Stadtentwicklung neu denken: Wie klimaresilientes Stadtmobiliar urbane Räume transformiert

Podest Tuttlingen von L. Michow & Sohn als Beispiel für klimaresilientes Stadtmobiliar, das Aufenthaltsqualität und Begrünung verbindet
Podest Tuttlingen von L. Michow & Sohn als Beispiel für klimaresilientes Stadtmobiliar, das Aufenthaltsqualität und Begrünung verbindet

Der Klimawandel ist keine abstrakte Zukunftsvision mehr – er ist Realität. Langanhaltende Hitzeperioden, Starkregenereignisse und extreme Wetterlagen fordern die Städte heraus. Damit urbane Lebensräume auch künftig lebenswert bleiben, müssen sie resilienter werden. Ein Schlüsselelement: durchdachtes, funktionales und klimaresilientes Stadtmobiliar. Die L. Michow & Sohn GmbH zeigt, wie modernes Stadtmobiliar nicht nur gestalterische, sondern auch klimapolitische Verantwortung übernimmt – mit Lösungen, die wirken.

Klimawandel als urbane Herausforderung

Unsere Städte sind zunehmend geprägt von versiegelten Flächen, verdichteten Bebauungen und einem Mangel an natürlichen Rückzugsorten. Der Klimawandel verschärft diese Herausforderungen: steigende Temperaturen, überlastete Entwässerungssysteme und eine sinkende Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Die Antwort liegt nicht nur in groß angelegten Infrastrukturprojekten, sondern auch in scheinbar kleinen Elementen – im Stadtmobiliar, das heute mehr können muss als je zuvor.

L. Michow & Sohn GmbH setzt auf genau diese Hebel: klimaangepasstes Design, modulare Flexibilität und gesellschaftlichen Mehrwert. Die Möbel, Pavillons, Brunnen und Pflanzgefäße des Unternehmens ermöglichen eine aktive Anpassung urbaner Räume an neue klimatische Bedingungen.

Mehr Grün, wo eigentlich kein Platz ist: Mobile Begrünung neu gedacht

Klassische Stadtbegrünung stößt in vielen Kommunen an räumliche Grenzen. Hier setzen mobile Pflanzgefäße an. Modelle wie Priwall oder das begrünte Sitzelement Victoria Park zeigen, wie Begrünung auch dort möglich ist, wo dauerhafte Vegetation nicht realisierbar ist. Diese Gefäße verbessern die Luftqualität, fördern durch Verdunstung die Kühlung des Mikroklimas und schaffen Lebensraum für Insekten.

Zudem lassen sie sich flexibel an wechselnde Bedingungen anpassen – sei es auf versiegelten Plätzen, temporären Veranstaltungsorten oder engen Innenhöfen. Besonders in dicht bebauten Stadtquartieren bieten sie eine sofort wirksame Möglichkeit zur Begrünung, ohne tiefgreifende bauliche Veränderungen zu benötigen.

Multifunktional und klimawirksam: Sitzpodeste mit integrierter Begrünung

Sitzgelegenheiten sind zentrale Elemente jeder städtischen Infrastruktur – doch sie können weit mehr sein als bloße Rastpunkte. Die Modelle Landau und Levels der L. Michow & Sohn GmbH vereinen Aufenthaltsqualität mit ökologischer Wirkung. Integrierte Pflanzzonen oder Baumausschnitte ermöglichen Schattenwurf, reduzieren die Hitzebelastung und fördern die Biodiversität.

Sie bieten eine Symbiose aus Form, Funktion und Nachhaltigkeit – und lassen sich je nach Standort flexibel konfigurieren. Ob als Treffpunkt auf belebten Plätzen oder als Ruheinsel im Park: Diese Podeste bieten eine einfache Möglichkeit, versiegelte Flächen aufzubrechen und neuen Raum für Natur zu schaffen.

Der Urban Alcove: Stadtmöbel für ein neues Miteinander

Mit dem Urban Alcove präsentiert das Unternehmen ein Stadtmöbel der nächsten Generation. Die begrünte Rückwand filtert Feinstaub und verbessert die Luftqualität. Ein integriertes Bewässerungssystem reduziert den Pflegeaufwand – besonders relevant in Zeiten knapper kommunaler Ressourcen.

Dank seiner modularen Bauweise eignet sich der Urban Alcove ideal für temporäre Aufstellungen: etwa als Parklet auf ehemaligen Parkplätzen, zur Verkehrsberuhigung oder zur Erweiterung von Gehwegen. Dabei dient die massive Konstruktion auch als Lärmschutz und schafft eine geschützte, angenehme Aufenthaltsatmosphäre – mitten in der Stadt. Ein Möbelstück, das sowohl ökologisch als auch sozial wirkt.

Hitze reduzieren: Schatten schaffen, Wasser zugänglich machen

Hitze ist längst ein Risiko für die öffentliche Gesundheit, besonders für vulnerable Gruppen wie Kinder, Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen. Stadtmobiliar kann hier als präventive Infrastruktur wirken.

Mit überdachten Pavillons wie Ostseeblick oder Hamburg entstehen kühlere Rückzugsorte im Stadtraum. Alternativ lassen sich auch klassische Sitzgelegenheiten wie Bänke und Sessel gezielt beschatten. Diese Maßnahmen steigern nicht nur die Aufenthaltsqualität, sondern leisten auch einen aktiven Beitrag zur Hitzeminderung.

Ein besonders wichtiger Baustein ist der Zugang zu kostenlosem, öffentlich zugänglichem Trinkwasser. Der Trinkbrunnen Hamburg erfüllt genau diese Funktion – und mehr. Mit seiner geschwungenen, barrierearmen Form ist er aus allen Richtungen und Höhen nutzbar. Er erlaubt das einfache Befüllen von Flaschen jeglicher Größe und verfügt über eine integrierte Trinkschale für Hunde.

Seine Funktionalität und Gestaltung wurden bereits ausgezeichnet: German Design Award 2025. Der Trinkbrunnen ist damit nicht nur ein funktionales Element, sondern ein prämiertes Designobjekt, das soziale Gerechtigkeit und ökologische Wirkung verbindet.

Von der Vision zur Umsetzung: Stadtmöbel als Baustein klimaresilienter Städte

Klimaanpassung in Städten ist kein abstrakter Begriff, sondern eine konkrete Aufgabe. Stadtmobiliar von L. Michow & Sohn GmbH bietet vielfältige Möglichkeiten, dieser Herausforderung zu begegnen – durchdacht, flexibel und gestalterisch überzeugend.

Ob mobile Pflanzgefäße, begrünte Sitzpodeste, modulare Stadtinseln, Pavillons oder Trinkbrunnen – jedes Produkt ist Teil eines integrativen Ansatzes, der ökologische, funktionale und ästhetische Anforderungen vereint. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf Serienlösungen, sondern auch auf maßgeschneiderten Anfertigungen, die auf individuelle Gegebenheiten und kommunale Anforderungen abgestimmt sind.

Die L. Michow & Sohn GmbH begleitet Kommunen, Planer und Architekten mit fundierter Beratung, hohem Designanspruch und einem klaren Ziel: Städte zu gestalten, die dem Klimawandel standhalten – und dabei ihre Lebensqualität nicht nur bewahren, sondern aktiv steigern.

Zukunftsfähige Stadtentwicklung beginnt im Detail

Klimaresilienz ist kein einmaliger Kraftakt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Stadtmobiliar spielt dabei eine zentrale Rolle – als niedrigschwellige, flexible und sofort sichtbare Maßnahme, die städtische Räume aufwertet und funktional erweitert.

Mit Produkten wie dem Urban Alcove, den Pflanzgefäßen Priwall und Victoria Park, den Podesten Landau und Levels, den Pavillons Ostseeblick und Hamburg oder dem preisgekrönten Trinkbrunnen Hamburg bietet L. Michow & Sohn GmbH genau die Lösungen, die unsere Städte jetzt brauchen.

Sie möchten Ihre Kommune zukunftsfähig gestalten? Dann lassen Sie sich jetzt individuell beraten – und setzen Sie auf Stadtmobiliar, das wirkt.

Mehr erfahren unter: www.michow.de 

Lesen Sie hier mehr über die innovative Forschung für die klimaresiliente Stadt.

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Freilichtmuseum Ballenberg: Neuordnung am Eingang

Auf dem Foto ist das Freilichtmuseum eingebettet in die Wälder eines Höhenzugs zu sehen.

Freilichtmuseum eingebettet in die Wälder eines Höhenzugs. (Foto: Ballenberg

Freilichtmuseum Ballenberg

Im Kanton Bern ist Schweizer Vergangenheit erlebbar: im Freilichtmuseum Ballenberg. Nun wird der Eingangsbereich des Museums neu geordnet. Die Testplanung hat einen überzeugenden Entwurf für einen kompakten Neubau hervorgebracht. Der Siegerentwurf von Moeri & Partner Landschaftsarchitekten und Gauer Itten Messerli Architekten wird nun konkretisiert und realisiert.

Das Freilichtmuseum Ballenberg liegt inmitten der Schweiz. Unweit vom Brienzer See ist das Museum in die Wälder eines Höhenzugs eingebettet. Von modernen, urbanen Strukturen entfernt, zeigt das Museum eine ländliche Umgebung. Denn das Freilichtmuseum ist als Dorf angelegt und präsentiert traditionelle ländliche Bauten und ihre typischen Einrichtungen zum Wohnen und Arbeiten. Nun wird der Eingangsbereich zu diesem Museum umgestaltet. Die Testplanung dafür haben die Architekt*innen Gauer Itten Messerli aus Bern zusammen mit den Landschaftsarchitekt*innen Moeri & Partner gewonnen. Auf der Grundlage dieses Studienauftrages – so wie diese Planungsphase in der Schweiz heißt – wird die Neuordnung des Eingangsbereichs konkretisiert.

Das Museum Ballenberg ist eine private Stiftung. Sie verfolgt das Ziel, traditionelle ländliche Bauten aus allen Teilen der Schweiz zu sammeln und zu erhalten. Dazu gehören auch typische Elemente und Gegenstände zum Wohnen und Arbeiten. Sie alle werden auf dem Ballenberg zusammengetragen, erforscht und das Wissen darüber weitergegeben. Der Ballenberg ist aber kein antiquiertes Stück Vergangenheit. Vielmehr ist das Museum ein lebendiges kulturelles Zentrum mit vielfältigen Angeboten. Dazu gehören Veranstaltungen, Kurse, Ausstellungen und Veröffentlichungen. Seitdem das Museum in den späten 1970er-Jahren eröffnete, ist sein Eingangsbereich ständig gewachsen. Nun war es an der Zeit, diese Situation neu zu ordnen.

 

Erneuerungsbedarf in Ballenberg

 

Das Freilichtmuseum Ballenberg hat einen großen Eingangsbereich in Hofstetten bei Brienz. Dieser ist im Laufe der Jahre mit zunehmenden Besucher*innenströmen ständig gewachsen. Dem Besucher*innenaufkommen entsprechend sind auch der Parkplatz und die dazugehörigen Verkehrsflächen immer größer geworden. Aber auch die Kasse und der Shop, das Kurszentrum Ballenberg, ein Werkhof mit Lager und das 2009 fertiggestellte Verwaltungsgebäude prägen den Eingangsbereich. Dieses Sammelsurium wird dazu von einer Verbindungsstraße zerschnitten. Ein Gesamtkonzept für diesen repräsentativen Bereich des einzigen Freilichtmuseums der Schweiz fehlt. Vielmehr verursacht die Konzentration verschiedener Bauten und Anlagen Konflikte. So gibt es beispielsweise weder Warteraum für Gruppen noch separate Zugänge zu den verschiedenen Angeboten. Außerdem fehlt dem Freilichtmuseum Ballenberg ein zentrales Museumsdepot für die Lagerung und Pflege seiner über 45 000 Objekte umfassenden Sammlung. Diese verschiedenen Aufgabenstellungen und Herausforderungen waren Inhalt von Studienauftrag und Testplanung.

Häuser, Objekte, Handwerk und Tiere

Auf dem Ballenberg sind über 100 Wohn- und Wirtschaftsbauten aus der ganzen Schweiz zu sehen. Die Sammlung umfasst stattliche Bauernhäuser, bescheidene Bauten von Tagelöhnern, Alpsiedlungen genauso wie Ställe, Scheunen, Speicher, Waschhäuschen und Dörröfen. Sie alle sind architektonische und sozialgeschichtliche Zeuginnen das Alltagsleben in der ländlichen Schweiz. Sie alle erzählen von der Kultur vergangener Zeiten. Alte Gebäude werden nur in die Ausstellung aufgenommen, wenn sie am ursprünglichen Standort nicht erhalten bleiben können. Nur in diesen Fällen werden sie sorgfältig abgetragen und auf dem 66 Hektar großen Museumsgelände wieder aufgebaut. 

Die Bauten der verschiedenen Hauslandschaften der Schweiz bilden jedoch nur einen Teil des Museums. Der Ballenberg zeigt auch nach historischen Vorbildern angelegte Bauerngärten, Äcker, Felder, Wiesen und Weiden. In den Gebäuden des Museums sind Handwerker*innen aktiv, die mit alten Werkzeugen und Geräten traditionelle Arbeiten zeigen. Darüber hinaus vermitteln thematische Ausstellungen einen Blick hinter die Kulissen des ländlichen Alltags. Dazu gehören auch über 250 Bauernhoftiere, die gesamte Palette der einheimischen Nutztierarten. Auch sie füllen den Ballenberg mit Leben.

 

Kooperativer Planungsprozess für den Ballenberg-Eingang

 

Um den Eingangsbereich des Freilichtmuseum Ballenberg neu zu ordnen, wurden drei Teams zu einem kooperativen Planungsprozess geladen. Nach einer ersten Veranstaltung präsentierte sie zunächst Zwischenergebnisse. Auf diese erhielten die Entwerfer*innen eine schriftliche Rückmeldung. Schließlich fand die Schlusspräsentation mit anschließender Beurteilung statt. Aus dieser ist der Entwurf von Gauer Itten Messerli Architekten AG, Moeri & Partner Landschaftsarchitekten AG und Emch+Berger Verkehrsplanung AG als Sieger hervorgegangen.

 

Mehr Effizienz, mehr Einnahmen

 

Diese Arbeitsgemeinschaft hat einen kompakten Neubau vorgeschlagen, der den westlichen Eingang zum Museum neu strukturiert. In diesem Neubau finden der Eingangsbereich mit Kasse und Shop, die Parkplätze und Depoträume Platz. Der Entwurf besticht durch attraktive Zugänge für alle Verkehrsteilnehmenden. Er bietet flexible Nutzungen mit großem Potenzial für die Zukunft. Darüber hinaus zeigt er eine verkehrstechnisch klare Lösung mit einer Trennung der Verkehrswege von Gästen und internen Nutzer*innen. Das Team um Gauer, Itten, Messerli und Moeri & Partner hat eine Lösung erarbeitet, die nur sehr wenig zusätzliche Fläche beansprucht.

Die Ergebnisse der Testplanung werden nun in eine konkrete Planung überführt. Mit der vorgeschlagenen Neugestaltung des Eingangs werden die Sammlung und ihr Handling vom Betrieb des Museums entflochten. Die Konzentration auf einen Standort vereinfacht darüber hinaus die Pflege der Sammlung. Das neue Besucher*innenzentrum empfängt zukünftig die Besucher*innen und informiert sie über die Angebote im Museum und im Kurszentrum. Durch die verbesserte Führung durch den Museumsshop erhofft sich das Freilichtmuseum auch dringend benötigte Mehreinnahmen. Denn das Museum steht, genau wie das Kurszentrum, unter hohem Kostendruck. Deshalb spielt die Wirtschaftlichkeit bei allen Maßnahmen eine große Rolle.

Sie haben den Plan, das Freilichtmuseum Ballenberg zu besuchen? Dann empfehlen wir einen Stop in Bern. Was Planer*innen in Bern besichtigen sollten, haben wir für Sie zusammengetragen.

Werner Sobek erhält Global Award for Sustainable Architectur

Urban Mining and Recycling-Unit

Werner Sobek erhielt am 13. Mai den Global Award for Sustainable Architecture. Sobek, der Leiter des Instituts für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren ist, war einer von fünf Preisträgern. Die Jury würdigte seine „bahnbrechenden Forschungen“. Zu Sobeks Forschungsprojekten gehört beispielsweise die Urban Mining and Recycling Unit im NEST-Gebäude in Zürich.

 

Werner Sobek zählt zu den fünf Preisträgern, die den Preis am 13. Mai 2019 in der Pariser Cité de l’Architecture entgegennehmen durften. Die Jury würdigte mit der Auszeichnung seine „bahnbrechenden Forschungen“. Seit 25 Jahren leitet er das Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren.

Um das komplexe Nachhaltigkeitsthema konkreter zu fassen, stellen die Juroren ihre Auswahl jedes Jahr unter ein spezielles Thema. In 2019 entschieden sich die Nachhaltigkeitsexperten, auf das aktuell 100-jährige Bauhausjubiläum Bezug zu nehmen. Sie stellten dessen multidisziplinären und nach sozialen Reformen strebenden Ansatz in den Mittelpunkt. 

Der Global Award for Sustainable Architecture stützt sich auf eine wachsende Gemeinschaft, die von Preisträgern aus der ganzen Welt gebildet wird. Sie alle setzen sich, wie Werner Sobek, für eine nachhaltige Architekturethik ein.

In der Garten+Landschaft vom April 2019 mit dem Thema “Nachhaltige Wohnquartiere” berichteten wir über Werner Sobeks Urban Mining and Recycling-Unit, denn die Idee, im Sinne nachhaltigen Bauens, Material beim Objektabbruch wieder dem Kreislauf in Form von Recycling oder Upcycling zurückzuführen, liegt förmlich auf der Hand. Doch sind die entsprechenden Ansätze noch nicht im Planungsalltag angekommen. Mit dem Forschungsprojekt “UMAR” testen Werner Sobek und Kollegen, wie Wohnbauten künftig zu 100 Prozent in technische oder biologische Kreisläufe zurückgeführt werden können und sammeln dabei Erkenntnisse, die auch die Freiraumplanung revolutionieren könnten.

Den vollständigen Artikel zur UMAR-Unit können Sie hier lesen.