Stadtmöbel aus Stahl und Holz: Zwei Serien, ein Qualitätsversprechen

Stadtmöbel aus Stahl und Holz der Serien KIEL und PRENZLAU – langlebige, nachhaltige Lösungen für urbane Räume. Foto: Hendrik Gergen
Stadtmöbel aus Stahl und Holz der Serien KIEL und PRENZLAU – langlebige, nachhaltige Lösungen für urbane Räume. Foto: Hendrik Gergen

Die Anforderungen an Stadtmöblierung sind heute höher denn je: Öffentliche Räume sollen einladend, funktional, robust und zugleich gestalterisch hochwertig sein. Mit den Serien KIEL und PRENZLAU bietet Nordbahn zwei ausgereifte Lösungen für genau diese Ansprüche. Obwohl sie sich im Design deutlich unterscheiden, basieren beide Serien auf einem gemeinsamen Fundament: kompromisslose Qualität, durchdachte Funktionalität und nachhaltige Materialien. Die Kombination aus Stahl und Holz bildet dabei die Grundlage – nicht nur technisch, sondern auch ästhetisch. Stadtmöbel aus Stahl und Holz sind längst ein Synonym für langlebige, zeitgemäße Gestaltung im urbanen Raum.

Die Verbindung aus Stahl und Holz bietet gleich mehrere Vorteile. Der Stahl verleiht den Möbeln Stabilität und Widerstandsfähigkeit gegenüber Witterung und Vandalismus. Durch die Feuerverzinkung und Pulverbeschichtung bleibt die Oberfläche dauerhaft geschützt – ein entscheidender Faktor im öffentlichen Raum, in dem Beanspruchung, wechselndes Wetter und Pflegeaufwand eine große Rolle spielen. Das Holz wiederum bringt eine natürliche, warme Anmutung in die Gestaltung. Es schafft Kontraste zur urbanen Umgebung aus Beton und Glas und sorgt für eine angenehme Haptik beim Sitzen oder Berühren. Wenn das Holz zudem aus zertifizierter, nachhaltiger Forstwirtschaft stammt – wie bei Nordbahn der Fall – trägt es aktiv zur ökologischen Verantwortung der Städte bei.

Die Serie KIEL: Filigrane Leichtigkeit für urbane Vielfalt

Die Serie KIEL überzeugt durch ihre Leichtigkeit – visuell wie strukturell. Sie ist geprägt von einer feingliedrigen Formsprache, die sich durch schmale Profile und eine klare Linienführung auszeichnet. Besonders die filigranen Holzlatten der Sitzflächen und Rückenlehnen verleihen den Möbeln eine luftige Erscheinung, die Offenheit signalisiert. In Kombination mit einer elegant geschwungenen Armlehne entsteht ein harmonisches Gesamtbild, das in modernen Quartieren, auf offenen Plätzen oder entlang von Promenaden besonders gut zur Geltung kommt.

Gestalterisch zurückhaltend, aber dennoch selbstbewusst, fügen sich die Elemente der KIEL-Serie nahtlos in verschiedene Umgebungen ein – ohne aufdringlich zu wirken. Dabei bleibt die Konstruktion robust und langlebig. Durch den modularen Aufbau lassen sich unterschiedliche Sitzgruppen, Bänke und Tische flexibel zusammenstellen. Ob für informelle Treffpunkte, temporäre Installationen oder dauerhafte Lösungen im öffentlichen Raum – KIEL bringt die Vorteile von Stadtmöbeln aus Stahl und Holz in einer leichten, modernen Ästhetik auf den Punkt.

Die Serie PRENZLAU: Kraftvoll, klar und funktional

Im Gegensatz zur leichten Optik von KIEL präsentiert sich die Serie PRENZLAU mit einem kraftvollen, massiven Charakter. Breite Holzlatten und stark ausgeprägte Stahlquerschnitte sorgen für eine stabile, selbstbewusste Präsenz im Stadtraum. Diese Serie spricht besonders Orte an, die stark frequentiert sind oder eine repräsentative Wirkung benötigen – etwa Bahnhofsbereiche, große Plätze oder Institutionen des öffentlichen Lebens.

Trotz ihrer robusten Anmutung wirkt PRENZLAU keineswegs schwerfällig. Vielmehr vermittelt sie durch ihre gradlinige Formsprache eine klare, funktionale Ästhetik. Die massiven Armlehnen und durchdachten Proportionen zeigen, dass hier Nutzbarkeit und Design Hand in Hand gehen. Auch bei dieser Serie ermöglichen modulare Elemente eine hohe Planungsfreiheit. Besonders hervorzuheben sind die Podeste, die als Sitz-, oder Verweilmöbel multifunktional einsetzbar sind – ein Aspekt, der zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Einheitliche Gestaltung, flexible Anwendung

Ein großer Vorteil beider Serien ist ihre modulare Systematik. Sie ermöglicht eine durchgängige Gestaltung großer Flächen, ohne dabei an Flexibilität zu verlieren.

Diese Gestaltungsfreiheit ist besonders relevant in komplexen urbanen Räumen, die mehrere Funktionen erfüllen müssen: vom Verweilen über die Kommunikation bis hin zur Bewegung. Sowohl KIEL als auch PRENZLAU lassen sich auf diese unterschiedlichen Anforderungen anpassen – sei es durch Sitzhöhen, Armlehnen, Ergänzungselemente wie Fahrradständer oder barrierefreie Lösungen. So entstehen öffentliche Räume, die nicht nur gut aussehen, sondern sich auch aktiv nutzen lassen.

Bänke der Serien KIEL und PRENZLAU im Vergleich – zwei Designsprachen, vereint durch modulare Systematik und hohe Flexibilität. Foto: Hendrik Gergen
Bänke der Serien KIEL und PRENZLAU im Vergleich – zwei Designsprachen, vereint durch modulare Systematik und hohe Flexibilität. Foto: Hendrik Gergen

Nachhaltigkeit als fester Bestandteil

Bei Nordbahn ist Nachhaltigkeit kein Trend, sondern gelebte Praxis. Sowohl Stahl als auch Holz werden verantwortungsvoll ausgewählt und verarbeitet. Das Holz stammt aus zertifizierter, nachhaltiger Forstwirtschaft, die Stahlteile sind langlebig und vollständig recycelbar. Die Möbel sind so konstruiert, dass sie viele Jahre intensiver Nutzung standhalten – das schont nicht nur Ressourcen, sondern reduziert auch langfristig die Kosten für Wartung und Ersatz.

Durch die lange Lebensdauer und die hochwertigen Materialien leisten die Stadtmöbel aus Stahl und Holz einen echten Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Stadtplanung. Sie sind keine kurzfristige Lösung, sondern eine Investition in dauerhafte Aufenthaltsqualität und gestalterische Kontinuität.

Zwei Serien, ein Ziel: Räume schaffen, die bleiben

Die Stadtmöbelserien KIEL und PRENZLAU sind mehr als nur Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum. Sie sind Ausdruck einer Haltung gegenüber Stadtgestaltung: funktional, nutzerorientiert, ästhetisch anspruchsvoll und dauerhaft gedacht. Mit der klaren Differenzierung im Design – KIEL leicht und offen, PRENZLAU massiv und präsent – bietet Nordbahn Lösungen für ganz unterschiedliche Kontexte. Und doch eint beide Serien der Anspruch, Lebensräume zu schaffen, die über Jahre hinweg funktionieren und begeistern.

Für Städte, Kommunen, Planungsbüros und Architekt:innen, die auf Qualität, Flexibilität und Nachhaltigkeit setzen, bieten diese Stadtmöbel aus Stahl und Holz die perfekte Grundlage für eine moderne, zeitlose Gestaltung im urbanen Raum.

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Raum als Algorithmus – wie Szenario-Software Entscheidungen vorbereitet

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Luftaufnahme einer Stadt. Foto von Ivan Louis auf Unsplash.

Stellen Sie sich eine Stadt vor, die nicht nur gebaut, sondern in Echtzeit gedacht, simuliert und gesteuert wird – ein urbaner Organismus, der auf Knopfdruck alternative Zukünfte entwirft. Szenario-Software und der algorithmische Blick auf den Raum verändern Planung radikaler als jeder Masterplan. Willkommen in der Welt, in der Raum zum Algorithmus wird – und Entscheidungen plötzlich datenbasiert, dynamisch und demokratischer getroffen werden können als je zuvor.

  • Einführung in das Konzept Raum als Algorithmus: Von statischer Planung zu dynamischer Entscheidungsfindung.
  • Erklärung und Anwendung moderner Szenario-Software im urbanen Kontext – von Digital Twins bis zur KI-gestützten Simulation.
  • Praxisbeispiele: Wie Städte wie Helsinki, Wien und Zürich algorithmische Tools in der Planung einsetzen.
  • Chancen und Herausforderungen: Governance, Transparenz, Partizipation und technologische Hürden.
  • Risiken algorithmischer Entscheidungsprozesse: Bias, Black Box-Effekte und Kontrollverlust.
  • Die Rolle von Open Urban Platforms und der Kampf um Datensouveränität.
  • Wandel im Berufsbild von Planern durch neue digitale Werkzeuge.
  • Potenziale für Klimaresilienz, Mobilitätswende und adaptive Stadtentwicklung.
  • Kritische Reflexion: Wie viel Algorithmus verträgt der Raum?
  • Fazit: Warum algorithmisches Denken die Zukunft der Stadtplanung prägen wird.

Raum als Algorithmus – Die Geburt einer neuen Planungslogik

Die klassische Stadtplanung war jahrzehntelang eine Disziplin der Pläne, Karten und Gutachten. Entscheidungen wurden auf Grundlage statischer Modelle, langwieriger Abstimmungsprozesse und oft veralteter Daten getroffen. Doch mit der Digitalisierung urbaner Systeme hat sich der gesamte Planungskosmos verschoben. Plötzlich stehen nicht mehr starre Flächen oder festgezurrte Nutzungen im Mittelpunkt, sondern dynamische Beziehungen, Prozesse und Szenarien. Raum wird algorithmisch – das heißt, er lässt sich als System von Zuständen, Regeln und Wechselwirkungen begreifen, die sich laufend verändern und simulieren lassen.

Das Zauberwort heißt Szenario-Software. Diese digitalen Werkzeuge übersetzen den Raum in Datenströme, Variablen und Entscheidungsbäume. Ein Algorithmus ist dabei nichts anderes als eine strukturierte Handlungsanweisung, die auf Basis bestimmter Eingangsdaten verschiedene Entwicklungspfade berechnet. In der Stadtentwicklung bedeutet das: Die Software kann auf Knopfdruck durchspielen, wie sich Verkehrsflüsse, Mikroklima, soziale Mischung oder Energieverbrauch verändern, wenn bestimmte Parameter – etwa eine neue Straßenführung, eine Nachverdichtung oder eine Begrünungsmaßnahme – angepasst werden. Damit entsteht eine vollkommen neue Form der Entscheidungsunterstützung.

Die Relevanz dieses Paradigmenwechsels lässt sich kaum überschätzen. Während früher Planer mit Papier und Bleistift zahlreiche Varianten durchdeklinieren mussten, können heute tausende Szenarien in Sekunden berechnet werden. Und das nicht nur im luftleeren Raum: Dank der Integration von Echtzeitdaten aus Sensorik, Geoinformationssystemen und Bürgerfeedback werden die Modelle zum digitalen Zwilling der Stadt – und damit zum Herzstück einer wirklich adaptiven, lernenden Stadtentwicklung. Das bedeutet auch: Fehlentscheidungen, die auf veralteten Annahmen basieren, lassen sich frühzeitig erkennen und verhindern.

Doch Raum als Algorithmus bedeutet mehr als nur technische Spielerei. Es ist ein neues Planungsverständnis, das klassische Hierarchien infrage stellt. Entscheidungen werden nicht mehr nur auf Basis von Expertenwissen oder politischem Willen getroffen, sondern als Resultat transparenter, nachvollziehbarer Simulationen. Die Planungslogik verschiebt sich von der Kontrolle zur Steuerung, von der Prognose zur kontinuierlichen Anpassung. Das eröffnet nicht nur neue Chancen für klimaresiliente und soziale Stadtentwicklung, sondern fordert auch Governance, Verwaltung und Öffentlichkeit heraus, sich auf neue Rollen einzulassen.

Allerdings: Der Weg dorthin ist steinig. Szenario-Software und algorithmische Modelle stellen hohe Anforderungen an Datenqualität, Interdisziplinarität und technisches Know-how. Gleichzeitig wächst die Sorge vor einer „Black Box“-Planung, in der Entscheidungen von undurchsichtigen Algorithmen getroffen werden. Damit steht die Branche vor einer doppelten Herausforderung: Die Möglichkeiten des Algorithmus zu nutzen, ohne demokratische Kontrolle oder planerische Sorgfalt zu verlieren. Doch wer sich dieser Aufgabe stellt, wird mit einer neuen Souveränität in der Stadtplanung belohnt – und mit der Chance, die urbane Zukunft nicht nur zu verwalten, sondern aktiv zu gestalten.

Von Digital Twins zu Szenario-Software: Werkzeuge für die adaptive Stadtplanung

Der digitale Zwilling ist in aller Munde – doch was unterscheidet einfache 3D-Modelle von echten Szenario-Systemen? Während klassische Stadtmodelle vor allem der Visualisierung dienen, sind Urban Digital Twins datengetriebene, vernetzte und kontinuierlich aktualisierte Abbilder der realen Stadt. Sie integrieren Informationen aus unterschiedlichsten Quellen: Verkehrssensoren, Wetterstationen, Gebäudeautomationen, Satellitenbilder, Bürger-Apps oder Energieverbrauchsdaten. Das Ziel: ein möglichst vollständiges, dynamisches Abbild der urbanen Realität zu schaffen, das als Grundlage für Simulationen und Prognosen dient.

Hier kommt die Szenario-Software ins Spiel. Sie ermöglicht es, auf Basis des digitalen Zwillings verschiedene Entwicklungspfade zu modellieren. Planer können beispielsweise prüfen, wie sich der Umbau einer Kreuzung auf den Verkehrsfluss auswirkt, welche Folgen eine neue Grünfläche für das Stadtklima hat oder wie sich eine Umwidmung auf die soziale Mischung im Quartier auswirkt. Die Software rechnet alternative Szenarien in Echtzeit durch und liefert damit Entscheidungsgrundlagen, die weit über klassische Machbarkeitsstudien hinausgehen.

Ein anschauliches Beispiel liefert die Stadt Helsinki, wo ein Urban Digital Twin nicht nur für die Visualisierung genutzt wird, sondern als Plattform für die Simulation von Mobilität, Energie und Klima agiert. Die Stadt kann etwa verschiedene Straßenführungen, Baumstandorte oder Bauvolumina virtuell testen und die Auswirkungen auf Luftqualität, Temperatur, Wind oder Verkehrsdichte unmittelbar ablesen. In Wien wiederum werden Szenario-Systeme eingesetzt, um die Entwicklung neuer Stadtteile auf Hitzestress, Schattenwurf und Luftzirkulation zu optimieren – lange bevor die ersten Bauarbeiten beginnen.

Die technologische Basis dieser Systeme ist anspruchsvoll: Sie erfordert leistungsfähige Datenplattformen, interoperable Schnittstellen, Cloud-Computing und eine enge Verzahnung mit bestehenden Planungsprozessen. Immer häufiger kommen auch Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen zum Einsatz, um Muster zu erkennen, Prognosen zu verbessern und Vorschläge für optimale Lösungen zu generieren. Damit entsteht eine neue Generation von Planungstools, die nicht nur reaktiv, sondern proaktiv und lernend agieren können.

Für Planer bedeutet das eine echte Revolution. Statt sich auf starre Annahmen oder Bauchgefühl zu verlassen, können sie auf eine evidenzbasierte, transparente Entscheidungsgrundlage zurückgreifen. Gleichzeitig müssen sie aber auch lernen, mit der Komplexität und Unsicherheit solcher Systeme umzugehen. Denn kein Algorithmus ist unfehlbar – und jede Simulation bleibt letztlich ein Modell der Wirklichkeit, das mit Bedacht interpretiert werden muss.

Chancen und Fallstricke: Governance, Transparenz und algorithmische Kontrolle

So faszinierend die Möglichkeiten algorithmischer Stadtplanung auch sind – sie bergen erhebliche Herausforderungen in Sachen Governance und Transparenz. Wer entscheidet eigentlich, welche Daten in die Szenario-Software einfließen? Wer legt die Parameter und Gewichtungen fest, nach denen der Raum simuliert wird? Und wie lässt sich sicherstellen, dass die Algorithmen nicht bestehende Ungleichheiten, Vorurteile oder blinde Flecken reproduzieren?

Eine der zentralen Herausforderungen besteht darin, die Hoheit über Daten und Modelle zu sichern. Viele Szenario-Plattformen werden von privaten Softwareanbietern entwickelt, deren Algorithmen und Datenverarbeitungsprozesse nicht immer offenliegen. Das birgt das Risiko, dass städtische Entscheidungen zunehmend von externen Akteuren beeinflusst werden – oder dass die Stadt ihre digitale Infrastruktur aus der Hand gibt. Die Lösung liegt in offenen, modularen Urban Platforms, die es Kommunen ermöglichen, Kontrolle und Anpassungsfähigkeit zu behalten.

Transparenz ist dabei das A und O. Nur wenn die Funktionsweise der Algorithmen offenliegt und die Ergebnisse nachvollziehbar sind, kann das Vertrauen in die neuen Planungswerkzeuge wachsen. Das gilt besonders für Fragen der Beteiligung: Szenario-Software bietet enorme Chancen, Bürger frühzeitig in die Planung einzubinden, alternative Zukünfte sichtbar zu machen und Konflikte konstruktiv zu bearbeiten. Voraussetzung ist jedoch, dass die Modelle verständlich kommuniziert und ihre Grenzen klar benannt werden.

Gleichzeitig besteht die Gefahr des sogenannten technokratischen Bias. Algorithmen tendieren dazu, das zu optimieren, was messbar ist – während weiche Faktoren wie Lebensqualität, kulturelle Vielfalt oder soziale Beziehungen schwerer zu modellieren sind. Das erfordert eine bewusste Steuerung und regelmäßige Überprüfung der Modelle, um sicherzustellen, dass sie nicht an der Realität vorbeiplanen. Hier sind interdisziplinäre Teams aus Planern, Datenwissenschaftlern, Sozialwissenschaftlern und Bürgervertretern gefragt, um die Balance zwischen Technik und Mensch zu wahren.

Ein weiteres Risiko liegt im sogenannten Black-Box-Effekt: Wenn die Berechnungen und Entscheidungswege der Algorithmen nicht mehr nachvollziehbar sind, droht ein Verlust an demokratischer Kontrolle. Gerade in sensiblen Fragen wie Flächennutzung, Verkehrsführung oder sozialer Durchmischung müssen die Modelle offen und überprüfbar bleiben. Nur so kann Stadtplanung algorithmisch unterstützt, aber nicht entmündigt werden.

Praxis, Potenziale und Perspektiven: Wie Szenario-Software die Planung verändert

Wer die aktuellen Pilotprojekte in europäischen Städten betrachtet, erkennt schnell: Die algorithmische Planung ist längst keine Zukunftsmusik mehr. Städte wie Wien, Helsinki, Rotterdam oder Zürich setzen Digital Twins und Szenario-Software gezielt ein, um komplexe Herausforderungen wie Klimaanpassung, Mobilitätswende oder Quartiersentwicklung anzugehen. Die Resultate sind beeindruckend: Schnellere Entscheidungsfindung, passgenauere Maßnahmen und eine neue Transparenz im Planungsprozess.

Ein besonders großes Potenzial liegt in der Klimaresilienz. Mit Hilfe von Szenario-Software können Städte frühzeitig simulieren, wie sich Hitzewellen, Starkregen oder Luftverschmutzung auf unterschiedliche Quartiere auswirken – und gezielt Gegenmaßnahmen entwickeln. In Wien etwa werden alternative Begrünungsstrategien, neue Wasserflächen oder Verschattungsmaßnahmen virtuell getestet, bevor sie umgesetzt werden. Das spart Zeit, Ressourcen und verhindert teure Fehlplanungen.

Auch im Bereich Mobilitätsmanagement eröffnen sich neue Horizonte. Städte wie Zürich nutzen Digital Twins, um Verkehrsflüsse in Echtzeit zu analysieren und alternative Routen oder Steuerungskonzepte zu simulieren. Das ermöglicht eine adaptive Verkehrslenkung, die Staus reduziert, Emissionen senkt und die Lebensqualität verbessert. Gleichzeitig können Bürger über Online-Plattformen an der Entwicklung teilhaben, eigene Vorschläge einbringen und die Auswirkungen ihrer Ideen direkt nachvollziehen.

Die adaptive Stadtentwicklung profitiert ebenfalls enorm. Szenario-Systeme ermöglichen es, verschiedene Nutzungsvarianten, Bebauungsdichten oder soziale Konzepte durchzuspielen und ihre Folgen für Infrastruktur, Umwelt und Nachbarschaft zu bewerten. Damit wird Planung zum iterativen, lernenden Prozess – und eröffnet neue Chancen für innovative Quartiere, nachhaltige Nachverdichtung und sozial ausgewogene Stadtteile.

Natürlich bleiben Herausforderungen. Die Integration der Systeme in bestehende Verwaltungsstrukturen, die Sicherung der Datenqualität und die Schulung des Fachpersonals sind aufwendig. Hinzu kommen rechtliche Fragen rund um Datenschutz, Haftung und Vergaberecht. Doch der Trend ist unaufhaltsam: Wer sich heute mit Szenario-Software und algorithmischer Planung auseinandersetzt, gestaltet die urbane Zukunft mit – statt ihr hinterherzulaufen.

Fazit: Algorithmischer Raum – eine Revolution mit Risiken und Nebenwirkungen

Die Transformation des Raums zum Algorithmus ist weit mehr als ein technischer Hype. Sie markiert einen Paradigmenwechsel in der Art und Weise, wie Städte geplant, verstanden und gesteuert werden. Szenario-Software und Digital Twins eröffnen ungeahnte Möglichkeiten, Stadtentwicklung dynamisch, datenbasiert und partizipativ zu gestalten. Sie machen es möglich, Alternativen sichtbar zu machen, Fehlentwicklungen frühzeitig zu vermeiden und die Resilienz urbaner Systeme zu stärken.

Doch mit der neuen Macht der Algorithmen wachsen auch Verantwortung und Risiken. Die Kontrolle über Daten, die Transparenz der Modelle und die Einbindung aller relevanten Akteure werden zur zentralen Herausforderung. Wer algorithmische Systeme als reine Black Boxes einsetzt, riskiert Intransparenz, Demokratieverlust und technokratische Verzerrungen. Deshalb braucht es offene Standards, klare Governance-Strukturen und eine bewusste Einbindung von Fachleuten und Öffentlichkeit.

Für Planer, Verwaltungen und Stadtgesellschaften bedeutet das: Es reicht nicht mehr, sich auf Erfahrung, Intuition oder Einzelgutachten zu verlassen. Die Zukunft der Stadtplanung ist hybrid – sie verbindet menschliches Urteilsvermögen mit algorithmischer Unterstützung, klassische Kompetenzen mit digitalen Werkzeugen. Das Berufsbild wandelt sich, neue Fähigkeiten werden gefragt, und die Bereitschaft zur interdisziplinären Zusammenarbeit wird zum Schlüssel für den Erfolg.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Der Raum als Algorithmus ist kein Selbstzweck. Er ist ein Werkzeug – kraftvoll, faszinierend, aber auch fehleranfällig. Wer ihn klug einsetzt, kann Städte resilienter, lebenswerter und gerechter machen. Wer ihn unkritisch übernimmt, läuft Gefahr, die Kontrolle über die eigene urbane Zukunft zu verlieren. Es liegt an uns, das Gleichgewicht zu halten und die Chancen des algorithmischen Denkens für die Stadt von morgen zu nutzen.

Die Revolution ist in vollem Gange. Die Frage ist nicht mehr, ob sich Stadtplanung algorithmisiert – sondern wie wir diese Entwicklung gestalten wollen. Denn eines steht fest: Der Raum denkt mit. Und die spannendsten Szenarien entstehen dort, wo Algorithmen und Menschen gemeinsam entscheiden.

Landschaftsarchitektur-Preis, ein Überblick

Der Deutsche Landschaftsarchitektur-Preis 2021: der Westpark in Augsburg
Der Deutsche Landschaftsarchitektur-Preis 2021: der Westpark in Augsburg, Foto: Eckhart Matthäus

Die Landschaftsarchitektur-Preise, die der Bund Deutscher Landschaftsarchitekt:innen (bdla) auf Bundes- sowie Landesebene auslobt, sind inzwischen zu einer Institution der Landschaftsarchitektur-Profession geworden. Mehr über die Projekte, Landschaftsarchitekturbüros und Themen erfahren Sie hier.

Die Landschaftsarchitektur-Preise des bdla sind sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene ein Spiegelbild der landschaftsarchitektonischen Leistungen in Deutschland. Die Preise küren beispielhafte Projekte mit sozialem und ökologischem Mehrwert in der Siedlungs- und Landesentwicklung sowie in der Freiraumplanung. Insgesamt finden vier Landschaftsarchitektur-Preise regelmäßig statt. Neben dem „Großen“, dem Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis, richten ebenfalls die blda-Landesverbände Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern Preise der Art aus.

Von privaten Gärten bis zur freien Landschaft

Der Deutsche Landschaftsarchitektur-Preis lobt der bdla seit 1993 im zweijährigen Turnus aus. Der Preis ist in all den Jahren zu einer Institution der Landschaftsarchitektur-Profession geworden. Wegweisende Projekte wie der Landschaftspark Duisburg Nord von Latz + Partner oder Superkilen in Kopenhagen von Topotek 1 zählen zu den Preisträger*innen. Über 800 Landschaftsarchitekt*innen nahmen laut der Plattform landschaftsarchitektur-heute.de in den vergangenen zwei Jahrzehnten von 2001 bis 2021 an dem Wettbewerb teil.

Der bdla kürte in dem besagten Zeitraum insgesamt 126 Projekte, die die Vielfalt der Landschaftsarchitektur widerspiegeln: von privaten Gärten bis zur freien Landschaft, vom Privaten bis zum Öffentlichem, von realisierten Projekten bis zu Konzepten und Wettbewerbsbeiträgen.

Bayern als Land mit den meisten Landschaftsarchitektur-Preisen

Der Deutsche Landschaftsarchitektur-Preis soll deutsche Landschaftsarchitektur präsentieren und sie in der Öffentlichkeit platzieren. Demnach liegt es auf der Hand, dass die meisten der ausgezeichneten Projekte in deutschen Städten und Gemeinden verortet sind. Nur knapp 10 Prozent befinden sich in anderen Ländern, vor allem in der Schweiz. Im Jahr 2003 gewann zum Beispiel der bekannte MFO-Park in Zürich eine der acht Würdigungen. Die beiden ersten Preise gingen in diesem Jahr an die Stadt Hamburg für ihr städtebauliches, landschaftsplanerisches Strukturkonzept und an das Projekt Stadteingang Aalen des Landschaftsarchitekten Jörg Stötzer.

Im letzten Jahr 2021 gewann das Projekt Westpark in Augsburg den ersten Preis des Deutschen Landschaftsarchitektur-Preises. Der heute 60 Hektar große Park befindet sich auf früheren Kasernenflächen in Augsburg und wurde von den Hannoveraner Landschaftsarchitekten Lohaus · Carl · Köhlmos gestaltet. Dass sich der erste Preis des Jahres 2021 in Bayern befindet, ist keine Seltenheit. In den letzten 20 Jahren erhielten 25 Projekte aus dem Freistaat den Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis. Bayern ist damit Spitzenreiter; dicht gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Berlin.

Landschaftsarchitektur in der Mitte der Gesellschaft

Der Spitzenreiter unter den ausgezeichneten Landschaftsarchitekturbüros von 2001 bis 2021 ist club L94 landschaftsarchitekten. Das Kölner Büro gewann in den Jahren 2011, 2013, 2015 und 2019 drei Würdigungen und zwei Anerkennungen. Das Büro mit den meisten ersten Preisen ist Atelier Loidl. Die Berliner Landschaftsarchitekt*innen wurden für folgende Projekte geehrt: Lustgarten in Berlin (2001), Park am Gleisdreieck in Berlin (2015) und Baakenpark in Hamburg (2019). Von folgenden Büros wurden mindestens drei Projekte mit dem Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis ausgezeichnet.

  • club L94 landschaftsarchitekten (5)
  • Atelier Loidl (4)
  • relais Landschaftsarchitekten (4)
  • TOPOTEK 1 (4)
  • FUGMANN JANOTTA PARTNER (3)
  • Planorama Landschaftsarchitektur (3)
  • WES LandschaftsArchitektur (3)

Insgesamt dürften sich seit 2021 um die 90 Landschaftsarchitekturbüros über einen ersten Preis, eine Anerkennung, eine Würdigung und / oder einen Sonderpreis gefreut haben. Seit 2017 vergibt der bdla Auszeichnungen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten. Sie reichen von „Digitale Innovation“ über „Partizipation und Planung“ bis zu „Klimaanpassung und Nachhaltigkeit“. Die „neue“ Ausrichtung des Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis zeigt: Die Landschaftsarchitektur ist vielfältiger geworden und adressiert Themen aus der Mitte der Gesellschaft.

Landschaftsarchitektur-Preise in NRW, Bayern und Baden Württemberg

Auch die Landschaftsarchitekturpreise auf Landesebene würdigen die Vielfalt der Landschaftsarchitektur. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel wurden 2022 zum ersten Mal auch konzeptionelle, grünordnerische, landschaftsplanerische, städtebauliche, klimawirksame Projekte bewertet, also nicht-gebaute Projekte. Voraussetzung war jedoch: Die Einreichungen müssen im Bundesland Nordrhein-Westfalen realisiert oder bearbeitet worden sein. Ähnliche Vorgaben findet man ebenfalls beim Bayerischen und Baden-Württembergischen Landschaftsarchitektur-Preis. Sie sollen die Landschaftsarchitektur im jeweiligen Bundesland hervorheben.

Während der Landesverband in Nordrhein-Westfalen auf eine zehnjährige Tradition zurückblickt, sind die Wettbewerbe in den anderen Bundesländern noch in Kindesschuhen. Der baden-württembergische Landschaftsarchitektur-Preis lobte der hiesige Landesverband zum ersten Mal im Jahr 2021 aus, der Bayerische findet 2022 zum zweiten Mal statt. Wie sich die Landschaftsarchitektur-Preise als Spiegelbild der Profession entwickeln werden, das erfahren Sie auf der Garten + Landschaft.