessert die Luftqualität. Ein integriertes Bewässerungssystem reduziert den Pflegeaufwand – besonders relevant in Zeiten knapper kommunaler Ressourcen.

Dank seiner modularen Bauweise eignet sich der Urban Alcove ideal für temporäre Aufstellungen: etwa als Parklet auf ehemaligen Parkplätzen, zur Verkehrsberuhigung oder zur Erweiterung von Gehwegen. Dabei dient die massive Konstruktion auch als Lärmschutz und schafft eine geschützte, angenehme Aufenthaltsatmosphäre – mitten in der Stadt. Ein Möbelstück, das sowohl ökologisch als auch sozial wirkt.

Hitze reduzieren: Schatten schaffen, Wasser zugänglich machen

Hitze ist längst ein Risiko für die öffentliche Gesundheit, besonders für vulnerable Gruppen wie Kinder, Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen. Stadtmobiliar kann hier als präventive Infrastruktur wirken.

Mit überdachten Pavillons wie Ostseeblick oder Hamburg entstehen kühlere Rückzugsorte im Stadtraum. Alternativ lassen sich auch klassische Sitzgelegenheiten wie Bänke und Sessel gezielt beschatten. Diese Maßnahmen steigern nicht nur die Aufenthaltsqualität, sondern leisten auch einen aktiven Beitrag zur Hitzeminderung.

Ein besonders wichtiger Baustein ist der Zugang zu kostenlosem, öffentlich zugänglichem Trinkwasser. Der Trinkbrunnen Hamburg erfüllt genau diese Funktion – und mehr. Mit seiner geschwungenen, barrierearmen Form ist er aus allen Richtungen und Höhen nutzbar. Er erlaubt das einfache Befüllen von Flaschen jeglicher Größe und verfügt über eine integrierte Trinkschale für Hunde.

Seine Funktionalität und Gestaltung wurden bereits ausgezeichnet: German Design Award 2025. Der Trinkbrunnen ist damit nicht nur ein funktionales Element, sondern ein prämiertes Designobjekt, das soziale Gerechtigkeit und ökologische Wirkung verbindet.

Von der Vision zur Umsetzung: Stadtmöbel als Baustein klimaresilienter Städte

Klimaanpassung in Städten ist kein abstrakter Begriff, sondern eine konkrete Aufgabe. Stadtmobiliar von L. Michow & Sohn GmbH bietet vielfältige Möglichkeiten, dieser Herausforderung zu begegnen – durchdacht, flexibel und gestalterisch überzeugend.

Ob mobile Pflanzgefäße, begrünte Sitzpodeste, modulare Stadtinseln, Pavillons oder Trinkbrunnen – jedes Produkt ist Teil eines integrativen Ansatzes, der ökologische, funktionale und ästhetische Anforderungen vereint. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf Serienlösungen, sondern auch auf maßgeschneiderten Anfertigungen, die auf individuelle Gegebenheiten und kommunale Anforderungen abgestimmt sind.

Die L. Michow & Sohn GmbH begleitet Kommunen, Planer und Architekten mit fundierter Beratung, hohem Designanspruch und einem klaren Ziel: Städte zu gestalten, die dem Klimawandel standhalten – und dabei ihre Lebensqualität nicht nur bewahren, sondern aktiv steigern.

Zukunftsfähige Stadtentwicklung beginnt im Detail

Klimaresilienz ist kein einmaliger Kraftakt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Stadtmobiliar spielt dabei eine zentrale Rolle – als niedrigschwellige, flexible und sofort sichtbare Maßnahme, die städtische Räume aufwertet und funktional erweitert.

Mit Produkten wie dem Urban Alcove, den Pflanzgefäßen Priwall und Victoria Park, den Podesten Landau und Levels, den Pavillons Ostseeblick und Hamburg oder dem preisgekrönten Trinkbrunnen Hamburg bietet L. Michow & Sohn GmbH genau die Lösungen, die unsere Städte jetzt brauchen.

Sie möchten Ihre Kommune zukunftsfähig gestalten? Dann lassen Sie sich jetzt individuell beraten – und setzen Sie auf Stadtmobiliar, das wirkt.

Mehr erfahren unter: www.michow.de 

Lesen Sie hier mehr über die innovative Forschung für die klimaresiliente Stadt.