Kfw Förderung Dachbegrünung Garage: Prinzip, Planung und Beispiele

Begrünte, klimaangepasste Stadtinfrastruktur zum Thema Kfw Förderung Dachbegrünung Garage
Luftaufnahme einer dichten Stadtstruktur mit Gebäuden aus der Vogelperspektive. Foto: chuttersnap / Unsplash

Garagen, Carports und Tiefgaragendächer gelten in der Freiraumplanung oft als vernachlässigte Restflächen. Dabei bieten gerade diese horizontalen Betonplatten ein erhebliches Potenzial für Dachbegrünung, Regenwassermanagement und Aufenthaltsqualität. Wer die KfW-Förderung für Dachbegrünung auf der Garage kennt und versteht, kann einen baulichen Eingriff realisieren, der ökologisch wirksam, technisch beherrschbar und wirtschaftlich sinnvoll ist. Die Kombination aus Förderprogramm, Vegetationstechnik und Freiraumplanung erfordert allerdings Präzision in der Vorbereitung.

  • Welche KfW-Programme für die Dachbegrünung von Garagen und Nebengebäuden relevant sind und wie sie funktionieren
  • Was förderfähig ist und welche Anforderungen an Planung, Aufbau und Nachweis gestellt werden
  • Welche vegetationstechnischen Grundlagen für Garagendächer gelten und welche Bauarten möglich sind
  • Wie statische, abdichtungstechnische und entwässerungstechnische Anforderungen die Planung bestimmen
  • Welche Rolle Dachbegrünungen im Kontext von Regenwassermanagement und Stadtklima spielen
  • Wie Extensive und Intensive Dachbegrünung sich unterscheiden und welche für Garagen geeignet ist
  • Welche Fehler bei Planung, Ausführung und Förderantrag häufig auftreten
  • Wie Dachbegrünung auf Garagen in den größeren Kontext kommunaler Freiraum- und Klimaanpassungsplanung eingebettet ist

KfW-Förderung Dachbegrünung Garage: Welche Programme greifen und wie sie funktionieren

Die KfW-Förderung für Dachbegrünung auf Garagen ist kein eigenständiges, auf Nebengebäude zugeschnittenes Programm, sondern Teil eines breiteren Förderrahmens für energieeffizientes Bauen, Sanieren und naturnahes Wohnumfeld. Das zentrale Instrument ist das KfW-Programm 297/298 „Klimafreundlicher Neubau“, das Neubauten fördert, die bestimmte Effizienzstandards und Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Für Bestandsgebäude und Sanierungsmaßnahmen ist das Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) das maßgebliche Dach, unter dem verschiedene Einzelprogramme gebündelt sind. Dachbegrünung wird dabei als Bestandteil eines energetischen oder ökologischen Gesamtkonzepts betrachtet, nicht als isolierte Einzelmaßnahme.

Für Garagen und Nebengebäude ist die Förderfähigkeit an eine entscheidende Bedingung geknüpft: Das Nebengebäude muss in einem sachlichen und räumlichen Zusammenhang mit dem geförderten Hauptgebäude stehen. Eine freistehende Garage auf einem Grundstück mit Wohngebäude kann dann förderfähig sein, wenn die Gesamtmaßnahme das Wohngebäude einschließt und die Garagenbegrünung als Teil eines integrierten Konzepts beantragt wird. Wer ausschließlich die Garage begrünen möchte, ohne das Hauptgebäude in eine Fördermaßnahme einzubeziehen, wird bei der KfW in der Regel keine direkte Förderung für diese Einzelmaßnahme finden. Hier greifen dann häufig ergänzende kommunale oder landesspezifische Förderprogramme, die mit KfW-Mitteln kombiniert werden können.

Das KfW-Programm 358/359 „Wohngebäude Kredit“ sowie die Zuschussvariante 461 ermöglichen Förderung für Einzelmaßnahmen, zu denen unter bestimmten Voraussetzungen auch Dachbegrünung zählt, wenn sie mit einer energetischen Sanierungsmaßnahme kombiniert wird. Die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten, der die Maßnahme plant und begleitet, ist dabei Pflicht. Dieser Experte, in der Fachsprache iSFP-Berater oder Energieberater nach BEG, ist nicht nur formale Anforderung, sondern stellt sicher, dass die Begrünung in ein bauphysikalisch konsistentes Gesamtkonzept eingebettet ist.

Kommunale Ergänzungsprogramme und Kombinierbarkeit

Viele Städte und Gemeinden haben eigene Förderprogramme für Dachbegrünung aufgelegt, die unabhängig von KfW-Mitteln oder in Kombination damit beantragt werden können. Diese kommunalen Programme sind oft niedrigschwelliger: Sie fördern Dachbegrünung auf Garagen, Carports und Nebengebäuden direkt als Einzelmaßnahme, ohne Kopplung an eine energetische Sanierung des Hauptgebäudes. Fördersätze variieren stark, liegen aber häufig zwischen zehn und dreißig Euro pro Quadratmeter begrünter Dachfläche. Einige Kommunen fördern zusätzlich die Regenwasserversickerung oder die Entsiegelung von Flächen, was sich mit einer Dachbegrünung auf der Garage sinnvoll verbinden lässt.

Die Kombinierbarkeit von KfW-Mitteln und kommunalen Zuschüssen ist grundsätzlich möglich, solange die Gesamtförderung die förderfähigen Kosten nicht übersteigt. Fachplaner und Energieberater kennen die jeweiligen Kumulierungsregeln und können Antragsteller durch den Förderdschungel führen. Wer vor Baubeginn keinen Förderantrag stellt, verliert in der Regel den Anspruch: Das sogenannte Verbot des vorzeitigen Maßnahmebeginns ist bei KfW-Programmen strikt einzuhalten. Eine Ausnahme bildet lediglich die Beauftragung eines Energieberaters vor der eigentlichen Baumaßnahme.

Vegetationstechnische Grundlagen: Extensive und Intensive Dachbegrünung im Vergleich

Die Vegetationstechnik unterscheidet grundsätzlich zwischen extensiver und intensiver Dachbegrünung. Diese Unterscheidung ist nicht nur botanischer, sondern vor allem bautechnischer Natur und hat unmittelbare Konsequenzen für Statik, Abdichtung, Aufbaudicke und Pflegeaufwand. Für Garagendächer ist die extensive Begrünung der weitaus häufigere Ansatz, weil sie mit geringem Substratgewicht auskommt und die statischen Anforderungen an die Garagendecke in der Regel nicht überfordert.

Extensive Dachbegrünung arbeitet mit Substratschichten von typischerweise sechs bis fünfzehn Zentimetern Dicke und Pflanzengesellschaften, die an Trockenheit und Nährstoffarmut angepasst sind. Sedum-Arten (Fetthenne), Moose, Kräuter und Gräser der Magerrasengesellschaften bilden das vegetative Rückgrat dieser Systeme. Das Flächengewicht im wassergesättigten Zustand liegt je nach Aufbau zwischen etwa achtzig und hundertfünfzig Kilogramm pro Quadratmeter. Diese Lasten müssen die Garagendecke tragen können, was eine statische Überprüfung durch einen Tragwerksplaner zwingend voraussetzt. Viele ältere Garagendecken aus den 1960er bis 1980er Jahren sind für diese Zusatzlasten nicht dimensioniert und müssen vor der Begrünung ertüchtigt oder zumindest gutachterlich bewertet werden.

Intensive Dachbegrünung hingegen ermöglicht tiefwurzelnde Stauden, Sträucher und sogar Bäume. Die Substratdicken beginnen bei etwa zwanzig bis dreißig Zentimetern und können bei Baumstandorten auf einen Meter und mehr ansteigen. Das Flächengewicht steigt entsprechend auf mehrere hundert Kilogramm pro Quadratmeter. Für eine typische Einzelgarage oder eine einfache Reihengaragenanlage ist intensive Begrünung selten realisierbar, ohne die Tragkonstruktion grundlegend zu verstärken. Auf Tiefgaragendecken, die ohnehin für Fahrzeuglasten und Erdüberdeckung ausgelegt sind, ist intensive Begrünung dagegen der Standard und bildet die Grundlage für Hofgärten, Spielflächen und Aufenthaltsbereiche über dem Untergeschoss.

Aufbau und Schichtfolge eines Gründachs

Der regelgerechte Aufbau eines Gründachs folgt einer definierten Schichtfolge, die in den Richtlinien der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL), den sogenannten Dachbegrünungsrichtlinien, verbindlich beschrieben ist. Diese Richtlinien sind der maßgebliche Fachstandard im deutschsprachigen Raum und bilden die Grundlage für Planung, Ausschreibung und Abnahme. Von unten nach oben gliedert sich der Aufbau in: Tragkonstruktion, Abdichtungsebene mit wurzelfester Schutzschicht, Drän- und Filterschicht, Substratschicht und Vegetationsschicht.

Die Abdichtung ist das kritischste Element. Sie muss nicht nur wasserdicht, sondern auch wurzelfest sein, da Pflanzenwurzeln selbst scheinbar dichte Membranen über Zeit durchwachsen können. Die FLL-Richtlinien definieren Prüfverfahren für die Wurzelfestigkeit von Abdichtungsbahnen. Bitumenbahnen mit Wurzelschutzfolie, Kunststoffdichtungsbahnen (KDB) und flüssig aufgebrachte Abdichtungen (FLK) sind gängige Systeme. Bei bestehenden Garagen muss die vorhandene Abdichtung auf Wurzelfestigkeit geprüft oder durch eine geeignete Schutzschicht ergänzt werden. Dieser Schritt wird in der Praxis häufig unterschätzt und führt zu kostspieligen Folgeschäden, wenn er unterbleibt.

Statik, Abdichtung und Entwässerung: Die technischen Planungsgrundlagen

Die statische Prüfung ist der erste und unverzichtbare Schritt jeder Garagendachbegrünung. Sie klärt, welche Flächenlasten die Decke im wassergesättigten Zustand des Substrats aufnehmen kann, und berücksichtigt dabei auch Schneelasten, die auf das Gründach wirken. Maßgeblich sind die einschlägigen Eurocodes, insbesondere EN 1991 für Einwirkungen auf Tragwerke, sowie die nationalen Anwendungsdokumente. Der Tragwerksplaner berechnet die vorhandene Tragfähigkeit der Decke und vergleicht sie mit den geplanten Gründachlasten. Ist die Tragfähigkeit nicht ausreichend, sind Verstärkungsmaßnahmen erforderlich, die die Wirtschaftlichkeit des Projekts erheblich beeinflussen können.

Die Entwässerung des Gründachs ist ein weiterer kritischer Planungsaspekt. Auch eine begrünte Dachfläche muss entwässert werden, da Substrat und Dränschicht zwar Wasser zwischenspeichern, aber bei Starkregenereignissen nicht das gesamte Wasservolumen zurückhalten können. Notabläufe und Hauptabläufe müssen zugänglich und regelmäßig kontrollierbar bleiben. Die FLL-Richtlinien schreiben vor, dass Abläufe durch Kiesstreifen oder spezielle Ablaufschächte vor Substrat und Wurzeln geschützt werden. Auf Garagendächern mit geringer Neigung, die häufig nahezu flach ausgeführt sind, ist eine sorgfältige Gefälleplanung unerlässlich, um Staunässe zu vermeiden, die sowohl der Abdichtung als auch der Vegetation schadet.

Das Thema Regenwassermanagement verbindet die technische mit der ökologischen Dimension. Ein extensives Gründach auf einer Garage mit zwanzig Quadratmetern Fläche kann bei einem Regenereignis einen erheblichen Teil des Niederschlagswassers zurückhalten und zeitverzögert abgeben. Dies entlastet die kommunale Kanalisation, reduziert Spitzenabflüsse und trägt zur Grundwasserneubildung bei, wenn das verzögert abgegebene Wasser versickern kann. Viele Kommunen honorieren diese Leistung durch reduzierte Niederschlagswassergebühren, was die Wirtschaftlichkeit einer Dachbegrünung auf der Garage zusätzlich verbessert.

Dachbegrünung auf der Garage im Kontext von Klimaanpassung und Stadtökologie

Garagendächer sind in deutschen Städten eine flächenmäßig bedeutende, aber kaum genutzte Ressource. Wohngebiete der Nachkriegszeit, Reihenhaussiedlungen und Geschosswohnungsbau der 1960er bis 1980er Jahre verfügen oft über ausgedehnte Garagenhöfe und Tiefgaragendecken, die als versiegelte, heiße Flächen im Sommer erheblich zur städtischen Wärmeinselbildung beitragen. Die Begrünung dieser Flächen ist deshalb nicht nur eine individuelle Baumaßnahme, sondern ein Beitrag zur gesamtstädtischen Klimaanpassung.

Gründächer kühlen durch Evapotranspiration, also die Verdunstung von Wasser über Substrat und Pflanzenoberflächen. Dieser Effekt senkt die Oberflächentemperatur eines begrünten Dachs im Hochsommer um bis zu dreißig Grad Celsius im Vergleich zu einem unbegrünten Bitumendach. In dicht bebauten Quartieren, wo Hitzestress für ältere und gesundheitlich eingeschränkte Menschen ein ernstes Problem ist, sind diese Kühleffekte stadtplanerisch relevant. Kommunen, die Klimaanpassungskonzepte entwickeln, betrachten Garagendachbegrünung deshalb zunehmend als Baustein in einer integrierten Strategie, die Entsiegelung, Begrünung, Beschattung und Wasserrückhalt kombiniert.

Für die Biodiversität leisten extensive Gründächer auf Garagen einen bescheidenen, aber realen Beitrag. Trockenrasengesellschaften auf Dächern bieten Lebensraum für spezialisierte Insekten, darunter solitäre Wildbienen, die auf Magerstandorte angewiesen sind. Sedum-Arten blühen über einen langen Zeitraum und bieten Nektar und Pollen. In Kombination mit Nisthilfen oder strukturreichen Substratbereichen können Garagendächer zu Trittsteinbiotopen im städtischen Grünnetz werden. Diese ökosystemaren Leistungen sind schwer monetär zu bewerten, werden aber in der Freiraumplanung zunehmend als Argumente für die Förderung von Dachbegrünung angeführt.

Häufige Fehler bei Planung, Ausführung und Förderantrag

Der verbreitetste Fehler bei der Planung einer KfW-geförderten Dachbegrünung auf der Garage ist das Verkennen der Fördersystematik. Viele Bauherren gehen davon aus, dass Dachbegrünung als isolierte Maßnahme direkt über die KfW gefördert wird, und sind enttäuscht, wenn sie feststellen, dass die Einbindung in ein energetisches Gesamtkonzept und die Beauftragung eines Energieberaters Voraussetzung sind. Wer diesen Schritt überspringt und mit dem Bau beginnt, verliert den Förderanspruch unwiederbringlich. Die Reihenfolge lautet immer: Beratung, Antrag, Bewilligung, dann Baubeginn.

Ein technischer Planungsfehler, der in der Praxis häufig vorkommt, ist die unzureichende Prüfung der vorhandenen Abdichtung. Ältere Garagendächer haben oft Bitumenabdichtungen, die zwar noch wasserdicht, aber nicht wurzelfest sind. Wird darüber ein Gründach aufgebaut, ohne eine wurzelfeste Schutzschicht einzufügen, können Pflanzenwurzeln die Abdichtung innerhalb weniger Jahre durchdringen. Die Folge sind Feuchtigkeitsschäden in der Garagendecke, die teurer zu sanieren sind als das gesamte Gründach. Fachgerechte Ausführung setzt voraus, dass die Abdichtung entweder nachgewiesen wurzelfest ist oder durch eine geprüfte Schutzschicht ergänzt wird.

Auf der vegetationstechnischen Seite ist die Wahl eines ungeeigneten Substrats ein häufiger Mangel. Gartenerde oder Mutterboden sind für Dachbegrünungen ungeeignet: Sie sind zu schwer, verdichten sich, neigen zu Staunässe und bieten den für Extensivbegrünungen typischen Trockenheitszeigern keine geeigneten Wuchsbedingungen. Normgerechte Dachbegrünungssubstrate nach FLL-Richtlinien sind mineralisch geprägt, leicht, drainagefähig und nährstoffarm. Nur auf solchen Substraten entwickeln sich Sedum, Moose und Magerrasenarten dauerhaft stabil, ohne dass intensive Pflege erforderlich wird.

Beim Förderantrag selbst ist die lückenlose Dokumentation der Maßnahme entscheidend. KfW und kommunale Förderstellen verlangen Nachweise über Planung, Ausführung und Qualitätssicherung. Dazu gehören in der Regel Lage- und Detailpläne, Statiknachweis, Nachweis der Abdichtungsqualität, Substratnachweis nach FLL sowie Fotos vor und nach der Ausführung. Wer diese Unterlagen nicht systematisch zusammenstellt, riskiert Rückforderungen oder Kürzungen der Förderung.

Dachbegrünung auf der Garage als Planungsaufgabe: Ein Fazit

Die KfW-Förderung für Dachbegrünung auf Garagen ist kein Selbstläufer, aber ein gut nutzbares Instrument für Bauherren, die bereit sind, die Maßnahme fachgerecht zu planen und in einen größeren Kontext einzubetten. Die technischen Anforderungen, von der Statik über die wurzelfeste Abdichtung bis zur FLL-gerechten Substrat- und Vegetationsauswahl, sind beherrschbar, wenn Fachleute aus Landschaftsarchitektur, Tragwerksplanung und Gebäudetechnik von Beginn an einbezogen werden. Der Energieberater als Pflichtbaustein der KfW-Förderung ist dabei kein bürokratisches Hindernis, sondern ein Qualitätssicherungsinstrument, das die Maßnahme in ein kohärentes Gesamtkonzept einbettet.

Aus freiraumplanerischer Perspektive ist die Garagendachbegrünung mehr als eine Einzelmaßnahme. Sie ist Teil einer stadtweiten Aufgabe: die versiegelten Horizontalflächen der Nachkriegsstädte zurückzugewinnen, zu begrünen und in das Grünnetz der Stadt einzubinden. Tiefgaragendecken, Garagenhöfe und Carportdächer summieren sich in vielen Stadtquartieren zu Flächen, die in ihrer Gesamtheit eine relevante Größenordnung erreichen. Wenn diese Flächen begrünt werden, kühlen sie, halten Regenwasser zurück, bieten Lebensraum und verbessern die Aufenthaltsqualität in den Quartieren. Das ist keine romantische Vorstellung, sondern eine messbare, planbare und förderfähige Leistung.

Wer die KfW-Förderung für Dachbegrünung auf der Garage in Anspruch nehmen möchte, sollte früh beginnen: mit der Beratung durch einen zugelassenen Energieberater, mit der statischen Überprüfung der Garagendecke und mit der Recherche kommunaler Ergänzungsprogramme. Die Kombination aus Bundesförderung, kommunalem Zuschuss und reduzierten Niederschlagswassergebühren kann die Wirtschaftlichkeit einer Garagendachbegrünung erheblich verbessern. Und die ökologische Rendite, in Form von Kühlung, Wasserrückhalt und Biodiversität, fließt unabhängig vom Förderrahmen in das Stadtklima ein.

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Eine Seilbahn schwebt über die Gärten der Welt in Berlin. (Foto: Thomas Rosenthal)

Eine Seilbahn schwebt über die Gärten der Welt in Berlin. (Foto: Thomas Rosenthal)

Auf kleinstem Raum lassen sich in Berlin-Marzahn die unterschiedlichsten Ansätze der Landschafts- und Gartenarchitektur studieren. Denn die Anlage Gärten der Welt vereint neben klassischen Tourist*innenattraktionen wie eine Seilbahn, Aussichtspunkte und einer Arena für Veranstaltungen noch mehr – nämlich Gartenkunst. Und zwar aus allen Herren Ländern und Kulturen. In verschiedenen Themengärten und Gartenkabinetten können Besucher*innen entsprechend Ansätze und Gestaltungen aus aller Welt betrachten. Hier erfahren Sie, welche Gärten der Welt Ihnen geboten werden.

Gärten der Welt präsentieren internationale Gartenkunst

Früher noch als “Erholungspark Marzahn” bekannt, wurde das Areal an der Ecke Eisenacher Straße und Blumberger Damm anlässlich der IGA 2017 erweitert und umgebaut. Insgesamt 43 Hektar Fläche belegt das Gelände, das heute den Namen “Gärten der Welt” trägt, seitdem.

Die Gärten der Welt bestechen mit vielen Attraktionen für Groß und Klein. Dabei kommen Gartenkunstenthusiast*innen genauso auf ihre Kosten wie Familien mit Kindern und Tourist*innen. So bietet der Park seit dem Umbau zur IGA 2017 inzwischen neun internationale Gartenkabinette, die traditionelle Techniken der Gartengestaltung präsentieren, elf Themengärten, und eine Arena für Veranstaltungen. Dazu kommen Spielplätze, ein Irrgarten und eine Seilbahn, die die Bezirke Marzahn und Hellersdorf miteinander verbinden.

Der Fokus  des Parks liegt aber – wie der Name schon verrät – auf den “Gärten der Welt”. Die Gartenkabinette und Themengärten erlauben es den Besucher*innen dementsprechend, Einblicke in die Gartenkunst verschiedener Kontinente, Epochen und Kulturkreisen zu erhalten. Welche internationalen Gärten im Park zu besichtigen sind, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Die Gärten der Welt – Übersicht

Chinesischer Garten

Als erster Garten der Welt entstand in den 1990er-Jahren der Chinesische Garten. Mit dem “Garten des wiedergewonnenen Mondes” wurde 1994 der größte Chinesische Garten Europas in Berlin erschaffen. Seine Planung begann 1994 im Rahmen einer Städtepartnerschaft zwischen Peking und Berlin als klassischer chinesischer Gelehrtengarten. Die Idee dahinter war auch, die Jahrtausende alte chinesische Gartenkunst in die Gegenwart zu übersetzen. 

Im Zentrum des Gartens sitzt der “Spiegel des Himmels”, ein 4 500 Quadratmeter großer See, an dessen Ufer sich ein Teehaus chinesischer Architektur mit der typisch geschwungenen und spektakulär auskragenden Dachkonstruktion befindet. Als charakteristische Bepflanzung kommen im Garten des wiedergewonnenen Mondes beispielsweise Magnolien, Chrysanthemen oder Bambus zum Einsatz. Übrigens: Der Mond im Namen steht sinnbildlich für die Wiedervereinigung des einst geteilten Berlins.

Größe: 27 000 Quadratmeter, inklusive 5 000 Quadratmetern Teichfläche
Eröffnung: 15. Oktober 2000
Planung: Klassisches Institut für Gartenarchitektur, Peking

Japanischer Garten

Der “Garten des zusammenfließenden Wassers” entsprang der Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Tokio. Basierend darauf soll der Garten die Idee eines harmonischen Miteinanders verkörpern. Darum bestimmt diesen Bereich der Gärten der Welt das Leitmotiv Wasser – es symbolisiert das Zusammenfließen von Kulturen und den Verlauf der Geschichte. 

Im Japanischen Garten findet sich demzufolge ein Wassergarten, aber auch ein Zengarten und ein Garten aus Rasenflächen, in denen insgesamt 300 Augengneissteine verteilt sind. Dazu kommt ein Pavillon – der Chaya – in seiner Mitte. 

Entsprechend der Japanischen Kultur, in der Stille eine besondere Bedeutung zukommt, ist auch der Japanische Garten im Park Die Gärten der Welt ein Ort, an dem Besucher*innen zur Ruhe kommen können. Fun Fact: Die Baustelle für den Japanischen Garten gilt als eine der leisesten in der Geschichte der Gärten der Welt.

Größe: 2 700 Quadratmeter
Eröffnung: 30. April 2003
Planung: Prof. Shunmyo Masuno

Balinesischer Garten

Der “Garten der drei Harmonien” entstand im Rahmen einer Städtepartnerschaft zwischen Jakarta und Berlin. Sein Name bezieht sich auf das balinesische Streben, im Einklang mit sich selbst, dem Umfeld und dem Universum zu leben. Auf diese dreifaltige Harmonie ist der Balinesische Garten ausgerichtet.

Dabei handelt es sich auch um den einzigen Garten in den Gärten der Welt, der gänzlich in einer Tropenhalle untergebracht ist. Eine Wohn- und Tempelanlage, in der auch die Berliner Bali-Gemeinde ihre Religion aktiv ausübt, bildet das zentrale Element des Gartens. Dahinter erstreckt sich zudem ein an einen balinesischen Tropenwald angelehnter Garten mit Reisterrassen und Pflanzen wie Schraubenbäumen, Hibiskus, Gardenien, Farnen, Orchideen und den duftgewaltigen Frangipani.

Größe: 2000 Quadratmeter in Leichtbauhalle
Eröffnung: 18. Dezember 2003
Planung: Putu Edy Semara

Orientalischer Garten

Der “Garten der vier Ströme” wurde nach den Gestaltungsprinzipien der traditionellen orientalisch-islamischen Gartenkultur entworfen. Daher verbirgt er sich einer vier Meter hohen Mauer. Damit spielt er mit dem Mythos des Gartens als verborgene Oase. Außerdem hilft die Abgrenzung dabei, das spezielle Klima im Garten aufrecht erhalten zu können.

In der Gartenanlage finden sich typisch orientalische Arkadengänge mit Ornamenten und Mosaiken. Dazu kommt ein viergeteilter Gartenhof mit einem Brunnen in der Mitte. Im Garten befinden sich Zier- und Nutzpflanzen: Granatäpfel, Oliven und Palmen, aber auch Flieder, Oleander und Magnolien.

Größe: 6 100 Quadratmeter
Eröffnung: 7. Juli 2005
Planung: Kamel Louafi, Prof. Mohammed El Faiz

Hier finden Sie weitere Projekte des Garten- und Landschaftsarchitekten Kamel Louafi.

Koreanischer Garten

Der “Seouler Garten” war ein Geschenk der Südkoreanischen Hauptstadt an Berlin. Er entstand nach einem Berlin-Besuch des Oberbürgermeisters von Seoul und war dafür gedacht, die Beziehungen zwischen den Städten zu vertiefen. 

Die Gestaltung des Koreanischen Gartens ist geprägt von Buddhismus, den Lehren von Konfuzius und dem volkstümlichen schamanischen Glauben. Dazu gehört auch das Gleichgewicht zwischen männlichen und weiblichen Kräften in der Natur. Beide werden im Garten mehrfach repräsentiert.

Im Koreanischen Garten finden sich zahlreiche Totempfähle und abstrakte Holzfiguren, die der schamanischen Kulturgeschichte Koreas entspringen. Geplant wurde er von koreanischen Gartenarchitek*innen, die eine koreanische Felslandschaft mit den typischen Kiefern, Fächerahornen, Eichen und Bambussen erschufen. Zentrales Bauwerk ist der “Kye Zeong” (Pavillon am Wasser), in dem sich typisch koreanische Wohnräume besichtigen lassen.

Größe: 4 000 Quadratmeter
Eröffnung: 31. März 2006
Planung: Samsung Everland Inc., Seoul

Irrgarten und Pflasterlabyrinth

Zur Gartenkultur gehören selbstverständlich auch Irrgärten, die ihren Ursprung in der Renaissance haben. Die Irrgartenanlage des britischen Königsschlosses Hampton Court war Vorbild für die Anlage in den Gärten der Welt. Diese wurde mit einer zwei Meter hohen Eibenhecke, bestehend aus über 1 200 Pflanzen, angelegt. Der Weg in das Zentrum des Pflasterlabyrinths dauert etwa zehn Minuten. Dort findet sich auch ein Aussichtsturm, der einen Überblick über das Labyrinth erlaubt.

Zusätzlich zum 3D-Irrgarten gibt es in den Gärten der Welt auch ein zweidimensionales Labyrinth aus Pflastersteinen. Hellgraue Steine markieren den Weg zur Mitte. Insgesamt 11 Umgänge, 28 Kehre und ebenfalls zehn Minuten führen zu dessen Mitte.

Größe: Heckenirrgarten: 2 000 Quadratmeter, Pflasterlabyrinth: 340 Quadratmeter
Eröffnung: 22. Juni 2007
Planung: gruppe F Landschaftsarchitekten, Berlin

Karl-Foerster-Staudengarten

Das 1957 erschienene Buch “Einzug der Gräser und Farne in die Gärten” von Karl Foerster war Inspirationsquelle für diesen Teil der Gärten der Welt.  Der Gärtner, Züchter und Gartenphilosoph prägte die deutsche und die internationale Gartenkultur nachhaltig – einerseits mit seinen Schriften, aber andererseits auch mit der Einführung von Wild- und Kulturstauden.

Stauden sind es deshalb auch, die den Karl-Foerster-Staudengarten dominieren. Zwischen streng geschnittenen Buchsbaumhecken finden sich geometrisch formal angelegte Beete mit Prachtstauden, die von landschaftlich geprägten Teilen des Gartens kontrastiert werden. So spielen anspruchsvolle Pflanzungen und frei gestaltete Naturgärten zusammen.

Abgesehen von einer Pergola befindet sich im Karl-Foerster-Staudengarten im Gegensatz zu den anderen Bereichen in den Gärten der Welt keinen architektonischen Strukturen. Die Farbe der Pergola – blau – geht übrigens auf eine Erwähnung in einem von Foersters Büchern zurück. Dort beschreibt er einen Blauton, den die Gartengestalter*innen in mühseliger Arbeit zu reproduzieren versuchten.

Größe: 3 600 Quadratmeter
Eröffnung: 9. Mai 1987, Neueröffnung am 9. März 2008
Planung: Dr. Johannes Schwarzkopf, Christian Meyer

Italienischer Renaissancegarten

Der “Giardino della Bobolina” ist ein Renaissancegarten, der sich stilistisch an der toskanischen Villengärten des 16. Jahrhunderts orientiert. Er ist der einzige Garten im Ensemble, der eine Epoche widerspiegelt und keine Stilrichtung.

Er basiert auf einer Vierteilung, die sich durch die gesamte Gestaltung zieht. Eine Loggia im ersten, in sich geschlossenen Gartenraum, ist Konzertveranstaltungsort. Von der Loggia aus, gelangen Besucher*innen in den viertgeteilten Hauptgarten mit einem Brunnen in der Mitte.

Eine originale Bobolina-Statue aus dem 16. Jahrhundert befindet sich ebenfalls, eingebettet in Hecken aus Buchs und Eibe, im Zentrum des Gartens. Gestalterische Elemente des Gartens, wie Säulen oder Treppen sind aus hellgrauem Sandstein. Eine Besonderheit ist zudem der “Giardino segreto”, der geheime Garten, den man über eine schmale Natursteintreppe betritt.

Größe: 3 000 Quadratmeter
Eröffnung: 31. Mai 2008
Planung: Levin Monsigny Landschaftsarchitekten, Berlin

Christlicher Garten

Der Christliche Garten ergänzt die Gärten der Welt seit 2011. Er ist dem Kreuzgang eines typischen mittelalterlichen Klostergartens nachempfunden. Den Namen “Raum der Sprache und des Wortes” ist aber vor allem maßgeblich geprägt von einer speziellen Installation. Sie zeigt modern gestaltete Texte aus der Bibel sowie Zitate aus Philosophie und Kultur. Die Texte reflektieren die Beziehung zwischen Mensch und Natur. Außerdem unterstreichen sie den Garten als Sinnbild des christlichen Lebens.

Die Installation besteht aus goldlackierte Metallbuchstaben, die Passagen aus dem Alten und Neuen Testament zitieren. Die daraus entstehenden transparenten Wände bilden den Wandelgang eines Klosters nach. In der Mitte des quadratischen Gartens befindet sich zudem ein Wasserspiel. Dieses steht einerseits für die Quelle des Lebens und andererseits für die verschiedenen Bedeutungen von Wasser im Christentum.

Größe: 1 000 Quadratmeter
Eröffnung: 29. April 2011
Planung: relais Landschaftsarchitekten, Berlin

Englischer Landschaftsgarten

Der Englische Landschaftsgarten darf in den Gärten der Welt natürlich nicht fehlen. Die ersten Parks, die diese Stilrichtung prägten, entstanden schließlich bereits im 18. Jahrhundert. Sie basierten auf der idyllischen Wildnis der Landschaftsmalerei und wichen von den bis anhin verbreiterten strengen Geometrischen Formen ab.

Gärten der Welt – weitere Attraktionen

Im Englischen Garten befindet sich ein typisches englisches Landhaus mit Reeteindeckung, dass von einem Gemüsegarten, Wiesen, Staudenbeeten, einem Rosengarten und Obstbäumen umgeben ist. Er entstand im Rahmen einer Stadtpartnerschaft mit dem englischen Halton und wurde im Rahmen der IGA Berlin 20217 eröffnet.

Das Englische Cottage in der Mitte der Anlage serviert übrigens selbstverständlich eine klassisch Englische Tea Time mit Earl Grey Tee, Gurkensandwiches und Scones.

Größe: 6 000 Quadratmeter
Eröffnung: 19. April 2017
Planung: Austin-Smith:Lord, Manchester

Jüdischer Garten

Der neuste Zugang zu den Gärten der Welt ist der Jüdische Garten, der erst 2021 Eröffnung feierte. In Blickweite zum christlichen Garten entstand seit Ende 2019 ein Themengarten rund um die jüdische Interpretation von Landschaftsarchitektur. Obwohl er als landschaftsarchitektonischer und künstlerischer Beitrag die Darstellung einer Weltreligion bezweckt, verzichtet er bewusst auf die Zurschaustellung von religiösen Schriften und Symbolen.

Stattdessen fokussiert der Jüdische Garten auf Pflanzen und Gewächse mit engem Bezug zur jüdischen Kultur, wie etwa Feigen, Mandeln, Kastanien oder Ulmen. Diese sind bekannt aus Schriften jüdischer und dem Judentum nahestehenden Autor*innen. Das Wegenetz, das durch die Anlage führt, gliedert den Garten, symbolisiert aber auch die Jüdische Diaspora, die über die Welt verstreut ist. Im Garten finden sich zudem gleich zwei skulpturale Pavillons, die einerseits Ruhe, andererseits aber auch Austausch fördern wollen. Darin sind etwa auch Veranstaltungen zur jüdischen Kultur geplant.

Die Allianz Umweltsstiftung, die bereits den Orientalischen Garten und den Christlichen Garten unterstützte, hatte den Jüdischen Garten initiiert. Mehr zu diesem Garten in den Gärten der Welt lesen Sie außerdem hier: Jüdischer Garten.

Fläche: etwa 2 000 Quadratmeter
Eröffnung: 2021
Planung: Manfred Pernice (Bildhauer), Wilfried Kuehn (Architekt) und atelier le balto Landschaftsarchitekten, Berlin

Zusätzlich zu den elf Themengärten gibt es in den Gärten der Welt zahlreiche weitere Attraktionen. Dazu gehört etwa ein Tagungszentrum mit biodiversem Gründach (mehr zum Thema Dachbegrünung finden Sie hier). Außerdem eine Arena, die insgesamt 5 000 Besucher*innen Platz bietet und einem Amphitheater nachempfunden ist. Mit der Seilbahn kann man zudem vom Kienberg über das Wuhletal direkt in die Gärten der Welt schweben und einen spektakulären Ausblick geniessen. Des Weiteren entstand im Rahmen der IGA 2017 im Übrigen auch der Wolkenhain, ein Aussichtsturm, der wie organisch gewachsen aussieht – selbstverständlich barrierefrei zugänglich.

Mehr Informationen zu den Gärten der Welt finden Sie hier.

Für Sie vielleicht auch interessant: Welche Bedeutung hat der Garten im 21. Jahrhundert?

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