Licht prägt die Wahrnehmung öffentlicher Räume weit über die Dunkelheit hinaus. Es schafft Orientierung, beeinflusst das Sicherheitsempfinden und trägt dazu bei, wie selbstverständlich Grünanlagen von unterschiedlichen Nutzergruppen angenommen werden. Das Beleuchtungskonzept für den Görlitzer Park in Berlin zeigt, wie eine differenzierte Lichtplanung funktionale, gestalterische und ökologische Anforderungen miteinander verbinden kann.
Wie lässt sich die Aufenthaltsqualität in urbanen Grünanlagen verbessern? Diese Frage beschäftigt Städte, Planende und Betreiber gleichermaßen. Ein wesentlicher Baustein dabei ist die Beleuchtung. Das aktuelle Projekt im Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg zeigt, dass dabei nicht möglichst viel Helligkeit entscheidend ist, sondern die Qualität des Lichts. Mit einem neuen Beleuchtungskonzept von WE-EF wurde die bestehende Anlage umfassend modernisiert – mit dem Ziel, Orientierung und Sicherheit zu verbessern und gleichzeitig Umweltaspekte zu berücksichtigen. Der Görlitzer Park gehört zu den bekanntesten innerstädtischen Freiräumen Berlins. Als grüne Lunge für das Quartier ist er zugleich ein Ort intensiver öffentlicher Nutzung und Gegenstand politischer sowie gesellschaftlicher Diskussionen. Fragen nach Sicherheit, Aufenthaltsqualität und sozialer Nutzung stehen dabei regelmäßig im Mittelpunkt. Breite Zustimmung fand die Erneuerung der Parkbeleuchtung, die im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt durch BerlinLicht als Abteilung der Stromnetz Berlin GmbH geplant wurde. Das Projekt rückt die Bedeutung einer hochwertigen Lichtplanung für öffentliche Räume in den Fokus.
Lichtqualität statt mehr Helligkeit
Die Wirkung von Licht auf Sicherheit wird häufig diskutiert. Dabei ist zwischen objektiver Sicherheit und subjektivem Sicherheitsempfinden zu unterscheiden. Während sich ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Beleuchtung und einer Verringerung der Kriminalität bislang nicht eindeutig empirisch nachweisen lässt, gilt die positive Wirkung von Licht auf das Sicherheitsgefühl als belegt. Ein gesteigertes Sicherheitsempfinden trägt wesentlich zur Aufenthaltsqualität bei und fördert die selbstverständliche Nutzung öffentlicher Grünanlagen durch unterschiedliche Bevölkerungsgruppen. Das neue Beleuchtungskonzept im Görlitzer Park orientiert sich konsequent an diesem Ansatz. Ziel war es nicht, das gesamte Areal heller auszuleuchten, sondern die Qualität des Lichts gezielt zu verbessern. Gleichzeitig wurden Aspekte der menschlichen Wahrnehmung ebenso berücksichtigt wie Anforderungen des Naturschutzes.
Im Zuge der Modernisierung wurde die bestehende Anlage mit 75 Lichtpunkten erneuert und um weitere 43 Lichtpunkte ergänzt. Dadurch lassen sich Hauptwege und Eingangsbereiche klar strukturieren und besser wahrnehmen. Die Beleuchtung ist dabei Teil eines ganzheitlichen Maßnahmenpakets, das städtebauliche Maßnahmen ebenso umfasst wie sicherheitspolitische Strategien und die Zusammenarbeit mit Polizei und Ordnungsbehörden.

Foto: Linus Lintner
Präzise Lichtlenkung für Orientierung und Sehkomfort
Im Mittelpunkt der technischen Planung stand eine gezielte Lichtlenkung. Zum Einsatz kommen insgesamt 108 WE-EF Mastleuchten vom Typ RMT320 mit asymmetrisch seitlicher Lichtverteilung. Hochwertige, computerberechnete LED-Linsenoptiken lenken das Licht präzise auf die Wege und vermeiden eine flächige Ausleuchtung des gesamten Parks. Dieses Prinzip folgt dem Ansatz, genau dort Licht bereitzustellen, wo Orientierung erforderlich ist. Gleichzeitig wird Streulicht in Vegetation und angrenzende Bereiche minimiert. So entsteht eine ausgewogene Balance zwischen guter Sichtbarkeit und einem möglichst geringen Eingriff in die natürliche Umgebung.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Lichtqualität. Die warmweiße Lichtfarbe von 2700 Kelvin schafft eine angenehme Atmosphäre für die Nutzer:innen des Parks. Gleichzeitig wirkt sie auf nachtaktive Insekten weniger anziehend und reduziert damit den Einfluss der Beleuchtung auf die Fauna. Auch der Sehkomfort wurde berücksichtigt. Eine blendfreie Optik verbessert die Wahrnehmung im öffentlichen Raum. Betonte halbzylindrische Beleuchtungsanteile unterstützen die vertikale Beleuchtung, sodass Gesichter besser erkannt werden können. Gleichzeitig werden starke Hell-Dunkel-Kontraste reduziert, wodurch die Orientierung zusätzlich erleichtert wird.
Die unterschiedlichen Masthöhen sind auf die jeweiligen Anforderungen abgestimmt. Während Eingangsbereiche durch fünf Meter hohe Masten hervorgehoben werden, kommen innerhalb des Parks Masten mit Höhen von 3,5 beziehungsweise vier Metern zum Einsatz. Besondere Bereiche wie das zum Amphitheater umgestaltete ehemalige „Pamukkale-Brunnen“-Areal sowie die Fußgängerbrücke über den Landwehrkanal werden durch zwölf Meter hohe Masten mit FLC230 LED-Scheinwerfern von WE-EF gezielt beleuchtet.
Flexible Steuerung für nachhaltigen Betrieb
Das Beleuchtungskonzept endet nicht bei der Lichttechnik. Auch die Steuerung folgt dem Grundsatz: so viel Licht wie nötig, so wenig Licht wie möglich. Dafür wurden die Mastleuchten auf Wunsch der Planenden mit Zhaga-Schnittstellen und passenden „eSave“-Modulen zur drahtlosen Vernetzung ausgestattet. Im regulären Betrieb arbeitet die Anlage gedimmt. Dadurch lassen sich Energieverbrauch und Umwelteinwirkungen reduzieren.
Gleichzeitig bleibt die Beleuchtung flexibel anpassbar. Bei Bedarf, beispielsweise im Zusammenhang mit einem Polizeieinsatz, kann das Beleuchtungsniveau lokal kurzfristig deutlich erhöht werden. Diese dynamische Steuerung schafft zusätzliche Handlungsspielräume und ermöglicht eine bedarfsgerechte Nutzung der vorhandenen Infrastruktur. Darüber hinaus eröffnet die digitale Vernetzung langfristige Perspektiven. Veränderungen in der Nutzung des Parks, neue Sicherheitsanforderungen oder zukünftige Umweltaspekte können berücksichtigt werden, ohne dass Eingriffe in die bestehende Infrastruktur erforderlich sind.

Foto: Linus Lintner
Langlebige Technik für öffentliche Räume
Neben Lichtqualität und Steuerung spielte auch die Robustheit der eingesetzten Systeme eine zentrale Rolle. Die Gehäuse der RMT320 Mastaufsatzleuchten bestehen aus korrosionsbeständigem Aluminium und wurden entsprechend der Planung in der Farbgebung „DB 702 Metallic Matt“ pulverbeschichtet. Die Kombination aus langlebigen Materialien und zurückhaltender Gestaltung sorgt dafür, dass sich die Leuchten dauerhaft in den öffentlichen Raum integrieren und gleichzeitig den Anforderungen an eine nachhaltige Investition gerecht werden.
Licht als Bestandteil ganzheitlicher Freiraumplanung
Das Projekt im Görlitzer Park verdeutlicht, welche Rolle hochwertige Beleuchtung in urbanen Grünanlagen übernehmen kann. Licht ist dabei weit mehr als ein funktionales Element. Durch präzise Lichtlenkung, hohe Lichtqualität, intelligente Steuerung und langlebige Technik entstehen Räume, die Orientierung bieten und das subjektive Sicherheitsempfinden stärken, ohne unnötig hohe Helligkeit zu erzeugen. Mit dem Beleuchtungskonzept von WE-EF wird deutlich, dass Qualität vor Quantität steht. Die Anlage unterstützt einen ganzheitlichen Planungsansatz, bei dem Licht gezielt eingesetzt wird, um Aufenthaltsqualität und Nutzbarkeit öffentlicher Freiräume nachhaltig zu verbessern.
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