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Klimaneutralität – Die neue G+L im Januar 2026!

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Coverfoto: Lachlan Ross via Pexels
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Städte auf dem Weg zur Klimaneutralität

Klimaneutral bis 2035. Die Ziele, die einst ehrgeizig klangen, wirken angesichts globaler Hitze-Rekorde und unzureichender Fortschritte mittlerweile wie dringende Notwendigkeiten. Doch der Weg zur Klimaneutralität bleibt steinig und komplex. Unser Jahresauftakt-Heft widmet sich daher den entscheidenden Fragen: Wie können Städte diesen Wandel schaffen? Welche Technologien und Strategien führen tatsächlich zu den nötigen Einsparungen? Und ganz grundsätzlich – ist das Ziel der Klimaneutralität an sich ausreichend oder bedarf es ambitionierterer Visionen?

Klimaneutralität – auch eine Willensfrage

Wir sprechen in dieser Ausgabe mit Expert*innen und werfen einen Blick auf Städte wie Feldheim und Wuppertal sowie Institutionen wie die Universität Göttingen, die bereits beeindruckende Erfolge vorweisen. Ihr Wissen bringt wertvolle Erkenntnisse darüber, wie Klimaneutralität erreicht und vor allem erhalten werden kann. Von innovativen Energiesystemen und kreislauforientierten Bauansätzen bis hin zu neuen Formen der grünen Infrastruktur, die städtische Räume nicht nur klimafreundlicher, sondern auch lebenswerter machen – es zeigt sich, dass die Mittel für den Wandel existieren, wenn der Wille da ist. Dass dieser Wille an manchen Stellen existiert, beweist die Stadt Hamburg: In einem Volksentscheid haben die Hamburger*innen dafür gestimmt, das Ziel der Klimaneutralität von 2045 auf 2040 vorzuziehen und verbindliche jährliche CO₂-Obergrenzen sowie Transparenz und soziale Verträglichkeit im Klimaschutzgesetz festzuschreiben.

Gleichzeitig aber machen politische Entwicklungen wie die Debatte um ein mögliches Kippen des „Verbrenneraus“ deutlich, dass technischer Fortschritt allein nicht genügt – gesellschaftliche und politische Rückschläge können gewonnene Jahre im Klimaschutz schnell wieder kosten.

Bereitschaft der Gesellschaft

Und wie steht es um die gesellschaftliche Bereitschaft, so radikale Veränderungen mitzutragen? Wie steht es um unseren Willen? Was wird von uns allen gefordert, damit der Wandel gelingt? Die Klimaneutralität geht weit über technische Fragen hinaus; sie stellt auch grundsätzliche Anforderungen an unser Verhalten, unsere Prioritäten und unsere Bereitschaft, Komfortzonen zu verlassen. Die Rückwärtsdebatte um den Verbrennungsmotor zeigt, wie fragil die Akzeptanz umfassender Maßnahmen sein kann. Diese Ausgabe hinterfragt daher kritisch, ob und wie die deutschen Städte dieses Ziel in den kommenden Jahren tatsächlich umsetzen können – und welche Rolle Stadtplaner*innen, Landschaftsarchitekt*innen und die Zivilgesellschaft dabei spielen müssen.

Wandel aus Überzeugung

2026 könnte das Jahr sein, in dem wir den entscheidenden Schritt Richtung Klimaneutralität gehen könnten – oder endgültig feststellen, dass ambitionierte Versprechen allein nicht ausreichen. Mögen die nächsten Jahre zeigen, dass Wandel möglich ist, wenn wir ihn nicht nur aus Einsicht, sondern auch aus Überzeugung gestalten.

 

Das Heft gibt es hier im Shop.

In unserer Dezember-Ausgabe drehte sich alles um das Thema Hinterhöfe. Lesen Sie hier mehr davon.

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3D-basiertes Kühlpotenzial-Ranking für Dachflächen

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Atemberaubende Luftaufnahme einer nachhaltigen deutschen Stadt mit Fluss, aufgenommen von Emmanuel Appiah.
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Die Suche nach kühlen Oasen auf dem Dach beginnt nicht mehr mit dem Bauchgefühl, sondern mit Daten, Algorithmen und 3D-Modellen. Wer bei der Planung von Dachbegrünungen und Klimaanpassungsmaßnahmen wirklich wissen will, wo das größte Kühlpotenzial schlummert, kommt am 3D-basierten Kühlpotenzial-Ranking für Dachflächen nicht vorbei. Willkommen in der neuen Liga der klimaresilienten Stadtgestaltung – präzise, dynamisch und überraschend aufschlussreich.

  • Einführung in das 3D-basierte Kühlpotenzial-Ranking: Was steckt dahinter und warum ist es für die Stadtentwicklung relevant?
  • Erklärung der technischen Grundlagen: Von Geodaten, Simulationen bis zu Klima- und Strahlungsmodellen
  • Praxisbeispiele: Wie deutsche Städte das Kühlpotenzial von Dachflächen bewerten und nutzen
  • Herausforderungen und Fallstricke: Datenqualität, Modellierungskomplexität und rechtliche Aspekte
  • Chancen für Stadtklima, Biodiversität, Energieeffizienz und soziale Teilhabe
  • Wechselwirkungen mit anderen urbanen Systemen wie Mobilität, Energie und Wasserhaushalt
  • Governance-Fragen: Wer steuert das Ranking, wer profitiert, wer entscheidet?
  • Ausblick: Wie beeinflusst das 3D-Kühlpotenzial-Ranking die Stadtplanung der Zukunft und welche Trends zeichnen sich ab?

3D-basiertes Kühlpotenzial-Ranking für Dachflächen: Von der Idee zur urbanen Notwendigkeit

War Dachbegrünung früher ein ökologisches Sahnehäubchen, ist sie heute ein zentrales Werkzeug der städtischen Klimaanpassung. Doch während noch vor wenigen Jahren Listen von Flachdächern mit möglichst großen Quadratmeterzahlen genügten, um Begrünungspotenziale zu identifizieren, steht die Branche mittlerweile vor neuen Herausforderungen. Die Frage, welche Dachfläche tatsächlich das größte Kühlpotenzial besitzt, lässt sich nicht mehr mit dem Blick von der Straße oder dem Finger auf der Luftbildkarte beantworten. Die Auswirkungen des Klimawandels, die Aufheizung urbaner Räume und die zunehmende Komplexität städtischer Strukturen verlangen nach präzisen, differenzierten und belastbaren Analysen. Genau hier setzt das 3D-basierte Kühlpotenzial-Ranking für Dachflächen an.

Die grundlegende Idee ist ebenso simpel wie genial: Nicht jedes Dach ist gleich wirksam, wenn es ums Kühlen geht. Faktoren wie Ausrichtung, Neigung, Verschattung, Bauhöhe, Materialität, Dachaufbauten und das umgebende Mikroklima beeinflussen maßgeblich, wie viel Verdunstungskälte und Strahlungsschutz eine Maßnahme tatsächlich erzeugt. Das 3D-basierte Ranking kombiniert diese Parameter, verknüpft sie mit hochaufgelösten Stadtmodellen und berechnet daraus ein differenziertes Potenzialprofil für jede einzelne Dachfläche. Das Ergebnis: Planer erkennen auf einen Blick, wo Investitionen in Begrünung oder innovative Kühltechnologien den größten Effekt auf das Stadtklima erzielen können – und wo Aufwand und Nutzen in einem schlechten Verhältnis stehen.

Was zunächst wie ein Nischenthema klingt, hat das Zeug zur Schlüsseltechnologie für klimaresiliente Städte. Denn die Folgen von Hitzeperioden, Tropennächten und urbanen Wärmeinseln sind längst nicht mehr nur ein Sommerproblem. Sie betreffen die Gesundheit, die Lebensqualität und die Widerstandsfähigkeit ganzer Stadtquartiere. Die gezielte, datengestützte Auswahl und Priorisierung von Dachflächen für Kühlmaßnahmen wird so zur Frage der sozialen Gerechtigkeit und zum Gradmesser fortschrittlicher Stadtplanung. Städte wie Berlin, Wien und Zürich sind schon auf dem Weg – und setzen auf das 3D-basierte Kühlpotenzial-Ranking als strategisches Instrument ihrer Klimapolitik.

Die Entwicklung dieser Rankings ist allerdings kein Spaziergang: Sie erfordert interdisziplinäres Know-how, leistungsfähige Software, belastbare Datenquellen und nicht zuletzt die Bereitschaft, Planung als kontinuierlichen Prozess und nicht als starres Endprodukt zu denken. Denn jede neue Gebäudestruktur, jede Dachsanierung, jede Aufstockung und jede Änderung im Stadtgrün beeinflusst das Ranking – und damit die Entscheidungsgrundlage für künftige Maßnahmen. Die Dynamik wird zum Feature, nicht zum Bug.

Fazit dieser Entwicklung: Wer das Kühlpotenzial urbaner Dachflächen nicht dreidimensional und datenbasiert bewertet, plant mit der Handbremse. Das 3D-basierte Kühlpotenzial-Ranking ist keine Spielerei – es ist ein zukunftsweisendes Planungstool, das die Stadt von morgen schon heute messbar besser macht.

Technische Grundlagen: Wie 3D-Modelle, Simulationen und Klimadaten das Ranking ermöglichen

Im Zentrum des 3D-basierten Kühlpotenzial-Rankings steht ein hochaufgelöstes digitales Stadtmodell, das weit mehr ist als ein hübsches Renderbild. Es bildet die geometrische und physikalische Basis für alle weiteren Analysen. Die Geodaten stammen meist aus Laserscanning, Photogrammetrie oder BIM-Prozessen und liefern präzise Informationen über Dachformen, -neigungen, -ausrichtungen sowie die Lage zu anderen Gebäuden und Freiräumen. Ergänzt werden diese Daten durch Attribute wie Materialität, Nutzungsart, Dachaufbauten oder bestehende Begrünung. Erst durch die Kombination dieser Ebenen lässt sich das tatsächliche Kühlpotenzial zuverlässig bestimmen.

Doch Geometrie ist nur der Anfang. Das eigentliche Herzstück der Potenzialanalyse sind mikroklimatische Simulationen, die Faktoren wie Einstrahlung, Verschattung, Luftzirkulation, Verdunstung, Oberflächentemperaturen und Wärmerückhaltung modellieren. Hier kommen spezialisierte Softwaretools wie ENVI-met, Urban Weather Generator oder CitySim ins Spiel. Sie erlauben es, die Auswirkungen von Begrünung, Reflexion und Verdunstungskälte auf das Mikroklima in verschiedenen Szenarien zu berechnen. Besonders relevant ist dabei die Fähigkeit, Strahlungsflüsse dreidimensional zu simulieren – denn ein Dach, das im Hochsommer von allen Seiten beschattet ist, trägt wenig zur Kühlung des Quartiers bei.

Für die Bewertung des Kühlpotenzials wird in der Regel ein Set von Klimakennzahlen definiert: Dazu zählen etwa die potenzielle Reduktion der Oberflächentemperatur, die zusätzliche Verdunstungskühlleistung, die Senkung der nächtlichen Minimaltemperaturen oder die Verbesserung des thermischen Komforts auf Straßenebene. Diese Indikatoren werden für jede Dachfläche individuell berechnet und in ein vergleichbares Ranking überführt. Der Clou: Das System ist skalierbar und kann mit neuen Parametern oder aktuellen Messdaten jederzeit aktualisiert werden.

Eine weitere Herausforderung ist die Integration städtischer Energie- und Wassermodelle. Begrünte Dächer beeinflussen nicht nur das Klima, sondern auch den Energiebedarf von Gebäuden, die Regenwasserrückhaltung und die Feinstaubbindung. Moderne Rankings berücksichtigen daher Wechselwirkungen mit der Gebäudetechnik, der städtischen Infrastruktur und sogar sozialen Faktoren wie Aufenthaltsqualität oder Zugangsmöglichkeiten. So wird aus dem „Kühlpotenzial“ eine ganzheitliche Bewertungsgröße, die unterschiedlichste Nachhaltigkeitsziele miteinander verknüpft.

Die technische Komplexität sollte niemanden abschrecken – im Gegenteil. Die Erfahrung zeigt: Je präziser und integrativer die Datengrundlage, desto zuverlässiger die Handlungsempfehlungen. Das 3D-basierte Kühlpotenzial-Ranking ist damit zugleich ein Motor für Innovationen in der Stadtplanung und ein Türöffner für die Zusammenarbeit zwischen Planern, Ingenieuren, Informatikern und Klimaforschern.

Praxis und Beispiele: Wie deutsche Städte Dachflächen nach Kühlpotenzial bewerten

Die Vision klingt ambitioniert, aber wie sieht die Umsetzung im Alltag aus? Deutsche Städte sind längst dabei, das 3D-basierte Kühlpotenzial-Ranking in ihre Strategien zu integrieren – mit bemerkenswerten Ergebnissen und überraschenden Lerneffekten. Ein Blick nach Berlin zeigt: Die Hauptstadt hat im Rahmen des Projekts „GründachPLUS“ zehntausende Dächer mit Hilfe eines 3D-Stadtmodells und mikroklimatischer Simulationen bewertet. Dabei wurde nicht nur die reine Fläche, sondern vor allem die Wirksamkeit für die Umgebung als zentrales Kriterium herangezogen. Das Ergebnis: Viele prominente Flachdächer in Innenstadtnähe schnitten überraschend schlecht ab, während kleinere, gut gelegene Dächer in hitzegeplagten Quartieren ein enormes Potenzial zeigten.

In Frankfurt am Main wird das 3D-basierte Ranking sogar als Teil der Hitzeaktionsplanung eingesetzt. Hier identifizieren die Planer gezielt Dachflächen über Kindertagesstätten, Schulen und Seniorenheimen, um vulnerable Gruppen besonders effektiv vor extremen Temperaturen zu schützen. Die Integration der Ergebnisse in das kommunale Geoinformationssystem ermöglicht eine transparente Priorisierung und gezielte Förderung von Kühlmaßnahmen.

Auch die Stadt Wien setzt Maßstäbe: Das städtische 3D-Modell wird laufend mit Klimadaten, Energiekennwerten und Begrünungsinformationen angereichert. Für jedes Dach wird das potenzielle Kühlpotenzial berechnet – inklusive Auswirkungen auf den Straßenraum, angrenzende Gebäude und Fußgängerzonen. Besonders innovativ ist die Kopplung mit Bürgerbeteiligungsplattformen: Anwohner können Standorte vorschlagen, Feedback geben und so das Ranking aktiv mitgestalten.

Ein weiteres Praxisbeispiel liefert München, wo das 3D-basierte Kühlpotenzial-Ranking als Grundlage für das Förderprogramm „Kühle Dächer“ dient. Hier werden nicht nur die technischen Parameter, sondern auch wirtschaftliche und soziale Aspekte wie Eigentumsstruktur, Erreichbarkeit oder Sanierungsbedarf in die Bewertung integriert. Das Ziel: Die begrenzten Fördermittel dort einzusetzen, wo die Wirkung am größten ist und die Akzeptanz besonders hoch.

Diese Beispiele zeigen: Das 3D-basierte Kühlpotenzial-Ranking ist längst keine Vision mehr, sondern ein erprobtes Werkzeug. Es erhöht die Effizienz, Transparenz und Zielgenauigkeit städtischer Klimaanpassungsmaßnahmen – und sorgt ganz nebenbei für überraschenden Erkenntnisgewinn.

Herausforderungen, Nebenwirkungen und Governance: Was beim Kühlpotenzial-Ranking zu beachten ist

So überzeugend das 3D-basierte Kühlpotenzial-Ranking ist, so vielfältig sind die Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung. Die Qualität und Aktualität der Datengrundlagen ist ein entscheidender Faktor. Veraltete Stadtmodelle, unvollständige Informationen über Dachaufbauten oder fehlende Klimamessdaten können die Aussagekraft der Analysen empfindlich beeinträchtigen. Hier sind kontinuierliche Investitionen in die städtische Dateninfrastruktur nötig – und ein langer Atem bei der Pflege und Aktualisierung der Modelle.

Ein weiteres Problemfeld ist die Komplexität der Simulationen. Die Modelle werden immer genauer, aber auch aufwändiger. Ab welchem Punkt wird das Ranking zu einer Black Box, deren Ergebnisse kaum noch nachvollziehbar sind? Transparenz, Dokumentation und offene Schnittstellen sind hier unverzichtbar, um Vertrauen zu schaffen und die Ergebnisse für die Praxis nutzbar zu machen. Gleichzeitig gilt es, die Balance zu halten: Ein zu simples Ranking ignoriert relevante Einflussfaktoren, ein zu komplexes Modell überfordert die Anwender.

Rechtliche und organisatorische Fragen spielen ebenfalls eine große Rolle. Wem gehören die Daten? Wer entscheidet, welche Dächer priorisiert werden? Welche Kriterien dürfen – oder müssen – in das Ranking einfließen? Besonders in dicht bebauten Quartieren, wo Eigentumsverhältnisse, Denkmalschutz und Nutzungskonflikte aufeinanderprallen, braucht es klare Governance-Regeln. Städte wie Hamburg und Stuttgart setzen daher auf partizipative Prozesse und eine enge Einbindung von Eigentümern, Verwaltung und Öffentlichkeit.

Auch soziale Nebenwirkungen sind zu beachten: Ein rein technokratisches Ranking kann dazu führen, dass Dachflächen in privilegierten Lagen bevorzugt werden, während Quartiere mit erhöhtem Hitzerisiko durchs Raster fallen. Hier ist soziale Gerechtigkeit gefragt – durch gezielte Gewichtung der Kriterien, ergänzende Maßnahmen und die konsequente Ausrichtung auf vulnerable Gruppen.

Nicht zuletzt stellt sich die Frage nach der Integration in andere urbane Systeme. Begrünte Dächer beeinflussen den Energiebedarf, die Regenwasserbewirtschaftung, die Biodiversität und sogar die städtische Mobilität. Ein gelungenes 3D-basiertes Kühlpotenzial-Ranking denkt diese Wechselwirkungen mit – und wird damit zum Steuerungsinstrument für die gesamte nachhaltige Stadtentwicklung.

Ausblick: Das 3D-Kühlpotenzial-Ranking als Gamechanger für die Stadt der Zukunft

Stadtklima, Lebensqualität und Nachhaltigkeit lassen sich nicht mehr getrennt denken – und auch nicht getrennt planen. Das 3D-basierte Kühlpotenzial-Ranking für Dachflächen ist ein Paradebeispiel für die neue Generation datengetriebener Planungstools, die Komplexität nicht fürchten, sondern produktiv machen. Mit jeder neuen Datenschicht, jeder verbesserten Simulation und jeder Beteiligungsrunde wächst das Wissen über die Stadt – und die Fähigkeit, gezielt und wirksam zu handeln.

Die größten Potenziale liegen dabei nicht nur in der Optimierung einzelner Dächer, sondern in der Vernetzung ganzer Stadtquartiere. Intelligente Rankings können künftig dazu beitragen, urbane Kühlachsen zu identifizieren, Hotspots zu entschärfen, Biodiversitätsinseln zu schaffen und Grüninfrastrukturen mit Energie- und Wassersystemen zu koppeln. Der nächste Schritt sind automatisierte Handlungsempfehlungen, die Planern und Entscheidungsträgern in Echtzeit zur Verfügung stehen.

Auch die Rolle der Bürger verändert sich: Aus Betroffenen werden Beteiligte. Wer weiß, dass das Dach des eigenen Wohnhauses ein „Kühlhotspot“ ist, wird sich eher für Begrünungsmaßnahmen einsetzen, Fördermittel beantragen oder innovative Pilotprojekte unterstützen. So wird das Ranking nicht nur zum Planungsinstrument, sondern zum Katalysator gesellschaftlicher Innovation.

Natürlich bleibt die Technik kein Selbstläufer. Entscheidend ist die Einbettung in eine kluge Governance-Struktur, die Partizipation, Transparenz und Fairness garantiert. Städte, die hier mutig vorangehen, können das 3D-basierte Kühlpotenzial-Ranking zu einem Leuchtturmprojekt für nachhaltige Stadtentwicklung machen – und Nachahmer weit über den deutschsprachigen Raum hinaus finden.

Der Trend ist klar: Wer kühle, lebenswerte Städte will, braucht Präzision statt Bauchgefühl, Daten statt Daumenregeln, Beteiligung statt Blackbox. Das 3D-basierte Kühlpotenzial-Ranking für Dachflächen ist dabei nicht das Ziel, sondern der Startpunkt – für eine klügere, gerechtere und widerstandsfähigere urbane Zukunft.

Fazit

Das 3D-basierte Kühlpotenzial-Ranking für Dachflächen hat das Zeug, die urbane Klimaanpassung grundlegend zu verändern. Es verbindet modernste Technik mit strategischer Planung und gesellschaftlicher Teilhabe. Wer seine Stadt wirklich zukunftsfähig machen will, sollte nicht auf den nächsten Hitzesommer warten, sondern jetzt in Daten, Modelle und Beteiligungsprozesse investieren. Denn die kühlste Stadt ist die, die ihre Potenziale kennt – und sie gezielt nutzt. G+L bleibt am Ball, wenn es um die Stadt der Zukunft geht – datengetrieben, engagiert und immer einen Schritt voraus.

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Sauna Göteborg: Die Feier der Ko-Kreation

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Das Projekt „Public Space and Bathing Culture“, das sich derzeit ein Gebiet des stillgelegten Hafens von Frihamnen in Göteborg, Schweden, aneignet, ist mehr als ein Beteiligungsprojekt oder ein Stadterneuerungsprozess. Durch das Prototyping fördert die Stadt eine Transformationskultur mit ortsspezifischen Interventionen, die die Stadtverwaltung von innen heraus verändern kann.

Von der Sauna Göteborg zur Stadt-Vision

Die öffentliche Sauna am Hafen von Göteborg in Schweden ist vielleicht kein diskretes Projekt, aber es ist definitiv eine Ansammlung von kleinen Initiativen, die den dringend benötigten kreativen Widerstand gegen die langfristigen strategischen Visionen und Pläne für die Umgestaltung dieses heruntergekommenen Hafengebiets fördern.

Die vom Stadtplanungsamt und dem öffentlichen Bauträger Älvstaden Utvecklings AB in Auftrag gegebene öffentliche Sauna des Berliner Architekturbüros Raumlabor ist einer von mehreren Prototypen, die die Initiative “Öffentlicher Raum und Badekultur” bilden. Aus der Zusammenarbeit zwischen den Vertretern der Stadt und raumlabor sind bisher Prototypen wie der Strand, das Schwimmbad, die Sauna, eine Segelschule, die Roller-Derby-Bahn, die urbane Landwirtschaft, ein Park in einem der verlassenen Hangars auf dem Gelände und “The Mountain” – eine Wasserinstallation für Kinder der Künstler Akay und E.B Itso – entstanden.

Ziel der Prototypen ist es, die Erforschung dessen anzuregen, was einen Park des 21. Jahrhunderts ausmacht, und dies in die Gestaltung und Programmierung eines künftigen Parks einfließen zu lassen, mit dem das 400-jährige Bestehen der Stadt Göteborg im Jahr 2021 gefeiert werden soll. Der Park wird den Namen Jubileumsparken tragen, was so viel wie “Jubiläumspark” bedeutet. Die aktuellen Initiativen tragen die Bezeichnung Jubileumsparken 0.5, wobei der Zusatz 0.5 darauf hinweist, dass es sich bei den Prototypen um temporäre Konstruktionen handelt.

2010 startete die Stadt Göteborg eine stadtweite Vision für die Sanierung von neun Stadtteilen, die alle in der Nähe der Ufer des Flusses Göta liegen. Die als “River City Gothenburg Vision” bezeichnete und vom Stadtrat im Oktober 2012 angenommene Vision umfasst eines der ehrgeizigsten Stadterneuerungsprojekte, die je in Schweden durchgeführt wurden. Die derzeitige Umsetzungsphase, die in politischen Dokumenten und Planungsrichtlinien ihren Niederschlag findet, konzentriert sich auf die Umgestaltung des Frihamnen-Viertels, eines verfallenen Industriegebiets und ausgedehnten Hafengebiets am Nordufer, direkt auf der anderen Seite des Flusses, gegenüber dem Göteborger Hauptbahnhof.

Da die Stadt Göteborg eine Stadtgestaltung anstrebte, die nicht nur ortsspezifische Qualitäten hervorhebt, sondern diese auch für alle Bevölkerungsschichten zugänglich und bewohnbar macht, ergänzte die Stadt die Masterplanung und initiierte einen innovativen Ansatz für die städtische Umgestaltung. Zu den beiden Hauptanreizen für die Innovation gehören die Mobilisierung des städtischen Unternehmens Älvstranden Utvecklings AB und die Entscheidung, den Prototyp eines Parkdesigns für den Jubileumsparken 0.5 zu entwickeln. Durch den öffentlichen Bauträger ermöglicht die Stadt eine kreativere Überschneidung von Landverteilung, Design, strategischer Planung und Politik. Mit dem Prototyping des Jubileumsparken 0.5 bringt die Stadt die Gestaltung des Frihamnen in Gang, bevor die Immobilienspekulation einsetzt, die oft mit der Aufteilung und Verteilung von Land einhergeht.

Auch interessant: Im Sommer 2018 verwandelte sich das Regenauffangbecken des ehemaligen Flughafens Tempelhof in ein Labor neuer urbaner Praxis. Entworfen vom Architekturkollektiv „raumlaborberlin“. Mehr dazu hier: Floating University

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