Einer der ersten Preise: der Entwurf von Helleckes Landschaftsarchitektur. Credit: Helleckes Landschaftsarchitektur

Der Europaplatz in Mannheim spielt eine wichtige Rolle im Stadtgrundriss von Mannheim. Liegt der ca. 5 ha große Europaplatz doch als zentraler Punkt auf der Achse zwischen Autobahn 656 und Innenstadt und gilt damit als wichtigster Stadteingang Mannheims.

Von hier aus sind es über die stadtprägende Augustaanlage, mit mehrreihiger Allee nur noch rund drei Kilometer bis zum Platz am Wasserturm – dem Wahrzeichen der Stadt. Der Europaplatz selbst besteht aus drei Grünflächen, die im Ganzen ein Rechteck bilden. Dabei liegt im Zentrum eine ellipsenförmige Grünfläche die auf der Nord- und Südseite durch jeweils eine weitere Grünfläche gerahmt wird. Diese drei Flächen sind durch die mehrspurige B37 getrennt, welche die Augustaanlage mit der Wilhelm-Varnholt-Allee verbinden, die letztlich den Auftakt zur Bundesautobahn 656 darstellt.

Der Europaplatz über die Jahre

Dabei hat der Europaplatz eine wechselvolle Geschichte hinter sich und wurde über die Zeit gestalterisch und funktional mehrere Male überformt und umbenannt. Ausschlaggebend für die Entwicklung des Europaplatzes war unter anderem der Bau der ehemaligen Reichsautobahn verbunden. So wurden 1930 die Rhein-Neckar-Hallen mit Ausstellungsgelände an der Reichsautobahn und 1935 die Autobahn Heidelberg – Mannheim – Darmstadt freigegeben und 1936 die Reichsautobahngaststätte eröffnet. Ab 1945 ist der heutige Europaplatz unter dem Namen „Friedensplatz“ bekannt. Nach Ende des zweiten Weltkrieges erfolgt eine Umgestaltung der Autobahneinfahrt und über die nächsten Jahre wandelt sich auch das Umfeld des Europaplatzes beispielsweise durch den Neubau des Hochhauses der Mannheimer Versicherungs-Gesellschaft. Einige Zeit später im Jahre 1984 wird zentral auf dem Europaplatz das Planetarium eröffnet, damals erhält der Platz den Namen „Wilhelm-Varnholt-Platz“. 1994 schließlich erfolgt die Eröffnung der „Kulturmeile Mannheim“ zwischen Autobahneinfahrt und Innenstadt und zwei Jahre später wird der Platz final in „Europaplatz“ umbenannt.

Damit endet die Entwicklungsgeschichte jedoch nicht. Denn Ende der 1990er Jahre zieht der Veranstaltungsort Palazzo Varieté auf den östlichen Teil der Fläche und bespielt diese bis 2022. Auch die Umgestaltung der Augustaanlage 2015 kann als erster Impuls für eine angestrebte Umgestaltung des Platzes gesehen werden. Und zuletzt wurde für die Bundesgartenschau 2023 der Europaplatz als einer der „BUGA-Stadteingänge“ definiert und während der Schau temporär durch Staudenpflanzungen aufgewertet.

Neue Visionen gesucht

Mit dem Wegzug des Palazzo Varieté entschied die Stadt Mannheim endgültig, die Gelegenheit zu ergreifen und den Europaplatz als attraktiven Freiraum und repräsentativen Stadteingang langfristig weiterzuentwickeln. Dazu beauftragte der Ausschuss für Umwelt und Technik im Sommer 2023 die Verwaltung mit der Durchführung eines Planungswettbewerbs. Nun ist der offene zweiphasige freiraumplanerische Realisierungswettbewerb entschieden. „Ziel des Wettbewerbs war es, mehrere planerische Lösungen dafür zu erhalten, wie der Europaplatz zukünftig zu einem attraktiven Stadtein- und ausgang werden kann, der Bestandssituationen sinnvoll integriert und sich in das Freiraumgefüge der Stadt Mannheim einfügt und es ergänzt, der gleichermaßen nutzerische sowie klimatische und ökologische Qualitäten aufweist und der den europäischen Gedanken wiederspiegelt.“, beschreibt der Vorsitzende des Preisgerichts Landschaftsarchitekt Christian Luz die komplexe Aufgabenstellung.

Zwei Erste Preise vergeben

Im Zuge des Verfahrens erhielt die Stadt – wie gewünscht – mehrere planerische Lösungen und prämierte letztlich gleich zwei Entwürfe mit dem Ersten Platz. Erstplatziert wurden sowohl Helleckes Landschaftsarchitektur aus Karlsruhe als auch Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH aus Berlin. Ein dritter Preis ging an Club L 94 Landschaftsarchitekten GmbH aus Köln. Jeweils Anerkennungen gingen an bbz landschaftsarchitekten berlin gmbh aus Berlin sowie Querfeldeins Landschaft | Städtebau | Architektur aus Dresden. Die Entwurfsansätze waren dabei durchaus sehr verschieden.

So zeichnete Helleckes Landschaftsarchitektur die Vision einer bunte Stadtnatur, die durch Staudenmischpflanzungen und Wildblumenwiese je nach Jahreszeit andere Reize bietet. Der Europaplatz wird so zum Pendant zum von Schmuckpflanzen geprägten Friedrichsplatz. Franz Reschke Landschaftsarchitektur setzte hingegen in ihrem Entwurf auf eine zusammenhängende Wiesenfläche, welche durch unterschiedliche Geländehöhen in Kombination mit Baumpflanzungen strukturiert wird. Obwohl beide Entwürfe einen andere Gestaltung vorschlugen, überzeugten sie jeweils durch eine Aufwertung des Ortes und die Schaffung interessanter Räume, Atmosphären und Blickbeziehungen, ließ  der für Stadtentwicklung zuständige Bürgermeister Ralf Eisenhauer nach dem Verfahren verlauten. So entstünde aus der Kombination von neuen und vorhandenen Strukturen am Europaplatz ein attraktiver Stadteingang und -ausgang.

Nächste Schritte für den Europaplatz

Nun werden die beiden Erstplatzierten beide in den weiteren Prozess eingebunden. Als nächster Schritt steht zeitnah ein Verhandlungsverfahren an, im Zuge dessen, eines der Planungsbüros mit der weiteren Planung beauftragt wird. Die finale Entscheidung wird voraussichtlich im Frühjahr 2025 fallen. Sobald sich ein Team durchgesetzt hat und der Planungsvertrag geschlossen ist, geht es daran, den Wettbewerbsbeitrag weiter auszuarbeiten und schließlich in die Realisierung zu übersetzen.  Der Bezirksbeirat Schwetzingerstadt/Oststadt, sowie der Ausschuss für Umwelt und Technik sind bei allen zukünftigen Planungsschritten eng eingebunden. Wenn alles seinen geregelten Gang geht, ist voraussichtlich ab 2027 mit der Umsetzung zu rechnen. In ein paar Jahren kann der Europaplatz dann in neuem Glanz erstrahlen – und wird bestenfalls die repräsentative Bedeutung des Platzes als Stadteingang verdeutlichen, einer qualitätsvollere Freiraumnutzung ermöglichen und dabei den heutigen Anforderungen an Klimaanpassung, Ökologie und nachhaltiger Grünflächenentwicklung nachkommen. Bis es soweit ist, können alle interessierten Bürger:innen noch bis Freitag 26. Juli im Technischen Rathauses Mannheim alle eingereichten Wettbewerbsbeiträge einsehen und sich selbst ein Bild von den unterschiedlichen Entwürfen machen.

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Die Sphäre „Wasser“

Die Sphäre „Wasser“ (Visualisierung: bloomimages Berlin GmbH)

In zwei Jahren lädt Kirchheim in Bayern zur Landesgartenschau ein. Dann ist der neue, zehn Hektar große Park fertig, der Raum für Erholung und Spiel im Grünen bieten soll. Darüber hinaus soll der neue Ortspark die bislang räumlich getrennten Gemeindeteile Kirchheim und Heimstetten miteinander verbinden.

Der neue Ortspark in Kirchheim wird Heimat für viele heimische Baumarten sein, die im Wechsel mit sogenannten Klimabäumen stehen. Letztere sind den Herausforderungen des Klimawandels besonders gut gewachsen und entsprechend resilient. Das ist wichtig. Denn der neue Park, der im Rahmen der Landesgartenschau Kirchheim derzeit wächst, wird ein dauerhaftes grünes Band bilden. Dieses wird die Gemeindeteile Kirchheim und Heimstetten miteinander verbinden. Zukünftig kommen hier also viele Generationen aus beiden Ortsteilen zusammen. Sie wachsen regelrecht zusammen.

Die Pflanzen auf der Landesgartenschau

Die Pflanzkonzept für den neuen Park in Kirchheim haben die Landschaftsarchitetkt*innen vom Büro SINAI erarbeitet. Dabei war ihnen wichtig, dass klimaresiliente und heimische Bäume in Balance stehen. Sie nennen ihr Konzept für die Landesgartenschau Kirchheim: Gemischtes Doppel. Damit verweist SINAI darauf, dass jede klassische, heimische Baumart ein Gegenüber aus dem Repertoire der Klimabaumarten bekommt. Insgesamt wachsen im neuen Ortspark demnächst mehr als 700 Bäume.

Neben den Bäumen werden in Kirchheim Rasenflächen für Spiel und Bewegung und Wiesen neu angelegt. Darüber hinaus kommen Sträucher, Stauden, Hecken, Schilf und Gräser dazu. Im Bereich der sogenannten Sphäre „Wildnis“ und in der Sphäre „Wald“ bleibt auch viel Bestandsgrün erhalten.

Die Sphäre „Garten

Den Auftakt der Landesgartenschau Kirchheim bildet die sogenannte Sphäre „Garten“. Sie beherbergt die Bürgergärten, eine Streuobstwiese und eine bestehende Fliederhecke. In diesem Areal steht die gemeinschaftliche Bewirtschaftung im Vordergrund. Deshalb werden hier vor allem Gehölze mit essbaren Früchten zu finden sein. Darüber hinaus entstehen im Garten drei neue Jahrgangswäldchen mit jeweils 100 Zierapfelbäumen. Dieser neue Apfelhain ist ein Geschenk der Gemeinde Kirchheim und der Landesgartenschau an den Kirchheimer Nachwuchs der Jahrgänge 2021, 2022 und 2023. Der Hain steht dabei symbolisch für das Motto der Landesgartenschau Kirchheim „Zusammen.Wachsen“.

Herzstück in der Sphäre „Wasser“

In der Sphäre „Wasser“ bildet ein neuer Parksee den Mittelpunkt. Mit knapp 7400 Quadratmetern bildet er eine große Wasserfläche. Darüber hinaus bildet sein naturnaher Ufersaum Tieren und Pflanzen neuen Lebensraum in Kirchheim. Die Liegewiese am Westufer des Sees wird mit Auenbäumen bepflanzt. Und für die Wasser- und Uferzonen werden, je nach Wassertiefe, passende Wasser- und Schwimmblattpflanzen ausgewählt. Sie allen bereichern das Areal der Landesgartenschau Kirchheim um vielfältige neue Lebensräume für Insekten und andere Kleintiere.

In der Sphäre „Wildnis“ in Kirchheim

Die Sphäre „Wildnis“ verdankt ihre Bezeichnung dem Bestand. Die bestehende Vegetation wird hier durch Lichtungen und neu angelegte Wege erlebbar. Sie werden aber nicht überall begehbar werden.

In der Vorbereitung für die Landesgartenschau Kirchheim wurden mehrere Bäume gefällt und bestehender Aufwuchs entfernt. Dafür werden an anderer Stelle in der Wildnis 73 Bäume neu gesetzt. In Vorbereitung der Landesgartenschau Kirchheim wurde im vergangenen Jahr bereits bestehender Bewuchs entfernt. Dafür wachsen in der Sphäre „Wald“ demnächst 67 neue Bäume.

Die Sphäre „Wiese“ auf der Landesgartenschau

Im südlichen Bereich der Landesgartenschau Kirchheim liegt der Schwerpunkt auf großen, autochthonen Blühwiesen. Diese bieten idealen Lebensraum für zahlreiche Insekten- und Schmetterlingsarten. Dieser besondere Wiesenbereich lebt außerdem von großen Solitärbäumen, von einzelnen Baumreihen, Fliederhecken und Stauden. Sie allen fassen den Wiesenbereich ein und geben ihm Struktur.

Bänke im Ortspark

Neben den vielen neuen Bäumen auf dem Areal der Landesgartenschau Kirchheim werden etwa 200 Bänke im Ortspark aufgestellt. Die bieten den Menschen die Möglichkeit sich auszuruhen und zu entspannen. Genauso wie für die neuen Bäume vergibt die Landesgartenschau Kirchheim 2024 GmbH auch Patenschaften für die Bänke. Auf einer eigenen Website können die ab Frühjahr 2022 erworben werden. Auf diese Weise können interessierte Bürger*innen und Unternehmen sich persönlich einbringen und die Entstehung der Landesgartenschau Kirchheim fördern.

Energieholz auf temporären Flächen

Während der Landesgartenschau in Kirchheim wächst das Veranstaltungsgelände um weitere vier Hektar Grünfläche. Diese ergänzen im Jahr 2024 also den neuen, zehn Hektar großen Ortspark. Hier werden temporäre Ausstellungsflächen eingerichtet, die Platz für etwa 50 Aussteller*innen bieten. Sie alle informieren die Besucher*innen der Landesgartenschau zu Themen wie Gartengestaltung, Umweltschutz, Klimaschutz, nachhaltige Energie und grüne Mobilität. Auf diesen Ausstellungsflächen sind die Baumpflanzungen von Anfang an als Energieholzplantage vorgesehen und dem Thema nachhaltige Energie verpflichtet. Die ersten Bäume sind schon im März 2022 gepflanzt worden. Nach Abschluss der Landesgartenschau Kirchheim werden sie dann zu Energieholz weiterverarbeitet.

Im Bereich der Gewinnung erneuerbarer Energie spielt Holz eine wichtige Rolle. Denn anders als bei Wind- und Sonnenenergie kann Holz zu jedem Zeitpunkt verfügbare Energie liefern. Auf diese Weise kann Energieholz dabei helfen, den Umstieg von fossilen auf alternative Energieträger zu beschleunigen. Es kann helfen, die Energieversorgung langfristig sicherzustellen. Das ist schon jetzt wichtiger denn je und ein guter Ausblick auf die bayrische Landesgartenschau in Kirchheim im Jahr 2024.

Das könnte Sie auch interessieren: Die BUGA Mannheim findet 2023 statt.

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BürosSINAI

COP15 in Montreal, Biodiversität im Fokus

Die COP15 findet vom 7. bis 19. Dezember in Montreal statt. Bildquelle: Unsplash
Die COP15 findet vom 7. bis 19. Dezember in Montreal statt. Bildquelle: Unsplash

COP27 ist gerade vorbei und schon startet die nächste COP am 7. Dezember: Bei der COP15 in Montreal geht es um Biodiversität. Das Ziel der UN-Konferenz besteht darin, ein neues Regelwerk zum verbesserten Schutz der Biodiversität weltweit zu entwickeln. Lesen Sie hier alles über die Konferenz.

Die Bedeutung der Biodiversitäts-COP

Laut dem Living Planet Report 2022 ist die Biodiversität unseres Planeten in den letzten Jahrzehnten drastisch gesunken. Die durchschnittliche Populationsgröße von Wildtieren ist weltweit seit 1970 um etwa 69% gefallen. Umso wichtiger ist es, sich mit dieser Krise zu beschäftigen. Bei der COP15, an der die gleichen Vertragsparteien teilnehmen wie an der Klimakonferenz (zuletzt COP27 im November 2022), geht es vom 7. bis 19. Dezember in Montreal, Kanada, um einen neuen globalen Vertrag zur Förderung der Biodiversität.

Der lang erwartete Gipfel, der ähnlich wie die Klimakonferenzen regelmäßig stattfindet, musste mehrfach verschoben werden. Ursprünglich war er für das Jahr 2020 in Kunming, China, geplant. Durch die Corona-Pandemie kam es stattdessen zu einer zweiteiligen Veranstaltung. Der erste Teil fand im Oktober 2021 statt, gefolgt von einem zweiten Teil im Frühjahr 2022. Jedoch kam es dabei zu keiner Einigung. Daher setzte die UN Interims-Besprechungen in Nairobi an. Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen in China findet das Treffen nun in Kanada statt.

Die Hoffnung besteht darin, eine globale Einigung zum Schutz und zur Verbesserung der Biodiversität zu treffen, die dem Pariser Klimaabkommen ähneln soll. Dabei stehen jedoch Habitats, Ökosysteme, Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen im Vordergrund. Der Verlust der Biodiversität bedroht auch Menschen, da er den Klimawandel beschleunigt und unter anderem Ernährungsgrundlagen zerstört.

Bei der COP15 geht es darum, den Verlust der Biodiversität aufzuhalten und die natürliche Vielfalt zu schützen. Bildquelle: Unsplash
Bei der COP15 geht es darum, den Verlust der Biodiversität aufzuhalten und die natürliche Vielfalt zu schützen. Bildquelle: Unsplash

Die Erwartungen für COP15

Derzeit ist die UN Convention on Biological Diversity (CBD) das wichtigste Regelwerk zur Biodiversität. 196 Länder – die COP-Vertragsparteien – haben es ratifiziert. Der erste Entwurf stammt aus dem Jahr 1992. Es folgte ein Beschluss im Jahr 2010 zu Biodiversitäts-Zielen, die in der Dekade der Biodiversität von 2010 bis 2020 umgesetzt werden sollten. Jedoch konnte keines dieser Ziele erfüllt werden. Noch dazu hat die Pandemie den Fortschritt aufgehalten.

Daher geht es bei der COP15 zur Biodiversität nun darum, die CBD auf den neuesten Stand zu bringen und neue Ziele für die aktuelle Dekade zu formulieren. Teilnehmende hoffen auf einen „Deal for Nature”, der ein Ende des Biodiversitätsverlusts vorschreibt und dazu beiträgt, Bemühungen zur Verbesserung von Ökosystemen und Habitats zu unterstützen, zu beschleunigen und auf politische Agenden zu setzen. Die Deadline für das Ende des Biodiversitätsverlusts ist dabei das Jahr 2030, wobei einige Umweltgruppen für ein früheres Datum plädieren.

Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität

Anders als die COP-Klimakonferenzen erhalten die Biodiversitätskonferenzen weniger mediale Aufmerksamkeit. Regierungschefs nehmen nicht an der Konferenz teil. Rufe danach, die COP15 mit der COP27 zu kombinieren, waren nicht erfolgreich, da beide Konferenzen ohnehin schon zahlreiche Themen in kurzer Zeit bearbeiten. Delegierte werden ab dieser Woche die folgenden Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität diskutieren:

  • Schutz- und Erhaltungsprogramme für 30% der Lebensräume an Land und im Wasser
  • Strengere Vorschriften zur Eindämmung von invasiven Arten
  • Verpflichtung von Unternehmen zur Berichterstattung über Auswirkungen auf die biologische Vielfalt
  • Verpflichtung zur Reduzierung des Pestizideinsatzes in der Landwirtschaft
  • Reformierung oder Streichung von Subventionen für Industrien, die die Natur ausbeuten
  • Kooperation mit privaten Geldgebern, um umweltschadende Finanzströme umzulenken
  • Bereitstellung von Internationalen Finanzmitteln für biologische Vielfalt sowie Aufstockung der Mittel für einkommensschwache Länder (jährliche Erhöhung um 200 Mrd. US-Dollar)

Bisher haben sich Länder wie China, Russland, die USA und Indien bei den Biodiversitäts-COPs zurückgehalten. Ein großer Gewinn für das Vorhaben der COP15 ist jedoch bereits jetzt die Wiederwahl des früheren brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva. Er spricht sich für den Schutz des brasilianischen Regenwalds aus.

Übrigens: Bei der Gartenschau in Lindau im Jahr 2021 gab es viele spannende Ausstellungen zum Thema Biodiversität.