Landschaftsarchitektur Fernstudium: Definition, Geschichte und Beispiele

Eine gestaltete Garten- und Parkanlage zum Thema Landschaftsarchitektur Fernstudium
Bergsilhouette im goldenen Abendlicht – eine atmosphärische Naturaufnahme. Foto: mohamadaz / Unsplash

Landschaftsarchitektur ist ein Studium, das Entwurf, Ökologie, Planungsrecht und Freiraumgestaltung in einer Disziplin vereint. Wer diesen Beruf anstrebt oder sich fachlich weiterentwickeln möchte, steht vor einer Frage, die in der Branche zunehmend diskutiert wird: Lässt sich ein Landschaftsarchitektur Fernstudium ernsthaft und berufsqualifizierend absolvieren, und was unterscheidet es vom Präsenzstudium? Die Antwort ist differenzierter, als sie auf den ersten Blick erscheint, denn das Fernstudium in dieser Disziplin bewegt sich im Spannungsfeld zwischen digitaler Lehrbarkeit, handwerklicher Entwurfspraxis und berufsrechtlichen Anforderungen.

  • Was ein Landschaftsarchitektur Fernstudium ist und wie es sich vom klassischen Präsenzstudium unterscheidet
  • Welche historischen und institutionellen Wurzeln das Fernstudium in Deutschland und im deutschsprachigen Raum hat
  • Welche Studienformate und Abschlüsse im Bereich Landschaftsarchitektur auf Distanz möglich sind
  • Welche Inhalte sich für das Fernstudium eignen und wo die Grenzen des digitalen Lernens liegen
  • Wie Entwurfslehre, Freiraumplanung und Vegetationstechnik im Fernformat vermittelt werden können
  • Welche Berufsaussichten und Kammerzulassungen mit einem Fernstudienabschluss verbunden sind
  • Welche Anbieter und Formate im deutschsprachigen Raum existieren und wie sie sich unterscheiden
  • Welche Stärken und Schwächen das Fernstudium für angehende Landschaftsarchitekten mitbringt

Definition: Was ist ein Landschaftsarchitektur Fernstudium?

Ein Landschaftsarchitektur Fernstudium ist ein Hochschulstudium der Landschaftsarchitektur oder eines verwandten Planungsfachs, das überwiegend oder vollständig ohne regelmäßige Präsenzpflicht an einem Studienort absolviert wird. Die Lehre findet stattdessen über digitale Plattformen, schriftliche Studienbriefe, Videokonferenzen und zeitlich flexible Lernmodule statt. Ergänzend sind in den meisten Programmen Präsenzphasen vorgesehen, die jedoch auf wenige Blockwochen pro Semester oder Jahr beschränkt bleiben. Der Begriff Fernstudium umfasst dabei unterschiedliche Organisationsformen: das klassische Fernstudium staatlicher Fernuniversitäten, berufsbegleitende Teilzeitstudiengänge mit geringer Präsenzpflicht sowie vollständig digitalisierte Onlinestudiengänge privater Hochschulen.

Landschaftsarchitektur als Disziplin verbindet gestalterische, ökologische, technische und planungsrechtliche Kompetenzen. Sie umfasst die Planung und Gestaltung von Freiräumen im städtischen und ländlichen Kontext, von Stadtparks, Plätzen und Grünzügen über Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen bis hin zu Landschaftspflege und Freiraummanagement. Diese Breite macht das Fach für ein Fernstudium besonders interessant, aber auch besonders anspruchsvoll: Einige Inhalte, etwa Planungsrecht, Vegetationskunde oder Projektmanagement, lassen sich gut in digitale Formate übersetzen. Andere, insbesondere die Entwurfslehre, das Modellbauen und die Geländewahrnehmung, sind an physische Präsenz und direktes Feedback gebunden.

Vom Präsenzstudium unterscheidet sich das Landschaftsarchitektur Fernstudium nicht nur organisatorisch, sondern auch in seiner Zielgruppe. Während das klassische Vollzeitstudium vorwiegend von Studienanfängern direkt nach dem Abitur gewählt wird, richtet sich das Fernstudium häufig an Berufstätige, Quereinsteiger aus verwandten Fächern, Techniker mit Weiterqualifizierungsbedarf oder Fachleute aus dem Garten- und Landschaftsbau, die eine akademische Qualifikation anstreben. Diese Zielgruppe bringt Praxiserfahrung mit, die im Fernstudium didaktisch genutzt werden kann, stellt aber zugleich besondere Anforderungen an die zeitliche Flexibilität und die Selbstorganisation des Lernens.

Historische Entwicklung: Fernlehre, Hochschulreform und digitale Transformation

Das Fernstudium als Lehrform hat in Deutschland eine längere Geschichte, als die aktuelle Debatte um digitale Hochschulbildung vermuten lässt. Die Fernuniversität in Hagen, 1974 als einzige staatliche Fernuniversität Deutschlands gegründet, war der institutionelle Ausgangspunkt eines akademischen Fernlernens, das sich zunächst auf Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften konzentrierte. Planungs- und Gestaltungsfächer spielten in diesem frühen Fernstudienangebot kaum eine Rolle, weil die damalige Lehrtechnologie, Studienbriefe und Audiokassetten, für entwurfsbasierte Disziplinen wenig geeignet war.

Die Situation änderte sich mit der Verbreitung des Internets und digitaler Lernplattformen seit den späten 1990er Jahren grundlegend. Hochschulen begannen, Lehrveranstaltungen als Videoaufzeichnungen bereitzustellen, digitale Zeichenwerkzeuge ermöglichten das Einreichen von Entwurfsarbeiten über das Netz, und Videokonferenzsysteme machten synchrone Lehrformate ohne physische Anwesenheit möglich. Für die Landschaftsarchitektur bedeutete dies, dass Teile des Studiums, die bislang zwingend an den Hochschulort gebunden waren, erstmals auf Distanz denkbar wurden. Vegetationskundliche Bestimmungsübungen konnten durch digitale Herbarien ergänzt werden, Planungsrecht ließ sich in Selbststudienphasen erarbeiten, und CAD-Kurse wurden in Online-Tutorials überführt.

Ein weiterer Schub kam durch die Einführung des Bologna-Prozesses, der europäische Hochschullandschaft ab den frühen 2000er Jahren in Bachelor- und Masterstudiengänge umstrukturierte. Diese Modularisierung erleichterte die Entwicklung von Teilzeitstudiengängen und berufsbegleitenden Formaten, weil einzelne Module zeitlich entkoppelt und flexibel kombiniert werden konnten. Private Hochschulen erkannten in diesem Umfeld eine Marktlücke und begannen, Fernstudiengänge in Landschaftsarchitektur und verwandten Planungsfächern anzubieten, die auf die Bedürfnisse berufstätiger Studierender zugeschnitten waren. Die Pandemiejahre ab 2020 beschleunigten diese Entwicklung erheblich, weil auch staatliche Hochschulen ihre Präsenzlehre kurzfristig in digitale Formate überführen mussten und dabei Erfahrungen sammelten, die in dauerhafte Hybridmodelle eingeflossen sind.

Studienformate und Abschlüsse: Was ist im Fernstudium möglich?

Im deutschsprachigen Raum existieren für das Landschaftsarchitektur Fernstudium mehrere Angebotstypen, die sich in Abschluss, Trägerschaft und Präsenzanteil unterscheiden. Vollständige Bachelorstudiengänge in Landschaftsarchitektur als reines Fernstudium sind selten, weil die Akkreditierungsanforderungen für diesen Abschluss eine substanzielle Entwurfsausbildung vorschreiben, die sich nur begrenzt digital abbilden lässt. Häufiger anzutreffen sind berufsbegleitende Bachelorstudiengänge mit geringer, aber verbindlicher Präsenzpflicht, die an Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften angeboten werden.

Masterstudiengänge in Landschaftsarchitektur oder verwandten Feldern wie Stadtgrün, Freiraumplanung oder Landschaftsplanung sind im Fernformat deutlich verbreiteter. Sie setzen einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss voraus und richten sich an Berufstätige, die ihre Kompetenzen vertiefen oder spezialisieren möchten. Solche Masterprogramme können als konsekutive Studiengänge, die direkt auf einen einschlägigen Bachelor aufbauen, oder als weiterbildende Masterstudiengänge konzipiert sein, die auch Quereinsteigern aus verwandten Disziplinen offenstehen. Letztere sind im Fernformat besonders verbreitet, weil ihre Zielgruppe per definitionem berufstätig ist und eine flexible Studienorganisation benötigt.

Zertifikatsprogramme und Weiterbildungskurse unterhalb des Hochschulabschlusses bilden eine dritte Kategorie. Sie vermitteln Teilkompetenzen aus dem Feld der Landschaftsarchitektur, etwa Vegetationstechnik, Freiraummanagement, Bauleitplanung oder digitale Planungswerkzeuge, ohne einen vollständigen akademischen Abschluss zu verleihen. Für Fachleute aus dem Garten- und Landschaftsbau, der Stadtplanung oder der Umweltverwaltung können solche Programme eine gezielte Qualifizierung darstellen, die ohne die zeitliche Belastung eines vollständigen Studiums auskommt. Ihre berufsrechtliche Relevanz ist jedoch begrenzt, da die Eintragung in Architektenkammern einen anerkannten Hochschulabschluss voraussetzt.

Akkreditierung und Anerkennung

Für die Berufszulassung als Landschaftsarchitekt in Deutschland ist die Eintragung in die jeweilige Architektenkammer des Bundeslandes Voraussetzung. Diese setzt in der Regel einen akkreditierten Hochschulabschluss in Landschaftsarchitektur oder einem gleichwertigen Studiengang sowie eine Berufspraxiszeit voraus. Ob ein Fernstudienabschluss diese Anforderungen erfüllt, hängt entscheidend von der Akkreditierung des Studiengangs durch eine anerkannte Akkreditierungsagentur ab. Staatlich anerkannte Hochschulen, die Fernstudiengänge anbieten, müssen dieselben Qualitätsstandards erfüllen wie Präsenzhochschulen; ein akkreditierter Abschluss einer staatlich anerkannten Hochschule ist damit grundsätzlich kammerfähig. Studierende sollten jedoch vor der Einschreibung prüfen, ob der konkrete Studiengang von der zuständigen Länderkammer anerkannt wird, da die Kammergesetze der Bundesländer in Details voneinander abweichen.

Inhalte und Didaktik: Was lässt sich auf Distanz lehren?

Die Frage, welche Inhalte der Landschaftsarchitektur sich für ein Fernstudium eignen, ist keine akademische, sondern eine didaktisch und berufspraktisch entscheidende. Planungsrechtliche Grundlagen, Normen und Regelwerke, Vegetationskunde in ihrer systematischen Dimension, Projektmanagement, Kostenplanung und Ausschreibungswesen lassen sich in strukturierten Selbststudienphasen gut erarbeiten. Digitale Planungswerkzeuge wie CAD-Programme, GIS-Anwendungen und Visualisierungssoftware können über Videoanleitungen, kommentierte Übungsaufgaben und digitale Feedback-Schleifen vermittelt werden. Diese Inhalte machen einen erheblichen Teil des Studiums aus und sind für die spätere Berufspraxis unverzichtbar.

Schwieriger zu vermitteln sind jene Kompetenzen, die auf unmittelbarer Wahrnehmung, körperlicher Erfahrung und direktem Austausch beruhen. Die Entwurfslehre lebt vom Korrekturgespräch am Reißbrett, vom gemeinsamen Betrachten von Modellen, vom spontanen Skizzieren und vom kollektiven Diskurs über Qualität und Intention. Geländewahrnehmung, Maßstabsgefühl und das Verständnis für räumliche Wirkung entstehen nicht am Bildschirm, sondern im Gelände, auf Exkursionen, in Referenzprojekten. Vegetationstechnik erfordert das Anfassen von Substraten, das Erkennen von Pflanzenschäden im Bestand und die Beurteilung von Standortqualitäten vor Ort. Diese Lücke können Fernstudienangebote nur teilweise schließen, etwa durch verpflichtende Exkursionen, Geländepraktika und Präsenzblöcke, in denen diese Kompetenzen konzentriert vermittelt werden.

Gut konzipierte Fernstudienprogramme in der Landschaftsarchitektur lösen dieses Dilemma durch hybride Formate: Der theoretische und analytische Teil des Studiums wird digital und zeitlich flexibel absolviert, während Entwurfsstudios, Geländeübungen und Modellbauworkshops in kompakten Präsenzphasen gebündelt werden. Dieses Modell stellt höhere Anforderungen an die Selbstdisziplin der Studierenden, kann aber für Berufstätige, die bereits über Praxiserfahrung verfügen, sehr effektiv sein, weil sie theoretische Inhalte unmittelbar mit eigenen Projekterfahrungen verknüpfen können.

Anbieter im deutschsprachigen Raum: Überblick und Einordnung

Das Angebot an Fernstudiengängen mit Bezug zur Landschaftsarchitektur ist im deutschsprachigen Raum überschaubar, aber vorhanden. Staatliche Hochschulen bieten vereinzelt berufsbegleitende Masterstudiengänge in Landschaftsarchitektur, Stadtgrün oder Freiraumplanung an, die mit geringer Präsenzpflicht konzipiert sind. Einige Fachhochschulen haben ihre Teilzeitstudiengänge in den vergangenen Jahren stärker digitalisiert und bieten heute hybride Modelle an, die sich dem Fernstudium annähern, ohne vollständig auf Präsenz zu verzichten.

Private Hochschulen mit staatlicher Anerkennung haben in diesem Segment eine aktivere Rolle übernommen. Sie bieten Bachelorstudiengänge in Landschaftsarchitektur oder verwandten Feldern wie Umwelt- und Freiraumplanung als Fernstudiengänge an, die vollständig oder überwiegend digital absolviert werden können. Die Qualität dieser Angebote variiert erheblich, weshalb eine sorgfältige Prüfung der Akkreditierung, der Lehrenden und der Studieninhalte vor der Einschreibung unerlässlich ist. Entscheidend ist dabei nicht nur die formale Akkreditierung, sondern auch die Frage, ob das Curriculum die für die Berufspraxis notwendigen Entwurfs- und Planungskompetenzen tatsächlich vermittelt oder ob es sich um ein stark theorielastiges Programm handelt, das den gestalterischen Kern des Fachs vernachlässigt.

Im österreichischen und schweizerischen Hochschulsystem existieren ähnliche Entwicklungen, wenngleich das Angebot an reinen Fernstudiengängen in der Landschaftsarchitektur noch begrenzter ist als in Deutschland. Berufsbegleitende Masterstudiengänge an Fachhochschulen und Universitäten für angewandte Wissenschaften bieten jedoch auch dort zunehmend flexible Studienmodelle an, die Berufstätigen eine Weiterqualifizierung ermöglichen. Die berufsrechtlichen Anforderungen für die Kammereintragung unterscheiden sich in beiden Ländern von der deutschen Regelung und müssen jeweils gesondert geprüft werden.

Stärken, Schwächen und typische Fehler beim Fernstudium Landschaftsarchitektur

Das Landschaftsarchitektur Fernstudium bietet genuine Vorteile, die über die bloße Flexibilität hinausgehen. Berufstätige können Praxiserfahrungen direkt in das Studium einbringen und theoretische Konzepte an realen Projekten erproben. Der Zwang zur Selbstorganisation fördert Kompetenzen, die in der späteren Projektarbeit unverzichtbar sind. Digitale Planungswerkzeuge werden im Fernstudium häufig intensiver geübt als im Präsenzstudium, weil sie das primäre Medium der Kommunikation zwischen Studierenden und Lehrenden sind. Wer ein Fernstudium erfolgreich abschließt, hat damit auch bewiesen, dass er komplexe Aufgaben eigenverantwortlich strukturieren und über längere Zeiträume verfolgen kann.

Die Schwächen des Formats liegen dort, wo Landschaftsarchitektur als Disziplin am stärksten ist: in der räumlichen Wahrnehmung, im kollektiven Entwurfsprozess und in der sinnlichen Auseinandersetzung mit Materialien, Pflanzen und Gelände. Wer ein Fernstudium in Landschaftsarchitektur absolviert, ohne diese Lücken durch intensive Praxisphasen, Exkursionen und eigene Geländearbeit zu schließen, riskiert einen Abschluss, der zwar formal anerkannt ist, aber die berufliche Handlungsfähigkeit nur unvollständig begründet. Dieser Befund ist keine Kritik am Fernstudium als solchem, sondern ein Hinweis auf die Eigenart des Fachs, die auch im besten Fernstudienformat nicht vollständig digitalisierbar ist.

Ein häufiger Fehler besteht darin, ein Fernstudium in Landschaftsarchitektur allein nach dem Kriterium der zeitlichen Flexibilität zu wählen, ohne die inhaltliche Tiefe des Programms zu prüfen. Curricula, die Entwurfsstudios durch rein theoretische Module ersetzen, vermitteln zwar Wissen über Landschaftsarchitektur, aber nicht die Fähigkeit, Landschaftsarchitektur zu betreiben. Ein weiterer Irrtum ist die Annahme, ein Fernstudienabschluss sei automatisch in allen Bundesländern kammerfähig. Die Prüfung der Kammeranforderungen des jeweiligen Bundeslandes sollte vor der Studienentscheidung stehen, nicht danach.

Landschaftsarchitektur Fernstudium im Kontext der Professionsentwicklung

Das Landschaftsarchitektur Fernstudium ist kein Randphänomen mehr, sondern ein fester Bestandteil der Ausbildungslandschaft in einer Disziplin, die sich selbst im Wandel befindet. Städte stehen vor wachsenden Herausforderungen durch Klimaanpassung, Biodiversitätsverlust und sozialen Wandel; der Bedarf an qualifizierten Freiraumplanern übersteigt in vielen Regionen das Angebot. Fernstudienangebote können dazu beitragen, diesen Bedarf zu decken, indem sie Berufstätige aus dem Garten- und Landschaftsbau, der Stadtplanung oder der Umweltverwaltung auf akademischem Niveau qualifizieren, ohne sie aus dem Berufsleben herauszureißen.

Die Qualität eines Landschaftsarchitektur Fernstudiums hängt letztlich nicht davon ab, ob es als Fern- oder Präsenzstudium konzipiert ist, sondern davon, ob es die Kernkompetenzen des Berufs vermittelt: räumliches Denken, ökologisches Wissen, gestalterisches Urteilsvermögen, planungsrechtliche Sicherheit und die Fähigkeit, komplexe Freiraumaufgaben von der Analyse bis zur Ausführungsplanung zu begleiten. Programme, die diese Anforderungen ernst nehmen und das Fernformat als didaktische Chance begreifen, statt als bloße Vereinfachung, können Absolventen hervorbringen, die in der Praxis vollständig konkurrenzfähig sind.

Für Interessierte gilt: Die Entscheidung für ein Landschaftsarchitektur Fernstudium sollte auf einer gründlichen Recherche beruhen, die Akkreditierungsstatus, Curricula, Präsenzanteile, Lehrende und Kammeranforderungen einschließt. Wer diese Prüfung sorgfältig vornimmt und das Studium mit dem nötigen Engagement absolviert, findet in diesem Format einen ernstzunehmenden Weg in einen Beruf, der für die Gestaltung lebenswürdiger Städte und Landschaften unverzichtbar ist.

Das könnte Sie auch interessieren
Stadtbild von Kairo mit den ikonischen Pyramiden im Vordergrund – Beispiel für urbane Resilienz und informelle Stadtentwicklung.
Kairo und die städtische Resilienz der Informalität
Gasometer in Wien Simmering: Nebenan entsteht die Bricolage City. Quelle: Friedrich Böhringer, CC BY-SA 3.0 AT , via Wikimedia Commons
Ein neuer Park in Wien Simmering
Die Luftaufnahme zeigt im Hintergrund mehrstöckige Gebäude. Davor einen hell belegten Platz, der Karen Blixen Plads, aus dem sich künstliche Hügel wölben. Im Vordergrund ein Übergang in die Landschaft mit grünen Pflanzinseln.
Karen Blixens Plads in Kopenhagen
Wettbewerbsergebnisse im Oktober 2020: Teil 2
EUROPAN 16: Standorte Deutschland
kuratiert von Kulturprojekte Berlin
Unvergessener Bewegungsmoment
Vom Staub befreit
Green Varnish
WGF Nürnberg gewinnen Wettbewerb für ein neues Wohnquartier an der Hainstraße, ein Leuchtturmprojekt in der Stadtentwicklung Nürnberg. Visualisierung © Gräßel ARCHITEKTEN
Stadtentwicklung Nürnberg: Ökologisches Leuchtturmprojekt
Bild von Klimademonstration mit Menschen
Neuer IPCC Bericht 2022

Zwei unterschiedliche, durch eine Bundesstraße voneinander getrennte Areale verbinden, und einen großen See schaffen – die Herausforderungen der Landesgartenschau in Lahr meisterte das Büro club L94 ohne große Hindernisse. Burkhard Wegener führt uns vor Ort durchs Gelände.

Herr Wegener, was war Ihre Motivation, 2011 am Wettbewerb zur Landesgartenschau in Lahr teilzunehmen?
Es war die Auslobung mit der Aufgabe, einen existierenden Park zu überarbeiten und Ackerflächen eine neue Identität zu geben, sie zu einem Park zu entwickeln. Und darüber hinaus: beide Teilbereiche über zwei Bundesstraßen hinweg mit einer Brücke zu verbinden – alles in allem eine komplexe Aufgabe. Zudem hat es in unseren Kalender gepasst …

Haben Sie die Vorgaben im Planungsprogramm als einengend empfunden – etwa den Wunsch nach einem See, neuen Kleingärten und einem Landschaftspark, in den ein bestehendes Pappelwäldchen mit Krähenhabitat integriert werden sollte?
Eigentlich nicht, eher als Herausforderung. Zumal wir viel Freiraum bei der Ideenfindung hatten und angehalten wurden, Neues zu entwickeln, das sich mit Vorhandenem verbinden sollte.

Woran hatten Sie am meisten zu knabbern? Was hat Ihnen die größten Probleme beim Planen und Bauen gemacht?
Das war der See. Er sollte mehrere Hektar groß werden, aber wir konnten ihn nicht – wie anfangs gedacht – durch den Aushub von Boden realisieren. Es stellte sich schnell heraus, dass es Probleme mit dem Grund­wasser gegeben hätte. So kamen wir auf die Idee, den See auf das bestehende Gelände aufzusetzen. Als Landschaftssee konzipiert, ist er nun rund 2,7 Hektar groß, aber nur zwei bis drei Meter tief. Insgesamt haben wir rund 100 000 Kubikmeter Füllboden im Gelände verarbeitet.

Der See wird diagonal von einem Steg gequert, dadurch scheint er zweigeteilt. Hat das eine tiefere Bedeutung?
Ja. Offziell ist der See ein Badesee und braucht dazu eine entsprechend hohe Wasserqualität. Das erreichen wir, indem wir das Wasser umwälzen, über eine Pflanzenkläranlage filtern und fehlendes Wasser über Pumpen aus dem Grundwasser zuführen. Der Steg über den See sitzt wiederum auf einer Mauer auf, die den Badesee vom Landschaftssee trennt und ihn aus einer anderen Perspektive als von den Ufern aus erlebbar macht. Die Ufer sind bewusst unterschiedlich gestaltet: im Badebereich mit einer harten, urbanen Kante samt Badestrand, im Landschaftsteil mit weichen Übergängen, die sich aus der Bepflanzung der Uferbereiche mit Röhricht und Wasserpflanzen ergeben.

Gab es noch andere Themen, die Ihnen beim Entwurf der Landesgartenschau besonders wichtig waren?
Zum Beispiel, dass auf der langen Seite des Sees eine Promenade entstehen sollte. Diese haben wir mit einer einreihigen Allee aus Trauerweiden bepflanzt, deren hängende Zweige wir lieben.

Alle Fotos: Karl H.C. Ludwig.

Sie haben noch nicht das Krähennest angesprochen, das ja auch eine Besonderheit darstellt …
Genau, das war uns auch von Anfang an wichtig. Zwar in etwas anderer Form als es nach dem dafür ausgelobten Wett­bewerb geworden ist, aber wir finden es dennoch gut. Es steht vor dem Pappel­wäldchen, in dem zahlreiche Krähennester zu finden sind, die den Anstoß zur Idee gegeben haben. Konkret liegt es in dem neuen Auenwäldchen, in dem sich Lichtungen, Pfade aus Rindenmulch und Farninseln finden, die die Basis für ökologische Vielfalt und Lebensräume für Pflanzen und Tiere darstellen und zeigen.

Was waren die Maximen und Ziele für die Überarbeitung des Bürgerparks? Der kam in unserer Unterhaltung bislang etwas zu kurz …
Der Bürgerpark liegt direkt am Schul­quartier und wurde von uns konzeptionell als Teil der Stadt interpretiert. Im Gegensatz zum landschaftlichen Seepark ist der Spiel-­ und Sportpark urban gestaltet. Die Konzeptionen für die neuen Gebäude dort – Kita, römisches Streifen­haus und Sporthalle – entwickelten wir in der städtebaulichen Findungsphase zusammen mit dem Architekturbüro Aldinger. Die neue Kita mit der tonnen­förmigen Dachstruktur, die ich mitsamt den Spielbereichen für sehr gelungen halte, markiert den Parkzugang im Osten. Zu einem besonderen gestalterischen Element wurde auch die „via ceramica“, die sich – obwohl sprachlich nicht ganz korrekt – auf die keramischen Funde der Römer in Lahr bezieht.


05 IMG_8290
Blick über den See.

12 Via Ceramika Image club
Via Ceramica.

08 Seeprromenade01
Seepromenade.

05 IMG_8290
Blick über den See.

12 Via Ceramika Image club
Via Ceramica.

08 Seeprromenade01
Seepromenade.

Das alles klingt nach dem Ergebnis einer guten Zusammenarbeit mit anderen Planern und der Stadt.
Die Zusammenarbeit war – von einzelnen Ausnahmen abgesehen – in der Tat ganz gut. Das gilt sowohl für die Verantwort­lichen der Stadt, als auch für die LGS GmbH und andere Architekten und Planer. Grundsätzlich hätten wir uns gewünscht, dass sich die Ausstellungsbei­träge – vor allem im Seepark – etwas mehr in die Grundkonzeption der Daueranlage eingefügt und einen etwas weniger lauten Auftritt gemacht hätten. Im Kleingartenpark am jetzigen Haupteingang der LGS wurden sie mit dem Landschaftsbau und dessen Gärten deutlich besser in die Grund­struktur der Anlage integriert.

Zum Interviewpartner: Burkhard Wegener ist einer der vier Gründer und Geschäftsführer des Kölner Büros club L94 Landschaftsarchitekten. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Objektplanung und Wettbewerbe. Am FB Architektur der Hochschule Bochum lehrt er als Honorarprofessor.

 

 

Alle Fotos: Karl H.C. Ludwig.

Sie haben noch nicht das Krähennest angesprochen, das ja auch eine Besonderheit darstellt …
Genau, das war uns auch von Anfang an wichtig. Zwar in etwas anderer Form als es nach dem dafür ausgelobten Wett­bewerb geworden ist, aber wir finden es dennoch gut. Es steht vor dem Pappel­wäldchen, in dem zahlreiche Krähennester zu finden sind, die den Anstoß zur Idee gegeben haben. Konkret liegt es in dem neuen Auenwäldchen, in dem sich Lichtungen, Pfade aus Rindenmulch und Farninseln finden, die die Basis für ökologische Vielfalt und Lebensräume für Pflanzen und Tiere darstellen und zeigen.

Was waren die Maximen und Ziele für die Überarbeitung des Bürgerparks? Der kam in unserer Unterhaltung bislang etwas zu kurz …
Der Bürgerpark liegt direkt am Schul­quartier und wurde von uns konzeptionell als Teil der Stadt interpretiert. Im Gegensatz zum landschaftlichen Seepark ist der Spiel-­ und Sportpark urban gestaltet. Die Konzeptionen für die neuen Gebäude dort – Kita, römisches Streifen­haus und Sporthalle – entwickelten wir in der städtebaulichen Findungsphase zusammen mit dem Architekturbüro Aldinger. Die neue Kita mit der tonnen­förmigen Dachstruktur, die ich mitsamt den Spielbereichen für sehr gelungen halte, markiert den Parkzugang im Osten. Zu einem besonderen gestalterischen Element wurde auch die „via ceramica“, die sich – obwohl sprachlich nicht ganz korrekt – auf die keramischen Funde der Römer in Lahr bezieht.


05 IMG_8290

Blick über den See.


12 Via Ceramika Image club
Via Ceramica.

08 Seeprromenade01
Seepromenade.

05 IMG_8290
Blick über den See.

12 Via Ceramika Image club
Via Ceramica.

08 Seeprromenade01
Seepromenade.

Das alles klingt nach dem Ergebnis einer guten Zusammenarbeit mit anderen Planern und der Stadt.
Die Zusammenarbeit war – von einzelnen Ausnahmen abgesehen – in der Tat ganz gut. Das gilt sowohl für die Verantwort­lichen der Stadt, als auch für die LGS GmbH und andere Architekten und Planer. Grundsätzlich hätten wir uns gewünscht, dass sich die Ausstellungsbei­träge – vor allem im Seepark – etwas mehr in die Grundkonzeption der Daueranlage eingefügt und einen etwas weniger lauten Auftritt gemacht hätten. Im Kleingartenpark am jetzigen Haupteingang der LGS wurden sie mit dem Landschaftsbau und dessen Gärten deutlich besser in die Grund­struktur der Anlage integriert.

Zum Interviewpartner: Burkhard Wegener ist einer der vier Gründer und Geschäftsführer des Kölner Büros club L94 Landschaftsarchitekten. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Objektplanung und Wettbewerbe. Am FB Architektur der Hochschule Bochum lehrt er als Honorarprofessor.

Die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung und die Wüstenrot Stiftung schreiben seit fast 40 Jahren den Deutschen Städtebaupreis aus. Alle zwei Jahre zeichnet der Preis nachhaltige und innovative Gestaltungsvorschläge für den öffentlichen Raum aus. Dieses Jahr ist es wieder soweit.

Architekten, Landschaftsarchitekten und Städteplaner können bis zum 15. April Projekte einreichen, die seit dem 1. Januar 2013 in der Bundesrepublik Deutschland realisiert worden sind. Am 27. September 2018 werden die Wettbewerbsgewinner bekannt gegeben. Den Preisträger erwartet ein Preisgeld von 15 000 Euro und wird in einer Wanderausstellung präsentiert.

Der parallel dazu ausgelobte Sonderpreis widmet sich dem Thema ‚Orte der Bildung und Kultur im städtebaulichen Kontext‘. Im Rahmen des ‚European Year of Cultural Heritage 2018‘ werden Projekte ausgezeichnet die städtebauliche Ensembles zwischen 1949 und 1989 behandeln. Der Sonderpreis ist mit 5 000 Euro dotiert.

Weitere Informationen zu dem Deutschen Städtepreis findet ihre hier.