Grüne Infrastruktur, Wasserflächen und angepasste Baustoffe sind Schlüsselmaßnahmen, um das Mikroklima in Städten zu verbessern und Sommerhitze zu reduzieren. Foto von Jarrett Tan auf Unsplash

Die sommerliche Wärmebelastung in urbanen Räumen stellt eine wachsende Herausforderung dar. Hohe Temperaturen wirken sich nicht nur auf das Wohlbefinden der Stadtbewohner aus, sondern verstärken auch Umweltprobleme wie die Luftverschmutzung und den Klimawandel. Angesichts dieser Entwicklung gewinnt das Konzept des urbanen Mikroklimas zunehmend an Bedeutung. Es umfasst die lokalen klimatischen Bedingungen, die in einer Stadt aufgrund von baulichen Strukturen, Vegetation und dem menschlichen Eingreifen entstehen. Besonders in Bezug auf den Klimaschutz und die Lebensqualität der Bewohner müssen Städte Maßnahmen ergreifen, um das Mikroklima zu verbessern und die Sommerhitze zu mildern. In diesem Bericht werden verschiedene Konzepte und Projekte vorgestellt, die das urbane Mikroklima positiv beeinflussen können.

1. Die Rolle des urbanen Mikroklimas in der Stadtplanung

Das Mikroklima in Städten wird von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst, darunter die Bebauungsstruktur, die Oberflächenbeschaffenheit, die Luftzirkulation und die Vegetation. Besonders in dicht besiedelten Gebieten entstehen aufgrund von Versiegelung, hohen Gebäuden und einer begrenzten Grünfläche sogenannte „Wärmeinseln“, die zu einer Erhöhung der Lufttemperaturen führen. Diese sogenannten „Urban Heat Islands“ (UHI) können die Außentemperatur um bis zu 10 Grad Celsius erhöhen, was zu gesundheitlichen Belastungen für die Bevölkerung führt.

Eine der Hauptursachen für diese Erwärmung ist der hohe Anteil an versiegelten Flächen, die Wärme speichern und nur langsam wieder abgeben. Diese urbanen Hitzeinseln verstärken die Belastung während der Sommermonate und führen zu einer schlechteren Luftqualität, die insbesondere für vulnerable Bevölkerungsgruppen wie Senioren oder Menschen mit Atemwegserkrankungen problematisch ist.

2. Grüne Infrastruktur als Lösung

Um das Mikroklima zu verbessern und die Sommerhitze zu bekämpfen, ist die Förderung grüner Infrastruktur ein zentrales Konzept. Städte müssen mehr grüne Flächen schaffen und bestehende Grünflächen aufwerten, um die negativen Auswirkungen der sommerlichen Überhitzung zu mildern. Dachbegrünungen, begrünte Fassaden und Stadtbäume können dabei helfen, die Temperaturen zu regulieren, indem sie Schatten spenden, die Luftfeuchtigkeit erhöhen und das Verdunstungskühlungspotential aktivieren.

Ein prominentes Beispiel für dieses Konzept ist das Projekt „Grüne Metropole“ in Berlin, das großflächige Dachbegrünungsinitiativen und Baumpflanzungen umfasst. Auch die Schaffung von „grünen Korridoren“, die Stadt und Natur miteinander verbinden, ist eine wichtige Maßnahme zur Verbesserung des Mikroklimas. Diese Korridore fördern die Luftzirkulation und ermöglichen es, dass frische, kühlere Luft in die Stadt gelangt.

3. Wasserflächen als Kühlmaßnahme

Ein weiterer Ansatz zur Verbesserung des Mikroklimas ist die Integration von Wasserflächen in die Stadtgestaltung. Gewässer wie Teiche, Brunnen oder Kanäle haben eine kühlende Wirkung, indem sie durch Verdunstung die Umgebungstemperatur senken. Das Projekt „Wasser in die Stadt“ in Hamburg zeigt, wie Wasserflächen sowohl ästhetisch als auch funktional in die Stadt integriert werden können. Wasserflächen reflektieren nicht nur das Licht und tragen so zur Reduzierung der Wärmebelastung bei, sie schaffen auch lebenswerte Aufenthaltsräume, die zur Steigerung der Lebensqualität der Stadtbewohner beitragen.

4. Anpassung der Baustoffe und Oberflächenmaterialien

Neben grüner Infrastruktur und Wasserflächen spielt auch die Auswahl der Baustoffe eine wesentliche Rolle im urbanen Mikroklima. Dunkle, absorbierende Materialien wie Asphalt und Beton erhöhen die Temperaturen durch ihre geringe Albedo, während helle und reflektierende Oberflächen, wie sie bei der Verwendung von hellen Dächern oder reflektierenden Fassadenmaterialien zum Einsatz kommen, die Wärme stärker zurückwerfen. Eine Strategie, die zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist die Verwendung von sogenannten „cool roofs“ und „cool pavements“, die speziell entwickelt wurden, um die Wärmeaufnahme zu minimieren und den städtischen Raum zu kühlen.

5. Projektbeispiele und innovative Konzepte

Ein herausragendes Beispiel für die erfolgreiche Integration von Mikroklimamaßnahmen ist das Projekt „Paris Respire“, bei dem bestimmte Straßenabschnitte während der heißen Sommermonate für den motorisierten Verkehr gesperrt und den Fußgängern sowie Radfahrern überlassen werden. Dieser Ansatz fördert nicht nur die Kühlung durch die Reduzierung des Verkehrsaufkommens, sondern steigert auch die Lebensqualität und fördert eine nachhaltige Mobilität.

In Singapur verfolgt man einen innovativen Ansatz, der den Begriff „City in a Garden“ geprägt hat. Durch die Förderung von vertikalen Gärten und die Integration von Grünflächen in die Architektur sollen städtische Räume zu einem kühlen und nachhaltigen Lebensumfeld werden. Die „Gardens by the Bay“ oder das „Parkroyal on Pickering“-Hotel sind Beispiele für die Anwendung dieses Prinzips, bei dem Begrünungen nicht nur zur Verbesserung des Mikroklimas beitragen, sondern auch als ästhetische und funktionale Elemente in die städtische Gestaltung integriert sind.

6. Fazit: Der Weg in eine klimafreundliche Stadt

Die Gestaltung des urbanen Mikroklimas wird zu einem wesentlichen Bestandteil der modernen Stadtplanung und Landschaftsarchitektur. Angesichts der globalen Erwärmung und der zunehmenden Belastung durch Sommerhitze ist es unabdingbar, dass Städte durch grüne Infrastruktur, angepasste Baustoffe und innovative Konzepte wie grüne Korridore und Wasserflächen aktiv gegen die negativen Auswirkungen der sommerlichen Überhitzung vorgehen. Die Integration dieser Maßnahmen in die Stadtplanung fördert nicht nur ein angenehmes Mikroklima, sondern leistet auch einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Förderung nachhaltiger, lebenswerter Städte.

Für Fachleute aus der Stadtplanung und Landschaftsarchitektur ergibt sich hier eine klare Handlungsaufforderung: Die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung des Mikroklimas muss integraler Bestandteil jeder Stadtentwicklung sein. Nur so können Städte ihren Bewohnern ein gesundes, kühles und lebenswürdiges Umfeld bieten.

Mehr zu Beat the Heat erfahren Sie hier.

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G+L im Juli 2019: Prozesse

Sektorales Denken überwinden

Ein Projekt ohne Prozessgestaltung? Heutzutage kaum vorstellbar. Jeder Projektablauf muss von Anfang an geplant sein – realistisch, ökonomisch, und dennoch flexibel. Die Basis ist immer eine gute und kooperative Zusammenarbeit zwischen allen Projektbeteiligten. Wie diese aussehen kann und sollte, zeigen wir anhand beispielhafter Projekte und Gespräche. Redakteurin Tanja Gallenmüller stellt die Juli-Ausgabe 2019 der G+L vor.

Es geht um Prozesse in diesem Heft. Ums „Vorwärtsgehen“ also, so die Übersetzung des lateinischen Ursprungswortes procedere. Die Wege, ein Projekt erfolgreich voranzubringen sind unterschiedlich. Das übergreifende Ziel aber ist stets die Optimierung. Das heißt: Hürden aus dem Weg räumen und Reibungsverluste vermeiden, um zum bestmöglichen Ergebnis zu kommen. Wer täglich plant weiß, dass gerade die Zusammenarbeit mit vielen Projektbeteiligten und deren unterschiedlicher Interessen zu großen Reibungsverlusten führen kann.

Dass zu viele Köche den Brei aber nicht verderben müssen, sondern auch zu einem hochwertigen und vor allem langfristig akzeptierten Ergebnis führen können, zeigen wir in dieser Ausgabe. Darüber, was eine gute Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer ausmacht, unterhielten wir uns mit Andrea Gebhard, Partnerin im Münchner Büro mahl gebhard konzepte und Florian Hochstätter, Leiter des Münchner Gartenbaureferats. Vieles davon gilt auch für die Zusammenarbeit mit anderen Projektbeteiligten: Klare Regeln und Vereinbarungen sind ebenso wichtig wie die Kommunikation auf Augenhöhe und das damit verbundene gegenseitige Verständnis, das sich durch den regelmäßigen Austausch, auch projektunabhängig, noch verbessern ließe.

Was in der Theorie leicht klingt, kann in der Praxis mitunter schwer sein. Der Prozess, den das Weissbuch Stadtgrün durchläuft, zeugt davon. Die Herausforderung bei diesem Gemeinschaftswerk vieler Akteure liegt vor allem darin, das sektorale Denken zu überwinden. Nur so kann das vernetzte, ressourcenübergreifende Arbeiten, das das Weißbuch über seine Inhalte hinaus auszeichnet, sichergestellt werden. Das erfordert Offenheit, aber auch Mut, Neues zu wagen oder Altbewährtes auf den Kopf zu stellen. Die IBA Thüringen, oder das Projekt “Girona Vora” machen es vor.

Prozessoptimierung par excellence.

Das Vehikel IBA hilft dabei, neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu testen und diese Partnerschaften nicht als notwendiges Übel, sondern als wesentliche Grundlage zu verstehen – mit dem Ziel, das einst bei Touristen beliebte, nun aber von Leerstand gezeichnete Schwarzatal wieder zu beleben und zukunftsfähig zu machen. Dem Landschaftsarchitekten Mart. Franch gelang es gemeinsam mit dem Grünpflegeteam und Ökologen ganz ohne IBA und klassische Planung die ungenutzte Landschaft rund um die katalanische Stadt Girona zu einem multifunktionalen Freiraum zu entwickeln. Ohne starre Rollenverteilung diskutiert und realisiert das Team notwendige Maßnahmen direkt vor Ort. Das spart Zeit und Geld und führt dank der kontinuierlichen Zusammenarbeit, bei der jeder von den Kompetenzen des anderen profitiert, zu einem hochwertigen Ergebnis: Prozessoptimierung par excellence.

Apropos vorwärtsgehen: Das neue Online-Jobportal „New Monday“ des Callwey Verlags optimiert die Suche nach dem richtigen Job oder Mitarbeiter. Die intelligente Stellenbörse basiert auf einem Matching-Tool, das Arbeitgeber und Bewerber zusammenbringt, die wirklich zusammenpassen. Statt lange suchen zu müssen, werden Sie ab jetzt gefunden.

Sie wollen die aktuelle G+L bestellen oder einen Blick hineinwerfen? Hier geht’s zum Shop!

Letzten Monat ist unsere Mini-Serie Städte für Morgen zu Ende gegangen. Hier können Sie das Mini-Abo mit den Themen Nachhaltige Wohnquartiere, Tourismus und politische Freiräume erwerben.

Vandersanden Linge: Der Pflasterklinker für ambitionierte Projekte

Der große Pflasterklinker im Linge ®-Format von Vandersanden: Ruhige Ausstrahlung, Nachhaltigkeit und ein authentischer Charakter. Mehr dazu lesen Sie hier.

Vandersanden Linge – verschiedene Basisvarianten

Nachhaltigkeit und Authentizität haben sich als bleibende Trends in der Gestaltung des öffentlichen Raums etabliert. Das Linge®-Format von Vandersanden greift die aktuellen Entwicklungen auf und bietet dafür kreative Lösungen. Die Pflasterklinker im speziellen Großformat sorgen dabei für eine rustikale und ruhige Optik. Gleichzeitig decken sie den Nachhaltigkeitsaspekt bestens ab.

Nachhaltig durch Langlebigkeit

In den Nachbarländern bereits sehr erfolgreich, ist das außergewöhnliche Format auch in Deutschland immer mehr auf dem Vormarsch. Gerade für die Stadtarchitekten bietet es viele Facetten. Denn neben den verschiedenen Formaten unterscheiden sich die Steine auch durch ihre Eigenschaften. Vandersanden liefert sie in vier Basisvarianten, die jeweils über individuelle Merkmale verfügen:

Der Linge®-Pflasterklinker im Format 80/80 (L 245 x B 80 X H 80 mm) ist der robusteste Stein in dieser Serie. Er verfügt über drei besandete Seiten in Formback, die sich alle als Sichtseite eignen. So kann er bis zu drei Mal wiederverwendet werden und sorgt stets für ein einzigartiges und frisches Straßenbild.

Der Linge®-Pflasterklinker im Format 80/70 (L 245 x B 80 X H 70 mm) ist eine Spezialausführung mit einem nach hinten versetzen hohen Rand. Dieser verhindert unter anderem Absplitterungen bei schwerer Verkehrsbelastung. So behält der Straßenbelag sowohl Optik als auch Haptik.

Das Linge®-Format 80/60 (L 245 x B 80 X H 60 mm) hat eine geringere Höhe von 60 mm. So werden bei der Herstellung weniger Rohstoffe benötigt. Die geringe Höhe ist bei der Gestaltung von Plätzen, Bürgersteigen und Fahrradwegen mehr als ausreichend.

Der Linge®-Klinker im Format 60/80 (L 245 x B 60 X H 80 mm) ist der große und starke Bruder des klassischen Waalformats Riegel.

Durch das große Format der Linge ®-Steine von Vandersanden verringert sich die Anzahl der Fugen auf Plätzen, Straßen und Wegen. Der rustikale Look der Klinker verleiht ihnen eine authentische Ausstrahlung. Zudem untermauern ihre hohe Lebensdauer, die Wiederverwendbarkeit und die geringe Anzahl an Fugen das Nachhaltigkeitskonzept von Vandersanden. Die innovativen Klinker sind als Formback, Wasserstrich oder zum Teil auch als Strangpress sowie besandet oder unbesandet erhältlich.

Die innovativen Klinker sind als Formback, Wasserstrich oder zum Teil auch als Strangpress sowie besandet oder unbesandet erhältlich. Mehr Informationen finden Sie unter www.vandersandengroup.de.

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