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How-to-Plan für Bürger:innen – niederschwellige Zugänge zur Stadtgestaltung

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Fahrräder als nachhaltiges Verkehrsmittel – Foto von Elizabeth Wahab
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Stadtgestaltung ist kein Geheimclub für Experten – jeder kann mitmachen, wenn die Zugänge stimmen. Doch wie schafft man es, Bürger wirksam und niedrigschwellig in die Planung einzubinden, ohne dass Beteiligung zum Frust-Event oder zur Feigenblatt-Aktion verkommt? Willkommen beim How-to-Plan: Hier erfahren Sie, wie echte Teilhabe, smarte Tools und neue Kulturtechniken aus Stadtbewohnern engagierte Mitgestalter machen – und warum das alles viel mehr mit urbaner Intelligenz als mit Bürgerbeteiligungs-Kitsch zu tun hat.

  • Einleitung: Warum niederschwellige Zugänge zur Stadtgestaltung heute wichtiger sind denn je.
  • Definition und Status quo: Was bedeutet niederschwellige Beteiligung im Kontext der Stadtplanung?
  • Werkzeuge und Methoden: Digitale und analoge Instrumente für inklusive Mitgestaltung.
  • Prozessdesign: Wie Planung als Einladung und nicht als Hürde funktioniert.
  • Best-Practice-Beispiele aus dem deutschsprachigen Raum.
  • Herausforderungen: Stolpersteine, Widerstände und die Kunst, Erwartungen zu managen.
  • Rechtliche und kulturelle Rahmenbedingungen – und wie sie sich verändern müssen.
  • Die Rolle von Fachleuten: Moderatoren, Übersetzer, Möglichmacher.
  • Ausblick: Die Zukunft der Partizipation – von Datenräumen bis Digital Twins für alle.
  • Fazit: Warum Stadtgestaltung ohne Bürger nur noch die halbe Miete ist.

Warum Stadtgestaltung alle angeht – und wie der Zugang gelingen kann

Die Diskussion um Beteiligung in der Stadtplanung ist so alt wie das Planungsrecht selbst, aber selten war sie so dringlich wie heute. Klimawandel, Flächenkonkurrenz, soziale Polarisierung und Digitalisierung prallen aufeinander und machen aus der Stadt einen permanenten Aushandlungsraum. Doch die Frage, wie man möglichst viele Menschen zur Mitgestaltung motivieren kann, bleibt oft unbeantwortet. Hier kommt das Konzept der niederschwelligen Zugänge ins Spiel – ein Begriff, der in der Praxis erstaunlich selten mit echter Offenheit gefüllt wird. Zu oft werden Bürger lediglich informiert oder dürfen einen Post-It an die Wand kleben – von echter Mitbestimmung keine Spur.

Wer heute Stadt plant, kann sich nicht mehr hinter Beteiligungs-Events oder Online-Surveys verstecken. Stadtentwicklung ist längst ein kollektives Projekt geworden, das von der Expertise, Erfahrung und dem Alltagswissen der Bewohner lebt. Doch die Hürden sind hoch: Fachjargon, komplexe Abläufe, lange Fristen und unübersichtliche Verfahren schrecken viele ab. Die Folge: Die immer gleichen Stimmen bestimmen den Diskurs, während viele Gruppen systematisch ausgeblendet bleiben. Was fehlt, sind echte niederschwellige Angebote, die nicht nur symbolisch öffnen, sondern strukturell ermöglichen.

Worum geht es also? Niederschwellige Zugänge zur Stadtgestaltung sind Angebote, die möglichst wenig Vorwissen, Zeit oder Ressourcen erfordern, um mitzumachen. Sie schaffen Räume der Begegnung und Mitwirkung, die auch ohne Studium der Bauleitplanung verstanden werden. Das klingt banal, ist aber eine Revolution im Planungsalltag. Denn es bedeutet, Planungsprozesse so zu denken, dass sie von Anfang an auf Teilhabe, Verständlichkeit und Erreichbarkeit ausgerichtet sind – und nicht erst, wenn das Konzept schon steht.

Dabei spielen nicht nur digitale Tools eine Rolle, sondern auch neue Formen des Prozessdesigns, der Kommunikation und des öffentlichen Raums. Es geht um Formate, die Menschen einladen, statt sie zu belehren. Um Methoden, die Neugier wecken, statt Unsicherheit zu erzeugen. Und um eine Haltung, die sagt: Jeder Beitrag zählt, auch wenn er nicht mit Fachbegriffen glänzt. Nur so entsteht die nötige Vielfalt an Ideen, Perspektiven und Lösungen, die eine resiliente Stadt heute braucht.

Das Ziel ist klar: Stadtgestaltung darf kein exklusiver Zirkel sein, sondern muss zum gemeinsamen Lern- und Gestaltungsfeld werden. Wer das ernst meint, muss sich von klassischen Beteiligungsritualen verabschieden und den Mut haben, neue Wege zu gehen – auch auf die Gefahr hin, dass Prozesse unvorhersehbarer, bunter und manchmal auch anstrengender werden. Doch genau darin liegt die Zukunft der urbanen Planung.

Was heißt „niederschwellig“ wirklich? – Begriffsklärung und Status quo

Der Begriff „niederschwellig“ ist in der Stadtentwicklung allgegenwärtig, aber selten präzise gefasst. Ursprünglich stammt er aus der Sozialarbeit und beschreibt Angebote, die ohne große Hürden, Zugangsbeschränkungen oder Vorbedingungen genutzt werden können. Übertragen auf die Stadtgestaltung bedeutet das: Jeder kann sich einbringen, unabhängig von Bildung, Herkunft, Alter, Mobilität oder digitaler Kompetenz. Das klingt nach Inklusion, ist aber in der Praxis eine riesige Herausforderung.

Schaut man in die deutsche, österreichische oder Schweizer Planungspraxis, zeigt sich ein gemischtes Bild. Während auf der einen Seite immer mehr Beteiligungsformate entstehen – von Online-Beteiligungsplattformen bis zu Pop-up-Bürgerräten –, bleiben viele davon in ihrer Wirkung begrenzt. Häufig sind es die üblichen Verdächtigen, die sich zu Wort melden: organisierte Initiativen, lokalpolitisch Engagierte oder Personen mit spezifischem Vorwissen. Die berühmte „schweigende Mehrheit“ bleibt außen vor – nicht aus Desinteresse, sondern weil die Formate sie schlicht nicht erreichen.

Ein Grund dafür ist die Komplexität der Materie. Bauleitpläne, Flächennutzungsänderungen, Bebauungsplanverfahren – all das ist selbst für erfahrene Planer ein Dschungel aus Paragraphen und Prozessen. Wer hier mitreden will, braucht Zeit, Energie und eine ordentliche Portion Frustrationstoleranz. Hinzu kommen sprachliche, kulturelle und organisatorische Barrieren. Nicht jeder weiß, wann und wo Beteiligung stattfindet, wie man sich anmeldet oder welche Rechte man überhaupt hat. Und nicht jeder traut sich, im öffentlichen Raum oder vor Fachleuten seine Meinung zu sagen.

Die große Herausforderung besteht deshalb darin, Angebote zu schaffen, die diese Hürden abbauen. Das können interaktive Stadtmodelle sein, die ohne Erklärung funktionieren. Es können niedrigschwellige Dialogformate auf dem Wochenmarkt sein, die ohne Anmeldung besucht werden können. Oder digitale Plattformen, die auch auf dem Smartphone schnell und intuitiv bedienbar sind. Wichtig ist, dass sie nicht nur informieren, sondern wirklich einladen, mitzumachen – und dabei niemanden ausschließen.

Der Status quo in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist jedoch geprägt von Experimenten statt Standards. Es gibt innovative Pilotprojekte, aber auch viele Lippenbekenntnisse. Was fehlt, ist eine systematische Verankerung niederschwelliger Zugänge als Planungsprinzip – und der politische Wille, diese Angebote dauerhaft zu finanzieren und zu institutionalisieren. Nur so entsteht echte Teilhabe, die weit über die üblichen Beteiligungsrituale hinausgeht.

Werkzeuge und Methoden: Von der App bis zum Straßenfest

Die Toolbox für niederschwellige Stadtgestaltung ist heute größer denn je – und reicht weit über klassische Bürgerforen hinaus. Digitale Plattformen, mobile Apps, Social-Media-Kampagnen und Online-Beteiligungstools ermöglichen es, viele Menschen unabhängig von Zeit und Ort einzubinden. Sie senken die Hemmschwelle, indem sie Informationen verständlich aufbereiten, direkte Rückmeldungen erlauben und Mitwirkung mit wenigen Klicks möglich machen. Doch auch diese Tools sind kein Allheilmittel, denn sie erreichen nicht alle – und bergen das Risiko der digitalen Spaltung.

Deshalb bleiben analoge Formate unverzichtbar. Pop-up-Stadtbüros, temporäre Ausstellungen im öffentlichen Raum, Mitmachaktionen auf Straßenfesten oder Spaziergänge mit Planern vor Ort sind klassische Beispiele. Sie setzen auf niederschwellige Begegnung und unmittelbare Erfahrung. Gerade in Quartieren mit hoher Diversität oder geringer digitaler Reichweite sind solche Formate oft der einzige Weg, wirklich breite Gruppen anzusprechen. Entscheidend ist, dass sie offen, unverbindlich und ansprechend gestaltet sind – und nicht als lästige Pflichtübung daherkommen.

Ein besonders wirksames Instrument sind niedrigschwellige Visualisierungen. Interaktive Karten, 3D-Modelle oder Augmented-Reality-Anwendungen machen komplexe Planungsinhalte verständlich und greifbar. Sie ermöglichen es, Szenarien auszuprobieren, Alternativen zu vergleichen und Auswirkungen zu erleben – ganz ohne Fachjargon. So wird aus abstrakter Planung ein konkretes Erlebnis, das Diskussionen auf Augenhöhe fördert.

Auch hybride Formate, die digitale und analoge Beteiligung kombinieren, gewinnen an Bedeutung. Ein Beispiel: Ideen werden auf einem Straßenfest gesammelt, digital aufbereitet und dann online zur Abstimmung gestellt. Oder ein Beteiligungsprozess startet mit einer Online-Befragung und endet mit einem gemeinsamen Planungsspaziergang. Solche Formate schaffen Verbindlichkeit und weiten den Kreis der Mitwirkenden deutlich aus.

Wichtig bleibt: Das beste Werkzeug ist nur so gut wie sein Einsatz. Ohne eine kluge Kommunikationsstrategie, gezielte Ansprache und die Bereitschaft, wirklich zuzuhören, verpuffen selbst die innovativsten Methoden. Deshalb müssen Planer heute nicht nur Moderatoren und Experten, sondern auch Übersetzer und Möglichmacher sein – und die Beteiligung immer wieder neu denken.

Prozessarchitektur: Planung als Einladung, nicht als Hürde

Die größte Kunst bei der Gestaltung niederschwelliger Zugänge liegt nicht in der Technik, sondern im Prozessdesign. Stadtplanung ist oft ein Dschungel aus Fristen, Zuständigkeiten und Vorgaben – und genau hier scheitern viele Beteiligungsangebote. Wer Mitwirkung will, muss Prozesse so gestalten, dass sie zum Mitmachen einladen, statt abzuschrecken. Das beginnt bei der Sprache: Weg mit dem Fachjargon, her mit klaren, verständlichen Erklärungen. Wer weiß, was ein Rahmenplan ist, fühlt sich eingeladen – wer nur Bahnhof versteht, bleibt draußen.

Auch die Transparenz des Prozesses ist entscheidend. Bürger müssen wissen, wann und wie sie sich einbringen können, was mit ihren Beiträgen passiert und wie Entscheidungen getroffen werden. Nur so entsteht Vertrauen – und der Eindruck, dass Mitwirkung tatsächlich Wirkung hat. Ein offener, nachvollziehbarer Ablauf sorgt dafür, dass Beteiligung nicht als Feigenblatt, sondern als echtes Mitspracherecht wahrgenommen wird.

Timing ist ein weiteres Schlüsselelement. Zu oft werden Beteiligungsprozesse erst dann eröffnet, wenn die wichtigsten Weichen schon gestellt sind. Wer echte Teilhabe will, muss frühzeitig einbinden – noch bevor Konzepte festgezurrt sind. Nur dann können Ideen, Wünsche und Kritik wirklich in die Planung einfließen. Das verlangt Mut zur Offenheit – und die Bereitschaft, Ergebnisse nicht vorwegzunehmen.

Auch die Erreichbarkeit spielt eine zentrale Rolle. Beteiligung darf nicht an Öffnungszeiten oder Anmeldefristen scheitern. Mobile Angebote, flexible Zeitfenster und dezentrale Veranstaltungsorte sind wichtige Bausteine. Wer Beteiligung in den Alltag integriert – etwa durch kleine Aktionen auf Spielplätzen, Wochenmärkten oder in Schulen – erreicht Menschen, die sonst nie gekommen wären.

Schließlich geht es um Haltung: Wer Beteiligung ernst meint, muss auch mit Kritik umgehen können und bereit sein, Macht zu teilen. Das heißt, nicht nur zu fragen, sondern auch zuzuhören. Nicht nur zu informieren, sondern auch zu erklären, wie es weitergeht. Und vor allem: offen zu sein für Überraschungen und neue Perspektiven. Das macht Planung zwar manchmal anstrengender, aber auch deutlich besser und nachhaltiger.

Herausforderungen und Perspektiven: Was bleibt zu tun?

So klar die Vorteile niederschwelliger Zugänge zur Stadtgestaltung sind, so groß sind die Herausforderungen bei der Umsetzung. Viele Prozesse scheitern an Ressourcenmangel, fehlender Erfahrung oder politischen Widerständen. Beteiligung kostet Zeit, Geld und Nerven – und ist manchmal unbequem, weil sie etablierte Routinen infrage stellt. Nicht selten stoßen Planer an ihre Grenzen, wenn sie versuchen, möglichst viele Stimmen zu hören und zu integrieren. Die Kunst liegt darin, Erwartungen zu managen und dennoch echte Teilhabe zu ermöglichen.

Ein weiteres Problem ist die Frage der Repräsentativität. Niederschwellige Angebote erreichen zwar mehr Menschen, aber nicht automatisch alle Gruppen gleich gut. Besonders benachteiligte oder schwer erreichbare Milieus brauchen gezielte Ansprache und spezielle Formate. Hier sind Kreativität und Durchhaltevermögen gefragt – und manchmal auch die Kooperation mit lokalen Akteuren, Vereinen oder Multiplikatoren.

Rechtliche Rahmenbedingungen können ebenfalls zum Stolperstein werden. Von Datenschutz über Barrierefreiheit bis hin zu Beteiligungsrechten gibt es zahlreiche Vorschriften, die beachtet werden müssen. Das ist sinnvoll, kann Beteiligung aber auch erschweren, wenn die Regeln zu starr oder bürokratisch sind. Hier braucht es Flexibilität – und manchmal auch den Mut, Dinge auszuprobieren, bevor sie perfekt geregelt sind.

Kulturelle Hürden dürfen nicht unterschätzt werden. In vielen Verwaltungen herrscht noch immer die Angst, durch zu viel Offenheit Kontrolle zu verlieren. Dabei zeigen Best-Practice-Beispiele aus Städten wie Wien, Zürich oder Hamburg, dass gerade das Teilen von Verantwortung die Qualität der Planung und die Akzeptanz von Projekten erhöht. Wer Beteiligung als Chance begreift, profitiert langfristig – auch wenn der Weg dorthin manchmal steinig ist.

Der Blick nach vorn zeigt: Die Zukunft der Stadtgestaltung gehört denen, die Partizipation als lernende Praxis verstehen. Digitale Zwillinge, offene Datenplattformen und neue Beteiligungstechnologien bieten enorme Potenziale – aber nur, wenn sie klug eingesetzt und mit analogen Formaten kombiniert werden. Die Stadt von morgen entsteht nicht am Reißbrett, sondern im Dialog. Und dieser Dialog beginnt mit der Frage: Wie machen wir Mitgestaltung für alle möglich?

Zusammenfassung: Stadtgestaltung als kollektive Aufgabe und Zukunftschance

Niederschwellige Zugänge zur Stadtgestaltung sind mehr als ein Modewort – sie sind der Schlüssel zu lebendigen, resilienten und sozial gerechten Städten. Wer mitmachen will, braucht keine Spezialkenntnisse, sondern nur ein offenes Angebot und die Einladung, sich einzubringen. Digitale Tools, neue Beteiligungsformate und ein offenes Prozessdesign machen es möglich, aus Stadtbewohnern aktive Mitgestalter zu machen. Herausforderungen bleiben – von Ressourcen über Repräsentativität bis zu rechtlichen Rahmenbedingungen. Doch die Erfahrungen zeigen: Wo Partizipation ernst genommen, klug gestaltet und niedrigschwellig ermöglicht wird, wächst nicht nur die Akzeptanz, sondern auch die Qualität der Stadtentwicklung. Die Zukunft gehört den Städten, die Planung als kollektive Aufgabe und Chance begreifen – und dabei den Mut haben, Bürger wirklich einzuladen, ihre Stadt mitzugestalten. Diese Offenheit ist kein Risiko, sondern die beste Investition in eine lebenswerte urbane Zukunft.

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Wir sind Fachmedium des Jahres!

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Die Garten + Landschaft ist Fachmedium des Jahres 2017. Das verkündete die Jury auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse in Frankfurt am 17. Mai 2017.

Wissen vermitteln, den Horizont erweitern, Perspektiven bieten und Emotionen wecken – mit Tiefgang, einem modernen Layout und dem Anspruch auf Aktualität. Das muss eine gute Fachzeitschrift können. Und wir haben es jetzt schwarz auf weiß: so ein Medium ist die Garten + Landschaft. Gestern wurden wir auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse in Frankfurt als beste Fachzeitschrift des Jahres (bis 1 Mio. Umsatz) ausgezeichnet.

Für journalistische Qualität ausgezeichnet

Die Jury war sich einig: „Die Garten + Landschaft versteht es, den Fachzeitschriftenleser auf einer emotionalen Ebene anzusprechen. Der Titel besticht durch ein großzügiges und opulentes Layout, ohne an Sachlichkeit zu verlieren. Typo und Bilder werden vorbildlich eingesetzt“. Sehr gut gefallen haben der Jury auch die strukturierte Leserführung, die vielfältigen Stilformen und die Rubrik „Snapshots“.

Die Garten + Landschaft befindet sich in guter Gesellschaft. Auch die anderen Preisträger überzeugten die Jury von ihrer journalistischen Qualität: Ausgezeichnet wurden unter anderem die Deutsche Apotheker Zeitung, Miss & Mister Handwerk, DeviceMed, Si und die Website Hofheld vom Deutschen Landwirtschaftsverlag.

Zur Hauptjury gehörten Bernd Adam, Geschäftsführer der Deutschen Fachpresse, Wolfgang Beisler, stellvertretender Sprecher der Deutschen Fachpresse und Geschäftsführer des Carl Hanser Verlags, Jörg Dambacher, geschäftsführender Gesellschafter der RTS Rieger Team Werbeagentur, Prof. Dr. Lutz Frühbrodt, Leiter des Studiengangs „Fachjournalismus mit Schwerpunkt Technik“ an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt, Stefan Rühling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vogel Business Media und Hans Scheider, Mitgesellschafter der diemedia GmbH.

Hier geht’s zum Probeabo der Garten + Landschaft.

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Disney Dorf – tausend Wohneinheiten mit Micky Maus

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das soll bald in den Disney Storyliving Communities möglich sein. (Foto: Capricorn song / Unsplash)
das soll bald in den Disney Storyliving Communities möglich sein. (Foto: Capricorn song / Unsplash)

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Disney für Erwachsene

Zwei Stunden von Los Angeles entfernt möchte der Disney-Konzern ein erstes Dorf mit tausend Wohneinheiten bauen. Das Micky-Maus Dorf soll dabei den typischen Disneycharme versprühen und junge Menschen, Tourist*innen, aber vor allem auch Senior*innen anziehen. Alles zu dem Projekt – das nur das erste von vielen sein soll – lesen Sie hier.

Im Februar 2022 kündigte Disney „Storyliving“ an: Nachbarschaften oder Communities, die es Fans ermöglichen sollen, „nach neuen Wegen zu suchen, um Disney zu einem größeren Teil ihres Lebens zu machen“. Bei diesen neuen Wohngebieten in ganz Amerika handelt es sich um per Masterplan entworfene Communities, die sich durch „einzigartig gestaltete Räume, einzigartige Annehmlichkeiten und Disneys weltberühmten Service“ auszeichnen werden. Der erste Standort des Disney Dorf wird in Rancho Mirage, Kalifornien, sein. Dies ist der Ort, an dem der Firmengründer Walt Disney einst lebte.

Josh D’Amaro, Leiter von Disneys Abteilung für Parks, Erlebnisse und Produkte, sagte, es sei nur logisch, Nachbarschaften im Stil eines Themenparks zu schaffen: „Seit fast hundert Jahren hat Disney mit seinen Geschichten und Figuren die Herzen der Menschen überall berührt“, sagte er. „Während wir uns auf das nächste Jahrhundert unseres Bestehens vorbereiten, wollen wir neue und aufregende Angebote entwickeln, um die Magie von Disney zu den Menschen zu bringen – indem wir Geschichten in echtes Leben verwandeln.“

Das erste Disney Dorf

Erste Renderings der Storyliving Communities zeigen Orte, die sehr idyllisch und urlaubsähnlich aussehen. Die deutsche Zeitung „Der Spiegel“ hat sie als „ewige Kreuzfahrten“ und „echte Märchenwelten“ beschrieben. Den Bewohner*innen werden zahlreiche Aktivitäten wie Yoga- und Kochkurse sowie ein vielfältiges Wellness-Angebot geboten.

Die Zielgruppe für die Storyliving Communities sind erwachsene Disney-Fans, die eine harmonische Disneyland-Atmosphäre suchen. Diejenigen, die 55 Jahre und älter sind, haben eine starke Bindung zu Disney und blicken auf ältere Filme und erste Besuche in den Disneyland-Parks zurück. Der erste Park eröffnete im Juli 1955 in Anaheim, Kalifornien. Im Oktober 1971 folgte Disney World in Bay Lake, Orlando.

Im Jahr 1996 gründete die Walt Disney Company die Stadt Celebration in Florida, eine Nachbarschaft im Osceola County. Celebration zeichnet sich durch begehbare Straßen, zahlreiche Parks in der Nachbarschaft, günstige Einkaufsmöglichkeiten und traditionelle Wohnformen aus. Sie ist ein Beispiel für den „New Urbanism“, der zeigt, wie die Häuser früher aussahen. Die Stadt befindet sich zwar nicht auf dem Disney-Resort selbst, liegt aber in der Nähe des Parks. Die ersten Häuser wurden von Disneyland-Fans bei einer Tombola gewonnen. Heute befinden sich die Grundstücke von Celebration jedoch alle in Privatbesitz.

Erster Spatenstich im April 2022

Disneys erste Storyliving Community in Rancho Mirage wird den Namen Cotino tragen. Der erste Spatenstich fürs Disney Dorf ist für den 26. April 2022 im Rahmen einer privaten Zeremonie geplant. Das Gelände wird derzeit planiert, was bis zu zwölf Monate dauern kann.

Cotino soll eine Wohnsiedlung, eine 24 Hektar große, schwimmfähige Lagune und ein Resort-Hotel umfassen. Die Wohnmöglichkeiten werden voraussichtlich aus Anwesen, Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern bestehen. Sie sind um eine große Oase mit künstlichen Stränden angeordnet. Die Storyliving Community wird als Gemeindeverband organisiert sein, der von Disney-Mitarbeiter*innen geleitet wird. In der Storyliving Community sollen das ganze Jahr über Veranstaltungen und Unterhaltungsprogramme zum Thema Disney stattfinden.

Gabe Codding, Stadtsprecher von Rancho Mirage, sagte, dass es noch keine Baugenehmigung für Cotino gibt. Dies bedeutet, dass der Bau lange dauern könnte. Der Bebauungsplan für das Grundstück ist zwar bereits genehmigt, doch muss die Gemeinde noch ein Antrags- und Genehmigungsverfahren durchlaufen. Dazu gehören Präsentationen vor dem Architectural Review Board der Stadt, der Planungskommission und dem Stadtrat. Dabei müssen sowohl die Meinungen der Öffentlichkeit als auch die von Fachleuten vorgebrachten Überlegungen und Fragen berücksichtigt werden.

Disney kündigt an, überall in den Vereinigten Staaten Storyliving Communities zu errichten. Es wird jedoch noch einige Jahre dauern, bis die ersten Märchendörfer, das erste Disney Dorf bewohnbar ist – Micky Maus muss sich also noch ein wenig gedulden.

Kritische Stimmen

In den Vereinigten Staaten von Amerika wird häufig beklagt, dass Disney „alles besitzt“, von Fernsehsendern über Filmproduktionsfirmen bis hin zu Zeitungen. Sogar GoPro ist teilweise im Besitz des Unternehmens. Mehr als 210 000 Menschen arbeiten bei dem Unternehmen, das sich nicht mehr im Besitz der Disney-Familie befindet. Stattdessen ist der größte Aktionär die Vanguard Group Inc.

Als Titan in der Welt der Vergnügungsparks, des Fernsehens und der Filme ist Disney nun dabei, sich in die Entwicklung von Wohnvierteln zu versuchen. Dies hat in den sozialen Medien viel Kritik hervorgerufen, die Storyliving als „Gated Community für Disney-Erwachsene“ bezeichnet. Die Idee, dass ein Unternehmen eine Stadt besitzt, ist selbst in den Vereinigten Staaten ungewöhnlich.

Gleichzeitig steht Disney in der Kritik, seine Mitarbeiter*innen unterbezahlt zu haben, was Twitter-Nutzer*innen dazu veranlasst hat, Dinge zu tweeten wie „Irgendwie krank, dass Disney Wohnungen für die Reichen baut, während ein guter Prozentsatz seiner Mitarbeiter obdachlos ist und in ihren Autos lebt, aber das ist eben der Maus-Kapitalismus“. Gleichzeitig hat Disney Pläne für den Bau von 1 300 bezahlbaren Wohnungen in der Nähe des Themenparks in Orlando angekündigt.

Zu einem etwas anderen Park in der kalifornischen Großstadt, können Sie hier etwas lesen.

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