Spielplätze leisten einen wichtigen Beitrag, um Nachbarschaften zu beleben. Foto: Wickey PRO
Spielplätze leisten einen wichtigen Beitrag, um Nachbarschaften zu beleben. Foto: Wickey PRO

Wo Kinder spielen, verweilen auch Erwachsene – und genau darin liegt das ungenutzte Potenzial vieler Stadtquartiere. Während klassische Spielplätze oft als isolierte Randflächen geplant werden, zeigt die aktuelle Freiraumforschung: Gut platzierte, inklusive Spielplätze werden zu Ankerpunkten sozialer Begegnung über Generationsgrenzen hinweg. 

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Gut platzierte und gestaltete Spielplätze können Nachbarschaften beleben und so die Aufenthaltsqualität erhöhen. Foto: Wickey PRO

Öffentliche Spielplätze galten lange als abgegrenzte Randflächen – kleine Inseln am Rand von Parks oder zwischen Wohnblöcken, funktional gedacht, aber selten als Teil eines größeren räumlichen Konzepts. In der zeitgenössischen Stadtentwicklung verschiebt sich dieses Bild. Spielplätze rücken zunehmend in die Kernflächen öffentlicher Räume – auf Quartiersplätze, in zentrale Grünanlagen, an Orte, an denen sich ohnehin unterschiedliche Nutzungen überlagern. Diese Verschiebung ist keine gestalterische Laune, sondern folgt einer strategischen Überlegung: Gut platzierte und gut gestaltete Spielplätze beleben Nachbarschaften, erhöhen die Aufenthaltsqualität und ziehen unterschiedliche Bevölkerungsgruppen an einem Ort zusammen.
Der Hersteller Wickey PRO positioniert sich in diesem Feld als Partner für Landschaftsarchitekten und Kommunen, die Spielplätze nicht als isolierte Kinderfunktion, sondern als integralen Bestandteil urbaner Lebendigkeit verstehen. Zentral gelegene Spielplätze mit durchdachter, ästhetischer Gestaltung – jenseits grellbunter Standardlösungen – ziehen längere Aufenthalte nach sich und steigern die Nutzungsintensität ganzer Plätze. Für Landschaftsarchitekt:innen wird ein solcher Spielplatz damit zu einem Werkzeug der Raumaktivierung, das weit über die klassische Nutzung als Ort des Kinderspiels hinausreicht.

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Nicht nur Kinder verweilen länger in gut gestalteten öffentlichen Räumen, sondern auch Erwachsene – wie Großeltern, Eltern und Betreuende – nutzen diese Orte vermehrt. Foto: Wickey PRO

Spielplätze als Treffpunkt der Generationen

Ein bemerkenswertes Phänomen zeigt sich in gut gestalteten öffentlichen Räumen regelmäßig: Sobald eine ansprechende Spielanlage vorhanden ist, verweilen nicht nur Kinder länger, sondern auch ihre Begleitpersonen – Eltern, Großeltern, Betreuende. Diese verlängerte Verweildauer erzeugt eine soziale Dynamik, die über die eigentliche Spielsituation hinausreicht. Sitzen Eltern auf Bänken, während Kinder auf dem Spielplatz aktiv sind, entstehen beiläufige Gesprächsräume. Nutzen ältere Menschen den Platz als regelmäßigen Aufenthaltsort, entsteht Präsenz, die zur sozialen Kontrolle und damit zum Sicherheitsempfinden im Quartier beiträgt.
Studien zur sozialen Kohäsion in Nachbarschaften bestätigen diesen Zusammenhang: Orte gemeinsamer Aktivität, die von mehreren Generationen gleichzeitig genutzt werden, stärken den Zusammenhalt im Wohnumfeld messbar. Spielplätze, die über reine Spielelemente hinaus auch Sitz- und Aufenthaltsbereiche für Begleitpersonen bieten, begünstigen genau diese generationenübergreifende Präsenz. Ein Spielplatz gilt in diesem Sinne erst dann als gelungen, wenn nicht nur Kinder ihn aufsuchen, sondern auch das erwachsene Umfeld dort verweilt.

Inklusion als Planungsgrundlage

Die aktuelle Fachdiskussion zu Spielplätzen betont zunehmend den Aspekt der Inklusion. Ein wirklich nutzbarer öffentlicher Spielplatz darf nicht ausschließlich auf körperlich uneingeschränkt mobile Kinder ausgerichtet sein. Städte wie Wien, Graz und Nürnberg haben dazu eigene Handreichungen entwickelt, die inklusive Spielplätze als Begegnungsorte für alle beschreiben – unabhängig von Alter, Herkunft oder individuellen Fähigkeiten.
Zugleich zeigen Erhebungen des Deutschen Kinderhilfswerks ein deutliches Gefälle: Kinder aus gut ausgestatteten, kinderfreundlichen Stadtteilen verbringen täglich durchschnittlich fast zwei Stunden im Freien, während Kinder in schlecht ausgestatteten Quartieren auf etwa 15 Minuten kommen. Ein Unterschied mit messbaren Folgen für motorische Entwicklung, psychische Gesundheit und Chancengleichheit. Spielplätze sind vor diesem Hintergrund mehr als eine freiwillige Ausstattungsleistung – sie sind ein Instrument sozialer Gerechtigkeit, das allen Kindern unabhängig vom Elterneinkommen Zugang zu Bewegung und sozialer Interaktion ermöglicht.
Wickey PRO entwickelt Spielgeräte, die diese Anforderungen mitdenken: differenzierte Angebote mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, Sitz- und Schattenbereiche in unmittelbarer Nähe der Spielflächen sowie barrierefreie Zugangswege, die ein gemeinsames Nutzen durch verschiedene Altersgruppen und Fähigkeiten unterstützen.

Studien zeigen, dass Kinder, die in Nachbarschaften mit gut gestalteten Spielflächen leben mehr Zeit draußen verbringen. Foto: Wickey PRO

Spielplätze als planungsstrategisches Element

Landschaftsarchitekt:innen und Stadtplaner im deutschsprachigen Raum diskutieren unter dem Titel „Zukunft öffentlicher Raum“ verstärkt Fragen der Klimaresilienz, der Aufenthaltsqualität und der multifunktionalen Nutzung öffentlicher Flächen. Hochwertige Spielplätze werden in diesem Zusammenhang nicht als dekoratives Beiwerk verstanden, sondern als planungsstrategisches Element: Sie ziehen Menschen an, schaffen Anlass zum Verweilen, reduzieren durch dauerhafte Präsenz das Risiko von Vandalismus und binden unterschiedliche Altersgruppen in die Nutzung eines Platzes ein.
Für Wickey PRO ergibt sich daraus ein klarer Anspruch an die eigene Produktentwicklung: Spielplätze sollen als langfristige, ästhetische und funktionale Investition geplant werden – nicht als kurzlebiges Zubehör am Rand eines Bauprojekts. Nachhaltigkeit, Klimaresilienz, Inklusion und Generationengerechtigkeit bilden dabei die Leitkonzepte, an denen sich zeitgemäße Freiraumplanung orientiert. Wer Spielplätze so denkt, gestaltet nicht nur Orte für Kinder, sondern Orte für das gesamte Quartier – und damit einen sichtbaren Ausdruck dafür, wie ernst eine Kommune die Lebensqualität ihrer Bewohnerinnen und Bewohner nimmt.

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Bundesgartenschau Welterbe Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal

BUGA 2029: Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal

Schon jetzt wird über die BUGA 2029 am Mittelrhein nachgedacht. Zur Vorbereitung der Schau haben die Hochschulen der Region nun einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Denn der Entwicklungsprozess auf dem Weg zur BUGA stellt auch für die Hochschulen eine besondere Chance dar.

Es sind noch sieben Jahre Zeit. Erst 2029 lädt das Welterbe Oberes Mittelrheintal zu einer Bundesgartenschau ein. Dennoch startet schon heute die Vorbereitung. Denn mit der BUGA 2029 stehen Entwicklungen im Mittelrheintal an, die auch für die Hochschulen vor Ort relevant sind. Vor dem Hintergrund haben die Technische Hochschule Bingen, die Hochschule Koblenz, die Universität Koblenz-Landau und die Hochschule Geisenheim einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. In diesem vereinbaren die vier Institutionen den Weg bis zur BUGA gemeinsam zu gestalten.

Die Bundesgartenschau 2029 wird in die Kulturlandschaft des Oberen Mittelrheintals eingebettet sein. Da sie auf einer Strecke von 67 Kilometern den Rhein begleitet, lebt die Schau von dezentralen Schwerpunkten. Diese liegen zwischen Koblenz im Norden und Bingen sowie Rüdesheim im Süden. Bereits die Machbarkeitsstudie für die BUGA 2029 sah in der Erneuerung der touristisch nutzbaren Infrastruktur eine große Chance. Neben Erneuerungen und Sanierungen zum Beispiel am Loreley-Plateau sollen auch Burggärten zu attraktiven Touristenzielen werden. Aber auch technische Infrastrukturen, wie Breitband-Anschlüsse und mobiles Internet müssen in der Region gestärkt werden. Und da Digitales und BUGA im Jahr 2029 garantiert zusammen hängen werden, soll die Bundesgartenschau auch die erste komplett digital erlebbare Schau werden.

Gemeinsam vorbereiten

Der Vertrag der vier Hochschulen sieht vor, dass sich die Bildungseinrichtungen gemeinsam an der Vorbereitung der BUGA 2029 beteiligen. Darüber hinaus haben sie entschieden, auf der BUGA selber zusammen aufzutreten. Ein gemeinsamer Auftritt ist dabei mehr als nur ein Stand. Eine gemeinsame Präsenz zeigt sich auch in vielfältigen Kooperationen in Lehre und Forschung. Die wird schon seit Jahren in verschiedenen, kooperativen Studiengängen gelebt. Darüber hinaus denken die Hochschulen der Region über gemeinsame Veranstaltungen wie Tagungen, Vortragsreihen und Workshops nach. Aber auch Ausstellungsbeiträge und Beteiligungsprojekte stehen an. Für den Vizepräsidenten der Hochschule Koblenz und der Universität Koblenz-Landau ist auch eine gemeinsame Dachmarke mit Logo, Internetauftritt und breit aufgestellter Öffentlichkeitsarbeit auf der BUGA 2029 von Belang. Aus seiner Sicht ist es nicht nur die fachlich-inhaltliche Ebene, die Synergien bietet. In allen Bereichen ist Kooperation von Vorteil und hilft Ressourcen zu bündeln und Wirksamkeiten zu erhöhen.

BUGA 2029 als Chance für die Hochschulen

Da eine Bundesgartenschau immer erhöhte Sichtbarkeit mit sich bringt, beschert sie auch den Hochschulen vor Ort besondere Chancen. Vor diesem Hintergrund sehen auch die vier Institutionen im Mittelrheintal die BUGA 2029 als gute Gelegenheit auf sich und ihre Arbeit, ihre Forschung und Lehre aufmerksam zu machen. Dabei haben die vier Einrichtungen mit einer Vielfalt an inhaltlichen Ausrichtungen und Studiengängen vieles Interessantes zu bieten, wovon die Öffentlichkeit nicht immer weiß. Und dabei richtet sich der Blick nicht nur in die Region. Die BUGA 2029 wird auch ein internationales Publikum ansprechen, wovon auch die Technische Hochschule Bingen, die Hochschule Koblenz, die Universität Koblenz-Landau und die Hochschule Geisenheim profitieren werden. Wenn sie gemeinsam auftreten und die Potenziale der BUGA 2029 wirkungsvoll ausschöpfen, helfen sie das Profil der Hochschullandschaft im Oberen Mittelrheintal zu stärken. Sie helfen auch, sie über die Grenzen der Region hinaus bekannt zu machen.

Zusammenarbeit hat Tradition

Ganz neu ist die Zusammenarbeit der Technische Hochschule Bingen, die Hochschule Koblenz, die Universität Koblenz-Landau und die Hochschule Geisenheim nicht. Bereits in den vergangenen drei Jahren haben die Bildungseinrichtungen einen regelmäßigen Austausch miteinander gepflegt. Darüber hinaus haben sie mit der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz schon zusammen gearbeitet. Aus dieser Agentur ist mittlerweile die BUGA Koblenz 2029 GmbH hervorgegangen. Und als solche wird sie die Entwicklungen rund um die BUGA 2029 auch weiterhin intensiv begleiten. Bisher lag die Basis in gemeinsamen Lehr- und Forschungsprojekten im Oberen Mittelrheintal. So wurde beispielsweise die Studie „Kommunale Klimaanpassung im Welterbe Oberes Mittelrheintal“ zusammen erarbeitet. Sie wurde bereits 2020 von der Hochschule Koblenz, der Technischen Hochschule Bingen und der Hochschule Geisenheim veröffentlicht.

Sieben kurze Jahre

Obwohl eine Vorbereitungszeit von sieben Jahren bis zur BUGA 2029 derzeit sehr lang klingt, stehen bereits jetzt Weichenstellungen an. Schon jetzt sind die Wettbewerbe in Vorbereitung, die im Jahr 2023 ausgeschrieben werden. Parallel dazu arbeiten die kooperierenden Hochschulen an einer eigenen Vision für die Region Mittelrheintal. Nur wenn alle Konzept zeitgleich entwickelt werden, haben sie die Chance in den zügig ablaufenden Prozess einzufließen. Vor dem Hintergrund ist es den Hochschulen wichtig, die Chancen auf Mitgestaltung schon in dieser frühen Phase zu nutzen. Nur wenn sie handlungsfähig sind, können sie sich als Kooperationspartner etablieren. Nur dann kann der Austausch untereinander noch intensivier werden und ein gemeinsames Leitbild wachsen. Für diesen nächsten Schritt, steht im Frühjahr ein Workshop an der Hochschule Koblenz an. Dieser wird die fachlich-inhaltliche Ausrichtung der wissenschaftlichen Beiträge und den Beitrag der Hochschulen zur BUGA 2029 weiter konkretisieren.

Ebenfalls interessant: 2023 steht die nächste BUGA an. Und zwar in Mannheim. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, so nachhaltig wie möglich zu werden. Mehr über die BUGA 2023 in Mannheim erfahren Sie hier.

Landesgartenschau Bad Windsheim – Wettbewerb entschieden

„Gesund, urban, traditionell“ – so lautet das Motto der Landesgartenschau Bad Windsheim
„Gesund, urban, traditionell“ – so lautet das Motto der Landesgartenschau Bad Windsheim, Abbildung: Büro RMP Stephan Lenzen, Köln

Wettbewerb zur Landesgartenschau in Bad Windsheim: 2027 wird die bayerische Landesgartenschau in Bad Windsheim stattfinden. Im Juli konnte RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten die Jury überzeugen. Diese lobte die Verbindung zwischen historischer Altstadt und freier Landschaft.

RMP Stephan Lenzen gewinnt

Bad Windsheim ist eine kleine Stadt im Westen Nürnbergs. Unter anderem wegen seiner Mineralquellen wird der fränkische Kurort gerne besucht. Und er hat große Pläne. Denn im Jahre 2027 wird die Landesgartenschau Bad Windsheim ausgetragen. Die Planungen dazu laufen bereits seit vielen Monaten. Um allen Ansprüchen gerecht zu werden, lobte Bad Windsheim einen freiraumplanerischen Wettbewerb aus. Das Münchner Büro mahl.gebhardt begleitete diesen über den gesamten Prozess hinweg. Landschaftsarchitekt*innen aus ganz Deutschland reichten ihre Vision der Landesgartenschau Bad Windsheim ein. Zuletzt tagte die Jury aus Fach- und Sachpreisrichter*innen. Nun stehen die erstplatzierten Projekte fest. Auf Platz eins überzeugte das Büro RMP Stephan Lenzen aus Köln. Ihm nach folgten die Planer*innen von lohrer.hochrhein auf Platz zwei und Greenbox auf Platz drei. Die 17 stimmberechtigten Mitglieder des Preisgerichts hatten sich letztlich jedoch einstimmig für den Entwurf von RMP Stephan Lenzen entschieden. 

(v.l.) LGS-Geschäftsführer Robert Sitzmann, Jiachen Li und Sabelo Jeebe von RMP Stephan Lenzen, Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Heckel, Prokurist Jürgen Boier, LGS-Geschäftsführerin Jennifer Münch und Prokuristin Melanie Greifenstein.
(v.l.) LGS-Geschäftsführer Robert Sitzmann, Jiachen Li und Sabelo Jeebe von RMP Stephan Lenzen, Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Heckel, Prokurist Jürgen Boier, LGS-Geschäftsführerin Jennifer Münch und Prokuristin Melanie Greifenstein.

Herausforderungen vor Ort

Der Bürgermeister der Stadt, Jürgen Heckel, zeigte sich nach der Entscheidung sehr zufrieden: „Die Wettbewerbsarbeit hat einfach eine hohe Qualität und die Planer haben erkannt, dass Bad Windsheim etwas Besonderes ist.“ Die Aufgabe war keine einfache. Gesund, urban, traditionell. So lautete das Motto für die Landesgartenschau Bad Windsheim. Bad Windsheim will die Tradition als Ort der Gesundheit wahren. Gleichzeitig möchte die Stadt Flächen im Einklang mit dem Naturschutz neu inszenieren. Bisher erscheint der Norden der Stadt als zusammenhangloses Gewerbegebiet. Eine mehrreihige Kurpark-Allee verläuft zwar von Norden nach Süden. Doch ein durchgehender Grünraum ist nicht erkennbar. Durch die Landesgartenschau 2027 erhoffen sich alle Beteiligten vor Ort eine Verbesserung.

Im Wettbewerb galt es zum einen die Daueranlagen um den Kurpark, das Kurviertel und die östliche Fläche bis Külsheim zu beplanen. Zum anderen sollten die städtebauliche Entwicklung um den Bahnhof, die Erkenbrechtallee und den Neubau eines Parkhauses bedacht werden.

Ein Kulturboulevard als Zentrum der Landesgartenschau Bad Windsheim

Das Büro RMP Stephan Lenzen fand in seinem Entwurf Antworten auf die Bestandssituation. Als bestimmendes Element plant RMP zunächst auf der West-Ost-Achse einen dauerhaften Kulturboulevard. Er knüpft an bestehende Sportflächen im Westen an und zieht sich zukünftig bis nach Külsheim. Entlang des Boulevards werden anschließend unterschiedliche Raumcharaktere ausgebildet. So dominiert im Westen beispielsweise der ruhige, historische Kurpark. Während demgegenüber im Westen der neu gestaltete Aktiv-Landschaftspark entsteht. Dazwischen wird der Boulevard zum Zentrum der Landesgartenschau Bad Windsheim. Hier etablieren sich Aufenthalts- und Nutzungsangebote. So wird zum Beispiel der See um das Gradierwerk vergrößert. Er bietet das Potential zum identitätsstiftenden Element im Kurviertel zu werden. Den auf der Hand liegenden Vorteilen dieses Planungsschritts  stehen einige Herausforderungen in der Realisierung gegenüber. So kritisierte die Jury, dass natürliche Frischwasserzuläufe fehlten und das Gewässer im Heilwasserschutzbereich liege. Nichtsdestotrotz überzeugte die Vision einer großzügigen Seeterrasse zum Verweilen und Flanieren.

Zukunftsaussichten für die Landesgartenschau Bad Windsheim

Dem Team von RMP Stephan Lenzen gelingt es, eine klare Grundstruktur aufzubauen. Innerhalb dieser finden sich detailliert ausgearbeitet Teilbereiche mit unterschiedlichen Qualitäten. Bürgermeister Jürgen Heckel ist sich in der Wahl des ersten Platzes deshalb ganz sicher: „Ich bin happy, dass wir so ein gutes Landschaftsarchitekturbüro an der Seite haben.“
Bis zum Herbst soll nun das Ausschreibungsverfahren des Realisierungswettbewerbes abgeschlossen sein. Anschließend stehen die nächsten Planungsschritte an. Es wird voraussichtlich noch mindestens zwei Jahre dauern, bis erste Baumaßnahmen begonnen werden. Der lange Zeitraum bis zur Realisierung trübt die Vorfreude jedoch kaum. Denn die Landesgartenschau Bad Windsheim ist nicht nur ein publikumswirksames Event. Vielmehr bietet sie der Region und damit auch den Anwohner*innen langfristige Entwicklungsperspektiven ökologischer und sozialer Art.

Die weiteren Austragungsorte für Landesgartenschauen in Bayern finden Sie hier.