KI-Optimierung für Verkehrsschilder und dynamische Hinweise

eine-ampel-mit-einem-fahrradschild-daneben-w1L9gQYfGXE
Ampel mit Fahrradzeichen in einer deutschen Smart City, fotografiert von Tiark Tiwary

Wer hätte gedacht, dass künstliche Intelligenz und Verkehrszeichen einmal im selben Atemzug fallen? Die Zukunft der städtischen Mobilität schreibt sich längst nicht mehr nur auf Blechschilder und Asphalt – sie wird codiert, interpretiert, optimiert. KI-gestützte Verkehrshinweise und dynamisch anpassbare Schilder revolutionieren das urbane Miteinander. Doch was steckt hinter den Schlagworten, und wie weit sind Städte im deutschsprachigen Raum wirklich? Ein Blick hinter die Kulissen einer Technik, die mehr kann als nur blinken.

  • Einführung in die KI-Optimierung für Verkehrsschilder und dynamische Hinweise
  • Wie KI-basierte Systeme Verkehrsströme analysieren und Schilder in Echtzeit steuern
  • Technische Grundlagen: von Sensorik und Big Data bis zu Machine Learning und Edge Computing
  • Praxisbeispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – und was internationale Vorreiter vormachen
  • Stadtplanerische und gesellschaftliche Implikationen: Chancen, Risiken, Akzeptanz
  • Rechtliche, infrastrukturelle und ethische Herausforderungen der KI-Integration im öffentlichen Raum
  • Wie KI-optimierte Verkehrshinweise nachhaltige Mobilität, Sicherheit und urbane Lebensqualität fördern
  • Fazit und Ausblick: Warum die Zukunft nicht auf dem Mast, sondern im Algorithmus steht

KI trifft Verkehrsschilder: Revolution auf Augenhöhe

Kaum ein Element prägt das Stadtbild so konstant und zugleich unterschätzt wie das Verkehrsschild. Von der klassischen StVO-Tafel bis zum LED-befeuerten Hinweis leiten sie täglich Millionen durch das urbane Dickicht. Doch während der Autoverkehr immer smarter wird, blieb die Beschilderung lange analog, starr und, seien wir ehrlich, oft überfordert vom dynamischen Stadtleben. Hier kommt die künstliche Intelligenz ins Spiel – und das mit einer Wucht, die bereits jetzt das Selbstverständnis städtischer Mobilitätsplanung umkrempelt.

Der Grundgedanke ist ebenso simpel wie genial: Wo bislang starre Schilder durch menschliche Planung aufgestellt wurden, übernehmen nun KI-gestützte Systeme die Regie. Sie analysieren Verkehrsströme in Echtzeit, reagieren auf Staus, Unfälle oder Wetterereignisse und passen Hinweise dynamisch an. Ein Baustellenhinweis, der nur dann erscheint, wenn tatsächlich gebaut wird? Ein Tempolimit, das sich bei Nässe oder starkem Verkehr automatisch absenkt? Was nach Zukunftsmusik klingt, ist in Pilotprojekten bereits Realität.

Die technische Grundlage dafür bildet eine neue Generation von Sensorik, die Daten zu Verkehrsfluss, Geschwindigkeit, Wetter oder Luftqualität sammelt. Diese Daten werden in urbanen Datenplattformen gebündelt und von KI-Algorithmen ausgewertet. Das Ergebnis: Schilder, die nicht mehr nur Hinweise geben, sondern aktiv steuern und optimieren. Besonders im Fokus stehen dabei sogenannte dynamische Hinweisgeber – LED-Tafeln, flexible Wechselschilder und mobile Anzeigesysteme, die quasi in Echtzeit mit der Stadt kommunizieren.

Für Stadtplaner bedeutet das eine völlig neue Herangehensweise. Es reicht nicht mehr, einmal im Jahrzehnt eine Verkehrsprognose zu erstellen und daraufhin Schilder festzulegen. Stattdessen wird die Beschilderung selbst Teil eines lernenden, adaptiven Systems, das Planung und Betrieb verschränkt. Die Folge: Mehr Sicherheit, weniger Staus, weniger Emissionen – zumindest in der Theorie. Denn wie jede tiefgreifende Neuerung bringt auch die KI-Optimierung Herausforderungen mit sich: von technischer Komplexität über Datenschutzfragen bis zur gesellschaftlichen Akzeptanz.

Dennoch: Die KI-basierte Verkehrsschilderwelt ist mehr als ein Hype. Sie ist ein Baustein der Smart City, ein Labor für neue Governance-Modelle und ein Hebel für nachhaltige Mobilität. Wer jetzt an der Oberfläche kratzt, merkt schnell, dass hier nicht weniger als die Zukunft des öffentlichen Raums verhandelt wird – und zwar zwischen Algorithmus, Infrastruktur und Mensch.

Technik, Taktik, Transformation: Wie KI-Verkehrsschilder wirklich funktionieren

Wer an KI und Verkehrssteuerung denkt, sieht meist riesige Rechenzentren, komplexe Algorithmen und futuristische Dashboards vor sich. Die Realität ist oft unscheinbarer – und zugleich beeindruckend präzise. Im Hintergrund arbeiten edge-basierte Sensoren, Kameras, Induktionsschleifen und Wetterstationen, die sekündlich Daten erheben. Diese Daten wandern gebündelt in städtische Datenplattformen oder direkt in lokale Edge-Computer, wo Machine-Learning-Modelle Muster erkennen, Prognosen erstellen und Entscheidungen anstoßen.

Das Herzstück bildet dabei das Zusammenspiel von Big Data und künstlicher Intelligenz. Die KI lernt auf Basis historischer und aktueller Daten, wann bestimmte Verkehrsereignisse eintreten, wie sich Staus entwickeln oder wann Unfälle drohen. Sie erkennt Anomalien – etwa ein plötzliches Bremsen mehrerer Fahrzeuge – und kann so in Sekundenbruchteilen Warnhinweise auf dynamischen Schildern ausspielen. Besonders relevant ist dies an Unfallschwerpunkten, Baustellen oder bei wechselhaften Wetterlagen.

Ein Beispiel: In einer Großstadt melden Sensoren einen plötzlichen Starkregen. Die KI analysiert die Auswirkungen auf das aktuelle Verkehrsaufkommen, passt Tempolimits auf betroffenen Streckenabschnitten an und warnt vor Aquaplaning. Gleichzeitig werden Umleitungsempfehlungen ausgespielt, die sich an den realen Verkehrsflüssen orientieren – nicht an starren Plänen. Das Ergebnis: ein dynamisches, lernendes System, das nicht nur reagiert, sondern proaktiv steuert.

Doch wie gelingt die Integration in bestehende Infrastrukturen? Hier braucht es offene Schnittstellen, standardisierte Protokolle und eine enge Zusammenarbeit zwischen Verkehrsbehörden, IT-Dienstleistern und Stadtplanung. In Deutschland sind es bislang vor allem Modellregionen wie Hamburg oder München, die mit vernetzten Verkehrsleitstellen und KI-gestützten Schildern experimentieren. Auch in Österreich und der Schweiz entstehen intelligente Korridore, bei denen mobile LED-Tafeln von Algorithmen angesteuert werden – etwa zur Staureduktion oder besseren Luftreinhaltung.

Die Transformation hat aber auch ihre Tücken. Nicht jede Straße lässt sich mit Sensorik ausstatten, nicht jeder Datenstrom ist zuverlässig. Zudem stellt sich die Frage nach der Cybersecurity: Was passiert, wenn Hacker Verkehrszeichen manipulieren? Und wie lassen sich Fehlentscheidungen der KI nachvollziehen oder revidieren? Klar ist: Die Technik ist nur so gut wie ihr Kontext – und der verlangt nach klaren Verantwortlichkeiten, robusten Strukturen und einer kontinuierlichen Weiterentwicklung.

Praxis und Pilotprojekte: Wo der Algorithmus schon heute auf die Straße trifft

Wagen wir einen Blick in die Praxis: In Hamburg setzt die Verkehrsleitzentrale auf eine Kombination aus Kameraüberwachung, Sensornetzen und KI-gestützten Analysesystemen. Auf den Hauptverkehrsachsen steuern intelligente Schilder nicht nur Tempolimits, sondern geben auch dynamisch Hinweise zu Baustellen, Umleitungen oder aktuellen Umweltzonen. Die Ergebnisse sprechen für sich: Staus werden schneller erkannt und aufgelöst, die Luftqualität verbessert sich an neuralgischen Punkten.

In Wien experimentiert die Stadt mit KI-basierten Systemen zur Optimierung der Baustellenkommunikation. Hier analysiert die KI den Baufortschritt, das Verkehrsaufkommen und die Auswirkungen auf angrenzende Wohnquartiere. Dynamische LED-Schilder informieren nicht nur Autofahrer, sondern auch Radfahrer und Fußgänger in Echtzeit – und passen sich an die Tageszeit oder aktuelle Umleitungen an. Die Bürger profitieren von besseren Informationen und einer flüssigeren Verkehrsführung.

Die Schweiz wiederum setzt auf intelligente Korridore im Alpenraum. Mobile, KI-gesteuerte Schilder warnen dort vor plötzlichen Wetterumschwüngen, Lawinengefahr oder starkem Reiseverkehr. Die Systeme sind mit Wetterdiensten und Verkehrsmodellen gekoppelt, lernen aus vergangenen Ereignissen und optimieren ihre Hinweise fortlaufend. Besonders auf touristisch stark frequentierten Strecken hat dies die Verkehrssicherheit nachweislich verbessert.

Internationale Vorreiter wie Singapur oder Oslo gehen noch einen Schritt weiter: Dort sind KI-optimierte Verkehrsschilder Teil eines integrierten Mobilitätsmanagements, das alle Verkehrsträger – vom Auto über das Fahrrad bis zum öffentlichen Nahverkehr – einbezieht. Die Hinweise auf den Schildern werden durch Apps, Navigationssysteme und städtische Informationsplattformen ergänzt. So entsteht ein durchgängiges, adaptives System, das den gesamten urbanen Verkehr orchestriert.

Was können die Städte im deutschsprachigen Raum daraus lernen? Erstens: Die Technik funktioniert, wenn sie konsequent eingesetzt und stetig weiterentwickelt wird. Zweitens: Der Mensch bleibt im Mittelpunkt – denn Akzeptanz und Transparenz sind entscheidend, um die Vorteile auszuschöpfen. Und drittens: Die Zukunft verlangt nach Mut, Experimentierräumen und dem Willen, bestehende Routinen zu hinterfragen.

Chancen und Herausforderungen: Zwischen smarter Stadt und technischer Überforderung

Die Potenziale KI-optimierter Verkehrsschilder sind enorm. Sie reichen von einer deutlich verbesserten Verkehrssicherheit über weniger Staus und Emissionen bis hin zu einer effizienteren Nutzung des öffentlichen Raums. Besonders im Kontext nachhaltiger Mobilität eröffnen die Systeme neue Perspektiven: Sie können den Umweltverbund stärken, indem sie Rad- und Fußverkehr gezielter leiten oder den öffentlichen Nahverkehr priorisieren. Auch für die Stadtgestaltung ergeben sich neue Spielräume, etwa wenn Verkehrsströme flexibler auf Baustellen oder Veranstaltungen reagieren.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Die Einführung KI-basierter Verkehrshinweise verlangt Investitionen in Infrastruktur, IT-Sicherheit und Personal. Es braucht Fachleute, die die Systeme entwickeln, warten und weiterentwickeln. Gleichzeitig entstehen neue Abhängigkeiten von Softwareanbietern, Cloud-Diensten und Datenplattformen. Wer kontrolliert die Algorithmen? Wie lässt sich verhindern, dass wirtschaftliche Interessen die Verkehrslenkung dominieren? Diese Fragen sind keineswegs trivial und verlangen nach klaren Governance-Strukturen.

Ein weiterer Knackpunkt: Datenschutz und Akzeptanz. Die Erhebung und Auswertung großer Mengen an Verkehrsdaten, oft auch mit Kameras oder Mobilfunkdaten, wirft grundrechtliche Fragen auf. In Deutschland und der Schweiz ist die Sensibilität hierfür besonders hoch. Städte müssen Transparenz schaffen, Bürger informieren und Beteiligung ermöglichen – sonst droht ein Akzeptanzverlust, der das Potenzial der Technik ausbremst.

Auch die Frage nach Fehlern und Verantwortlichkeiten bleibt spannend. Was passiert, wenn die KI ein Tempolimit zu niedrig ansetzt und den Verkehr ausbremst? Oder wenn ein Hinweis ausfällt und es zu einem Unfall kommt? Hier braucht es rechtliche Klarheit, Haftungsregelungen und die Möglichkeit, KI-Entscheidungen nachvollziehbar zu dokumentieren. Ein weiteres Feld ist die Inklusion: Wie stellen wir sicher, dass auch Menschen ohne digitale Endgeräte von den neuen Systemen profitieren?

Schlussendlich zeigt sich: Die KI-Optimierung von Verkehrsschildern ist kein Selbstläufer. Sie braucht technische Exzellenz, gesellschaftliches Vertrauen und einen regulatorischen Rahmen, der Innovation fördert, ohne die Risiken zu vernachlässigen. Städte, die diese Balance meistern, werden zur Blaupause für die urbane Mobilität von morgen.

Ausblick: Die Zukunft der urbanen Hinweise ist dynamisch, lernend – und menschlich

Was bleibt? Die Erkenntnis, dass die Zukunft der Verkehrsschilder nicht mehr auf Blech und Farbe beruht, sondern auf Daten, Algorithmen und Intelligenz. KI-optimierte, dynamische Hinweise sind der Schlüssel zu einer Stadt, die nicht nur reagiert, sondern proaktiv gestaltet. Sie machen den öffentlichen Raum sicherer, flexibler und nachhaltiger – wenn Städte bereit sind, den Sprung zu wagen und bestehende Strukturen zu hinterfragen.

Gleichzeitig darf die Technik nie zum Selbstzweck werden. Der Mensch steht im Mittelpunkt: als Nutzer, als Gestalter, als Kontrollinstanz. Es braucht Transparenz, Partizipation und eine kontinuierliche Diskussion über Chancen und Risiken. Die besten Systeme sind diejenigen, die sich erklären lassen, Fehler eingestehen und gemeinsam weiterentwickelt werden.

Stadtplaner, Verkehrsingenieure und Landschaftsarchitekten sind gefordert, die neue Schnittstelle zwischen Algorithmus und öffentlichem Raum aktiv mitzugestalten. Sie müssen nicht nur Technik verstehen, sondern auch gesellschaftliche Debatten moderieren, Akzeptanz schaffen und rechtliche wie ethische Fragen adressieren. Die KI-optimierte Beschilderung wird damit zum Prüfstein für eine vorausschauende, lernende Stadtentwicklung.

Wer jetzt die Grundlagen legt, schafft nicht nur effizientere Mobilität, sondern einen echten Mehrwert für das urbane Leben. Städte, die KI-basierte Verkehrshinweise klug einsetzen, werden attraktiver, sicherer und nachhaltiger – und setzen Standards, an denen sich andere orientieren.

Abschließend lässt sich sagen: Die Zukunft der Verkehrsschilder ist nicht mehr starr. Sie ist dynamisch, lernend, vernetzt – und offen für die Mitgestaltung durch alle, die urbanes Leben lieben und prägen. Die Stadt von morgen schreibt ihre Regeln nicht mehr auf Tafeln, sondern in Algorithmen – und macht sie so zum gemeinsamen Projekt.

Fazit: KI-optimierte Verkehrsschilder und dynamische Hinweise sind weit mehr als technischer Schnickschnack. Sie sind ein zentrales Element der Smart City und ein Lackmustest für die Innovationsfähigkeit urbaner Räume. Ihr Erfolg hängt davon ab, wie gut Technik, Stadtplanung und Gesellschaft zusammenspielen. Wer den Wandel gestaltet, statt ihn nur zu verwalten, wird nicht nur Staus reduzieren, sondern die Lebensqualität in unseren Städten entscheidend verbessern. Es ist Zeit, das nächste Kapitel der urbanen Mobilität aufzuschlagen – und es wird spannender denn je.

Das könnte Sie auch interessieren
Potsdamer Platz soll grün werden
Städtewachstum: Leipzig reagiert mit Projekten
eine-stadtstrasse-voller-verkehr-neben-hohen-gebauden-L7RbsRIG7DQ
Multimodale KI – wie Bilder, Sprache und Karten gemeinsam denken
Sonnen Licht Platz Dortmund
Möllerbrücke Dortmund: Sowatorini gewinnt
Grüne Infrastruktur konkret
Dank des Leipziger Superblocks war es möglich, auf der Ludwigstraße zu flanieren. Bildquelle: Christoph Müller
Superblocks Leipzig, ein Pilotprojekt
eine-stadtstrasse-voller-verkehr-neben-hohen-gebauden-L7RbsRIG7DQ
Künstliche Intelligenz als Entwurfsassistent – Stadtgrundrisse aus der Maschine?
Singapur lädt ein
Die revitalisierte St. Columbkille’s Church in Glasgow mit dem neu gestalteten einladenden Platz. Foto: ©Will Scott
Studio Loader Monteith revitalisiert einen Platz in Glasgow
Ein Mann steht in einem Garten vor einem grünen Busch, er trägt einen Sonnenhut, Weste, und ein kariertes Hemd und lächelt in die Kamera. Landschaftsarchitekt Gerhard Thiele verstarb im Februar 2025. Foto: E. Werthner
Gerhard Thiele, ein Nachruf

Bayerischer Landschaftsarchitektur-Preis 2022 – Auslobung

1. Preis des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2020: Baumkirchen Mitte in München von mahl gebhard konzepte

1. Preis des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2020: Baumkirchen Mitte in München von mahl gebhard konzepte (Foto: Laura Loewel)

Am 24. Januar 2022 startet erneut die Auslobung des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2022. Ihre Projekte können Sie noch bis zum 07. März 2022, 12:00 Uhr einreichen. Alles dazu lesen Sie hier.

Der Bayerische Landschaftsarchitektur-Preis findet im zweijährigen Turnus statt – und dieses Jahr ist es wieder so weit: Zum zweiten Mal wird der bdla Bayern den Preis Ende Januar ausloben. Er richtet sich an alle Landschaftsarchitekt*innen sowie Arbeitsgemeinschaften aus dem In- und Ausland, die innovative, nachhaltige und klimagerechte Projekte in Bayern innerhalb der letzten fünf Jahre (1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2021) realisierten. Der bdla Bayern möchte mit dem Preis insbesondere junge Planer*innen zu einer Teilnahme ermutigen. Die Auszeichnung soll schließlich dazu dienen, ihren Ideen und Visionen eine Bühne zu geben. Die Auslobung des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2022 sowie den Upload für ihre Projekte finden Sie auf bdla.de.

Bayerischer Landschaftsarchitektur-Preis 2022 – ein Hauptpreis und sieben Kategorien

Warum es neben den vielen anderen auch einen Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis braucht? Bayern steht vor teils widersprüchlichen Herausforderungen, die direkt die Landschaftsarchitektur-Profession betrifft: Ein starker Zuzug in die Metropolregionen fordert smarte Nachverdichtungs- sowie Mobilitätskonzepte. Bevölkerungsrückgang in ländlichen Regionen hinterlassen Leerstände sowie leere Kommunalhaushalte. Die zunehmend heißen Sommer in den Städten werden ohne grüne Freiräume nur bedingt zu genießen sein. Die Herausforderungen kennen wir alle, gute Lösungen allerdings nicht immer. Mit der „Bayerischer Landschaftsarchitektur-Preis 2022“-Auslobung möchte der bdla Bayern die guten Lösungen aus der Landschaftsarchitektur-Praxis würdigen. Der bdla Bayern wird deswegen neben dem Hauptpreis Preise für Projekte in sieben Kategorien verleihen:

Die Projekte werden zudem an den Kriterien Klimaanpassung, Nachhaltigkeit, Flächensparen, Biodiversität und Pflanzenverwendung, Materialität sowie Innovation gemessen. Den Landschaftsarchitekt*innen steht es offen, mehrere Projekte einzureichen – allerdings höchstens fünf Beiträge und pro Kategorie ein Projekt. An dem Auswahlprozess sind die Mitglieder des bdla Bayern im Sommer 2022 per Online-Voting sowie ein neunköpfiges Preisgericht beteiligt. Teil des Preisgerichts werden unter anderem die beiden Gewinner*innen des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2020 sein: Andrea Gebhard sowie Prof. Tilman Latz.

Die Termine auf einem Blick

 

Als Schirmherrin konnte der bdla Bayern Prof. Dr. Elisabeth Merk, Stadtbaurätin der Stadt München, gewinnen. Sie ist tagtäglich mit den Herausforderungen der Landeshauptstadt konfrontiert und eignet sich für die Schirmherrschaft des Preises deswegen besonders. Außerdem wird der Preis wie im Jahr zuvor in Kooperation mit der Bayerischen Architektenkammer ausgelobt. Die G+L, als Medienpartner, wird zudem den Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preis begleiten sowie Sie hier auf dem Laufenden halten.

Alle detaillierten Informationen erhalten Sie dort: Auslobung des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises.

Letztes Jahr gab es gleich zwei erste Gewinner*innen des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises: Latz+Partner und mal gebhard konzepte. Zu allen Gewinner*innen des Bayerischen Landschaftsarchitektur-Preises 2020 geht’s hier.

Die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung hat den Städtebaupreis 2014 ausgelobt. Für den Preis können städtebauliche Projekte eingereicht werden, die nach dem 1. Januar 2009 für Orte in der Bundesrepublik Deutschland realisiert worden sind. Konzeption und Entwurf können weiter zurückliegen. Teilrealisierte Projekte können eingereicht werden, soweit es möglich ist, von den realisierten Abschnitten auf das Ganze zu schließen.

Die Projekte werden nach ihrer stadtfunktionalen, stadträumlichen, sozialen und architektonischen Qualität bewertet. Den Projekten sollen integrierte Konzepte und beispielhafte Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Akteuren zugrunde liegen. Bei Projekten die aufgrund einer ersten Beurteilungsrunde in eine engere Wahl aufgenommen wurde, werden sich Mitglieder der Jury durch eine Ortsbesichtigung im Sommer 2014 einen Eindruck verschaffen. Die Qualität und die Urbanität des öffentlichen Raums sind wesentliche Elemente der Attraktivität der Städte: Die Mobilität prägt ihn in besonderer Weise. Sie folgt dabei keinem Naturgesetz; sie ist ein zu gestaltender Prozess. Dabei geht es überwiegend um Neugestaltung im Bestand. Noch immer prägen primär auf die Bedürfnisse des motorisierten Individualverkehrs ausgelegte Verkehrsschneisen oder notdürftige, gestalterisch in der Regel wenig befriedigende Schutzmaßnahmen – etwa Lärmschutzwände – sowie zunehmend auch verödende Erdgeschosszonen unser Stadtbild.

Neue Entwicklungen im Verkehr in konzeptioneller und technischer Hinsicht stellen einerseits neue Anforderungen an den Raum und erhöhen die Komplexität im Abwägungsprozess der unterschiedlichen Ansprüche: Beschleunigung des Öffentlichen Verkehrs, Ausdifferenzierung der Formen des Radverkehrs, Infrastruktur für Elektromobilität, veränderte Erscheinungsformen der Außengastronomie, Gestaltung von Freiräumen mit hoher Aufenthaltsqualität für unterschiedliche Altersgruppen, um nur einige Faktoren zu nennen, beanspruchen den begrenzt zur Verfügung stehenden Raum. Gleichzeitig bieten die neuen Impulse aber die Chance, den öffentlichen Raum für die Stadt und damit für ihre Bürger zurückzugewinnen. Um diese Chance zu nutzen bedarf es integrierter, innovativer und damit kreativer Konzepte, entwickelt mit hoher Prozessqualität unter Einbindung der Bürgerinnen und Bürger.

Der Sonderpreis zum Deutschen Städtebaupreis 2014 sucht in Städten und Gemeinden nach besonders gelungenen Beispielen einer funktional und gestalterisch anspruchsvollen Aufwertung öffentlicher Verkehrsräume, die einen Beitrag für eine Stadt der Zukunft leisten. Ausschlaggebend ist die Qualität der ganzheitlichen Betrachtung – also das “Ausbalancieren” der unterschiedlichen Interessen – und der Prozesskultur. Die Maßnahmen sollen Baukultur im besten Sinne widerspiegeln, der Maßnahmeumfang ist nicht von Bedeutung.

Die Preisträger werden im Rahmen der Preisverleihung im Oktober 2014 bekannt gegeben, im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung.