googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649697825425-0'); });

Pflegequartiere planen – wenn Daseinsvorsorge zur städtebaulichen Leitlinie wird

Building design
luftaufnahme-einer-stadt-durch-die-ein-fluss-fliesst-P2d8SKdbjEE
Luftaufnahme einer urbanen, nachhaltigen Stadt mit Fluss in der Schweiz, fotografiert von Carrie Borden.
googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649688785468-0'); });

Pflegequartiere sind in aller Munde – und das mit gutem Grund. Wenn Daseinsvorsorge zur städtebaulichen Leitlinie wird, stehen nicht mehr nur Gebäude und Grünflächen im Fokus, sondern das menschliche Miteinander, der demografische Wandel und die Frage, wie wir in Würde alt werden. Wer Pflegequartiere plant, gestaltet keine bloßen Infrastrukturprojekte, sondern prägt die soziale DNA ganzer Stadtteile. Warum das Thema für Städtebauer, Landschaftsarchitekten und Kommunen hochbrisant ist – und wie Pflegequartiere heute als Motor für nachhaltige Stadtentwicklung wirken können – das erfahren Sie hier. Spoiler: Es wird Zeit, Pflege neu zu denken.

  • Definition und Entwicklung des Konzepts Pflegequartier: Von der Versorgungsinsel zum lebendigen Stadtbaustein
  • Demografischer Wandel als Katalysator für neue Formen der Daseinsvorsorge
  • Städtebauliche, sozialräumliche und ökologische Anforderungen an moderne Pflegequartiere
  • Best-Practice-Beispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
  • Die Rolle von Freiraumgestaltung und Partizipation für Lebensqualität und Pflege im Quartier
  • Herausforderungen: Finanzierung, Flächenkonkurrenz, Governance und Akzeptanz
  • Synergien mit nachhaltiger Stadtentwicklung und anderen Funktionen (Wohnen, Mobilität, Nahversorgung)
  • Strategien für Planer und Kommunen: Wie gelingt die Integration von Pflegequartieren?
  • Digitale und technische Innovationen als Chance für Pflege und Quartiersmanagement
  • Fazit: Warum Pflegequartiere der Schlüssel für eine soziale, resiliente und generationengerechte Stadt sind

Pflegequartiere: Vom Versorgungsort zur städtebaulichen Leitidee

Pflegequartiere sind längst mehr als funktionale Orte für pflegebedürftige Menschen. Sie sind das Ergebnis einer fundamentalen gesellschaftlichen Verschiebung: Der demografische Wandel hat die klassische Altenpflege in Pflegeheimen an ihr Limit gebracht, während der Bedarf an quartiersnaher, integrierter Pflege rapide wächst. Was bedeutet das für die Stadtentwicklung? Ganz einfach: Pflege wird zur Querschnittsaufgabe, zur sozialen Infrastruktur mit räumlicher Identität und zum Motor für neue Nachbarschaftsmodelle.

Das klassische Pflegeheim am Stadtrand, isoliert und fernab des Alltags, gilt zunehmend als Relikt. Moderne Pflegequartiere setzen stattdessen auf Integration – räumlich, sozial und funktional. Sie sind eingebettet in das Quartier, offen für alle Generationen und Teil eines Netzwerks aus Nahversorgung, Wohnen, Mobilität und sozialen Diensten. Der Begriff „Pflegequartier“ beschreibt dabei nicht nur einen Gebäudekomplex, sondern eine städtebauliche Strategie: Es geht um Räume, in denen Pflege, Betreuung und Teilhabe selbstverständlich miteinander verschmelzen.

Städte und Gemeinden stehen damit vor der Herausforderung, Pflege nicht länger als Sondersphäre zu betrachten. Vielmehr gilt es, den Pflegebedarf als Leitlinie für die Quartiersentwicklung zu begreifen. Das erfordert ein Umdenken in der Planung: Weg vom reinen Flächenverbrauch hin zu einer nutzungsgemischten, kooperativen Stadtgestaltung. Pflegequartiere sind dabei keine „Pflegeinseln“, sondern integrale Bestandteile des urbanen Gefüges – mit all seinen Chancen und Widersprüchen.

Die politische und gesellschaftliche Dimension dieser Entwicklung ist enorm. Pflege wird zur Frage der Daseinsvorsorge, also der Grundversorgung, die jeder Kommune obliegt. Damit geraten Kommunalpolitik, Stadtplanung und Sozialwesen unter Zugzwang: Wer Pflegequartiere vergisst, verliert Anschluss an eine generationengerechte, inklusive Stadtentwicklung. Und während Bund und Länder Programme und Förderungen auflegen, sind es am Ende die Städte und Planer, die Visionen in gebaute Realität übersetzen müssen.

Doch was macht ein Pflegequartier eigentlich aus? Es ist weit mehr als die Addition von Pflegewohnen, Tagespflege und ambulanten Diensten. Entscheidend ist die soziale und räumliche Verknüpfung mit Nachbarschaft, Infrastruktur und öffentlichem Raum. Nur so entstehen Orte, die nicht stigmatisieren, sondern verbinden – und in denen Pflegebedürftige als Teil des städtischen Lebens sichtbar werden.

Die städtebauliche Leitidee des Pflegequartiers bedeutet also: Integration statt Ausgrenzung, Vielfalt statt Monofunktion, Mensch statt Objekt. Das klingt selbstverständlich, ist aber in der Praxis ein Paradigmenwechsel. Und genau darin liegt die eigentliche Herausforderung – und die große Chance für Stadt- und Landschaftsplanung.

Demografischer Wandel als Planungsauftrag: Warum Pflegequartiere unverzichtbar werden

Das Statistische Bundesamt rechnet bis 2040 mit einem drastischen Anstieg der Zahl pflegebedürftiger Menschen – allein in Deutschland auf über sechs Millionen. Parallel dazu verändern sich Familienstrukturen, Erwerbsbiografien und Mobilitätsmuster. Die Folge: Immer mehr Menschen sind auf professionelle, wohnortnahe Unterstützung angewiesen. Gleichzeitig sinkt die Bereitschaft und Fähigkeit, Pflege im familiären Umfeld zu organisieren. Der demografische Wandel ist damit nicht nur eine statistische Größe, sondern ein gesellschaftlicher Handlungsauftrag ersten Ranges.

Für die Stadtplanung bedeutet das: Wer Stadt für alle baut, muss Pflege als Teil der Daseinsvorsorge denken – und zwar frühzeitig, integrativ und quartiersbezogen. Die klassische Trennung von Pflege, Wohnen und Stadtleben wird den Realitäten einer alternden Gesellschaft nicht mehr gerecht. Vielmehr braucht es hybride Orte, die verschiedene Pflege- und Betreuungsformen mit anderen städtischen Funktionen verbinden. Pflegequartiere sind dabei die räumliche Antwort auf neue Lebensphasen, biografische Brüche und wachsende Diversität.

Gleichzeitig wächst der Anspruch an Lebensqualität und Autonomie im Alter. Pflegebedürftige Menschen wollen Teilhabe, Selbstbestimmung und ein Leben in vertrauter Umgebung – auch bei steigendem Unterstützungsbedarf. Das stellt hohe Anforderungen an die bauliche, funktionale und soziale Gestaltung von Quartieren. Barrierefreiheit, wohnortnahe Dienstleistungen, flexible Pflegeangebote und attraktive öffentliche Räume sind dabei keine Kür, sondern Pflichtprogramm.

Der demografische Wandel verändert zudem die Flächennachfrage im urbanen Raum. Während klassische Einfamilienhausgebiete an Bedeutung verlieren, steigt der Bedarf an kleinteiligen, altersgerechten und gemeinschaftsfördernden Wohnformen. Pflegequartiere bieten hier die Chance, neue Siedlungsstrukturen zu entwickeln, Flächen effizient zu nutzen und soziale Infrastruktur zu bündeln. Sie sind damit ein zentraler Hebel für nachhaltige, resiliente Stadtentwicklung – und eine Antwort auf die wachsende Flächenkonkurrenz in Ballungsräumen.

Ein weiterer Aspekt: Der Wettbewerb um qualifiziertes Personal wird schärfer. Pflegequartiere, die attraktive Arbeitsbedingungen, gute Erreichbarkeit und Anbindung an das Quartier bieten, können zur Fachkräftesicherung beitragen. Sie machen Pflegeberufe sichtbarer und stärken ihre gesellschaftliche Anerkennung. Das ist nicht nur ein sozialpolitisches Ziel, sondern auch ein Standortfaktor für Städte und Gemeinden.

Kurzum: Pflegequartiere sind keine Nischenlösung, sondern ein zentrales Zukunftsthema für die Stadtentwicklung. Wer sie ignoriert, riskiert soziale Spaltung, Überforderung von Familien und den Verlust von Lebensqualität für ganze Stadtteile. Wer sie klug integriert, baut Brücken zwischen Generationen – und gestaltet die Stadt von morgen.

Städtebauliche und landschaftsarchitektonische Anforderungen: Was ein gutes Pflegequartier ausmacht

Die Planung von Pflegequartieren ist weit mehr als ein architektonisches oder funktionales Puzzle – sie ist eine hochkomplexe städtebauliche Aufgabe mit enormer Tragweite. Im Fokus stehen dabei immer drei Dimensionen: räumliche Integration, soziale Teilhabe und ökologische Nachhaltigkeit. Nur wenn diese Aspekte zusammengedacht werden, entstehen Quartiere, die mehr sind als die Summe ihrer Gebäude und Funktionen.

Räumliche Integration bedeutet, dass Pflegequartiere keine Inseln am Rand der Stadt sind, sondern gut angebundene, sichtbar eingebundene Orte in bestehenden Nachbarschaften. Das setzt eine kleinteilige, durchmischte Bebauungsstruktur voraus, kurze Wege zu Nahversorgung, Kultur, öffentlichem Nahverkehr und medizinischer Versorgung. Die klassische Blockrandbebauung, ergänzt um durchlässige Wegeführungen und halböffentliche Höfe, kann hier ebenso funktionieren wie innovative Cluster- oder Reihenstrukturen. Entscheidend ist die Vernetzung mit dem Quartier.

Die Freiraumgestaltung spielt eine Schlüsselrolle. Sie entscheidet darüber, ob Pflegebedürftige und ihre Angehörigen am öffentlichen Leben teilhaben oder isoliert werden. Multifunktionale Plätze, barrierefreie Wege, therapeutische Gärten, Aufenthaltsbereiche mit Sitzgelegenheiten und geschützten Rückzugsorten sind unverzichtbar. Hier geht es nicht nur um Ästhetik, sondern um Lebensqualität, Orientierung und Sicherheit. Landschaftsarchitekten sind gefordert, Freiräume so zu gestalten, dass sie alle Generationen einladen – und zugleich auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz, eingeschränkter Mobilität oder Sinnesbeeinträchtigungen eingehen.

Auch die soziale Infrastruktur muss mitgedacht werden. Pflegequartiere funktionieren nur, wenn sie Orte der Begegnung und Teilhabe sind. Das gelingt am besten durch offene, zugängliche Gemeinschaftsräume, Cafés, Werkstätten, Beratungsstellen und Begegnungszonen, die nicht exklusiv für Pflegebedürftige reserviert sind. Quartiersmanager, Nachbarschaftsinitiativen und ehrenamtliche Strukturen können hier Brücken bauen – vorausgesetzt, die räumlichen Voraussetzungen stimmen.

Ökologische Nachhaltigkeit ist ein weiterer zentraler Baustein. Pflegequartiere bieten die Chance, innovative Energiekonzepte, Regenwassermanagement, klimafreundliche Mobilität und Biodiversität zu verbinden. Gründächer, Fassadenbegrünung, Photovoltaik und Regenwassernutzung sind längst Stand der Technik – entscheidend ist, sie systematisch in die Quartiersplanung zu integrieren. Das schafft nicht nur ein besseres Mikroklima, sondern auch wichtige Lernorte für nachhaltiges Handeln im Alltag.

Die Kunst liegt darin, all diese Anforderungen zu einem schlüssigen Gesamtkonzept zu verweben – und dabei die besonderen Bedürfnisse der Zielgruppe nie aus dem Blick zu verlieren. Wer Pflegequartiere plant, muss daher interdisziplinär denken, kooperativ handeln und mutig neue Wege gehen. Nur so entstehen Orte, die Pflegebedürftigen eine echte Heimat bieten – und zugleich das Quartier bereichern.

Best Practices und Herausforderungen: Wie Pflegequartiere gelingen – und woran sie scheitern

In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es mittlerweile zahlreiche Pilotprojekte und etablierte Pflegequartiere, die als Vorbild dienen können. Ein bekanntes Beispiel ist das „Quartier 4“ in Hannover, das Pflege, betreutes Wohnen, ambulante Dienste und Nachbarschaftstreff unter einem Dach vereint. Hier zeigt sich, wie räumliche Mischung, gezielte Freiraumgestaltung und soziale Infrastruktur zu einem lebendigen Quartier verschmelzen – und Pflegebedürftige nicht am Rand, sondern mitten im Leben stehen.

Auch das Projekt „Zukunftsquartier“ in Wien setzt Maßstäbe: Durch die Verbindung von sozialem Wohnungsbau, Pflegeangeboten, Kultur- und Freizeitnutzungen entsteht ein vielfältiger Stadtbaustein, der unterschiedliche Lebensphasen und -stile integriert. Die Einbindung von Freiwilligenarbeit, Nachbarschaftshilfe und digitalen Assistenzsystemen macht das Quartier besonders zukunftsfähig.

Doch so überzeugend die Vorbilder sind – die Herausforderungen sind beträchtlich. Ein zentrales Problem bleibt die Finanzierung. Pflegequartiere erfordern Investitionen in Gebäude, Infrastruktur, Freiräume und Quartiersmanagement. Förderprogramme sind oft projektbezogen und befristet, während nachhaltige Pflegequartiere langfristige Planungssicherheit brauchen. Kommunen müssen daher neue Finanzierungsmodelle entwickeln, zum Beispiel durch Sozialanleihen, Public-Private-Partnerships oder genossenschaftliche Trägerschaften.

Die Flächenkonkurrenz in wachsenden Städten ist ein weiteres Hindernis. Pflegequartiere konkurrieren mit Wohnungsbau, Gewerbe, Freizeit und Verkehr. Hier braucht es eine vorausschauende Flächenpolitik, die Pflege als Daseinsvorsorge priorisiert – und innovative Lösungen wie Nachverdichtung, Zwischennutzungen oder Umnutzung von Bestandsimmobilien nutzt. Städte wie München oder Zürich gehen hier mit gutem Beispiel voran, indem sie Pflegequartiere gezielt in städtische Entwicklungsgebiete integrieren.

Ein nicht zu unterschätzender Stolperstein ist die Governance: Wer plant, baut, betreibt und finanziert das Pflegequartier? Kommunen, Wohlfahrtsverbände, private Träger, Genossenschaften oder Bürgerinitiativen? Erfolgreiche Projekte setzen auf breite Partnerschaften, Kooperationsverträge und transparente Entscheidungsstrukturen. Nur so lassen sich Partikularinteressen überwinden – und das Pflegequartier als gemeinsames Anliegen der Stadtgesellschaft etablieren.

Akzeptanz und Partizipation sind schließlich der Schlüssel zum Erfolg. Pflegequartiere polarisieren oft – aus Angst vor Stigmatisierung, Wertverlust oder Überforderung der Nachbarschaft. Frühzeitige Einbindung, offene Kommunikation und die Einbindung von Pflegebedürftigen, Angehörigen und Nachbarn in die Planung sind daher unverzichtbar. Wer mitgestalten darf, identifiziert sich mit dem Quartier – und trägt es mit.

Strategien für die Zukunft: Pflegequartiere als Baustein einer nachhaltigen Stadt

Pflegequartiere sind kein Selbstläufer. Sie brauchen strategische Planung, politische Rückendeckung und innovative Ansätze. Für Stadtplaner, Landschaftsarchitekten und Kommunen stellen sich dabei zentrale Fragen: Wie lässt sich Pflege mit anderen Funktionen (Wohnen, Arbeiten, Freizeit, Mobilität) verknüpfen? Wie kann man Digitalisierung und technische Innovationen sinnvoll nutzen, ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren? Und wie bleibt das Quartier über Jahre hinweg lebendig und anpassungsfähig?

Ein Schlüssel liegt in der Verzahnung von Pflege und Nachbarschaft: Pflegequartiere sollten keine exklusiven Spezialgebiete sein, sondern offen für alle Bewohner. Gemeinschaftliche Aktivitäten, offene Cafés, generationsübergreifende Projekte und flexible Räume fördern Begegnung und verhindern soziale Segregation. Digitale Plattformen können die Vernetzung erleichtern, etwa durch Nachbarschafts-Apps, digitale Pflegekoordination oder smarte Assistenzsysteme. Entscheidend ist, dass Technik den Menschen dient – nicht umgekehrt.

Die räumliche Gestaltung muss so flexibel sein, dass sie auf Veränderungen reagieren kann. Modulbauweisen, adaptive Grundrisse und multifunktionale Flächen erlauben es, Pflegeangebote und Wohnformen je nach Bedarf anzupassen. Das ist besonders wichtig, weil sich Pflegebedarfe und Lebensstile im Laufe der Zeit verändern – und Quartiere lebendig bleiben sollen.

Interdisziplinarität ist ein Muss: Erfolgreiche Pflegequartiere entstehen nur, wenn Stadtplaner, Architekten, Landschaftsarchitekten, Sozialplaner, Pflegeexperten und Nutzer auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Regelmäßige Dialogformate, Workshops und kooperative Planungsprozesse sind hier unverzichtbar. Kommunen sollten als Moderator agieren und die verschiedenen Interessen bündeln – von der ersten Skizze bis zum laufenden Betrieb.

Schließlich ist Nachhaltigkeit nicht nur eine ökologische, sondern auch eine soziale und ökonomische Aufgabe. Pflegequartiere, die auf Ressourcenschonung, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Stabilität setzen, sind resilienter und zukunftsfähiger. Das bedeutet: kurze Wege, erneuerbare Energien, bezahlbare Angebote, soziale Mischung und eine starke Nachbarschaft. Nur so werden Pflegequartiere zu echten Kraftzentren der Stadtentwicklung.

Die Zukunft der Pflege liegt im Quartier – und die Zukunft der Stadt liegt in der Fähigkeit, Daseinsvorsorge als städtebauliche Leitlinie zu begreifen. Wer Pflegequartiere konsequent plant, schafft Orte, an denen Menschen alt werden wollen – und an denen Stadtgesellschaft im besten Sinne lebendig bleibt.

Fazit: Pflegequartiere als Schlüssel zu einer menschlichen und resilienten Stadt

Pflegequartiere sind weit mehr als die Summe ihrer Pflegebetten, Dienstleistungsangebote oder architektonischen Qualitäten. Sie sind Ausdruck einer neuen Haltung in der Stadtentwicklung – einer Haltung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt und Daseinsvorsorge zur städtebaulichen Leitlinie erhebt. Angesichts des demografischen Wandels, wachsender Pflegebedarfe und gesellschaftlicher Umbrüche sind Pflegequartiere kein Luxus, sondern Notwendigkeit. Sie bieten die Chance, soziale Integration, Lebensqualität und Nachhaltigkeit in gebauten Raum zu übersetzen – und damit Stadt für alle Generationen erfahrbar zu machen.

Die Herausforderungen sind groß: von der Finanzierung über die Flächenkonkurrenz bis hin zu Governance und Akzeptanz. Doch die Chancen sind größer. Pflegequartiere zeigen, wie Stadtentwicklung solidarisch, adaptiv und generationengerecht funktionieren kann. Sie machen aus der Pflichtaufgabe Pflege eine städtebauliche Vision – und aus Stadtteilen lebendige, soziale Räume. Wer Pflegequartiere klug plant, baut nicht nur für heute, sondern für morgen. Und leistet damit einen unschätzbaren Beitrag zu einer menschlichen, resilienten und lebenswerten Stadt.

googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649688785468-0'); });
POTREBBE INTERESSARTI ANCHE
googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649697825425-0'); });

Wir sind Fachmedium des Jahres!

Building design
googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649688785468-0'); });

Die Garten + Landschaft ist Fachmedium des Jahres 2017. Das verkündete die Jury auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse in Frankfurt am 17. Mai 2017.

Wissen vermitteln, den Horizont erweitern, Perspektiven bieten und Emotionen wecken – mit Tiefgang, einem modernen Layout und dem Anspruch auf Aktualität. Das muss eine gute Fachzeitschrift können. Und wir haben es jetzt schwarz auf weiß: so ein Medium ist die Garten + Landschaft. Gestern wurden wir auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse in Frankfurt als beste Fachzeitschrift des Jahres (bis 1 Mio. Umsatz) ausgezeichnet.

Für journalistische Qualität ausgezeichnet

Die Jury war sich einig: „Die Garten + Landschaft versteht es, den Fachzeitschriftenleser auf einer emotionalen Ebene anzusprechen. Der Titel besticht durch ein großzügiges und opulentes Layout, ohne an Sachlichkeit zu verlieren. Typo und Bilder werden vorbildlich eingesetzt“. Sehr gut gefallen haben der Jury auch die strukturierte Leserführung, die vielfältigen Stilformen und die Rubrik „Snapshots“.

Die Garten + Landschaft befindet sich in guter Gesellschaft. Auch die anderen Preisträger überzeugten die Jury von ihrer journalistischen Qualität: Ausgezeichnet wurden unter anderem die Deutsche Apotheker Zeitung, Miss & Mister Handwerk, DeviceMed, Si und die Website Hofheld vom Deutschen Landwirtschaftsverlag.

Zur Hauptjury gehörten Bernd Adam, Geschäftsführer der Deutschen Fachpresse, Wolfgang Beisler, stellvertretender Sprecher der Deutschen Fachpresse und Geschäftsführer des Carl Hanser Verlags, Jörg Dambacher, geschäftsführender Gesellschafter der RTS Rieger Team Werbeagentur, Prof. Dr. Lutz Frühbrodt, Leiter des Studiengangs „Fachjournalismus mit Schwerpunkt Technik“ an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt, Stefan Rühling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vogel Business Media und Hans Scheider, Mitgesellschafter der diemedia GmbH.

Hier geht’s zum Probeabo der Garten + Landschaft.

googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649688785468-0'); });
googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649697825425-0'); });

Disney Dorf – tausend Wohneinheiten mit Micky Maus

Building design
das soll bald in den Disney Storyliving Communities möglich sein. (Foto: Capricorn song / Unsplash)
das soll bald in den Disney Storyliving Communities möglich sein. (Foto: Capricorn song / Unsplash)

googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649688785468-0'); });

Disney für Erwachsene

Zwei Stunden von Los Angeles entfernt möchte der Disney-Konzern ein erstes Dorf mit tausend Wohneinheiten bauen. Das Micky-Maus Dorf soll dabei den typischen Disneycharme versprühen und junge Menschen, Tourist*innen, aber vor allem auch Senior*innen anziehen. Alles zu dem Projekt – das nur das erste von vielen sein soll – lesen Sie hier.

Im Februar 2022 kündigte Disney „Storyliving“ an: Nachbarschaften oder Communities, die es Fans ermöglichen sollen, „nach neuen Wegen zu suchen, um Disney zu einem größeren Teil ihres Lebens zu machen“. Bei diesen neuen Wohngebieten in ganz Amerika handelt es sich um per Masterplan entworfene Communities, die sich durch „einzigartig gestaltete Räume, einzigartige Annehmlichkeiten und Disneys weltberühmten Service“ auszeichnen werden. Der erste Standort des Disney Dorf wird in Rancho Mirage, Kalifornien, sein. Dies ist der Ort, an dem der Firmengründer Walt Disney einst lebte.

Josh D’Amaro, Leiter von Disneys Abteilung für Parks, Erlebnisse und Produkte, sagte, es sei nur logisch, Nachbarschaften im Stil eines Themenparks zu schaffen: „Seit fast hundert Jahren hat Disney mit seinen Geschichten und Figuren die Herzen der Menschen überall berührt“, sagte er. „Während wir uns auf das nächste Jahrhundert unseres Bestehens vorbereiten, wollen wir neue und aufregende Angebote entwickeln, um die Magie von Disney zu den Menschen zu bringen – indem wir Geschichten in echtes Leben verwandeln.“

Das erste Disney Dorf

Erste Renderings der Storyliving Communities zeigen Orte, die sehr idyllisch und urlaubsähnlich aussehen. Die deutsche Zeitung „Der Spiegel“ hat sie als „ewige Kreuzfahrten“ und „echte Märchenwelten“ beschrieben. Den Bewohner*innen werden zahlreiche Aktivitäten wie Yoga- und Kochkurse sowie ein vielfältiges Wellness-Angebot geboten.

Die Zielgruppe für die Storyliving Communities sind erwachsene Disney-Fans, die eine harmonische Disneyland-Atmosphäre suchen. Diejenigen, die 55 Jahre und älter sind, haben eine starke Bindung zu Disney und blicken auf ältere Filme und erste Besuche in den Disneyland-Parks zurück. Der erste Park eröffnete im Juli 1955 in Anaheim, Kalifornien. Im Oktober 1971 folgte Disney World in Bay Lake, Orlando.

Im Jahr 1996 gründete die Walt Disney Company die Stadt Celebration in Florida, eine Nachbarschaft im Osceola County. Celebration zeichnet sich durch begehbare Straßen, zahlreiche Parks in der Nachbarschaft, günstige Einkaufsmöglichkeiten und traditionelle Wohnformen aus. Sie ist ein Beispiel für den „New Urbanism“, der zeigt, wie die Häuser früher aussahen. Die Stadt befindet sich zwar nicht auf dem Disney-Resort selbst, liegt aber in der Nähe des Parks. Die ersten Häuser wurden von Disneyland-Fans bei einer Tombola gewonnen. Heute befinden sich die Grundstücke von Celebration jedoch alle in Privatbesitz.

Erster Spatenstich im April 2022

Disneys erste Storyliving Community in Rancho Mirage wird den Namen Cotino tragen. Der erste Spatenstich fürs Disney Dorf ist für den 26. April 2022 im Rahmen einer privaten Zeremonie geplant. Das Gelände wird derzeit planiert, was bis zu zwölf Monate dauern kann.

Cotino soll eine Wohnsiedlung, eine 24 Hektar große, schwimmfähige Lagune und ein Resort-Hotel umfassen. Die Wohnmöglichkeiten werden voraussichtlich aus Anwesen, Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern bestehen. Sie sind um eine große Oase mit künstlichen Stränden angeordnet. Die Storyliving Community wird als Gemeindeverband organisiert sein, der von Disney-Mitarbeiter*innen geleitet wird. In der Storyliving Community sollen das ganze Jahr über Veranstaltungen und Unterhaltungsprogramme zum Thema Disney stattfinden.

Gabe Codding, Stadtsprecher von Rancho Mirage, sagte, dass es noch keine Baugenehmigung für Cotino gibt. Dies bedeutet, dass der Bau lange dauern könnte. Der Bebauungsplan für das Grundstück ist zwar bereits genehmigt, doch muss die Gemeinde noch ein Antrags- und Genehmigungsverfahren durchlaufen. Dazu gehören Präsentationen vor dem Architectural Review Board der Stadt, der Planungskommission und dem Stadtrat. Dabei müssen sowohl die Meinungen der Öffentlichkeit als auch die von Fachleuten vorgebrachten Überlegungen und Fragen berücksichtigt werden.

Disney kündigt an, überall in den Vereinigten Staaten Storyliving Communities zu errichten. Es wird jedoch noch einige Jahre dauern, bis die ersten Märchendörfer, das erste Disney Dorf bewohnbar ist – Micky Maus muss sich also noch ein wenig gedulden.

Kritische Stimmen

In den Vereinigten Staaten von Amerika wird häufig beklagt, dass Disney „alles besitzt“, von Fernsehsendern über Filmproduktionsfirmen bis hin zu Zeitungen. Sogar GoPro ist teilweise im Besitz des Unternehmens. Mehr als 210 000 Menschen arbeiten bei dem Unternehmen, das sich nicht mehr im Besitz der Disney-Familie befindet. Stattdessen ist der größte Aktionär die Vanguard Group Inc.

Als Titan in der Welt der Vergnügungsparks, des Fernsehens und der Filme ist Disney nun dabei, sich in die Entwicklung von Wohnvierteln zu versuchen. Dies hat in den sozialen Medien viel Kritik hervorgerufen, die Storyliving als „Gated Community für Disney-Erwachsene“ bezeichnet. Die Idee, dass ein Unternehmen eine Stadt besitzt, ist selbst in den Vereinigten Staaten ungewöhnlich.

Gleichzeitig steht Disney in der Kritik, seine Mitarbeiter*innen unterbezahlt zu haben, was Twitter-Nutzer*innen dazu veranlasst hat, Dinge zu tweeten wie „Irgendwie krank, dass Disney Wohnungen für die Reichen baut, während ein guter Prozentsatz seiner Mitarbeiter obdachlos ist und in ihren Autos lebt, aber das ist eben der Maus-Kapitalismus“. Gleichzeitig hat Disney Pläne für den Bau von 1 300 bezahlbaren Wohnungen in der Nähe des Themenparks in Orlando angekündigt.

Zu einem etwas anderen Park in der kalifornischen Großstadt, können Sie hier etwas lesen.

googletag.cmd.push(function(){ googletag.display('div-gpt-ad-1649688785468-0'); });