Stadtplanung unter KI-Bewertung – was Algorithmen mit Genehmigungen machen

Vogelperspektive einer hell erleuchteten Stadt am Fluss mit farbigen Lichtern als Symbol für Stadtplanung unter KI-Bewertung.
Beleuchtetes Stadtbild zeigt, wie KI Projekte bewertet und Städte gestaltet.

Stadtplanung unter KI-Bewertung: Plötzlich ist der Algorithmus der neue Kollege am Tisch, der nicht nur Empfehlungen flüstert, sondern mit mathematischer Präzision entscheidet, was gebaut werden darf – und was nicht. Was nach Science-Fiction klingt, ist längst Realität in der urbanen Planung: Künstliche Intelligenz verändert, wie Genehmigungen erteilt, Projekte bewertet und Städte gestaltet werden. Doch wie weit reicht der Einfluss der Algorithmen? Wer kontrolliert die digitalen Gatekeeper? Und wie bleibt die Stadtplanung menschlich, wenn Zahlen und Modelle das Sagen haben?

  • Überblick: Wie KI-gestützte Bewertungssysteme den Stadtplanungsprozess in Deutschland, Österreich und der Schweiz transformieren.
  • Funktionsweise: Wie Algorithmen und Machine Learning zur automatisierten Prüfung von Bauanträgen und Nutzungskonzepten eingesetzt werden.
  • Praxisbeispiele: Wo KI in der städtischen Genehmigungspraxis bereits eingesetzt wird – und welche Erfolge oder Stolpersteine es gibt.
  • Chancen: Effizienzsteigerung, Fehlervermeidung und Transparenz in der Bauleitplanung dank digitaler Unterstützung.
  • Risiken: Bias, Intransparenz und die Gefahr der Entmenschlichung von Stadtentwicklungsprozessen.
  • Governance-Fragen: Wer kontrolliert die Regeln der Algorithmen und wie bleibt die demokratische Legitimation gewahrt?
  • Datengrundlagen: Warum Datenqualität, Schnittstellen und Datenschutz über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.
  • Zukunftsausblick: Wie KI-basierte Bewertung zum neuen Standard werden könnte – und wie sich das Rollenprofil von Planern wandelt.
  • Fazit: Warum KI kein Ersatz für professionelle Planung ist, sondern ein Werkzeug für eine reflektierte, smartere Stadtentwicklung.

Von der analogen Prüfung zum Algorithmus: Wie KI die Stadtplanung aufmischt

Die klassische Stadtplanung kennt ihren Rhythmus: Ein Bauantrag trifft ein, wandert durch verschiedene Ämter, wird mit Plänen, Vorschriften und Gutachten abgeglichen – und nach Wochen oder sogar Monaten folgt die Genehmigung, die Ablehnung oder die berühmte Rückfrage. Was Jahrzehnte lang als alternativlos galt, gerät inzwischen ins Wanken. Denn mit dem Siegeszug der künstlichen Intelligenz ist die Zeit der rein analogen Entscheidung vorbei. Immer mehr Kommunen, besonders in innovationsfreudigen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz, testen automatisierte Bewertungssysteme für Bauanträge, Nutzungsänderungen und Entwicklungsprojekte.

Die Idee dahinter klingt verlockend einfach: Statt Listen mit Checkpunkten händisch abzuarbeiten, übernimmt ein Algorithmus die Prüfung. Dieser kann baurechtliche Vorgaben, Flächennutzungspläne, Umweltgesetze und städtebauliche Leitlinien auswerten – und innerhalb von Sekunden bewerten, ob ein Vorhaben genehmigungsfähig ist. Grundlage sind riesige Datenmengen: Digitale Bebauungspläne, Geodaten, Verkehrsdaten, Umweltinformationen und Normen werden in ein System eingespeist, das mittels Machine Learning und Regelwerken arbeitet. Die Prüfung erfolgt nicht nur schneller, sondern auch konsistenter – menschliche Fehler und Interpretationsspielräume werden minimiert.

Doch was technisch beeindruckend klingt, ist in der Praxis ein hochkomplexer Spagat. Denn Stadtplanung ist mehr als das Abhaken von Vorschriften. Sie lebt von Abwägung, Einzelfallprüfung, öffentlichem Interesse und demokratischer Beteiligung. Genau hier stoßen KI-basierte Systeme an ihre Grenzen – und werfen Fragen auf: Wie bewertet ein Algorithmus „städtebauliche Verträglichkeit“? Kann er Konflikte zwischen Nachbarn, soziale Auswirkungen oder innovative Nutzungsideen adäquat erfassen? Oder reduziert er den Planungsprozess auf ein starres Regelwerk, das alles abseits der Norm ausfiltert?

Die Antwort ist, wie so oft in der Digitalisierung, nicht schwarz oder weiß. KI kann sehr wohl Routineprüfungen beschleunigen und dabei helfen, Fehler zu vermeiden oder Transparenz zu schaffen. Sie kann aber nicht die komplexe, oft konfliktreiche Abwägung ersetzen, die den Kern der Stadtplanung ausmacht. Die Herausforderung besteht darin, Algorithmen gezielt als Werkzeuge einzusetzen – und nicht als Ersatz für professionelle Urteilskraft.

Gerade in Deutschland, wo die Bauordnung ein föderaler Flickenteppich ist, sehen Fachleute die Automatisierung als Chance, aber auch als Risiko. Denn was passiert, wenn ein Algorithmus auf Basis unvollständiger oder fehlerhafter Daten entscheidet? Wer trägt die Verantwortung, wenn eine Genehmigung zu Unrecht verweigert oder erteilt wird? Und wie bleibt das System lernfähig, offen für neue Entwicklungen und gesellschaftliche Trends?

Fest steht: Die KI-gestützte Bewertung ist keine Science-Fiction mehr, sondern ein Feld, das sich rasant entwickelt. Wer als Stadt oder Planungsbüro heute nicht zumindest experimentiert, läuft Gefahr, morgen von anderen überholt zu werden – und sich selbst der Innovationsfähigkeit zu berauben.

Technik, Daten, Rechtsrahmen: Was KI-Bewertungen heute wirklich leisten

Ein Blick in die Praxis zeigt: Die meisten KI-Anwendungen in der Stadtplanung arbeiten derzeit als Assistenzsysteme – nicht als alleinige Entscheider. Sie prüfen Bauanträge auf Vollständigkeit, gleichen Maße, Abstandsflächen und Nutzungen mit dem Bebauungsplan ab, analysieren Auswirkungen auf Verkehrsflüsse oder Umweltbelastungen. Besonders spannend sind sogenannte Regelbasierte Prüfsysteme: Sie übersetzen die oft kryptische Sprache der Bauordnung in maschinenlesbare Logik, sodass ein Algorithmus beispielsweise erkennt, ob ein Dachgeschossausbau den Vorgaben entspricht oder ob eine Nutzung als Tagespflege zulässig ist.

In Zürich etwa existiert ein Pilotprojekt, bei dem Baugesuche digital eingereicht und automatisiert auf formale und baurechtliche Kriterien geprüft werden. Die KI gibt eine erste Einschätzung ab – bevor ein Sachbearbeiter den Antrag weiter bearbeitet. In Wien wiederum laufen Projekte, in denen stadtklimatische Daten in die Bewertung von Bauvorhaben einfließen: Algorithmen simulieren die Auswirkungen neuer Baukörper auf lokale Hitzeinseln und empfehlen Anpassungen schon vor der Genehmigungsphase.

Der eigentliche Quantensprung liegt im Zusammenspiel aus Datenvielfalt und Geschwindigkeit. Während klassische Prüfungen oft Wochen oder Monate dauern, können KI-gestützte Systeme innerhalb von Stunden oder gar Minuten eine Vielzahl von Kriterien abgleichen. Das schafft nicht nur Effizienz, sondern auch neue Möglichkeiten der Szenarienentwicklung: Planer können verschiedene Entwürfe simulieren, deren Auswirkungen auf Verkehr, Mikroklima oder soziale Infrastruktur testen und die Ergebnisse in Echtzeit vergleichen.

Doch der Teufel steckt im Detail – und in den Daten. Denn Algorithmen sind nur so gut wie die Informationen, die sie füttern. Fehlerhafte, veraltete oder unvollständige Geodaten führen zu falschen Empfehlungen. Und weil Stadtplanung immer auch auf individuellen Besonderheiten basiert, kann kein noch so cleveres System alle Eventualitäten abdecken. Hinzu kommt: Die Rechtslage ist komplex. Datenschutz, Transparenzgebot und die Pflicht zur Einzelfallprüfung setzen klare Grenzen für die Automatisierung. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind KI-Systeme deshalb bislang meist als „Second Opinion“ im Einsatz – nie als alleinige Entscheidungsinstanz.

Ein weiteres Problem: Viele Kommunen arbeiten noch mit inkompatiblen Softwarelösungen, analogen Plänen und uneinheitlichen Datenformaten. Interoperabilität und Schnittstellen sind die Achillesferse der Digitalisierung. Erst wenn Planungsämter, Bauaufsichten und externe Fachstellen nahtlos Daten austauschen können, entfaltet die KI ihr volles Potenzial.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen hinken der Technik nach – doch der politische Druck wächst. Die Bundesregierung und die EU setzen auf digitale Bauantragsverfahren, Open Data und smarte Prüfwerkzeuge. Die Branche steht vor einem Umbruch, der nicht nur technische, sondern auch kulturelle Veränderungen verlangt.

Bias und Black Box: Die Risiken KI-basierter Stadtplanung

So verlockend die Effizienzgewinne und die scheinbare Neutralität von Algorithmen erscheinen: Sie bringen neue Risiken und ethische Fragen mit sich. Besonders gefürchtet ist der sogenannte Bias – die Verzerrung der Ergebnisse durch fehlerhafte, unvollständige oder einseitige Daten. Wenn zum Beispiel historische Bebauungspläne bevorzugt werden, kann die KI innovative, nachhaltige oder soziale Projekte systematisch benachteiligen. Oder sie übernimmt unbewusst bestehende Diskriminierungen, etwa bei der Nutzung von Flächen oder der Bewertung von sozialen Einrichtungen.

Ein weiteres Problem ist die mangelnde Nachvollziehbarkeit. Viele Machine-Learning-Modelle funktionieren als Black Box: Sie liefern Ergebnisse, aber die Entscheidungswege bleiben für Außenstehende und selbst für Experten schwer verständlich. Für demokratische Stadtplanung ist das ein echtes Problem. Bürger, Planer und politische Gremien müssen nachvollziehen können, wie Entscheidungen zustande kommen. Sonst droht der Verlust an Transparenz, Akzeptanz und letztlich auch Legitimation.

Hinzu kommt die Gefahr der Entmenschlichung. Stadtplanung ist immer auch ein sozialer Prozess – geprägt von Abwägung, Kompromiss und öffentlicher Auseinandersetzung. Wenn Algorithmen zur alleinigen Instanz werden, droht eine technokratische Verschlankung, bei der individuelle Anliegen, soziale Aspekte und innovative Ideen unter die Räder geraten. Die KI kennt keine Ausnahmegenehmigungen, keine politischen Kompromisse, keine kreativen Lösungen. Sie prüft, was ihr vorgegeben wird – nicht, was gesellschaftlich wünschenswert oder notwendig ist.

Auch die Kontrolle über die Algorithmen ist ein heikles Thema. Wer bestimmt die Bewertungsmaßstäbe? Wer pflegt die Regelwerke, aktualisiert die Daten und wacht über die Qualität der Ergebnisse? Private Softwareanbieter, kommunale IT-Abteilungen, unabhängige Fachstellen? Die Governance-Frage entscheidet darüber, ob KI-Systeme zu demokratischen Werkzeugen oder zu Black Boxes mit Macht werden.

Der Datenschutz ist ein weiterer kritischer Punkt. Gerade in Deutschland ist das Misstrauen gegenüber datenbasierten Systemen tief verwurzelt. KI-gestützte Stadtplanung muss nicht nur effizient und transparent, sondern vor allem datenschutzkonform sein. Die Einhaltung der DSGVO und die Wahrung der Datensouveränität sind Pflicht, keine Kür.

All diese Risiken sind keine Argumente gegen den Einsatz von KI – wohl aber ein Plädoyer für eine reflektierte, kontrollierte und partizipative Nutzung. Der Algorithmus sollte Assistent sein, nicht Herrscher. Die Stadtplanung bleibt ein menschliches Geschäft – unterstützt durch Technik, aber nie ersetzt.

Neue Rollen, neue Chancen: Was KI für Planer und Städte bedeutet

Die Einführung KI-basierter Bewertungssysteme ist nicht nur eine technische, sondern vor allem eine kulturelle Revolution im Planungsalltag. Die Rolle der Planer wandelt sich: Weg vom Verwalter starrer Regeln, hin zum Moderator komplexer, datengetriebener Prozesse. Die Fähigkeit, Algorithmen zu verstehen, kritisch zu hinterfragen und kreativ zu nutzen, wird zum zentralen Skill. Planer werden zu Kuratoren digitaler Werkzeuge – und zu Übersetzern zwischen Maschine und Gesellschaft.

Für Städte eröffnet KI-basierte Bewertung völlig neue Möglichkeiten. Die schnelle, konsistente Prüfung von Anträgen reduziert Bearbeitungszeiten, entlastet die Verwaltung und steigert die Servicequalität. Gleichzeitig können Szenarien und Alternativen in Echtzeit simuliert und bewertet werden, was eine vorausschauendere, resiliente Stadtentwicklung ermöglicht. Bürgerbeteiligung kann durch digitale Zwillinge und transparente KI-Systeme gestärkt werden, weil komplexe Planungsprozesse sichtbar und verständlich werden.

Doch die Einführung dieser Systeme ist kein Selbstläufer. Sie verlangt Investitionen in IT-Infrastruktur, Datenmanagement und Weiterbildung. Sie braucht klare Governance-Modelle, die Verantwortlichkeiten, Zugriffsrechte und Kontrollmechanismen definieren. Und sie erfordert einen offenen Dialog zwischen Verwaltung, Politik, Fachöffentlichkeit und Bürgerschaft. Nur so kann die Akzeptanz für neue Technologien wachsen – und ihr Potenzial ausgeschöpft werden.

Spannend ist die Rolle der Open-Source- und Open-Data-Initiativen. Sie können dazu beitragen, KI-basierte Bewertungssysteme transparent, nachvollziehbar und anpassungsfähig zu gestalten. Städte wie Helsinki, Barcelona oder Wien machen es vor: Ihre Algorithmen sind öffentlich dokumentiert, ihre Daten frei zugänglich – ein Modell, das auch für Deutschland, Österreich und die Schweiz wegweisend sein könnte.

Langfristig wird die KI-basierte Bewertung zum neuen Standard der Stadtplanung avancieren. Städte, die heute mutig vorangehen, sichern sich Wettbewerbsvorteile im internationalen Vergleich – und schaffen die Grundlage für eine reflektierte, menschengerechte und zukunftsfähige Stadtentwicklung.

Planer sind in dieser neuen Welt nicht weniger wichtig – im Gegenteil. Sie werden zu Architekten digitaler Prozesse, zu Lotsen durch den Datenozean und zu Garanten demokratischer Qualität in einer immer komplexeren Stadtlandschaft.

Fazit: KI als Werkzeug – nicht als Ersatz für Stadtplanung

Die Integration künstlicher Intelligenz in die Stadtplanung ist ein Quantensprung für die Branche – und doch bleibt sie ein Werkzeug, kein Allheilmittel. Algorithmen können Routineaufgaben beschleunigen, Fehler vermeiden und neue Perspektiven eröffnen. Aber sie sind weder neutral noch unfehlbar. Ihr Wert hängt von der Qualität der Daten, der Transparenz der Prozesse und der Verantwortung der Menschen ab, die sie nutzen und kontrollieren.

Die Stadtplanung unter KI-Bewertung ist eine Einladung zum Umdenken: Weg vom starren Regelkatalog, hin zu dynamischen, datenbasierten und partizipativen Prozessen. Sie eröffnet Chancen für mehr Effizienz, Innovation und Bürgerbeteiligung – birgt aber auch Risiken von Intransparenz, Bias und Entmenschlichung. Entscheidend ist, wie Städte, Planer und Politik die neuen Werkzeuge gestalten, kontrollieren und erklären.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Die Zukunft der Stadt entsteht nicht im Algorithmus, sondern im Zusammenspiel von Technik, Menschenverstand und gesellschaftlicher Debatte. KI ist der neue Assistent im Team – aber die Verantwortung für die Stadt von morgen bleibt bei den Menschen. Wer diese Balance klug gestaltet, kann die Potenziale der KI für eine bessere, gerechtere und lebenswertere Stadtentwicklung nutzen. Wer sie vernachlässigt, riskiert den Verlust der demokratischen Kontrolle über den urbanen Raum. Es liegt an uns, wie viel Algorithmus wir wagen – und wie viel Stadt wir erhalten.

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Die Ausstellung Nordic Urban Spaces in den Nordischen Botschaften Berlin zeigt nordische Architektur und Städtebau. Die Ausstellung ist noch bis zum 28. September zu sehen. 

Wie gutes skandinavisches Design fallen auch die Stadtgestaltungsprojekte der Ausstellung„Nordic Urban Spaces“ in Berlin durch zurückhaltende, markante Formen und pragmatische Ansätze auf. Es sind keine Zweckbauten. Ihre Planer haben die Herausforderung angenommen über den reinen Nutzwert hinaus Mehrwert zu schaffen, sei es gestalterisch, funktional, ökologisch, energetisch oder partizipativ. Ein simples Beispiel dafür ist die 2014 eröffnete „Cykelslangen”, eine 230 Meter lange und vier Meter breite Fahrradrampe. Die schlanke, stählerne Brücke schlängelt sich durch den Kopenhagener Hafen. Die Konstruktion des Kopenhagener Büros Dissing+Weitling architecture ermöglicht Radfahrern den Bereich am Fisketorvet-Einkaufszentrum zügig zu durchqueren, ohne dabei mit den Fußgängern in Konflikt zu geraten. Neben dem Erlebnis die Rampe komplett für sich zu haben, eröffnet sie Radfahrern dabei einen spektakulären Ausblick über den Hafen. Zwischen den modernen Gebäudefassaden und über der Wasserfläche liegt sie als ikonisches Gestaltungselement.

Best-Practice

Wesentlich eindrücklicher als die sparsam beschriebenen Fotos, Pläne und Schemata auf Tafeln vermitteln an eine Wand projizierte Videos die Projektinhalte. Sie erlauben, auch dank Kopfhörer, in die teils sehr atmosphärischen und gut erläuterten Imagevideos einzutauchen. Schade, mehr davon hätte der Ausstellung gutgetan, um die Essenz der Planungen schneller zu erfassen. Als aktuelle Sammlung skandinavischer Best-Practice-Beispiele ist die Projektschau aber unbedingt besuchenswert.

In Kooperation mit dem Institut für Stadt- und Regionalplanung der TU Berlin zeigen die Nordischen Botschaften in Berlin noch bis 28. September 41 Projekte unterschiedlichen Maßstabs: städtebauliche Planungen, Parks und Uferpromenaden, Brücken, öffentliche Gebäude, Wohnungsbau und U-Bahnstationen sind darunter. Aber auch Beispiele für Partizipation und ökologische Initiativen für Erwachsene und Kinder. Gemeinsam haben sie, dass die Konzepte in Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark oder Island großteils schon realisiert wurden oder manche noch umgesetzt werden sollen.

Wichtige Antworten

Wo: Nordische Botschaften, Rauchstraße 1, 10787 Berlin

Wann: 6. Juni bis 28. September 2018, Montag bis Freitag 10–19.00 Uhr, Samstag und Sonntag: 11-16.00 Uhr

 

Der Deutsche Städtebaupreis 2025 sucht nach innovativen, zukunftsweisenden Projekten. Die Bewerbung ist bis zum 30.09.2024 möglich.
Der Deutsche Städtebaupreis 2025 sucht nach innovativen, zukunftsweisenden Projekten. Die Bewerbung ist bis zum 30.09.2024 möglich.

Der mit 25.000 Euro dotierte Deutsche Städtebaupreis dient schon seit 40 Jahren der Förderung einer zukunftsweisenden Planungs- und Stadtbaukultur. Bis zum 30. September können sich Interessierte für den Deutschen Städtebaupreis 2025 bewerben. Das Thema des Sonderpreises 2025: „Umbaukultur in der zirkulären Stadt“.

Der Deutsche Städtebaupreis, ausgelobt von der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) und gefördert von der Wüstenrot Stiftung, prämiert städtebauliche Projekte, die sich durch nachhaltige, innovative Beiträge zur Stadtbaukultur auszeichnen. Die Projekte sollen den aktuellen Anforderungen an zeitgemäße Lebensformen Rechnung tragen. Zudem sollen sie Herausforderungen an die Gestaltung des öffentlichen Raums, dem sparsamen Ressourcenverbrauch sowie Verpflichtungen gegenüber der Orts- und Stadtbildpflege gerecht werden.

Als Ideengenerator gilt der begehrte Sonderpreis, der besonders dringliche Handlungsfelder im Städtebau und der Stadtplanung betont. Beim Deutschen Städtebaupreis 2025 lautet das Thema dieses Preises „Umbaukultur in der zirkulären Stadt“. Die Bewerbung ist vom 1. April bis 30. September 2024 möglich.

Das Gesamtkonzept zählt

Der Deutsche Städtebaupreis ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert. Er wird schon seit über 40 Jahren verliehen und soll so eine innovative Planungs- und Stadtbaukultur in Deutschland fördern. Bewerbungen sind ab jetzt bis Ende September unter www.staedtebaupreis.de möglich.

Die Auslobung des Städtebaupreises bietet eine gute Gelegenheit, Projekte einem breiten Publikum zu präsentieren und sich mit Expert*innen und Fachleuten auszutauschen. Die Bekanntgabe der prämierten Projekte erfolgt im Rahmen einer Oscar-inspirierten Preisverleihung im Mai 2025 in der Berliner Akademie der Künste.

Teilnehmende Projekte müssen nach dem 1. Januar 2019 an Orten in der Bundesrepublik Deutschland realisiert worden sein. Dabei dürfen Konzeption und Entwurf weiter zurückliegen. Auch teilrealisierte Projekte können am Deutschen Städtebaupreis 2025 teilnehmen, wobei es möglich sein muss, von den realisierten Abschnitten auf das Gesamtkonzept zu schließen.

Die Bewerbung muss bis zum 30. September 2024 (Datum des Poststempels) eingehen. Teilnehmen können freischaffende und angestellte Stadtplaner*innen, Architekt*innen, Landschaftsarchitekt*innen sowie öffentliche und private Planungsträger*innen. Bewerber*innen müssen ihr Projekt online registrieren und die erforderlichen Unterlagen für die jeweilige Preiskategorie einreichen.

Verkündung des Deutschen Städtebaupreises 2025 im Mai

Die Jury des Deutschen Städtebaupreises 2025 wird die eingereichten Projekte nach ihrer stadtfunktionalen, stadträumlichen, sozialen und architektonischen Qualität bewerten. Zudem blickt sie darauf, inwieweit Projekte ein Gebiet für die dort wohnenden und arbeitenden Menschen verbessern. Siegerprojekte basieren auf integrierten Konzepten und einer beispielhaften Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Akteuren. Auch der Prozess einer gelungenen Kooperation fließt in die Bewertung mit ein.

Die folgenden Preiskategorien gibt es beim Deutschen Städtebaupreis 2025:

  • Deutscher Städtebaupreis: 15.000 Euro
  • Sonderpreis„Umbaukultur in der zirkulären Stadt“: 5.000 Euro
  • Bis zu fünf Auszeichnungen à 1.000 Euro
  • Belobigungen

Die Preisträger*innen, Ausgezeichneten und Belobigten erhalten als Zeichen der besonderen Anerkennung eine Urkunde im Rahmen der Festveranstaltung im Mai 2025. Sowohl die Siegerarbeiten als auch die anderen eingereichten Arbeiten werden im Rahmen einer bundesweiten Wanderausstellung und einer Dokumentation der Öffentlichkeit präsentiert. Die Preise werden in der Regel ungeteilt vergeben.

Mutige Akteur*innen gesucht

Der Sonderpreis des Deutschen Städtebaupreises ist besonders beliebt und hat oft eine impulsgebende Wirkung. Er dient als Ideengenerator und akzentuiert dringliche Handlungsfelder im deutschen Städtebau. Unter dem Titel „Umbaukultur in der zirkulären Stadt“ zeichnet er im Jahr 2025 Stadtbausteine aus, die städtebauliche Wandlungsfähigkeit zeigen und neue Impulse für das Quartier setzen.

Zu oft werden Nutzungen und Infrastrukturen aufgegeben. Sie hinterlassen Stadtbausteine, die auf den ersten Blick „sperrig“ erscheinen. Zugleich beinhalten sie aber auch vielfältige, meist unentdeckte Potenziale für die Umbaukultur in der zirkulären Stadt. Das können zum Beispiel leerstehende Kaufhäuser und Bürokomplexe, ehemalige Parkhäuser, aufgelassene Stadtautobahnen oder Gasthäuser im Dorf sein.

Der Preis fragt, wie durch eine Umbaukultur städtebauliche Impulse entstehen und welchen Beitrag Konzepte leisten können, um Monofunktionalität zu durchbrechen und die Gestaltungsqualität von Quartieren zu verbessern. Besonders wichtig ist, dass das Siegerprojekt das Konzept der zirkulären Stadt konkret umsetzt.

Der Deutsche Städtebaupreis 2025 formuliert den Aufruf für Bewerbungen auf den Sonderpreis wie folgt: „Wir suchen neue Blicke auf die Begabungen von Gebäuden und der gebauten Umwelt, mutige Akteur:innen in den Prozessen des Städtebaus sowie innovative Planungs-, Finanzierungs- und Umsetzungsmodelle. Willkommen sind Projekte, die bereits fertiggestellt oder soweit fortgeschritten sind, dass die zu erwartenden Impulse für das Quartier erkennbar sind.“

Der Sonderpreis sucht nach Vorzeigebeispielen für die Umbaukultur in der zirkulären Stadt. Credit: Josh Power
Der Sonderpreis sucht nach Vorzeigebeispielen für die Umbaukultur in der zirkulären Stadt. Credit: Josh Power

Münchner Werksviertel gewann 2023

Die erste Jurysitzung für den Deutschen Städtebaupreis 2025 wird im November 2024 stattfinden, gefolgt von der Bereisung der Projekte durch die Jury im November und Dezember. Im Januar 2025 folgt eine zweite Jurysitzung und die Entscheidung wird Mitte Februar beim Berlin-Symposium getroffen.

Die Jury des Deutschen Städtebaupreises 2025 setzt sich wie folgt zusammen:

  • Juryvorsitzender: Dipl.-Ing. Tim von Winning, Bürgermeister für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt, Ulm
  • Dr. Thomas Drachenberg, Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum
  • Sabine Müller, SMAQ Architektur und Stadt, Berlin
  • Marie-Theres Okresek, bauchplan ).( landschaftsarchitekten und stadtplaner
  • -Ing. Jórunn Ragnarsdóttir, LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei, Stuttgart
  • PD Dr. Anja Reichert-Schick, Wüstenrot Stiftung, Ludwigsburg
  • -Ing. Monika Thomas, Präsidentin DASL, Hamburg und Ständiger Gast für den Wissenschaftlichen Beirat
  • Dr. Christina Simon-Philipp, Hochschule für Technik Stuttgart

Der Deutsche Städtebaupreis wird seit 1980 alle zwei Jahre vergeben. Er hat einen ganzheitlichen Anspruch und fordert die Teilnehmenden so heraus, wegweisende, interdisziplinäre und weitsichtige Projekte zu entwickeln, die den Ansprüchen der Gesellschaft entsprechen und diese zugleich formen.

Der letzte Deutsche Städtebaupreis ging im Jahr 2023 nach München und ehrte das Werksviertel, ein Projekt, das auf Grundlage des Bestands ein buntes Nebeneinander unterschiedlicher Nutzungen generiert. Der Ort soll zu allen Tages- und Nachtzeiten belebt werden und hat dabei einen experimentellen Charakter.

Mehr zum Münchner Werksviertel lesen Sie hier.