Wie entsteht die scheinbare Zufälligkeit eines Piet-Oudolf-Gartens? Die neue Monografie Piet Oudolf. Das Werk richtet den Blick auf das, was in seinen realisierten Pflanzungen meist unsichtbar bleibt: Pläne, Raster, Skizzen und handschriftliche Notationen. Erstmals ist die bislang größte veröffentlichte Sammlung dieser Arbeitsdokumente auf Deutsch erhältlich.
Auf einen Blick:
- Titel: Piet Oudolf. Das Werk
- Originaltitel: Piet Oudolf At Work
- Autor und Gestalter: Piet Oudolf
- Einführung: Cassian Schmidt
- Weitere Beiträge: Rosie Atkins, Jonny Bruce, James Corner, Noel Kingsbury und Hans Ulrich Obrist
- Übersetzung: Dr. Folko Kullmann
- Verlag: PLANTVS GmbH
- Originalausgabe: © 2023 Phaidon Press Limited
- Ausgabe: 1. Auflage 2026
- Sprache: erstmals auf Deutsch
- Umfang: 288 Seiten
- Format: 25 × 29 cm
- Ausstattung: Hardcover, ausklappbare Pflanztafeln und Vitra-Einleger
- ISBN: 978-3-912078-06-0
- Preis: 69 Euro (D)
- Auslieferung: ab 24. August 2026
- Inhaltlicher Schwerpunkt: Zeichnungen, Pflanzpläne und Skizzen zu bedeutenden Gärten von Piet Oudolf
- Beispiele: High Line in New York, Lurie Garden in Chicago, Gärten von Hauser & Wirth in Somerset und Menorca, Maximilianpark in Hamm und Vitra Campus in Weil am Rhein
Hinter der scheinbaren Natürlichkeit
Wer einen Garten von Piet Oudolf betritt, könnte zunächst meinen, die Pflanzen hätten sich selbst zusammengefunden. Stauden und Gräser wirken selbstverständlich miteinander verwoben, Pflanzungen erscheinen gewachsen statt komponiert. Diese kontrollierte Ungezwungenheit ist jedoch Ergebnis präziser Planung – und macht Oudolfs Gärten zugleich anspruchsvoll in ihrer Umsetzung.
Kaum ein anderer Gestalter hat das Bild des naturnahen Gartens so nachhaltig geprägt wie der niederländische Designer. Seine Pflanzungen von New York bis Weil am Rhein gelten inzwischen als Referenzen für eine Pflanzenverwendung, die Struktur, Dynamik und jahreszeitliche Veränderung miteinander verbindet.
Die Monografie Piet Oudolf. Das Werk setzt genau dort an, wo die fertige Pflanzung ihre Entstehungsgeschichte normalerweise verbirgt. Im Zentrum steht die bislang größte veröffentlichte Sammlung von Oudolfs Zeichnungen, Pflanzplänen und Skizzen. Erstmals liegt dieser Einblick in sein planerisches Werk auch in deutscher Sprache vor.

Phaidon Press Limited
Pflanzpläne als Notation
Oudolfs Pläne sind dabei weit mehr als vorbereitende Illustrationen. Sie funktionieren als Notation seiner Pflanzungen. Handschriftliche Kürzel, Blöcke, Matrixpflanzungen und über Jahre hinweg vorgenommene Korrekturen machen sichtbar, wie die einzelnen Pflanzungen strukturiert sind.
Für Planer*innen liegt gerade darin der besondere Wert des Bandes: Die Pläne zeigen nicht nur, wo welche Pflanzen stehen, sondern lassen nachvollziehen, wie eine Pflanzung gedacht und über die Zeit entwickelt wird. So wird etwa sichtbar, warum eine Pflanzung auch im Februar Struktur behält oder welche Konsequenzen entstehen können, wenn eine Pflanzenart ausfällt.
Besonders dichte Pläne sind als ausklappbare Tafeln konzipiert. Dadurch lassen sich die Zeichnungen in ihrer Gesamtheit betrachten, ohne die komplexen Zusammenhänge zwischen einzelnen Pflanzbereichen aus dem Blick zu verlieren.
Ein Einleger zum Vitra Campus zeigt zudem die Umsetzung einer Pflanzung Schritt für Schritt: vom Plan über das Abstecken des Rasters bis zum Setzen der ersten Pflanze. Damit wird die Verbindung zwischen zeichnerischer Planung und gebauter Pflanzung unmittelbar nachvollziehbar.
Oudolfs Werk im Kontext der Pflanzenverwendung
Eingeordnet wird das Werk durch eine Einführung von Cassian Schmidt, Professor für Pflanzenverwendung an der THOWL Höxter und bis 2023 Leiter des Hermannshofs in Weinheim. Schmidt ordnet Oudolfs Arbeit in die seit Jahrzehnten geführte Debatte über naturalistische Pflanzungen ein.
Dabei geht es auch um eine Frage, die für die heutige Landschaftsarchitektur zunehmend relevant ist: Welche Pflanzengemeinschaften können Hitze, Trockenheit und knappe Pflegebudgets bewältigen – und wie lässt sich dabei eine gestalterische Qualität erhalten, ohne dass Pflanzungen beliebig werden?
Weitere Beiträge von Rosie Atkins, Jonny Bruce, James Corner, Noel Kingsbury und Hans Ulrich Obrist ergänzen die Monografie.

Phaidon Press Limited
Werkbuch statt Ratgeber
Piet Oudolf. Das Werk versteht sich ausdrücklich nicht als Ratgeber, sondern als Monografie und Arbeitsbuch. Die Sammlung richtet den Blick auf den Entwurfs- und Planungsprozess hinter den bekannten Gärten und macht damit ein Werk zugänglich, das ansonsten vor allem im Archiv verborgen bleibt.
Für Landschaftsarchitekt*innen und alle, die sich mit Pflanzenverwendung beschäftigen, eröffnet der Band damit einen ungewöhnlich direkten Zugang zu Oudolfs Arbeitsweise. Die scheinbare Leichtigkeit seiner Pflanzungen erscheint aus der Perspektive der Pläne nicht als Gegensatz zu planerischer Präzision – sondern als deren Ergebnis.
Piet Oudolf. Das Werk erscheint bei PLANTVS und wird ab dem 24. August 2026 ausgeliefert.
























