Wie KI aus LoRaWAN-Daten Mikroklima lernt

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Luftaufnahme einer von Bäumen durchzogenen Stadt bei Tageslicht, fotografiert von Ismail Ghallou

Was wäre, wenn Städte das Mikroklima in jedem Winkel nicht nur messen, sondern auch in Echtzeit verstehen und steuern könnten? Dank LoRaWAN, Künstlicher Intelligenz und einer neuen Datenkultur wird aus dieser Vision langsam Wirklichkeit. Doch wie genau lernt KI aus LoRaWAN-Daten das Mikroklima einer Stadt – und was bedeutet das für Planung, Gestaltung und nachhaltige Entwicklung? Willkommen in der Ära der datengetriebenen Stadtökologie!

  • Was LoRaWAN ist und warum es für Mikroklima-Monitoring in Städten entscheidend ist
  • Wie KI aus riesigen Mengen von Sensordaten Muster, Zusammenhänge und Prognosen ableitet
  • Beispiele aus deutschsprachigen Städten: Von der Hitzeinsel-Analyse bis zum Feinstaub-Mapping
  • Chancen und Grenzen: Wie KI und LoRaWAN die Stadtplanung, Landschaftsarchitektur und Klimaanpassung verändern
  • Datenschutz, Datenhoheit und Transparenz als neue Herausforderungen im Planungsalltag
  • Innovative Anwendungen: Adaptive Begrünung, Echtzeit-Warnsysteme und dynamische Gestaltungskonzepte
  • Wie Planer, Behörden und Unternehmen gemeinsam aus Daten nachhaltige Stadtentwicklung formen
  • Was noch fehlt: Interoperabilität, Standardisierung und der Weg aus dem Pilotprojekt-Dschungel
  • Der Blick nach vorn: Warum KI-gestützte LoRaWAN-Infrastrukturen zum Fundament zukunftsfähiger Städte werden

LoRaWAN als Nervensystem der Stadt: Wie Sensordaten das Unsichtbare sichtbar machen

Die meisten Städte haben längst Messstationen für Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Feinstaub oder Lärm. Doch diese liefern oft nur punktuelle, statische Daten. LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) revolutioniert dieses Bild: Es handelt sich um ein drahtloses Funknetzwerk, das speziell für energiearme, kostengünstige Sensorik im großflächigen Einsatz konzipiert wurde. LoRaWAN-Sensoren lassen sich in Straßenlaternen, Bäumen, Gebäuden oder Stadtmobiliar platzieren. Sie senden kontinuierlich Mikrodaten – von Temperatur über Luftqualität bis zum Bodenfeuchtewert – direkt in zentrale Datenplattformen. Das Netz ist dabei besonders durchdringungsstark und eignet sich ideal für die urbane Landschaft mit ihren Gebäudeschluchten, Parks und Verkehrsräumen.

Diese Vielzahl an Sensoren erzeugt einen wahren Datenstrom, der das Mikroklima in bisher unerreichter räumlicher und zeitlicher Auflösung abbildet. Während klassische Wetterdaten oft nur grobe Raster liefern, macht LoRaWAN plötzlich die kleinteiligen, dynamischen Wechselwirkungen sichtbar: Wo entstehen Hitzeinseln? In welchen Straßen sinkt die Luftfeuchtigkeit besonders schnell? Wie wirken sich Begrünungen oder Wasserflächen tatsächlich auf das Stadtklima aus? Für Planer und Landschaftsarchitekten bedeutet das einen Paradigmenwechsel: Nicht mehr Modellannahmen, sondern empirische Echtzeitdaten stehen im Zentrum.

Doch mit der bloßen Sammlung ist es nicht getan. Die Datenmengen, die im Minutentakt aus hunderten oder tausenden Sensoren hereinströmen, sind für den Menschen kaum mehr zu überblicken. Hier kommt die Künstliche Intelligenz ins Spiel. Maschinelles Lernen, Deep Learning und andere Algorithmen sind in der Lage, Muster, Trends und Korrelationen aus den Sensordaten herauszufiltern, die selbst erfahrenen Klimaexperten verborgen bleiben würden. Die Kombination aus LoRaWAN und KI schafft somit ein urbanes „Nervensystem“, das nicht nur misst, sondern auch versteht – und damit Planung, Steuerung und Anpassung auf ein neues Level hebt.

Die Einsatzfelder sind dabei vielfältig. Städte wie Zürich, München oder Wien experimentieren mit Sensornetzen zur Feinstaubüberwachung, zur Erfassung von nächtlicher Abkühlung oder zur Analyse von Windströmen im Zusammenhang mit neuen Hochbauten. Selbst kleinteilige Fragen – etwa wie sich eine neue Baumreihe auf das Mikroklima einer Bushaltestelle auswirkt – lassen sich datenbasiert beantworten. Für Planer eröffnet dies eine neue Dimension der Präzision und Nachvollziehbarkeit, die klassische Planungswerkzeuge alt aussehen lässt.

Natürlich ist die Technologie allein kein Allheilmittel. LoRaWAN lebt von Interoperabilität, von offenen Schnittstellen und einer klugen Einbettung in die städtische Digitalstrategie. Es braucht eine Governance, die Datenschutz, Datenhoheit und offene Standards garantiert. Doch wer diese Hürden nimmt, hält den Schlüssel zu einer intelligenten, resilienten und lebenswerten Stadt in der Hand – und bringt das Unsichtbare des Mikroklimas endlich ans Licht.

Künstliche Intelligenz und das urbane Klima: Wie Maschinen Zusammenhänge erkennen und Zukunft simulieren

Die schiere Menge an Sensordaten, die ein LoRaWAN-Netzwerk generiert, ist Fluch und Segen zugleich. Ohne intelligente Auswertung bleibt der Datenschatz ungehoben. Hier greift Künstliche Intelligenz (KI) ein und macht das, was Menschen nur mit enormem Aufwand und Zeit könnten: Sie analysiert, gruppiert, prognostiziert und entdeckt Zusammenhänge in Echtzeit. Doch wie genau funktioniert das im Kontext des städtischen Mikroklimas?

Zunächst werden die Rohdaten aus den Sensoren gesammelt und aufbereitet. KI-Systeme nutzen Verfahren des maschinellen Lernens, um etwa Temperaturverläufe, Feinstaubbelastungen oder Luftfeuchtigkeitsänderungen mit anderen Faktoren zu korrelieren. Das können Wetterdaten, Verkehrszahlen, Vegetationskarten oder sogar Bauaktivitäten sein. Besonders relevant sind hierbei neuronale Netze, die in der Lage sind, nichtlineare Abhängigkeiten zu erkennen, die klassischen statistischen Modellen entgehen würden.

Ein zentrales Einsatzfeld ist die Erkennung und Prognose von Hitzeinseln, sogenannten Urban Heat Islands. Durch das Zusammenführen von Temperaturdaten, Vegetationsdichte, Versiegelungsgrad und Verkehrsaufkommen kann KI nicht nur bestehende Hotspots identifizieren, sondern auch vorhersagen, wie sich diese bei Wetterumschwüngen oder baulichen Veränderungen entwickeln werden. So entstehen adaptive Karten, die Planern und Behörden eine dynamische Entscheidungsgrundlage liefern – weit über das hinaus, was statische Klimaanalysen bieten.

Gleichzeitig ermöglicht KI das sogenannte Szenariomanagement. Was passiert, wenn ein neues Quartier entsteht, ein Park umgestaltet oder eine Straßenbahnlinie verlängert wird? Mithilfe der historischen und aktuellen Sensordaten kann die KI verschiedene Entwicklungspfade simulieren und deren Auswirkungen auf das Mikroklima abschätzen. Diese prädiktiven Fähigkeiten sind Gold wert für jede Form der klimaangepassten Stadtgestaltung und ermöglichen eine bislang unerreichte Antizipation von Risiken und Potenzialen.

Ein oft unterschätzter Aspekt: KI hilft auch dabei, Ausreißer und Fehler in den Sensordaten zu erkennen. Nicht jeder ungewöhnliche Wert ist ein Alarmzeichen – manchmal steckt schlicht ein defekter Sensor oder eine temporäre Störung dahinter. Durch kontinuierliches Lernen aus der Datenhistorie wird die KI immer besser darin, relevante von irrelevanten Signalen zu unterscheiden und so die Qualität der Klimadaten auf hohem Niveau zu halten.

Das große Ziel ist eine lernende Stadt: Je länger und dichter Sensorik und KI zusammenarbeiten, desto feiner werden die Analysen, desto präziser die Prognosen – und desto zielgerichteter die Handlungsempfehlungen für Verwaltung, Planung und Politik. Die Stadt wird zum lernenden Organismus, der nicht nur auf Veränderungen reagiert, sondern sie proaktiv gestalten kann.

Praktische Anwendungen: Von der Hitzeinselkarte bis zum adaptiven Grünflächenmanagement

Was bedeutet all das für die Praxis? Die Antwort: Die Anwendungsfelder für KI-gestützte LoRaWAN-Daten in der Stadt- und Landschaftsplanung sind so vielfältig wie die Städte selbst. Beginnen wir bei einem der drängendsten Probleme des Klimawandels: der urbanen Überhitzung. In Städten wie Berlin oder Wien entstehen in den Sommermonaten lokale Hitzeinseln, die die Lebensqualität massiv beeinträchtigen. Mit LoRaWAN-Sensorik lässt sich die Dynamik dieser Hotspots in bisher unerreichter Granularität abbilden. KI-Anwendungen analysieren die Datenströme, erkennen, wo und wann kritische Schwellen erreicht werden – und schlagen vor, wo gezielte Begrünung, Verschattung oder Wasserelemente am dringendsten gebraucht werden.

Ein weiteres Beispiel sind Frühwarnsysteme für Schadstoffbelastungen. LoRaWAN-fähige Feinstaubsensoren liefern kontinuierlich Werte, die von KI-Algorithmen in Echtzeit ausgewertet werden. Tauchen kritische Konzentrationen auf, kann die Stadtverwaltung sofort reagieren – etwa durch Verkehrslenkung, Reinigungseinsätze oder gezielte Information der Bevölkerung. Auch für Allergiker bieten solche Systeme enorme Vorteile, etwa durch die Prognose von Pollenbelastungen auf Basis von Sensordaten und Wettermodellen.

Besonders spannend für die Landschaftsarchitektur ist das adaptive Grünflächenmanagement. Sensoren in Parks und Grünanlagen erfassen Bodenfeuchte, Temperatur und Lichtintensität. Die KI wertet diese Daten aus und steuert automatisiert Bewässerungssysteme, schlägt Umgestaltungen vor oder simuliert, wie sich neue Bepflanzungen auf das Mikroklima auswirken würden. So entstehen klimaresiliente Stadträume, die nicht auf Annahmen, sondern auf Echtzeitwissen beruhen.

Innovative Pilotprojekte zeigen, wie weit die Entwicklung bereits ist. In Zürich nutzt die Stadt ein dichtes LoRaWAN-Netzwerk, um die nächtliche Abkühlung in verschiedenen Quartieren zu überwachen und gezielt Maßnahmen gegen Überwärmung zu entwickeln. In Hamburg werden Sensordaten genutzt, um die Auswirkungen von Fassadenbegrünungen auf die Luftqualität zu messen – mit dem Ziel, steuerbare Grünfassaden als Baustein der Klimaanpassung zu etablieren. München wiederum experimentiert mit Sensorik in Straßenbäumen, um deren Wasserbedarf zu optimieren und Hitzeschäden vorzubeugen.

Doch die Anwendungen gehen noch weiter: Von der Analyse städtischer Kaltluftentstehung bis zur Entwicklung stadtklimatischer Leitbilder auf Quartiersebene – KI und LoRaWAN schaffen die Grundlage für dynamische, datenbasierte Stadtplanung. Für Planer, Landschaftsarchitekten und Verwaltungen heißt das: Wer jetzt lernt, mit diesen Werkzeugen zu arbeiten, gestaltet die Stadt von morgen nicht nur schöner, sondern auch klüger und nachhaltiger.

Herausforderungen und Chancen: Datenhoheit, Transparenz und der Weg zur Smart City

So verlockend die neuen Möglichkeiten auch sind – sie werfen eine ganze Reihe neuer Fragen auf. Wer besitzt die Daten, die in Echtzeit aus dem LoRaWAN-Netzwerk strömen? Wie lassen sich Datenschutz und Transparenz sicherstellen, wenn KI-Systeme hochkomplexe Auswertungen durchführen? Und wie vermeiden wir, dass aus der smarten Stadt eine Black Box wird, deren Entscheidungen niemand mehr nachvollziehen kann?

Die Antwort beginnt mit der Governance. Städte, die auf LoRaWAN und KI setzen, benötigen klare Verantwortlichkeiten für Datenspeicherung, -zugang und -nutzung. Offene Standards und Schnittstellen sind dabei keine Kür, sondern Pflicht – sonst droht die Abhängigkeit von einzelnen Technologieanbietern und das Entstehen von Datensilos. Nur wenn Datenplattformen interoperabel sind und Schnittstellen zur Beteiligung bieten, kann das volle Potenzial für Planung, Beteiligung und Innovation gehoben werden.

Auch der Schutz der Privatsphäre muss von Anfang an mitgedacht werden. Gerade beim Mikroklima sind die Risiken überschaubarer als bei personenbezogenen Daten – dennoch gilt: Transparenz über Erhebung, Verarbeitung und Nutzung schafft Akzeptanz und Vertrauen. Städte wie Wien oder Zürich gehen hier voran und veröffentlichen große Teile ihrer Umweltdaten offen, sodass auch Unternehmen, Forschung und Zivilgesellschaft davon profitieren können.

Eine weitere Herausforderung ist die Integration der neuen Technologien in bestehende Planungsprozesse. Noch dominiert in vielen Verwaltungen die klassische Trennung von Fachabteilungen und das Denken in abgeschlossenen Projekten. KI und LoRaWAN erfordern jedoch einen Kulturwandel: Planung wird zum kontinuierlichen, datengetriebenen Prozess. Das setzt nicht nur technisches Know-how, sondern auch eine neue Haltung voraus – offen für Experimente, lernbereit und bereit, klassische Routinen zu hinterfragen.

Gleichzeitig bieten die neuen Werkzeuge enorme Chancen für eine demokratischere, inklusivere Stadtentwicklung. Datenbasierte Beteiligungsplattformen, die Sensordaten und KI-Analysen verständlich visualisieren, ermöglichen eine neue Form von Dialog zwischen Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft. Entscheidungen werden nachvollziehbarer, Alternativen transparenter – und die Gestaltung der Stadt wird zur gemeinsamen Aufgabe. Richtig eingesetzt, können LoRaWAN und KI so nicht nur das Klima verbessern, sondern auch das Klima der Stadtgesellschaft.

Vom Pilotprojekt zum Mainstream: Was jetzt zu tun ist für eine lernende, klimaresiliente Stadt

Die Entwicklung ist rasant – doch vielerorts steckt der Einsatz von LoRaWAN und KI für das Mikroklima noch in der Pilotphase. Einzelne Quartiere, Parks oder Straßen werden mit Sensorik ausgestattet, spannende Analysen entstehen, doch der große Wurf bleibt oft aus. Was fehlt, ist die Skalierung: Wie wird aus dem erfolgreichen Experiment ein flächendeckendes, robustes System, das wirklich alle Bereiche der Stadt erreicht?

Der Schlüssel liegt in der Standardisierung und der Zusammenarbeit. Kommunen sollten sich auf gemeinsame Datenstandards, Schnittstellen und Plattformen einigen – idealerweise auf nationaler, vielleicht sogar europäischer Ebene. Nur so lassen sich Erfahrungen austauschen, Lösungen wiederverwenden und Investitionen effizient nutzen. Technische Exzellenz allein reicht nicht: Es braucht auch politische Rückendeckung und die Bereitschaft, in Infrastruktur, Weiterbildung und interdisziplinäre Teams zu investieren.

Ein weiteres Erfolgsrezept ist die Öffnung der Daten: Open Data schafft Innovation, ermöglicht neue Geschäftsmodelle und fördert die Beteiligung. Gerade in der Landschaftsarchitektur entstehen so neue Formen der Zusammenarbeit – etwa wenn Bürger ihre eigenen Sensoren ins Netz einbringen oder lokale Initiativen Daten für Begrünungsprojekte nutzen. Der Weg zur lernenden Stadt ist kein Sprint, sondern ein Marathon – aber er lohnt sich.

Die Zukunft gehört Städten, die lernen, Daten als Ressource zu begreifen – nicht als Selbstzweck, sondern als Werkzeug für bessere Entscheidungen, nachhaltige Planung und mehr Lebensqualität. KI und LoRaWAN sind dabei keine Zauberei, sondern handfeste Bausteine für die Stadt von morgen. Wer jetzt beginnt, ihre Potenziale strategisch zu nutzen, verschafft sich einen echten Standortvorteil im Wettbewerb um Talente, Innovationen und Lebensqualität.

Und nicht zuletzt: Die Technik entwickelt sich weiter. Während LoRaWAN-Sensoren immer kleiner, günstiger und leistungsfähiger werden, entstehen neue KI-Modelle, die noch besser mit Unsicherheiten, Ausreißern und unvollständigen Daten umgehen können. Die Stadt von morgen wird nicht nur gebaut, sie wird gemessen, verstanden, simuliert – und erst dann gestaltet. Willkommen in der Ära der lernenden Stadt!

Fazit: KI und LoRaWAN – das neue Fundament für klimaintelligente Städte

Die Kombination aus LoRaWAN und Künstlicher Intelligenz markiert einen Wendepunkt in der Stadtplanung und Landschaftsarchitektur. Erstmals können Mikroklima, Umweltfaktoren und ihre Wechselwirkungen auf der Ebene einzelner Straßenzüge, Plätze und Parks in Echtzeit erfasst, analysiert und gezielt beeinflusst werden. Die Technik allein ist dabei nicht das Ziel, sondern das Mittel für eine neue, datenbasierte Urbanität: adaptiv, resilient, demokratisch und nachhaltig.

Für Planer, Verwaltungen und Unternehmen eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten. Entscheidungen werden nachvollziehbarer, Maßnahmen wirksamer und Beteiligung transparenter. Die großen Herausforderungen – Datenschutz, Datenhoheit, Integration und Governance – sind lösbar, wenn sie von Anfang an mitgedacht werden. Entscheidend ist der Mut zur Innovation, zur Kooperation und zum offenen Umgang mit Daten als Ressource der Stadtentwicklung.

Es steht viel auf dem Spiel: Die Klimakrise, Urbanisierung und soziale Herausforderungen verlangen nach neuen Antworten. LoRaWAN und KI bieten sie – vorausgesetzt, sie werden intelligent, verantwortungsvoll und partizipativ eingesetzt. Die lernende, klimaintelligente Stadt ist kein ferner Traum mehr, sondern eine konkrete Option. Wer jetzt die Weichen stellt, gestaltet nicht nur die Stadt, sondern auch das Klima von morgen mit. Und das, liebe Leser, ist nicht nur smart, sondern auch ziemlich clever.

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Am 8. Oktober wird an der Universität EPFL in Lausanne im Rolex Education Centre der diesjährige Topos Landscape Award verliehen. Dies geschieht im Rahmen einer von Archizoom veranstalteten Konferenz zum Thema „The Narrative of Landscape“. Der Schwerpunkt wird auf der Bedeutung des Bodens für die Landschaft liegen, die Betrachtung wird interdisziplinär sein. Zu den eingeladenen Referenten zählen Richard Sennett, Saskia Sassen, Adriaan Geuze und David R. Montgomery. Näheres zum Programm und zur Anmeldung unter http://archizoom-nls.epfl.ch.

Der Topos Landscape Award 2014 geht an die Landschaftsarchitekten von LOLA aus Rotterdam/Niederlande. Das 2006 gegründete Büro beschäftigt sich konzeptionell mit großmaßstäblichen Ökosystemen und entwickelt Ideen zu Raum und Natur, realisiert aber auch Projekte im urbanen und ländlichen Kontext. LOLA begibt sich, nach eigener Darstellung, auf die Suche nach innovativen und sublimen Landschaften (www.lolaweb.nl).
Der Topos Landscape Award wird seit 2002 von der Redaktion der Zeitschrift Topos verliehen. Geehrt wird mit dieser Auszeichnung ein Landschaftsarchitekturbüro, das mit seinen Projekten wesentlich zur qualitätvollen zeitgemäßen Gestaltung von Stadt und Landschaft beiträgt und durch innovative Ideen die Landschaftsarchitektur-Szene bereichert und dessen Werk stellvertretend für die Arbeit zeitgenössischer Landschaftsarchitekten steht. Der Topos Landscape Award will auf die Lebendigkeit und Dynamik sowie auf die Vielschichtigkeit der landschaftsarchitektonischen Aufgaben hinweisen.
Bisher ging die Auszeichnung an Stig L. Anderssons Tegnestue (Kopenhagen), Karres en Brands (Hilversum), Gross.Max. (Edinburgh), McGregor and Coxall (Sydney), Stoss LU (Boston), Antje Stokman (Hamburg), Taktyk (Brüssel/Paris).

2013 wurde, abweichend von den Kriterien, kein junges Büro geehrt, sondern ein erfolgreicher Landschaftsarchitekt mit internationaler Bedeutung: Peter Latz aus Kranzberg bei Freising in Bayern, Deutschland.
Konferenz und Würdigung von LOLA stehen im Kontext zu Lausanne Jardins, deren temporäre Landschaftsinterventionen noch bis 14. Oktober zu besichtigen sind.
http://lausannejardins.ch

Mit freundlicher Unterstützung der Baumschule Lorberg

Bundespreis Koop.Stadt: 5 Fragen

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Mit dem Bundespreis Koop.Stadt schaffen die Träger*innen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik, Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden, einen Preis, der herausragende kommunale Beispiele einer Kooperationskultur zwischen Kommune und Zivilgesellschaft ausgezeichnet. Alles was Sie dazu wissen müssen, erfahren Sie im Interview mit den Projektleiter*innen Lisa Schopp und Stephan Willinger.

200 000 Euro Preisgeld für den Bundespreis Koop.Stadt

 

An wen richtet sich der Preis?

Wir suchen Kommunen ab 10 000 Einwohner*innen, die durch ihre Zusammenarbeit mit Stadtmacher*innen zu einer Kooperativen Stadt werden. Planungsbüros, Bürger*innen, Initiativen oder Vereine können Kommunen bei der Bewerbung unterstützen. Die Einreichung der Bewerbung ist jedoch nur durch die Kommune selbst möglich.

Was kann eingereicht werden?

Bewerben können sich die Kommunen mit angestoßenen, laufenden sowie bereits umgesetzten Instrumenten oder Kooperationsprojekten der Stadtentwicklung. Die Auslober*innen suchen konkrete Maßnahmen zur Förderung der Zusammenarbeit und einer aktiven Mitgestaltung durch zivilgesellschaftliche Initiativen, Vereine oder soziokulturelle Akteur*innen. Dazu zählen allgemeine rechtliche, politische und strukturelle Maß­nahmen wie beispielsweise die Einrichtung von runden Tischen, Vermittlerstellen oder Zugang zu Raum für diese Akteur*innen. Aus der Bewerbung soll sich ein Gesamtbild über die Kooperationskultur der Kommune ergeben.

Was ist der Mehrwert der Teilnahme?

Der Preis zeichnet Kommunen für ihre erfolgreiche kooperative Stadtentwicklung aus und trägt auf diese Weise zu Imagegewinn, Motivation und Bindung neuer Kooperationspartner*innen bei. Neben der Auszeichnung selbst und der Einladung zur Preisverleihung im Rahmen des Bundes­kongresses der Nationalen Stadtentwicklungspolitik, der im Mai 2021 in Köln stattfindet, werden die die Preisträger*innen dabei unterstützt, mehr Menschen zu aktiv Handelnden in der Stadtentwicklung zu machen. Die zehn am höchsten bewerteten Bewerber*innen erhalten insgesamt eine Summe von 200 000 Euro Preisgeld zur Umsetzung weiterer Kooperationsprojekte. Die Auszeichnung ist für fünf Jahre gültig. Die eingereichten Best-Practice-Beispiele werden in einer Publikation gesammelt und aufbereitet.

Fachübergreifende Jury

Wie wird bewertet?

Die Jury prämiert Kommunen, die mit klugen Ideen kooperative Stadtentwicklungsprojekte angeschoben und dadurch etwas Neues geschaffen haben. Die Projekte können aus allen Handlungsfeldern kommen, vom Städtebau bis zur Freiraumgestaltung. Bei der Beurteilung werden rechtliche, politische und strukturelle Bausteine der Kooperation beleuchtet. In die Bewertung fließen angestoßene, laufende sowie bereits umgesetzte Instrumente, Leitbilder oder politisch beschlossene Maßnahmen mit ein. Grundsätzlich lässt sich sagen: Je mehr an Kooperation mit verschiedenen Akteurs­gruppen nachgewiesen werden kann und je mehr Handlungsfelder abgedeckt werden, desto besser die Bewertung.

Wie erfolgt die Jurierung?

Nach einer ersten Vorprüfung tritt eine fachübergreifend zusammengesetzte Jury zusammen, die die Beiträge bewertet und die Preisträger*innen auswählt. Die Jury des Bundespreises Kooperative Stadt setzt sich aus den Partner*innen der Nationalen Stadt­entwicklungspolitik zusammen: Ver­treter*innen des Deutschen Städtetags, des Deutschen Städte- und Gemeindebunds und der Länder sowie des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat.

Die Bewerbung ist noch bis zum 10. März 2021 unter www.koop-stadt.de möglich.

Lisa Schopp und Stephan Willinger sind Projektleiter*innen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Das Projekt Bundespreis Koop.Stadt wird durchgeführt durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt-, und Raumforschung.