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Legitimation in der Planung – wer entscheidet was und für wen?

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Luftansicht einer schweizerischen Stadtlandschaft mit Flusslauf, fotografiert von Carrie Borden
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Wer entscheidet eigentlich, wie unsere Städte aussehen, funktionieren und wachsen – und für wen? Legitimation in der Planung ist die zentrale Frage, wenn es um Macht, Einfluss und Verantwortung in urbanen Transformationsprozessen geht. Zwischen demokratischer Teilhabe, Expertenwissen und politischem Pragmatismus wird tagtäglich um die Deutungshoheit gerungen. Doch wie transparent und gerecht ist das eigentlich – und wie kann sich die Planung für die Herausforderungen von morgen legitimieren?

  • Definition und Bedeutung von Legitimation in der Stadtplanung und Landschaftsarchitektur
  • Die verschiedenen Akteure: Politik, Verwaltung, Fachplaner, Öffentlichkeit und private Investoren
  • Formelle und informelle Verfahren der Entscheidungsfindung – von Bebauungsplänen bis Bürgerhaushalten
  • Transparenz, Partizipation und die Rolle der Zivilgesellschaft im Legitimationsprozess
  • Spannungsfelder: Expertenmacht versus Laienbeteiligung, politische Steuerung versus Marktinteressen
  • Aktuelle Herausforderungen: Digitalisierung, neue Planungsinstrumente und soziale Medien
  • Legitimation im Kontext von Nachhaltigkeit, Klimaresilienz und sozialer Gerechtigkeit
  • Fallbeispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: Wer entscheidet tatsächlich – und warum?
  • Risiken mangelnder Legitimation: Akzeptanzkrisen, Planungsblockaden und Vertrauensverlust
  • Perspektiven für eine zukunftsfähige, gerechte und demokratisch legitimierte Stadtplanung

Legitimation in der Planung: Fundament, Fassade oder Feigenblatt?

Legitimation ist eines dieser Worte, die so selbstverständlich in jeder Planungsdebatte herumschwirren, dass kaum jemand sie hinterfragt. Doch was bedeutet Legitimation in der Planung wirklich? Im Kern geht es darum, dass diejenigen, die Entscheidungen über Stadt, Landschaft und Infrastruktur treffen, dafür anerkannt und akzeptiert sind – von den Betroffenen, den Steuerzahlern, vom Gesetzgeber, aber auch von der Fachwelt. Ohne Legitimation fehlt jeder Planung die gesellschaftliche Tragfähigkeit, sie wird angreifbar, verzögert oder gar unmöglich gemacht.

Die Legitimation von Planung lässt sich grob in zwei Hauptfelder unterteilen: die rechtliche und die gesellschaftliche. Rechtliche Legitimation basiert auf Gesetzen, Verordnungen und formellen Verfahren – etwa dem Baugesetzbuch, dem Raumordnungsgesetz oder den Kommunalverfassungen. Hier ist genau geregelt, wer was darf: Gemeinderäte, Fachämter, Gerichte. Gesellschaftliche Legitimation hingegen entsteht durch Akzeptanz, Vertrauen und Beteiligung. Sie ist weniger exakt zu fassen, aber mindestens ebenso wichtig – denn Planung, die zwar juristisch korrekt, aber gesellschaftlich nicht akzeptiert ist, wird in der Praxis oft blockiert, verzögert oder schlicht ignoriert.

In der modernen Stadt- und Landschaftsplanung treffen beide Formen der Legitimation aufeinander – und prallen nicht selten aufeinander. So kann ein Bebauungsplan rechtlich einwandfrei aufgestellt sein, aber dennoch massive Proteste auslösen, weil sich die Anwohner nicht ausreichend beteiligt oder gehört fühlen. Umgekehrt können informelle Beteiligungsprozesse zwar neue Akzeptanz schaffen, aber auch die rechtlichen Spielräume überschreiten. Dieses Spannungsfeld macht die Legitimation in der Planung zu einem ständigen Balanceakt – und zu einer Frage, die weit über die Einhaltung von Vorschriften hinausgeht.

Aber warum ist Legitimation heute wichtiger denn je? Einerseits wachsen die Anforderungen an die Planung: Klimawandel, demografische Verschiebungen, sozialer Zusammenhalt, wirtschaftlicher Druck – all das verlangt nach schnellen, aber tragfähigen Lösungen. Andererseits sind Gesellschaften zunehmend vielfältig, anspruchsvoll und kritisch. Planung wird nicht mehr als hoheitliche Aufgabe einiger weniger Experten akzeptiert, sondern als gesellschaftlicher Aushandlungsprozess, bei dem viele mitreden wollen – und sollen.

Legitimation ist damit zu einer Schlüsselkategorie moderner Planung geworden. Sie entscheidet mit darüber, ob Projekte gelingen oder scheitern, ob Städte lebenswert und resilient sind – oder von Dauerstreit und Stillstand geprägt bleiben. Wer in der Planung Verantwortung übernimmt, muss sich heute mehr denn je fragen: Wer entscheidet eigentlich was – und für wen?

Wer entscheidet wirklich? Akteure, Macht und Einfluss in der Planung

Der klassische Blick auf die Planung sieht so aus: Ein politisches Gremium beschließt, die Verwaltung setzt um, die Öffentlichkeit darf mitreden – und die Fachplaner liefern die Expertise. Die Realität ist jedoch komplexer, spannender und manchmal auch widersprüchlicher. Denn in der Planung mischen viele mit, längst nicht immer mit offenem Visier – und selten mit denselben Interessen.

Beginnen wir mit der Politik. Sie gibt die Leitlinien vor, beschließt Bebauungspläne, entscheidet über Investitionen und legt die „großen Linien“ fest. Doch Politiker orientieren sich nicht nur an Sachargumenten, sondern auch an Mehrheiten, Koalitionszwängen, Wahlterminen und öffentlicher Stimmung. Ihre Legitimation erhalten sie durch Wahlen – aber auch durch ihr Handeln im Amt. Die Verwaltung wiederum ist das Rückgrat der Planung. Sie sorgt für rechtliche Korrektheit, koordiniert Beteiligungsverfahren, prüft Gutachten und setzt politische Beschlüsse um. Ihre Legitimation ist institutionell, aber auch fachlich – und nicht selten ist sie die eigentliche Machtzentrale im Planungsalltag.

Eine besondere Rolle spielen die Fachplaner – von Stadtplanern über Landschaftsarchitekten bis zu Verkehrs- und Umweltplanern. Sie liefern das Know-how, entwerfen Szenarien, bewerten Varianten, beraten Politik und Verwaltung. Ihre Legitimation ist vor allem fachlich – doch auch sie müssen sich fragen lassen, wessen Interessen sie vertreten: die der Auftraggeber, der Allgemeinheit oder ihrer eigenen Disziplin? Private Investoren sind eine weitere wichtige Gruppe. Sie bringen Kapital, Innovation und oft auch Tempo in die Planung, aber nicht immer Gemeinwohlorientierung. Ihr Einfluss ist in den letzten Jahren gewachsen, vor allem dort, wo öffentliche Mittel knapp und Flächen begehrt sind.

Und dann ist da noch die Öffentlichkeit: Bürger, Initiativen, Verbände, Medien. Sie fordern Mitsprache, Transparenz und Einfluss – und machen diesen Anspruch im Zeitalter sozialer Medien und digitaler Beteiligung oft sehr wirkungsvoll geltend. Ihre Legitimation ist demokratisch, aber auch moralisch: Sie sind die Betroffenen, die Nutznießer – und die Kritiker der Planung. In der Praxis entscheidet nie eine einzelne Gruppe allein. Vielmehr ist Planung ein komplexes Geflecht aus Macht, Einfluss, Interessen und Aushandlungen – mit wechselnden Allianzen und temporären Mehrheiten.

Doch wer hat am Ende das letzte Wort? Rechtlich ist das klar geregelt: Am Ende beschließt das zuständige Gremium – meist der Gemeinderat. Aber in der Realität sind die Entscheidungsprozesse längst nicht so linear. Informelle Absprachen, politische Kompromisse, öffentliche Proteste oder wirtschaftlicher Druck können geplante Projekte auf den Kopf stellen. Die Suche nach Legitimation ist deshalb ein ständiger Prozess – nicht selten ein Ringen um Einfluss, Deutungshoheit und Akzeptanz. Wer sich in diesem Dickicht behaupten will, braucht nicht nur Fachwissen, sondern auch kommunikative, strategische und manchmal diplomatische Fähigkeiten.

Gerade in kontroversen Projekten zeigt sich: Planung ist nie nur Technik, sondern immer auch Politik. Wer entscheidet, entscheidet nie allein – und nie nur für sich selbst. Die Kunst der Planung besteht darin, Legitimation immer wieder neu zu erringen – und sie nie für selbstverständlich zu halten.

Formelle und informelle Verfahren: Wie Entscheidungen legitimiert werden

Der Werkzeugkasten der Planung zur Herstellung von Legitimation ist groß – und reicht von strikt geregelten Verfahren bis hin zu kreativen Beteiligungsformaten. Formelle Verfahren sind das Rückgrat der Planung: Bebauungspläne, Flächennutzungspläne, Umweltprüfungen, Anhörungsverfahren, Satzungsbeschlüsse. Sie sind gesetzlich geregelt, nachvollziehbar, überprüfbar – und bieten Rechtssicherheit für alle Beteiligten. Ihre Stärke ist die Verlässlichkeit, ihre Schwäche liegt oft in der Schwerfälligkeit und mangelnden Flexibilität.

Doch formelle Verfahren allein reichen heute kaum noch aus, um gesellschaftliche Akzeptanz zu sichern. Deshalb boomen seit Jahren informelle Beteiligungsformate: Bürgerworkshops, Planungswerkstätten, Online-Konsultationen, Runde Tische, Zukunftskonferenzen. Sie ermöglichen Dialog, Austausch und Mitgestaltung – und können neue Legitimation schaffen, weil sie Menschen ernst nehmen und ihr Wissen einbinden. Allerdings sind sie nicht rechtlich bindend, sondern ergänzen die formellen Verfahren. Ihr Erfolg hängt stark von der Qualität der Moderation, der Transparenz der Ziele und der Ernsthaftigkeit des politischen Willens ab.

Ein weiteres wichtiges Instrument sind kooperative Planungsprozesse, bei denen verschiedene Akteure – Verwaltung, Politik, Fachplaner, Investoren und Öffentlichkeit – gemeinsam an Lösungen arbeiten. Solche Prozesse entstehen oft aus der Erkenntnis, dass Konflikte nicht durch Mehrheitsentscheidungen, sondern nur durch Konsens oder zumindest Verständigung gelöst werden können. Sie sind zeitaufwendig, aber oft nachhaltiger, weil sie tragfähige Kompromisse ermöglichen.

Digitale Beteiligungsmöglichkeiten haben in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen. Online-Plattformen, virtuelle Stadtmodelle, Social Media und digitale Bürgerhaushalte machen Planung zugänglicher, transparenter und flexibler – aber auch anfälliger für Manipulation, Desinformation und digitale Gräben. Hier stellt sich die Frage, wie digitale Beteiligung legitimiert und abgesichert werden kann – und wie sie mit klassischen Verfahren sinnvoll verknüpft wird.

Insgesamt zeigt sich: Legitimation entsteht nicht automatisch durch das Abarbeiten von Vorschriften. Sie muss immer wieder neu hergestellt, gepflegt und überprüft werden. Wer in der Planung Verantwortung übernimmt, braucht deshalb nicht nur juristische Kenntnisse, sondern auch kommunikative und soziale Kompetenzen – und die Bereitschaft, Macht zu teilen. Nur so kann Planung dauerhaft akzeptiert, verstanden und getragen werden.

Spannungsfelder und Herausforderungen: Legitimation zwischen Expertenmacht, Partizipation und neuen Planungsinstrumenten

Die Suche nach Legitimation in der Planung ist kein gemütlicher Spaziergang, sondern gleicht oft einem Drahtseilakt. Im Zentrum steht das dauernde Ringen zwischen Expertenmacht und Laienbeteiligung. Einerseits ist Planung eine hochkomplexe Disziplin, die Fachwissen, Erfahrung und analytische Methoden verlangt. Andererseits fordert die Gesellschaft zu Recht Mitbestimmung, Transparenz und die Berücksichtigung von Alltagswissen. Das führt zu Spannungen: Wann ist Expertenwissen eine notwendige Ressource – und wann wird es zum Herrschaftsinstrument, das Partizipation ausbremst oder gar verhindert?

Ein weiteres Spannungsfeld betrifft die Rolle des Marktes. Private Investoren sind in vielen Projekten unverzichtbar, doch ihre Interessen decken sich nicht immer mit dem Gemeinwohl. Wenn Planung zu sehr auf Investoren zugeschnitten wird, droht Legitimation zu erodieren – etwa wenn sozial verträgliche Lösungen zugunsten maximaler Rendite geopfert werden. Umgekehrt kann eine zu restriktive Planung Innovationen und Investitionen behindern. Die Kunst liegt darin, den richtigen Ausgleich zu finden – und dabei transparent zu machen, wer welche Interessen vertritt.

Die Digitalisierung bringt neue Chancen, aber auch neue Risiken für die Legitimation von Planung. Digitale Zwillinge, KI-basierte Simulationen und automatisierte Entscheidungsprozesse können Transparenz und Beteiligung fördern – aber auch neue Machtasymmetrien und Black Boxes schaffen. Wer entscheidet, wie Algorithmen programmiert werden? Wer kontrolliert, wie Daten genutzt werden? Und wie lässt sich sicherstellen, dass digitale Instrumente nicht zu technokratischen Herrschaftsmitteln werden, sondern demokratische Legitimation stärken?

Auch die Anforderungen an Nachhaltigkeit, Klimaresilienz und soziale Gerechtigkeit verändern die Legitimation von Planung grundlegend. Es reicht nicht mehr, nur gesetzeskonform zu planen. Gesellschaft und Politik verlangen, dass Planung aktiv zum Klimaschutz beiträgt, soziale Spaltung verhindert und nachhaltige Lösungen fördert. Wer solche Ziele ignoriert, verliert schnell an Akzeptanz – und riskiert, dass Projekte gestoppt oder zurückgedreht werden. Legitimation wird damit zur Daueraufgabe, die weit über formale Verfahren hinausgeht.

In all diesen Spannungsfeldern gilt: Die Legitimation der Planung ist nie abgeschlossen. Sie muss immer wieder neu errungen, überprüft und angepasst werden. Wer glaubt, mit einer formal korrekten Planung sei alles erledigt, irrt. Die Zukunft gehört einer Planung, die Legitimation als Prozess versteht – und nicht als einmalige Absolution.

Perspektiven für die Zukunft: Für eine gerechte, demokratische und nachhaltige Legitimation der Planung

Wie also kann die Legitimation in der Planung zukunftsfähig gemacht werden? Zunächst braucht es mehr Transparenz in allen Phasen der Planung – von der ersten Idee bis zur Umsetzung. Offenheit über Ziele, Interessen, Verfahren und Entscheidungen stärkt das Vertrauen und macht Planung nachvollziehbar. Dabei helfen neue Technologien, aber auch eine konsequente Kommunikationsstrategie, die nicht nur informiert, sondern einbindet.

Beteiligung muss echter Dialog sein, keine Alibiveranstaltung. Wer Menschen einlädt, ihre Meinung zu äußern, muss sie auch ernst nehmen – und erklären, wie die Ergebnisse in die Planung einfließen. Das gilt für digitale und analoge Formate gleichermaßen. Beteiligung darf nicht zur Beruhigungspille werden, sondern muss aktive Mitgestaltung ermöglichen – auch wenn das Konflikte und längere Prozesse bedeutet.

Die Rolle der Fachplaner verändert sich. Sie sind nicht mehr nur Experten, sondern auch Moderatoren, Vermittler und Übersetzer zwischen unterschiedlichen Interessen und Wissensständen. Ihre Legitimation basiert nicht allein auf Fachwissen, sondern auch auf der Fähigkeit, Prozesse offen, fair und ergebnisoffen zu gestalten. Das verlangt neue Kompetenzen – und manchmal auch die Bereitschaft, Macht abzugeben.

Politik und Verwaltung müssen sich darauf einstellen, dass Planung immer komplexer, schneller und öffentlicher wird. Sie brauchen Mut zur Innovation, aber auch den Willen, Verantwortung zu übernehmen. Wer sich hinter formalen Verfahren versteckt, verliert an Glaubwürdigkeit. Wer dagegen transparent, dialogorientiert und lernfähig agiert, kann Legitimation stärken – auch in schwierigen Zeiten.

Schließlich muss Legitimation als gemeinsame Aufgabe verstanden werden. Städte, Gemeinden und Regionen stehen vor gewaltigen Herausforderungen – von der Klimaanpassung bis zur sozialen Integration. Planung, die sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellt, die Beteiligung fördert und Nachhaltigkeit ernst nimmt, kann Legitimation nicht nur sichern, sondern ausbauen. Damit wird Planung zum Motor einer demokratischen, gerechten und lebenswerten Stadtentwicklung – und bleibt mehr als ein technokratischer Verwaltungsakt.

Zusammenfassend zeigt sich: Legitimation in der Planung ist keine lästige Pflicht, sondern das Fundament jeder erfolgreichen Stadt- und Landschaftsentwicklung. Sie entsteht durch Transparenz, Beteiligung, Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein – und muss immer wieder neu errungen werden. Wer glaubt, Legitimation sei ein Selbstläufer, verkennt die Dynamik moderner Gesellschaften. Wer sie dagegen ernst nimmt, kann Planung nicht nur rechtssicher, sondern auch zukunftsfähig, gerecht und attraktiv gestalten. Die Zukunft gehört einer Planung, die Legitimation als Prozess – und nicht als Endzustand – versteht. Denn nur so entstehen Städte und Landschaften, die wirklich für alle gemacht sind.

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Wir sind Fachmedium des Jahres!

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Die Garten + Landschaft ist Fachmedium des Jahres 2017. Das verkündete die Jury auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse in Frankfurt am 17. Mai 2017.

Wissen vermitteln, den Horizont erweitern, Perspektiven bieten und Emotionen wecken – mit Tiefgang, einem modernen Layout und dem Anspruch auf Aktualität. Das muss eine gute Fachzeitschrift können. Und wir haben es jetzt schwarz auf weiß: so ein Medium ist die Garten + Landschaft. Gestern wurden wir auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse in Frankfurt als beste Fachzeitschrift des Jahres (bis 1 Mio. Umsatz) ausgezeichnet.

Für journalistische Qualität ausgezeichnet

Die Jury war sich einig: „Die Garten + Landschaft versteht es, den Fachzeitschriftenleser auf einer emotionalen Ebene anzusprechen. Der Titel besticht durch ein großzügiges und opulentes Layout, ohne an Sachlichkeit zu verlieren. Typo und Bilder werden vorbildlich eingesetzt“. Sehr gut gefallen haben der Jury auch die strukturierte Leserführung, die vielfältigen Stilformen und die Rubrik „Snapshots“.

Die Garten + Landschaft befindet sich in guter Gesellschaft. Auch die anderen Preisträger überzeugten die Jury von ihrer journalistischen Qualität: Ausgezeichnet wurden unter anderem die Deutsche Apotheker Zeitung, Miss & Mister Handwerk, DeviceMed, Si und die Website Hofheld vom Deutschen Landwirtschaftsverlag.

Zur Hauptjury gehörten Bernd Adam, Geschäftsführer der Deutschen Fachpresse, Wolfgang Beisler, stellvertretender Sprecher der Deutschen Fachpresse und Geschäftsführer des Carl Hanser Verlags, Jörg Dambacher, geschäftsführender Gesellschafter der RTS Rieger Team Werbeagentur, Prof. Dr. Lutz Frühbrodt, Leiter des Studiengangs „Fachjournalismus mit Schwerpunkt Technik“ an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt, Stefan Rühling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vogel Business Media und Hans Scheider, Mitgesellschafter der diemedia GmbH.

Hier geht’s zum Probeabo der Garten + Landschaft.

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Disney Dorf – tausend Wohneinheiten mit Micky Maus

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das soll bald in den Disney Storyliving Communities möglich sein. (Foto: Capricorn song / Unsplash)
das soll bald in den Disney Storyliving Communities möglich sein. (Foto: Capricorn song / Unsplash)

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Disney für Erwachsene

Zwei Stunden von Los Angeles entfernt möchte der Disney-Konzern ein erstes Dorf mit tausend Wohneinheiten bauen. Das Micky-Maus Dorf soll dabei den typischen Disneycharme versprühen und junge Menschen, Tourist*innen, aber vor allem auch Senior*innen anziehen. Alles zu dem Projekt – das nur das erste von vielen sein soll – lesen Sie hier.

Im Februar 2022 kündigte Disney „Storyliving“ an: Nachbarschaften oder Communities, die es Fans ermöglichen sollen, „nach neuen Wegen zu suchen, um Disney zu einem größeren Teil ihres Lebens zu machen“. Bei diesen neuen Wohngebieten in ganz Amerika handelt es sich um per Masterplan entworfene Communities, die sich durch „einzigartig gestaltete Räume, einzigartige Annehmlichkeiten und Disneys weltberühmten Service“ auszeichnen werden. Der erste Standort des Disney Dorf wird in Rancho Mirage, Kalifornien, sein. Dies ist der Ort, an dem der Firmengründer Walt Disney einst lebte.

Josh D’Amaro, Leiter von Disneys Abteilung für Parks, Erlebnisse und Produkte, sagte, es sei nur logisch, Nachbarschaften im Stil eines Themenparks zu schaffen: „Seit fast hundert Jahren hat Disney mit seinen Geschichten und Figuren die Herzen der Menschen überall berührt“, sagte er. „Während wir uns auf das nächste Jahrhundert unseres Bestehens vorbereiten, wollen wir neue und aufregende Angebote entwickeln, um die Magie von Disney zu den Menschen zu bringen – indem wir Geschichten in echtes Leben verwandeln.“

Das erste Disney Dorf

Erste Renderings der Storyliving Communities zeigen Orte, die sehr idyllisch und urlaubsähnlich aussehen. Die deutsche Zeitung „Der Spiegel“ hat sie als „ewige Kreuzfahrten“ und „echte Märchenwelten“ beschrieben. Den Bewohner*innen werden zahlreiche Aktivitäten wie Yoga- und Kochkurse sowie ein vielfältiges Wellness-Angebot geboten.

Die Zielgruppe für die Storyliving Communities sind erwachsene Disney-Fans, die eine harmonische Disneyland-Atmosphäre suchen. Diejenigen, die 55 Jahre und älter sind, haben eine starke Bindung zu Disney und blicken auf ältere Filme und erste Besuche in den Disneyland-Parks zurück. Der erste Park eröffnete im Juli 1955 in Anaheim, Kalifornien. Im Oktober 1971 folgte Disney World in Bay Lake, Orlando.

Im Jahr 1996 gründete die Walt Disney Company die Stadt Celebration in Florida, eine Nachbarschaft im Osceola County. Celebration zeichnet sich durch begehbare Straßen, zahlreiche Parks in der Nachbarschaft, günstige Einkaufsmöglichkeiten und traditionelle Wohnformen aus. Sie ist ein Beispiel für den „New Urbanism“, der zeigt, wie die Häuser früher aussahen. Die Stadt befindet sich zwar nicht auf dem Disney-Resort selbst, liegt aber in der Nähe des Parks. Die ersten Häuser wurden von Disneyland-Fans bei einer Tombola gewonnen. Heute befinden sich die Grundstücke von Celebration jedoch alle in Privatbesitz.

Erster Spatenstich im April 2022

Disneys erste Storyliving Community in Rancho Mirage wird den Namen Cotino tragen. Der erste Spatenstich fürs Disney Dorf ist für den 26. April 2022 im Rahmen einer privaten Zeremonie geplant. Das Gelände wird derzeit planiert, was bis zu zwölf Monate dauern kann.

Cotino soll eine Wohnsiedlung, eine 24 Hektar große, schwimmfähige Lagune und ein Resort-Hotel umfassen. Die Wohnmöglichkeiten werden voraussichtlich aus Anwesen, Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern bestehen. Sie sind um eine große Oase mit künstlichen Stränden angeordnet. Die Storyliving Community wird als Gemeindeverband organisiert sein, der von Disney-Mitarbeiter*innen geleitet wird. In der Storyliving Community sollen das ganze Jahr über Veranstaltungen und Unterhaltungsprogramme zum Thema Disney stattfinden.

Gabe Codding, Stadtsprecher von Rancho Mirage, sagte, dass es noch keine Baugenehmigung für Cotino gibt. Dies bedeutet, dass der Bau lange dauern könnte. Der Bebauungsplan für das Grundstück ist zwar bereits genehmigt, doch muss die Gemeinde noch ein Antrags- und Genehmigungsverfahren durchlaufen. Dazu gehören Präsentationen vor dem Architectural Review Board der Stadt, der Planungskommission und dem Stadtrat. Dabei müssen sowohl die Meinungen der Öffentlichkeit als auch die von Fachleuten vorgebrachten Überlegungen und Fragen berücksichtigt werden.

Disney kündigt an, überall in den Vereinigten Staaten Storyliving Communities zu errichten. Es wird jedoch noch einige Jahre dauern, bis die ersten Märchendörfer, das erste Disney Dorf bewohnbar ist – Micky Maus muss sich also noch ein wenig gedulden.

Kritische Stimmen

In den Vereinigten Staaten von Amerika wird häufig beklagt, dass Disney „alles besitzt“, von Fernsehsendern über Filmproduktionsfirmen bis hin zu Zeitungen. Sogar GoPro ist teilweise im Besitz des Unternehmens. Mehr als 210 000 Menschen arbeiten bei dem Unternehmen, das sich nicht mehr im Besitz der Disney-Familie befindet. Stattdessen ist der größte Aktionär die Vanguard Group Inc.

Als Titan in der Welt der Vergnügungsparks, des Fernsehens und der Filme ist Disney nun dabei, sich in die Entwicklung von Wohnvierteln zu versuchen. Dies hat in den sozialen Medien viel Kritik hervorgerufen, die Storyliving als „Gated Community für Disney-Erwachsene“ bezeichnet. Die Idee, dass ein Unternehmen eine Stadt besitzt, ist selbst in den Vereinigten Staaten ungewöhnlich.

Gleichzeitig steht Disney in der Kritik, seine Mitarbeiter*innen unterbezahlt zu haben, was Twitter-Nutzer*innen dazu veranlasst hat, Dinge zu tweeten wie „Irgendwie krank, dass Disney Wohnungen für die Reichen baut, während ein guter Prozentsatz seiner Mitarbeiter obdachlos ist und in ihren Autos lebt, aber das ist eben der Maus-Kapitalismus“. Gleichzeitig hat Disney Pläne für den Bau von 1 300 bezahlbaren Wohnungen in der Nähe des Themenparks in Orlando angekündigt.

Zu einem etwas anderen Park in der kalifornischen Großstadt, können Sie hier etwas lesen.

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