Kühlleistung von Dachbegrünungen modellieren

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Ein von Ranken bedecktes Haus mit rotem Dach in Australien, fotografiert von Nameless Photos

Grüne Dächer sind längst mehr als ein urbanes Ornament: Sie sind Hightech-Klimalösungen, die das Mikroklima in Städten nachhaltig beeinflussen. Doch wie lässt sich die tatsächliche Kühlleistung von Dachbegrünungen verlässlich modellieren? Zwischen Daten, Simulation und Realität wartet ein faszinierendes Feld – und die Zukunft der klimaresilienten Stadtentwicklung.

  • Grundlagen und Bedeutung der Dachbegrünung für das Stadtklima
  • Methoden zur Modellierung der Kühlleistung – von klassischen Ansätzen bis zu modernen Simulationswerkzeugen
  • Einflussfaktoren: Substrat, Bepflanzung, Bauphysik und klimatische Rahmenbedingungen
  • Praxisbeispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
  • Grenzen und Herausforderungen bestehender Modelle
  • Innovative Ansätze: Digitale Zwillinge und Echtzeitsimulationen
  • Relevanz für die Stadtplanung, Bauleitplanung und Landschaftsarchitektur
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit und der Weg zur klimaresilienten Stadt

Warum kühlende Dächer mehr sind als grüne Kosmetik

Die Vorstellung, dass urbane Dachbegrünungen lediglich hübsches Beiwerk sind, gehört endgültig ins Reich der Legenden. Tatsächlich leisten sie einen essenziellen Beitrag zur Reduktion der sommerlichen Überhitzung in Städten. In dicht bebauten Quartieren, in denen Asphalt und Beton die Landschaft dominieren, wirken begrünte Dächer wie grüne Oasen am Horizont. Sie sorgen für Verdunstungskühlung, verbessern die Luftqualität, speichern Regenwasser und bieten Lebensraum für Flora und Fauna. Doch das eigentliche Wunder – die messbare Kühlleistung – bleibt für das menschliche Auge oft unsichtbar und lässt sich erst durch gezielte Modellierung und Simulation erfassen.

Die zentrale Aufgabe der Dachbegrünung besteht darin, die sogenannte Urban Heat Island Effect, also die städtische Wärmeinsel, abzumildern. In Städten wie Frankfurt, München oder Zürich ist dieser Effekt längst kein Randphänomen mehr, sondern eine alljährliche Herausforderung. Die Temperaturen in städtischen Zentren steigen um mehrere Grad Celsius höher als im Umland, mit teils dramatischen Folgen für Gesundheit, Wohnkomfort und Infrastruktur. Begrünte Dächer senken die Oberflächentemperatur deutlich ab – aber wie lässt sich dieser Effekt quantifizieren und steuern?

Planer, Architekten und Stadtverwaltungen stehen vor der Aufgabe, die Wirkung von Dachbegrünungen nicht nur zu postulieren, sondern belastbar zu belegen. Die Modellierung der Kühlleistung ist damit ein zentrales Werkzeug, um Investitionen, Förderprogramme und Bauleitplanung zielgerichtet zu steuern. Ohne präzise Simulationen bleibt die grüne Vision reine Theorie. Erst die Verbindung aus empirischen Messdaten, physikalischen Modellen und digitalen Zwillingen macht den echten Mehrwert sichtbar.

Dabei ist die Komplexität nicht zu unterschätzen: Die Kühlleistung hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab – angefangen bei Substrataufbau und Pflanzenwahl, bis hin zur Ausrichtung des Dachs, lokalen Wetterbedingungen und der umgebenden Bebauungsstruktur. Hinzu kommen dynamische Prozesse wie Verdunstung, Wärmestrahlung und Windströmungen. Wer hier einfach nur pauschale Werte ansetzt, verfehlt das Ziel der belastbaren Prognose.

Die Relevanz der Dachbegrünungsmodellierung reicht weit über ästhetische oder ökologische Aspekte hinaus. Sie wird zum strategischen Baustein einer klimaangepassten Stadtentwicklung. Nur wer die tatsächliche Wirkung kennt, kann kluge Entscheidungen treffen – sei es bei der Festlegung von Mindestflächen für Gründächer, der Priorisierung von Fördermitteln oder der Entwicklung integraler Quartierskonzepte.

Modellierungsmethoden: Von Faustformeln zu digitalen Zwillingen

Die Modellierung der Kühlleistung von Dachbegrünungen hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen. Während früher einfache Faustformeln oder Tabellenwerte dominierten, setzen Fachleute heute auf eine breite Palette an Methoden – von klassischen Energiebilanzen über numerische Simulationen bis hin zu hochdynamischen Urban Digital Twins. Doch welche Methode eignet sich für welchen Zweck, und wo liegen ihre Stärken und Schwächen?

Am Anfang standen vereinfachte Modelle, die auf festen Verdunstungsraten oder empirisch ermittelten Temperaturdifferenzen basierten. Diese Ansätze sind schnell und unkompliziert, liefern jedoch meist nur grobe Schätzungen. Für erste Machbarkeitsstudien oder die schnelle Kommunikation mit Entscheidungsträgern sind sie nach wie vor wertvoll. Doch sobald es um konkrete Planungen oder klimatische Prognosen geht, stoßen sie an ihre Grenzen.

Komplexere Modelle wie ENVI-met oder das Urban Weather Generator (UWG) nutzen dreidimensionale Simulationen, um die Interaktion zwischen Dachbegrünung, Gebäudehülle und städtischem Mikroklima realitätsnah abzubilden. Sie berücksichtigen Parameter wie Substratfeuchte, Pflanzendichte, Albedo, Verdunstungsleistung und Strahlungsbilanz. Die Ergebnisse sind deutlich genauer – erfordern jedoch eine präzise Eingabe der Randbedingungen sowie fundierte Kenntnisse in Modellierung und Bauphysik.

Ein Quantensprung gelang mit der Integration von Sensordaten und Echtzeit-Feedback. Smarte Gründächer sind heute mit Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren ausgestattet, die kontinuierlich Messwerte liefern. Diese Daten fließen direkt in die Modelle ein und erlauben eine ständige Kalibrierung. Besonders spannend wird es, wenn diese Technik mit Urban Digital Twins kombiniert wird: Hier entsteht ein digitales Abbild des Quartiers, in dem die Kühlleistung von Gründächern nicht mehr nur simuliert, sondern laufend optimiert werden kann.

Allerdings ist jede Modellierung nur so gut wie die zugrundeliegenden Annahmen und Daten. Gerade bei der Übertragung von Simulationswerten auf die gebaute Realität ist Vorsicht geboten. Unterschiedliche Softwarelösungen, teils proprietäre Algorithmen und unklare Datenquellen können zu erheblichen Abweichungen führen. Deshalb ist es entscheidend, die Modelle regelmäßig zu validieren und kritisch zu hinterfragen – und dabei die Ergebnisse stets im Kontext der lokalen Gegebenheiten zu interpretieren.

Die Auswahl der passenden Modellierungsmethode bleibt immer eine Frage des Maßstabs, der verfügbaren Ressourcen und des Projektziels. Während für großmaßstäbliche Stadtquartiere oft mit parametrischen Modellen gearbeitet wird, liefern detaillierte CFD-Simulationen (Computational Fluid Dynamics) besonders für einzelne Gebäude oder Dachflächen wertvolle Einblicke. Die Zukunft gehört jedoch eindeutig den vernetzten, lernenden Systemen, die Daten, Simulation und Planung zu einem dynamischen Gesamtbild verschmelzen.

Einflussfaktoren und Herausforderungen bei der Modellierung

Die Modellierung der Kühlleistung von Dachbegrünungen ist ein Paradebeispiel für die Komplexität urbaner Umweltprozesse. Bereits in der Phase der Datenerhebung tauchen erste Stolpersteine auf: Substrataufbau, Pflanzenarten, Pflegezustand und Dachneigung variieren von Projekt zu Projekt, und mit ihnen auch die Kühlwirkung. Ein extensiv begrüntes Dach mit Sedum-Arten liefert andere Ergebnisse als eine intensive Begrünung mit Stauden und Sträuchern. Wer hier mit Durchschnittswerten arbeitet, vereinfacht das System oft zu stark.

Ein weiterer zentraler Faktor ist der Wasserhaushalt des Daches. Die Verdunstungsleistung – also das eigentliche Kühlwunder – hängt direkt von der Feuchtigkeit im Substrat ab. In Trockenperioden sinkt die Kühlwirkung rapide, während sie nach kräftigen Regenfällen deutlich zunimmt. Moderne Modellierungsansätze berücksichtigen deshalb neben den klimatischen Eingangsdaten auch die aktuelle Substratfeuchte, die durch Sensorik oder Wetterdaten erfasst wird.

Auch die Umgebung spielt eine entscheidende Rolle. Begrünte Dächer wirken nicht im luftleeren Raum, sondern sind eingebettet in ein Geflecht aus Gebäuden, Straßen und Freiflächen. Verschattung, Luftströmungen, Reflektion und Wärmespeicherung beeinflussen die Messergebnisse erheblich. Wer die Wirkung eines einzelnen Gründaches modellieren will, muss deshalb immer auch das städtische Mikroklima im Blick behalten – und idealerweise mit interdisziplinären Teams aus Stadtklimatologen, Bauphysikern und Landschaftsarchitekten zusammenarbeiten.

Ein oft unterschätzter Aspekt ist die zeitliche Dynamik. Die Kühlwirkung eines Gründachs verändert sich im Tages- und Jahresverlauf. Mittags, wenn die Sonneneinstrahlung am intensivsten ist, erreicht die Verdunstung ihr Maximum. Nachts wirkt das Dach als Wärmespeicher und gleicht Temperaturschwankungen aus. Saisonale Veränderungen der Vegetation, Bewässerungskonzepte und Pflegeintervalle müssen in die Modelle einfließen, um realistische Prognosen zu ermöglichen.

Schließlich stellt die Qualität der Eingangsdaten eine besondere Herausforderung dar. Viele Planungsprozesse scheitern daran, dass exakte Informationen zu Substrataufbau, Bepflanzung oder Dachaufbau fehlen. Hier sind Kreativität und Erfahrung gefragt, um plausible Annahmen zu treffen und Unsicherheiten transparent zu kommunizieren. Die Zusammenarbeit mit Bauherrn, ausführenden Firmen und Stadtverwaltungen wird so zum kritischen Erfolgsfaktor – und zum Hebel für bessere, praxisrelevante Modelle.

Praxisbeispiele, innovative Ansätze und der Blick in die Zukunft

Die deutschsprachigen Länder gelten als Pioniere der Dachbegrünung – und trotzdem steckt die modellgestützte Bewertung ihrer Kühlleistung oft noch in den Kinderschuhen. Beispiele aus Hamburg, Wien und Zürich zeigen, wie unterschiedlich die Herangehensweisen sein können und wie viel Potenzial noch ungenutzt bleibt. In Hamburg etwa wurden im Rahmen des Projekts „BlueGreenStreets“ Sensoren auf ausgewählten Gründächern installiert, um Temperatur- und Feuchtedaten in Echtzeit zu erfassen. Die Ergebnisse flossen in Simulationsmodelle ein, die konkrete Empfehlungen für die Stadtentwicklung liefern – von der Ausweisung neuer Gründachflächen bis zur Steuerung von Bewässerungssystemen.

In Wien setzt die Stadtverwaltung auf eine Kombination aus ENVI-met-Simulationen und stadtweiten GIS-Daten, um Hitzeinseln zu identifizieren und gezielt durch Dachbegrünungsmaßnahmen zu entschärfen. Besonders spannend ist hier die Integration in die digitale Stadtplanung: Potenziale für Gründächer werden mit Förderprogrammen verknüpft und in Bebauungsplänen verankert. Auch Zürich geht innovative Wege und experimentiert mit Urban Digital Twins, die nicht nur die Kühlleistung von Einzelobjekten, sondern ganze Quartiere abbilden können. Hier werden Gebäudedaten, Klimamodelle und Verkehrsströme miteinander gekoppelt, um ein umfassendes Bild der städtischen Klimadynamik zu erhalten.

Die Grenzen der aktuellen Modelle sind dabei offensichtlich: Viele Ansätze bleiben auf einzelne Dächer beschränkt, vernachlässigen die Wechselwirkungen im Stadtraum oder sind zu stark auf spezifische Klimabedingungen zugeschnitten. Vor allem die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Städte oder Klimazonen ist häufig problematisch. Genau hier setzen die neuen Generationen digitaler Zwillinge an: Sie verknüpfen laufend aktualisierte Daten aus Sensorik, Wetterdiensten und Nutzerfeedback, um die Modelle in Echtzeit zu kalibrieren. Das eröffnet neue Möglichkeiten für die adaptive Steuerung von Bewässerung, die Priorisierung von Dachbegrünungsmaßnahmen und die Integration in Klimaanpassungsstrategien.

Besonders bemerkenswert ist der Trend hin zu offenen Plattformen und partizipativer Planung. Städte wie Basel oder München experimentieren mit Open-Source-Modellen, die es Planern, Bauherren und Bürgern ermöglichen, die Wirkung von Gründächern selbst zu simulieren. Dadurch entsteht nicht nur mehr Transparenz, sondern auch eine neue Dynamik im Dialog zwischen Verwaltung, Wissenschaft und Praxis.

Der Blick in die Zukunft zeigt: Die Modellierung der Kühlleistung von Dachbegrünungen wird zum zentralen Baustein einer klimaresilienten Stadtentwicklung. Sie verbindet Bauphysik, Landschaftsarchitektur und digitale Technologien zu einem integralen Ganzen. Wer hier frühzeitig auf innovative Methoden und interdisziplinäre Zusammenarbeit setzt, verschafft sich einen entscheidenden Vorsprung – nicht nur im Kampf gegen die städtische Überhitzung, sondern auch bei der Entwicklung lebenswerter, zukunftsfähiger Quartiere.

Fazit: Gründächer modellieren heißt Stadtklima gestalten

Die Kühlleistung von Dachbegrünungen zu modellieren ist weit mehr als eine akademische Fingerübung oder eine technische Spielerei. Sie ist ein Schlüsselinstrument für die klimaresiliente Transformation unserer Städte. In einer Zeit, in der sommerliche Hitzeperioden, Starkregen und Luftverschmutzung zur täglichen Realität gehören, liefern präzise Modelle nicht nur Argumente für Investitionen, sondern auch Werkzeuge für die Planung der Stadt von morgen.

Was heute noch als innovative Nische erscheint, wird in wenigen Jahren zum Standard für Bauleitplanung, Quartiersentwicklung und Stadtklimamanagement gehören. Die Modellierung der Kühlleistung von Gründächern verbindet empirisches Wissen, digitale Technologien und kreative Planung zu einer neuen Qualität urbaner Resilienz. Sie schafft Transparenz, ermöglicht adaptive Strategien und macht die Wirkung grüner Infrastruktur endlich sichtbar und steuerbar.

Doch der Weg dorthin erfordert Mut, Offenheit und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Es braucht den Schulterschluss zwischen Planern, Bauphysikern, Softwareentwicklern und Verwaltungen, um die Möglichkeiten moderner Modellierung voll auszuschöpfen. Wer sich auf diese Reise einlässt, wird mit Erkenntnissen belohnt, die weit über die reine Technik hinausgehen – und die Zukunft der Stadtentwicklung aktiv mitgestalten.

Garten und Landschaft bleibt an der Spitze dieser Entwicklung: Mit fachlicher Tiefe, klarem Blick für die Praxis und dem Anspruch, das Beste aus Wissenschaft und Stadtplanung zu verbinden. Denn eines ist klar: Die Stadt von morgen wächst nicht nur in die Höhe – sie kühlt, sie lebt und sie denkt. Gründächer modellieren heißt, Zukunft bauen.

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Die Ausstellung Nordic Urban Spaces in den Nordischen Botschaften Berlin zeigt nordische Architektur und Städtebau. Die Ausstellung ist noch bis zum 28. September zu sehen. 

Wie gutes skandinavisches Design fallen auch die Stadtgestaltungsprojekte der Ausstellung„Nordic Urban Spaces“ in Berlin durch zurückhaltende, markante Formen und pragmatische Ansätze auf. Es sind keine Zweckbauten. Ihre Planer haben die Herausforderung angenommen über den reinen Nutzwert hinaus Mehrwert zu schaffen, sei es gestalterisch, funktional, ökologisch, energetisch oder partizipativ. Ein simples Beispiel dafür ist die 2014 eröffnete „Cykelslangen”, eine 230 Meter lange und vier Meter breite Fahrradrampe. Die schlanke, stählerne Brücke schlängelt sich durch den Kopenhagener Hafen. Die Konstruktion des Kopenhagener Büros Dissing+Weitling architecture ermöglicht Radfahrern den Bereich am Fisketorvet-Einkaufszentrum zügig zu durchqueren, ohne dabei mit den Fußgängern in Konflikt zu geraten. Neben dem Erlebnis die Rampe komplett für sich zu haben, eröffnet sie Radfahrern dabei einen spektakulären Ausblick über den Hafen. Zwischen den modernen Gebäudefassaden und über der Wasserfläche liegt sie als ikonisches Gestaltungselement.

Best-Practice

Wesentlich eindrücklicher als die sparsam beschriebenen Fotos, Pläne und Schemata auf Tafeln vermitteln an eine Wand projizierte Videos die Projektinhalte. Sie erlauben, auch dank Kopfhörer, in die teils sehr atmosphärischen und gut erläuterten Imagevideos einzutauchen. Schade, mehr davon hätte der Ausstellung gutgetan, um die Essenz der Planungen schneller zu erfassen. Als aktuelle Sammlung skandinavischer Best-Practice-Beispiele ist die Projektschau aber unbedingt besuchenswert.

In Kooperation mit dem Institut für Stadt- und Regionalplanung der TU Berlin zeigen die Nordischen Botschaften in Berlin noch bis 28. September 41 Projekte unterschiedlichen Maßstabs: städtebauliche Planungen, Parks und Uferpromenaden, Brücken, öffentliche Gebäude, Wohnungsbau und U-Bahnstationen sind darunter. Aber auch Beispiele für Partizipation und ökologische Initiativen für Erwachsene und Kinder. Gemeinsam haben sie, dass die Konzepte in Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark oder Island großteils schon realisiert wurden oder manche noch umgesetzt werden sollen.

Wichtige Antworten

Wo: Nordische Botschaften, Rauchstraße 1, 10787 Berlin

Wann: 6. Juni bis 28. September 2018, Montag bis Freitag 10–19.00 Uhr, Samstag und Sonntag: 11-16.00 Uhr

 

Der Deutsche Städtebaupreis 2025 sucht nach innovativen, zukunftsweisenden Projekten. Die Bewerbung ist bis zum 30.09.2024 möglich.
Der Deutsche Städtebaupreis 2025 sucht nach innovativen, zukunftsweisenden Projekten. Die Bewerbung ist bis zum 30.09.2024 möglich.

Der mit 25.000 Euro dotierte Deutsche Städtebaupreis dient schon seit 40 Jahren der Förderung einer zukunftsweisenden Planungs- und Stadtbaukultur. Bis zum 30. September können sich Interessierte für den Deutschen Städtebaupreis 2025 bewerben. Das Thema des Sonderpreises 2025: „Umbaukultur in der zirkulären Stadt“.

Der Deutsche Städtebaupreis, ausgelobt von der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) und gefördert von der Wüstenrot Stiftung, prämiert städtebauliche Projekte, die sich durch nachhaltige, innovative Beiträge zur Stadtbaukultur auszeichnen. Die Projekte sollen den aktuellen Anforderungen an zeitgemäße Lebensformen Rechnung tragen. Zudem sollen sie Herausforderungen an die Gestaltung des öffentlichen Raums, dem sparsamen Ressourcenverbrauch sowie Verpflichtungen gegenüber der Orts- und Stadtbildpflege gerecht werden.

Als Ideengenerator gilt der begehrte Sonderpreis, der besonders dringliche Handlungsfelder im Städtebau und der Stadtplanung betont. Beim Deutschen Städtebaupreis 2025 lautet das Thema dieses Preises „Umbaukultur in der zirkulären Stadt“. Die Bewerbung ist vom 1. April bis 30. September 2024 möglich.

Das Gesamtkonzept zählt

Der Deutsche Städtebaupreis ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert. Er wird schon seit über 40 Jahren verliehen und soll so eine innovative Planungs- und Stadtbaukultur in Deutschland fördern. Bewerbungen sind ab jetzt bis Ende September unter www.staedtebaupreis.de möglich.

Die Auslobung des Städtebaupreises bietet eine gute Gelegenheit, Projekte einem breiten Publikum zu präsentieren und sich mit Expert*innen und Fachleuten auszutauschen. Die Bekanntgabe der prämierten Projekte erfolgt im Rahmen einer Oscar-inspirierten Preisverleihung im Mai 2025 in der Berliner Akademie der Künste.

Teilnehmende Projekte müssen nach dem 1. Januar 2019 an Orten in der Bundesrepublik Deutschland realisiert worden sein. Dabei dürfen Konzeption und Entwurf weiter zurückliegen. Auch teilrealisierte Projekte können am Deutschen Städtebaupreis 2025 teilnehmen, wobei es möglich sein muss, von den realisierten Abschnitten auf das Gesamtkonzept zu schließen.

Die Bewerbung muss bis zum 30. September 2024 (Datum des Poststempels) eingehen. Teilnehmen können freischaffende und angestellte Stadtplaner*innen, Architekt*innen, Landschaftsarchitekt*innen sowie öffentliche und private Planungsträger*innen. Bewerber*innen müssen ihr Projekt online registrieren und die erforderlichen Unterlagen für die jeweilige Preiskategorie einreichen.

Verkündung des Deutschen Städtebaupreises 2025 im Mai

Die Jury des Deutschen Städtebaupreises 2025 wird die eingereichten Projekte nach ihrer stadtfunktionalen, stadträumlichen, sozialen und architektonischen Qualität bewerten. Zudem blickt sie darauf, inwieweit Projekte ein Gebiet für die dort wohnenden und arbeitenden Menschen verbessern. Siegerprojekte basieren auf integrierten Konzepten und einer beispielhaften Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Akteuren. Auch der Prozess einer gelungenen Kooperation fließt in die Bewertung mit ein.

Die folgenden Preiskategorien gibt es beim Deutschen Städtebaupreis 2025:

  • Deutscher Städtebaupreis: 15.000 Euro
  • Sonderpreis„Umbaukultur in der zirkulären Stadt“: 5.000 Euro
  • Bis zu fünf Auszeichnungen à 1.000 Euro
  • Belobigungen

Die Preisträger*innen, Ausgezeichneten und Belobigten erhalten als Zeichen der besonderen Anerkennung eine Urkunde im Rahmen der Festveranstaltung im Mai 2025. Sowohl die Siegerarbeiten als auch die anderen eingereichten Arbeiten werden im Rahmen einer bundesweiten Wanderausstellung und einer Dokumentation der Öffentlichkeit präsentiert. Die Preise werden in der Regel ungeteilt vergeben.

Mutige Akteur*innen gesucht

Der Sonderpreis des Deutschen Städtebaupreises ist besonders beliebt und hat oft eine impulsgebende Wirkung. Er dient als Ideengenerator und akzentuiert dringliche Handlungsfelder im deutschen Städtebau. Unter dem Titel „Umbaukultur in der zirkulären Stadt“ zeichnet er im Jahr 2025 Stadtbausteine aus, die städtebauliche Wandlungsfähigkeit zeigen und neue Impulse für das Quartier setzen.

Zu oft werden Nutzungen und Infrastrukturen aufgegeben. Sie hinterlassen Stadtbausteine, die auf den ersten Blick „sperrig“ erscheinen. Zugleich beinhalten sie aber auch vielfältige, meist unentdeckte Potenziale für die Umbaukultur in der zirkulären Stadt. Das können zum Beispiel leerstehende Kaufhäuser und Bürokomplexe, ehemalige Parkhäuser, aufgelassene Stadtautobahnen oder Gasthäuser im Dorf sein.

Der Preis fragt, wie durch eine Umbaukultur städtebauliche Impulse entstehen und welchen Beitrag Konzepte leisten können, um Monofunktionalität zu durchbrechen und die Gestaltungsqualität von Quartieren zu verbessern. Besonders wichtig ist, dass das Siegerprojekt das Konzept der zirkulären Stadt konkret umsetzt.

Der Deutsche Städtebaupreis 2025 formuliert den Aufruf für Bewerbungen auf den Sonderpreis wie folgt: „Wir suchen neue Blicke auf die Begabungen von Gebäuden und der gebauten Umwelt, mutige Akteur:innen in den Prozessen des Städtebaus sowie innovative Planungs-, Finanzierungs- und Umsetzungsmodelle. Willkommen sind Projekte, die bereits fertiggestellt oder soweit fortgeschritten sind, dass die zu erwartenden Impulse für das Quartier erkennbar sind.“

Der Sonderpreis sucht nach Vorzeigebeispielen für die Umbaukultur in der zirkulären Stadt. Credit: Josh Power
Der Sonderpreis sucht nach Vorzeigebeispielen für die Umbaukultur in der zirkulären Stadt. Credit: Josh Power

Münchner Werksviertel gewann 2023

Die erste Jurysitzung für den Deutschen Städtebaupreis 2025 wird im November 2024 stattfinden, gefolgt von der Bereisung der Projekte durch die Jury im November und Dezember. Im Januar 2025 folgt eine zweite Jurysitzung und die Entscheidung wird Mitte Februar beim Berlin-Symposium getroffen.

Die Jury des Deutschen Städtebaupreises 2025 setzt sich wie folgt zusammen:

  • Juryvorsitzender: Dipl.-Ing. Tim von Winning, Bürgermeister für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt, Ulm
  • Dr. Thomas Drachenberg, Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum
  • Sabine Müller, SMAQ Architektur und Stadt, Berlin
  • Marie-Theres Okresek, bauchplan ).( landschaftsarchitekten und stadtplaner
  • -Ing. Jórunn Ragnarsdóttir, LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei, Stuttgart
  • PD Dr. Anja Reichert-Schick, Wüstenrot Stiftung, Ludwigsburg
  • -Ing. Monika Thomas, Präsidentin DASL, Hamburg und Ständiger Gast für den Wissenschaftlichen Beirat
  • Dr. Christina Simon-Philipp, Hochschule für Technik Stuttgart

Der Deutsche Städtebaupreis wird seit 1980 alle zwei Jahre vergeben. Er hat einen ganzheitlichen Anspruch und fordert die Teilnehmenden so heraus, wegweisende, interdisziplinäre und weitsichtige Projekte zu entwickeln, die den Ansprüchen der Gesellschaft entsprechen und diese zugleich formen.

Der letzte Deutsche Städtebaupreis ging im Jahr 2023 nach München und ehrte das Werksviertel, ein Projekt, das auf Grundlage des Bestands ein buntes Nebeneinander unterschiedlicher Nutzungen generiert. Der Ort soll zu allen Tages- und Nachtzeiten belebt werden und hat dabei einen experimentellen Charakter.

Mehr zum Münchner Werksviertel lesen Sie hier.