Städtische Wassermanagementsysteme im Hitzestress

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Luftaufnahme einer österreichischen Stadt mit Flusslauf, fotografiert von Carrie Borden

Städtische Wassermanagementsysteme geraten im Zeitalter der urbanen Hitzestresslagen an ihre Grenzen – und sind zugleich der Schlüssel zu resilienten, lebenswerten Städten. Während sich die Sommer in Mitteleuropa immer öfter in tropische Nächte und Dürreperioden verwandeln, steht die Stadtplanung vor der größten Herausforderung seit dem Wiederaufbau: Wie kann Wasser im urbanen Raum zirkulieren, kühlen, speichern und schützen – ohne dabei zur Bedrohung zu werden? Ein intelligentes, nachhaltiges Wassermanagement entscheidet nicht nur über den Komfort, sondern über die Zukunft der Stadt. Wer glaubt, dass das Thema nur auf Rohre und Kanäle hinausläuft, denkt zu kurz. Es geht um stadtklimatische Performance, urbane Biodiversität und nicht zuletzt um die soziale Gerechtigkeit des Wassers.

  • Begriffsklärung: Was bedeutet städtisches Wassermanagement im Kontext von Hitze und Klimawandel?
  • Analyse aktueller Herausforderungen: Warum herkömmliche Systeme an ihre Grenzen stoßen – und wo die größten Risiken liegen.
  • Innovative Strategien und technische Lösungen: Von Schwammstadt-Konzepten bis hin zu intelligenten Steuerungssystemen.
  • Rolle von Freiraumplanung, Vegetation und blau-grüner Infrastruktur als Hitze-Puffer.
  • Praktische Einblicke: Erfolgreiche Projekte und Modellstädte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
  • Governance, Beteiligung und interdisziplinäre Zusammenarbeit: Wer plant, wer steuert, wer profitiert?
  • Risiken, Zielkonflikte und ungelöste Fragen: Flächenkonkurrenz, Kosten, technische und soziale Hürden.
  • Ausblick: Wie sich zukunftsfähige Städte im Wassermanagement neu erfinden – und was Planer jetzt wissen müssen.

Wassermanagement unter Hitzestress: Begriff, Bedeutung und Problemaufriss

Städtisches Wassermanagement umfasst weit mehr als die klassische Ableitung von Regen und die Versorgung mit Trinkwasser. Im Kontext des Klimawandels und insbesondere der Hitzestresslagen rückt die Steuerung des gesamten urbanen Wasserkreislaufs in den Fokus. Doch was verbirgt sich konkret dahinter? Im Grunde geht es um die Kunst, Wasser in der Stadt so zu lenken, zu speichern und zu nutzen, dass es zum Mehrwert für das Stadtklima, die Lebensqualität und die Infrastruktur wird – und nicht zum Risiko. Die Herausforderungen sind dabei so vielfältig wie die Städte selbst: Starkregenereignisse wechseln sich mit wochenlangen Trockenphasen ab. Versiegelung und Nachverdichtung lassen Regenwasser kaum noch versickern, während Kanalsysteme in Hitzesommern austrocknen und Gerüche oder Schäden verursachen. Gleichzeitig steigt die Verdunstung, der Kühlbedarf wächst, und die Versorgung der Pflanzen in Parks und Straßenräumen wird zu einer logistischen Mammutaufgabe.

Hitzestress bezeichnet dabei nicht einfach nur hohe Temperaturen, sondern die kumulierte Belastung für Menschen, Tiere, Vegetation und Infrastrukturen in urbanen Räumen, wenn Nächte nicht mehr abkühlen und die thermische Stressbelastung chronisch wird. Wassermanagement bekommt in dieser Gemengelage eine neue Rolle: Es soll nicht mehr nur schützen, sondern auch aktiv kühlen, Lebensräume schaffen und zur Resilienz beitragen. Das verlangt nach einem Paradigmenwechsel in der Stadtplanung. Weg vom linearen Denken – „Wasser muss schnell weg“ – hin zu einer zirkulären Betrachtung: Wasser als Ressource, als Gestaltungselement, als Klimamotor.

Die Bedeutung dieses Themas lässt sich auch in Zahlen fassen: Laut dem Deutschen Wetterdienst sind in den letzten Jahrzehnten die Anzahl und Intensität von Hitzewellen und Starkregenereignissen in Deutschland signifikant gestiegen. Städte wie Frankfurt, München oder Berlin verzeichnen regelmäßig sogenannte Tropennächte – mit Folgen für Gesundheit, Infrastruktur und Stadtgrün. Gleichzeitig steigt der Wasserbedarf, während Grundwasserspiegel sinken. Es ist daher kein Wunder, dass Begriffe wie Schwammstadt, blau-grüne Infrastruktur oder dezentrale Regenwasserbewirtschaftung die Fachdiskurse dominieren.

Doch die Realität sieht oft anders aus: Viele Kommunen arbeiten noch mit Standards und Regeln, die aus dem Zeitalter der Flächenversiegelung stammen. Der Fokus liegt auf Ableitung und Entwässerung, nicht auf Speicherung und Nutzung. Hinzu kommen institutionelle Zuständigkeitsgrenzen zwischen Tiefbau, Grünflächenamt, Wasserwirtschaft und Stadtplanung, die eine integrierte Herangehensweise erschweren. Nicht zuletzt fehlt es häufig an Daten – etwa zu lokalen Hitzeinseln, Bodenfeuchte oder dem Zustand der urbanen Vegetation.

Die zentrale Frage ist daher: Wie gelingt es, den Wasserkreislauf in der Stadt anders zu denken – und die Hitzestressproblematik als Chance für innovative, resiliente Stadtentwicklung zu begreifen? Das verlangt Mut zum Experiment, technisches Know-how und nicht zuletzt eine neue Planungskultur.

Neue Strategien für alte Städte: Schwammstadt, blau-grüne Infrastruktur und intelligente Steuerung

Die Antwort auf urbane Hitzestresslagen liegt nicht in einer einzelnen Maßnahme, sondern in einer intelligenten Kombination aus technischen, gestalterischen und organisatorischen Ansätzen. Das Schlagwort schlechthin ist derzeit die Schwammstadt. Was damit gemeint ist, lässt sich am besten als radikaler Perspektivwechsel beschreiben: Statt Wasser so schnell wie möglich abzuleiten, soll es überall dort, wo es fällt, gespeichert, versickert und verdunstet werden – zum Nutzen des Mikroklimas und der Vegetation. Das bedeutet: Mehr Grün- und Freiflächen, weniger Versiegelung, mehr Retentionsflächen. Technisch umgesetzt wird dies durch Rigolen, Mulden, Retentionsdächer, bepflanzte Gräben und urbane Teiche. Soweit die Theorie.

Doch Schwammstadt ist mehr als ein hübsches Bild. Sie verlangt nach einer systemischen Betrachtung aller urbanen Infrastrukturen. Das klassische Straßenprofil muss neu gedacht werden: Offene Rinnen, durchlässige Pflaster, Baumrigolen mit speicherfähigen Substraten und großzügige Baumstandorte werden zum Standard. Parks, Plätze und Höfe funktionieren als temporäre Wasserspeicher und Verdunstungsflächen. Gebäude erhalten Gründächer und Fassadenbegrünungen, die nicht nur Wasser zurückhalten, sondern auch aktiv verdunsten und so das Mikroklima verbessern. Die blaue Komponente – Wasserflächen, Bäche, offene Kanäle – wird nicht länger als Risiko betrachtet, sondern als Ressource, die Aufenthaltsqualität und Biodiversität schafft.

Ein weiterer Schlüssel liegt in der intelligenten Steuerung. Moderne Sensorik, digitale Zwillinge und IoT-Technologien ermöglichen es, den Wasserhaushalt der Stadt in Echtzeit zu überwachen und zu steuern. So können beispielsweise Regenrückhaltebecken automatisch angesteuert, Bewässerungssysteme bedarfsgerecht aktiviert und Starkregengefahren frühzeitig erkannt werden. Digitale Modelle erlauben es, Szenarien durchzuspielen: Was passiert, wenn ein Starkregen auf ein ausgetrocknetes Quartier trifft? Wie verändert sich die Verdunstungsleistung bei unterschiedlichen Vegetationskonzepten? Solche Daten sind Gold wert – nicht nur für die Planung, sondern auch für Betrieb und Unterhalt.

Die eigentliche Revolution liegt aber in der Integration: Erfolgreiches Wassermanagement kann nur funktionieren, wenn Planung, Bau, Betrieb und Bürgerschaft an einem Strang ziehen. Die Zeiten, in denen Entwässerung als reines Tiefbauthema betrachtet wurde, sind vorbei. Landschaftsarchitekten, Stadtplaner, Wasserwirtschaftler und Techniker müssen gemeinsam denken und handeln. Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern auch um Gestaltung, Aufenthaltsqualität und soziale Teilhabe. Ein Stadtplatz, der Regenwasser aufnimmt, Schatten spendet und zum Verweilen einlädt, ist mehr als ein technisches Bauwerk – er ist ein Stück urbaner Lebensqualität, ein Puffer gegen Hitzestress und ein Symbol für die Innovationskraft der Stadt.

Allerdings ist klar: Keine Strategie ist ohne Zielkonflikte. Die Flächenkonkurrenz in wachsenden Städten ist enorm. Retentionsflächen kosten Platz, intelligente Systeme Geld, und die Akzeptanz neuer Gestaltungskonzepte muss erarbeitet werden. Aber: Wer jetzt nicht investiert, zahlt später doppelt. Denn die Kosten für Hitzeschäden, Infrastrukturausfälle und Gesundheitsrisiken sind um ein Vielfaches höher als jene für eine vorausschauende, integrierte Wassermanagementstrategie.

Praxis und Pioniergeist: Erfolgreiche Projekte in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Wie sieht das Ganze in der Praxis aus? Ein Blick auf einige Vorreiterprojekte in Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigt, dass innovative Ansätze längst kein Nischenthema mehr sind. In Berlin beispielsweise wird im Stadtteil Rummelsburg seit Jahren erfolgreich das Prinzip der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung umgesetzt. Hier versickert Regenwasser in Mulden, Rigolen und bepflanzten Gräben, wird auf Gründächern gespeichert und später zur Bewässerung des Stadtgrüns genutzt. Die Folge: Spürbar kühlere Temperaturen, üppige Vegetation selbst in Hitzeperioden und eine deutliche Entlastung des Kanalnetzes.

Auch Wien zeigt, wie blau-grüne Infrastruktur zur Anpassung an den Klimawandel beitragen kann. Das Projekt „Kühle Meile Favoriten“ kombiniert Beschattung, Verdunstung und offene Wasserläufe zu einem Ensemble, das nicht nur das Mikroklima verbessert, sondern auch ein neues Gefühl von Stadtraum vermittelt. Mit Hilfe von Sensoren und digitalen Steuerungssystemen wird der Wasserhaushalt kontinuierlich überwacht und bei Bedarf nachjustiert. Das Resultat: Die gefühlte Temperatur sinkt, die Aufenthaltsqualität steigt, und die Akzeptanz in der Bevölkerung ist hoch.

In Zürich wiederum setzt man auf eine konsequente Durchgrünung und die Integration von Wasserflächen in die Stadtstruktur. Regenwasser wird nicht mehr als Abfallprodukt betrachtet, sondern gezielt zur Bewässerung von Parks, Straßenbäumen und urbanen Gärten eingesetzt. Die Stadt hat dafür eigens ein digitales Wassermanagementsystem entwickelt, das alle relevanten Daten bündelt und für die verschiedenen Fachbereiche aufbereitet. So können beispielsweise Grünflächenämter, Stadtentwässerung und Stadtklimatologie gemeinsam agieren – ein Paradebeispiel für interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Doch auch kleinere Städte und Kommunen mischen mit. In Osnabrück wurde das Konzept der Schwammstadt in einem neuen Wohngebiet konsequent umgesetzt: Offene Sickerflächen, begrüntes Straßenbegleitgrün, Retentionsdächer und intelligente Bewässerungssysteme sorgen dafür, dass selbst in Hitzesommern die Vegetation nicht vertrocknet und das Mikroklima stabil bleibt. Die Erfahrungen zeigen: Viele Maßnahmen lassen sich auch im Bestand nachrüsten, sofern frühzeitig geplant wird und die verschiedenen Akteure an einem Strang ziehen.

Diese Beispiele zeigen, dass die Transformation kein Zukunftsmärchen ist, sondern schon heute Realität werden kann – wenn Mut, Fachkenntnis und ein langer Atem zusammenkommen. Die Erfolgsfaktoren sind überall dieselben: Interdisziplinarität, Nutzung digitaler Werkzeuge, Partizipation und ein Verständnis für das Zusammenspiel von Technik, Gestaltung und sozialer Akzeptanz.

Governance, Beteiligung und Zielkonflikte: Wer lenkt das Wasser der Zukunft?

Kein nachhaltiges Wassermanagement ohne schlaue Governance-Strukturen – das ist die harte Wahrheit. Denn die Planung und Umsetzung neuer Systeme ist nicht nur eine technische oder planerische Aufgabe, sondern vor allem eine Frage von Zuständigkeiten, Ressourcen und Entscheidungsstrukturen. Wer steuert den Umbau? Wer finanziert ihn? Wer trägt das Risiko? In vielen Städten sind die Zuständigkeiten zwischen Wasserwirtschaft, Stadtplanung, Grünflächenverwaltung und technischen Betrieben verteilt – mit der Folge, dass integrierte Lösungen oft an Schnittstellenproblemen scheitern.

Gefragt sind daher neue Formen der Zusammenarbeit und Steuerung. Stadtverwaltungen müssen Silos aufbrechen, Fachämter enger vernetzen und Beteiligungsprozesse für die Bürgerschaft öffnen. Eine offene Kommunikationskultur ist dabei ebenso wichtig wie transparente Entscheidungswege. Digitale Plattformen und Urban Data Hubs können helfen, Informationen zu bündeln und allen relevanten Akteuren zugänglich zu machen. Nur so kann der Wandel vom linearen zum zirkulären Wassermanagement gelingen.

Beteiligung ist dabei kein Selbstzweck, sondern entscheidend für die Akzeptanz neuer Maßnahmen. Wer die Nutzer von Straßen, Parks und Plätzen frühzeitig einbindet, kann wertvolle Hinweise auf Bedürfnisse, Nutzungskonflikte und Gestaltungschancen gewinnen. Gleichzeitig müssen Verwaltung und Politik bereit sein, Verantwortung zu teilen – und auch unbequeme Entscheidungen zu treffen. Denn klar ist: Flächen für Retention, offene Wasserläufe oder temporäre Überschwemmungsgebiete sind in wachsenden Städten knapp und umkämpft. Ohne politische Rückendeckung und kluge Prioritätensetzung drohen innovative Ansätze im Alltagsgeschäft unterzugehen.

Ein weiteres Thema ist die Finanzierung. Viele Städte zögern, weil die Investitionen in blau-grüne Infrastruktur auf den ersten Blick hoch erscheinen – und die Effekte erst langfristig spürbar werden. Dabei zeigen zahlreiche Studien, dass die Folgekosten von Infrastrukturausfällen, Hitzeschäden und Gesundheitsbelastungen weitaus höher sind als die Kosten für präventive Maßnahmen. Förderprogramme auf Bundes- und EU-Ebene bieten hier Chancen, sind aber oft bürokratisch und komplex. Gefragt ist also auch Kreativität in der Mittelakquise und ein langer Atem bei der Umsetzung.

Nicht zuletzt gibt es technische und soziale Zielkonflikte. Neue Steuerungssysteme und digitale Plattformen werfen Fragen des Datenschutzes, der Datensouveränität und der Wartungsfähigkeit auf. Auch die soziale Dimension darf nicht unterschätzt werden: Wer profitiert von der neuen Infrastruktur? Werden alle Quartiere gleichermaßen berücksichtigt – oder entstehen neue Ungleichheiten? Diese Fragen müssen offen diskutiert und aktiv bearbeitet werden, um das Wassermanagement der Zukunft wirklich gerecht und resilient zu gestalten.

Ausblick: Die resiliente Stadt als Wassersystem – was Planer jetzt wissen müssen

Der Wandel zum zukunftsfähigen Wassermanagement wird die Stadtentwicklung der nächsten Jahrzehnte prägen wie kaum ein anderes Thema. Dabei geht es nicht nur um Technik oder Gestaltung, sondern um ein neues Verständnis von Stadt als dynamischem, komplexem Wassersystem. Wer als Planer, Stadtentwickler oder Landschaftsarchitekt heute die richtigen Weichen stellt, legt das Fundament für gesunde, lebenswerte und klimafeste Städte von morgen.

Wichtig ist dabei der Mut zum ganzheitlichen Denken. Es reicht nicht, einzelne Maßnahmen zu realisieren – gefragt ist die Integration aller Aspekte des Wassermanagements in die gesamte Stadtentwicklung. Das beginnt bei der Planung neuer Quartiere, reicht über die Umgestaltung bestehender Straßen und Plätze bis hin zu Betrieb, Wartung und Partizipation. Digitale Werkzeuge wie Urban Digital Twins, intelligente Sensorik und Simulationsmodelle sind dabei unverzichtbar, müssen aber von Anfang an in interdisziplinären Teams entwickelt und eingesetzt werden.

Die Herausforderung liegt darin, Zielkonflikte zu erkennen, kreative Lösungen zu entwickeln und die verschiedenen Interessen auszubalancieren. Wer die Konkurrenz um Flächen, Ressourcen und Aufmerksamkeit nicht aktiv moderiert, riskiert Stillstand. Gleichzeitig bietet die Transformation enorme Chancen: Neue Lebensräume für Mensch und Natur, eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber Extremwetter, eine bessere Aufenthaltsqualität und letztlich auch eine höhere Attraktivität der Städte im Wettbewerb um Talente, Unternehmen und Investitionen.

Für die Praxis bedeutet das: Frühzeitige Einbindung aller relevanten Akteure, konsequente Nutzung digitaler Werkzeuge, klare Governance-Strukturen und ein langer Atem bei der Umsetzung. Die Stadt der Zukunft wird nicht nur gebaut, sondern modelliert, getestet, angepasst – und immer wieder neu erfunden. Wassermanagement ist dabei nicht mehr Randthema, sondern Kernaufgabe jeder nachhaltigen Stadtentwicklung.

Die Zeit zum Handeln ist jetzt. Wer heute mit intelligenten, resilienten Wassermanagementsystemen experimentiert, wird morgen die Blaupause für die klimaresiliente Stadt liefern. Und wer zögert, wird erleben, wie Hitzestress zur Dauerkrise wird. Die Wahl liegt bei uns – und bei allen, die Stadt gestalten wollen.

Fazit: Städtisches Wassermanagement unter Hitzestress ist weit mehr als ein technisches Problem – es ist eine komplexe, multidimensionale Herausforderung, die Planung, Gestaltung, Betrieb und Governance neu definiert. Die Transformation hin zu Schwammstädten und blau-grüner Infrastruktur ist keine Zukunftsvision, sondern eine dringende Notwendigkeit. Wer jetzt mutig, interdisziplinär und mit digitaler Intelligenz plant, macht Städte fit für den Klimawandel – und sichert Lebensqualität, Gesundheit und soziale Gerechtigkeit für kommende Generationen. So wird Wasser zum Schlüssel für die resiliente, zukunftsfähige Stadt. Und wir alle sind gefragt, diese Wende aktiv mitzugestalten.

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Nationale Wasserstrategie vorgestellt

Die Printversion der G+L hat eine neue Rubrik: Seit Januar 2021 fassen wir jeden Monat in einer Presseschau die wichtigsten, interessantesten oder kuriosesten Neuigkeiten aus der Planung kurz und knapp zusammen. Lesen Sie hier, was es in die G+L 09/21 geschafft hat – inklusive Quellen und weiterführenden Links.

Regula Lüscher geht in den Ruhestand. In Berlin liegen die Baugeschicke demnächst in anderen Händen. Denn Frau Lüscher beendet ihr Tätigkeit in der Hauptstadt. Nach 14 Jahren bittet die Senatsbaudirektorin um Versetzung in den Ruhestand. Es sind keine Streitigkeiten, die den Weggang veranlassen. Vielmehr will die Schweizerin nach vielen Jahren intensiver beruflicher Aktivität wieder Zeit für andere Dinge haben. Darüber hinaus will sie wieder mit ihrer Familie an einem Ort leben. Mehr dazu hier.

Insel im Strom. Zwischen zwei Piers im Hudson River hat Heatherwick Studio die künstliche Insel „Little Island“ angelegt. Nach einem zehnjährigen Planungsprozess wurde der neue Anziehungspunkt im Hafengelände im Juni für Besucher*innen eröffnet. Die auf Pfeilern im Wasser stehende und üppig begrünte Plattform verfügt neben einem Panoramaausblick auch über ein Amphitheater. Alles zu dem Projekt lesen Sie auf garten-landschaft.de.

Nationale Wasserstrategie vorgestellt. Deutschlands Bürger*innen genießen einen Luxus, der in anderen Ländern längst keine Selbstverständlichkeit ist: Jede*r von ihnen kann in der Regel zu jeder Zeit Trinkwasser hervorragender Qualität zu günstigen Preisen aus dem heimischen Wasserhahn beziehen. Damit das vor dem Hintergrund der anhaltenden Dürrejahre in Deutschland, auf die noch im Mai der Präsident des BBK aufmerksam machte, auch so bleiben kann, legte Bundesumweltministerin Svenja Schulze Anfang Juni einen Entwurf für eine „Nationale Wasserstrategie“ vor. Mit dieser will die Bundesregierung die natürlichen Wasserreserven in Deutschland schützen. Wir geben auf garten-landschaft.de einen Überblick.

Mit BMW-Großaktionärin Susanne Klatten zur Smart City?

Paketposthalle München: Herzog & de Meurons Masterplan in massiver Kritik. Auf dem Areal der Paketposthalle in München soll ein neues Stadtquartier entstehen. Es bietet 1 100 Wohnungen und Büros für 3 000 Arbeitsplätze. Nun liegt der neue Masterplan für das Gelände vom Architekturbüro Herzog & de Meuron vor. Doch die geplante Bebauung stößt in der Münchner Stadtgesellschaft auf massive Kritik. Alles zum Projekt lesen Sie auf garten-landschaft.de.

Mit BMW-Großaktionärin Susanne Klatten zur Smart City? Gemeinsam mit der Landeshauptstadt München, der Technischen Universität sowie Wirtschaftsvertreter*innen hat die BMW-Großaktionärin Susanne Klatten ein kreatives Gründerzentrum gegründet. Das „Munich Urban Colab“ soll München zu einer der zehn grünsten Städte der Welt machen. Alles dazu auf garten-landschaft.de. 

Potsdamer Platz soll grün werden. 

Netto-Null und hohe Baukultur? Aber ja doch! Die Schweiz ist vom Klimawandel besonders betroffen. Nicht nur deshalb hat sie zum Ziel, ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 auf netto null zu senken. Eine Initiative hat es sich nun zum Ziel gemacht, zu vermitteln, dass die Netto-Null mit qualitätvoller Baukultur einhergehen kann. Schweizer Planungsverbände gegründeten die „Klimaoffensive Baukultur“. BSA, BSLA, SIA, EspaceSuisse, der Heimatschutz und die Denkmalpflege vertreten mit der Initiative eine klare Haltung in neun Punkten. Mehr dazu erfahren Sie auf garten-landschaft.de.

Potsdamer Platz soll grün werden. Bis zum Jahr 2025 soll durch die Neugestaltung des Potsdamer Platzes in Berlin das Stadtquartier grün und fußgänger*innenfreundlich werden – das verkündete das kanadische Immobilienunternehmen Brookfield Properties im Juli. Was konkret geplant ist, lesen Sie auf garten-landschaft.de.

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6 Stolpersteine, die sie bei einer Fahrradabstellanlage vermeiden sollten

Nachdem wir uns in den letzten zwei Artikeln zum Thema „Fahrradabstellanlagen“ angesehen haben, was bei deren öffentlichen Einsatz zu beachten ist und was die Trends der Zukunft sein werden, wollen wir in diesem Artikel wiederum einen Blick auf die Stolpersteine werfen, die Ihnen bei der Planung und beim Aufstellen einer Fahrradabstellanlage in Ihrer Stadt im Weg liegen könnten. Zusammen mit den Fahrradständerexperten von Gronard, die uns auch in diesem Artikel mit jeder Menge Fach- und Spezialwissen zur Verfügung standen, sehen wir uns im Folgenden sechs vermeidbare Fehler an, damit Ihre Fahrradabstellanlage zum Erfolg wird.

Allzu oft haben wir uns aus der Redaktion der G+L auch schon über Unzulänglichkeiten bei Fahrradständern geärgert, die das Absperren des Fahrrads zur Fummelei oder gleich ganz unmöglich machen. Mangelhaft geplante Anlagen werden wenig genutzt und kosten dennoch Geld; eine gut konzipierte Anlage hingegen fördert effektiv den Umstieg auf nachhaltige Verkehrsmittel.

Fehler 1: Das Fahrrad bei der Planung vergessen

Vorbei sind die Zeiten, in denen es ausreichte, Fahrradständer mal eben im Nachhinein auf ein geplantes Projekt aufzusetzen. Heute erwarten Fahrradfahrer*innen eine durchdachte und sinnvolle Platzierung der Fahrradabstellanlage und ihrer Zubehörteile. Deshalb sollte – darauf bestehen wir in dieser Serie bekanntlich immer wieder – eine Fahrradabstellanlage von vornherein integraler Bestandteil einer Bauplanung sein. Am besten gleich in möglichst frühzeitiger Abstimmung mit dem Lieferanten. Ein nachträgliches Planen solcher Anlagen ist in der Regel unzureichend und führt dazu, dass die Anlage schlecht angenommen wird. Gerade bei Anlagen, die auch über Lademöglichkeiten verfügen, ist eine frühzeitige Planung unabdingbar. Wenn die Anlage entsprechend groß dimensioniert ist, sollte etwa die Frage geklärt werden, ob eine 400-Volt-Stromversorgung benötigt wird. Auch der Einbau eines Stromzählers will rechtzeitig geplant werden – eine Nachrüstung ist aufwändig und kostenintensiv

Wichtig: Vergessen Sie nicht, vorab zu klären, wer für die Wartung der Anlage zuständig sein wird. Insbesondere Doppelstockparker und Gründächer verlangen regelmäßige Pflege, die organisiert und finanziert werden will, um eine dauerhaft langlebige und bedienfreundliche Fahrradabstellanlage anbieten zu können.

Eine gute Planung ist bei Fahrradabstellanlagen essenziell. Foto: Gronard GmbH
Eine gute Planung ist bei Fahrradabstellanlagen essenziell. Foto: Gronard GmbH

Damit es zu keinen bösen Überraschungen kommt, sollte die Bodenbeschaffenheit des gewünschten Aufstellortes berücksichtigt werden. Gut geeignet sind Plattenbeläge und großflächige Pflastersteine. Weniger geeignet ist Asphalt, da sich in ihm die Befestigungsschrauben durch Hitzeeinwirkung lösen können. Optisch besonders aufgeräumt sind unterirdisch aufgedübelte Fahrradständer, denn ihre Befestigungsschienen sind unterirdisch fixiert und somit nicht sichtbar.

Generell sollte im Vorfeld geprüft werden, ob und welche Fundamente die Anlage eventuell braucht. Lösungen wie der Fahrradständer Kappa von Gronard bieten nicht weniger als fünf verschiedene Befestigungsmöglichkeiten für drei Befestigungsvarianten (oder- und unterirdisch, sowie einbetoniert) und können sich so den Anforderungen eines jeden Bauvorhabens anpassen.

Bei beengten Zugängen, etwa beim Überdachen einer Fahrradabstellanlage in einem Hinterhof, muss darauf geachtet werden, dass die benötigten Bauteile auch hindurchpassen. Das geht teilweise nur, wenn sich Überdachungssysteme zerlegen lassen, wie dies etwa bei der BWA-Reihe von Gronard der Fall ist.

Übrigens: Es gibt für Veranstaltungen die Möglichkeit, sich Fahrradständer für eine bestimmte Zeit zu leihen. Damit können Veranstalter*innen die umweltfreundliche Anreise mit dem Rad unterstützen und sparen sich zugleich die kostspielige Lagerung der Fahrradständer.

Optisch besonders aufgeräumt sind unterirdisch befestigte Fahrradständer; hier in der Bauphase gezeigt. Foto: Gronard GmbH
Optisch besonders aufgeräumt sind unterirdisch befestigte Fahrradständer; hier in der Bauphase gezeigt. Foto: Gronard GmbH

Fehler 2: Kein ausreichendes Licht

Die Beleuchtung kann den Unterschied zwischen einer gern genutzten und einer verwaisten Fahrradabstellanlage machen. Eine durchdachte Beleuchtung von guter Helligkeit und geringem Schattenwurf sorgt einerseits dafür, dass Fahrräder leicht eingestellt und entnommen werden können. Andererseits trägt eine gute Beleuchtung auch dazu bei, dass die Wahrscheinlichkeit nächtlicher Fahrraddiebstähle und Vandalismus sinkt. Bei allen Argumenten für eine helle Beleuchtung sollte aber auch der Aspekt der Umweltverträglichkeit der Beleuchtung eines Gebäudes beachtet werden. Stichwort: Lichtverschmutzung, also die Emission von künstlichem Licht in die Umwelt bei Nacht. Eine Folge von Lichtverschmutzung ist etwa die Desorientierung von Vögeln und Fledermäusen. Auch Insekten fliegen Lichtquellen gerne an, verwechseln diese mit dem Mondlicht, an dem sie sich nachts üblicherweise orientieren. Abhilfe schaffen hier Leuchtmittel, die eine Lichttemperatur von weniger als 3000 Kelvin aufweisen und sich damit im warmweißen Bereich befinden. Sie enthalten nur geringe Anteile des kurzwelligen blauen Lichts und wirken sich dadurch weniger desorientierend auf die nachtaktive Tierwelt aus.

Eine gute Beleuchtung steigert die Akzeptanz einer Fahrradabstellanlage. Foto: Gronard GmbH
Eine gute Beleuchtung steigert die Akzeptanz einer Fahrradabstellanlage. Foto: Gronard GmbH

Fehler 3: Zu kurzfristige Planung

Machen Sie sich Gedanken über die Befestigung und die Statik der Anlage im Allgemeinen. Eine Überdachung etwa steigert die Akzeptanz der Anlage signifikant und lässt sich in manchen Fällen auch nachrüsten. Bei vielen Überdachungslösungen von Gronard besteht außerdem die Möglichkeit, optional ein Gründach oder ein Solardach einzurichten (mehr dazu unter Punkt 6).

Machen Sie auch nicht den Fehler, die empfohlenen Mindestabstände zwischen den abgestellten Fahrrädern zu verringern, um so vermeintlich mehr Kapazität zu schaffen. Zwar passen auf diese Weise theoretisch mehr Fahrräder auf die gleiche Fläche. Es besteht jedoch die Gefahr, dass es so eng ist, dass nun doch nur jeder zweite Ständer genutzt wird und die Kapazitätserweiterung so wirkungslos verpufft. Eine große Hilfe dabei sind Berechnungstools, wie Gronard sie anbietet.

Vor dem Fahrradständer sollte nicht zu wenig Platz eingeplant werden, denn es muss nicht nur der Platz für das eingestellte Fahrrad berücksichtigt werden, sondern auch der, der für das Manövrieren desselben nötig ist. Nicht umsonst geben Hersteller daher in aller Regel vor, wie die Verkehrsräume in der unmittelbaren Umgebung eines Fahrradständers beschaffen sein sollten.

Fehler 4: Förderungsmöglichkeiten nicht nutzen

Machen Sie nicht den Fehler, nicht alle Möglichkeiten zur Förderung Ihres Projekts zu nutzen. Es gibt sowohl auf Bundes-, aber auch auf Landesebene Programme im Rahmen der Radverkehrsförderung, die auch Fahrradabstellanlagen als förderfähige Objekte beinhalten. Hier finden Sie etwa Informationen zur Förderung der kommunalen „Errichtung von Mobilitätsstationen“: Link

In der Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz können Sie weiterhin nach passenden Förderprogrammen suchen: Link

Tipp für Amateurfußballvereine: Im Rahmen der diesjährigen Europameisterschaft im Fußball in Deutschland können noch bis zum 30. Juni 2024 Anträge zur Förderung klimaschutzrelevanter Projekte bei der UEFA eingereicht werden: PDF

Fehler 5: Wartung vergessen

Nur mit dem Kauf und dem Aufstellen einer Fahrradanlage ist es nicht getan. Wie bei anderen Bauwerken auch, sollte die Instandhaltung einer Fahrradabstellanlage bereits im Vorfeld mit einkalkuliert werden. Wie bereits im ersten Punkt erwähnt, ist dies insbesondere bei Doppelstockparkern mit ihren beweglichen Teilen essenziell. Besonders wichtig ist, elektrischen Anlagen, also Dinge wie Ladeschränke oder die Beleuchtung, sorgfältig zu warten. Auf lange Sicht macht es großen Sinn, Qualitätsware von bewährten und bereits langjährig agierenden Herstellern zu verwenden. Diese ist wegen ihrer Zuverlässigkeit besonders wartungsarm. Und selbst wenn einmal etwas kaputt sein sollte, lassen sich von Qualitätsherstellern entsprechende Ersatzteile besorgen – anstatt gleich das gesamte Produkt neu anschaffen zu müssen. Dabei machen auch unscheinbare Details einen Unterschied. Gronard etwa unterzieht seine Fahrradständer nicht nur einer Feuerverzinkung sondern behandelt diese im Anschluss daran auch noch mit einer langlebigen Konservierungsschicht, während andere Hersteller möglicherweise weniger langlebige Korrosionsschutzverfahren wie das galvanische Verzinken einsetzen oder ganz darauf verzichten und ihre Produkte lediglich mit einer Pulverbeschichtung ausstatten.

Bei Doppelstockparkanlagen sollte schon in der Planungsphase an eine regelmäßige Wartung gedacht werden. Foto: Gronard GmbH
Bei Doppelstockparkanlagen sollte schon in der Planungsphase an eine regelmäßige Wartung gedacht werden. Foto: Gronard GmbH

Fehler 6: Keine Begrünung eingeplant

Die Stadt von morgen ist grün und das sollten auch die Fahrradabstellanlagen in Ihrer Stadt widerspiegeln. Ohne Dachgrün sollten moderne Gebäude nicht mehr auskommen und deshalb gibt es beispielsweise von Gronard Fahrradboxen, die über ein optionales und nachrüstbares Gründach verfügen, oder auch Flachdächer, um ganze Anlagen zu überdachen. Am einfachsten ist es natürlich, sich bereits in der Planungsphase klar darüber zu sein, ob es ein Gründach, Solardach oder etwas anderes werden soll. Sollten Sie sich im Nachhinein entscheiden, Dachgrün nachzurüsten, prüfen Sie, ob die Statik der Überdachung ausreichend ist, um das wesentlich schwerere Gründach zu tragen. Ein langfristiges Konzept, welches schrittweise durch eine Dachbegrünung oder Photovoltaik aufgewertet werden kann, setzt Voraussicht und frühzeitige Entscheidungen für das passende Produkt mit der Möglichkeit zu Upgrades voraus. Gut beraten ist, wer sich dabei an Hersteller wendet, die durch die eigene Fertigung auf individuelle Kundenwünsche eingehen können, wie es bei Gronard der Fall ist.

Gründächer sind auch bei Fahrradabstellanlagen möglich und sinnvoll. Foto: Gronard GmbH
Gründächer sind auch bei Fahrradabstellanlagen möglich und sinnvoll. Foto: Gronard GmbH

Mehr zum Thema „Fahrradständer und Fahrradabstellanlagen“ finden Sie auch in unseren vorangegangenen Artikeln:
Vier Punkte, die Sie beim öffentlichen Einsatz beachten sollten
Die vier Trends der Zukunft für die Stadt der Zukunft

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