Energieverbrauch von Verkehrssystemen in Digital Twins simulieren

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Ein gelber Stadtbus auf einer Straße in Deutschland. Foto von Nils Lindner.

Stellen Sie sich vor, wir könnten den Energieverbrauch komplexer Verkehrssysteme nicht nur schätzen, sondern in Echtzeit simulieren, vergleichen und optimieren – und das alles, bevor auch nur ein Meter Straße gebaut oder ein Fahrplan geändert wird. Digitale Zwillinge machen genau das möglich: Sie katapultieren die Planung und Steuerung urbaner Mobilität in ein neues Zeitalter der Präzision, Effizienz und Nachhaltigkeit. Doch wie revolutionär ist diese Technologie wirklich, was steckt technisch dahinter, und warum sollten Landschaftsarchitekten, Stadtplaner und Mobilitätsmanager jetzt genauer hinschauen?

  • Einführung in den Begriff und die Funktionsweise von Digital Twins im urbanen Kontext
  • Technische Grundlagen zur Simulation des Energieverbrauchs von Verkehrssystemen in Digital Twins
  • Praktische Anwendungsbeispiele aus Europa und darüber hinaus mit Fokus auf deutsche Städte
  • Bedeutung für nachhaltige Stadtentwicklung, Klimaschutz und Verkehrsplanung
  • Diskussion aktueller Herausforderungen: Datenverfügbarkeit, Interoperabilität, Governance und Datenschutz
  • Chancen und Risiken digitaler Zwillinge für die demokratische Stadtentwicklung
  • Potenziale für partizipative Planung und transparente Entscheidungsprozesse
  • Kritische Betrachtung kommerzieller und ethischer Fallstricke
  • Fazit mit Ausblick: Wie Digital Twins die Planungsdisziplinen verändern werden

Digitale Zwillinge: Revolution der Verkehrs- und Energieplanung

Der Begriff „Digital Twin“ klingt nach Hightech und Science-Fiction, doch tatsächlich ist er längst im Alltag angekommen – zumindest dort, wo Planung und Betrieb von Infrastrukturen auf Innovation setzen. Im Kern bezeichnet ein Digital Twin ein digitales Abbild einer realen Entität, also beispielsweise eines urbanen Verkehrssystems, das mit aktuellen Daten in Echtzeit oder nahezu in Echtzeit gefüttert wird und sich dynamisch weiterentwickelt. Während klassische Stadtmodelle oder Verkehrsanalysen statisch und zeitlich begrenzt bleiben, ist der digitale Zwilling ein lebendiges, interaktives Simulationssystem. Er bildet nicht nur die bestehende Infrastruktur ab, sondern visualisiert und analysiert laufende Prozesse, etwa Verkehrsflüsse, Energieverbräuche, Emissionen oder Störungen im Netz.

Die Einbindung von Energieverbrauchsdaten ist dabei ein besonders spannender Anwendungsbereich, denn sie verbindet Mobilität mit zwei Megatrends: Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Verkehrssysteme sind notorische Energiefresser – ob Straßenbahn, Busflotte, Individualverkehr oder multimodale Mobilitätsangebote. Die Optimierung des Energieverbrauchs ist daher nicht nur eine technische, sondern auch eine ökologische und wirtschaftliche Notwendigkeit. In Digital Twins verschmelzen diese Anforderungen zu einer neuen Planungsperspektive: Jede Maßnahme, jede Veränderung im Verkehrsangebot oder in der Infrastruktur kann hinsichtlich ihrer Energieeffekte simuliert, bewertet und optimiert werden – auf Knopfdruck und so detailliert, wie es die Datenlage erlaubt.

Die technischen Möglichkeiten sind dabei atemberaubend: Sensoren und IoT-Geräte liefern Echtzeitinformationen zu Fahrzeugbewegungen, Passagierströmen, Stromflüssen und sogar Wetterbedingungen. Moderne Digital Twins integrieren diese Datenströme in komplexe Modelle, die nicht nur vergangene und aktuelle Verbräuche analysieren, sondern auch zukünftige Szenarien berechnen. Was passiert, wenn eine Straßenbahnlinie elektrifiziert wird? Wie wirkt sich eine neue Fahrradstraße auf den Energieverbrauch im Quartier aus? Welche Auswirkungen hat ein intelligentes Verkehrsmanagement auf die Gesamtbilanz der Stadt? Ein digitaler Zwilling liefert die Antworten – und zwar nicht als theoretisches Zahlenwerk, sondern als anschauliche, interaktive Simulation.

Gerade für die DACH-Region, in der nachhaltige Stadtentwicklung und die Energiewende hohe Priorität genießen, sind Digital Twins ein Gamechanger. Sie ermöglichen es, die Effekte von Infrastrukturmaßnahmen frühzeitig abzuschätzen, Klimaziele effizienter zu verfolgen und die oft unterkomplexe Diskussion um Verkehrswende und Energieverbrauch endlich mit belastbaren Daten zu unterfüttern. Damit werden Planer, Architekten und Entscheidungsträger von reinen Schätzmeistern zu datengetriebenen Strategen – ein Rollenwechsel, der die Disziplin nicht nur professionalisiert, sondern in vielen Fällen auch demokratisiert.

Natürlich sind digitale Zwillinge kein Allheilmittel. Sie sind so gut wie ihre Datengrundlage, ihre Modelle und die Menschen, die sie bedienen. Doch wer sich auf die Reise macht, lernt schnell: Der digitale Zwilling ist keine Spielerei, sondern der neue Goldstandard für Planung, Steuerung und Monitoring urbaner Mobilität und ihres Energieverbrauchs. Und wer jetzt noch abwartet, riskiert, von der Realität der anderen Städte überholt zu werden.

Technische Grundlagen: Wie Verkehr und Energie im Digital Twin simuliert werden

Die Simulation des Energieverbrauchs in Digital Twins ist ein hochkomplexes Unterfangen, das verschiedene technische Disziplinen zusammenbringt: von der Geoinformatik über die Verkehrsplanung bis zur Energietechnik und Datenwissenschaft. Am Anfang steht die Datenerfassung. Verkehrssysteme sind heute mit einer Vielzahl von Sensoren ausgestattet: GPS-Tracker in Fahrzeugen, Induktionsschleifen an Kreuzungen, Kamerasysteme für die Personenzählung, Smart Meter für den Energieverbrauch von Ladesäulen oder Bahnhöfen. Hinzu kommen externe Datenquellen wie Wetterdienste, Fahrplandaten, Baustelleninformationen oder sogar Social-Media-Feeds, die das Mobilitätsverhalten beeinflussen können.

All diese Daten werden in eine zentrale Plattform eingespeist, die oft als Urban Data Platform oder City Data Hub bezeichnet wird. Sie dient als technisches Rückgrat des digitalen Zwillings und sorgt dafür, dass die Vielzahl von Datenquellen nicht in Silos endet, sondern in Echtzeit zusammengeführt, standardisiert und zugänglich gemacht wird. Die große Herausforderung dabei ist die Interoperabilität: Unterschiedliche Hersteller, Datenformate und Protokolle müssen harmonisiert werden, damit das Gesamtmodell konsistent und belastbar bleibt. Hier setzen fortschrittliche Schnittstellenstandards wie FIWARE, OGC oder OPC UA an, die einen offenen Austausch zwischen Systemen ermöglichen.

Herzstück jedes Digital Twins ist das Simulationsmodell, das aus den Eingangsdaten eine virtuelle Realität erzeugt. Im Fall des Verkehrs- und Energieverbrauchs bedeutet das: Algorithmen berechnen auf Basis der aktuellen Verkehrslage, der eingesetzten Fahrzeugtypen, ihrer Antriebsarten und Auslastungen den Strom-, Kraftstoff- oder Wärmebedarf. Diese Modelle können auf unterschiedliche Detaillierungsgrade eingestellt werden – von groben Abschätzungen für ganze Stadtteile bis hin zu fahrzeuggenauen Analysen für einzelne Linien oder Streckenabschnitte. Moderne Zwillinge gehen noch einen Schritt weiter: Sie integrieren maschinelles Lernen und KI-basierte Prognosemodelle, die Muster im Mobilitätsverhalten erkennen und zukünftige Entwicklungen antizipieren können.

Ein weiterer Clou: Digital Twins sind keine Einbahnstraße. Sie erlauben das Durchspielen von „Was-wäre-wenn“-Szenarien. Was passiert mit dem Energieverbrauch, wenn eine neue Tramlinie eingeführt wird? Wie verändert sich die Bilanz, wenn die Busflotte auf Elektromobilität umgestellt wird? Oder wie wirkt sich eine Smart-Traffic-Light-Steuerung auf den Gesamtenergiebedarf aus? Diese Fragen lassen sich simulieren und visualisieren – oft sogar in attraktiven 3D-Umgebungen, die auch Laien oder politischen Entscheidungsträgern komplexe Zusammenhänge anschaulich vermitteln.

Ein häufig unterschätzter Aspekt ist die Integration von Rückkopplungsschleifen: Digital Twins können nicht nur simulieren, sondern auch steuern. Verkehrsmanagementsysteme, die auf die Simulationsergebnisse reagieren, können etwa Ampelphasen optimieren, Fahrpläne anpassen oder Energieflüsse dynamisch steuern. Damit wird die Stadt zum lernfähigen System, das sich laufend selbst optimiert – ein Paradigmenwechsel, der weit über klassische Planungshorizonte hinausgeht.

Praxisbeispiele und Status quo: Wo stehen deutsche Städte?

Blicken wir über den Tellerrand und schauen auf die konkrete Praxis: Internationale Vorreiter wie Singapur, Helsinki oder Wien setzen bereits seit Jahren auf digitale Zwillinge, um Verkehr und Energieverbrauch besser zu steuern. Singapur etwa nutzt einen umfassenden Urban Digital Twin, in dem alle Verkehrsträger und deren Energieflüsse detailliert abgebildet werden. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Steuerung des öffentlichen Nahverkehrs, die Optimierung von Ladeinfrastrukturen und die Planung neuer Mobilitätsangebote ein.

In Helsinki werden Digital Twins genutzt, um die Auswirkungen von Infrastrukturmaßnahmen auf den Energieverbrauch und die CO₂-Emissionen zu simulieren. Die Stadt kann so gezielt Maßnahmen priorisieren, die den größten Beitrag zu den Klimazielen leisten. Besonders spannend: Die Modelle sind offen zugänglich und werden regelmäßig in Bürgerforen diskutiert – ein Musterbeispiel für partizipative und transparente Stadtentwicklung.

Und Deutschland? Hier ist das Bild gemischt. Zwar gibt es mit Hamburg, München, Ulm oder Köln vielversprechende Pilotprojekte, doch der großflächige Rollout steht noch aus. Ein zentrales Beispiel ist das Hamburger Projekt „Digitaler Zwilling für Mobilitäts- und Energieflüsse“, das im Rahmen des Smart City Modellprojekts entwickelt wurde. Ziel ist es, Verkehrsströme, Energieverbräuche und Emissionen im Hafengebiet in Echtzeit zu erfassen und zu simulieren – eine technische Meisterleistung, die jedoch auch aufgrund rechtlicher und organisatorischer Herausforderungen noch nicht vollumfänglich umgesetzt werden konnte.

Häufig scheitert die umfassende Einführung an der Fragmentierung: Unterschiedliche Zuständigkeiten, inkompatible IT-Infrastrukturen und datenschutzrechtliche Bedenken erschweren die Konsolidierung von Verkehrsdaten und Energieverbrauchsinformationen. Hinzu kommt, dass viele Städte sich noch nicht trauen, Planung und Steuerung in die Hände datengetriebener Modelle zu legen. Der Kulturwandel hin zu einer „lernenden Stadt“ ist in Deutschland noch Work in Progress – aber der Druck wächst, denn die Anforderungen an Energieeffizienz und Klimaschutz machen vor föderalen Grenzen nicht halt.

Dennoch gibt es Hoffnung: Neue Förderprogramme, offene Schnittstellenstandards und der Austausch mit internationalen Vorbildern sorgen dafür, dass das Thema Fahrt aufnimmt. Wer heute die richtigen Weichen stellt, kann morgen nicht nur effizienter planen, sondern auch politisch und gesellschaftlich punkten – denn der digitale Zwilling bietet nicht nur technische, sondern auch kommunikative Vorteile.

Chancen, Risiken und die Zukunft partizipativer Simulationen

Die Vorteile von Digital Twins für die Simulation des Energieverbrauchs in Verkehrssystemen liegen auf der Hand: Sie ermöglichen datenbasierte, transparente und nachvollziehbare Entscheidungen. Sie reduzieren Planungsrisiken, machen Klimaschutzmaßnahmen messbar und helfen, Zielkonflikte frühzeitig zu erkennen. Besonders wertvoll ist die Möglichkeit, verschiedene Szenarien durchzuspielen und ihre Auswirkungen auf Energieverbrauch, Emissionen und Mobilitätsverhalten zu vergleichen – eine Qualität, die klassische Planungsinstrumente nicht bieten können.

Doch es gibt auch Risiken, die nicht unterschätzt werden dürfen. Ein zentrales Problem ist die Gefahr der Kommerzialisierung städtischer Daten: Wenn Digital Twins von großen Softwareanbietern dominiert werden, besteht die Gefahr, dass Städte ihre Souveränität über kritische Infrastrukturdaten verlieren. Auch algorithmische Verzerrungen oder ein technokratischer Bias können zu Fehlentscheidungen führen – etwa wenn Modelle falsche Annahmen treffen oder bestimmte Nutzergruppen systematisch benachteiligen.

Ein weiteres Risiko ist die Intransparenz: Wenn Digital Twins zu Black Boxes werden und ihre Funktionsweise nicht offengelegt wird, verlieren Verwaltung und Bürgerschaft das Vertrauen in die Technologie. Deshalb ist es entscheidend, dass digitale Zwillinge offen, nachvollziehbar und partizipativ gestaltet werden. Open-Source-Modelle, offene Schnittstellen und die Integration von Bürgerwissen sind hierbei zentrale Bausteine.

Tatsächlich bieten Digital Twins auch neue Chancen für die Beteiligung: Komplexe Simulationen lassen sich anschaulich visualisieren und können im Rahmen von Bürgerdialogen oder Planungswerkstätten als Diskussionsgrundlage dienen. So wird Stadtentwicklung nicht nur effizienter, sondern auch demokratischer. Gleichzeitig eröffnen sich neue Möglichkeiten für interdisziplinäre Zusammenarbeit: Verkehrsplaner, Energietechniker, Landschaftsarchitekten und IT-Spezialisten arbeiten Hand in Hand, um die Stadt von morgen zu gestalten.

Für die Zukunft gilt: Wer Digital Twins als reines Technikspielzeug betrachtet, hat das Potenzial nicht verstanden. Sie sind ein neues Paradigma für Planung, Steuerung und Beteiligung – und sie werden die Anforderungen an die Professionen in Stadt- und Verkehrsplanung grundlegend verändern. Es ist Zeit, den Wandel aktiv zu gestalten – mit Mut, Offenheit und einer ordentlichen Portion Neugier.

Fazit: Digital Twins als Schlüssel für eine nachhaltige, datenbasierte Stadtentwicklung

Die Simulation des Energieverbrauchs von Verkehrssystemen in Digital Twins ist weit mehr als ein technisches Nice-to-have. Sie ist das Fundament für die nächste Generation von Stadt- und Verkehrsplanung – präzise, flexibel und transparent. Wer die Potenziale erkennt und nutzt, kann Verkehrsnetze ressourcenschonender betreiben, Klimaziele effizienter verfolgen und die Beteiligung der Stadtgesellschaft auf ein neues Level heben. Voraussetzung dafür sind offene Daten, interoperable Systeme und eine neue Planungs- und Verwaltungskultur, die Datenkompetenz und Partizipation ernst nimmt.

Die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen: Technische Komplexität, datenschutzrechtliche Unsicherheiten und organisatorische Hürden verlangen nach klugen Governance-Modellen und mutigen politischen Entscheidungen. Doch die Vorteile überwiegen deutlich – insbesondere in einer Zeit, in der nachhaltige Mobilität und Energieeffizienz zu den zentralen Zukunftsfragen der Städte gehören.

Digitale Zwillinge sind dabei kein Allheilmittel, aber sie sind das mächtigste Werkzeug, das der Disziplin seit Jahrzehnten zur Verfügung steht. Sie machen aus abstrakten Diskussionen konkrete Szenarien, aus Behauptungen belastbare Zahlen und aus Planung einen iterativen, lernenden Prozess. Wer diese Chance ergreift, verschafft sich nicht nur einen Vorsprung im Wettbewerb der Städte, sondern leistet auch einen entscheidenden Beitrag für die Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit urbaner Räume.

Garten und Landschaft bleibt am Puls: Die Entwicklung der Digital Twins steht erst am Anfang – und sie wird das Verhältnis von Planung, Betrieb und Stadtgesellschaft nachhaltig verändern. Wer heute mitdenkt, gestaltet die Stadt von morgen. Und die wird nicht nur effizienter, sondern auch lebenswerter sein. Willkommen in der Ära der datenbasierten Stadtgestaltung.

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Am 8. Oktober wird an der Universität EPFL in Lausanne im Rolex Education Centre der diesjährige Topos Landscape Award verliehen. Dies geschieht im Rahmen einer von Archizoom veranstalteten Konferenz zum Thema „The Narrative of Landscape“. Der Schwerpunkt wird auf der Bedeutung des Bodens für die Landschaft liegen, die Betrachtung wird interdisziplinär sein. Zu den eingeladenen Referenten zählen Richard Sennett, Saskia Sassen, Adriaan Geuze und David R. Montgomery. Näheres zum Programm und zur Anmeldung unter http://archizoom-nls.epfl.ch.

Der Topos Landscape Award 2014 geht an die Landschaftsarchitekten von LOLA aus Rotterdam/Niederlande. Das 2006 gegründete Büro beschäftigt sich konzeptionell mit großmaßstäblichen Ökosystemen und entwickelt Ideen zu Raum und Natur, realisiert aber auch Projekte im urbanen und ländlichen Kontext. LOLA begibt sich, nach eigener Darstellung, auf die Suche nach innovativen und sublimen Landschaften (www.lolaweb.nl).
Der Topos Landscape Award wird seit 2002 von der Redaktion der Zeitschrift Topos verliehen. Geehrt wird mit dieser Auszeichnung ein Landschaftsarchitekturbüro, das mit seinen Projekten wesentlich zur qualitätvollen zeitgemäßen Gestaltung von Stadt und Landschaft beiträgt und durch innovative Ideen die Landschaftsarchitektur-Szene bereichert und dessen Werk stellvertretend für die Arbeit zeitgenössischer Landschaftsarchitekten steht. Der Topos Landscape Award will auf die Lebendigkeit und Dynamik sowie auf die Vielschichtigkeit der landschaftsarchitektonischen Aufgaben hinweisen.
Bisher ging die Auszeichnung an Stig L. Anderssons Tegnestue (Kopenhagen), Karres en Brands (Hilversum), Gross.Max. (Edinburgh), McGregor and Coxall (Sydney), Stoss LU (Boston), Antje Stokman (Hamburg), Taktyk (Brüssel/Paris).

2013 wurde, abweichend von den Kriterien, kein junges Büro geehrt, sondern ein erfolgreicher Landschaftsarchitekt mit internationaler Bedeutung: Peter Latz aus Kranzberg bei Freising in Bayern, Deutschland.
Konferenz und Würdigung von LOLA stehen im Kontext zu Lausanne Jardins, deren temporäre Landschaftsinterventionen noch bis 14. Oktober zu besichtigen sind.
http://lausannejardins.ch

Mit freundlicher Unterstützung der Baumschule Lorberg

Bundespreis Koop.Stadt: 5 Fragen

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Mit dem Bundespreis Koop.Stadt schaffen die Träger*innen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik, Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden, einen Preis, der herausragende kommunale Beispiele einer Kooperationskultur zwischen Kommune und Zivilgesellschaft ausgezeichnet. Alles was Sie dazu wissen müssen, erfahren Sie im Interview mit den Projektleiter*innen Lisa Schopp und Stephan Willinger.

200 000 Euro Preisgeld für den Bundespreis Koop.Stadt

 

An wen richtet sich der Preis?

Wir suchen Kommunen ab 10 000 Einwohner*innen, die durch ihre Zusammenarbeit mit Stadtmacher*innen zu einer Kooperativen Stadt werden. Planungsbüros, Bürger*innen, Initiativen oder Vereine können Kommunen bei der Bewerbung unterstützen. Die Einreichung der Bewerbung ist jedoch nur durch die Kommune selbst möglich.

Was kann eingereicht werden?

Bewerben können sich die Kommunen mit angestoßenen, laufenden sowie bereits umgesetzten Instrumenten oder Kooperationsprojekten der Stadtentwicklung. Die Auslober*innen suchen konkrete Maßnahmen zur Förderung der Zusammenarbeit und einer aktiven Mitgestaltung durch zivilgesellschaftliche Initiativen, Vereine oder soziokulturelle Akteur*innen. Dazu zählen allgemeine rechtliche, politische und strukturelle Maß­nahmen wie beispielsweise die Einrichtung von runden Tischen, Vermittlerstellen oder Zugang zu Raum für diese Akteur*innen. Aus der Bewerbung soll sich ein Gesamtbild über die Kooperationskultur der Kommune ergeben.

Was ist der Mehrwert der Teilnahme?

Der Preis zeichnet Kommunen für ihre erfolgreiche kooperative Stadtentwicklung aus und trägt auf diese Weise zu Imagegewinn, Motivation und Bindung neuer Kooperationspartner*innen bei. Neben der Auszeichnung selbst und der Einladung zur Preisverleihung im Rahmen des Bundes­kongresses der Nationalen Stadtentwicklungspolitik, der im Mai 2021 in Köln stattfindet, werden die die Preisträger*innen dabei unterstützt, mehr Menschen zu aktiv Handelnden in der Stadtentwicklung zu machen. Die zehn am höchsten bewerteten Bewerber*innen erhalten insgesamt eine Summe von 200 000 Euro Preisgeld zur Umsetzung weiterer Kooperationsprojekte. Die Auszeichnung ist für fünf Jahre gültig. Die eingereichten Best-Practice-Beispiele werden in einer Publikation gesammelt und aufbereitet.

Fachübergreifende Jury

Wie wird bewertet?

Die Jury prämiert Kommunen, die mit klugen Ideen kooperative Stadtentwicklungsprojekte angeschoben und dadurch etwas Neues geschaffen haben. Die Projekte können aus allen Handlungsfeldern kommen, vom Städtebau bis zur Freiraumgestaltung. Bei der Beurteilung werden rechtliche, politische und strukturelle Bausteine der Kooperation beleuchtet. In die Bewertung fließen angestoßene, laufende sowie bereits umgesetzte Instrumente, Leitbilder oder politisch beschlossene Maßnahmen mit ein. Grundsätzlich lässt sich sagen: Je mehr an Kooperation mit verschiedenen Akteurs­gruppen nachgewiesen werden kann und je mehr Handlungsfelder abgedeckt werden, desto besser die Bewertung.

Wie erfolgt die Jurierung?

Nach einer ersten Vorprüfung tritt eine fachübergreifend zusammengesetzte Jury zusammen, die die Beiträge bewertet und die Preisträger*innen auswählt. Die Jury des Bundespreises Kooperative Stadt setzt sich aus den Partner*innen der Nationalen Stadt­entwicklungspolitik zusammen: Ver­treter*innen des Deutschen Städtetags, des Deutschen Städte- und Gemeindebunds und der Länder sowie des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat.

Die Bewerbung ist noch bis zum 10. März 2021 unter www.koop-stadt.de möglich.

Lisa Schopp und Stephan Willinger sind Projektleiter*innen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Das Projekt Bundespreis Koop.Stadt wird durchgeführt durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt-, und Raumforschung.