Wie Städte sich entwässern – Techniken zwischen Dezentralisierung und Systemlogik

Verregnete Straße in einer Stadt als Symbol für urbane Entwässerung und Starkregenmanagement zwischen Dezentralisierung und Systemlogik.
Nasse Straßenoberfläche verdeutlicht, wie moderne Stadtentwässerung Wasser lenkt, Schäden verhindert und urbane Lebensqualität sichert.

Regen, Starkregen, Trockenperioden – Städte stehen im 21. Jahrhundert vor enormen Herausforderungen, wenn es um das Thema Entwässerung geht. Wie kann eine urbane Landschaft das Wasser intelligent lenken, Schäden verhindern und gleichzeitig eine lebenswerte Umgebung schaffen? Die Antwort liegt in einem faszinierenden Spannungsfeld zwischen dezentralen Lösungen, systemischer Infrastruktur und urbaner Innovationskraft. Willkommen in der Welt moderner Stadtentwässerung, wo Technik, Ökologie und Stadtgestaltung zu einer neuen Disziplin verschmelzen.

  • Die Bedeutung urbaner Entwässerungssysteme für die klimatische Resilienz und Lebensqualität in Städten
  • Historische Entwicklung und Paradigmenwechsel: Von der zentralisierten Kanalisation zu dezentralen, multifunktionalen Lösungen
  • Zentrale Techniken der Stadtentwässerung: Siedlungswasserwirtschaft, Schwammstadt-Prinzip, blau-grüne Infrastruktur
  • Systemlogik versus Dezentralisierung: Zielkonflikte, Synergien und innovative Ansätze
  • Praxisnahe Beispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – von Regenwasserbewirtschaftung bis Retentionsdach
  • Technische, rechtliche und gesellschaftliche Herausforderungen bei der Transformation urbaner Entwässerungskonzepte
  • Wechselwirkung zwischen Stadtplanung, Landschaftsarchitektur und Wasserwirtschaft
  • Ausblick: Digitale Tools, Monitoring und die Rolle von Daten für eine zukunftsfähige Stadtentwässerung

Stadtentwässerung im Wandel: Historische Grundlagen und neue Herausforderungen

Die Entwässerung von Städten ist kein neues Thema, sondern reicht bis in die Antike zurück. Bereits die Römer bauten komplexe Kanalsysteme, um Regen- und Abwasser aus den Siedlungen zu leiten. Über Jahrhunderte hinweg wurde die Kanalisation als der Königsweg angesehen: Wasser musste so schnell und effizient wie möglich aus dem Siedlungsraum entfernt werden, um Hygiene zu gewährleisten und Überschwemmungen zu verhindern. Doch diese Logik stößt im 21. Jahrhundert an ihre Grenzen. Starkregenereignisse, zunehmende Flächenversiegelung und der Klimawandel setzen klassische Systeme unter Druck. Die Folgen sind sichtbar: Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller und gestresste Kläranlagen gehören mittlerweile zum urbanen Alltag.

Die Ursache liegt weniger in der Technik als vielmehr im Paradigma. Zentrale Systeme, die auf schnelle Ableitung setzen, sind starr und wenig anpassungsfähig. In einer dynamischen, verdichteten Stadtstruktur mit immer neuen Anforderungen – etwa an Aufenthaltsqualität, Begrünung und Klimaanpassung – braucht es neue Antworten. Genau hier beginnt der Paradigmenwechsel: Weg von der eindimensionalen Ableitung, hin zu multifunktionalen, dezentralen Lösungen, die Wasser als Ressource begreifen. Der Begriff der Schwammstadt ist dabei mehr als ein urbanes Buzzword. Er steht für eine Philosophie, die Wasser zurückhält, verdunsten lässt, speichert und nutzbar macht.

Doch die Transformation ist komplex. Sie erfordert ein neues Zusammenspiel von Siedlungswasserwirtschaft, Stadtplanung und Landschaftsarchitektur. Es geht nicht nur um Rohre und Kanäle, sondern um die Integration von Retentionsflächen, Versickerungsmulden, grünen Dächern und offenen Wasserläufen in die urbane Textur. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Steuerung, Monitoring und Wartung. Technischer Fortschritt, gesellschaftliches Umdenken und politische Weichenstellungen gehen Hand in Hand.

Die Herausforderungen dabei sind immens: Wie lassen sich zentralisierte Infrastrukturen mit dezentralen Elementen kombinieren? Wie werden Verantwortlichkeiten geregelt, wenn private und öffentliche Flächen ineinandergreifen? Und wie gelingt es, Akzeptanz für sichtbares Wasser in einer Gesellschaft zu schaffen, die jahrzehntelang auf Verdrängung gesetzt hat? Jede Antwort darauf prägt die Stadt der Zukunft.

Fest steht: Die Entwässerung ist längst kein rein technisches Fachgebiet mehr. Sie ist ein Schmelztiegel, in dem Ökologie, Stadtgestaltung, soziale Fragen und Technik miteinander verwoben werden. Nur wer diese Komplexität versteht und gestaltet, kann Städte wirklich zukunftsfähig machen.

Techniken zwischen Systemlogik und Dezentralisierung: Das neue Repertoire urbaner Entwässerung

Die moderne Stadtentwässerung bedient sich eines beeindruckenden Werkzeugkastens, der weit über das klassische Kanalnetz hinausgeht. Im Zentrum steht die Balance zwischen systemischer Logik – also dem integrierten Netz aus Kanälen, Rückhaltebecken und Kläranlagen – und dezentralen Elementen, die Wasser lokal aufnehmen, speichern oder verdunsten lassen. Der Clou: Erst das Zusammenspiel beider Ansätze macht Städte resilient gegen die Herausforderungen des Klimawandels.

Kernstück der Systemlogik bleibt das Kanalisationsnetz. Es sichert die geordnete Ableitung von Schmutz- und Regenwasser, schützt die öffentliche Gesundheit und bildet das Rückgrat der urbanen Wasserwirtschaft. Doch die Belastungsgrenzen sind erreicht. Starkregenereignisse führen zu hydraulischen Überlastungen, Mischwasserentlastungen belasten Flüsse, und der Ausbau stößt an finanzielle wie räumliche Grenzen. Hier setzen dezentrale Techniken an: Sie entlasten das Gesamtsystem, indem sie das Wasser dort zurückhalten, wo es anfällt.

Zu den wichtigsten dezentralen Elementen gehören Mulden, Versickerungsflächen, Retentionsdächer und Zisternen. Sie speichern Regenwasser temporär, lassen es verdunsten oder versickern und schaffen damit Pufferräume im urbanen Wasserkreislauf. Gründächer haben dabei eine doppelte Funktion: Sie verbessern das Mikroklima, bieten Lebensraum für Biodiversität und verzögern gleichzeitig den Abfluss in die Kanalisation. Auch offene Wasserflächen wie Regenwassergärten oder Bäche in der Stadt übernehmen zunehmend wichtige Rollen – sowohl für die Wasserbewirtschaftung als auch für die Aufenthaltsqualität.

Ein Paradebeispiel ist das Schwammstadt-Prinzip. Es verfolgt das Ziel, so viel Regenwasser wie möglich im Stadtgebiet zu halten und nutzbar zu machen. Flächen werden entsiegelt, Wasserläufe reaktiviert, Bäume verstärkt gepflanzt und Grünzüge vernetzt. Gleichzeitig entstehen neue Formen der Retention: Multifunktionale Plätze, die bei Starkregen als temporäre Speicher dienen, oder Parkanlagen, die zu saisonalen Rückhaltebecken werden. Die Technik tritt dabei zunehmend in den Hintergrund – gefragt ist die Integration in Gestaltung, Nutzung und Infrastruktur.

Dennoch bleibt die Steuerung eine anspruchsvolle Aufgabe. Moderne Sensorik, digitale Monitoring-Systeme und smarte Steuerungen werden immer wichtiger. Sie ermöglichen es, Abflüsse zu messen, Speicherstände zu überwachen und bei Bedarf gezielt Maßnahmen zu steuern. So wird die Stadt selbst zum lernenden System, das flexibel auf Wetterereignisse reagiert. Die Herausforderung: Technische Exzellenz muss mit planerischer und gestalterischer Intelligenz kombiniert werden.

Praxis aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: Zwischen Innovation und Realitätsschock

Wie sieht das in der Praxis aus? Ein Blick auf aktuelle Projekte in Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigt: Die Transformation urbaner Entwässerung ist längst im Gange – aber sie verläuft nicht ohne Reibungsverluste. Während einige Städte ehrgeizige Schwammstadt-Konzepte umsetzen, kämpfen andere noch mit bürokratischen Hürden oder mangelnder Akzeptanz.

Berlin etwa setzt mit dem Programm „Klimafreundliche Regenwasserbewirtschaftung“ Maßstäbe. Hier werden neue Quartiere von vornherein so geplant, dass Regenwasser nicht in die Kanalisation, sondern auf dem Grundstück versickert oder gespeichert wird. Gründächer, Mulden-Rigolen-Systeme und offene Wasserflächen sind Standard. Die Folge: Auch bei Starkregen bleibt die Stadt trocken – und gewinnt gleichzeitig an Lebensqualität.

Wien wiederum verfolgt mit dem „Blau-grünen Infrastrukturkonzept“ einen integrativen Ansatz. Hier werden Entwässerung, Freiraumgestaltung und Klimaadaption als Einheit gedacht. Die Donauinsel fungiert als riesiger Retentionsraum bei Hochwasser, während in innerstädtischen Parks Versickerungsmulden und künstliche Bachläufe für Abkühlung sorgen. Das Ergebnis: Eine Stadt, die Wasser nicht fürchtet, sondern nutzt.

Auch Zürich setzt auf Innovation: Im neuen Stadtteil Greencity wurden sämtliche Gebäude mit Retentionsdächern und Zisternen ausgestattet. Regenwasser wird gesammelt, für die Bewässerung verwendet oder langsam in den Boden abgegeben. Digitale Steuerungen sorgen dafür, dass die Systeme optimal arbeiten – und liefern wertvolle Daten für die Stadtplanung. Doch nicht alles läuft reibungslos: Rechtliche Unsicherheiten, Verantwortungsfragen und Zielkonflikte mit anderen Nutzungen bremsen die Umsetzung.

In kleineren Städten wie Solingen oder Graz zeigt sich, dass auch mit begrenzten Mitteln viel erreicht werden kann – vorausgesetzt, es gibt den politischen Willen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Entscheidend ist, dass Entwässerung nicht länger als „unsichtbare“ Infrastruktur betrachtet wird, sondern als gestaltbarer Teil der Stadtentwicklung. Nur dann entstehen Lösungen, die Technik, Ökologie und Nutzung intelligent verbinden.

Herausforderungen, Synergien und Zukunftstrends: Wo geht die Reise hin?

So vielversprechend die neuen Techniken sind – die Umsetzung bleibt eine Herausforderung. Zentrale Problempunkte liegen in der Schnittstelle zwischen Systemlogik und Dezentralisierung. Wer ist verantwortlich, wenn ein privates Gründach nicht funktioniert? Wie werden Wartung, Kontrolle und Finanzierung geregelt, wenn Wasserinfrastrukturen auf viele Akteure verteilt sind? Und wie kann gewährleistet werden, dass dezentrale Maßnahmen tatsächlich einen Beitrag zur Resilienz des Gesamtsystems leisten?

Die Antwort liegt in neuen Governance-Modellen. Städte entwickeln zunehmend Leitfäden, Förderprogramme und rechtliche Instrumente, um die Verantwortlichkeiten zu klären. Gleichzeitig entstehen digitale Tools, die Monitoring und Steuerung erleichtern. Urban Data Platforms, Sensorik und Geoinformationssysteme werden unverzichtbar, um die Vielzahl dezentraler Maßnahmen zu erfassen und sinnvoll zu integrieren. Die Stadt der Zukunft wird damit zum digitalen, lernenden Organismus – vorausgesetzt, die Datenbasis stimmt und alle Akteure ziehen an einem Strang.

Ein weiteres Thema sind Nutzungskonflikte: Wo Wasser zurückgehalten wird, entsteht zeitweise Nässe – was nicht immer mit der gewünschten Nutzung eines Platzes oder Parks vereinbar ist. Hier sind kreative Lösungen gefragt. Multifunktionale Flächen, die im Alltag als Spielplatz dienen und bei Starkregen zum Rückhaltebecken werden, sind Paradebeispiele für diese neue Planungskultur. Die Kunst besteht darin, Technik und Gestaltung so zu verbinden, dass Synergien entstehen – und keine Akzeptanzprobleme.

Auch der rechtliche Rahmen muss weiterentwickelt werden. Die Anpassung der Bauordnungen, die Entwicklung von Standards für Regenwasserbewirtschaftung und die Integration in städtebauliche Verträge sind entscheidende Hebel. Nur wenn Recht, Technik und Planung Hand in Hand gehen, kann die Transformation gelingen.

Last but not least: Die gesellschaftliche Dimension darf nicht unterschätzt werden. Sichtbares Wasser im Stadtraum, temporäre Pfützen oder überschwemmte Flächen erfordern ein neues Verständnis von Urbanität. Hier sind Kommunikation, Partizipation und Bildung gefragt. Die Stadtentwässerung der Zukunft ist nicht nur eine Frage der Technik, sondern auch der Akzeptanz und des gesellschaftlichen Lernens.

Ausblick: Digitalisierung, Daten und die Zukunft urbaner Entwässerung

Kaum ein Bereich der Stadtentwicklung profitiert derzeit so sehr vom digitalen Wandel wie die urbane Entwässerung. Datenbasierte Systeme, intelligente Sensorik und Simulationen eröffnen völlig neue Möglichkeiten. Digitale Zwillinge – realitätsnahe, dynamische Stadtmodelle – ermöglichen es, die Auswirkungen von Regenereignissen in Echtzeit zu simulieren, Maßnahmen zu evaluieren und Szenarien zu entwickeln. Die Steuerung von Rückhaltebecken, die Überwachung von Speicherständen oder die Optimierung von Gründach-Bewässerung werden so zur datengetriebenen Disziplin.

Doch die Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Sie entfaltet ihr Potenzial nur, wenn sie in eine kluge Gesamtstrategie eingebettet ist. Es gilt, die Fülle an Daten sinnvoll zu nutzen, ohne die Komplexität aus dem Auge zu verlieren. Interdisziplinäre Teams, die Stadtplanung, Informatik, Wasserwirtschaft und Landschaftsarchitektur vereinen, sind dabei der Schlüssel zum Erfolg. Nur so entstehen Lösungen, die technisch machbar, gestalterisch hochwertig und gesellschaftlich akzeptiert sind.

Ein zentrales Zukunftsthema ist die Kopplung von Stadtentwässerung mit anderen urbanen Infrastrukturen: Energie, Mobilität, Grünflächenmanagement und Klimaschutz. Die Stadt als System zu denken, bedeutet, Schnittstellen zu schaffen und Synergien zu nutzen. Regenwasser kann Energie liefern, zur Bewässerung dienen oder Mikroklimate verbessern – vorausgesetzt, die Planung ist vorausschauend und integrativ.

Schließlich bietet die Digitalisierung auch neue Möglichkeiten für Partizipation und Transparenz. Visualisierungen, interaktive Karten und offene Datenplattformen machen komplexe Zusammenhänge verständlich und laden Bürger zur Mitgestaltung ein. Die Stadtentwässerung der Zukunft ist damit nicht nur smarter, sondern auch demokratischer – vorausgesetzt, der Wille zur Offenheit ist vorhanden.

Fest steht: Die Herausforderungen wachsen, aber die Werkzeuge werden immer besser. Wer jetzt auf innovative Entwässerungskonzepte, digitale Steuerung und integrative Planung setzt, macht Städte resilienter, lebenswerter und bereit für die Klimaherausforderungen der nächsten Jahrzehnte.

Fazit: Die Stadt entwässert – und gestaltet sich neu

Die Entwässerung von Städten ist im Umbruch. Zentrale Kanalsysteme und dezentrale grün-blaue Infrastrukturen bilden heute ein neues, vielschichtiges Geflecht urbaner Wasserbewirtschaftung. Der Paradigmenwechsel vom schnellen Ableiten hin zum klugen Speichern, Nutzen und Verdunsten ist in vollem Gange. Dabei entstehen Herausforderungen, aber vor allem enorme Chancen für Stadtplanung, Landschaftsarchitektur und Wasserwirtschaft.

Wer die Techniken, rechtlichen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Dynamiken versteht, kann Städte nicht nur vor Starkregen und Trockenheit schützen, sondern sie auch lebenswerter, vielfältiger und resilienter machen. Die Entwässerung wird dabei zum Impulsgeber für eine neue Stadtgestaltung, in der Technik, Ökologie und Urbanität Hand in Hand gehen. Mit digitalen Tools, intelligenten Konzepten und interdisziplinärer Zusammenarbeit lässt sich die urbane Wasserzukunft gestalten – nachhaltig, innovativ und voller Möglichkeiten.

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Hochschule auf der Landesgartenschau 2020

Die Hochschule Weihenstephan-Trierdorf wird an der Landesgartenschau in Ingolstadt 2020 einen Themengarten unterhalten. Der Entwurf dazu stammt von Studierenden der landschaftsarchitektonischen Fakultät. 

Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf wird 2020 auf der Landesgartenschau in Ingolstadt mit einem Ausstellungsbeitrag vertreten sein. Studierende der Fakultät Landschaftsarchitektur erstellten im Rahmen des Wahlpflichtfachs Design and Construction Entwürfe für die Gestaltung des hochschuleigenen Themengartens.

Die Studierenden stellten ihre Entwürfe am 29. Mai der Jury vor. Die Jury, bestehend aus dem Präsidenten Prof. Dr. Eric Veulliet, den betreuenden Professoren Prof. Ingrid Schegk, Prof. Dr. Thomas Brunsch sowie Prof. Dr. Matthias Drösler als Vertreter der forschungsaktiven Professoren wählten den geeignetsten Entwurf für die Umsetzung aus.

Klara Faistauer und Joshua Lenze (Studiengang Landschaftsbau & -Management) überzeugten mit dem Konzept ClimateMove – Applied Sciences for Future.

Leistungsphase 2 Hoai: Bedeutung und Anwendung einfach erklärt

Eine professionelle Planungsszene im Freiraum zum Thema Leistungsphase 2 Hoai
Detailarbeit am Reißbrett: Planung eines Landschaftsprojekts auf Papier. Foto: d_mccullough / Unsplash

Wer ein Gebäude plant, saniert oder betreut, kommt an der Leistungsphase 2 der HOAI nicht vorbei. Sie ist die Phase, in der aus einer Bauaufgabe ein erstes konkretes Konzept wird: Hier entwickeln Landschaftsarchitekten, Architekten und Ingenieure die grundlegenden Lösungsansätze, wägen Varianten ab und legen den inhaltlichen Kurs für das gesamte Projekt fest. Was in der Vorplanung entschieden wird, prägt alle nachfolgenden Phasen bis zur Ausführung.

  • Was die Leistungsphase 2 HOAI inhaltlich umfasst und wie sie sich von benachbarten Phasen abgrenzt
  • Welche Leistungen zur Vorplanung gehören und was als besondere Leistung gilt
  • Welche Rolle die Leistungsphase 2 in der Landschaftsarchitektur und Freiraumplanung spielt
  • Wie das Honorar für die Vorplanung berechnet wird und welche Bewertungsgrundlagen gelten
  • Welche typischen Fehler und Missverständnisse in der Praxis auftreten
  • Wie die Vorplanung mit anderen Fachplanern und Behörden koordiniert wird
  • Welche Dokumente und Ergebnisse am Ende der Leistungsphase 2 vorliegen müssen
  • Wie die Leistungsphase 2 in den größeren Kontext von Planungsrecht und Projektsteuerung eingebettet ist

Was ist die Leistungsphase 2 HOAI? Definition und Einordnung

Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure, kurz HOAI, gliedert die Planungsleistungen für Gebäude, Freianlagen, Ingenieurbauwerke und weitere Objekttypen in neun Leistungsphasen. Die Leistungsphase 2 trägt die Bezeichnung „Vorplanung“ und bildet den Übergang von der konzeptionellen Grundlagenermittlung zur ersten ausgearbeiteten Planungsaussage. Während die Leistungsphase 1, die Grundlagenermittlung, noch der Klärung der Aufgabe und der Zusammenstellung aller relevanten Informationen dient, geht es in der Leistungsphase 2 HOAI darum, auf dieser Basis konkrete Lösungsansätze zu entwickeln, zu vergleichen und zu einem Vorplanungskonzept zu verdichten.

Die HOAI ist in Deutschland eine staatliche Preisrechtsverordnung, die für die dort geregelten Leistungen verbindliche Honorarrahmen vorgibt. Sie gilt für Architekten, Landschaftsarchitekten, Innenarchitekten und verschiedene Ingenieurdisziplinen. Die aktuelle Fassung der HOAI stammt aus dem Jahr 2021 und setzt eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs um, der die zuvor geltenden verbindlichen Mindest- und Höchstsätze als europarechtswidrig eingestuft hatte. Seitdem haben die Honorartafeln der HOAI den Charakter von Orientierungswerten, die als Grundlage für die Honorarvereinbarung dienen, ohne zwingend bindend zu sein. Dennoch bleibt die Struktur der Leistungsphasen und die inhaltliche Beschreibung der Grundleistungen in der HOAI maßgeblich für die Praxis.

Die Leistungsphase 2 HOAI ist für alle Planungsbeteiligten von besonderer strategischer Bedeutung, weil hier die wesentlichen Weichen gestellt werden. Entscheidungen über Erschließung, Materialität, Programmverteilung, Freiraumstruktur oder technische Systeme, die in der Vorplanung getroffen werden, sind in späteren Phasen nur noch mit erheblichem Aufwand zu revidieren. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang vom „Einfrieren“ von Planungsentscheidungen: Je weiter ein Projekt voranschreitet, desto teurer und aufwendiger wird jede grundlegende Änderung.

Grundleistungen der Vorplanung: Was die HOAI konkret fordert

Die HOAI beschreibt für jede Leistungsphase sogenannte Grundleistungen, also den Leistungsumfang, der im Regelfall zum Erreichen des Planungsziels erforderlich ist und dessen Honorar in den Honorartafeln abgebildet wird. Für die Leistungsphase 2 umfassen diese Grundleistungen bei Freianlagen, also dem für Landschaftsarchitekten zentralen Leistungsbild, unter anderem die Analyse der Grundlagen, das Aufstellen eines Planungskonzepts mit zeichnerischer Darstellung, die Klärung der wesentlichen Zusammenhänge, Zumessungen und Abmessungen des Planungsobjekts sowie die Kostenschätzung nach DIN 276.

Die Kostenschätzung nach DIN 276 ist ein zentrales Ergebnis der Leistungsphase 2. Sie liefert eine erste belastbare Aussage über die voraussichtlichen Gesamtkosten des Projekts auf Basis der Vorplanungsunterlagen. Die DIN 276 gliedert Baukosten in Kostengruppen; für Freianlagen sind insbesondere die Kostengruppen 500 (Außenanlagen) und 700 (Baunebenkosten) relevant. Die Kostenschätzung in der Vorplanung hat noch eine vergleichsweise große Bandbreite, weil viele Details noch nicht festgelegt sind. Dennoch ist sie verbindlich genug, um dem Auftraggeber eine Entscheidungsgrundlage zu liefern, ob das Projekt in der geplanten Form wirtschaftlich realisierbar ist.

Zur Vorplanung gehört außerdem die Untersuchung alternativer Lösungsmöglichkeiten. Das ist keine Formalie, sondern ein inhaltlicher Kernauftrag: Der Planer soll dem Auftraggeber zeigen, dass er die Aufgabe von mehreren Seiten durchdacht hat und die gewählte Lösung nicht die einzig denkbare, sondern die fachlich begründet beste ist. In der Landschaftsarchitektur kann das die Gegenüberstellung verschiedener Freiraumtypologien bedeuten, etwa einen naturnahen Wiesencharakter versus eine gestalterisch stärker formalisierte Anlage, oder unterschiedliche Erschließungskonzepte für einen Stadtplatz. Diese Variantenuntersuchung dokumentiert die planerische Sorgfalt und schützt beide Seiten bei späteren Auseinandersetzungen über die Planungsqualität.

Ergänzend sind in der Vorplanung die Ergebnisse mit dem Auftraggeber abzustimmen und dessen Zustimmung einzuholen. Dieser Abstimmungsschritt ist mehr als ein formaler Akt: Er markiert den Übergang von der Konzeptentwicklung zur Planungsvertiefung und schafft die Grundlage für die Beauftragung der Leistungsphase 3, der Entwurfsplanung. Ohne eine dokumentierte Freigabe der Vorplanung durch den Auftraggeber fehlt die vertragliche Basis für die Weiterarbeit.

Leistungsphase 2 in der Landschaftsarchitektur und Freiraumplanung

Für Landschaftsarchitekten hat die Leistungsphase 2 HOAI eine besondere inhaltliche Qualität, weil Freianlagen in dieser Phase noch am stärksten von konzeptionellen Grundsatzentscheidungen geprägt werden. Ob ein Stadtplatz als durchgrünter Aufenthaltsraum oder als hartes, multifunktionales Stadtparkett entwickelt wird, ob ein Schulhof Bewegungsangebote in der Fläche verteilt oder in Zonen gliedert, ob ein Wohnquartier mit linearen Wegeachsen oder mit einem organischen Wegenetz erschlossen wird: All diese Entscheidungen fallen in der Vorplanung und bestimmen Charakter, Nutzbarkeit und Pflegeaufwand einer Anlage für Jahrzehnte.

In der Freiraumplanung kommt hinzu, dass die Leistungsphase 2 häufig eng mit planungsrechtlichen Verfahren verknüpft ist. Bebauungsplanverfahren, städtebauliche Rahmenpläne oder Wettbewerbsergebnisse liefern oft den Ausgangspunkt für die Vorplanung von Freianlagen. Der Landschaftsarchitekt muss in der Leistungsphase 2 prüfen, welche Vorgaben aus diesen übergeordneten Planungen verbindlich sind und welchen Spielraum sie für die freiraumplanerische Ausgestaltung lassen. Das erfordert eine sichere Kenntnis des Bauplanungsrechts, insbesondere des Baugesetzbuchs und der Baunutzungsverordnung, sowie der einschlägigen Regelwerke der Freiraumplanung.

Vegetationstechnische und ökologische Grundsatzentscheidungen werden ebenfalls in der Vorplanung vorbereitet. Ob eine Baumreihe mit großkronigen Stadtbäumen oder mit kleinkronigen Ziergehölzen geplant wird, ob Staudenpflanzungen als pflegeextensive Gesellschaftspflanzungen oder als aufwendigere Schaubepflanzungen konzipiert werden, ob Regenwasser versickert, gespeichert oder abgeleitet wird: Diese Fragen berühren nicht nur die Gestalt, sondern die Funktionalität, die Klimawirksamkeit und die Folgekosten einer Freianlage. Eine sorgfältige Leistungsphase 2 legt hier die Weichen, ohne bereits in die Detailtiefe der Entwurfsplanung zu gehen.

Honorar und Bewertung: Wie die Leistungsphase 2 vergütet wird

Das Honorar für die Leistungsphase 2 HOAI ergibt sich aus dem Anteil, den die Vorplanung am Gesamthonorar hat, multipliziert mit dem Honorar, das sich aus den anrechenbaren Kosten und der Honorarzone ergibt. Für das Leistungsbild Freianlagen weist die HOAI der Leistungsphase 2 einen Prozentsatz am Gesamthonorar zu. Dieser Prozentsatz variiert je nach Leistungsbild; für Freianlagen beträgt er nach der aktuellen HOAI 2021 in der Regel sieben Prozent des Gesamthonorars für Grundleistungen.

Die anrechenbaren Kosten sind die Grundlage der Honorarberechnung und entsprechen im Wesentlichen den Herstellungskosten des Planungsobjekts, also den Baukosten der Freianlagen nach DIN 276. Die Honorarzone gibt an, wie anspruchsvoll eine Planungsaufgabe ist: Sie reicht von Zone I (geringe Anforderungen) bis Zone V (sehr hohe Anforderungen) und beeinflusst das Honorar erheblich. Für Freianlagen in städtischen Kontexten mit hohen gestalterischen, ökologischen und nutzungsbezogenen Anforderungen ist häufig eine Einordnung in die Honorarzonen III oder IV angemessen. Die Einordnung in die richtige Honorarzone ist eine fachliche Entscheidung, die gut begründet und mit dem Auftraggeber abgestimmt sein muss.

Besondere Leistungen, also Leistungen, die über die Grundleistungen der HOAI hinausgehen, werden gesondert vereinbart und vergütet. Für die Leistungsphase 2 können das beispielsweise umfangreiche Variantenuntersuchungen über das übliche Maß hinaus, die Erarbeitung von Machbarkeitsstudien, Beteiligungsverfahren mit Nutzern oder Anwohnern, oder die Entwicklung von Pflegekonzepten als eigenständige Leistung sein. Fachleute empfehlen, besondere Leistungen bereits bei Vertragsschluss klar zu benennen und zu vereinbaren, um spätere Honorarstreitigkeiten zu vermeiden.

Koordination, Abstimmung und typische Fehler in der Praxis

Die Leistungsphase 2 HOAI ist keine isolierte Planungsleistung, sondern ein koordinierter Prozess, der die Beiträge verschiedener Fachplaner zusammenführt. In komplexen Projekten arbeiten Landschaftsarchitekten in der Vorplanung mit Architekten, Tragwerksplanern, Ingenieuren für technische Gebäudeausrüstung, Verkehrsplanern, Bodengutachtern und weiteren Spezialisten zusammen. Die Koordination dieser Beiträge ist eine eigenständige Leistung, die in der HOAI dem Objektplaner zugewiesen wird. Für Freianlagen bedeutet das, dass der Landschaftsarchitekt die Schnittstellen zu Tiefbau, Entwässerung, Beleuchtung und Möblierung frühzeitig klären muss.

Ein häufiger Fehler in der Praxis besteht darin, die Leistungsphase 2 zu früh zu verlassen, also in die Entwurfsplanung überzugehen, bevor die Vorplanung wirklich abgeschlossen und freigegeben ist. Das geschieht oft unter Zeitdruck oder weil Auftraggeber schnelle Ergebnisse sehen wollen. Die Folge ist, dass konzeptionelle Grundsatzfragen, die in der Vorplanung hätten geklärt werden sollen, in die Entwurfsplanung verschleppt werden und dort zu erheblichem Mehraufwand führen. Planungsänderungen in der Leistungsphase 3 oder 4, die auf ungeklärten Vorplanungsfragen beruhen, sind nach HOAI grundsätzlich als Änderungsleistungen zu vergüten, was zu Honorarnachforderungen und Konflikten führen kann.

Ein weiteres Missverständnis betrifft den Detaillierungsgrad der Vorplanung. Die Leistungsphase 2 HOAI verlangt keine Ausführungsdetails, keine Bepflanzungspläne und keine Leistungsverzeichnisse. Sie verlangt ein konzeptionell überzeugendes, maßstäblich dargestelltes Planungskonzept, das die wesentlichen Entscheidungen dokumentiert und eine belastbare Kostenschätzung ermöglicht. Wer in der Vorplanung bereits in die Detailtiefe der Ausführungsplanung geht, verschwendet Ressourcen und riskiert, dass diese Detailarbeit durch spätere Planungsänderungen hinfällig wird.

Behördliche Abstimmungen spielen in der Leistungsphase 2 ebenfalls eine wichtige Rolle. Für viele Freiflächenprojekte sind frühzeitige Gespräche mit der Unteren Naturschutzbehörde, dem Stadtplanungsamt, der Denkmalschutzbehörde oder dem Tiefbauamt notwendig, um zu klären, welche Anforderungen und Restriktionen für das Projekt gelten. Diese Abstimmungen sind zwar nicht explizit als Grundleistung der Leistungsphase 2 aufgeführt, gehören aber zur professionellen Praxis und können als besondere Leistung vereinbart werden, wenn sie einen erheblichen Aufwand darstellen.

Ergebnisse und Dokumentation am Ende der Vorplanung

Am Ende der Leistungsphase 2 HOAI sollte ein klar strukturiertes Vorplanungspaket vorliegen, das dem Auftraggeber eine fundierte Entscheidungsgrundlage bietet. Zu den typischen Ergebnisdokumenten gehören ein zeichnerisch ausgearbeiteter Vorplanungsplan im geeigneten Maßstab, in der Freiraumplanung häufig im Maßstab 1:500 oder 1:200, eine erläuternde Planungsbeschreibung, die Konzept, Lösungsansätze und Begründungen der wesentlichen Entscheidungen darlegt, sowie die Kostenschätzung nach DIN 276 mit einer Gliederung nach Kostengruppen.

Die Planungsbeschreibung ist dabei mehr als ein begleitender Text: Sie ist das argumentative Rückgrat der Vorplanung und dokumentiert, warum bestimmte Lösungen gewählt und andere verworfen wurden. Eine gut geschriebene Planungsbeschreibung schützt den Planer bei späteren Auseinandersetzungen, weil sie zeigt, dass die Entscheidungen auf einer durchdachten fachlichen Grundlage beruhen. Für Landschaftsarchitekten bietet sie außerdem die Möglichkeit, die ökologischen, klimatischen und sozialen Qualitäten eines Entwurfs zu vermitteln, die sich in einer zeichnerischen Darstellung allein nicht vollständig erschließen.

Die Freigabe der Vorplanung durch den Auftraggeber sollte schriftlich dokumentiert werden. Das kann in Form eines Besprechungsprotokolls, einer E-Mail-Bestätigung oder einer formellen Freigabeerklärung geschehen. Diese Dokumentation ist die Voraussetzung für die Beauftragung der nächsten Leistungsphase und schützt beide Seiten vor Missverständnissen darüber, was vereinbart wurde. In der Praxis wird dieser Schritt häufig vernachlässigt, was später zu Streit darüber führen kann, ob bestimmte Planungsänderungen als Umplanung oder als Weiterentwicklung des freigegebenen Konzepts zu werten sind.

Die Leistungsphase 2 im Kontext des gesamten Planungsprozesses

Die Leistungsphase 2 HOAI ist keine isolierte Planungsstation, sondern ein integraler Bestandteil eines kontinuierlichen Prozesses, der von der ersten Idee bis zur fertiggestellten Anlage reicht. Ihre Bedeutung erschließt sich vollständig erst im Zusammenhang mit den anderen Leistungsphasen: Sie baut auf der Grundlagenermittlung der Leistungsphase 1 auf und schafft die Basis für die Entwurfsplanung der Leistungsphase 3. Was in der Vorplanung nicht geklärt wird, kehrt in späteren Phasen als Problem zurück, häufig in einer Form, die teurer und aufwendiger zu lösen ist.

Für Auftraggeber, insbesondere für öffentliche Bauherren und Projektentwickler, ist die Leistungsphase 2 der Moment, in dem sie zum ersten Mal eine belastbare Vorstellung davon bekommen, was ihr Projekt kosten wird und wie es aussehen soll. Die Kostenschätzung der Vorplanung ist oft die erste Zahl, die in Gremien, Ausschüssen oder Investorenrunden präsentiert wird. Sie hat deshalb eine politische und wirtschaftliche Dimension, die über die rein fachliche Planungsarbeit hinausgeht. Planer, die diese Dimension kennen, bereiten ihre Vorplanungsunterlagen entsprechend kommunikativ auf.

Die wachsende Bedeutung von Klimaanpassung, Biodiversität und blaugrüner Infrastruktur in der Stadtentwicklung hat die inhaltlichen Anforderungen an die Leistungsphase 2 in der Freiraumplanung in den letzten Jahren erheblich erweitert. Konzepte für Schwammstadtprinzipien, also die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung im Freiraum, Hitzeschutzmaßnahmen durch Begrünung und Beschattung sowie Habitatvernetzung für Stadtbiodiversität: All das muss bereits in der Vorplanung konzeptionell verankert werden, wenn es in der Ausführung wirksam sein soll. Die Leistungsphase 2 HOAI ist damit nicht nur ein planungsrechtliches Instrument, sondern ein zentrales Werkzeug für die Qualitätssicherung im Freiraum der wachsenden und sich wandelnden Stadt.

Wer die Vorplanung ernst nimmt, spart in allen nachfolgenden Phasen Zeit, Geld und Nerven. Wer sie als Pflichtübung behandelt, zahlt den Preis später. Das ist keine Übertreibung, sondern die nüchterne Erfahrung jedes erfahrenen Planers, der weiß, wie viel Arbeit in einer schlecht vorbereiteten Entwurfsplanung steckt und wie selten diese Arbeit angemessen vergütet wird.