Rückbau als Ressourcenschonung – wie Städte Schrumpfung als Stärke nutzen

eine-stadtstrasse-voller-verkehr-neben-hohen-gebauden-L7RbsRIG7DQ
Dichter Verkehr auf einer modernen Züricher Stadtstraße, umgeben von Hochhäusern, fotografiert von Bin White.

Städte schrumpfen – und das ist gut so? Während vielerorts noch von Wachstum geträumt wird, entdecken innovative Planer, dass Rückbau nicht nur Verzicht bedeutet, sondern eine echte Ressourcenschonung und gestalterische Chance. Wie können Städte aus Schrumpfung eine Stärke machen und den Rückbau zur Königsdisziplin nachhaltiger Stadtentwicklung erheben? Willkommen bei der urbanen Kehrtwende, bei der Abriss, Transformation und Entsiegelung zum Motor der Zukunft werden.

  • Rückbau als aktive Strategie zur Ressourcenschonung und Flächenentsiegelung
  • Die Ursachen und Dynamiken städtischer Schrumpfungsprozesse in Deutschland, Österreich und der Schweiz
  • Innovative Planungsansätze: Von der Abrissbirne zur zirkulären Stadt
  • Rückbauprojekte als Impulsgeber für Biodiversität, Klimaanpassung und soziale Innovation
  • Rechtliche, politische und kulturelle Herausforderungen im Umgang mit Schrumpfung
  • Best-Practice-Beispiele aus dem deutschsprachigen Raum – was funktioniert wirklich?
  • Materialkreisläufe, Urban Mining und die Zukunft der städtischen Ressourcennutzung
  • Neue Rollen für Planer und Landschaftsarchitekten – vom Gestalten des Wachstums zum Kuratieren des Wandels
  • Wie Städte Rückbau kommunikativ und partizipativ vermitteln können
  • Fazit: Warum Schrumpfung das neue Wachstum ist – und der Rückbau die nachhaltigste Form der Stadtentwicklung

Schrumpfende Städte: Diagnose, Dynamik und Missverständnisse

Schrumpfung ist kein neues Phänomen, aber ein höchst aktuelles. Städte, die sich einst rasant ausdehnten, erleben heute einen Rückgang der Einwohnerzahlen, Leerstand, Deindustrialisierung und die berüchtigte „Donut-Effekt“ – dichtes Zentrum, ausgedünnte Peripherie. Ursachen gibt es viele: Demografischer Wandel, Abwanderung, wirtschaftliche Umbrüche oder schlichtweg der Bedeutungsverlust ganzer Regionen. Besonders in Ostdeutschland, im Ruhrgebiet, aber auch in Teilen Österreichs und der Schweiz ist Schrumpfung Realität. Doch sie bleibt oft ein Tabuthema, denn sie kratzt an der urdeutschen Wachstumserzählung. Dabei bietet sie – richtig verstanden – enorme Chancen für Ressourcenschonung, ökologische Aufwertung und neue Lebensqualitäten.

Der klassische Reflex auf Schrumpfung war jahrelang: Durchhalten, Aufwerten, mit Fördermitteln neue Nutzungen generieren. Doch der Leerstand blieb, die Infrastruktur wurde zum Klotz am Bein, und die Umwelt leidet bis heute an Flächenfraß und Überdimensionierung. Erst langsam setzt ein Umdenken ein. Schrumpfung wird nicht mehr als Makel, sondern als Entwicklungsimpuls verstanden. Statt völliger Stagnation eröffnen sich Möglichkeitsräume: für neue Landschaften, ökologische Korridore und soziale Experimente. Die Herausforderung besteht darin, den Rückbau nicht als bloße „Abwicklung“ zu betrachten, sondern als gestaltbare Aufgabe.

Der Begriff Rückbau umfasst dabei mehr als Abriss. Er reicht von der Entsiegelung versiegelter Flächen über die gezielte Aufgabe von Infrastrukturen bis hin zur Renaturierung ganzer Quartiere. Das Ziel ist nicht die radikale Auslöschung, sondern eine Transformation, die Ressourcen schont, Stoffströme neu ordnet und klimatische Resilienz schafft. Rückbau kann, richtig betrieben, den Flächenverbrauch umkehren, Biodiversität fördern und die Stadtstruktur neu vernetzen. Der Mythos der „leeren Stadt“ wird so zur Vision einer lebendigen, atmenden Stadtlandschaft.

In der Praxis zeigt sich jedoch: Schrumpfung ist komplex, Rückbau konfliktreich. Politische Widerstände, emotionale Bindungen an Gebäude und das allgegenwärtige Prestige des Bauens stehen einer konsequenten Rückbaustrategie oft im Weg. Aber: Wo der politische Wille da ist, entstehen Pionierprojekte, die international Beachtung finden. Der Rückbau verliert den Makel der Kapitulation und wird zur Disziplin, die Innovationskraft und Nachhaltigkeit verbindet.

Diese Entwicklung verändert auch die Rollenbilder in Stadtplanung und Landschaftsarchitektur. Planer sind nicht mehr nur Architekten des Wachstums, sondern Kuratoren eines gelassenen, ressourcenschonenden Wandels. Die neue Prämisse: Nicht bauen um jeden Preis, sondern intelligent steuern, was bleibt und was gehen darf – und wie das Gehen zur ökologischen und sozialen Aufwertung beiträgt.

Rückbau als Ressourcenschonung: Materialkreisläufe, Urban Mining und Flächenrecycling

Ressourcenschonung ist das Paradethema nachhaltiger Stadtentwicklung. Doch während über Recycling und Kreislaufwirtschaft viel gesprochen wird, bleibt der größte Schatz oft im Bestand: Gebäude, Infrastrukturen und Flächen, die nicht mehr gebraucht werden, bergen enorme Mengen an Materialien, Energie und Potenzialen. Rückbau, klug und umsichtig betrieben, ist der Schlüssel zum Urban Mining – der gezielten Rückgewinnung wertvoller Baustoffe und Flächen für die Zukunft.

Beim Rückbau stehen Planer vor der Aufgabe, Materialströme zu kartieren, Schadstoffe zu identifizieren und Wiederverwendungsmöglichkeiten zu schaffen. Das klassische Bild des Abrisses mit der Kugel ist passé. Heute werden Gebäude selektiv rückgebaut, Elemente getrennt, Baustoffe sortiert – von Ziegeln über Stahlträger bis zu Fensterrahmen. Der Rückbau wird zur logistischen und handwerklichen Meisterleistung, bei der die Stadt als Rohstofflager begriffen wird. Ziel ist es, möglichst viele Materialien in den Kreislauf zurückzuführen und damit den ökologischen Fußabdruck der Stadtentwicklung drastisch zu reduzieren.

Ein weiteres zentrales Element ist das Flächenrecycling. Durch den Rückbau nicht mehr benötigter Gebäude und Straßen entstehen Freiräume, die entsiegelt und ökologisch aufgewertet werden können. Beispielsweise können versiegelte Parkplätze zu artenreichen Wiesen werden, ehemalige Industrieareale zu Retentionsflächen oder urbanen Wäldern. Die Entsiegelung bringt nicht nur Vorteile für das Stadtklima, sondern auch für die Biodiversität und das Wohlbefinden der Bevölkerung. Städte wie Leipzig, Dessau oder Linz zeigen, wie aus Rückbaulandschaften vitale Freiräume entstehen können.

Nicht zu unterschätzen ist auch das Potenzial für neue Nutzungen. Rückbau macht Platz für innovative Wohn- und Arbeitsformen, urbane Landwirtschaft oder experimentelle Kunstprojekte. Gerade in schrumpfenden Quartieren entstehen so Impulse, die weit über die ursprüngliche Nutzung hinausgehen. Die Stadt wird zum Labor, in dem neue Allianzen zwischen Menschen, Natur und Technik erprobt werden.

Doch Rückbau als Ressourcenschonung funktioniert nur, wenn Politik, Verwaltung und Wirtschaft an einem Strang ziehen. Es braucht Anreizsysteme für die Wiederverwendung von Baustoffen, rechtliche Klarheit bei der Umnutzung und eine Kultur, die das „Weniger“ nicht als Scheitern, sondern als Chance begreift. Hier sind die Planer als Vermittler, Übersetzer und Möglichmacher gefragt – und können mit ihrer Expertise Maßstäbe setzen.

Best-Practice: Rückbauprojekte und urbane Transformation im D-A-CH-Raum

Die Zahl der gelungenen Rückbauprojekte wächst – und sie zeigen, wie Schrumpfung zur Stärke werden kann. Ein Paradebeispiel ist das Stadtumbau-Programm Ost in Deutschland. Hier wurden seit den 2000er Jahren Hunderttausende Wohnungen zurückgebaut, Flächen entsiegelt und neue Grünzüge geschaffen. In Städten wie Halle, Leipzig oder Magdeburg entstanden Freiräume, die heute als Frischluftschneisen, Erholungsräume und Biodiversitäts-Hotspots fungieren. Der Rückbau wurde dabei nicht als Abrissorgie, sondern als gezieltes Stadtmanagement verstanden – begleitet von Bürgerbeteiligung, Landschaftsarchitektur und langfristigen Entwicklungszielen.

Ein weiteres Beispiel liefert die Stadt Linz in Österreich. Hier wurde eine großflächige Industriebrache systematisch rückgebaut, Altlasten saniert und das Gelände in einen urbanen Naturpark überführt. Die Umwandlung von „Dead Space“ in produktiven Stadtraum ist ein Musterfall für gelungene Transformation. Die Integration von Kunst, sozialer Infrastruktur und Klimaresilienz macht das Projekt zu einem Vorbild für andere Städte.

In der Schweiz setzt Basel Maßstäbe beim Rückbau von Infrastrukturen. Der Rückbau von überdimensionierten Straßen und Parkhäusern schafft Platz für Radwege, Grünflächen und neue Wohnformen. Die frei werdenden Flächen werden nicht blind bebaut, sondern gezielt für die Verbesserung des Mikroklimas und die Förderung von Biodiversität genutzt. Hier zeigt sich, wie verkehrs- und flächenpolitische Entscheidungen intelligent verknüpft werden können.

Doch auch kleinere Städte können Großes leisten: Im sächsischen Weißwasser wurde der Rückbau ganzer Wohnblocks mit einer gezielten Aufwertung des Stadtgrüns verbunden. Statt monotone Brachflächen zu hinterlassen, entstanden differenzierte Landschaftsräume mit hoher Aufenthaltsqualität. Die Bevölkerung wurde frühzeitig in die Rückbauprozesse eingebunden – ein Schlüsselfaktor für die Akzeptanz und Nachhaltigkeit der Maßnahmen.

Diese Beispiele zeigen: Rückbau ist kein Nullsummenspiel, sondern ein kreativer Akt. Mit strategischem Weitblick, interdisziplinärer Zusammenarbeit und mutiger Kommunikation kann aus Schrumpfung ein Gewinn für Stadt, Umwelt und Gesellschaft werden. Entscheidend ist, den Rückbau nicht als Notlösung, sondern als bewusste Gestaltungsaufgabe zu begreifen.

Herausforderungen und Chancen: Recht, Kommunikation und neue Rollenbilder

So überzeugend die Vorteile des Rückbaus sind, so komplex sind auch die Hürden. Rechtliche Rahmenbedingungen, Eigentumsverhältnisse und Förderstrukturen sind häufig auf Wachstum ausgelegt. Abriss und Entsiegelung finden nur selten Platz in Bebauungsplänen oder städtischen Leitbildern. Oft fehlen verbindliche Vorgaben, wie Rückbauprozesse zu planen, zu finanzieren und zu kommunizieren sind. Die Folge: Unsicherheit bei Investoren, Zurückhaltung bei der Verwaltung und Skepsis in der Öffentlichkeit.

Ein zentrales Problem ist die Kommunikation. Rückbau wird schnell als Verlust, Abstieg oder Kapitulation wahrgenommen. Hier sind Planer und Stadtverwaltungen gefragt, aktiv auf die Menschen zuzugehen, Perspektiven zu eröffnen und die positiven Effekte sichtbar zu machen. Beteiligung ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für erfolgreiche Transformation. Gute Rückbauprojekte setzen deshalb auf Transparenz, Dialog und kreative Vermittlung – von Baustellenfesten bis zu partizipativen Entwurfswerkstätten.

Auch die Rolle der Planer wandelt sich grundlegend. Statt nur neue Quartiere zu entwerfen, werden sie zu Moderatoren von Schrumpfungsprozessen, zu Experten für Ressourcenschonung und zirkuläre Stadtentwicklung. Die Fähigkeit, komplexe Material- und Flächenströme zu steuern, wird zur Schlüsselkompetenz. Landschaftsarchitekten und Stadtplaner müssen sich darauf einstellen, dass Rückbau, Entsiegelung und Flächenumnutzung künftig feste Bestandteile ihres Portfolios sind.

Politisch braucht es Mut zur Lücke und Mut zur Lücke im Haushalt. Förderprogramme müssen Rückbau und Entsiegelung ebenso honorieren wie Neubau. Städte, die diesen Weg gehen, können sich als Vorreiter nachhaltiger Entwicklung profilieren – und internationale Aufmerksamkeit gewinnen. Gerade im europäischen Kontext wächst das Interesse an intelligenten Schrumpfungsstrategien und urbaner Ressourcenschonung.

Schließlich bleibt der Blick auf die Zukunft: Der Rückbau ist kein Selbstzweck, sondern ein Mittel zum Zweck. Er schafft Raum für die großen Aufgaben der Klimaanpassung, für den Schutz der Artenvielfalt und für die Entwicklung neuer urbaner Lebensqualitäten. Wer den Rückbau als integralen Bestandteil der Stadtentwicklung begreift, kann aus Schrumpfung eine echte Stärke machen – und die Stadt von morgen ressourcenschonend, lebendig und resilient gestalten.

Fazit: Schrumpfung als Chance – der Rückbau als Disziplin der Zukunft

Städte, die schrumpfen, sind keine Verlierer. Sie sind Laboratorien für die dringend notwendigen Transformationen unserer Zeit. Rückbau, klug geplant und kommuniziert, ist dabei weit mehr als Abriss – er ist Ressourcenschonung, Klimaschutz und soziale Innovation in einem. Die Beispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigen, wie Rückbau neue Frei- und Möglichkeitsräume schafft, Materialkreisläufe schließt und die Stadt zum ökologischen Vorbild macht.

Damit Rückbau zur Disziplin der Zukunft wird, braucht es den Mut zum Perspektivwechsel. Weg vom blinden Wachstum, hin zu einer kreativen, ressourcenschonenden Stadtentwicklung. Planer, Landschaftsarchitekten und Stadtverwaltungen sind gefragt, den Wandel aktiv zu gestalten, Beteiligung zu fördern und neue Narrative für Schrumpfung zu entwickeln. Der Rückbau ist kein Zeichen des Scheiterns, sondern ein Ausdruck von Verantwortung, Innovation und Gestaltungswille.

Am Ende steht die Erkenntnis: Die nachhaltigste Stadt ist nicht die, die am meisten baut, sondern die, die intelligent mit ihren Ressourcen umgeht. Schrumpfung ist kein Makel, sondern eine Entwicklungschance – und der Rückbau das Werkzeug, das diesen Wandel möglich macht. Wer heute auf Rückbau setzt, sichert die Zukunft der Städte. Und beweist, dass echte Stärke manchmal im Loslassen liegt.

Das könnte Sie auch interessieren
Das „Mühldorfer Band“ ist die Vision eines grünen Rahmens um die Stadt. Bild: Johannes David, Christine Geelhaar, Charlotte Schöffend, Maciej Witwicki
Zam wachsen Mühldorf – „Mühldorf 2053“
BUGA Erfurt 2021 – ein Überblick
2023 war das wärmste Jahr in Deutschland, das je gemessen wurde. Credit: pixabay
Das wärmste Jahr Deutschlands: 2023
Das Gelände der zukünftigen Fabrik von Tesla in Brandenburg, Grünheide – bald mit eigenem Wasser? Bildquelle: Ralf Roletschek, CC BY-SA 1.0 FI , via Wikimedia Commons
Tesla sucht in Brandenburg Wasser
Alpen unter Druck
Dance Floor
Gärten der Welt – Japan
luftbildaufnahme-plaza-mit-baumen-und-gebauden-_NpSkRaTy0A
Kollaborative Stadtplanung via Mixed Reality
eine-stadt-mit-einer-grunen-wiese-im-hintergrund-kdrBZa0PvKU
Landflucht umdrehen? – Strategien für neue Anziehungskraft im Umland
Blick von der Rückbank auf das Navigationssystem im Auto und ein Smartphone mit aktiver Navi-App.
Navigationsdaten als Planungsgrundlage – rechtliche und technische Aspekte

Regenwasserversickerung Berechnung: Funktion, Vorteile und Umsetzung

Begrünte, klimaangepasste Stadtinfrastruktur zum Thema Regenwasserversickerung Berechnung
Wasserkreise breiten sich sanft auf einer ruhigen Oberfläche aus. Foto: bielmorro / Unsplash

Wer Regenwasser auf einem Grundstück versickern lässt, statt es in die Kanalisation abzuleiten, leistet einen messbaren Beitrag zur Wiederherstellung des natürlichen Wasserkreislaufs. Die Regenwasserversickerung Berechnung ist dabei kein bürokratisches Beiwerk, sondern das technische Fundament jeder funktionierenden Anlage: Sie bestimmt, wie groß eine Versickerungsmulde sein muss, welche Bodenpermeabilität vorausgesetzt werden kann, welche Regenmengen das System aufnehmen soll und ob die gewählte Lösung den wasserrechtlichen Anforderungen standhält. Wer diese Berechnung versteht, versteht dezentrale Regenwasserbewirtschaftung an ihrer Wurzel.

  • Was Regenwasserversickerung bedeutet und welche Anlagentypen es gibt
  • Warum die Berechnung der Versickerungsanlage technisch und rechtlich unverzichtbar ist
  • Welche Kennwerte Boden, Niederschlag und Einzugsgebiet liefern müssen
  • Wie die Bemessung nach anerkannten Regelwerken wie dem DWA-Arbeitsblatt A 138 funktioniert
  • Welche Rolle der kf-Wert, die Regenspende und der Abflussbeiwert spielen
  • Welche Versickerungstypen für welche Standortbedingungen geeignet sind
  • Wie Versickerungsanlagen in die Freiraumplanung integriert und gestaltet werden
  • Welche Fehler bei Planung, Bau und Betrieb häufig auftreten und wie sie sich vermeiden lassen

Grundlagen: Was Regenwasserversickerung ist und warum sie geplant werden muss

Regenwasserversickerung bezeichnet das gezielte Einleiten von Niederschlagswasser in den Untergrund, um den natürlichen Wasserkreislauf zu unterstützen, Grundwasser anzureichern und die Kanalisation zu entlasten. Im Gegensatz zur direkten Ableitung in ein Gewässer oder in das Mischkanalnetz verbleibt das Wasser dabei im lokalen Bodensystem. Fachleute sprechen von dezentraler Regenwasserbewirtschaftung, wenn diese Maßnahmen möglichst nah am Entstehungsort des Abflusses angeordnet werden, also auf dem Grundstück selbst oder im unmittelbaren Straßenraum.

Der Hintergrund dieser Praxis liegt in der Veränderung des Wasserkreislaufs durch Versiegelung. Jede asphaltierte Fläche, jedes Dach, jeder Betonparkplatz verhindert, dass Regen versickert und verdunstet. Stattdessen fließt das Wasser schnell und konzentriert in die Kanalisation, was bei Starkregenereignissen zu Überlastungen, Überflutungen und Mischwasserentlastungen in Gewässer führt. Gleichzeitig fehlt dem Grundwasser die Speisung, und Stadtbäume leiden unter Trockenstress. Die Regenwasserversickerung ist eine der wirksamsten Antworten auf diese Probleme, vorausgesetzt, sie ist korrekt dimensioniert.

Genau hier setzt die Regenwasserversickerung Berechnung an. Eine zu klein bemessene Anlage läuft bei mittleren Regenereignissen über und erfüllt ihre Funktion nicht. Eine zu groß bemessene Anlage ist unwirtschaftlich und verbraucht Fläche, die in dichten Stadtquartieren knapp ist. Die Berechnung ist deshalb keine Formalität, sondern das Instrument, mit dem Planer die richtige Balance zwischen Leistungsfähigkeit, Flächenverbrauch und Kosten finden. Wasserrechtliche Genehmigungen setzen in der Regel einen rechnerischen Nachweis voraus, der zeigt, dass die Anlage das maßgebende Bemessungsereignis schadlos aufnehmen und ableiten kann.

Anlagentypen: Mulden, Rigolen, Schächte und Kombinationen

Die Versickerungsmulde ist die einfachste und in der Freiraumplanung am häufigsten eingesetzte Form der Regenwasserversickerung. Sie ist eine flache, begrünte Geländevertiefung, die Regenwasser oberflächig sammelt und es über die belebte Bodenzone langsam in den Untergrund abgibt. Die Mulde hat den Vorteil, dass sie gut sichtbar, pflegbar und ökologisch wertvoll ist: Begrünte Mulden bieten Lebensraum, fördern die Verdunstung und filtern Schadstoffe aus dem Wasser, bevor es den Grundwasserleiter erreicht. In der Stadtplanung werden Mulden heute als Gestaltungselement in Straßenräumen, Parks und Wohnquartieren eingesetzt, etwa als sogenannte Regengärten oder Bioretentionsmulden.

Die Versickerungsrigole ist ein unterirdisches System aus einem mit Kies oder Kunststoffblöcken gefüllten Graben, der Wasser zwischenspeichert und über die Grabensohle und -flanken in den Boden abgibt. Rigolen eignen sich besonders dort, wo oberflächige Mulden aus Platz- oder Nutzungsgründen nicht möglich sind, etwa unter Parkplätzen, Gehwegen oder in engen Straßenräumen. Sie sind weniger sichtbar, aber auch schwieriger zu kontrollieren und zu reinigen. Kombinierte Mulden-Rigolen-Systeme verbinden die Vorteile beider Typen: Die Mulde übernimmt die Vorklärung und die Pufferung kleiner Ereignisse, die Rigole darunter speichert größere Wassermengen und gibt sie verzögert ab.

Versickerungsschächte leiten Wasser direkt in tiefere Bodenschichten, ohne den Weg durch die belebte Bodenzone. Sie sind technisch einfach und kostengünstig, aber aus wasserschutzfachlicher Sicht problematisch: Da die Filterwirkung des Oberbodens fehlt, können Schadstoffe ungefiltert ins Grundwasser gelangen. Wasserrechtliche Regelungen schränken den Einsatz von Versickerungsschächten deshalb in vielen Bundesländern stark ein oder schließen ihn für belastete Flächen wie Straßen oder Gewerbehöfe aus. Für Dachflächen ohne Metallbeschichtungen und ohne verkehrsbedingte Verschmutzung sind sie unter bestimmten Bedingungen zulässig, müssen aber im Einzelfall geprüft werden.

Flächenversickerung über durchlässige Beläge, also Rasengittersteine, Schotterrasen, Pflaster mit breiten Fugen oder Porenpflaster, ist eine weitere Variante, die besonders für Stellflächen und Wege geeignet ist. Hier versickert das Wasser direkt an Ort und Stelle, ohne in ein separates Leitungssystem eingeleitet zu werden. Die Bemessung dieser Systeme folgt denselben Grundprinzipien wie bei Mulden und Rigolen, muss aber die Durchlässigkeit des Belags selbst und die darunter liegende Tragschicht einbeziehen.

Regenwasserversickerung Berechnung: Kennwerte, Formeln und Regelwerke

Das maßgebende Regelwerk für die Bemessung von Versickerungsanlagen in Deutschland ist das DWA-Arbeitsblatt A 138, herausgegeben von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall. Es beschreibt ein anerkanntes Berechnungsverfahren, das auf drei zentralen Eingangsgrößen beruht: dem Bemessungsregen, dem Einzugsgebiet mit seinen Abflussbeiwerten und der Versickerungsleistung des Untergrunds, ausgedrückt durch den kf-Wert.

Der kf-Wert, auch als gesättigte hydraulische Leitfähigkeit bezeichnet, beschreibt, wie schnell Wasser durch den Boden fließt. Er wird in Metern pro Sekunde angegeben und variiert je nach Bodenart um viele Größenordnungen. Sandige Böden erreichen kf-Werte von 10 hoch minus 3 bis 10 hoch minus 4 m/s und sind gut versickerungsfähig. Schluffige oder lehmige Böden liegen bei 10 hoch minus 6 m/s oder darunter und sind für die Versickerung kaum geeignet. Tonböden mit kf-Werten unter 10 hoch minus 7 m/s scheiden in der Regel vollständig aus. Der kf-Wert wird durch Feldversuche ermittelt, am gebräuchlichsten durch den Doppelringinfiltrometerversuch oder durch Pumpversuche. Laborwerte aus Bodenproben sind weniger zuverlässig, weil sie die natürliche Lagerung und Makroporenstruktur des Bodens nicht abbilden.

Der Bemessungsregen beschreibt die Niederschlagsintensität, auf die die Anlage ausgelegt werden soll. In Deutschland werden hierfür statistisch ausgewertete Niederschlagsdaten verwendet, die der Deutsche Wetterdienst in Form von KOSTRA-Datensätzen bereitstellt. KOSTRA steht für Koordinierte Starkniederschlagsregionalisierung und -auswertung. Aus diesen Daten lässt sich für jeden Standort ablesen, welche Regenspende, also welche Niederschlagsmenge pro Zeiteinheit und Fläche, einem bestimmten Wiederkehrintervall entspricht. Üblich für Versickerungsanlagen auf privaten Grundstücken ist ein Bemessungsregen mit einem Wiederkehrintervall von zwei Jahren, für öffentliche Anlagen oder solche mit erhöhtem Schadenpotenzial auch fünf oder zehn Jahre.

Der Abflussbeiwert, in der Fachliteratur mit dem Symbol Psi bezeichnet, beschreibt, welcher Anteil des Niederschlags tatsächlich als Abfluss anfällt. Ein Flachdach mit Kiesbelag hat einen Abflussbeiwert von etwa 0,5 bis 0,7, ein Steildach aus Ziegel von 0,8 bis 0,9, eine asphaltierte Fläche von 0,9 bis 1,0. Begrünte Flächen dagegen weisen Abflussbeiwerte von 0,1 bis 0,3 auf, weil ein großer Teil des Niederschlags verdunstet oder im Boden zurückgehalten wird. Das maßgebende Einzugsgebiet ergibt sich aus der Summe aller angeschlossenen Flächen, gewichtet mit ihren jeweiligen Abflussbeiwerten.

Die eigentliche Bemessungsformel nach DWA-A 138 ermittelt das erforderliche Speichervolumen der Versickerungsanlage aus der Differenz zwischen dem zufließenden Niederschlagsvolumen und dem in der Bemessungsdauer versickernden Volumen. Das versickernde Volumen ergibt sich aus dem kf-Wert, der wirksamen Versickerungsfläche und einem Sicherheitsabschlag, der die natürliche Variabilität des Bodens berücksichtigt. Üblicherweise wird nur die Hälfte des kf-Werts als Bemessungsgrundlage angesetzt, um auf der sicheren Seite zu bleiben. Das Ergebnis ist ein Mindestvolumen, das die Anlage bereitstellen muss, um das Bemessungsereignis ohne Überlauf aufzunehmen.

Standorteignung: Boden, Grundwasser und Schutzgebiete

Nicht jeder Standort ist für die Regenwasserversickerung geeignet. Neben der Durchlässigkeit des Bodens sind der Grundwasserstand und die Lage in Schutzgebieten entscheidende Kriterien. Das DWA-Arbeitsblatt A 138 fordert einen Mindestabstand zwischen der Unterkante der Versickerungsanlage und dem höchsten zu erwartenden Grundwasserstand. Dieser Abstand, in der Regel mindestens ein Meter, soll sicherstellen, dass das versickernde Wasser eine ausreichende Filterstrecke durch den ungesättigten Boden zurücklegt, bevor es den Grundwasserleiter erreicht. In Gebieten mit hoch anstehendem Grundwasser, wie in Niederungen, Flussauen oder auf Marschen, ist Versickerung deshalb oft nicht oder nur eingeschränkt möglich.

In Wasserschutzgebieten gelten besondere Regelungen. Die Schutzzone I, der engste Bereich um eine Wassergewinnungsanlage, schließt Versickerungsanlagen in der Regel vollständig aus. In Schutzzone II sind sie nur für unbelastetes Dachflächenwasser und unter strengen Auflagen zulässig. In Schutzzone III, dem weiteren Einzugsgebiet, sind die Anforderungen weniger restriktiv, aber immer noch durch wasserrechtliche Genehmigungen geregelt. Planer müssen die Schutzgebietsgrenzen frühzeitig recherchieren, da sie die Machbarkeit einer Versickerungsanlage grundlegend beeinflussen.

Die Qualität des anfallenden Regenwassers ist ein weiterer Standortfaktor. Dachflächenwasser von Ziegeldächern gilt als vergleichsweise sauber und ist in den meisten Fällen ohne Vorbehandlung versickerungsfähig. Dachflächen aus Kupfer, Zink oder Blei dagegen geben Schwermetalle an das Regenwasser ab, die nicht ungefiltert in den Boden gelangen sollten. Straßenabfluss enthält Kohlenwasserstoffe, Reifenabrieb und Schwermetalle und erfordert vor der Versickerung eine Behandlung, etwa durch Sedimentationsanlagen oder Filterschichten. Die Richtlinie des DWA-Merkblatts M 153 gibt Orientierung, welche Flächen welche Anforderungen an die Vorbehandlung stellen.

Altlasten im Untergrund sind ein oft unterschätztes Risiko. Auf ehemaligen Industrie- oder Gewerbeflächen kann der Boden mit Schadstoffen belastet sein, die durch eingebrachtes Wasser mobilisiert und in den Grundwasserleiter transportiert werden. Vor der Planung einer Versickerungsanlage auf solchen Flächen ist eine Altlastenrecherche und gegebenenfalls eine Bodenuntersuchung unerlässlich.

Integration in die Freiraumplanung: Gestaltung, Ökologie und Stadtklima

Versickerungsanlagen sind keine rein technischen Bauwerke, die möglichst unsichtbar in den Untergrund verschwinden sollten. Gut geplante Mulden, Rigolen und Retentionsflächen können gestalterisch wertvolle Elemente im Freiraum sein und gleichzeitig ökologische Funktionen übernehmen. Begrünte Versickerungsmulden mit standortgerechter Bepflanzung aus Gräsern, Stauden und Gehölzen bieten Lebensraum für Insekten, verbessern das Mikroklima durch Verdunstungskühlung und erhöhen die Aufenthaltsqualität in öffentlichen Räumen. In der zeitgenössischen Stadtplanung werden solche Elemente unter dem Begriff Schwammstadt oder auf Englisch Sponge City zusammengefasst.

Die Bepflanzung von Versickerungsmulden folgt besonderen Anforderungen. Die Pflanzen müssen sowohl kurzzeitige Überflutung als auch Trockenphasen tolerieren, da Versickerungsmulden je nach Niederschlagsgeschehen stark wechselnde Bodenwasserverhältnisse aufweisen. Bewährte Arten für die Muldenbepflanzung in mitteleuropäischen Klimabedingungen sind unter anderem Iris pseudacorus, Carex acutiformis, Juncus effusus für die Sohlbereiche sowie trockentolerante Stauden wie Achillea millefolium oder Festuca-Arten für die Böschungen. Die Auswahl sollte standortspezifisch erfolgen und die Bodenart, die Überflutungsdauer und die Exposition berücksichtigen.

Im Straßenraum haben sich sogenannte Baumrigolen als besonders wertvolle Kombination erwiesen. Dabei wird das Regenwasser von Fahrbahn oder Gehweg in unterirdische Speicher- und Versickerungsräume geleitet, die gleichzeitig als Baumsubstratvolumen dienen. Stadtbäume profitieren von der Wasserversorgung, die Rigole übernimmt die Versickerungsfunktion, und der Straßenraum wird durch das Baumgrün aufgewertet. Diese Synergie zwischen Regenwasserbewirtschaftung und Stadtbaumförderung ist ein Beispiel dafür, wie grüne und blaue Infrastruktur gemeinsam gedacht werden sollten.

Für die Stadtplanung ist die Regenwasserversickerung ein Instrument zur Klimaanpassung. Häufigere und intensivere Starkregenereignisse, wie sie für das mitteleuropäische Klima prognostiziert werden, überlasten konventionelle Kanalisationssysteme, die für historische Niederschlagsmuster bemessen wurden. Dezentrale Versickerungsanlagen puffern Spitzenabflüsse, entlasten die Kanalisation und reduzieren das Überflutungsrisiko in tiefer gelegenen Stadtteilen. Gleichzeitig tragen sie zur Grundwasserneubildung bei, die in vielen Stadtregionen durch Versiegelung und veränderte Niederschlagsmuster zurückgegangen ist.

Häufige Fehler bei Planung, Bau und Betrieb von Versickerungsanlagen

Der häufigste Planungsfehler ist die Unterschätzung des kf-Werts. Wird die Bodendurchlässigkeit zu optimistisch angesetzt, weil keine Feldversuche durchgeführt wurden und stattdessen Tabellenwerte für die Bodenart verwendet wurden, ist die Anlage von Anfang an unterdimensioniert. Tabellenwerte geben nur grobe Orientierung; die tatsächliche Durchlässigkeit eines Standorts kann erheblich von den Mittelwerten der Bodenklasse abweichen, besonders in städtischen Böden, die durch Verdichtung, Auffüllungen und Fremdmaterialien verändert sind. Feldversuche sind deshalb bei größeren Anlagen nicht optional, sondern fachlich geboten.

Ein weiterer verbreiteter Fehler ist die Vernachlässigung der Wartung. Versickerungsanlagen, insbesondere Mulden und Rigolen, können durch Feinsedimente verlanden. Wenn die Poren des Bodens oder der Filterschicht durch Schlamm verstopft sind, sinkt die Versickerungsleistung drastisch. Regelmäßige Kontrolle, Entfernung von Sedimenten und gegebenenfalls Erneuerung der Filterschicht sind notwendige Betriebsmaßnahmen, die in der Planung vorgesehen und in Betriebskonzepten festgehalten werden sollten. Anlagen, die nach wenigen Jahren nicht mehr funktionieren, weil die Wartung unterblieben ist, schaden dem Ruf der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung insgesamt.

Fehler bei der Einzugsgebietsermittlung führen ebenfalls zu Fehldimensionierungen. Werden nicht alle angeschlossenen Flächen erfasst, oder werden Abflussbeiwerte falsch zugeordnet, stimmt die Grundlage der Berechnung nicht. Besonders bei nachträglichen Umbauten, wenn zum Beispiel eine Dachfläche neu angeschlossen oder eine Hoffläche versiegelt wird, muss die Berechnung aktualisiert werden. Versickerungsanlagen sind keine statischen Systeme, die einmal geplant und dann vergessen werden können.

Schließlich wird die Tiefenlage der Anlage manchmal falsch gewählt. Eine Rigole, die zu tief eingebaut wird und damit in den Bereich des schwankenden Grundwasserspiegels gerät, kann bei hohem Grundwasserstand nicht mehr versickern und läuft über. Umgekehrt führt eine zu flache Anlage in bindigen Böden dazu, dass das Wasser nicht schnell genug abgegeben wird und die Mulde dauerhaft nass bleibt, was Nutzungskonflikte und Schäden an der Vegetation verursacht.

Regenwasserversickerung als planerische Daueraufgabe

Die Regenwasserversickerung Berechnung ist kein einmaliger Akt am Ende der Planung, sondern ein iterativer Prozess, der Standortanalyse, Entwurf und Nachweisführung miteinander verknüpft. Wer früh im Planungsprozess Bodenverhältnisse erkundet, Einzugsgebiete definiert und Anlagentypen mit dem Regelwerk abgleicht, vermeidet teure Korrekturen in späteren Phasen. Die Zusammenarbeit zwischen Landschaftsarchitekten, Tiefbauplanern, Hydrologen und Wasserrechtsbehörden ist dabei keine Ausnahme, sondern die Regel für erfolgreiche Projekte.

Das Regelwerk entwickelt sich weiter. Das DWA-Arbeitsblatt A 138 wird regelmäßig überarbeitet, um neue Erkenntnisse aus Forschung und Praxis zu integrieren. Planer sind gut beraten, stets mit der aktuellen Fassung zu arbeiten und die ergänzenden Merkblätter, etwa zu Wasserqualität oder zu Sonderformen der Versickerung, in ihre Planung einzubeziehen. Wasserrechtliche Anforderungen variieren zudem zwischen den Bundesländern, sodass die frühzeitige Abstimmung mit der zuständigen Behörde unverzichtbar ist.

Dezentrale Regenwasserbewirtschaftung durch Versickerung ist eine der wenigen Maßnahmen im Stadtumbau, die gleichzeitig den Wasserhaushalt verbessern, das Stadtklima kühlen, die Biodiversität fördern und die Kanalinfrastruktur entlasten. Dass sie rechnerisch nachgewiesen werden muss, ist keine bürokratische Hürde, sondern die Voraussetzung dafür, dass sie tatsächlich das leistet, was von ihr erwartet wird. Eine sorgfältige Regenwasserversickerung Berechnung ist deshalb nicht das Ende der Planung, sondern ihr verlässlichstes Fundament.

KlimaKonkret-Faltplan

Faltplan von KlimaKonkret

Die österreichische Non-Profit-Initiative KlimaKonkret hat einen Guide erstellt, wie Kommunen klimafit werden können. Der Faltplan zeigt Problemstellungen und konkrete Lösungsansätze auf. Hier finden Sie ihn zum Download.

Die Lösungsansätze sind KlimaKonkret

Nur vier Mal auffalten, dann hält man ihn in den Händen: einen Plan, der die Lösungen für hitzeangepasste Städte verspricht. Und die sind auch nötig. Vor allem – aber nicht nur – in Österreich. Denn Österreich zählt zu den Ländern, die vom Klimawandel besonders betroffen sind: Während die Temperaturen global in den letzten 50 Jahren durchschnittlich um 0,5 Grad gestiegen sind, weist Österreich im internationalen Vergleich einen Anstieg von 1,5 Grad auf. Höchste Zeit also, etwas zu unternehmen. Und damit zurück zum Faltplan: Dieser entstand durch die Non-Profit-Initiative „KlimaKonkret“, die Gemeinden und Städte dabei unterstützt, klimafit zu werden.

Das interdisziplinäre Team aus Landschaftsarchitekt*innen, Raumplaner*innen, Metereolog*innen und Mobilitätsdesigner*innen arbeitete ein Jahr lang pro bono am Faltplan, präsentiert darin ganzheitliche Lösungen und zeigt in vier Handlungsfeldern – Mobilität, Grünräume, Wasser und Bauen – Problemstellungen und konkrete Lösungsansätze für eine klimafreundliche Kommune auf. Konstruktiv, übersichtlich, schön illustriert und mit einer positiven Grundstimmung, ganz ohne Angstmache. 30 000 Stück von dem Faltplan wurden gedruckt, sämtliche österreichischen Gemeinden – 2095 an der Zahl – haben eine Lieferung erhalten. Jetzt liegt es an ihnen.

Hier können Sie den KlimaKonkret-Faltplan als PDF herunterladen.