googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649697825425-0'); });

Künstliche Intelligenz modelliert urbane Biodiversität

Building design
foto-einer-von-baumen-umgebenen-asphaltstrasse-3imMtMwyRwo
Analoge Aufnahme einer von Bäumen gesäumten Asphaltstraße in Berlin von Markus Spiske
googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649688785468-0'); });

Kann künstliche Intelligenz tatsächlich die urbane Biodiversität modellieren? Wer jetzt noch denkt, KI sei nur ein Tool für Datennerds, wird überrascht sein: Moderne Algorithmen revolutionieren, wie Stadtplaner, Landschaftsarchitekten und Ökologen Lebensräume entwerfen, schützen und transformieren. Zwischen Science-Fiction und Planungsalltag – ein Blick auf das, was KI für die grüne Stadt von morgen wirklich leisten kann.

  • Definition und Bedeutung urbaner Biodiversität im Kontext heutiger Stadtentwicklung
  • Funktionsweise und Potenzial künstlicher Intelligenz bei der Modellierung ökologischer Systeme
  • Praktische Anwendungen von KI für Biodiversitätsdaten, Monitoring und Szenarienentwicklung
  • Reale Projekte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: Wo KI schon heute die Planung bereichert
  • Chancen und Risiken: Von smarter Flächennutzung bis zu algorithmischen Verzerrungen
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Wie Planer, Technologen und Ökologen von KI profitieren
  • Transparenz, Governance und ethische Herausforderungen bei KI-gestützter Stadtplanung
  • Zukunftsausblick: Die Rolle von KI für resiliente, lebenswerte und artenreiche Städte

Urbane Biodiversität: Was auf dem Spiel steht und warum KI ins Spiel kommt

Wer heute durch Hamburgs Parks, Wiens Gassen oder Zürichs Vororte schlendert, erkennt schnell: Die biologische Vielfalt der Stadt ist kein nettes Extra, sondern ein existenzieller Baustein urbaner Lebensqualität. Urbane Biodiversität beschreibt die Fülle und Verteilung von Tier- und Pflanzenarten in Städten – von Wildbienen auf dem Dachgarten bis zu Fledermäusen im Industriehafen. Diese Vielfalt sorgt für Klimaanpassung, gesündere Luft, Erholung, soziale Integration und nicht zuletzt für Identität im Stadtraum. Doch Urbanisierung, Flächenverbrauch, Versiegelung und Klimawandel setzen der urbanen Natur massiv zu. Genau an diesem Punkt kommt die digitale Revolution ins Spiel.

Traditionelle Methoden, biologische Vielfalt zu erfassen und zu fördern, stoßen angesichts komplexer urbaner Systeme schnell an Grenzen. Ständig wechselnde Nutzungen, flüchtige Mikrohabitate und das Zusammenspiel von Mensch und Natur lassen sich kaum mit Papier, Karte und Fernglas erfassen. Hier bietet künstliche Intelligenz einen Ausweg: Sie kann riesige Datenmengen aus Satellitenbildern, Drohnenflügen, Citizen-Science-Beiträgen und Sensoren in Echtzeit auswerten, Muster erkennen, Trends vorhersagen und Szenarien simulieren. Was bisher Monate oder Jahre dauerte, gelingt nun in Tagen oder sogar Stunden.

Diese neue Qualität der Wissensproduktion verändert nicht nur die ökologische Forschung, sondern auch die Praxis der Stadt- und Landschaftsplanung. Denn Biodiversität ist längst kein Nischenthema mehr. Sie ist Leitlinie für klimafitte Quartiere, für nachhaltige Mobilität, für soziale Gerechtigkeit – und für die Zukunftsfähigkeit der Stadt insgesamt. KI eröffnet hier bisher ungeahnte Chancen: Sie kann komplexe Wechselwirkungen in urbanen Ökosystemen sichtbar machen, Zielkonflikte frühzeitig erkennen und Planungsprozesse dynamisch begleiten. Das sorgt für zielgenauere Maßnahmen, für mehr Transparenz – und für mehr Beteiligung.

Doch wie genau funktioniert das? Welche Daten braucht es? Wie werden Algorithmen trainiert, damit sie zwischen Wildkräutern und invasiven Arten unterscheiden können? Und wie sieht der Alltag von Planern, Landschaftsarchitekten und Kommunen aus, die KI für Biodiversitätsfragen nutzen? All das beleuchten wir im Folgenden – und zeigen, dass künstliche Intelligenz weit mehr ist als ein technischer Hype. Sie ist ein Werkzeug, das grüner Stadtentwicklung einen echten Innovationsschub verleiht.

Wichtig ist: KI ersetzt nicht das ökologische Gespür und die lokale Expertise. Aber sie erweitert den Werkzeugkasten – und verschiebt die Grenzen des Machbaren. Urban Biodiversity by Algorithm? Wer jetzt schmunzelt, sollte einen genaueren Blick darauf werfen, wie KI-basierte Modelle die Biodiversität der Stadt nicht nur abbilden, sondern aktiv gestalten helfen.

Künstliche Intelligenz in der Biodiversitätsmodellierung: Von Datensammlern zu Entscheidungshilfen

Im Zentrum der KI-gestützten Modellierung urbaner Biodiversität stehen Algorithmen, die riesige, heterogene und oftmals unstrukturierte Datenquellen zusammenführen. Das beginnt bei klassischen Geoinformationssystemen (GIS), reicht über Fernerkundungsdaten von Satelliten und Drohnen bis hin zu offenen Datenbanken aus Citizen-Science-Projekten oder Umweltämtern. Hinzu kommen Echtzeitsensoren, etwa für Temperatur, Luftfeuchte oder Bodenqualität. Die Herausforderung: Aus diesem Datenmeer sinnvolle, belastbare Aussagen über Artenvielfalt, Populationsdynamiken und Lebensraumqualität abzuleiten.

Hier kommen Methoden des maschinellen Lernens ins Spiel. Machine Learning, insbesondere Deep Learning, ermöglicht es, Muster in komplexen Datensätzen zu erkennen. Beispielsweise können neuronale Netze aus Bildern invasiver Pflanzenarten auf Verkehrsinseln lernen, diese automatisiert erkennen und kartieren. Klassifikationsalgorithmen durchsuchen Audioaufnahmen nach charakteristischen Lauten von Vögeln oder Fledermäusen und liefern so ein Monitoring, das menschliche Beobachter allein kaum leisten könnten. KI-gestützte Modelle lassen sich zudem mit Stadtentwicklungsdaten verknüpfen, um Veränderungen der Biodiversität bei neuen Bauprojekten oder Nutzungsänderungen vorherzusagen.

Ein besonders spannender Ansatz ist die Simulation zukünftiger Szenarien. Hierbei kombinieren KI-Systeme ökologische Modelle, Klimaprognosen, Verkehrsflüsse, Versiegelungsgrade und sozioökonomische Daten. Sie berechnen, wie sich verschiedene Planungsentscheidungen auf Ökosystemleistungen – etwa Bestäubungsleistung, Kühlwirkung oder Luftreinigung – auswirken könnten. Dadurch werden Zielkonflikte sichtbar: Was bringt mehr Artenvielfalt – eine extensive Dachbegrünung oder zusätzliche Stadtbäume? Wo entstehen grüne Korridore, die auch für seltene Arten durchlässig sind? KI hilft, diese Fragen nicht nur qualitativ, sondern quantifiziert und vergleichbar zu beantworten.

Wichtig dabei: Je besser die Datenbasis, desto verlässlicher das Modell. Hier liegt eine der größten Herausforderungen für Planer und Behörden. Datensilos, uneinheitliche Standards, fehlende Schnittstellen zwischen Umwelt- und Stadtentwicklungsämtern erschweren den durchgängigen Datenfluss. KI-Projekte in der Biodiversitätsmodellierung erfordern daher oft eine enge Kooperation zwischen IT-Experten, Ökologen, Planern und der Verwaltung. Nur wenn alle an einem Strang ziehen, können die Potenziale moderner Algorithmen für die grüne Stadt voll ausgeschöpft werden.

Zu guter Letzt: Künstliche Intelligenz ist kein Selbstläufer. Sie braucht Pflege, kontinuierliche Kalibrierung und kritische Überprüfung. Algorithmen können Vorurteile aus den Trainingsdaten übernehmen, seltene Arten übersehen oder lokale Besonderheiten nicht erkennen. Deshalb bleibt der Mensch – mit seinem ökologischen Sachverstand und seiner Planungserfahrung – unersetzlich. KI ist ein Kompass, kein Autopilot.

Praxisbeispiele: Wie KI die Biodiversität in deutschen, österreichischen und Schweizer Städten modelliert

Wer meint, KI-basierte Biodiversitätsmodellierung sei Zukunftsmusik, irrt gewaltig. Bereits heute gibt es im deutschsprachigen Raum zahlreiche Projekte, die zeigen, wie künstliche Intelligenz neue Maßstäbe in der Stadtplanung setzt. Ein herausragendes Beispiel ist das Projekt „BioDiverCity“ in Wien: Hier werden Drohnenbilder, Satellitendaten und Bürgerbeobachtungen mithilfe von KI ausgewertet, um das städtische Grünflächenmanagement zu optimieren. So können invasive Pflanzenarten frühzeitig erkannt, Pflegeintervalle angepasst und Biodiversitäts-Hotspots gezielt gefördert werden. Planer erhalten dynamische Karten, die sich mit jeder neuen Dateneinspeisung aktualisieren – ein echter Gamechanger für das Stadtgrün.

In München arbeitet das Umweltreferat gemeinsam mit der Technischen Universität an KI-basierten Modellen, die Blühflächen und Insektenvorkommen auf städtischen Flächen erfassen. Ziel ist es, eine „Biodiversitäts-Heatmap“ zu erstellen, die Planern hilft, blütenarme Straßenräume gezielt zu begrünen und neue Lebensräume für Wildbienen und Schmetterlinge zu schaffen. Auch hier zeigt sich: KI macht nicht nur Monitoring effizienter, sondern eröffnet völlig neue Planungsoptionen – etwa, indem sie Simulationen für verschiedene Begrünungsstrategien bereitstellt.

Ein weiteres spannendes Feld ist das KI-gestützte Monitoring von Tierbewegungen. In Zürich werden Sensoren und Kamerafallen eingesetzt, deren Daten mittels Deep-Learning-Algorithmen ausgewertet werden. So lassen sich Wanderkorridore von Igeln, Füchsen oder Fledermäusen in Echtzeit abbilden. Diese Informationen fließen direkt in die Stadtentwicklungsplanung ein: Wo Straßenquerungen für Tiere gefährlich sind, können gezielt Durchlässe oder Grünbrücken geplant werden. Die klassische Kollision zwischen Infrastruktur und Naturschutz wird so erstmals datenbasiert und dynamisch gemanagt.

In Hamburg wiederum setzt man auf KI-gestützte Auswertung von Satellitendaten, um den Versiegelungsgrad und die Entwicklung von Mikrohabitaten im Stadtgebiet zu überwachen. Die Algorithmen erkennen Veränderungen im Vegetationsmuster, detektieren illegal gerodete Flächen oder identifizieren ungenutzte Potenziale für neue Grünflächen. Die Ergebnisse wandern nicht in die Schublade, sondern fließen direkt in die Flächennutzungspläne und Bebauungspläne ein.

All diese Beispiele zeigen: KI ist in der Praxis angekommen. Sie erweitert die Perspektiven von Planern, gibt neue Impulse für das Flächenmanagement und sorgt für eine bislang unerreichte Transparenz. Wer heute mit künstlicher Intelligenz arbeitet, gestaltet die Biodiversität von morgen – effizienter, gezielter und vor allem resilienter.

Chancen und Risiken: Zwischen smarter Planung und algorithmischer Verzerrung

Die Potenziale künstlicher Intelligenz in der Modellierung urbaner Biodiversität sind beeindruckend – aber nicht frei von Risiken. Auf der Habenseite steht die Möglichkeit, riesige Datenmengen in kürzester Zeit auszuwerten, komplexe Zusammenhänge sichtbar zu machen und Planungsszenarien wissenschaftlich fundiert zu simulieren. Städte können Biodiversitätsziele erstmals messbar machen, Zielkonflikte zwischen Bautätigkeit und Naturschutz transparent abwägen und Beteiligungsprozesse auf eine neue, verständliche Ebene heben. Das eröffnet Chancen für eine gerechtere Flächenverteilung, für adaptive Grünflächennutzung und für klimaresiliente Quartiere.

Doch mit der Macht der Algorithmen kommen auch neue Herausforderungen. Da wäre zum einen das Problem der algorithmischen Verzerrung: Wenn Trainingsdaten unsauber oder einseitig sind, bilden KI-Modelle die Realität verzerrt ab. Bestimmte Arten oder Lebensräume werden übersehen, lokale Besonderheiten gehen unter oder seltene Ereignisse werden unterschätzt. Planer laufen Gefahr, sich zu sehr auf scheinbar objektive Zahlen zu verlassen – und dabei das ökologische Augenmaß zu verlieren.

Ein weiteres Risiko ist die Kommerzialisierung von Biodiversitätsdaten. Immer mehr private Anbieter entwickeln proprietäre KI-Lösungen, die nur gegen Lizenzgebühren zugänglich sind. Das gefährdet die Souveränität öffentlicher Planung und erschwert die Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Wer die Daten kontrolliert, kontrolliert letztlich auch die Planungsziele – eine Entwicklung, die kritisch zu beobachten ist.

Transparenz bleibt ein zentrales Thema. KI-Modelle müssen nachvollziehbar und erklärbar sein – nicht nur für Experten, sondern auch für die Stadtgesellschaft. Sonst droht das Risiko, dass wichtige Entscheidungen in einer Black Box verschwinden und demokratische Kontrolle verloren geht. Hier sind Governance-Modelle gefragt, die Verantwortung klar regeln, offene Schnittstellen schaffen und Partizipation ermöglichen.

Zuletzt stellt sich die ethische Frage: Wie viel Steuerung verträgt die Natur? KI kann helfen, Biodiversität zu schützen – aber sie darf nicht zum Instrument werden, um Natur nach Belieben zu optimieren oder zu manipulieren. Biodiversität bleibt ein Wert an sich, kein reines Optimierungsziel. Wer KI in der Stadtplanung einsetzt, braucht deshalb nicht nur technisches, sondern auch ethisches und ökologisches Know-how.

Fazit: KI und urbane Biodiversität – das neue Paradigma der Stadtplanung

Die Modellierung urbaner Biodiversität durch künstliche Intelligenz markiert einen Paradigmenwechsel für Städte im deutschsprachigen Raum. Was gestern noch als ferne Zukunft galt, ist heute in Pilotprojekten und Planungsalltag angekommen. KI revolutioniert, wie wir urbane Natur erfassen, schützen und gestalten. Sie schafft neue Transparenz, beschleunigt Prozesse und ermöglicht eine bislang unerreichte Präzision. Doch sie stellt auch neue Fragen an Governance, Ethik und Beteiligung.

Für Planer, Landschaftsarchitekten und Stadtentwickler heißt das: Das Wissen um KI-basierte Werkzeuge wird zur Kernkompetenz. Wer heute mit Algorithmen experimentiert, baut die resilienten, lebenswerten Städte von morgen. Dabei bleibt die Erkenntnis: KI ersetzt nicht die Erfahrung, das ökologische Gespür oder das kreative Potenzial der Planungsdisziplinen. Aber sie erweitert den Entscheidungshorizont und macht komplexe Zusammenhänge sichtbar, die bisher im Verborgenen lagen.

Die Zukunft der urbanen Biodiversität ist hybrid: Sie verbindet das Beste aus digitaler Intelligenz und menschlicher Expertise. Städte, die jetzt mutig vorangehen, gewinnen nicht nur im internationalen Wettbewerb, sondern schaffen auch mehr Lebensqualität, Klimaschutz und soziale Teilhabe. Wer zögert, riskiert nicht nur den Verlust an Artenvielfalt, sondern auch an Innovationskraft.

Garten und Landschaft bleibt am Puls dieser Entwicklung – kritisch, fundiert und immer mit einem Augenzwinkern. Denn bei aller Technik: Die grüne Stadt lebt von Vision, Engagement und dem Mut, neue Wege zu gehen. Künstliche Intelligenz ist dabei kein Ersatz für Verantwortung, sondern ihr neues Werkzeug.

Zusammengefasst: KI modelliert nicht nur Biodiversität – sie modelliert einen neuen Anspruch an die Stadtplanung selbst. Und das ist gut so. Die Zukunft ist grün, digital und, wenn wir alles richtig machen, auch ein bisschen wilder als bisher.

googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649688785468-0'); });
POTREBBE INTERESSARTI ANCHE
googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649697825425-0'); });

Wir sind Fachmedium des Jahres!

Building design
googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649688785468-0'); });

Die Garten + Landschaft ist Fachmedium des Jahres 2017. Das verkündete die Jury auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse in Frankfurt am 17. Mai 2017.

Wissen vermitteln, den Horizont erweitern, Perspektiven bieten und Emotionen wecken – mit Tiefgang, einem modernen Layout und dem Anspruch auf Aktualität. Das muss eine gute Fachzeitschrift können. Und wir haben es jetzt schwarz auf weiß: so ein Medium ist die Garten + Landschaft. Gestern wurden wir auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse in Frankfurt als beste Fachzeitschrift des Jahres (bis 1 Mio. Umsatz) ausgezeichnet.

Für journalistische Qualität ausgezeichnet

Die Jury war sich einig: „Die Garten + Landschaft versteht es, den Fachzeitschriftenleser auf einer emotionalen Ebene anzusprechen. Der Titel besticht durch ein großzügiges und opulentes Layout, ohne an Sachlichkeit zu verlieren. Typo und Bilder werden vorbildlich eingesetzt“. Sehr gut gefallen haben der Jury auch die strukturierte Leserführung, die vielfältigen Stilformen und die Rubrik „Snapshots“.

Die Garten + Landschaft befindet sich in guter Gesellschaft. Auch die anderen Preisträger überzeugten die Jury von ihrer journalistischen Qualität: Ausgezeichnet wurden unter anderem die Deutsche Apotheker Zeitung, Miss & Mister Handwerk, DeviceMed, Si und die Website Hofheld vom Deutschen Landwirtschaftsverlag.

Zur Hauptjury gehörten Bernd Adam, Geschäftsführer der Deutschen Fachpresse, Wolfgang Beisler, stellvertretender Sprecher der Deutschen Fachpresse und Geschäftsführer des Carl Hanser Verlags, Jörg Dambacher, geschäftsführender Gesellschafter der RTS Rieger Team Werbeagentur, Prof. Dr. Lutz Frühbrodt, Leiter des Studiengangs „Fachjournalismus mit Schwerpunkt Technik“ an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt, Stefan Rühling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vogel Business Media und Hans Scheider, Mitgesellschafter der diemedia GmbH.

Hier geht’s zum Probeabo der Garten + Landschaft.

googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649688785468-0'); });
googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649697825425-0'); });

Disney Dorf – tausend Wohneinheiten mit Micky Maus

Building design
das soll bald in den Disney Storyliving Communities möglich sein. (Foto: Capricorn song / Unsplash)
das soll bald in den Disney Storyliving Communities möglich sein. (Foto: Capricorn song / Unsplash)

googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649688785468-0'); });

Disney für Erwachsene

Zwei Stunden von Los Angeles entfernt möchte der Disney-Konzern ein erstes Dorf mit tausend Wohneinheiten bauen. Das Micky-Maus Dorf soll dabei den typischen Disneycharme versprühen und junge Menschen, Tourist*innen, aber vor allem auch Senior*innen anziehen. Alles zu dem Projekt – das nur das erste von vielen sein soll – lesen Sie hier.

Im Februar 2022 kündigte Disney „Storyliving“ an: Nachbarschaften oder Communities, die es Fans ermöglichen sollen, „nach neuen Wegen zu suchen, um Disney zu einem größeren Teil ihres Lebens zu machen“. Bei diesen neuen Wohngebieten in ganz Amerika handelt es sich um per Masterplan entworfene Communities, die sich durch „einzigartig gestaltete Räume, einzigartige Annehmlichkeiten und Disneys weltberühmten Service“ auszeichnen werden. Der erste Standort des Disney Dorf wird in Rancho Mirage, Kalifornien, sein. Dies ist der Ort, an dem der Firmengründer Walt Disney einst lebte.

Josh D’Amaro, Leiter von Disneys Abteilung für Parks, Erlebnisse und Produkte, sagte, es sei nur logisch, Nachbarschaften im Stil eines Themenparks zu schaffen: „Seit fast hundert Jahren hat Disney mit seinen Geschichten und Figuren die Herzen der Menschen überall berührt“, sagte er. „Während wir uns auf das nächste Jahrhundert unseres Bestehens vorbereiten, wollen wir neue und aufregende Angebote entwickeln, um die Magie von Disney zu den Menschen zu bringen – indem wir Geschichten in echtes Leben verwandeln.“

Das erste Disney Dorf

Erste Renderings der Storyliving Communities zeigen Orte, die sehr idyllisch und urlaubsähnlich aussehen. Die deutsche Zeitung „Der Spiegel“ hat sie als „ewige Kreuzfahrten“ und „echte Märchenwelten“ beschrieben. Den Bewohner*innen werden zahlreiche Aktivitäten wie Yoga- und Kochkurse sowie ein vielfältiges Wellness-Angebot geboten.

Die Zielgruppe für die Storyliving Communities sind erwachsene Disney-Fans, die eine harmonische Disneyland-Atmosphäre suchen. Diejenigen, die 55 Jahre und älter sind, haben eine starke Bindung zu Disney und blicken auf ältere Filme und erste Besuche in den Disneyland-Parks zurück. Der erste Park eröffnete im Juli 1955 in Anaheim, Kalifornien. Im Oktober 1971 folgte Disney World in Bay Lake, Orlando.

Im Jahr 1996 gründete die Walt Disney Company die Stadt Celebration in Florida, eine Nachbarschaft im Osceola County. Celebration zeichnet sich durch begehbare Straßen, zahlreiche Parks in der Nachbarschaft, günstige Einkaufsmöglichkeiten und traditionelle Wohnformen aus. Sie ist ein Beispiel für den „New Urbanism“, der zeigt, wie die Häuser früher aussahen. Die Stadt befindet sich zwar nicht auf dem Disney-Resort selbst, liegt aber in der Nähe des Parks. Die ersten Häuser wurden von Disneyland-Fans bei einer Tombola gewonnen. Heute befinden sich die Grundstücke von Celebration jedoch alle in Privatbesitz.

Erster Spatenstich im April 2022

Disneys erste Storyliving Community in Rancho Mirage wird den Namen Cotino tragen. Der erste Spatenstich fürs Disney Dorf ist für den 26. April 2022 im Rahmen einer privaten Zeremonie geplant. Das Gelände wird derzeit planiert, was bis zu zwölf Monate dauern kann.

Cotino soll eine Wohnsiedlung, eine 24 Hektar große, schwimmfähige Lagune und ein Resort-Hotel umfassen. Die Wohnmöglichkeiten werden voraussichtlich aus Anwesen, Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern bestehen. Sie sind um eine große Oase mit künstlichen Stränden angeordnet. Die Storyliving Community wird als Gemeindeverband organisiert sein, der von Disney-Mitarbeiter*innen geleitet wird. In der Storyliving Community sollen das ganze Jahr über Veranstaltungen und Unterhaltungsprogramme zum Thema Disney stattfinden.

Gabe Codding, Stadtsprecher von Rancho Mirage, sagte, dass es noch keine Baugenehmigung für Cotino gibt. Dies bedeutet, dass der Bau lange dauern könnte. Der Bebauungsplan für das Grundstück ist zwar bereits genehmigt, doch muss die Gemeinde noch ein Antrags- und Genehmigungsverfahren durchlaufen. Dazu gehören Präsentationen vor dem Architectural Review Board der Stadt, der Planungskommission und dem Stadtrat. Dabei müssen sowohl die Meinungen der Öffentlichkeit als auch die von Fachleuten vorgebrachten Überlegungen und Fragen berücksichtigt werden.

Disney kündigt an, überall in den Vereinigten Staaten Storyliving Communities zu errichten. Es wird jedoch noch einige Jahre dauern, bis die ersten Märchendörfer, das erste Disney Dorf bewohnbar ist – Micky Maus muss sich also noch ein wenig gedulden.

Kritische Stimmen

In den Vereinigten Staaten von Amerika wird häufig beklagt, dass Disney „alles besitzt“, von Fernsehsendern über Filmproduktionsfirmen bis hin zu Zeitungen. Sogar GoPro ist teilweise im Besitz des Unternehmens. Mehr als 210 000 Menschen arbeiten bei dem Unternehmen, das sich nicht mehr im Besitz der Disney-Familie befindet. Stattdessen ist der größte Aktionär die Vanguard Group Inc.

Als Titan in der Welt der Vergnügungsparks, des Fernsehens und der Filme ist Disney nun dabei, sich in die Entwicklung von Wohnvierteln zu versuchen. Dies hat in den sozialen Medien viel Kritik hervorgerufen, die Storyliving als „Gated Community für Disney-Erwachsene“ bezeichnet. Die Idee, dass ein Unternehmen eine Stadt besitzt, ist selbst in den Vereinigten Staaten ungewöhnlich.

Gleichzeitig steht Disney in der Kritik, seine Mitarbeiter*innen unterbezahlt zu haben, was Twitter-Nutzer*innen dazu veranlasst hat, Dinge zu tweeten wie „Irgendwie krank, dass Disney Wohnungen für die Reichen baut, während ein guter Prozentsatz seiner Mitarbeiter obdachlos ist und in ihren Autos lebt, aber das ist eben der Maus-Kapitalismus“. Gleichzeitig hat Disney Pläne für den Bau von 1 300 bezahlbaren Wohnungen in der Nähe des Themenparks in Orlando angekündigt.

Zu einem etwas anderen Park in der kalifornischen Großstadt, können Sie hier etwas lesen.

googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649688785468-0'); });