Schillingpromenade: Franz Reschke gewinnt Freiraumwettbewerb in Berlin

Perspektive der Schillingstraße, Visualisierung: ©Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH/Bezirksamt Mitte, Berlin
Perspektive der Schillingstraße, Visualisierung: ©Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH/Bezirksamt Mitte, Berlin

Die Schillingstraße in Berlin-Mitte soll klimaangepasst, verkehrsberuhigt und grüner werden. Im freiraumplanerischen Wettbewerb überzeugte der Entwurf von Franz Reschke Landschaftsarchitektur mit einem sensiblen Umgang mit dem Bestand. Nun geht es um die Weiterentwicklung des Siegerentwurfs – und um die Beteiligung des Quartiers.

Auf einen Blick:

  • Projekt: Schillingpromenade
  • Ort: Berlin-Mitte
  • Planungsgebiet: Schillingstraße, Promenade und zwei Spielplätze zwischen U- und S-Bahnhof Jannowitzbrücke und U-Bahnhof Schillingstraße
  • Verfahren: Freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb
  • Preisgericht: 28. August 2026
  • Vorsitz: Landschaftsarchitekt Till Rehwaldt
  • Teilnehmende Büros: zwölf eingereichte Arbeiten
  • 1. Preis: Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin, 25.000 Euro
  • 2. Preis: GRIEGER HARZER DVORAK Landschaftsarchitekten GbR, Berlin, 15.000 Euro
  • 3. Preis: 1:1 landskab, Valby, Dänemark, 9.000 Euro
  • Anerkennungen: Bruun & Möllers GmbH & Co. KG, Hamburg, sowie QUERFELDEINS Landschaft | Städtebau | Architektur, Dresden, jeweils 2.000 Euro
  • Ziel: Funktionale, gestalterische und ökologische Aufwertung der Schillingstraße und Verbesserung der Aufenthaltsqualität
  • Schwerpunkte: Klimaschutz und Klimaanpassung, Mobilität, Nutzung, Bestandserhalt
  • Förderung: Städtebaufördermittel aus dem Bund-Länder-Programm „Lebendige Zentren“
  • Weitere Planung: Grün Berlin GmbH übernimmt als Bauherrin für das Land Berlin die Weiterentwicklung und Umsetzung des Siegerentwurfs
  • Ausstellung: 9. bis 29. September 2026 im Rathaus Mitte; Vernissage am 8. September ab 18 Uhr
  • Beteiligung: Rückmeldungen zum Siegerentwurf sind vom 8. September bis 2. November 2026 über mein.berlin.de möglich.

Schillingpromenade wird klimaangepasst weiterentwickelt

Der freiraumplanerische Wettbewerb für die Schillingpromenade in Berlin-Mitte ist entschieden. Am 28. August 2026 prämierte das Preisgericht unter Vorsitz des Landschaftsarchitekten Till Rehwaldt drei der zwölf eingereichten Arbeiten und vergab zusätzlich zwei Anerkennungen. Den ersten Preis erhielt die Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH aus Berlin.

Der Siegerentwurf soll die bestehenden Qualitäten der Schillingpromenade bewahren und gleichzeitig auf aktuelle Anforderungen an Klima, Mobilität und Aufenthalt reagieren. Die Jury würdigte insbesondere den respektvollen Umgang mit dem Bestand. Der Charakter der Promenade als fließender, grüner Raum soll erhalten bleiben und klimaangepasst weiterentwickelt werden.

Neue Oberflächen und besondere Spielanlagen

Besonders hervorgehoben wurden die Gestaltung der neuen Oberflächen und die geplanten Spielanlagen, die eigens für den Ort entwickelt wurden. Der Entwurf soll eine robuste Grundlage für die weitere Entwicklung der Schillingpromenade schaffen und zugleich spätere Anpassungen an veränderte Nutzungen ermöglichen.

Die Umgestaltung umfasst die Schillingstraße, ihre Promenade sowie zwei Spielplätze. Ziel ist eine funktionale, gestalterische und ökologische Aufwertung des öffentlichen Raums und damit eine höhere Aufenthaltsqualität. Dabei sollen Klimaschutz und Klimaanpassung ebenso berücksichtigt werden wie Mobilität und die erhaltungsrechtlichen Belange des Ortes.

Weitere Preise und Anerkennung

Neben dem Siegerentwurf wurden zwei weitere Arbeiten ausgezeichnet. Den 2. Preis und damit 15.000 Euro erhielt die GRIEGER HARZER DVORAK Landschaftsarchitekten GbR aus Berlin. Der 3. Preis mit 9.000 Euro ging an 1:1 landskab aus Valby, Dänemark. Darüber hinaus sprach die Jury zwei Anerkennungen in Höhe von jeweils 2.000 Euro aus: an Bruun & Möllers GmbH & Co. KG aus Hamburg sowie an QUERFELDEINS Landschaft | Städtebau | Architektur aus Dresden. Insgesamt würdigte das Preisgericht die überwiegend hohe Qualität der zwölf eingereichten Arbeiten.

Vom Wettbewerb zur Umsetzung

Finanziert wird das Vorhaben mit Städtebaufördermitteln aus dem Bund-Länder-Programm „Lebendige Zentren“. Die Schillingpromenade liegt im Fördergebiet Karl-Marx-Allee, II. Bauabschnitt. Nach Abschluss des Wettbewerbs übernimmt die Grün Berlin GmbH als Bauherrin für das Land Berlin die weitere Planung und Umsetzung.

Bevor der Siegerentwurf weiterentwickelt wird, erhält auch das Quartier Gelegenheit zur Rückmeldung. Vom 8. September bis zum 2. November 2026 können Interessierte über mein.berlin.de Stellung zum Siegerentwurf nehmen. Zusätzlich findet am 24. September von 16 bis 18 Uhr eine Sprechstunde vor der Freiluftausstellung in der Schillingstraße 1A statt. Die Rückmeldungen sollen anschließend an das Landschaftsarchitekturbüro zur weiteren Bearbeitung übergeben werden.

Wettbewerbsergebnisse öffentlich ausgestellt

Die zwölf Wettbewerbsentwürfe sind vom 9. bis 29. September 2026 in der Berolina Galerie im Rathaus Mitte zu sehen. Die öffentliche Ausstellung wird am 8. September ab 18 Uhr eröffnet.

Mit dem Wettbewerb liegt damit ein erster Entwurf für die künftige Schillingpromenade vor. Die nächsten Planungsschritte werden nun zeigen, wie sich die prämierten Ideen zu einem langfristig klimaangepassten und qualitätsvollen Freiraum für das Quartier weiterentwickeln lassen.

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Das Projekt „Public Space and Bathing Culture“, das sich derzeit ein Gebiet des stillgelegten Hafens von Frihamnen in Göteborg, Schweden, aneignet, ist mehr als ein Beteiligungsprojekt oder ein Stadterneuerungsprozess. Durch das Prototyping fördert die Stadt eine Transformationskultur mit ortsspezifischen Interventionen, die die Stadtverwaltung von innen heraus verändern kann.

Von der Sauna Göteborg zur Stadt-Vision

Die öffentliche Sauna am Hafen von Göteborg in Schweden ist vielleicht kein diskretes Projekt, aber es ist definitiv eine Ansammlung von kleinen Initiativen, die den dringend benötigten kreativen Widerstand gegen die langfristigen strategischen Visionen und Pläne für die Umgestaltung dieses heruntergekommenen Hafengebiets fördern.

Die vom Stadtplanungsamt und dem öffentlichen Bauträger Älvstaden Utvecklings AB in Auftrag gegebene öffentliche Sauna des Berliner Architekturbüros Raumlabor ist einer von mehreren Prototypen, die die Initiative “Öffentlicher Raum und Badekultur” bilden. Aus der Zusammenarbeit zwischen den Vertretern der Stadt und raumlabor sind bisher Prototypen wie der Strand, das Schwimmbad, die Sauna, eine Segelschule, die Roller-Derby-Bahn, die urbane Landwirtschaft, ein Park in einem der verlassenen Hangars auf dem Gelände und “The Mountain” – eine Wasserinstallation für Kinder der Künstler Akay und E.B Itso – entstanden.

Ziel der Prototypen ist es, die Erforschung dessen anzuregen, was einen Park des 21. Jahrhunderts ausmacht, und dies in die Gestaltung und Programmierung eines künftigen Parks einfließen zu lassen, mit dem das 400-jährige Bestehen der Stadt Göteborg im Jahr 2021 gefeiert werden soll. Der Park wird den Namen Jubileumsparken tragen, was so viel wie “Jubiläumspark” bedeutet. Die aktuellen Initiativen tragen die Bezeichnung Jubileumsparken 0.5, wobei der Zusatz 0.5 darauf hinweist, dass es sich bei den Prototypen um temporäre Konstruktionen handelt.

2010 startete die Stadt Göteborg eine stadtweite Vision für die Sanierung von neun Stadtteilen, die alle in der Nähe der Ufer des Flusses Göta liegen. Die als “River City Gothenburg Vision” bezeichnete und vom Stadtrat im Oktober 2012 angenommene Vision umfasst eines der ehrgeizigsten Stadterneuerungsprojekte, die je in Schweden durchgeführt wurden. Die derzeitige Umsetzungsphase, die in politischen Dokumenten und Planungsrichtlinien ihren Niederschlag findet, konzentriert sich auf die Umgestaltung des Frihamnen-Viertels, eines verfallenen Industriegebiets und ausgedehnten Hafengebiets am Nordufer, direkt auf der anderen Seite des Flusses, gegenüber dem Göteborger Hauptbahnhof.

Da die Stadt Göteborg eine Stadtgestaltung anstrebte, die nicht nur ortsspezifische Qualitäten hervorhebt, sondern diese auch für alle Bevölkerungsschichten zugänglich und bewohnbar macht, ergänzte die Stadt die Masterplanung und initiierte einen innovativen Ansatz für die städtische Umgestaltung. Zu den beiden Hauptanreizen für die Innovation gehören die Mobilisierung des städtischen Unternehmens Älvstranden Utvecklings AB und die Entscheidung, den Prototyp eines Parkdesigns für den Jubileumsparken 0.5 zu entwickeln. Durch den öffentlichen Bauträger ermöglicht die Stadt eine kreativere Überschneidung von Landverteilung, Design, strategischer Planung und Politik. Mit dem Prototyping des Jubileumsparken 0.5 bringt die Stadt die Gestaltung des Frihamnen in Gang, bevor die Immobilienspekulation einsetzt, die oft mit der Aufteilung und Verteilung von Land einhergeht.

Auch interessant: Im Sommer 2018 verwandelte sich das Regenauffangbecken des ehemaligen Flughafens Tempelhof in ein Labor neuer urbaner Praxis. Entworfen vom Architekturkollektiv „raumlaborberlin“. Mehr dazu hier: Floating University

Luftverschmutzung: Was ist das und was bedeutet sie für die Städte?

Luftverschmutzung ist eine der größten Gefahren für die Gesundheit und die Umwelt. Bildquelle: Windmemories, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons
Luftverschmutzung ist eine der größten Gefahren für Gesundheit und Umwelt. Bildquelle: Windmemories, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons

Luftverschmutzung ist eines der ersten Dinge, an die wir denken, wenn wir nach den Herausforderungen gefragt werden, denen sich die Städte von heute gegenübersehen. Aber was genau ist Luftverschmutzung und was bedeutet sie für die Städte? Lesen Sie mehr über die am stärksten gefährdeten Städte und Bevölkerungsgruppen und über mögliche Lösungen für sauberere Luft.

99 Prozent der Weltbevölkerung atmet schmutzige Luft

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Luftverschmutzung die Verunreinigung der Innen- oder Außenluft durch chemische, physikalische oder biologische Stoffe. Diese Schadstoffe verändern die natürlichen Eigenschaften der Atmosphäre. Die häufigsten Quellen der Luftverschmutzung sind Verbrennungsanlagen in Haushalten, Kraftfahrzeuge, Industrieanlagen und Waldbrände. Sie alle erzeugen Schadstoffe, von Feinstaub und Kohlenmonoxid bis hin zu Stickstoffdioxid und Schwefeldioxyd. Sie führen zu verschmutzter Luft, die beim Menschen Atemwegs- und andere Krankheiten hervorrufen kann.

Es gibt zwei Hauptschadstoffe, NO2 (Stickstoffdioxid) und Feinstaub 2,5 (PM 2,5). NO2 ist vor allem dort zu finden, wo es emittiert wird, nämlich in städtischen Gebieten und an stark befahrenen Straßen. PM 2,5 ist weiter verbreitet. Dieser Stoff besteht aus Ruß und Staub, die bei der Verbrennung von Kraftstoffen und beim Aufbringen von Bremsbelägen auf Reifen entstehen.

Das Thema ist äußerst wichtig, da 99 Prozent der Weltbevölkerung Luft einatmet, die stärker verschmutzt ist, als es die WHO-Grenzwerte erlauben. Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen sind in der Regel am stärksten belastet. Dies führt in diesen Ländern zu einer höheren Morbidität und Mortalität.

Darüber hinaus sind die Verursacher der Luftverschmutzung auch Quellen von Treibhausgasemissionen. Die Luftqualität steht in engem Zusammenhang mit dem Klima der Erde und der Qualität der Ökosysteme auf der ganzen Welt. Daher sind Maßnahmen und Projekte zur Verringerung der Luftverschmutzung eine Win-Win-Strategie für Klima und Gesundheit.

Luftverschmutzung in Städten kann aussehen wie Smog, ist oft aber auch unsichtbar. Bildquelle: Unsplash
Luftverschmutzung in Städten kann aussehen wie Smog, ist oft aber auch unsichtbar. Bildquelle: Unsplash

Indische und chinesische Städte sind weiterhin am stärksten verschmutzt

In den Städten ist die Luftqualität oft besonders schlecht. Die meisten Stadtbewohner*innen atmen ungesunde Schadstoffwerte ein, insbesondere PM 2,5 und NO2. Die winzigen PM 2,5-Partikel aus Autoabgasen, Kohlekraftwerken, Industrieemissionen und ähnlichen Quellen können leicht in die Lunge gelangen. Manchmal gelangen sie sogar in den Blutkreislauf und wirken sich negativ auf unsere Gesundheit aus. NO2 hat viele der gleichen Quellen und ist in städtischen Gebieten mit hohem Verkehrsaufkommen besonders hoch. Dieser Schadstoff wird nicht nur mit der Verschlimmerung von Asthmasymptomen, sondern auch mit der Entwicklung von Asthma bei Kindern in Verbindung gebracht.

Ein Blick auf den Grad der Luftverschmutzung in Städten auf der ganzen Welt zeigt ein interessantes geografisches Muster: In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen ist die PM 2,5-Belastung tendenziell höher, während die NO2-Werte überall hoch sind. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Länder mit höherem Einkommen weniger Feuer verbrennen und mehr in Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität investieren. Nicht in allen Städten ist die Luftverschmutzung gleich hoch, und selbst innerhalb einer Stadt gibt es oft große Unterschiede in der Luftqualität.

Die gemeinnützige Organisation IQAir betreibt die weltweit größte kostenlose Informationsplattform zur Luftqualität in Echtzeit. Sie misst, wie oft eine Stadt die WHO-Richtlinien für Luftverschmutzung überschreitet. Lahore in Pakistan führt den Luftverschmutzungsindex an. Hotan in China, Bhiwadi und Delhi in Indien sowie andere Städte in China, Indien, Pakistan, Tschad, Irak, Bahrain und Bangladesch sind in den Top 50 der am stärksten verschmutzten Städte der Welt vertreten.

Schon vor der Corona-Pandemie trugen viele Stadtbewohner*innen weltweit eine Maske, um sich vor Luftverschmutzung und daraus folgenden Gesundheitsrisiken zu schützen. Bildquelle: Unsplash
Schon vor der Corona-Pandemie trugen viele Stadtbewohner*innen weltweit eine Maske, um sich vor Luftverschmutzung und daraus folgenden Gesundheitsrisiken zu schützen. Bildquelle: Unsplash

Luftverschmutzung gefährdet die Gesundheit von Kindern

Die Daten darüber, wie sich schlechte Luftqualität auf die Gesundheit auswirkt, sind noch begrenzt, da Symptome wie Asthmaanfälle, die durch schlechte Luftqualität ausgelöst werden, nur schwer systematisch erfasst werden können. Expert*innen wie das britische Royal College of Physicians schätzen, dass die Luftverschmutzung allein im Vereinigten Königreich für mehr als 20 000 Krankenhauseinweisungen pro Jahr aufgrund von Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich sein könnte.

Im Allgemeinen ist es wahrscheinlich, dass gefährdete Gruppen aufgrund schlechter Luftqualität eine Verschlechterung ihrer Gesundheit erfahren. Zu diesen Gruppen gehören Kinder, Menschen mit Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ältere Menschen. In Europa könnte das Einatmen verschmutzter Luft die Ursache für den vorzeitigen Tod von mindestens 12 000 Kindern pro Jahr sein. Die Europäische Umweltagentur hat festgestellt, dass darüber hinaus viele Tausend weitere Menschen an körperlichen und geistigen Gesundheitsproblemen leiden, die durch die Luftverschmutzung verursacht werden und lebenslange Auswirkungen haben können.

Es scheint, dass insbesondere Kinder sehr anfällig für Luftverschmutzung sind, da die Schadstoffe ihre Entwicklung dauerhaft beeinträchtigen können. Hohe Schadstoffkonzentrationen können ihre Lungenkapazität beeinträchtigen, Asthma verursachen, zu einem erhöhten Auftreten von Atemwegserkrankungen und Ohrinfektionen führen und das Risiko von Allergien erhöhen. Sie können auch die Gehirnentwicklung von Kindern beeinträchtigen. Da Kinder schneller atmen als Erwachsene, näher am Boden sind und sich häufiger im Freien aufhalten, sind sie stärker gefährdet als Erwachsene.

Erst lokale Emissionen verstehen, dann handeln

Insgesamt ist die Luftverschmutzung keine einfache Herausforderung, die es zu bewältigen gilt. Es beginnt mit der Messung der Luftqualität: Es gibt keine einheitliche Methode, um die Qualität unserer Luft zu beurteilen. Noch schwieriger ist es, zwischen Emissionen und Schadstoffkonzentration zu unterscheiden. Die vorhandenen Emissionsdaten dienen meist dazu, die Quelle und den Ursprung von Schadstoffen zu ermitteln. Die lokalen Emissionen sind jedoch nur ein Teil des Problems. Die Konzentrationswerte sind ebenfalls wichtig, und sie können Verschmutzungen durch Emissionen an anderen Orten beinhalten. So ist beispielsweise Neu-Delhi jedes Jahr im November mit einer hohen Luftverschmutzung konfrontiert, wenn die Bauern auf den umliegenden Feldern die Rückstände ihrer Ernte verbrennen.

Weltweit könnte die Luftverschmutzung bis zu sieben Millionen vorzeitige Todesfälle pro Jahr verursachen. In Anbetracht der Tatsache, dass die Schadstoffe auch für die Umwelt giftig sind, ist es von entscheidender Bedeutung, die wichtigsten Quellen der Luftverschmutzung zu reduzieren. Hier sind einige Möglichkeiten:

  • Förderung einer nachhaltigen Landnutzung
  • Verwendung sauberer Haushaltsenergie und Verkehrsmittel
  • Bereitstellung von energieeffizientem Wohnraum
  • Erzeugung von sauberer Energie
  • Strenge Verbote für die Industrie einführen
  • Verbesserung der kommunalen Abfallwirtschaft

Beispielhafte Städte für gutes Luftqualitätsmanagement

Es gibt jedoch viele Erfolgsgeschichten auf lokaler und sogar auf nationaler Ebene, die die Luftqualität in Städten erfolgreich verbessert haben. So hat der US-amerikanische Clean Air Act aus dem Jahr 1963 dazu geführt, dass Autos, Züge und Bootsmotoren seit den 1970er Jahren zu 99 Prozent sauberer sind. Die industriellen Schadstoffemissionen der verarbeitenden Industrie sind zwischen 1990 und 2008 um über 60 Prozent zurückgegangen. Das Gesetz begrenzt erfolgreich die Emissionen von Fahrzeugen und Industrie. Außerdem ermöglicht es Bürger*innen, die Industrie zu verklagen, die gegen die Vorschriften und Normen für die Luftqualität verstößt. Außerdem werden Gelder für die Forschung im Bereich der Luftreinhaltung bereitgestellt.

Peking in China hat seine PM 2,5-Werte in nur fünf Jahren um 36 Prozent gesenkt, indem es die Emissionen von Kraftwerken und Industrie kontrollierte. Darüber hinaus hat die Stadt großen Wert auf die Kraftstoffqualität und die Emissionsnormen für Fahrzeuge gelegt.

Die Londoner Ultra Low Emission Zone hat die NO2-Emissionen in den ersten sechs Monaten nach ihrer Einführung im Jahr 2019 um 36 Prozent reduziert. Sie soll ab August 2023 auf alle Londoner Stadtbezirke ausgeweitet werden. Viele andere Städte haben ebenfalls Luftqualitätsmanagementgebiete oder Luftreinhaltezonen eingerichtet. Und Bürgermeister*innen aus über 45 Städten auf der ganzen Welt haben den C40 Clean Air Accelerator unterzeichnet. Damit verpflichten sie sich, bis 2025 für saubere Luft zu sorgen.

Weiterlesen: Im Jahr 2018 gab es in London eine spannende Ausstellung namens „Pollution Pods“, in der man die Luft verschiedener Städte atmen konnte.