28.04.2022

Aktuelles

LAP 2021 vergeben

von Juliane von Hagen
Das Motto des LandschaftsArchitekturPreis 2021 lautete: Denkt Größer! Seid maßlos!

Das Motto des LandschaftsArchitekturPreis 2021 lautete: Denkt Größer! Seid maßlos! (Foto: Johannes Hloch)

Die Gewinner*innen 2021 des LandschaftsArchitekturPreises für Studierende (LAP) stehen fest. Anfang April zeichnete die ÖGLA die diesjährigen Sieger*innen aus. Der LAP 2021 stand unter dem Motto „maßlos. Nach entbehrungsreichen Zeiten während der Pandemie durfte die Zurückhaltung fallen. Die Entwürfe sollten alle Normen sprengen!

Die Ausschreibung zum LAP ist ein Ideenwettbewerb, der sich an Studierende und junge Absolvent*innen der Landschaftsarchitektur und -planung richtet. In diesem Jahr rief die Österreichische Gesellschaft für Landschaftsarchitektur (ÖGLA) diese jungen Menschen auf, maßlos zu sein. Nach den zurückliegenden, entbehrungsreichen Zeiten sollte über das Minimale und Notwendigste hinaus gedacht werden. Der Ideenwettbewerb lud dementsprechend ein, frei und frisch über Ideen sowie Perspektiven für Freiräume in der Stadt zu denken. Nun stehen die Gewinner*innen des LAP 2021 fest.

Das Motto des LandschaftsArchitekturPreis 2021 lautete: Denkt Größer! Seid maßlos! (Foto: Johannes Hloch)

LAP 2021: Denkt Größer!

Die ÖGLA lobt alle zwei Jahre den LAP aus. Dieser als Ideenwettbewerb konzipierte Preis richtet sich an die Studierenden und bereits praktizierenden Nachwuchskräfte in Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung. Sie bekommen in diesem Wettbewerb regelmäßig die Chance, kreativ zu arbeiten, ihre Ideen öffentlich zu präsentieren und sich mit Kolleg*innen zu messen. Für den LAP 2021 waren die Teilnehmenden aufgefordert, Freiräume ohne Maß und Einschränkung zu denken. Die heranwachsenden Kolleg*innen sollten alle Bedarfszahlen, Normen, Grenzen und ökonomische Zwänge hinter sich lassen. Sie durften große, üppige Freiräume erträumen und entwerfen. Denn das Motto des LAP 2021 lautet: Denke Größer! Greife nach den Sternen! Zeigen wir, dass Freiräume nicht nur in Not-Situationen ein wertvolles Gut sind!


David Biegl gewinnt LAP 2021

Impressionen der Preisverleihung (Foto: Johannes Hloch)

Bereits im November 2021 tagte die Jury des Preises in Wien. Am 7. April 2022 wurden nun die Preisträger*innen ausgezeichnet. Die Jury wählte Michael Tulio Bühler von der Fachhochschule Ostschweiz einstimmig zum Sieger des dritten Preises. Sein Beitrag trägt den Titel „Kanton Rösti“. Der zweite Preis ging 2021 an das Team Djordje Ilic und Moritz Blümel von der BOKU Wien, die mit ihrem Beitrag „Tanja braucht deine Hilfe!“ überzeugten. Der erste Preis des LAP 2021 ging an die Arbeit „NO NAME (Tangentiale Est)“, die David Biegl von der BOKU Wien einreichte.

NO NAME (Tangentiale Est)

Bei der Arbeit NO NAME (Tangentiale Est) von David Biegl beeindruckte die Jury vor allem, wie die alte Maßlosigkeit eines Zweckbaus mit der neuinterpretierten Maßlosigkeit der grünen Infrastruktur überschrieben wird. In der Arbeit von David Biegl wird eine alte Stadtautobahn bepflanzt, die rad- und fußläufig die großen Grünräume der Stadt verbindet. Dabei erhält sie einen skulpturalen Charakter und wird zugleich durch einen goldenen Anstrich in einen monumentalen Status gehoben.

Der 1. Preis ging an David Biegl (BOKU Wien) (Foto: Johannes Hloch)

Tanja braucht deine Hilfe!

In diesem Entwurf für den LAP 2021 wird eine neue Maßlosigkeit zur Normalität. Die Jury fand den Umgang mit dem Bestand, die konsequente Herangehensweise sowie den spannenden kulturellen und räumlichen Kontext des Beitrags sehr ansprechend. Darüber hinaus kreierte David Biegl grafisch versiert einen Sehnsuchtsraum, der nicht den Anspruch erhebt, die Welt von unten zu verbessern. Laut Jury des LAP 2021 verstand der Verfasser es, eine Problemstellung zu erkennen, zu verstehen und durch Neuinterpretation in ein Denkmal zu gießen. Dementsprechend entschied sich die Jury einstimmig, David Biegl mit dem ersten Preis auszuzeichnen.

Mit dem zweiten Preis wurde 2021 der Beitrag von Djordje Ilic und Moritz Blümel von der BOKU Wien honoriert. Zunächst diskutierte die Jury über die Zulassung der Arbeit, die über ein mit einem QRCode verlinktes Video zu erreichen war. Aber schließlich entschieden die Preisrichter*innen, dass diese Methode und dieser Planungsansatz in keinem Widerspruch zur Auslobung stehen. Schließlich wurden Storytelling und innovativer Zugang sogar gelobt.

Der 2. Preis ging an Moritz Blüml, Djordje Ilic (BOKU Wien) (Foto: Johannes Hloch)

Kanton Rösti

Auf dem für den LAP 2021 eingereichten Plakat spiegelt die Akteurin Tanja den Aufruf des Wettbewerbs wider: selbstbestimmt, mutig und maßlos sollen Planer*innen agieren. Tanja fordert sie auf sich von Engstirnigkeit und Fesseln zu befreien und gemeinsam mit vielen anderen Verbündeten radikal, mutig und auch maßlos zu agieren. Ihren Ansatz, über Grenzen hinaus zu denken, verdeutlichen die Verfasser*innen in einem Video. Die Jury des LAP 2021 honorierte den Beitrag als Initialzündung, die noch weitergedacht werden kann. Sie lobt darüber hinaus den fortschrittlichen Ansatz beim Transport der Ideen, der die Grenzen der Wettbewerbsauslobung auslotet sowie das Organisationsteam zwingt, die Auslobung für den nächsten Wettbewerb dieser Art zu überdenken.

Der dritte Preis des LAP 2021 geht in die Schweiz. Der Verfasser beeindruckte die Jury mit der Anregung, die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts in einem neuen Raum-Gesellschaftskonstrukt zu denken. Dementsprechend entstand eine neue Planungsdimension für Landschaftsarchitekt*innen. Hierfür entwirft die Arbeit einen progressiven Super-Kanton, der Klimaziele locker erreicht, der Migrant*innen aufnimmt und zeigt, wie mit knappen Ressourcen umzugehen ist. Dies alles wird zum Motor einer Musterregion mit Strahlkraft, was die Idee der Maßlosigkeit erkennbar macht.

Der 3. Preis ging an Michael Tulio Bühler (Fachhochschule Ostschweiz) (Foto: Johannes Hloch)

Die Jury erkennt, dass der Beitrag des Studenten der Fachhochschule Ostschweiz eine reine Innensicht der Schweiz ist, die Chancen für die Umgebung nicht aufzeigt. Dementsprechend blickte die Arbeit nicht über den Tellerrand und verpasst es, die Auswirkungen auf Europa aufzuzeigen. Obwohl der Jury auch der landschaftsplanerische Ansatz einer solchen Musterregion fehlt, honoriert sie das grenzenlose Gedankenmodell. Sie sehen einen besonderen Reiz in Maßstab und Möglichkeiten, weshalb die Visionskraft die Juror*innen des LAP 2021 erreicht und sie die Auszeichnung mit einem dritten Platz beschließen.

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